Bienenstrom - Agrarbetrieb Blumenwiesenpatenschaft

Mit Bienenstrom die heimischen Pflanzen und Insekten retten

Biodiversität, Artenschutz, Lebensräume für Pflanzen und Insekten schaffen – das verspricht uns Bienenstrom, ein neues Konzept aus der schwäbischen Kleinstadt Nürtingen. Die Idee dahinter: Äcker in Blühflächen verwandeln.

Was genau versteht man unter Bienenstrom?

Das Problem des Insekten- und Bienensterbens in Deutschland ist nichts Neues. Auch ich habe des Öfteren hier auf Agrarbetrieb darüber berichtet und mit Hilfe meiner Blumenwiesenpatenschaft tue ich alles, um dieser gravierenden Problematik entgegen zu wirken.

Bei Bienenstrom handelt es sich um einen 100% Ökostrom mit dem Ziel, Lebensräume für Pflanzen und Insekten zu schaffen. Mit Hilfe des Blühhilfe-Beitrages in Höhe von 1 Cent pro kWh verbrauchten Stroms tragen Bienenstrom-Kunden dazu bei, die Äcker in Blühflächen zu verwandeln. Die Höhe des Tarifs kann direkt über die Homepage berechnet werden.

Die von den Beitragszahlern, auch Blühhelfer genannt, gesammelten Beträge gehen an die Blühpaten-Landwirte die mit ihrem besonders artenreichem Saatgut, die Biodiversität fördern. Damit werden die Landwirte aus der Region mit in das Konzept von Biostrom integriert, was dem Ganzen einen runden und professionellen Aspekt verleiht.

So dürfte es keinen verwundern, dass diese intelligente Förderung von Blühstreifen, als erster Ökostrom-Lieferant, die Auszeichnung der UN-Dekade Biologische Vielfalt erhielt. Die Preisverleihung fand auf der diesjährigen Internationalen Grünen Woche in Berlin statt.

Kurz zum Hintergrund der Verleihung solcher Prämien:

Die Vereinten Nationen haben die Zeitspanne 2011-2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Biodiversität entgegenzuwirken.

Das Interessante dabei: bis dato wurde noch nie ein Stromprodukt ausgezeichnet. Biostrom schreibt da Geschichte.

Quelle: RTF1, KlarnerMedien, YouTube

Bienenstrom – ein Franchisemodell zur Förderung von Blühstreifen

Das Kooperationsprojekt Bienenstrom im Biosphärengebiet Schwäbische Alb erblickte das Tageslicht im Frühjahr 2018.

Elf Landwirte aus der Region haben letztes Jahr insgesamt 14 ha Blumen und Wildkräuter angebaut. Heuer sind 6 weitere Hektar dazu gekommen. Im Herbst wird geerntet. Die Pflanzen landen anschließend in Biogasanlagen wo sie zu Strom und Wärme umgewandelt werden.

Dieses Erfolgsprojekt soll nun in ganz Deutschland ausgebreitet werden, als Franchise-Modell versteht sich.

Die Schwaben wollen ihren Bienenstrom auch anderen Stadtwerken und Regionalversorgern zur Verfügung stellen. Das was die Kunden der Stadtwerke Nürtingen heute für die heimischen Insekten tun, soll auch Kunden aus anderen Gebieten ermöglicht werden.

Eine clevere Strategie von Seiten der Stadtwerke Nürtingen und seiner Kooperationspartner, dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb, dem Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund und dem Fachverband Biogas e.V.

Unterstützung aus der Politik – CDU fordert größere Anreize für Landwirte bei Natur- und Artenschutzleistungen

Die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner setzt sich ganz gezielt für den Ausbau der Biodiversität ein. Es sollen vernetzte Lebensräume für Fauna und Flora hergestellt werden. Pflanzenbauliche Produktionssysteme sollen konsequent genutzt und ausgebaut werden.

Dies soll u.a. durch die Förderung von Blühstreifen, Ausgleichsflächen und Heckenpflanzungen erreicht werden. Landwirte die sich hierfür einsetzen, sollen entsprechend honoriert werden. Überdies sollen auch Imker weiter unterstützt werden.

Gelder sollen darüber hinaus auch in die Forschung innovativer und bienenfreundlicher Pflanzenschutzmittel fliessen. Nicht-chemische Verfahren sollen forciert und zügig zugelassen werden.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema erhaltet Ihr auf den Seiten der BMEL und Volksbegehren Artenvielfalt, sowie hier auf Agrarbetrieb.

Folgende Beiträge möchte ich Euch ans Herz legen:

Landwirtschaft zwischen Artenvielfalt und Gentechnik

Gehört die Förderung von Artenvielfalt in den Pachtvertrag?

Bienenstrom für Bayern

Das was unsere Kollegen im Schwabenländle aufgebaut haben, benötigen wir dringend auch in Bayern.

Best Practices sind eine tolle Sache. Das was sich in einer Region oder einem Industriezweig bewährt hat, kann auch woanders entweder zu 100% gleich oder leicht adaptiert, eingesetzt werden. Lasst uns den Bienenstrom aus Baden-Württemberg auch zu uns nach Bayern holen.

Bienenstrom und / oder Blumenwiesenpatenschaft – Wie viel Blühfläche könnt Ihr finanzieren?

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