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NEWS: Brexit, Q-Fieber, Chinas Mega-Farmen

Den Brexit setzen die meisten von uns mittlerweile nur noch mit Ungewissheit und Chaos gleich. Keiner, nicht einmal die Briten selbst, wissen was ab dem 31. Oktober auf sie zukommen wird. Zwar haben die Insulaner jetzt einen neuen Premierminister – Boris Johnson, ein großer Befürworter des Brexits, aber damit ist die Sache noch nicht gegessen. Großbritannien und die EU steuern in Richtung eines No-Deal-Brexits. Die Konsequenzen für Landwirte und Viehhalter werden katastrophal sein, so die neueste Untersuchung der Anti-Brexit-Initiative „Farmers for a People’s Vote„.

Mehr als die Hälfte der britischen Farmen würden im Falle eines Austritts ohne Abkommen (Hard Brexit) ihre Geschäfte einstellen, warnt Sean Rickard, ehemaliger Chefökonom des britischen Bauernverbandes NFU (National Farmers Union of England and Wales) in seinem Bericht. Der gesamte Agrarsektor würde „den schwersten wirtschaftlichen Schock erleiden“ so der Chefökonom.

Ein paar Zahlen und Fakten aus den jüngsten Studien zusammengetragen:

  • 96% aller britischen Schaffleischexporte gehen in die EU
  • Etwa 60% der landwirtschaftlichen Einkommen hängen von Subventionen aus dem EU-Grundzahlungssystem ab
  • Mehr als 40% der Landwirte werden kein Nettoeinkommen mehr haben, wenn die Direktzahlungen aus Brüssel entfallen
  • Bei Exporten aus Großbritannien in die EU werden die gleichen Zölle anfallen wie bei Waren, die aus Drittländern ohne Präferenzhandelsabkommen in die EU eingeführt werden. Der entsprechende Tarif beträgt 27% für Hühnerfleisch, 46% für Lammfleisch und 65% für Rindfleisch.
  • Wenn die Britische Regierung im Anschluss alle Zölle aufhebt bzw. senkt und so die Preise drückt, hätte das verheerende Auswirkungen: mehr als 50 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Großbritannien wären dann unrentabel.
  • Ein Brexit ohne Abkommen könnte der Landwirtschaft 850 Millionen Pfund pro Jahr an entgangenen Gewinnen (Profit) kosten

Quellen: National Sheep Association, Farmers for a People’s Vote, Business Insider, National Farmers Union, BBC

No-Deal-Brexit als Horrorszenario

Stimmt das jetzt alles oder geht’s hierbei um Propaganda und Angsttreiberei?

Das britische Landwirtschaftsministerium (DEFRA) bezeichnet den jüngsten Bericht des „Farmers for a People’s Vote“ als „völlig spekulativ“ und kritisiert die darin enthaltenen Zahlen und Interpretationen scharf.

Zudem hat das Ministerium nochmal klargestellt, dass die Zahlungen aus Brüssel für die Unterstützung der Landwirtschaft bis 2022 auch im Falle eines Austritts Großbritanniens am 31. Oktober ohne ein Abkommen, geschützt sein würden. Die Regierung würde sich nach dem Brexit darum bemühen, die bisherige Agrarpolitik durch ein „gerechteres System der Unterstützung landwirtschaftlicher Betriebe“ zu ersetzen.

Noch eine wichtige Info, diesmal seitens der EU:

Diese hatte nämlich angekündigt, dass es bis zu 6 Monate dauern könnte, bis die Einfuhr von britischen Lebensmitteln gehehmigt sei.

Wohin mit den ganzen Schafen? Was passiert mit Getreide, Obst und Gemüse aus GB?

Der neue Premierminister hat deutlich gemacht, dass seine oberste Prio, das Herausführen des Vereinigten Königreichs aus der EU bis zum 31. Oktober sei – und das mit oder ohne Deal.

Ziehen das die Briten wirklich durch oder bitten sie die Gemeinschaft um eine erneute Verlängerung?

Denn so langsam fragen wir uns, ob die Briten überhaupt noch wissen was sie wollen. Der „Krimi“ geht weiter. Es bleibt auf jeden Fall spannend.

Q-Fiebererkrankungen auf der Schwäbischen Alb

27 Menschen sind im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg an Q-Fieber erkrankt. Die Krankheitssymptome sind Fieber und in einigen Fällen auch Lungenentzündungen. Die Personen haben sich großer Voraussicht nach bereits vor 2-3 Wochen angesteckt, weisen jedoch aufgrund der etwas längeren Inkubationszeit erst jetzt die typischen Anzeichen auf.

Was ist denn Q-Fieber?

Q-Fieber ist eine durch das Bakterium Coxiella burnetti verursachte Zoonose. Die Infektionskrankheit mit grippeartigen Symptomen wird in erster Linie durch infizierte Paarhufer (Schafe, Ziegen, Rinder) sowie Katzen, Hunde, Kaninchen und Wildtiere übertragen.

Menschen stecken sich über die Atemluft an. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch spielt praktisch keine Rolle. Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika.

Das Veterinäramt wurde eingeschaltet, um nach der Ansteckungsquelle zu suchen.

Quelle: Schwäbische

Chinas Mega-Farmen erstrecken sich auf jeweils 9 Mio. und 4,5 Mio. Hektar

Zwar zählt auch heute noch Australiens Anna Creek Station mit fast 2,4 Mio. Hektar Weideland zu der flächenmäßig größten Rinderfarm der Welt, aber das was in China momentan „farmtechnisch“ passiert, haut auch die härtesten Genossen aus den Socken.

Laut worldatlas ist die Mudanjiang City Mega Farm in China mit 9,1 Mio. Hektar die flächenmäßig größte Farm der Welt. Das 126 Mio. EUR teuere Gemeinschaftsprojekt von russischen (Severny Bur) und chinesischen Investoren (Zhongding Dairy Farming) ist das Zuhause von ca. 100.000 Milchkühen. Die Farm produziert 800 Mio. Liter Milch pro Jahr und ist 50-mal größer als der größte Milhviehbetrieb in Europa.

Quelle: CowSignals, YouTube

Eine weitere Mega-Farm in China ist die in 2005 gegründete und in 2010 an der Börse in Hong Kong gelistete Modern Dairy Farm. Diese erstreckt sich auf einer Fläche von 4,5 Mio. Hektar und hält ca. 230.000 Milchkühe auf 26 Standorten.

Außerhalb Chinas gibt es noch zwei weitere gigantisch große Farmen – die eingangs erwähnte Anna Creek Station aus Australien die in 2017 den Eigentümer wechselte (S. Kidman & Co. verkaufte an die benachbarte Williams Cattle Company) sowie die Al Safi Farm aus Saudi Arabien, die in 2011 ein Joint Venture mit dem französischen Milchgiganten Danone einging.

Auf der einen Seite herrscht Megalomanie und auf der anderen regiert die BREXIT-Angst

Wer viel Geld hat, dem steht die Welt gaaaanz offen – ist jetzt keine neue Weisheit, aber immer wieder gut daran erinnert zu werden.

Das was in China passiert, die Milliarden die mit der Milchindustrie erwirtschaftet werden, ist schon Wahnsinn. Da können nicht einmal die Tech-Giganten aus Silicon Valley mithalten. Und gleichzeitig blicken unzählige Landwirte und Viehhalter einer großen Insel Europas ins Ungewisse.

Studien und beschwichtigende Worte hochranginger Politiker hin oder her, das was im Vereinten Königreich im Falle eines harten Brexits tatsächlich passieren wird, weiß heute keiner. Die EU spielt nach den ganzen Geständnissen nun auf sturr und Boris Johnson versucht aus den Puzzlestücken ein neues Ganzes aufzubauen.

Hard Brexit oder Brexit mit Deal – was glaubt Ihr wird passieren?

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