Gentechnik und Duerrehilfen

News: Gentechnik, Dürrehilfen und Digitalbonus

Bei dem Begriff Gentechnik sträuben sich bei vielen Verbrauchern & Co. die Haare. Der europäische Molkereigigant Arla Foods geht ganz andere Wege. Die Milchproduktion in Zentraleuropa soll bis Ende 2019 komplett auf GVO-freie Fütterung umgestellt werden.

Ein für viele märchenhaftes Sommer führte widerum bei anderen zu einer kargen Landschaft. Landwirte die auf Dürrenothilfen angewiesen sind, sollten zügig ihre Anträge stellen. Die Fristen fallen in einigen Bundesländern sehr kurzfristig aus. In Thüringen ist am 2. November bereits Antragsschluss.

Zuletzt gibt’s dann noch ein paar Infos zu einem Digitalbonus im Wert von 500 EUR. Dieses „Goodie“ gilt jedoch nur für Landwirte, Winzer und gartenbauliche Betriebe in Bayern.

Arla Foods goes Gentechnik(frei)

Die Arla Landwirte aus Deutschland, Belgien, Luxembourg und den Niederlanden haben entschieden, ihre Milchproduktion vollständig auf GVO-freie Fütterung umzustellen.

Die Umstellung beginnt in Kürze und soll bis Ende 2019 vollständig umgesetzt werden. Heute stammen 61% der in Deutschland produzierten Milch bei Arla Foods aus gentechnikfreier Fütterung.

Woher kommt dieser starke Sinneswandel?

Verbraucher und Handel in Deutschland wünschen sich zunehmend Lebensmitteln aus gentechnikfreier Herstellung, so die Angaben des Unternehmens.

Was heißt das für Landwirte?

Sie müssen nur noch Futtermittel verwenden, die nicht gentechnisch verändert sind. Das bedeutet meist eine Umstellung von herkömmlichen Futtermitteln auf Raps oder Soja ohne Gentechnik.

Gibt es einen Zuschlag?

Arla Foods zahlt einen Zuschlag in Höhe von 0,01 EUR/kg Milch. Dieser 1 Eurocent-Betrag wird bereits in der Umstellungsphase gezahlt.

Gentechnik(freiheit) in Deutschland

Abschließend noch zwei Zahlen, um darzustellen wie der deutsche Verbraucher und Produzent zum Thema GVO-Freiheit steht:

  • 77% der befragten Verbraucher möchten Milch und Milchprodukte aus gentechnikfreier Herstellung (Forsa-Umfrage, 2017 – Ergebnisse veröffentlicht im Der Tagesspiegel)
  • 54% der in Deutschland hergestellten Milch stammt aus GVO-freier Erzeugung (AMI – Agrarmarkt Informationsgesellschaft, August 2018)

Milchprodukte ohne Gentechnik

So wird’s gemacht…

Quelle: My Kuh Tube, YouTube

Arla Foods goes USA

Wer sich eine Marktführerschaft als Ziel gesetzt hat, kommt an einer strategischen Allianz meist nicht vorbei. So auch im Falle Arla Foods. Die Dänen bauen ihr internationales Molkegeschäft aus und führen daher Kooperationsgespräche mit der US-amerikanischen Spezialmolkerei Foremost Farms durch.

Wie soll die zukünftige strategische Partnerschaft aussehen?

Die Stärke soll aus folgender Kombi der beiden Unternehmen stammen:

  • Hochwertige Molke + Innovationsstärke von Foremost Farms
  • Starke Vertriebskanäle + Umfassendes Know how über das Zutatengeschäft von Arla Foods

Was zeichnet Foremost Farms aus?

Die Molkereigenossenschaft bestehend aus 1.300 Milchbauern mit Sitz in Baraboo, Wisconsin, ist ein Premium-Anbieter von Käse, Milchprodukten und Zutaten. Die Firma ist sowohl in den USA als auch international tätig und zeichnet sich durch seine innovative Lösungen, maßgeschneiderten Produkte, Zutaten und Verpackungen sowie technische Dienstleistungen aus.

Dürrenothilfen beantragen und dabei kurze Antragsfristen beachten

Am 4. Oktober hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die gemeinsame Verwaltungsvereinbarung zum Dürrehilfeprogramm unterzeichnet. Jetzt heißt es, beeilen — denn in einigen Bundesländern wie z.B. Thüringen ist am 2. November Antragsschluß.

An dem Programm beteiligen sich zur Zeit 14. Ländern. Die Antragssituation sieht wie folgt aus:

  • Thüringen: Hat als erstes Bundesland die Vereinbarung unterzeichnet. Anträge können bereits ab dem 9. Oktober eingereicht werden. Antragsschluss ist am 2. November.
  • Sachsen-Anhalt: Der Antragsstart war am 15. Oktober. Der Antragsschluss ist der 16. November.
  • Sachsen: Anträge in Kürze möglich.
  • Niedersachsen: Start voraussichtlich im November. Antragsschluss bis zum späten späten Frühjahr 2019.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Der Start war am 9. Oktober. Antragsschluss bis 30. Oktober 2018.
  • Schleswig-Holstein: Abgabe des Dürrehilfe-Antrags bis zum 30. Oktober.
  • Nordrhein-Westfalen: Start Ende Oktober mit einer 4-wöchigen Antragsphase. Antragsschluss für Ende November geplant.

Auf den Webseiten der jeweiligen Ministerien, findet Ihr die Kriterien und Voraussetzungen für Dürrehilfen sowie die dazugehörigen Antragsformulare.

Exkurs für Bayern – Sonderfall Futterkostenzuschuss

Bayerns Landwirte, die Raufutterfresser halten und von der Sommerdürre besonders stark betroffen wurden, können jetzt Anträge auf Futterkostenzuschuss stellen. Die Anträge für die Hilfsgelder können bis zum 15. November bei den örtlichen Ämtern eingereicht werden.

Die Auszahlung erfolgt noch in diesem Jahr. Maximal gibt es bis zu 50.000 EUR.

Alle wichtigen Infos inkl. der Kriterien die Ihr erfüllen müsst, um diese Hilfen zu bekommen, erhaltet Ihr Online auf der Seite des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Noch ein Hinweis: Grundsätzlich können Landwirte auch an dem Hilfsprogramm Dürrehilfe teilnehmen, obwohl sie einen Antrag auf Futterkostenzuschuss gestellt haben.

500 EUR Digitalbonus für Bayerische Landwirte

Wir bleiben in Bayern, denn hier gibt es eine weitere Unterstützung für Landwirte, Winzer und gartenbauliche Betriebe. Es handelt sich hierbei um den Digitalbonus Agrar in der Höhe von 500 EUR.

Digitalbonus, aber wofür denn genau?

Den Bonus gibt es für die Anschaffung einer neuen Agrarsoftware.

Hier kommt der Haken an der Geschichte:

Förderfähig sind Investitionen ab 1.250 EUR.

Hinzu kommt, dass die Software ein paar Mindestanforderungen erfüllen muss, die von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau festgelegt wurden.

Auch bei diesem Hilfsprogramm gilt wie oben: alle Infos und Voraussetzungen für den Erhalt dieser finanziellen Unterstützung gibt es auf der Seite des Bayerischen Ministeriums.

Gentechnik und jede Menge Hilfsprogramme

Die einen schliessen strategische Allianzen ab, um ihre Dominanz weltweit auszubauen, die anderen strampeln im eigenen Garten / Hof sozusagen. So gegensätzlich ist die Welt in der wir Leben.

2018 war ein Jahr voller Herausforderungen. Jeder der mit Landwirtschaft zu tun hat, weiss es.

Die Ernte hat es gewaltig abbekommen, die Zuckerpreise sind den Bach herunter gegangen und der Handel dreht weiterhin ungebremst an der Preisschraube. Ach ja, da sollen wir die „paar“ Konsumenten nicht vergessen, sie sich über krummes Gemüse in den Supermärkten beschweren.

Jeder sieht die Konsequenzen der tollen Wetterlage aus einer anderen Perspektive. Die Brille bleibt unverändert, lediglich die Farbe der Kontaktlinsen ändert sich.

Was haltet Ihr von der Initiative von Arla Foods? Folgen wir in Punkto Gentechnik(frei) unseren Nachbarn, den Österreichern?

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