Artenschutz bei Agrarbetrieb

News: SIMA, Dürre-Insolvenzen, Artenschutz

Vom 24-28 Februar trifft sich unsere Community auf der französischen Landwirtschaftsmesse SIMA in Paris. Ein spannender Kick-off gleich zum Jahresanfang 2019, denn im November sehen wir uns alle in Hannover auf der Agritechnica.

Des weiteren blicken wir nochmal mit große Sorgen auf das Dürrejahr 2018 zurück. Die Konsequenzen, u.a. jede Menge Dürre-Insolvenzen werden erst in diesem Jahr zum Tragen kommen. Zum Schluss widmen wir uns dem Thema Artenschutz in Deutschland.

Messejahr 2019: Erst SIMA, dann Agritechnica

Am Sonntag den 24. Februar geht’s los. Die SIMA in Paris erwartet über 1.800 Ausstellern aus 42 Ländern. Es geht um moderne Landtechnik, neue Verfahren und digitale Lösungen in der Landwirtschaft, sowie um die traditionelle Preisverleihung der SIMA Innovation Awards.

Ein paar wichtige Eckdaten zur Messe:

  • Location: Messehallen des Parc des expositions Paris Nord Villepinte.
  • Öffnungszeiten: 8:30 bis 18:00
  • Eintrittspreise: 30€ inkl. MwSt. (Online), 40€ inkl. MwSt. vor Ort
  • Messedauer: 24 – 28 Februar

Die Gewinner der SIMA Innovation Awards 2019:

  1. Goldmedaillen (2x): Claas Januar 960 Terra Trac und LaForge DynaTrac
  2. Silbermedaillen (5x): Live NBalance von Airbus Defence and Space & John Deere, Field Sensor von Bosch Frankreich, Fernüberwachungssystem für John Deere Vertriebspartner, Redvista Augmented Reality Technologie von Kuhn, Tank-Air-Wheel (Puffertank) des französischen Felgenherstellers Sodijantes Industrie
  3. Bronzemedaillen (20x): 20 Preisträger

Auch wenn Paris in den letzten Jahren unter den DACH-Kollegen eine immer größere Beliebtheit gewonnen hat, bleibt der Termin in Hannover zum Jahresende unschlagbar. Mit über 2.800 Herstellern aus 52 Ländern in 23 Hallen ist und bleibt die Agritechnica DAS Treffpunkt für Landwirte aus der ganzen Welt.

Dürrejahr 2018: Die Konsequenzen sind bitter

Ein Katastrophenjahr – so beschreibt eine Vielzahl deutscher Landwirte das letzte Jahr.

Wochenlang schien die Sonne, kaum eine Wolke am Himmel und der Regen ließ lange auf sich warten. Die Schwimmbäder und Biergärten in Deutschland freuten sich über die Rekordumsätze, den Landwirten blieb nur der Blick auf öde Landschaften übrig. Dass dies für die zweiteren noch jede Menge Konsequenzen mit sich bringen wird, war uns klar.

Das Dürrejahr 2018 hat den meisten landwirtschaftlichen Betriebe einen Strich durch die Rechnung gezogen. Und das buchstäblich.

Die Zahl der Insolvenzen ist nur geringfügig nach oben gegangen. Laut Destatis sind letztes Jahr 114 landwirtschaftliche Unternehmen zahlungsunfähig geworden. Die Zahl ist deutlich niedriger als in den Jahren zuvor.

Es gibt eine Ausnahme: das Jahr 2017 gilt mit 109 angemeldeten Insolvenzen als das Jahr mit den bislang wenigsten Unternehmensinsolvenzen in der Landwirtschaft.

Das schlimmste erwartet uns noch, so die Prognosen des Finanzdienstleisters CRIF Bürgel.

„Im Zeitraum von August bis November 2018 ist die Zahl der insolvenzgefährdeten Unternehmen aus der Landwirtschaft um 11,1 Prozent angestiegen. Insgesamt gelten damit aktuell 5.049 landwirtschaftliche Betriebe als finanzschwach und haben derzeit ein erhöhtes Insolvenzrisiko.“

Quelle: CRIF Bürgel GmbH


Zum Vergleich: Der Trend in der Gesamtwirtschaft ging im gleichen Zeitraum mit -3,7% in die entgegengesetzte Richtung.

Welche Optionen bleiben einem landwirtschaftlichen Betrieb offen, um die heftigen Auswirkungen des letzten Jahres zu überleben?

Zum einen, kann es auf Rücklagen zurück greifen – vorausgesetzt die existieren und sind noch ok. Zum anderen, können Familie und Freunde einem kurzfristig mit einer Finanzspritze aushelfen.

Egal wie, man steckt in der Zange: die Ernte ist klein ausgefallen, d.h. die Erlöse sind eingebrochen und gleichzeitig sind die Kosten gestiegen. Deshalb gehen die Finanzdienstleister von einem Anstieg der Insolvenzzahl in 2019 aus.

Es gibt aber auch positive Nachrichten:

Landwirtschaftliche Betriebe gelten als „finanzstärker und robuster“ als die Gesamtwirtschaft. Hinzu kommt, dass der durchschnittliche Bonitätsindex in der Landwirtschaft einen besseren Wert ausweist (2,42) als in der Gesamtwirtschaft (2,70).

Für alle unter Euch die tiefer in die Materie einsteigen wollen, denen empfehle ich das neu erschienene Situationsbericht 2018/19 des Deutschen Bauernverbandes. Das 50-seitige PDF-Dokument kann auf der Webseite des DBV kostenfrei heruntergeladen werden.

Das Thema Artenschutz bringt endlich etwas mehr Bewegung in die Politik rein

Wie Ihr bereits wisst, spielen Artenvielfalt und Insektenschutz insb. Honigbienenschutz eine besonders grosse Rolle in meinem Leben. So kommt es auch, dass ich das Projekt Blumenwiese vor ein paar Jahren ins Leben gerufen habe.

Umso weniger wundert es mich, dass das bayerische Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen!“ die Politik wieder massiv in Bewegung setzt.

Das Ergebnis: die Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) will den Insektenschutz in Deutschland gesetzlich festschreiben. Dafür soll es laut Ministerin zusätzlich 100 Millionen EUR im Jahr geben.

Das Aktionsprogramm soll verbindliche Vorgaben u.a. bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und beim Zuführen von Schadstoffen im Lebensraum der Insekten machen. Das Vorhaben soll im April mit dem Landwirtschaftsministerium abgestimmt werden.

Der Anschub kam aus Bayern. Über 17 Millionen Bürger, das sind 18% der Wahlberechtigten haben mit ihren Unterschriften ein klares Zeichen für das Volksbegehren „Artenvielfalt“ gesetzt. Der Bayerische Bauernverband (BBV) wird an den Gesprächen mit der Politik teilnehmen.

Biodiversität geht nicht nur Bayern etwas an, sondern alle

Nachhaltige Landwirtschaft – dafür stehe ich bei Agrarbetrieb und mit mir ganz viele Kollegen aus Bayern und anderen Bundesländern.

Ich freue mich, dass die Initiative aus Bayern kommt und Mittelfranken da die Nase vorne hat, aber hier geht es um vielmehr als ein paar Stimmen aus einem Bundesland. Es geht um eine Steigerung der Sensibilität für wildlebende Insekten (nicht nur die Honigbiene), Arten- und Umweltschutz bei Landwirten und Bevölkerung gleichermassen. Es geht um eine engere Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Imkern.

Was können wir für den Artenschutz in Deutschland zusätzlich noch alles tun?

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