2022-05 Pflanzliche Milchalternativen selber herstellen

Pflanzliche Milchalternativen selber herstellen

Immer mehr Menschen verzichten auf Milch und Milchprodukte tierischer Herkunft und steigen auf Pflanzenmilch um. Doch sind diese pflanzlichen Milchalternativen aus Drogeriemärkten, Reformhäuser und Supermärkten wirklich so gesund wie wir glauben? Verstecken sich da nicht auch andere Zutaten, wie z.B. Zucker, drin, die alles andere als förderlich für unsere Gesundheit sind? Wie wäre es, wenn wir günstig Getreide- und Nussmilch selber herstellen können?

Was vor rund 10-20 Jahren noch absolut unvorstellbar war, ist jetzt Realität geworden. Hafer-, Mandel- und Kokosmilch kann man heute problemlos bei fast jedem Discounter um die Ecke einkaufen. Zwar wird Milch tierischer Herkunft in diesen Märkten immer noch prominent auf einer Halbpalette platziert, aber die Zeiten des Versteckspiels sind vorbei. Immer häufiger finden wir neben der Standardplatzierung im Biobereich auch Zweit- und Drittplatzierungen für Hafermilch und Co. Dies zeigt eindeutig den Trend in Richtung pflanzlicher Milchalternativen auf.

Die Nachfrage ist vorhanden und das Angebot muss sich an diese Gegebenheit anpassen. Daher wird es mich nicht wundern, wenn wir in weiteren zehn Jahren, oder sogar früher, eine Halbpalette mit Pflanzendrinks aller Art und Couleur in jedem Aldi, Lidl und Co. vorfinden werden.

Achtung Zuckerfalle: Vegane Milch aus dem Tetrapack

Leider steckt in manchen Packungen jedoch auch zusätzlicher Zucker, obwohl dieser draußen nicht aufgeführt wird. Wieso ist dem so?

Das Ganze hat mit dem Verfahren bzw. der Herstellungsweise zu tun. Nehmen wir Hafermilch als Beispiel. Zur Herstellung werden Hafer und Brei aufgekocht und anschließend mit Enzymen versetzt, die einen Teil der Stärke in Zucker umwandeln. Dieses Verfahren der Stärkeumwandlung mit der einhergehenden Zuckerentfaltung muss auf dem Etikett nicht angegeben werden.

Dem nicht genug, die Enzyme, die beigemischt werden, basieren oft auf gentechnisch verändertem Material, welches ebenfalls nicht angegeben werden muss. Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, sollte folgende Lektüre zur Stärkeverzuckerung von Transparenz Gentechnik nicht verpassen.

Die Frage ist: was nun?

Die kurze und schmerzlose Antwort lautet: Hafermilch und Co. einfach zu Hause selber machen.

Der nachfolgende Videobeitrag von „Welt der Gesundheit“ bietet ein paar tolle Tipps rund um hausgemachte, pflanzliche Milchalternativen und spricht zudem ganz am Anfang der Sendung sehr gezielt auch das oben von mir aufgeführte Zuckerthema an.

Quelle: Welt der Gesundheit, YouTube

Selbstgemachte pflanzliche Milchalternativen

Kommen wir also zu der benötigten heimischen Technik, dem Mixer, sowie den jeweiligen Zutaten für die Herstellung der leckeren Pflanzendrinks. Zunächst ist es wichtig darauf zu achten, dass der Mixer sehr leistungsstark ist, damit dieser die Nüsse, Körner und Samen auch fein genug zerkleinern kann.

Was die Zutaten anbelangt, so benötigen wir zuallererst die Hauptkomponente, welche nicht nur die Sorte unserer pflanzlichen Milchalternative, sondern klar, auch den Geschmack bestimmt. Bevor wir diese in den Mixer geben (eine Handvoll), ist es notwendig, dass sie in der Regel über mehrere Stunden im Wasser einweichen — unabhängig davon, ob wir z.B. Reis- oder Sojamilch herstellen möchten. Zu den üblichen Sorten bzw. Geschmacksrichtungen zählen: Mandeln, Hafer, Reis, Kokos, Soja, Macadamia, Kokos, Hanf oder Haselnüsse.

Bevor wir den Mixer anschalten, müssen wir noch ca. 1 Liter Wasser hinzugeben und schon kann es losgehen. Wem diese rustikalen Zutaten sehr einseitig und langweilig vorkommen, kann selbstverständlich noch eine Prise Meersalz, und für die natürliche Süße ein paar Beeren, Feigen oder Datteln, beifügen. Jetzt kann der Mixer auf höchster Stufe eingeschaltet werden.

Der Pflanzendrink ist fertig und kann serviert werden. Wem das Ganze zu üppig und dickflüssig vorkommt, gibt einfach noch ein bisschen Wasser dazu und filtert das so erzielte Getränk anschließend durch ein Säckchen. Nun dürften keine „lästigen“ Partikeln mehr im Getränk vorhanden sein. Lasst es Euch schmecken!

Wenn das mit der Herstellung zu Hause so einfach funktioniert und obendrauf auch noch gesünder und günstiger ist, weshalb greifen wir dann für diese Pflanzendrinks so tief in die Tasche?

Selbstverständlich funktioniert die Marketingmaschinerie auch für dieses Trendprodukt extrem gut. Zwar versucht die Industrie gerne mit den Themen Subventionen und Mehrwertsteuer eine Antwort auf den Preisunterschied zwischen Kuhmilch und pflanzlichen Milchalternativen zu liefern, aber wir wissen doch alle, dass da wesentlich mehr dahinter steckt, als uns präsentiert wird.

Es ist ein hochprofitables Unterfangen und wenn der Verbraucher, aus welchen Gründen auch immer, bereit ist, das x-fache für diese Pflanzendrinks zu bezahlen, dann werden clevere Unternehmen auch alles dafür tun, um diesen Trend möglichst lange am Leben zu halten.

Der nachfolgende Beitrag der Sendung „Besser Essen“ vom ZDF, in welchem der Koch und Lebensmittelentwickler Sebastian Lege die Firma Oatly in Schweden besucht, zeigt das „Spielchen“ in diesem Bereich recht gut auf.

Quelle: ZDF besseresser, YouTube

Wissen, was drin ist

Kein Industrieprodukt der Welt, so gut es schmecken und aussehen mag, kann ein selbst gemachtes Produkt schlagen. Hinzu kommt, dass wir zu Hause immer wissen, was wir beimischen. Wir müssen uns nicht auf die Verpackungsinhalte verlassen, die nicht immer aufgezählt werden, so wie auch im obigen Fall.

Die Entscheidung ob Ihr zu Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch oder eine der diversen pflanzlichen Milchalternativen greift, liegt ganz bei Euch. Zu wissen, dass man Letztere mit relativ wenig Aufwand auch zu Hause in den eigenen vier Wänden herstellen kann, ist sicherlich sehr inspirierend.

Bildquelle: Foto von Lisa Redfern auf Pixabay

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