Raps und Rapsschädlinge

Rapsschädlinge: Rapsstengelrüssler und Kohltriebrüssler auf Jagd

Der Frühjahr ist eingetroffen und zusammen mit den milden Temperaturen sind auch die zwei bekanntesten Rapsschädlinge wieder aktiv geworden. Die Rede ist vom Gefleckten Kohltriebrüssel und seinem größeren „Bruder“, der Große Rapsstängelrüssler.

Grund genug, um uns etwas intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen und ein paar vorzubeugende Maßnahmen sowie Bekämpfungsmöglichkeiten anzuschauen.

Rapsschädlinge: Wertvolle Tipps zur Bekämpfung

In einigen Regionen Deutschlands haben die Temperaturen in den letzten Tagen zum ersten Mal in diesem Jahr die 20 Grad-Marke überschritten. Ein klares Zeichen für Rapsschädlinge: „jetzt können wir wieder aktiv werden und Eier ablegen“.

Das mag zwar der Plan der „netten“ Schädlinge sein, jedoch müssen wir dies als Landwirte schnellstmöglich unterbinden, sonst ist unsere gesamte Rapsernte Futsch.

Werfen wir doch einen näheren Blick auf die beiden wichtigsten Rapsschädlinge.

1. Der Große Rapsstengelrüssler

Sobald die ersten warmen Tage des Frühjahrs Mensch und Tier wieder ins Freie locken, sollten die Gelbschalen im Rapsfeld aufgestellt und regelmässig kontrolliert werden. Je früher man die Rapsschädlinge aufspürt, umso effektiver lassen sie sich bekämpfen.

Verhalten des Großen Rapsstengelrüsslers

Der Schädling überwintert im Boden der vorjährigen Rapsfelder und wird bereits bei Temperaturen von 5-7 Grad Celsius aktiv. Bei Sonnenschein, Windstille und Temperaturen über 12 Grad kommt es zum intensiven Einflug.

Die Eiablage erfolgt vorzugsweise im Stängel. Daraufhin werden die Stängel schwach und verdrehen sich „S-förmig“. Schwache Seitentriebe und ein strauchartiger Wuchs sind ebenfalls Anzeichen eines Befalls. Die Bohrlöcher bzw. Eintrittspforten sind Wegbereiter für Pilzkrankheiten.

Der Große Rapsstengelrüssler ist 2-4 mm lang und haben den Rüssel nach unten gebogen. Die Larve wird bis zu 7 mm lang, fußlos, gelblich-weiß und nach innen gekrümmt.

Wie stelle ich fest ob mein Rapsfeld befallen ist?

Die Gelbschalenkontrolle gilt als Maß aller Dinge. Liegen 10 Käfer innerhalb von drei Tagen in der Gelbschale, gilt der Rapsbestand als befallen. Die Bekämpfung sollte innerhalb von 3 Tagen nach Erreichen der Schadensschwelle erfolgen. Eier und Larven sind nicht mehr zu bekämpfen.

Wie wird man die Rapsschädlinge los?

Der optimale Termin für eine Insektizidbehandlung ist laut Deutsche Saatveredlung (DSV) etwa 10 Tage nach dem Flugtermin erreicht. Die wirksamen Mittel zur Bekämpfung von Stängel- und Triebrüsslern sind Insektizide wie z.B. Pyrethroiden (Klasse I und II), Avaunt oder Plenum.

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2. Der Gefleckte Kohltriebrüssler

Der große Rapsstengelkäfer ist ja bereits aktiv. Jetzt gesellt sich auch der Gefleckte Kohltriebrüssler hinzu.

Wie sieht der Käfer aus?

Die Deutsche Saatenveredlung (DSV) beschreibt den Schädling wie folgt:

Der 2,5 bis 3,5 mm lange, durch die unregelmäßig verteilte, weißgraue, schuppenartige Behaarung fleckig aussehende Käfer besitzt einen dünnen, abwärts gebogenen Rüssel, außerdem rötlich gelbe bis rostbraune Füße und einen hellen kreisförmigen Fleck auf dem vorderen Rückenteil. Die weißliche, nach innen gekrümmte, beinlose Larve mit brauner Kopfkapsel ist etwa 4 bis 5 mm lang.

Verhalten des Gefleckten Kohltriebrüsslers

Zeitlich gesehen, erscheint der Schädling zur gleichen Zeit oder etwas später als der Große Rapsstängelrüssler. Anders als bei seinem großen Bruder, sind die Schäden die vom Geflecktem Kohltriebrüssler verursacht wurden nur schwer erkennbar, weil der Rapsstängel gerade weiter wächst. Erste sichtbare Symptome sind die Einstichstellen für die Eiablage.

Die Eiablage erfolgt vorzugsweise in Blattstiele oder im Stängel. Die Larven fressen in Blattmittelrippen, -stielen und Trieben. Die Jungkäfer schlüpfen um die Zeit der Rapsernte. Der Reifungsfraß richtet zwar keinen Schaden an, die Bohrlöcher im unteren Stängel jedoch sehr wohl. Diese Eintrittspforten gelten als Wegbereiter für Pilzkrankheiten wie Verticilium dahliae und Phoma lingam. Ist die Pflanze stark befallen so wird sein Wachstum gehemmt und der Stängel kann abknicken.

Wie stelle ich fest ob mein Rapsfeld befallen ist?

Die Gelbschalenkontrolle gilt als Maß aller Dinge. Liegen 10 Käfer innerhalb von drei Tagen in der Gelbschale, gilt der Rapsbestand als befallen und sollte dringend bekämpft werden.

Befallsbegünstigende Faktoren: wenn in einer Zeitdauer von 2 Tagen mindestens an vier Stunden mehr als 15 Grad erreicht werden.

Wie wird man die Rapsschädlinge los?

Der optimale Termin für eine Insektizidbehandlung ist laut DSV etwa 10 Tage nach dem Flugtermin erreicht. Die wirksamen Mittel zur Bekämpfung von Stängel- und Triebrüsslern sind Insektizide wie z.B. Pyrethroiden (Klasse I und II), Avaunt oder Plenum.

Und wie siehts mit Ihrem Rapsfeld aus?

Haben die Käfer Ihr Rapsfeld verschont oder liegen in Ihren Gelbschalen bereits die ersten Rapsschädlinge? Welche Insektizide verwenden Sie bei der Bekämpfung?

 

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