2024-06 Roboter und KI sollen Menschen ersetzen – nicht so schnell - Agrarbetrieb

Roboter und KI sollen Menschen ersetzen – nicht so schnell

In unzähligen Berufsfeldern brauchen wir bald keine Menschen mehr, da diese durch Roboter und KI (Künstliche Intelligenz) ersetzt werden – so zumindest die Schlagzeilen und Schreckensnachrichten, um uns noch mehr in Angst und Panik zu versetzen. Dass dies völlig in die Hose gehen kann, davon wollen Großkonzerne nichts wissen. Hauptsache, die Kassen füllen sich und die Kosten für Personal, Büros und Weiteres reduzieren sich dramatisch.

Amazon hat einen Großteil seiner Mitarbeiter durch Roboter ersetzt. Diese stehlen nicht, machen weniger bis gar keine Fehler beim Verpacken und sorgen für weniger Unfälle am Arbeitsplatz. (Quelle: Zeit Online)

BMW und Mercedes haben ihre Produktionslinie verschlankt und einen Großteil der Besatzung entlassen. Wozu all die Personalkosten zahlen, wenn Roboter das schneller und kostengünstiger erledigen können? (Quelle: Merkur)

Keine Branche ist mehr sicher vor dieser KI-Entwicklung. Roboter und KI-Programme übernehmen die Jobs in der IT-Branche, aber auch die Arbeiten von Buchhaltern, Diagnostikern sowie Anwälten. Bald sollen die LKW-Fahrer folgen.

Der große Roboter- und KI-Flop

Am besten schauen wir uns ein sehr aktuelles Beispiel an, bei dem der Einsatz von KI und Roboter ein gigantischer Flop war. Dafür reisen wir gemeinsam in die USA, u.z. nach Pasadena in Kalifornien.

Wir gehen zusammen einen leckeren Burger essen, der ausschließlich von KI und Roboter zubereitet und serviert wird. Auch die Bestellung erfolgt ohne eine menschliche Seele. Dieser Fast Food-Laden hat nämlich alle Mitarbeiter nach Hause geschickt bzw. betreibt sein Restaurant exklusiv mit der technologischen „Spezies“.

Willkommen bei CaliExpress in Pasadena. Wie lautet Eure Bestellung?

Quelle: Miso Robotics, YouTube

Lasst uns also den Bestellvorgang mal kurz durchgehen:

  • Die Bestellung erfolgt am Automaten (so wie es heute schon in den beliebten und namenhaften Fast Food Ketten der Fall ist)
  • Die Bezahlung erfolgt per Gesichtserkennung
  • Maschinen, in diesem Fall ein Roboterarm, übernehmen die Bestellung, grillen den Burger und frittieren die Pommes

Der Roboterkoch trägt den Namen Flippy und wurde von der Firma Miso Robotics entwickelt.

Was sagen nun die „menschlichen“ Kunden zu dem „weltweit ersten vollautonomen und KI-betriebenen Restaurant“?

Die Bewertungen sind alles andere als positiv. Folgendes wird bemängelt:

  • Die Burger sind kalt
  • Die Brötchen sind trocken
  • Die Pommes schmecken komisch, gewöhnungsbedürftig
  • Die Roboter, die als Hauptattraktion im Einsatz sein sollten, funktionieren kaum; stattdessen erledigt ein einzelner Mitarbeiter das, was die Maschinen machen sollten
  • Lange Wartezeiten trotz weniger Kunden

Welche Branchen sind „noch“ sicher vor KI?

Das obige Beispiel zeigt eindeutig, wo die Probleme liegen. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese nicht lösbar sind. Wir dürfen eins nicht vergessen: Wir befinden uns am Anfang der KI-Revolution. Da ist noch jede Menge Finetuning nötig bis alles ausgefeilt ist und mehr oder minder einwandfrei funktioniert.

Nichtsdestotrotz, dürfen wir uns nichts vormachen: KI wird unser Leben auf den Kopf stellen und wenn wir nicht rechtzeitig die Grenzen setzen, dann werden viele, sehr viele Menschen ohne Jobs dastehen. Und egal wie oft uns erzählt wird, dass durch KI auch neue Arbeitsstellen entstehen, müssen wir uns eins vor den Augen halten: die Anzahl der Stellen, die wegfallen, werden NIE in dem Ausmaß durch neue Stellen ersetzt. Wer das glaubt, hat sich zu lange in Disneyland herumgetrieben. Nur ein kleiner Bruchteil dieser Jobs wird durch neu geschaffene Alternativen kompensiert.

Was jedoch mit allen jenen passiert, die keine Jobs mehr haben werden, dadurch will sich die Politik und Co. derzeit keinen Kopf machen. Dass Menschen, die ohne Zukunftsperspektiven und Sinn im Leben, in die Kriminalität driften, scheint die Wenigsten zu kümmern.

Vor diesem Hintergrund, ist es sinnvoll, uns neue Fragen zustellen, um uns gegebenenfalls neue Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen. Lieber vorbereitet in die neue Ära hereintreten als später mit der Masse mitzuschwimmen, die verzweifelt nach Rettungsbooten sucht.

Welche Branchen sind vorerst sicher vor KI? Wo tut sich KI schwer?

Als Erstes fallen mir Handwerker ein. Ein guter Elektriker, Installateur oder Dachdecker, kann Herrn oder Frau KI nicht so schnell ersetzen. Da wird es sehr schwierig.

Der ein oder andere mag sich fragen: wie sieht es in meiner Branche, der Landwirtschaft aus?

Auch wir sind davon betroffen. Immer mehr Schlepper sind mit KI ausgestattet. Viele Arbeiten, wie z.B. das Düngen oder Ernten werden teilweise schon heute von voll- oder teilautonomen Maschinen durchgeführt. Je größer die Ackerfläche, umso beliebter der Einsatz von Robotertraktoren und KI.

Siehe hierzu auch mein folgenden Beiträge:

Weiche Mini-Roboter für Landwirtschaft und Medizin

Wenn Roboter Hobbylandwirte unterstützen

Es entstehen neue Jobperspektiven für Menschen in den Bereichen der Nanotechnologie, wie z.B. Nanomedizin, Nanophysik aber auch im Bereich der Weltraumforschung und molekularen Biologie.

Eins ist sicher: Roboter und KI sind da und gehen auch nicht mehr weg.

Es liegt nun an uns, neue Wege zu finden, wie wir mit dieser technologischen Spezies, wie ich sie liebevoll nenne, ein gemeinsames Zusammensein bzw. Habitat hier auf Erden entwickeln können.

Bildquelle: Foto von Pavel Danilyuk auf Pexels

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