Soziale Medien beeinflussen unsere Denkweise

Soziale Medien beeinflussen unsere Denkweise

Facebook, Instagram, YouTube & Co. wissen mehr über uns als wir es zugeben. Das Lernen der Maschinen erfolgt exponentiell, während die Art und Weise wie unsere Denkweise, unser Verhalten und Leben beeinflusst wird, eine immer subtilere Nuance einnimmt. Was wenn diese soziale Medien alles andere als „sozial“ sind? Wieviel aus unserem Leben und unser Business sollten wir auf diesen Netzwerken überhaupt preisgeben?

Wir schreiben das Jahr 2020. Die ganze Welt ist erstarrt. Milliarden von Menschen dürfen ihre Wohnungen nicht verlassen und sitzen stundenlang vor dem Fernseher oder surfen im Netz. Die Wirtschaft steht vor dem Kollaps und die Zahl der Arbeitslosen steigt kontinuierlich weiter. Die Gelddruckmaschinen laufen heiss und Politiker versichern ihre Bürger, dass es nicht zur Versorgungsknappheit kommen wird.

Angst hat die Massen lahmgelegt.

Wenn der Neocortex die Führung übernimmt, dann passiert nichts Gutes. Das hat uns die Geschichte immer wieder gelehrt. Leider scheinen wir daraus nichts gelernt zu haben. Dabei sind wir herzensgute, empathische und kreative Wesen, die gerne zusammen arbeiten, sich gegenseitig unterstützen, Familien und Gemeinschaften gründen.

Wir haben Technologien entwickelt, damit sie uns die Arbeit erleichtern. Soziale Netzwerke nutzen wir, um besser zu kommunizieren und Informationen schneller auszutauschen. Die Idee war aber nie, dass wir zu faulen Homo sapiens mutieren, die von Robotern kontrolliert und dirigiert werden.

Soziale Medien und das Spiel mit der Macht

Die Facebook-Nutzung ist explodiert. Facebook verzeichnet nach dem Ausbruch der Pandemie einen Anstieg der Videoanrufe in Messenger-Gruppen um 70%. WhatsApp verzeichnet einen weltweiten Anstieg der Nutzung um 40%. Auch Twitter freute sich im ersten Quartal 2020 auf einen Anstieg der Nutzerzahlen um 8% gegenüber Q4/2019. [Quellen: cnet, TechCrunch]

In Italien, eins der Länder das am heftigsten erwischt wurde, ist die Nutzung der Facebook apps (Facebook-Live, Instagram etc.) um 70% gestiegen. [Quelle: Newsweek]

Wir Menschen haben den sozialen Plattformen ermöglicht, gross zu werden. Wir verbringen unsere wertvolle Zeit auf diesen Medien und wir investieren Geld, um unsere Produkte und Dienstleistungen bekannt zu machen und zu verkaufen. Wir teilen unsere engsten Gefühle, Träume und Sorgen auf diesen Medien – auch wenn oft nicht direkt, sondern nur in 1:1 Nachrichten via WhatsApp, Messenger, Instagram DMs, Twitter DMs usw.

Wissentlich oder unwissentlich „füttern“ wir die Maschinen, die künstliche Intelligenz die sich z.B. hinter Mark Zuckerbergs Konsortium verbirgt. Er stellt uns seine Apps kostenlos zur Verfügung und im Gegenzug erhält er bzw. das System unsere Daten.

Wie wertvoll diese Kundendaten sind, erfährt jeder der Werbung auf Facebook schaltet. Keine andere Plattform ermöglicht gezieltere Anzeigen zu schalten und das über mehrere Netzwerke gleichzeitig. Mit nur einem Klick im Ads Manager können alle Facebook-Einheiten, Instagram, Marketplace, Messenger, Audience Network aktiviert werden und Deine digitale Anzeige kann den von Dir definierten ‚perfekten‘ Kunden erreichen.

Was glaubt Ihr wie machtvoll über alle die Jahre diese soziale Medien geworden sind?

Die Systeme analysieren was und wann wir posten, welche Inhalte wir liken oder disliken, welche Interessen wir haben, was uns empört und was wir toll finden, wieviel Geld wir bereit sind für etwas zu zahlen, was unsere Shopping-Präferenzen sind, welche Hobbies wir haben, welche gesellschaftliche Themen uns auf die Palme bringen, was uns frustriert, welche Parteien wir wählen usw.

Können diese wertvolle Daten auch dafür genutzt werden, um uns zu manipulieren?

Können die Algorithmen so angepasst werden, dass die Maschine ganz genau weiss, wie man unsere Denkweise und unsere Perspektiven ändert?

Die Technokraten aus Silicon Valley und Seattle (Hauptsitz von Amazon) bestimmen was wir auf ihren Plattformen posten bzw. sharen dürfen und was nicht. Sie bestimmen die Regeln. Es ist deren Terrain und wir müssen uns daran halten. Wer sich an die Regeln nicht hält – die übrigensweise sehr flexibel sind und jederzeit geändert werden, wird von der Plattform „ge-banned“.

Der Prozess verläuft recht unterschiedlich. Manche erleben ein geschmeidiges ‚Aus‘, andere wiederum die nicht ‚umerzogen‘ werden können, werden direkt gesperrt. Ob man eine langfristige monetäre Partnerschaft über Jahre aufgebaut hat, spielt absolut keine Rolle. Erklärungen gibt es in den meisten Fällen keine. Erinnert an Totalitarismus, oder?

Es gibt Alternativen

Ein konkretes Beispiel: in letzter Zeit werden auf YouTube immer häufiger Videos entfernt, die der Mainstream-Agenda nicht in die Schuhe passen. Freunde und Bekannte von mir beschweren sich darüber und mir ist das bei einer Live-Übertragung auch schon passiert. Man hört einer tollen Debatte zu und schwuptiwupp ist die Übertragung weg. Der Screen wird schwarz und es erscheint eine Info von YouTube, dass das Video deren Richtlinien verletzt hätte.

Ihr wollt Videos schauen, die Diskussionen und andere Perspektiven zulassen?

Ihr wollt Eure eigenen Kreationen auf einer Plattform hochladen, die Euch nicht löschen oder demonetarisieren wird?

Schaut Euch Bitchute an. Ich habe das auf BitTorrent-Technologie gestützte Videoportal erst vor ein paar Tagen entdeckt, weil ich auf YouTube ein Interview nicht zu Ende schauen konnte, weil dieser gelöscht wurde. In den Kommentaren wiesen andere Zuschauer darauf hin, das Video bei Bitchute zu visualisieren. So kam ich auf diese neue Plattform. Soweit ich feststellen kann, gibt es auf Bitchute keine Zensur, d.h. jeder hat die Gelegenheit hier zu veröffentlichen und seine Meinung zu teilen. Deshalb die Devise: immer schön selber denken und entscheiden.

Eine weitere Alternative ist DTube. Wie der Name schon verrät, handelt es sich hierbei um ein Videoportal das YouTube ahmt. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass DTube dezentral auf der Steem-Blockchain aufgebaut ist.

Wie das Ganze funktioniert, erklärt uns am besten ein Youngster 😉

Quelle: Klengan, YouTube

Soziale Medien einer anderen Art

Monopolsituationen sind sehr gefährlich.

Wenn Euer Unternehmen, Euer landwirtschaftlicher Betrieb und Eure Existenz von diesen sozialen Plattformen abhängen, dann seid Ihr sehr vulnerabel. Holt Eure Macht zurück. Lasst das Fundament nicht diesen Netzwerken zur Verfügung, sondern übernimmt schnellstmöglich die Kontrolle darüber. Schaut Euch nach Alternativen um.

In den kommenden Jahren erwarte ich viel Gutes durch das Ausbreiten der Blockchain-Technologie. Dezentrale soziale Medien werden entstehen und Neues ermöglichen.

Bis dahin empfehle ich Euch auf Euer Herz und auf Eure Intuition zu hören. Lasst Euch nicht von Angst leiten.

„Wer der Menge folgt, wird gewöhnlich nicht weiter kommen als die Menge. Wer alleine marschiert, wird sich wahrscheinlich an Orten wiederfinden, an denen noch keiner zuvor gewesen ist.“

— Albert Einstein

Welche Merkwürdigkeiten und Eigendynamiken sind Euch letztens im Bereich soziale Medien aufgefallen?

Foto: geralt / Pixabay.com

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