Soziale Netzwerke knallhartes Geschaeftsmodell

Soziale Netzwerke betreiben ein knallhartes Geschäft

Soziale Netzwerke haben unser Leben in der letzten Dekade vollkommen transformiert. Sie werden uns „kostenlos“ zur Verfügung gestellt und im Gegenzug werden dann jede Menge persönliche Daten gesammelt; „kostenlos“ versteht sich. Was die allerwenigsten verstehen, ist die Tatsache, dass Facebook, Instagram, YouTube und Co. ein knallhartes Geschäft betreiben.

Es gibt kein „kostenlos“!

Diejenigen von Euch die selbst eine Werbeanzeige auf z.B. Facebook geschaltet haben, wissen ganz genau was ich meine. Das Facebook-Ökosystem verfügt über eine unvorstellbar große Datenbank. Vergisst dabei nicht, dass die Plattformen Instagram, WhatsApp und Messenger auch zu Facebook gehören. Mit nur einem Klick kann man eine Werbeanzeige kreuz und quer über alle diese Netzwerke schalten. Es gibt ein zentrales Kontrollsystem und dort werden alle Daten aggregiert. In Facebook Business Manager lässt sich alles ganz simpel verwalten.

Verkauft werden uns die sozialen Netzwerke als „Ort, an dem wir uns mit Freunden, Familie, Bekannten und Gleichgesinnten“ austauschen. Die Vorstellung eines Onlineparadieses, wo wir ungestört mit Menschen kommunizieren können die uns Nahe stehen, verleitet uns noch mehr über uns Preis zu geben. Diese Informationen sind Gold wert. Das wissen die Tech-Giganten aus Silicon Valley und Seattle nur allzu gut.

Das Geschäftsmodell der sozialen Netzwerke und wie Werbetreibende hiervon profitieren

Wie soziale Netzwerke funktionieren ist kein Geheimnis. Sie stellen uns z.B. eine App, Suchfunktion oder Videoplattform „kostenlos“ zur Verfügung und im Gegenzug erhalten Werbetreibende Zugriff auf ein anspruchsvolles Datenset bestehend aus persönlichen Daten, Verhaltensdaten usw.

Je mehr Nutzer eine Plattform hat, umso interessanter der Werbeplatz.

Je vielfältiger die Communities und Gruppen die sich auf diesen Netzwerken austauschen, umso präziser sind die gesammelten Daten.

Je mehr Altersgruppen abgedeckt werden, umso besser kann das Produkt an die entsprechende Zielgruppe vermarktet werden.

BEISPIEL:

Gehen wir davon aus, dass ich ein Onlinegeschäft habe, wo ich ganz spezielle Accessoires für Pokemon-Fans anbiete.

  1. Ich wähle Facebook als erste Werbeplattform, da ich weiss, dass ich dadurch auch alle Pokemon-Fans die sich auf Instagram tummeln, erreichen kann. Auch wenn ich unterschiedliche Videoklips oder Bilder je Netzwerk verwende, kann ich alles in Ads Manager und Facebook Business Manager problemlos verwalten. Da ich die Werbung auf Facebook und Instagram aktiviere, erreiche ich eine breitere Altersgruppe. Für diejenigen Nutzer die Messenger / WhatsApp bevorzugen, schalte ich eine gesonderte Werbung mit der Möglichkeit einer direkten Interaktion im Chat, um diese Kundenklientele noch besser kennen zu lernen. Dieses Feedback nutze ich anschließend, um meine Werbenachricht entsprechend anzupassen und zu verfeinern.
  2. Als nächstes fokussiere ich mich auf YouTube. Auch hier bestehen mehrere Möglichkeiten: a) ich schalte selbst YouTube Ads, b) ich suche mir ein paar Influencer aus der Pokemon-Community aus und vereinbare mit diesen ein Sponsoring -/ Werbevertrag, c) ich gehe ein paar strategische Allianzen / Kooperationen mit YouTube-Persönlichkeiten an die mit Pokemon zwar direkt nichts zu tun haben, aber mit diesen Communities trotzdem stark verlinkt sind (z.B. als Cross-Chain-Promotion).
  3. Ich wiederhole den oben aufgeführten Prozess auf Plattformen wie z.B. Tik Tok, Snap, Pinterest und /oder Twitter.

Der Werbetreibende kann die sozialen Netzwerke demnach sehr gezielt nutzen, um seine Werbekampagnen zu gestalten.

Big Tech dominiert heute die Welt. Durch ihre Apps modellieren sie nicht nur unser Bewusstsein, sondern sie greifen auch in andere Bereiche unseres Lebens ein.

Ganz konkret empfehle ich Nutzer des Messenger-Dienstes von Facebook einen genaueren Blick auf die Daten zu werfen, die Messenger über sie und ihr Verhalten sammelt. Viele Smartphone-Nutzer sind sich dieser massiven Datensammlung die im Hintergrund stattfindet, überhaupt nicht bewusst. Wer liest schon das „Kleingedruckte“ bzw. die „L“-langen Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen. In diesem Falle lohnt es sich da mal reinzuschauen. Facebook & Co. sind immer für eine Überraschung gut!

Zensur in den sozialen Medien

Wie machtvoll diese sozialen Netzwerke in den letzten Jahren geworden sind, haben wir an der „DePlatform“-Aktion während der aktuellen US-Wahlen gesehen. Wer eine andere Meinung vertritt, wird gelöscht – egal ob es sich hierbei um den „mächtigsten“ Mann der Welt handelt oder nicht.

Irgendwie scheinen wir aus der Vergangenheit nichts aber auch gar nichts gelernt zu haben.

Wenn andere Meinungen nicht mehr toleriert werden, dann hat das mit Freiheit und Demokratie nichts mehr zu tun. Wenn wir jedoch verstehen, dass diese Entitäten knallharte Geschäftseinheiten sind, die nur darauf hinaus sind, Geld und noch mehr Geld zu generieren, dann brauchen wir uns auch nicht darüber aufregen, dass sie Konten von Selbst-/Andersdenker löschen. Das ist nicht gut fürs Business. Mainstream-Erzählungen füllen die Taschen, also werden Google, Facebook und wie sie alle heissen, alles tun, um ihr Hauptklientele und -geschäft zu schützen und nur mit Informationen versorgen, die sie entsprechend vorselektieren.

Wer auf der Suche nach echtem Journalismus ist, wird auf den zentralisierten, vorgefilterten sozialen Medien extrem selten fündig. Dafür sind diese Entitäten nicht entwickelt worden. Facebook und Co. sind super für die Massen, aber selten ein Medium für Selbstdenker.

Es gilt dies zu wissen, dann kann man freizügiger navigieren und gegebenenfalls proaktiv selbst alle seine Konten auf diesen sozialen Medien löschen. Das Leben ist auch ohne Social Media sehr lebenswert!

Was stört Euch an den klassischen sozialen Medien am meisten?

Bildquelle: Foto von Gerd Altmann auf Pixabay

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert