Spalten soziale Netzwerke die Gesellschaft

Spalten soziale Netzwerke die Gesellschaft verstärkt auf?

Was einst als ein friedlicher Ort mit Gleichgesinnten an den Start ging, mutiert immer mehr zu einem Schlachtfeld. Soziale Netzwerke galten lange Zeit als „safe places“, wo man ungestört rumstöbern, Bilder und Videos hochladen konnte und die Vorzüge einer Community genoss. Was sich jedoch derzeit auf Facebook, Instagram, Twitter und Co. abspielt, grenzt der Absurdität.

Vor 20 Jahren wussten wir mit dem Begriff „soziale Netzwerke“ nichts anzufangen. Zwei Dekaden später, bestimmen eine Handvoll Technologie-Unternehmen den Alltag eines Großteils der Bevölkerung.

Sie verstecken sich überall, wobei ihr Lieblingsplatz unsere Smartphones sind. Da fühlen sie sich super wohl, denn sie dürfen ungestört auf unsere Mikros, Bildergallerien und Co. zugreifen. Wer liest schon die L-langen Nutzungsbedingungen, um zu verstehen was diese winzigen „Spionen“ auf unseren Telefonen wirklich treiben.

In der Zwischenzeit sind sie wahre Herrscher geworden. Sie wissen mehr über uns als es manch einer gern haben möchte. Sie kennen unsere tiefsten Geheimnisse und Wünsche, sie wissen wovor wir uns fürchten und was uns in Rage bringt. Die dahinterliegende Künstliche Intelligenz hatte immerhin zwanzig Jahre Zeit uns alle kennen zu lernen. Wir haben diese Biester mit persönlichen Daten gefüttert und jetzt sind wir schockiert, wenn uns die Plattform Werbung serviert, das voll auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Wo wir shoppen waren, was wir uns angeschaut haben, mit wem wir zusammen waren, was wir verzehrt haben … die kleinen Apps sind ganz schon ausgeklügelt. Zur Erinnerung: wir haben der ganzen Geschichte zugestimmt als wir freiwillig diesen sozialen Netzwerken beitraten.

Nutzen soziale Netzwerke Ihre Macht aus?

Als Twitter in 2018 rund 70 Millionen Konten löschte, regte sich die Mainstream-Presse extrem stark über den Vorfall auf. (siehe hierzu u.a. Forbes)

Ähnliches passierte auch vor wenigen Wochen im Rahmen der US-Wahlen aber da war der Ton auf einmal ganz anders. Während die einen jubelten, flüchteten die gesperrten Nutzer zu alternativen Social Media Plattformen, die Wert auf Meinungs- und Redefreiheit legen.

Wieso verlassen auf einmal Millionen von Nutzer weltweit Facebook’s Messenger-App WhatsApp, um auf Telegram oder Signal umzusteigen? Warum explodieren Blockchain-basierte Videonetzwerke wie z.B. LBRY, Odysee oder DTube während immer mehr Menschen YouTube den Rücken kehren?

Was geht hier eigentlich vor?

Ich habe in den letzten Monaten öfters darauf hingewiesen, dass z.B. YouTube, Facebook oder Twitter Nutzer sperrt die eine andere Meinung vertreten bzw. deren Sichtweise nicht in die Schublade der Mainstream-Erzählungen passt.

Egal wie loyal man der Plattform war, egal wieviel Geld man für Werbung ausgegeben hat (im Falle von Facebook), egal wieviel qualitative Videos und Posts man veröffentlicht hat, das alles zählt in der heutigen Zeit nicht. Was zählt ist ob man sich an die „Schubladen“-Bedingungen hält oder nicht. Soviel zur Freiheit.

Noch vor wenigen Jahren hätte sich Big Tech dieses Verhalten mit seinen Nutzern nicht leisten können. Heute sieht es anders aus. Sie haben die Daten die sie benötigt haben und wissen, dass viele Nutzer bequem und von ihren Netzwerken abhängig geworden sind.

Was sind die Alternativen?

Das Wichtigste in meinen Augen ist folgendes: wir alle müssen aufhören uns gegenseitig zu bekämpfen. Das was wir heute treiben, führt dazu, dass wir nicht merken was wirklich hinter den Kullissen abgeht.

Während wir uns um „Kleinkram“ streiten, wird auf der Hauptbühne eine ganze Oper gespielt. Lasst uns wieder das Gute, die Wärme und Kreativität in unseren Seelen aktivieren und mit diesen dummen Spielchen aufhören.

Bevor ich ein paar Lösungsansätze mit Euch teile, hier nochmal ein paar Beiträge von mir, in dem ich auf die aktuelle Situation in punkto soziale Netzwerke hinweise:

Da ich seit über einer Dekade auf traditionellen sozialen Medien aktiv bin, kenne ich noch die Zeiten wo mich jeder dumm anschaute, wenn ich über Twitter sprach oder die Möglichkeiten erläuterte, wie man auf Facebook Werbekampagnen gezielt einsetzen kann, um sogenannte „Leads“ zu generieren. Heute braucht keiner mehr eine Einführung in Social Media. Jeder weiss wie die „Dinger“ funktionieren.

Das größte Problem bei der ganzen Sache sehe ich im Bereich Zentralisierung. Wenn 4-5 Tech-Giganten bestimmen was auf unsere Smartphones kommt und was wir benutzen sollen, dann hat das mit Demokratie und Freiheit nichts mehr zu tun.

Umso wichtiger sehe ich daher das Thema Dezentralisierung gekoppelt mit der Blockchain-Technologie. Ein Beispiel hierfür ist die Videoplattform LBRY bzw. Odysee. Hier kann man beliebig viele Videos anschauen ohne seine persönlichen Daten preis zu geben. Hinzu kommt, dass die blockchain-basierte Plattform dezentral und demnach keinem der Big Tech gehört.

Ein weiterer Vorteil von LBRY / Odysee liegt darin, dass niemand die Inhalte die hochgeladen wurden, löschen kann. Diese können zwar von den jeweiligen Frontend-Systemen geblockt werden aber die Inhalte sind auf der Blockchain registriert und damit jederzeit und überall abrufbar.

Selbstverständlich bieten alternative soziale Netzwerke wie z.B. MeWe oder Gab einen Ort dar, wo die Gründer auf Rede- und Meinungsfreiheit setzen, jedoch können diese aufgrund ihrer Technologie recht leicht ausgeschaltet werden.

Zur Erinnerung: Letzten Monat hat Amazon die Plattform Parler von seinem AWS-Server gelöscht. Zuvor wurde die App sowohl im Google Play Store als auch im Apple Store geblockt. (Quelle: Time)

Um so etwas zu umgehen, brauchen wir die Kombo Dezentralisierung plus Blockchain.

Auch wenn wir uns noch am Anfang befinden, haben die unschönen Entwicklungen der letzten Wochen und Monaten aufgezeigt, wie wichtig es ist unsere Daten, Aufmerksamkeit und Macht NICHT in die Hände einer Handvoll Tech-Giganten zu legen.

Zuletzt noch eine Vertrauensfrage:

Ist Euer Vertrauen in die klassischen sozialen Netzwerke gestiegen oder eher gesunken? Welche Alternativplattformen bevorzugt Ihr?

Bildquelle: pixel2013 / Pixabay.com

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