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Drei Konzepte abseits der Mainstream-Landwirtschaft

Die Zeiten in unserer Branche sind ähnlich herausfordernd wie in anderen Industriezweigen: die Preise für Düngemittel, Saatgut und Co. explodieren, große Konzerne und sehr wohlhabende Individuen kaufen unaufhaltsam Agrarflächen auf, während Familienbetriebe, die seit Generationen Landwirtschaft betreiben, sich gezwungen sehen, zu schließen. Die Unsicherheit auf den Bauernhöfen ist größer denn je.

Was sollen wir anpflanzen, um davon unseren Lebensunterhalt und den unserer Familie zu garantieren?

Wie können wir weiterhin unsere Konsumenten mit Top-Qualität beliefern ohne dafür durch das ganze Land zu fahren?

Welche Alternativen bietet uns die digitale Welt? Wie lässt sich diese mit der Landwirtschaft gut vereinen?

Fragen über Fragen, die uns als Landwirte tagein, tagaus beschäftigen, während die Politik sich immer neue und weitere Regelungen überlegt, um uns ans Schreibtisch zu ketten. Die Anzahl der Dokumente, die wir für alles möglich benötigen, wird immer umfangreicher während viele von uns große Schwierigkeiten haben, sich über Wasser zu halten.

Jammern hilft nichts und es bringt auch keinen weiter. Daher möchte ich Euch heute ein paar Konzepte vorstellen, die über das, was wir wohl aus Mainstream-Landwirtschaft gewohnt sind, überschreitet.

Landwirtschaft geht auch anders

Lasst uns gemeinsam nach ein paar erfolgreich umgesetzten Ideen aus unserer Branche, Ausschau halten. Während einige dieser Konzepte von „echten“ Landwirten kommen, stammen andere wiederum von Menschen, die nicht aus unserem Industriezweig sind, jedoch ein großes Herz für Mutter Natur haben.

1. Anbauen nach dem No-Dig-Prinzip

Wie der englische Begriff bereits verrät, handelt es sich bei diesem Anbauprinzip darum, die Ackerfläche ohne jegliche Bodenbearbeitung fruchtbar zu machen. Dies geschieht, indem der Boden mit einer 10-15 cm Kompostschicht bedeckt wird. Oft wird darunter auch eine Lage Karton ausbereitet, um besser gegen Unkräuter gewappnet zu sein.

Einige Vorteile dieses Anbausystems:

  • weniger Unkräuter
  • geringerer Jätaufwand
  • gesundes Pflanzenwachstum

In dem nachfolgenden Videobeitrag erfahren wir, wie ein junge Familie ihren gesamten Lebensunterhalt von ihrer 2500 qm Marktgärtnerei erwirtschaftet.

Quelle: ReLaVisio – Regenerative Landwirtschaft, YouTube

2. Per App einen Gemüsegarten betreiben und sich die Ernte nach Hause liefern lassen

Hast Du schon immer Lust auf einen eigenen Garten gehabt, aber nie die Zeit gefunden, um diesen zu bearbeiten?

Hier kommt eine geniale Lösung dafür: ein eigener kleiner, virtueller Gemüsegarten, den Du Online betreiben kannst. Selbstverständlich bekommst Du die virtuell „selbst“ angebauten Karotten, Tomaten und Co. nach der Ernte sogar nach Hause geliefert.

Liebe Agrarbetrieb-Freunde, das ist kein schlechter Schwerz, sondern die Tatsache.

Die Idee stammt von zwei Österreichern aus Kärnten. Christoph Raunig und Patrick Kleinferchner haben für genau diesen Zweck im Jahr 2018 die Online-Plattform myAcker.com gegründet. Mit über 3.200 Onlinegärtnern (per April 2024) befindet sich die myAcker-Familie auf absolutem Wachstumskurs.

Quelle: myAcker, YouTube

3. Direktvermarktung via Bio-Kiste

Ohne „Mittelmänner“ würde vieles in der Landwirtschaft wesentlich mehr Spass machen.

In erster Linie hätten wir die Chance, direkt mit unseren Endkonsumenten zu sprechen und unser Sortiment auf ihre Bedürfnisse besser abzustimmen. Zweitens, hätten wir die Möglichkeit die Kosten, welche für die Zwischenhändler anfallen, erheblich zu reduzieren. Direktvermarktung hat durchaus sehr viele Vorteile.

Das dachten sich auch die Gründer von dem Onlineportal etepetete.

Der Hintergrund: was nicht sexy aussieht, bleibt oft auf dem Boden liegen. Eine krumme Möhre, eine komisch-aussehende Tomate … aus dem, was nicht der Norm des Handels entspricht, lässt sich hervorragend eine Box zusammenstellen. Hauptsache Bio, regional und frisch. Das Ganze natürlich plastikfrei verpackt und zu einem fairen Preis geliefert.

Auch Lust auf Bio-Obst? Kein Problem. Bei etepetete gibt’s die Bio-Boxen für jeden Obst- und Gemüse-Gaumen.

Wie so eine Box aussehen kann, zeigt das folgende Unboxing-Video einer etepetete Lieferung:

Quelle: Anne Pesch, YouTube

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Seit Generationen baut mein Familienbetrieb Getreide und Rüben an. Ich wollte jedoch etwas Neues wagen und eine Spezialität anpflanzen. Dies ist mir durch meine Aroniaplantage gelungen.

Meine Reisen nach Südamerika haben sich ausgezahlt. Die Superbeere mit ihren zahlreichen gesundheitsförderlichen Eigenschaften gibt’s jetzt auch bei uns in Deutschland.

Wo genau?

Im schönen Frankenland. Deshalb nannte ich meine Marke auch Frankenaronia. Das ist meine Antwort auf die Non-Mainstream-Landwirtschaft.

Schaut bei Frankenaronia vorbei. Hier geht’s zur Onlineplattform:

Frankenaronia.com

Ich freue mich auf Euren Besuch.

Lasst Euch von den vielen negativen Ereignisse und Schlagzeilen nicht herunterziehen. Bleibt kreativ. Findet neue Wege. Probiert neue Konzepte aus. Arbeitet im Einklang mit Mutter Natur, so dass wir eine nachhaltige Landwirtschaft für alle ermöglichen.

Bildquelle: Foto von Pixabay auf Pexels

Groesste Ackerlandbesitzer der USA - Agrarbetrieb

Bill Gates ist nun der größte Ackerlandbesitzer der USA

Als ich vor wenigen Tagen die Nachricht las, dass Bill Gates mit 242.000 Acre (entspricht 97.933 Hektar) Ackerland zum größten Ackerlandbesitzer der USA gekürt wurde, da staunte ich nicht schlecht. Nachdem der Microsoft-Gründer sich aus der IT-Welt verabschiedete, gründete er u.a. die Bill & Melinda Gates Foundation und widmete sich zahlreicher neuen Branchen wie z.B. der Pharmaindustrie.

Es war nur eine Frage der Zeit bis der „gute“ Mann sich Land bzw. Ackerland sichert, denn genauso wie alle anderen Wohlhabenden dieser Welt, möchte er sein Geld in Vermögenswerte investieren.

Liebe Freunde, wie Ihr wisst, trifft das Prinzip der Knappheit auf kein anderes Vermögenswert besser zu, als aufs Land — und wenn das gute „Ding“ auch noch fruchtbar ist, dann heisst es JACKPOT.

Bekannterweise sind Krisenzeiten optimal, um sein Wohlhaben auszubauen.

Während der Großteil der Bevölkerung ums Überleben kämpft, bauen die Reichen Ihr Imperium aus. Das war schon immer so und es wird auch so bleiben, solange das altbewährte „System“ entsprechend gefüttert wird. Homo sapiens scheint wieder einmal nichts aus der Geschichte gelernt zu haben. Ähnliches passierte in der Griechischen Antike sowie in der Römischen Republik.

An dieser Stelle möchte ich einen Auszug aus dem Buch „Caesar and Christ: The Story of Civilization, Volume 3“ von Will Durant mit Euch teilen.

„Viele der Bauern, die Pflugscharen gegen Schwerter austauschten, wurden vom Feind oder dem Staat überwunden und kehrten nie wieder auf ihre Felder zurück. Viele andere fanden ihre Bestände durch Armeen oder Vernachlässigung so beschädigt, dass sie nicht den Mut hatten, neu anzufangen. Andere wiederum gingen durch angehäufte Schulden, Pleite. Solche Männer verkauften ihr Land zu Depressionspreisen an Aristokraten oder Agrarkapitalisten, die die kleinen Bauernhöfe zu Latifundia (Große Farmen) zusammenlegten …

(…)

Dieser Prozess, der bereits im vierten Jahrhundert v. Chr. im Gange war, hatte am Ende des dritten Jahrhunderts eine verschuldete Pächterklasse auf dem Land und in der Hauptstadt ein besitzloses, wurzelloses Proletariat hervorgebracht, dessen mürrische Unzufriedenheit die Republik zerstören würde, die einst von der bäuerlichen Arbeit geschaffen wurde.“

— Will Durant, Caesar and Christ: The Story of Civilization Volume 3

Erkennt Ihr an dieser Stelle vielleicht ein Muster mit dem was wir heute erleben?

Die kritische Analyse überlasse ich an dieser Stelle jedem Einzelnen von Euch.

Übrigens, das Buch kann ich für jeden der an Geschichte, Wirtschaft und Entstehung bzw. Zerstörung großer Imperien interessiert ist, herzlichst empfehlen.

Zurück zu Bill Gates …

Bevor ich konkrete Zahlen und Fakten mit Euch teile, vorher noch folgende Anmerkung:

Er ist nicht der einzige Wohlhabende der Land kauft.

Folgende Pressemeldungen geben einen ersten Eindruck über das was oft im „Hintergrund“ passiert — mit anderen Worten, während die Meisten voller Angst und Panik, wie ein Haufen verscheuchter Hühner durch die Gegend rennen, kaufen Andere, ganz gezielt wertvolle Raritäten ein:

  • Why Money Managers Are Moving Into FarmlandForbes
  • Wall Street investors buying up farmlandDes Moines Register
  • Who owns the most land in America? Jeff Bezos and John Malone are among themUSA Today
  • The 20 biggest land owners in AmericaBusiness Insider

Die Artikel sind alle mit der Originalquelle verlinkt, einfach auf z.B. Forbes klicken.

Was wissen wir über Bill Gates als größter Ackerlandbesitzer der USA?

Viele Zeitungen, Magazine und Nachrichtenagenturen haben im Januar 2021 über Amerika’s größten Ackerlandbesitzer berichtet aber für mich persönlich zählen immer die Originalquellen.

Diese sind:

  • United States Department of Agriculture (USDA) – Farms and Land in Farms 2019, der Februar 2020-Report kann als PDF heruntergeladen werden
  • AcreValue – hier lassen sich Ackerlandwerte per Mausklick entdecken und als Report herunterladen
  • The LandReport – das berühmteste Magazin des amerikanischen Grundbesitzers; hier findet Ihr einen ausführlichen Bericht über die Grundstücke, die Bill Gates besitzt

Gates Holding – Zahlen und Fakten zum größten Ackerlandbesitzer der USA:

  • 242.000 Acre Ackerland (entspricht 97.933 Hektar)
  • 25.750 Acre Übergangsland (entspricht 10.420 Hektar)
  • 1.234 Acre Erholungsland (entspricht 500 Hektar)

Ergibt insgesamt 268.984 Acre oder umgerechnet 108.854 Hektar Land.

Das Ackerland-Portfolio erstreckt sich über 18 Bundesstaaten. Die größten Beteiligungen der Familie Gates befinden sich gemäß dem LandReport-Bericht in Lousiana (69.071 Acre), Arkansas (47.927 Acre) und Nebraska (20.588 Acre).

Dieses Ackerland wird sowohl direkt als auch über Cascade Investment gehalten, ein Unternehmen von Gates welches er dazu nutzt, um seine Investitionen zu verwalten.

Kontrolle ist „süss“

Der Trend in Richtung „viel Land in wenigen Händen“ ist allarmierend.

Es ist jedoch keine Anomalie — siehe hierzu meinen Artikel über Big Farming in China, Saudi-Arabien und USA.

Das Karussell dreht sich ungebremst weiter. Die Insider formen das System und geniessen das Spiel. Die Akteure sind die gleichen, nur ihre Gewänder sind „moderner“.

Da fällt mir folgende Aussage von Henry Kissinger ein; irgendwie passt diese wie die Faust aufs Auge:

„Wer das Öl kontrolliert, ist in der Lage, ganze Nationen zu kontrollieren; wer die Nahrung kontrolliert, kontrolliert die Menschen.“

— Henry Kissinger

Im Kommunismus galt der Staat als Landbesitzer. Im Feudalismus gehörte einer Hand voll Aristokraten das gesamte Hab und Gut. Unterschiedliche Namen, gleiches System.

Wo das Ganze diesmal hinführen soll, werden wir sehen. Vielleicht eine neue, zeitgemäße „schicke“ Bezeichnung für das gleiche System?

Ackerland im Ausverkauf? Wie werden die „neuen“ Ackerlandbesitzer wohl ihre Macht und Kontrolle demnächst ausüben?

Auswirkungen von 5G auf die Landwirtschaft

Die Auswirkungen von 5G auf die Landwirtschaft

Mit dem weltweiten Chaos ist auch der große Roll-out von 5G zum Halt gekommen. Alles soll „connected“ werden, so die Versprechungen der Big Tech Unternehmen. Kommunikation in Echtzeit und das nicht nur unter Menschen, sondern auch zwischen Mensch und Maschine. Die NASA weist auf Probleme hin und Ärzte warnen vor Gesundheitsschäden.

Schnellere Smartphones, Tablets und Computer und gleichzeitig auch ein schnelleres Internet – das wollen immer mehr Menschen. Die Wenigsten verstehen was hinter diesen Technologien steckt und noch weniger befassen sich mit den möglichen Nebenwirkungen. Das was uns die Telekommunikationsunternehmen erzählen, wird für bare Münze genommen.

Das Stichwort für 5G heißt „Millimeter-Wave-Technology“. Dafür benötigt man jede Menge Wireless-Kanäle die Datenmengen von künftig 10 Gigabit pro Sekunde (also in Echtzeit) übertragen sollen. Die Latentzeit soll eine Millisekunde betragen, was der Reaktionszeit unserer Nervenzellen entspricht.

So wird uns 5G verkauft

Bei 5G geht es um viel mehr als nur Geschwindigkeit. Es geht um sogenannte Internet of Things (IoT) Lösungen, die quasi eine zunehmende Vernetzung aller möglichen Geräte ermöglichen. Das Wort „Smart“ steht im Zentrum dieser Entwicklung. Smart Homes, Smart Stadiums oder Smart Streets – das was wir früher in Science-Fiction-Filmen gesehen haben, soll bald Realität werden.

Ein paar Beispiele:

Der Smarte Kühlschrank schickt eine Bestellung direkt an Amazon, womit es verbunden ist und ohne dass Du etwas tun musst, steht die Ware binnen 2 Stunden vor Deiner Tür. Alles ist bezahlt. Du musst nur noch alles in den Kühlschrank packen; außer natürlich Du hast einen Roboter daheim, der ebenfalls „Smart“ ist und das alles automatisch für Dich erledigt.

Wozu sich noch mit dem Taxifahrer ärgern, wenn ein autonomes Fahrzeug problemlos vor der Tür stehen kann und das entweder per Klick auf einer App oder besser sogar, mittels Aufforderung via Voice-Technologie an Dein „Smart“-Phone.

Was hälst Du davon, wenn Du Klavierspielen lernen könntest mit „smarten“ Handschuhen?

VR-Brille auf und Du kannst ganz gediegen Deine Lieblings-Freizeitaktivität geniessen. Klingt das nicht toll?

Roboter sollen das übernehmen, was wir als Menschen nicht mehr verrichten wollen. Die dadurch gewonnene Zeit sollen wir für kreativere Tätigkeiten verwenden.

Soweit die Verkaufsargumente des Konzepts Internet der Dinge. Die Jugend zelebriert, diejenige die von Technologien wenig Ahnung haben, verstehen nicht was der ganze Hype soll und wiederum andere, machen sich echte Sorgen um die Menschheit. Ist das die richtige Richtung? Entfremden wir uns nicht noch mehr? Wo bleiben unsere ganzen Werte? Was sollen wir in einer von Robotern dominierten Welt überhaupt noch tun?

Viele ungemütliche Fragen zu denen es wenige fundierte Antworten gibt. Über die Gefahren bzw. sogenannten „red flags“ mag keiner sprechen.

Im Oktober 2017 erlebte 5G seine Europapremiere in Berlin. Vier Funkzellen von Telekom und Huawei demonstrierten live die Übertragung im neuen Standard.

Und wer legt diese Standards fest?

Die International Telecommunication Union (ITU). Es handelt sich hierbei um eine auf Informations- und Kommunikationstechnologien spezialisierte Agentur der Vereinten Nationen. Im Februar 2017 hat die ITU die Anforderungen für den neuesten Standard 5G festgelegt. Hier geht’s zum entsprechenden ITU Dokument.

Keine Zukunftstechnologie ohne Nebenwirkungen

Wir haben es verstanden: alles wird schneller und „smarter“. Was sind die unschönen Seiten dieser neuen Technologie?

Ich möchte hierbei auf zwei Punkte bzw. besser gesagt Perspektiven, eingehen. Ein Teil der Warnungen kommen von den Experten der NASA und der andere Teil von Ärzten.

#1: Warnung von NASA

In einem Bericht der Washington Post vom 23.05.2019 warnen die Leiter der NASA und der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) vor einem ernsthaften Problem. In der neuen Technologie steckt eine große Gefahr, die mit einer Naturkatastrophe zu tun hat. Der neue 5G Mobilfunkstandard könnte die technologischen Möglichkeiten der Wettervorhersage um 40 Jahre beeinträchtigen. Übersetzt heisst das, es würde uns im Notfall die Fähigkeit nehmen, z.B. tödliche Hurrikans vorauszusehen und Menschen rechtzeitig zu evakuieren.

Einfach erklärt: Eines der wichtigsten Funkfrequenzen für 5G Netzwerke, das 24-GHz-Band, liegt sehr nahe an den Frequenzen, mit denen Mikrowellensatelliten Wasserdampf beobachten und Wetterveränderungen erkennen können. Das heisst, die Schwingungszahlen könnten sich gegenseitig stören. Dies wiederum bedeutet, die Infos würden nicht rechtzeitig ankommen, um im Falle einer Naturkatastrophe, die Menschen in Sicherheit zu bringen.

Die drahtlose Industrie bestreitet dies.

#2. Warnung von Ärzten

Gefährdet 5G die Gesundheit? Immer mehr Mediziner heben die Hand und weisen darauf hin, dass die Gefahren nicht ausreichend erforscht wurden. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Mobilfunkstrahlung und Krebserkrankungen ist zwar noch nicht nachgewiesen worden und trotzdem bezeichnet die Weltgesundheitsorganisation WHO Mobilfunkstrahlung bereits seit 2011 als „möglicherweise krebserregend“.

Das Krankheitsbild „Elektrohypersensibilität“ (EHS) wird durch Mobilfunk- und WLAN-Strahlung verursacht und betrifft insbesondere Menschen die in Gegenden wohnen, wo viel Elektrosmog herrscht. Die typischen Symptome sind Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und im Extremfall, sogar Herzrhythmusstörungen.

Jetzt sollen durch 5G die Frequenzen erhöht werden, so dass wir noch mehr mit EMF-Strahlung bombardiert werden.

Quelle: FunkWissen, YouTube

Die drahtlose Industrie besteht darauf, dass es soweit keine bekannten gesundheitlichen Schäden gibt.

Was bedeutet 5G für die Landwirtschaft?

Womit verbinden wir den Begriff 5G in der Landwirtschaft?

Mit Smart Farming natürlich.

Auch in unserer Branche soll alles vernetzt sein. Der Landwirt sitzt in irgend einem Gebäude am sog. Cockpit und überwacht ab und zu den „Flow“. Auf dem Feld wimmelt es nur so von Feldrobotern und autonomen Schleppern & Co. Satelliten übertragen die von den Geräten erstellten Bilder vom Ackerbau – in Echtzeit, versteht sich. Drohnen signalisieren ob es irgendwelche „Eindringlinge“ gibt. Im Cockpit werden die ganzen Daten im Computer zentralisiert. Auf dem Bildschirm erscheinen die Ergebnisse der analysierten Daten inkl. Lösungsempfehlungen.

Der gute Landwirt nimmt die eine oder andere Idee auf bzw. überlegt sich etwas Neues – denn nicht vergessen, wir dürfen ja kreativ sein, wenn die Roboter eh schon alles für uns tun.

Ist dieses Szenario plausibel? Wird die Landwirtschaft der Zukunft in etwa so aussehen?

Wenn man sich die Simulationen von einigen Big Playern wie z.B. John Deere anschaut, dann ist das oben dargestellte gar nicht so abwägig. Fakt ist, es wird sich auch in unserer Branche vieles, sehr vieles verändern. Wir sind vor dem „Smart“-Trend nicht immun. Die Damen und Herren die sich ganz neue und tolle Smart Cities ausgedacht haben, können uns nicht so einfach ignoriert haben.

Alle „Smart“-Initiatoren ziehen an einem Strang. Kein Industriezweig wird ausgelassen, auch Mediziner sind nicht auf der sicheren Seite. Bereits heute können Roboter Teil-OPs präziser durchführen als viele erfahrene Chirurgen.

Ob uns 5G wirklich „smarter“ machen wird, bezweifele ich an dieser Stelle. Technologie darf uns nicht dümmer machen und vor allem, nicht kontrollieren. Dieses Prinzip gilt sowohl in der Landwirtschaft als auch für alles andere im Leben.

Artenvielfalt – ein Kampf zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

Artenvielfalt, Biodiversität, Greening – sind das alles nur Schlagwörter die von Politikern gerne genutzt werden, um an Popularität zu gewinnen oder steckt da mehr dahinter? Was zeigen uns die wissenschaftlichen Studien und welche Interessen verfolgen große Konzerne?

Ein super kontroverses Thema was mich persönlich als Landwirt besonders stark beschäftigt. Als Konsument wird man mit dem Thema spätestens im Supermarkt konfrontiert: überall die gleich aussehenden Gurken, ampelfarbige Paprika die wir aus Holland importieren, Tomaten die nach nichts riechen, Kartoffeln die kaum einen Geschmack haben usw. Hinzu kommt noch, dass wir diese „frischen“ Produkte das ganze Jahr über bekommen, Saison spielt also keine Rolle mehr UND wer gerne in andere Länder reist, hat sicherlich schon festgestellt, dass die Supermärkte in Spanien, England, Italien & Co. das gleiche ‚einmalige‘ Sortiment aufweisen wie wir hierzulande.

Was ist denn in 2020 überhaupt noch länderspezifisch?

Spielt Saison denn überhaupt keine Rolle mehr?

Die wenigsten fragen sich, ob das alles nachhaltig und vor allem gesund ist. Monokulturen wo das Auge nur hinreicht, ganze Insektengruppen die vom Aussterben bedroht sind, Bienen die völlig verwirrt durch die Gegend irren und neuerdings durch Roboterbienen ersetzt werden sollen – wo führt denn das Ganze hin?

Artenvielfalt ist mehr als nur ein Modewort

Vor rund zwei Jahren (am 8. März 2018) sorgte der US-amerikanische Handelsriese Walmart mit seinem Patentantrag für Roboterbienen für Schlagzeilen. Ähnlich wie Deutschland, stehen auch die USA vor einer massiven Herausforderung – es handelt sich um das Bienensterben. So kamen Forscher der Harvard-Universität auf die glorreiche Idee die Bestäubungsarbeit der Bienen durch High-Tech Fluggeräte zu übernehmen.

DIE FAKTEN – Das sagen die wissenschaftlichen Studien:

  • Das Sterben der Bienen und Insekten schreitet voran: 40% der Arten sind von einem Rückgang gekennzeichnet und jede dritte Art ist von Aussterben bedroht.
  • Es gibt derzeit keine großflächigen Lösungen die weltweit greifen.
  • Rund 80% der Pflanzen die unsere Nahrung sichern, müssen bestäubt werden. Durch das Bienensterben bleibt die Bestäubungsarbeit aus, d.h. es werden dringend zusätzliche Kapazitäten benötigt.
  • Der Wert der Bestäubung landwirtschaftlicher Nutzpflanzen durch Insekten wird weltweit jährlich auf dreistellige Milliardenbeträge beziffert: 153 Milliarden USD weltweit.
  • Ohne Insekten kollabiert unser Ökosystem.

Der deutsche Physik-Nobelpreisträger Albert Einstein soll 1949 folgendes gesagt haben:

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr. “

Albert Einstein, 1949

Studien

  • Sanchez-Bayo F., Wyckhuys A.G.: Worldwide decline of the entomofauna: A review of its drivers, Biological Conservation, April 2019, in ScienceDirect.
  • Gallai N., Salles J.M., Settele J., Vaissiere B.E.: Economic valuation of the vulnerability of world agriculture confronted with pollinator decline, Ecological Economics, Issue 3, 15. January 2009, in ScienceDirect.
  • Biodiversitätsverlust – eine Bedrohung für unsere Lebensgrundlage, 30. August 2017, Europäischer Wirtschafts- und Sozialsausschuss (EWSA).

Wenn die Profite aus der Natur den menschlichen Verstand ausschalten

Wir können hier schön und lange über Artenvielfalt diskuttieren aber solange die Gier und sogenannte „schädliche Subventionen“ unser System speisen, wird es verdammt schwer sein unser Ökosystem zu retten.

Ganz konkret meine ich damit u.a. den Anstieg der Wilderei in Ländern wie Südafrika, Namibia oder Simbabwe die obendrauf auch noch auf eine Lockerung des Handelsverbots pochen oder auch die Subventionen von Aquafarmen in Südostasien die zu einer Zerstörung der Mangroven-Küstenwälder und damit wenige Jahre später zum ökologischen Tod der Küsten führten.

Mit der Natur lassen sich Milliarden verdienen.

Solange wir Menschen es nicht kapieren, dass Selfies mit von uns getöteten Elefanten, Giraffen und andere exotische Tierarten nichts weiter sind als dumme Glücksspiralen des Egos, wird unser Ökosystem leiden. Beim Thema Artenvielfalt und Artenschutz geht es also um vielmehr als ein paar Bienen und Motten.

Die Verantwortung liegt bei jedem einzelnen von uns. Wir können nicht immer auf Politiker, Landwirte oder Konzerne die Finger zeigen. Hinter diesen Berufen, Positionen und Institutionen verbergen sich Individuen. Vergessen wir das bitte nicht.

Quelle: tagesschau, YouTube

Förderung der Artenvielfalt

Die Aktionen Volksbegehren in Bayern und Baden-Württemberg haben das Thema Insektensterben in das Bewusstsein der Menschen stärker positioniert. Neue Gesetze sind ins Leben gerufen worden und viele Landwirte, insb. kleine Familienbetriebe verstehen die Welt nicht mehr. Hauptsache zwei Pole aufbauen, denn davon profitieren die Medien am meisten. So dreht sich das Karussell gemäß dem Motto „Das Leben ist ein Spektakel“ munter weiter.

Einen besonderen Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge, Hummeln, Motten & Co. schaffen, das lag mir schon immer am Herzen. Am besten geht das mit einem bunten Fleck Blumen. Das führte zur Geburt meiner Aktion Blumenwiesenpatenschaften. Wer die Natur liebt und unseren Planeten möglichst lange bunt und glücklich erleben möchte, dem empfehle ich eine Blumenwiesenpatenschaft.

Mehr dazu erfahrt Ihr hier:

Artenvielfalt fördern, Blumenwiesenpate werden

Lasst uns gemeinsam etwas tun und vor allem an dem Thema dranbleiben. Es reicht nicht nur Bewusstsein zu schaffen und politische Debatten darüber zu führen.

Neue Technologien einzusetzen, um uns bei der Arbeit zu unterstützen ist eine Sache, dafür zu sorgen, dass wir nicht alles was natürlich ist irgendwann nur noch mit High-Tech-Drohnen ersetzen eine andere.

Wer möchte schon in einer Welt leben wo alles rundherum nur noch digital und künstlich ist?

Ich auf jeden Fall nicht. Dafür liebe und respektiere ich die Natur vielzu sehr.

Auf die nachhaltige Landwirtschaft und Artenvielfalt.

Zuckermarkt Zuckerrueben im Agrarbetrieb

NEWS: Zuckermarkt, Agrarexporte, Übernahmen

Trendwende am Zuckermarkt? Von wegen! Wer sich über die leichte Erholung der Preise gefreut hat, ist jetzt bitter enttäuscht. Die Preise schauen erneut in die ungewollte Richtung – und zwar nach unten. Der im August 2018 erreichte Preistief wurde heuer erneut erreicht. In London rutschten die Kurse unter 300 USD je Tonne Weißzucker. In New York gings mit den Rohrzuckerpreisen zeitweise sogar unter 11 Cent je lb.

Wieso fallen die Zuckerpreise weltweit weiter? Was steckt dahinter?

Steigen wir doch tiefer in die Materie ein und schauen auf die von der International Sugar Organization (ISO) aktuell veröffentlichten Zahlen.

  • Aktuelle Wirtschaftsjahr 2018/19: Zuckerüberschuss in Höhe von 1,7 Mio. Tonnen erwartet (frühere Prognose lag bei 1,8 Mio. t).
  • Prognose Wirtschaftsjahr 2019/20: globales Zuckerdefizit von 4,8 Mio. Tonnen.
  • Globalen Bestände sind sehr hoch; Zuckerüberschuss im Wirtschaftsjahr 2017/18 lag bei 7,3 Mio. Tonnen.
  • Zuckerproduzent #1 BRASILIEN: Die Produktion soll in 2019/20 auf 34,1 Mio. Tonnen steigen (+17,4%). Hinzu kommt, dass die Brasilianer die zollfreien Importe von Ethanol aus den USA von aktuell 600 Mio. Liter pro Jahr auf 800 Mio. Liter pro Jahr erhöhen; das könnte heissen Ethanol-Produktion aus Zuckerrohr runter und Zuckerproduktion hoch.
  • An der New Yorker Börse werden vermehrt Short-Positionen platziert; diese setzen die Zuckerpreise weiterhin unter Druck.
  • Zuckerproduzent #2 INDIEN: Die Produktion soll in 2019/20 aufgrund der Dürre und der verzögerten Monsunzeit auf 28 Mio. Tonnen (-15%) sinken. Aus Indien kommen jedoch zwei weitere Probleme, die die globale Entwicklung am Zuckermarkt stark beeinflussen: (1) die rekordhohen Zuckerbestände von geschätzten 14,2 Mio. Tonnen und (2) die Zuckersubventionen womit die indische Regierung Exporte von bis zu 6 mio. Tonnen Zucker in 2019/20 unterstützen will.
  • EUROPA: Auch hier müssen Zuckerbestände abgebaut werden. Derzeit geht man von einer kleineren Rübenernte (aufgund reduzierter Anbauflächen und der anhaltenden Dürre) und einer sinkenden Zuckerproduktion aus.

FAZIT: Demnach schrumpfen zwar weltweit die Produktion und Überschüsse, jedoch nicht genügend stark um den Preisverfall am Zuckermarkt aufzuhalten.

Rübenfahrer gesucht

Zuckerrüben fahren ist nicht einfach. Deshalb suche ich immer eifrig nach Kollegen die Lust haben mitzufahren und Teil einer besonderen Community zu werden.

Folgendes solltet Ihr wissen, wenn Ihr Euch auf diese Reise einlassen wollt.

EU weiterhin weltgrösster Agrar- und Lebensmittelexporteur

EU-Produkte punkten weiterhin mit ihrer Qualität und ihrem ausgezeichneten Ruf. Laut EU-Kommission liegt der Exportwert bei rund 138 Mrd. EUR, nur 0,2% weniger als in 2017. Damit behält die Gemeinschaft weiterhin den #1 Platz als weltgrößter Exporteur von Agrar- und Lebensmittelprodukten.

Was die Importe dieser Produktgruppe anbelangt, so sind diese in der EU um 1,4% auf 116 Mrd. EUR zurückgegangen. Damit liegt die EU nunmehr auf Platz #2 hinter den USA.

Positiv auf die Bilanz haben sich die zuletzt geschlossenen Handelsübereinkünfte mit folgenden Ländern ausgewirkt:

  • den Mercosur-Ländern => südamerikanisches Staatenbund bestehend aus fünf Mitgliedstaaten Argentinien, Brasilien, Uruguay, Paraguay, Venezuela und den assoziierten Mitgliedern Bolivien, Chile, Peru, Kolumbien und Ecuador
  • sowie mit Kanada, Mexico, Japan, Singapur, Südkorea und Vietnam.

Zudem lies uns der irische EU-Agrarkommissar Phil Hogan in seiner letzten Pressemitteilung wissen, dass die Verhandlungen mit Chile, Neuseeland und Australien gut voranschreiten.

Eine weitere Betriebsübernahme im Milchsegment

Hört man den Begriff Übernahme in unserer Branche, dann denkt fast jeder sofort an die Mega-Fusion Bayer-Monsanto.

Diesmal geht es um einen wesentlich kleineren Deal, jedoch nicht unbedeutend für die Milchbranche. Das Deutsche Milchkontor (DMK) übernimmt zum 1. Januar 2020 das holländische Joint Venture DV Nutrition bestehend aus DOC Kaas (Teil der DMK Group) und Volac vollständig.

Damit ist Volac komplett raus. Diese war für das Marketing und den Vertrieb aller DV Nutrition hergestellten Produkte zuständig. Nun übergehen die gesamten Vermögenswerte in den Besitz der DMK Group.

Was kostet dieser Deal?

Weder die DMK Group noch Volac haben sich zum Kaufpreis geäußert.

Die Wettbewerbsbehörden müssen noch ihre Freigabe erteilen.

220 Mio. EUR für eine 13.400 ha große britische Farm

Verkauft! Eine der bekanntesten und größten Farmen Englands hat seinen Besitzer gewechselt. Es handelt sich hier um die Strutt & Parkers Farm. Diese gehört fortan der Investmentgesellschaft „Robigus und Belport“.

Der Verkaufspreis lag bei 220 Mio. EUR. Ob das auch der Endpreis war, ist noch unklar. Fakt ist, die 100 Jahre alte englische Farm mit rund 13.400 ha Fläche befindet sich nun in den Händen von Investoren. Die Investmentgesellschaft hat ihren Sitz ebenfalls in Großbritannien. [Quelle: Farmers Weekly]

Kurz vor dem Brexit, so einen Deal abzuschliessen ist sicherlich sehr mutig. Was für den Kauf spricht aus Sicht europäischer Investoren die sich finanziell beteiligt haben, ist der billige Pfund.

Der Zuckermarkt im Wandel

Ich bin selbst Rübenbauer und „spüre“ daher die ganzen Veränderungen ‚live‘ sozusagen.

Das Wetter hat in den letzten beiden Jahren nicht ganz so mitgespielt. Die fallenden Preise an den Börsen in London und New York sorgen weiterhin für Spannung. Und die Tatsache, dass z.B. Indien getrieben von staatlichen Subventionen verstärkt aufs Export-Gaspedal drückt, macht die Sache auch nicht einfacher.

Die Konzentration im Agrarsektor geht weiter. Ich gehe davon aus, dass wir weitere Werksschließungen bzw. Übernahmen auch im Zuckermarkt bald wieder erleben werden.

Was glaubt Ihr? Rechnet Ihr mit einer Erholung am Zuckermarkt in 2020 oder geht’s weiter runter mit den Preisen?