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Zuckermarkt Zuckerrueben im Agrarbetrieb

NEWS: Zuckermarkt, Agrarexporte, Übernahmen

Trendwende am Zuckermarkt? Von wegen! Wer sich über die leichte Erholung der Preise gefreut hat, ist jetzt bitter enttäuscht. Die Preise schauen erneut in die ungewollte Richtung – und zwar nach unten. Der im August 2018 erreichte Preistief wurde heuer erneut erreicht. In London rutschten die Kurse unter 300 USD je Tonne Weißzucker. In New York gings mit den Rohrzuckerpreisen zeitweise sogar unter 11 Cent je lb.

Wieso fallen die Zuckerpreise weltweit weiter? Was steckt dahinter?

Steigen wir doch tiefer in die Materie ein und schauen auf die von der International Sugar Organization (ISO) aktuell veröffentlichten Zahlen.

  • Aktuelle Wirtschaftsjahr 2018/19: Zuckerüberschuss in Höhe von 1,7 Mio. Tonnen erwartet (frühere Prognose lag bei 1,8 Mio. t).
  • Prognose Wirtschaftsjahr 2019/20: globales Zuckerdefizit von 4,8 Mio. Tonnen.
  • Globalen Bestände sind sehr hoch; Zuckerüberschuss im Wirtschaftsjahr 2017/18 lag bei 7,3 Mio. Tonnen.
  • Zuckerproduzent #1 BRASILIEN: Die Produktion soll in 2019/20 auf 34,1 Mio. Tonnen steigen (+17,4%). Hinzu kommt, dass die Brasilianer die zollfreien Importe von Ethanol aus den USA von aktuell 600 Mio. Liter pro Jahr auf 800 Mio. Liter pro Jahr erhöhen; das könnte heissen Ethanol-Produktion aus Zuckerrohr runter und Zuckerproduktion hoch.
  • An der New Yorker Börse werden vermehrt Short-Positionen platziert; diese setzen die Zuckerpreise weiterhin unter Druck.
  • Zuckerproduzent #2 INDIEN: Die Produktion soll in 2019/20 aufgrund der Dürre und der verzögerten Monsunzeit auf 28 Mio. Tonnen (-15%) sinken. Aus Indien kommen jedoch zwei weitere Probleme, die die globale Entwicklung am Zuckermarkt stark beeinflussen: (1) die rekordhohen Zuckerbestände von geschätzten 14,2 Mio. Tonnen und (2) die Zuckersubventionen womit die indische Regierung Exporte von bis zu 6 mio. Tonnen Zucker in 2019/20 unterstützen will.
  • EUROPA: Auch hier müssen Zuckerbestände abgebaut werden. Derzeit geht man von einer kleineren Rübenernte (aufgund reduzierter Anbauflächen und der anhaltenden Dürre) und einer sinkenden Zuckerproduktion aus.

FAZIT: Demnach schrumpfen zwar weltweit die Produktion und Überschüsse, jedoch nicht genügend stark um den Preisverfall am Zuckermarkt aufzuhalten.

Rübenfahrer gesucht

Zuckerrüben fahren ist nicht einfach. Deshalb suche ich immer eifrig nach Kollegen die Lust haben mitzufahren und Teil einer besonderen Community zu werden.

Folgendes solltet Ihr wissen, wenn Ihr Euch auf diese Reise einlassen wollt.

EU weiterhin weltgrösster Agrar- und Lebensmittelexporteur

EU-Produkte punkten weiterhin mit ihrer Qualität und ihrem ausgezeichneten Ruf. Laut EU-Kommission liegt der Exportwert bei rund 138 Mrd. EUR, nur 0,2% weniger als in 2017. Damit behält die Gemeinschaft weiterhin den #1 Platz als weltgrößter Exporteur von Agrar- und Lebensmittelprodukten.

Was die Importe dieser Produktgruppe anbelangt, so sind diese in der EU um 1,4% auf 116 Mrd. EUR zurückgegangen. Damit liegt die EU nunmehr auf Platz #2 hinter den USA.

Positiv auf die Bilanz haben sich die zuletzt geschlossenen Handelsübereinkünfte mit folgenden Ländern ausgewirkt:

  • den Mercosur-Ländern => südamerikanisches Staatenbund bestehend aus fünf Mitgliedstaaten Argentinien, Brasilien, Uruguay, Paraguay, Venezuela und den assoziierten Mitgliedern Bolivien, Chile, Peru, Kolumbien und Ecuador
  • sowie mit Kanada, Mexico, Japan, Singapur, Südkorea und Vietnam.

Zudem lies uns der irische EU-Agrarkommissar Phil Hogan in seiner letzten Pressemitteilung wissen, dass die Verhandlungen mit Chile, Neuseeland und Australien gut voranschreiten.

Eine weitere Betriebsübernahme im Milchsegment

Hört man den Begriff Übernahme in unserer Branche, dann denkt fast jeder sofort an die Mega-Fusion Bayer-Monsanto.

Diesmal geht es um einen wesentlich kleineren Deal, jedoch nicht unbedeutend für die Milchbranche. Das Deutsche Milchkontor (DMK) übernimmt zum 1. Januar 2020 das holländische Joint Venture DV Nutrition bestehend aus DOC Kaas (Teil der DMK Group) und Volac vollständig.

Damit ist Volac komplett raus. Diese war für das Marketing und den Vertrieb aller DV Nutrition hergestellten Produkte zuständig. Nun übergehen die gesamten Vermögenswerte in den Besitz der DMK Group.

Was kostet dieser Deal?

Weder die DMK Group noch Volac haben sich zum Kaufpreis geäußert.

Die Wettbewerbsbehörden müssen noch ihre Freigabe erteilen.

220 Mio. EUR für eine 13.400 ha große britische Farm

Verkauft! Eine der bekanntesten und größten Farmen Englands hat seinen Besitzer gewechselt. Es handelt sich hier um die Strutt & Parkers Farm. Diese gehört fortan der Investmentgesellschaft „Robigus und Belport“.

Der Verkaufspreis lag bei 220 Mio. EUR. Ob das auch der Endpreis war, ist noch unklar. Fakt ist, die 100 Jahre alte englische Farm mit rund 13.400 ha Fläche befindet sich nun in den Händen von Investoren. Die Investmentgesellschaft hat ihren Sitz ebenfalls in Großbritannien. [Quelle: Farmers Weekly]

Kurz vor dem Brexit, so einen Deal abzuschliessen ist sicherlich sehr mutig. Was für den Kauf spricht aus Sicht europäischer Investoren die sich finanziell beteiligt haben, ist der billige Pfund.

Der Zuckermarkt im Wandel

Ich bin selbst Rübenbauer und „spüre“ daher die ganzen Veränderungen ‚live‘ sozusagen.

Das Wetter hat in den letzten beiden Jahren nicht ganz so mitgespielt. Die fallenden Preise an den Börsen in London und New York sorgen weiterhin für Spannung. Und die Tatsache, dass z.B. Indien getrieben von staatlichen Subventionen verstärkt aufs Export-Gaspedal drückt, macht die Sache auch nicht einfacher.

Die Konzentration im Agrarsektor geht weiter. Ich gehe davon aus, dass wir weitere Werksschließungen bzw. Übernahmen auch im Zuckermarkt bald wieder erleben werden.

Was glaubt Ihr? Rechnet Ihr mit einer Erholung am Zuckermarkt in 2020 oder geht’s weiter runter mit den Preisen?

Vanille-Landwirtschaft-Niederlande

Ist Vanille die neue niederländische Tomate?

Agrartechniker in den Niederlanden erforschen derzeit fleissig, wie die seltene und sensible Vanille in Europa Fuß fassen kann.

Denn: warum exotische Pflanzen importieren, wenn die sich rasant entwickelnde Technologie in Gewächshäusern die Tropen im Kleinformat nach Europa holen kann?

Die Agrarwirtschaft durchstößt damit weitere, bisher gegebene Grenzen. Der Anbau von Pflanzen ist nicht mehr an bestimmte Regionen der Erde gebunden.

Aber bevor uns das kühne Projekt der Niederländer näher anschauen, werfen wir noch den Blick auf zwei Nachrichten dieser Woche:

Russland wird größter Weizenexporteur

Nach den aktuellsten Prognosen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) wird Russland für 2017/2018 zum ersten Mal die Poolposition unter den weltweit größten Exporteuren für Weizen einnehmen.

Grundjahr ist das diesjährige Rekordangebot des Landes. Dieses liegt ca. 10 Prozent über dem Vorjahr und übertrifft noch die Erwartungen vom letzten Monat.

Die wesentlichen Faktoren, die Russland den ersten Platz einnehmen lassen werden, sind:

  • erweiterte Anbauflächen,
  • verbesserte Erträge,
  • konkurrenzfähige Preise und
  • der Ausbau der Infrastruktur zur Verbessung der Logistik beim Export

Dies zeigt auch nochmals deutlich, wie sehr sich Russlands Position auf dem Weltmarkt in den letzten Jahren gewandelt hat.

Sojaanbau in der EU soll gestärkt werden

Von den 14 EU-Landwirtschaftsministern wurde gestern eine Erklärung unterschrieben, die den Anbau von Eiweißpflanzen, vor allem Soja, in der EU vorantreiben soll.

Nachhaltig, zertifiziert und gentechnikfrei sollen dabei die Prozesse von der Produktion bis hin zur Vermarktung ablaufen.

„Unsere heimischen Eiweißpflanzen sind gegenüber dem importierten Soja noch nicht konkurrenzfähig, obwohl sie im Hinblick auf die Nachhaltigkeit überlegen sind. Die Entscheidung des Europaparlaments, den Pflanzenschutzmitteleinsatz auf ökologischen Vorrangflächen einzuschränken, verpasst den Eiweißpflanzenanbau in Deutschland einen zusätzlichen Rückschlag. Mit der Unterzeichnung der Soja-Erklärung setzen wir ein Signal, uns stärker für den Leguminosenanbau einzusetzen“, so Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt.

Ein Signal ist noch keine Umsetzung. Es wird sich zeigen, wie weit sich der Anbau von Soja in Deutschland ausdehnen wird.

Ich hab die beiden Nachrichten ausgewählt, weil sie abermals zeigen, wie stark sich landwirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern können.

Mit politischem Willen und darauffolgender Umsetzung schafft es Russland, Europa und die USA zu überholen, die Positionen auf dem Weltmarkt zu verschieben.

Vielleicht ist es auch das, was wir hinsichtlich des Sojaanbaus in der EU erleben werden, eine Veränderung in der weltweiten Verteilung der Sojaproduktion.

Definitiv ist Soja jedoch eine Pflanze, die ein Beispiel für die Verschiebung der landwirtschaftlichen Grenzen ist.

Denn, fragt man Verbraucher, dann werden sie den Sojaanbau sicher nicht unbedingt mit Europa in Verbindung bringen.

Klar, es gibt Pflanzen, die für unser europäisches Klima nicht ausgelegt sind und weiterhin nur in fernen Regionen angebaut werden. Oder?

In den Niederlanden wird kräftig daran geforscht, diese Gegebenheit abzuändern.

Vanille aus den Niederlanden

Wir kennen die Gewächshäuser, in den Tomaten, Salat und Co. mit künstlichem Licht in sonst pflanzenunfreundlichen Bedingungen wachsen können.

Diese und andere Gewächshäuser der neuesten Generation stellen sicher, dass wir egal zu welcher Jahreszeit unser geliebtes, heimisches Gemüse frisch im Supermarkt erhalten können.

Nun sind Pflanzen wie Salatköpfe relativ anspruchslos. Andere Pflanzen haben sich bisher vehement gegen die Aufzucht in Gewächshäusern gesträubt.

So etwa auch die Vanille, die das exotische Klima, etwa von Madagaskar, liebt.

Die seltene und teure Pflanze ist sehr sensible hinsichtlich ihrer Zuchtbedingungen, weshalb sie bisher auch nur in wenigen Plätzen der Welt wächst.

Mit einem Anteil von über 60 Prozent ist Madagaskar der Hauptanbieter am Weltmarkt.

Das Land ist bitterarm. Der Anbau von Vanille bildet auf den dortigen Plantagen für rund 80.000 Kleinbauern die Lebensgrundlage.

Aber Vanille ist eine äußerst lukrative Pflanze. Derzeit kostet ein Kilogramm um die 600 Dollar. Der Preis lag nie zuvor so hoch und übersteigt gar den von Silber.

Gründe hierfür sind vielfältig. Sie reichen von Naturgewalten bis hin zu einer weltweit steigenden Nachfrage nach natürlichen Produkten.

Die Suche nach der richtigen Formel von Wasser, Licht, Temperatur und Feuchtigkeit im Gewächshaus scheint sich zu lohnen.

Niederländer holen exotische Gewürze in ihre Gewächshäuser

Quelle: afpde

Auch der ressourcenintensive Anbau scheint sich bei dem derzeitigen Marktpreis zu rechnen:

Vanille ist durchweg eine Pflanze, die eine intensive Betreuung benötigt.

Angefangen bei der Bestäubung, bei der die tausenden Insekten und Vögel, die sonst damit beschäftigt sind, von Hand in mühevoller Kleinarbeit ersetzt werden müssen.

Aber eins wird deutlich: mit den rasanten technologischen Entwicklungen, scheinen exotische Pflanzen nicht mehr nur in exotischen Ländern wachsen zu müssen:

Die erste Ernte der Dutch Vanilla wird für 2020 erwartet. Noch wird die Produktion im Gewächshaus zu teuer sein, um wirklich in Konkurrenz zu etwa Madagaskar zu stehen.

Die fehlende Quantität könnten die Niederländer bei der richtigen Formel in Punkto Qualität jedoch wieder wettmachen.

Was meint Ihr, wird die Verlagerung der Produktion in Gewächshäuser, die Landwirtschaft weltweit vereinheitlichen, so dass alle Pflanzen überall angebaut werden können?

Studium in der Agrarbranche

Was bringt ein Studium in der Agrarbranche

Studieren gehen oder lieber direkt bei Mama und Papa auf dem Hof einsteigen? Was sind die Einstiegsgehälter in der Agrarbranche? Hängen diese vom jeweiligen Studiengang ab?

Das Job- und Karriereportal agrajo.com hat in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsportal für die Agrarbranche agri EXPERTS eine neue Studie mit dem Titel „Einstiegsgehälter in der Agrarbranche“ veröffentlicht.

In dem heutigen Artikel schauen wir uns ein paar wichtige Erkenntnisse dieser Studie an und versuchen, eine fundierte Antwort auf die oben aufgeführten Fragen zu finden.

Was verdient man als Einsteiger in der Agrarbranche?

365 Berufseinsteiger nahmen an der agrajo-Umfrage teil.

Alle Angaben zum Einstiegsgehalt beziehen sich auf das Brutto-Jahresgehalt im Median. Durch die Betrachtung des Median wird der Einfluß von Ausreißern vermieden.

Das durchschnittliche Brutto-Jahres-Einstiegsgehalt liegt in der Agrarbranche bei 33.000 EUR. Dabei zeigen sich jedoch wesentliche regionale Unterschiede.

  • Einsteiger aus dem Norden und Westen haben mit 36.000 EUR die Nase vorn.
  • Im Süden verdienen Neueinsteiger 31.000 EUR.
  • Im Osten haben Berufsanfänger wesentlich weniger auf dem Gehaltszettel stehen, und zwar nur 26.000 EUR.

Ein weiterer Unterscheidungsmerkmal der sich stark auf die Einstiegsgehälter auswirkt, ist der jeweilige Bildungsgrad.

Mit einer Ausbildung kommt man im Schnitt auf 25.900 EUR. Ein Bachelor-Abschluss erhöht das Einstiegsgehalt auf 35.150 EUR. Die höchsten Gehälter erhalten die Inhaber eines Master- oder Diplom-Zeugnisses.

Dem nicht genug, denn es zählen auch die Bildungseinrichtung und der ausgewählte Studiengang.

Die höchsten Einstiegsgehälter gibt es für Universitätsabsolventen mit 36.000 EUR im Durchschnitt. FH-Absolventen müssen sich mit 33.900 EUR zufrieden geben. Am schlechtesten schneiden die Teilnehmer der dualen Hochschule/Berufsakademie mit 25.000 EUR ab.

Was die Studiengänge anbelangt, so liegen die Einstiegsgehälter laut der agrajo-Studie auf folgendem Niveau:

  • Agrartechnik 43.000 EUR
  • Agrarökonomie 40.000 EUR
  • BWL/Wirtschaftswissenschaften 38.000 EUR
  • Agrarwissenschaften 36.000 EUR
  • Agraringenieurwesen 35.000 EUR

Die Grösse des Unternehmens wo man einsteigt spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Höhe des Gehalts. Je mehr Mitarbeiter, desto höher das Gehalt.

  • 40.000 EUR bei Unternehmen mit mehr als 2.500 Mitarbeitern
  • 30.000 EUR bei Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern

So groß können also die Diskrepanzen je Unternehmensgröße sein…

Als nächstes spiegelt sich die Wahl der Branche in der Höhe des Einstiegsgehalts wieder. Zum Vergleich hier ein paar Beispiele aus der Studie:

  • Landtechnik 36.850 EUR
  • Tierproduktion/ Futtermittel 30.000 EUR
  • Lebensmittelindustrie 36.000 EUR
  • Forst- und Jagdwesen 27.500 EUR
  • Pflanzenbau / Saatzucht 30.000 EUR
  • Originäre Landwirtschaft 27.500 EUR

Gibt es Geschlechtsunterschiede beim Einstiegsgehalt in der Agrarbranche?

Laut Studie verdienen beide Geschlechter das Gleiche.

Das Durchschnittalter beträgt 25 Jahre. Die Zeit zwischen Abschluss und Berufseinstieg beträgt 3,7 Monate.

Eine graphische Aufbereitung der Studienergebnisse gibt es hier als PDF zum Download.

Die besten Agrar-Unis der Welt im Überblick

Wie in anderen Berufen auch, spielen Uniabsolventen auch in der Agrarbranche ganz vorne mit — und das nicht nur wenn es um Einstiegsgehälter geht.

Die National Taiwan University (NTU) wertet jährlich alle Unis aus und erstellt ein weltweites Ranking der 300 besten Universitäten.

Im Bereich Agrarforschung belegt die niederländische Universität Wageningen den Spitzenplatz. In Deutschland befindet sich die Universität Hohenheim auf den ersten Platz. Und auch in diesem Jahr ist die Distanz zum Zweitplatzierten, der TU München, gestiegen.

Die Top 5 Agrar-Unis in Deutschland sind:

  1. Universität Hohenheim
  2. TU München
  3. Universität Bonn
  4. Universität Göttingen
  5. Universität Gießen

Die 5 weltbesten Agrar-Unis sind:

  1. Universität Wageningen (Niederlande)
  2. University of California – Davis (USA)
  3. China Agricultural University (VR China)
  4. Cornell University (USA)
  5. Universidade de Sao Paulo (Brazil)

Landwirt – da steckt mehr dahinter als nur ein „Beruf“

Die einen Junglandwirte bekommen den Hof der Eltern, andere wiederum müssen sich auf den Weg machen und eine passende Stelle finden.

In dem nachfolgenden Beitrag des NDR werden zwei Jungbauer auf ihrer Suche nach dem passenden Hof zur Bewirtschaftung von Milchkühen begleitet.

Quelle: NDR Documentaries

Soll man jetzt zur Uni gehen oder nicht?

Wer auf der Suche nach einer Liste von Pros und Cons ist, der wird auf Google definitiv fündig.

Fakt ist, es gibt nicht den „einen richtigen Weg“.

Jeder von uns ist anders, hat andere Leidenschaften und Stärken und bevorzugt einen anderen Lebensstil.

Für den einen ist ein Uniabschluss das Passende, ein anderer hingegen wäre besser beraten eine Ausbildung zu machen. Die Entscheidung bleibt jedem Menschen selbst überlassen.

Noch eins: Es gibt kein richtig oder falsch.

Viel wichtiger ist die Frage:

Warum habt Ihr Euch überhaupt für die Agrarbranche entschieden?

Konzentration im Agrarsektor

Die Konzentration im Agrarsektor geht ungebremst weiter

Bayer-Monsanto, Dow-DuPont, Syngenta-ChemChina — ein Ende der Mega-Fusionen ist nicht in Sicht.

Diese Konzentration im Agrarsektor sollte an keinem so leicht vorbei gehen. Werden derartige Fusionen von der Politik und von den Wettbewerbsbehörden weiterhin ohne große Bedenken durchgewunken, ist mit verheerenden gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen zu rechnen.

In dem heutigen Blog möchte ich ein paar wichtige Erkenntnisse aus dem neulich veröffentlichten Konzernatlas 2017: Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie 2017 mit Euch teilen.

Einige dieser Informationen sind Euch sicherlich bekannt, andere wiederum werden den Einen oder Anderen so richtig zum Denken anregen.

Das 52 seitige PDF-Dokument hat es in sich. Nicht umsonst warnen die Herausgeber darin vor einer enormen Markt- und Lobbymacht einzelner Konzerne.

Die über 50 Karten, Grafiken und Diagramme mit Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie bringen die allarmierenden Trends und Entwicklung stärker ins Bewusstsein. Ein visuelles Feuerwerk – vielleicht wachen jetzt auch noch die Letzten aus dem Tiefschlaf auf.

Legen wir doch am besten gleich los…

Bühne frei für die Global Player

Die Großen wachsen ungebremst weiter und werden zu Giganten. Konzentrationsprozesse finden mit einer enormen Dynamik statt und so richtig traut sich keiner diesem Trend ein Ende zu setzen.

Die Nahrungsmittelindustrie wächst und mit ihr einhergehend auch die Big Player. Gleiches gilt auch für die Handelsketten.

Die Bauern und Bäuerinnen, das schwächste Glied in der Kette, kämpfen fürs Überleben – und damit auch für das Überleben dieser emotionalen Bilder, die wir auf den Lebensmittelverpackungen sehen. Dabei hat die industrielle Lebensmittelherstellung rein gar nichts mehr mit diesen Bildern zu tun.

Aber wie wir wissen: Emotionen verkaufen sich immer gut!

Die Top 5 Agrar- und Food-Konzerne der Welt sind

Auf Industrieseite sind es:

  1. Nestle
  2. PepsiCo
  3. JBS
  4. Coca-Cola
  5. Anheuser-Busch InBev

Auf der Handelsseite sind es:

  1. Wal-Mart
  2. Cargill
  3. Costco
  4. Kroger
  5. Tesco

Der Griff nach den Äckern und der Boom von Monokulturen

Neue sowie alte Konzerne kaufen und pachten Ländereien was das Zeug hält. Insbesondere in den südlichen Hemisphären ist der Trend weg von Regional und hin zur landesweiten Ernährungssicherung stark bemerkbar.

Was wird angebaut?

Der Fokus liegt auf vier Produkten die sowohl als Nahrungsmittel als auch als Futter verwendet werden. Es handelt sich hierbei um Palmöl, Mais, Zucker und Soja.

In Europa leiden am stärksten die osteuropäischen Länder. Hier boomt die Übernahme von Agrarflächen, um für den Weltmarkt zu produzieren.

Precision Farming geht am besten mit viel Kapital

Viel Geld und große Flächen machen Präzisionslandwirtschaft einfach.

Aber wer kann sich das schon leisten?

Die Großen natürlich.

Deere ist ganz vorne. Zwar soll die Branchenkrise noch bis 2018 anhalten, aber davon lässt sich JD überhaupt nicht beeindrucken. Man will ja nicht als „schwach“ abgestempelt werden.

Hier sind die Top 6 der Agrartechnik – einige dieser Hersteller treten unter ihrem eigenen Namen auf, andere wiederum verkaufen ihre Maschinen unter einer Vielzahl von Markennamen:

  1. Deere (USA)
  2. CNH (Sitz in London und Amsterdam)
  3. AGCO (USA)
  4. Kubota (Japan)
  5. Claas (Deutschland)
  6. Mahindra (Indien)

Konzentration auch bei den Düngerproduzenten

In diesem Jahr soll auch bei den Düngerproduzenten eine Mega-Fusion stattfinden. Die aktuelle Nr. #1 Agrium soll mit der Nr. #4 Potash zusammen gehen. Damit würde ein neuer Gigant entstehen.

Die Top 10 der Düngemittelkonzerne sind:

  1. Agrium (Kanada)
  2. Yara (Europa)
  3. Mosaic (USA)
  4. Potash (Kanada)
  5. CF Industries (USA)
  6. Sinofert (China)
  7. ICL ( Sitz in Tel Aviv)
  8. PhosAgro (Russland)
  9. Uralkali (Russland)
  10. K+S (Deutschland)

Von 7 auf 4 – die Zahl der Akteure im Agrarsektor sinkt

Die weltweite Produktion von Saatgut und Pestiziden befindet sich aktuell in der Hand von sieben Unternehmen. Das soll sich jedoch ändern.

Was daraus resultiert sind:

  • 3 Konzerne mit 60% Marktanteil am kommerziellen Saatgut und an den Agrarchemikalien
  • 3 Konzerne die fast alle gentechnisch veränderten Pflanzen dieses Planeten anbieten
  • 3 Konzerne die gemeinsam, die meisten Anmeldungen für das Eigentum an Pflanzen beim Europäischen Patentamt haben

Findet das keiner denn erschreckend?

Die Top 10 der Agrarchemie sind:

  1. Syngenta (börsennotiert)
  2. Bayer (börsennotiert)
  3. BASF (börsennotiert)
  4. Dow Chemical (börsennotiert)
  5. Monsanto (börsennotiert)
  6. DuPont (börsennotiert)
  7. ChemChina (oder Adama, befindet sich im Staatsbetrieb)
  8. FMC (börsennotiert)
  9. Nufarm (börsennotiert, Sitz in Melbourne, Australien)
  10. UPL (börsennottiert, Sitz in Mumbai, Indien)

Die Global Player der Lebensmittelindustrie

Immer weniger Player beherrschen immer mehr.

Auf 50 Firmengruppen entfallen 50% des weltweiten Umsatzes mit der Herstellung von Lebensmitteln. Die Umsatzanteile steigen und damit einhergehend auch die Macht dieser Akteure.

Die Top 10 der Lebensmittelhersteller weltweit sind:

  1. Nestle
  2. JBS (Familienunternehmen mit Sitz in Brasilien)
  3. Tyson Foods
  4. Mars
  5. Mondelez
  6. Kraft Heinz
  7. Unilever
  8. Danone
  9. General Mills
  10. Smithfield (Staatsbetrieb, weltgrößter Schweinefleischproduzent und -lieferant)

Profit steigt, Hunger bleibt

Während sich die westliche Welt auf die Schultern klopft und seine Konzerne feiert, fragen sich Millionen von Menschen, wie sie das lästige Magenknurren los werden.

Es gibt mehr als 800 Millionen unterernährte Menschen auf der Welt – das ist fast jeder 9-te Mensch !!!

Für diese Menschen haben die doch so beliebten „Hunger bekämpfen“ Kampagnen der Konzerne die Nahrungsmittel herstellen, nichts gebracht.

Ganz im Gegenteil: industrielle Nahrungsmittelsysteme haben die Ungleichheiten eher verschärft als gelöst.

Und wisst Ihr was das Paradoxe an der ganzen Geschichte ist?

„Unabhängige, meist kleinbäuerliche Produzentinnen und Produzenten sowie in der Landwirtschaft abhängig Beschäftigte machen heute mehr als die Hälfte aller Hungernden aus.“

Ich weiß nicht wie es Euch beim Lesen dieser Zeilen aus dem gleichnamigen Dokument geht, aber ich musste wirklich schlucken.

Jetzt stehen wir da. Die Probleme sind ganz klar: Konzentration von Macht in der Hand weniger Player, Unterernährung, weg von der Vielfalt und hin zu Hochertragssorten (damit Boom der Monokulturen), erhöhter Einsatz von Dünger und Pestiziden, Gentechnik auf Acker und Teller… und die Liste nimmt kein Ende.

Was können wir dagegen tun?

Fakt ist, dass immer mehr Konzerne in die Kritik geraten.

Weltweit protestieren Menschen gegen eine Agrar- und Handelspolitik, die die Macht der Multis stärkt. Lobbykritische Organisationen in Kooperation mit unabhängigen Medien und sogenannter Whistleblowern decken immer wieder auf, wie Konzerne gegen Abkommen verstoßen sowie auf die Verteilung von Subventionen und Forschungsgelder Einfluss nehmen.

Wollt Ihr mehr wissen?

Die oben aufgeführten Themen sind alle Bestandteile des neulich veröffentlichten Konzernatlas 2017. Wenn Ihr Lust habt tiefer in die Materie einzusteigen, dann könnt Ihr das PDF-Dokument hier herunterladen.

Welche sind Eurer Meinung nach die größten Herausforderungen im Agrarsektor der kommenden Jahre?

Agrarbetrieb - Bayerische Landwirtschaft - Agrarbericht

Bayerischer Agrarbericht 2014: Strukturwandel wurde abgebremst

Alle zwei Jahre wird der Bayerische Agrarbericht aktualisiert und veröffentlicht. Es ist das umfassendste Informationswerk über die bayerische Agrar- und Forstwirtschaft. Das Highlight in 2014: der Strukturwandel wurde abgebremst. Dieser liegt mit 1,5% jährlich so niedrig wie seit langem nicht mehr.

Bayern trotzt dem Strukturwandel, so die positive Meldung aus dem Agrarbericht 2014. Nach Angaben des Landwirtschaftsministers Helmut Brunner hat sich die Quote der alljährlichen Betriebsaufgaben in den letzten 10 Jahren von drei auf 1,5% halbiert. Insgesamt rund 111.700 landwirtschaftliche Betriebe gab es 2013 in Bayern. Damit stehen 1/3 der deutschen Bauernhöfe im Freistaat Bayern.

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 02

Fakten aus dem Agrarbericht im Überblick

Die große Bedeutung der Landwirtschaft für Bayerns Gesamtwirtschaft steht außer Frage. Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Agrarbericht 2014 lauten wie folgt:

  • Die bayerische Land- und Forstwirtschaft erwirtschaftet rund 153 Mrd. EUR Umsatz pro Jahr.
  • Dieser Betrag entspricht 15% der Gesamtsumsätze in Bayern.
  • Jeder 7-te Arbeitsplatz hängt mit der Land- und Forstwirtschaft zusammen.
  • Der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe liegt bei 59% und ist konstant geblieben.
  • Der Agrarexport 2013 lag bei rd. 8,5 Mrd. EUR und der Agrarimport bei rd. 8 Mrd. EUR. Bayern ist damit ein Nettoexporteur bei Agrargütern.
  • Die Durschschnittsgewinne der Haupterwerbsbetriebe betragen 54.360 EUR. Das entspricht einem Plus von 3,4% gegenüber dem Vorjahr.
  • Fast 5.000 junge Menschen befanden sich 2013 in einem Agrarberuf in Ausbildung. 805 angehende Landwirte haben letztes Jahr ihre Ausbildung begonnen – so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr. Nachwuchssorgen hat die Branche in Bayern derzeit nicht.
  • Die Direktzahlungen für Bayern im Jahr 2013 beliefen sich auf mehr als 3,5 Mrd. EUR.
  • Ende 2012 gab es in Bayern ca. 2.300 landwirtschaftliche Biogasanlangen in Betrieb.
  • Gewinnwachstum wurde durch steigende Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte erzielt.

Landwirtschaft in Bayern

Um ein realistisches Bild von Bayerns Bauern zu erhalten, hat der gleichnamige YouTube Botschafter mehrere Interviews mit bayerischen Land- und Forstwirten durchgeführt.

In dem für heute ausgewählten Videobeitrag erhalten wir einen Einblick in die Landwirtschaft im Landkreis Mühldorf in Oberbayern.

Fazit zum Agrarbericht 2014 

Die gezielten Investitionsmaßnahmen haben den Strukturwandel in Bayern abgebremst. Das Ziel ist es, wettbewerbsfähige bäuerlich geprägte Familienbetriebe in Ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Der Trend zu mehr Transparenz und regionaler Herkunft verhilft der „Marke Bayern“ bei der Vermarktung heimischer Agrarprodukte und Lebensmittel im In- und Ausland. Des Weiteren wird durch die Offensive zu BioRegio ein wichtiger Beitrag zur gesunden Ernährung in Deutschland geleistet.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung bleibt zwar eine vordringliche gesamtgesellschaftliche Aufgabe bei der Bewältigung dessen die bayerischen Landwirte eine wichtige Rolle spielen.

Detaillierte Informationen zum Agrarbericht 2014 erhalten Sie HIER.

Ihre Meinung

Haben Sie Ihren Bauernhof in Bayern? Welche Auswertung aus dem jüngsten Agrarbericht überrascht Sie am meisten?

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 01