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Roboterbienen und Honigbienen

Roboterbienen sollen uns aus der Patsche helfen

Letztes Jahr im April schrieb ich zum ersten Mal einen Artikel über Roboterbienen. Den Anlass gab mir der amerikanische Einzelhandelsriese Walmart, der als erster ein Patent auf Roboterbienen anmeldete. Der dramatische Rückgang der Bienenpopulation in mehreren Ländern der Welt hat Wissenschaftler dazu gebracht, einen Plan B zu entwickeln. Ein Aussterben der Bienen hätte fatale Folgen.

Artenschutz, Biodiversität, Blühstreifen, Volksbegehren – vor ein paar Jahren noch Wörter die hier und da anzutreffen waren, heute bereits in aller Munde.

Mit dem Slogan „Rettet die Bienen“ ziehen jetzt ein Bundesland nach dem nächsten in den „Krieg“. Die Stimme der Bürger und Kollegen aus der Landwirtschaft wird immer lauter. Ignorieren tun es mittlerweile auch die Politiker nicht mehr, spätestens seit dem Debakel mit den EU-Wahlen, wo die Grünen so richtig abgeräumt haben.

Es geht mir hier nicht um politische Statements, denn davon haben wir alle genug. Es geht mir darum, mit Hilfe unserer landwirtschaftlichen Flächen ein buntes und gesundes Ökosystem, eine sogenannte „Wohlfühloase“ für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Würmer und Käfer aller Art und Couleur zu kreieren. Deshalb habe ich u.a. auch die Intitiative der Blumenwiesenpatenschaften ins Leben gerufen.

„Die deutschen Bauern haben im vergangenen Jahr mehr als 200.000 km Blühstreifen als Nahrung für Bienen und zum Erhalt der Artenvielfalt angelegt. Wir wissen, dass auch wir unseren Teil zum Artenschutz beitragen müssen. Deshalb werden es in diesem Jahr sicherlich noch deutlich mehr Blühflächen werden“ so Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes.

Quelle: Deutscher Bauernverband

Die Aktion „Rettet die Bienen“ hat super funktioniert. Jetzt heisst es, das Ganze auch auf europäischer Ebene auszurollen. Dafür sind 1 Million Unterschriften aus 7 EU-Ländern nötig.

Die EU-Kommission hat die Bürgerinitiative „Rettet die Bienen“ letzten Monat, am 27. Mai 2019 registriert. Jetzt heisst es ganz fleissig Unterschriften sammeln. Die Organisatoren haben dafür ein Jahr Zeit.

Zu den wichtigsten Zielen dieses Volksbegehrens zählen:

  • Lebensräume für Bienen und Insekten schaffen / erhalten / verbessern
  • den Einsatz von Pestiziden stark reduzieren bzw. gefährliche Pestizide gänzlich verbieten
  • Schutzgebiete etablieren
  • Strukturvielfalt in Agrarlandschaften fördern
  • die Förderung der Biodiversität zum Top Ziel der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) werden zu lassen.

Quelle: Europäische Kommission

Wissenswertes über Bienen

Am 20. Mai hat zum ersten Mal der #Weltbienentag der Vereinten Nationen stattgefunden. Die Initiative wurde vom slowenischen Landwirtschaftsminister Dejan Židan ins Leben gerufen. Deutschland agierte als starker Partner und Unterstützer der Intitiative.

Ein paar Daten und Fakten zu Bienen:

  • Rund 80% der Pflanzen die unsere Nahrung sichern, müssen bestäubt werden.
  • Die geschätzte Bestäubungsleistung liegt jährlich bei 2 Mrd. EUR.
  • Es gibt 20.000 Bienenarten weltweit.
  • In Deutschland leben 560 Bienenarten.
  • Jeder Deutsche isst 1 kg Honig pro Jahr.
  • Bienen legen 240.000 km für 1 kg Honig zurück.
  • 135.000 deutsche Imker halten rund 900.000 Bienenvölker.
  • Fünf Bienenlieblings-Pflanzen: Apfelbäume, Löwenzahn, Astern, Weide, Winterheide (Erica)

Quelle: BMEL

Honig direkt aus dem Bienenstock zapfen

Zwei australische Bienenzüchter, Sohn Cedar und Vater Stuart Anderson haben die Art und Weise wie wir Honig ernten revolutioniert. Imker auf der ganzen Welt dürften sich freuen, denn das was früher mühselig und wenig gewinnbringend war, ändert sich jetzt mit der Hilfe eines Zapfhahns.

Honigernte FRÜHER: Erst mussten die Bienen verlegt werden, um anschließend den Honig aus den Waden zu schleudern. Nicht vergessen sollten wir auch die aufwendige „Kostümierung“ vor jeder Honigernte.

Honigernte HEUTE: Das alles ändert sich mit dem Zapfhahn – der Goldsaft fliesst jetzt direkt von der Wabe ins Glas. Weiterführende Infos findet Ihr auf Flow Hive.

Quelle: Zoomin.TV Deutschland, YouTube

Teamwork mal anders – Roboterbienen unterstützen Honigbienen bei der Bestäubung

Mini-Drohnen schwärmen aus und erledigen die Arbeit von Honigbienen. Das was wir vor ein paar Jahren in Science-Fiction oder Horror-Filmen gesehen haben, ist Realität geworden. Wissenschaftler sind sich sicher: mit Hilfe von AI (Artificial Intelligence, deutsch künstliche Intelligenz) lässt sich in punkto Roboterbienen noch sehr viel machen.

Das Ziel ist klar: die kleinen und mit mit Hilfe von AI, klugen künstlichen Bestäuber sollen so wie ihre Amtskollegen, die Fremdbestäubung übernehmen. Es geht also um die Übertragung von Pollen vom männlichen Pflanzenteil (Antheren) zum weiblichen Pflanzenteil (Stigma).

Die Bewegungen der Bienen sind äußerst komplex. So kommt es, dass die Tech-Herausforderungen wie z.B. Flugweite, Energiespeicher, Beweglichkeit oder Vernetzung derzeit noch recht groß ausfallen.

RoboBee – das Ergebnis von 12 Jahren Forschung

Die Roboter-Biene RoboBee wurde von Wissenschaftlern des Wyss Institute der Harvard University aus den USA entwickelt. Die clevere Mini-Drohne ist halb so groß wie eine Büroklammer und kann sogar vom Schwimmen unter Wasser zum Fliegen übergehen.

Die Idee der Amerikaner bei der Entwicklung der RoboBees war folgende:

  • Erschaffung autonomer Roboterbienen,
  • die eigenständig und selbstgesteuert fliegen,
  • in Kolonien ein koordiniertes Verhalten aufweisen
  • und damit eine effektive Einheit bilden.
Quelle: National Science Foundation, YouTube

Erkenntnisse von Roboterbienen aus Holland und China

In den Niederlanden testen Wissenschaftler der Technischen Universität Delft den Einsatz von Roboterbienen in Gewächshäusern. Dabei setzt das Forscherteam ein besonderes Augenmerk auf das Lernen von „echten“ Fliegen und Bienen. Dies liegt auch u.a. daran, dass das derzeitige Roboterbienen-Modell nur 6 Minuten oder 1 km fliegen kann. Da gibt’s noch jede Menge noch dazuzulernen.

In China durften Drohnen gegen Landarbeiter antreten. Auf der einen Seite bestäubten Landarbeiter Apfelbäume von Hand mit kleinen, in Pollentöpfe getauchten Pinseln und auf der anderen Seite kamen High-Tech-Bestäuber zum Einsatz. Zwar muss noch vieles optimiert und verbessert werden, insb. im Bereich Steuerung, aber erste Ergebnisse die in der Zeitschrift Agricultural Science and Technology veröffentlicht wurden, sind sehr vielversprechend.

Eure Meinung

Werden sich Roboterbienen durchsetzen und uns tatsächlich unterstützen können? Sollten wir nicht lieber viel mehr für unsere „natürlichen“ Freunde tun, damit auch die nachfolgenden Generationen echte Insekten und Bienen kennenlernen? Das eine schliesst ja das andere nicht aus, oder doch? Bevorzugt Ihr lieber ein Mix aus echt + künstlich?

Artenvielfalt bei Agrarbetrieb - Hummel auf Phacelia

NEWS: Artenvielfalt, Pflanzenschutz-Gigant, Rübenanbau

Während das Thema Klimawandel die Menschheit stärker polarisiert denn je, sind sich in punkto Artenvielfalt und Biodiversität alle einig: bis zu eine Million Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Viele davon sogar in den kommenden Jahrzehnten. Wir müssen dringend etwas tun.

Artenvielfalt liegt mir besonders am Herzen. Dies ist auch der Grund weshalb ich das Projekt Blumenwiesenpatenschaften ins Leben gerufen habe. Dadurch entsteht ein bunter Fleck von Blumen mitten in der Landschaft, ein wahres Paradies für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und zahlreiche Insektenarten. Es ist ein zusätzlicher Lebensraum und Nahrungsangebot für die kleinen Genossen.

Wenn Ihr die Natur unterstützen und Mutter Erde etwas zurück geben möchtet, dann helfe ich Euch gerne dabei. Detaillierte Informationen erhaltet Ihr unter dem Menüpunkt Blumenwiese.

Kommen wir zu den Fakten.

Zum ersten Mal in 14 Jahren hat der Weltbiodiversitätsrat IPBES einen umfassenden Bericht zum Zustand der globalen Artenvielfalt veröffentlicht und der Allgemeinheit präsentiert. Darin wurde der Sachstand zur globalen Situation dargestellt und Problemlösungen vorgeschlagen.

Ein paar Erkenntnisse im Überblick:

  • 1,000,000 Spezies (Pflanzen- und Tierarten) sind vom Aussterben bedroht
  • Die Menschheit verbraucht derzeit mehr Nahrungsmittel und andere Ressourcen als innerhalb eines Jahres wieder nachwachsen könnten [Einschätzung der Organisation Global Footprint].
  • Mehr als ein Drittel der Landoberfläche der Welt und fast 75% der Süßwasserressourcen werden für die Ernte- oder Viehproduktion verwendet.
  • Der Wert der landwirtschaftlichen Kulturpflanzenproduktion ist seit 1970 um etwa 300% gestiegen, die Rohholzernte ist um 45% gestiegen. Jedes Jahr werden weltweit etwa 60 Milliarden Tonnen erneuerbare und nicht erneuerbare Ressourcen gefördert – die Zahlen haben sich seit 1980 fast verdoppelt.
  • Mehr als 40% der Amphibienarten, fast 33% der reefformenden Korallen und mehr als 30% aller Meeressäuger sind gefährdet.
  • Im Jahr 2015 wurden 33% der Meeresfischbestände auch nicht nachhaltiger Weise geerntet.
  • Die städtischen Gebiete haben sich seit 1992 mehr als verdoppelt.
  • Die Plastikverschmutzung hat sich seit 1980 verzehnfacht! Etwa 300-400 Millionen Tonnen Schwermetalle, Lösungsmittel, giftiger Schlamm und andere Abfälle aus Industrieanlagen werden jährlich in die Gewässer der Welt geschüttet. Wir reden hier von einer Gesamtfläche von mehr als 245.000 km2 – eine Gesamtfläche, die größer ist als die des Vereinigten Königreichs.

Drei Jahre lang arbeiteten 145 Experten aus 50 Ländern, um diesen fundierten Artenvielfalt-Bericht zusammenzustellen. Weitere 310 Autoren haben beigetragen, um das Wissen aus Tausenden von Studien zusammen zu tragen. Die Ergebnisse wurden letztes Wochenende auf der Pariser-Weltkonferenz präsentiert.

Wie stoppen wir die Zerstörung der Artenvielfalt

Ob uns Landwirte das gefällt oder nicht, die Landnutzung wird nunmal als Haupttreiber des Biodiversitätsverlustes einschließlich des Insektenschwundes angesehen. Deshalb müssen wir aktiv etwas tun und nicht darauf warten ob die Politik in die Pötte kommt und etwas entscheidet oder nicht.

Des weiteren müssen die „Rahmenbedingungen für unser Finanz- und Wirtschaftssystem“ verändert werden. Der Fokus muss auf der „Wiederherstellung von geschädigten Landschaften“ liegen, so Jörg-Andreas Krüger vom WWF.

Selbstverständlich muss auch die Politik mit ins Boot. Politische Maßnahmen, Anstrengungen und Handlungen sind auf allen Ebenen nötig, so die Anschlussworte von Sir Robert Watson, Präsident des IPBES. Die Beweise liegen vor. Jetzt muss entsprechend agiert werden.

Wenn Ihr tiefer in die Studie einsteigen möchtet, hier geht’s zum IPBES Bericht.

Bayer bekommt Konkurrenz: Mit Corteva AgriScience entsteht ein neuer Pflanzenschutz-Gigant

Ein harter Konkurrent für Bayern steht in den Startlöchern. DowDuPont’s Agrarchemiesparte Corteva geht an die Börse.

Die Agrochemie-Branche wurde in den letzten drei Jahren so richtig aufgemischt. Drei Mega-Deals – (1) Fusion Dow und DuPont, (2) Chemchina hat Syngenta übernommen und (3) Bayer hat Monsanto übernommen – und zahlreiche kleinere Deals haben die Landschaft komplett neu strukturiert.

Ab Juni agiert das US-Unternehmen Corteva als eigenständiger Agrarchemie-Anbieter.

Der designierte Firmenchef Jim Collins startet mit rund 14 Milliarden Dollar Umsatz und einer ähnlichen Struktur wie Bayer. Der Umsatz ist jedoch rund ein Drittel kleiner als der von Bayer. Das Pflanzenschutz- und Saatgutgeschäft ist stark aufgestellt und bildet die Basis des neuen Konzerns. Der Chef will mit Forschung und Produktinnovationen es dem Marktführer ungemütlich machen.

Werksschließungen bei der Südzucker-Tocher in Frankreich – Nicht mit uns, sind sich Rübenbauern einig

Die Franzosen sind seit der Geschichte dafür bekannt, dass sie für ihre Rechte auf die Strasse gehen und kämpfen. Deshalb dürfte es auch keinen so richtig wundern, dass unsere Nachbarn die geplanten Werksschließungen von Südzucker nicht so hinnehmen.

Die betroffenen Rübenbauern wollen das Kapital zur Fortführung der Werke in Eppeville und Cagny gemeinsam aufbringen, so der Verband der französischen Zuckerrübenproduzenten (CBG). Zusammen mit Wirtschaftsjuristen wird derzeit an einem Rettungsplan getüftelt.

Die Lage unter den Rübenbauern in Frankreich ist alles andere als entspannt insbesondere jetzt wo die Genossenschaft Cristal Union die Schließung seiner Zuckerfabriken in Bourdon (älteste Zuckerwerk Frankreichs) und Toury angekündigt hat. Auch der Verpackungsstandort Erstein soll teilweise stillgelegt werden.

So richten sich nun logischerweise alle Blicke auf Tereos, dem größten Zuckerhersteller Frankreichs. Dieser plant derzeit keine Kapazitäten abzubauen bzw. seine Werke still zu legen.

Wir alle sind gefragt

Wenn wir die Schönheit und Vielseitigkeit unseres Planeten beibehalten möchten, dann müssen wir ALLE etwas dafür tun. Wenn wir möchten, dass unsere Kinder und Enkelkinder die Erde so bunt erleben wie wir, dann können wir nicht nur zuschauen und jammern.

Ersetzt Plastikflaschen mit Glas. Nimmt Eure Stoffbeutel mit wenn Ihr einkaufen geht. Kauft loses Gemüse. Habt eine Kaffeekanne dabei wenn Ihr zu Starbucks oder McDonald’s geht. Verzichtet auf Plastiktüten und -verpackungen soweit wie möglich. Die Müllberge müssen kleiner werden.

Wie unterstützt Ihr die Artenvielfalt?

Ostermarkt Blumenwiesenpatenschaft

Ostermarkt: Artenvielfalt durch eine Blumenwiesenpatenschaft fördern

Letzten Sonntag trafen sich die Münnerstädter auf dem Ostermarkt. Obwohl es sehr frisch war, kamen Besucher aus allen Teilen Bayerns. Es gab nicht nur viel zu sehen, sondern auch ein paar Schnäppchen warteten hier und da auf neue Eigentümer.

Münnerstadt ist eine kleine Stadt (rund 8.000 Einwohner) im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen. Das Städtchen liegt am Südrand des Naturparks Bayerische Rhön und stecht durch seine prächtigen Fachwerkbauten heraus.

Zurück zum Ostermarkt.

Dieser hausierte wie üblich auf dem Marktplatz, rund um das Rathaus. An der Klosterkirche erstreckte sich der 20. Mürschter Trödelmarkt, ein Highlight für Antike-Liebhaber und Schnäppchen-Jäger aller Couleur. Gleichzeitig hatten auch die Geschäfte offen und luden zum verkaufsoffenen Sonntag ein.

Weitere Events:

  • Der Ostereiermarkt fand in der Alten Aula statt.
  • Der Osterbasar des Roten Kreuzes fand im Rot-Kreuz-Haus statt.
  • Der Auto-Frühling der Autohändler hieß seine Anhänger auf dem Anger willkommen.

Blumenwiesenpatenschaften auf dem Ostermarkt

Zusammen mit meinem Imkerkollegen Helmut Petsch, setzen wir uns für die Bienen und die Artenvielfalt in der Region ein. Deshalb bot unser Stand neben leckeren Honig und Aroniaprodukten auch Blumenwiesenpatenschaften an.

Die Besucher hatten also die Gelegenheit eine Blumenwiesenpatenschaft zu erwerben.

Das tolle an der Initiative: die Blumenwiesenpaten werden im November zur Bayerischen Honigpremierung als Unterstützer eingeladen. Das gleiche gilt auch für die besten Gärtner. Es soll auch eine Preisverleihung geben 😉

Wenn Ihr ein Herz für Bienen habt und damit den Artenschutz in Deutschland unterstützen möchtet, dann werdet Blumenwiesenpate. Ich freue mich über jeden Einzelnen von Euch der mitmacht und noch mehr freue ich mich darüber, Euch im November persönlich kennen zu lernen. Hier gibt’s die Details:

Diese traditionellen Ostermärkte sind eine tolle Sache. Nicht nur dass sie der Auftakt zur Flohmarkt-Saison sind, sondern vor allem deshalb, weil „alle“ rauskommen. Viele Bewohner machen mit, die einen haben größere Stände, die anderen kleinere. Die einen bieten Antike an, die anderen die typischen „was man nicht mehr braucht“ Artikel.

Kinder haben die Gelegenheit rumzulaufen und Ostereier zu suchen. Man spaziert durch die Stände, führt nette Gespräche und trifft auf den einen oder anderen Bekannten, den man länger nicht mehr gesehen hat.

Ostermärkte sind bunt, vielfältig und Teil unserer Kultur. Wir haben uns an sie gewöhnt und sie sind Teil unseres Lebens geworden.

Mein Dankeschön geht an dieser Stelle auch an die Redaktion der lokalen Zeitung inFranken. Die Kollegen haben uns von Anfang an bei der Intitiave Blumenwiesenpatenschaften, Artenvielfalt und „Rettet die Bienen“ begleitet. Ihre Unterstützung weiss ich sehr zu schätzen!

Bis in einem Jahr, wo es dann wieder heißt, Münnerstädter Ostermarkt lädt ein. Ich wünsche Euch ein frohes Osterfest und eine besinnliche Zeit im Kreise Eurer Liebsten.

Pflanzenschutzmittel und Insektensterben

News: Pflanzenschutzmittel, Insektensterben, Verbrauchererwartungen

In wenigen Wochen heißt es goodbye Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Flurtamone. Damit sind ein paar weit verbreitete Getreideherbizide und -fungizide nicht mehr zugelassen. Der Industrieverband Agrar e.V. (IVA) spricht von „gravierende Eingriffe in Eigentumsrechte der Landwirte“.

Die drei Getreideherbizide Bacara, Bacara Forte und Cadou Forte dürfen bis zum 27. Dezember 2019 weiter verkauft und müssen bis zum 27. März 2020 aufgebraucht werden. Zum 30. April 2019 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auch die Zulassung aller Getreidefungizide mit dem Wirkstoff Fenpropimorph widerrufen. Die vier Präparate Corbel, Diamant, Juwel Top und Opus Top müssen bis zum 30. Oktober 2019 verkauft und bis zum 30. Oktober 2020 aufgebraucht werden.

Da die Zulassung für Capalo planmäßig am 30. April 2019 endet, ist kein gesonderter Widerruf nötig. Selbstverständlich gelten auch hier die genannten Abverkaufs- und Aufbrauchfristen.

Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Es handelt sich hierbei um eine EU-weite Entscheidung. Es heißt:

„Im Verfahren zur Erneuerung der Genehmigung konnten Risiken für Verbraucher und die Umwelt nicht abschließend bewertet werden.“

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Deshalb haben sich die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten darauf geeinigt, die Genehmigung nicht zu erneuern. So kommt es, dass bestehende Zulassungen widerrufen werden müssen.

Windräder: Tolle Energiequelle und gleichzeitig schuldig am Insektensterben?

Der starke und langanhaltende Wind in Deutschland hat einem besonders gut getan: den Windrädern.

Seit Jahresbeginn haben die großen spinnartigen Hochgenossen 33 Milliarden Kilowattstunden Strom geliefert. Letztes Jahr wurden die 33 Mrd. kWh erst Ende März erreicht. Sollte der starke Wind bis Ende diesen Monats anhalten, dann rechnet der Energiekonzern Eon mit 38 bis 40 Mrd. kWh im ersten Quartal.

Der diesjährige Höchstrekord wurde am 8. Januar erzielt. An diesem Tag wurden 961.000 Megawattstunden produziert.

Sollte die Windgeschwindigkeit mehr als 90 km pro Stunde betragen, also Windstärke 10, dann werden die Windräder automatisch abgeregelt und aus dem Wind gedreht.

Quelle: Handelsblatt

Als nächstes möchte ich auf eine aktuelle Studie des Instituts für Deutsche Luft- und Raumfahrtforschung (DLR) eingehen. Denn hier heißt es, dass des Ausbau von Windparks (seit 1990) für einen erheblichen Teil der Dezimierung der Population von Fluginsekten verantwortlich sind.

Am Insektensterben sind mehrere Schuldige verantwortlich, unter anderem:

  • die intensive Landwirtschaft
  • der Einsatz von Pestiziden
  • der Trend hin zur Urbanisierung und die Entstehung sog. Mega-Cities
  • der stetig steigende Verkehr und die damit einhergehende Infrastruktur
  • der Klimawandel

Nun soll also ein weiterer Faktor in die obige Liste mit aufgenommen werden: Windparks.

Das Thema Insekten- und Bienensterben ist auch so schon komplex genug, aber mit der neuen Perspektive, steigen auch die Lösungsanforderungen und -erwartungen ungemein.

Ein paar Erkenntnisse aus der Studie:

  • Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Abnahme von Fluginsekten und der Zunahme von Windparks.
  • Korrektur folgender Annahmen: (1) Fluginsekten bewegen sich fast ausschließlich außerhalb des Bereichs der meisten Windrotoren (FALSCH). (2) Insekten fliegen nicht bei hohen Windgeschwindigkeiten (FALSCH).
  • Der Insektenschlag auf den Rotorblättern der Windkraftanlagen verursacht Verschmutzungen, was wiederum zu Effizienzverlusten von bis zu 50% führen kann.
  • Die Zahl der durch die Rotoren getragenen Insekten liegt laut Modellanalyse bei etwa 24.000 Tonnen pro Jahr nach 2003.
  • Die geschätzten Verluste liegen bei durchschnittlich 5-6 Mrd. Insekten pro Tag während der warmen Jahreszeit von April bis Oktober.

Wichtig hierbei ist folgendes: diese Insektenverluste wirken sich nicht nur auf den Reproduktionsprozess negativ aus (Dezimierung der Insektenpopulation), sondern auch auf die nachfolgende Nahrungskette.

Was raten uns die Forscher?

In erster Linie weisen die Forscher darauf hin, dass ihre theoretischen Modellanalysen dringend empirisch verifiziert werden sollten. Des weiteren, sollte der Zusammenhang von Insektenmigration und Windparkbetrieb besser verstanden werden.

Weitere Maßnahmen wären das Monitoring der Insektenmigration und die Installation von „automatischen Schwarmerkennungssystemen in Verbindung mit einer entsprechenden Steuerung der Rotoren“.

Hier geht’s zur Studie.

SocialLab: so ticken Verbraucher, Landwirte und der Handel

Auf 76 Seiten versuchen Wissenschaftler aus acht Forschungseinrichtungen Antworten auf ein paar kritische Fragen zu finden.

Wie soll man mit Tieren umgehen? Was versteht der Verbraucher unter Tierwohl und was erwartet dieser von tierhaltenden Betrieben? Welche Rolle spielt der Handel als Bindeglied zwischen Landwirt / Viehzüchter und Konsument?

Das Forschungsprojekt „SocialLab“ unter Federführung des Thünen-Instituts hat am 13. März 2019 seine Ergebnisse im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vorgestellt.

Ein paar Ergebnisse im Überblick:

  • Verbraucher bewerten Tierwohl höher als Umweltschutz, arbeitswirtschaftsliche Ziele der Betriebe und Arbeitssicherheit.
  • Verbraucher in Deutschland legen Wert auf die Vielfalt von hochwertigen Lebensmitteln.
  • Regionalität spielt weiterhin eine große Rolle.
  • Konflikte ergeben sich beim Thema Preis: Die Mehrheit verlangt mehr Tierwohl und regionale Produkte ist gleichzeitig jedoch selten bereit dafür mehr Geld auszugeben.
  • Auffällige Diskrepanzen gibt es weiterhin zwischen Verbrauchererwartungen und -verhalten. (Beispiel: Tierwohl ja, aber mehr bezahlen nein)

Eine der Schlußfolgerungen von Bundesministerin Julia Klöckner lautet deshalb wie folgt:

Die Mehrkosten für alle oben aufgeführten Themenschwerpunkte kann nicht alleine der Landwirt tragen.

Die Verbraucher müssen mehr Verständnis für den Landwirt aufbringen und genauso gilt das auch umgekehrt. Das Schlüsselwort hier ist: Bewusstsein für die Position des anderen schaffen.

Dem Projekt ist eins recht gut gelungen, und zwar Zielkonflikte aufzuzeigen. Diese betreffen landwirtschaftliche Betriebe gleichermassen: An welchen Stellschrauben soll ich als Landwirt drehen, ohne an den Verbraucherwünschen vorbei zu produzieren? Was kann ich tun, um nicht auf den Mehrkosten sitzen zu bleiben wenn schonmal klar ist, dass der Konsument dafür nicht bereit ist zu zahlen?

Hier geht’s zur Studie von SocialLab.

Kurz noch zurück zu den Insekten

Blumenwiesen, eine bunte Vielfalt von Blumen an Wegrändern, Ackerstreifen und in Gärten – das können wir Landwirte u.a. tun, damit unsere Bienen und Insekten nicht aussterben.

Die Zeitung inFranken.de hat einen Beitrag über die Intiative „Mürscht blüht auf“ geschrieben. Zusammen mit meinem Imkerkollegen Dieter Schölzke wollen wir die Münnerstädter dazu animieren, wieder mehr Blumenkästen anzupflanzen. Wir bieten im Mai dazu auch einen Workshop an und bereiten uns damit kräftig auf das Stadtjubiläum 2020 vor.

Hier geht’s zum Artikel „Münnerstadt soll aufblühen„.

Wer Interesse an einer Blumenwiesen-Patenschaft hat, der kann mir gerne hier einen Kommentar hinterlassen oder mich direkt kontaktieren. Ich freue mich auf Eure Nachricht!

Was können wir noch gemeinsam gegen das Insektensterben tun?

Artenschutz bei Agrarbetrieb

News: SIMA, Dürre-Insolvenzen, Artenschutz

Vom 24-28 Februar trifft sich unsere Community auf der französischen Landwirtschaftsmesse SIMA in Paris. Ein spannender Kick-off gleich zum Jahresanfang 2019, denn im November sehen wir uns alle in Hannover auf der Agritechnica.

Des weiteren blicken wir nochmal mit große Sorgen auf das Dürrejahr 2018 zurück. Die Konsequenzen, u.a. jede Menge Dürre-Insolvenzen werden erst in diesem Jahr zum Tragen kommen. Zum Schluss widmen wir uns dem Thema Artenschutz in Deutschland.

Messejahr 2019: Erst SIMA, dann Agritechnica

Am Sonntag den 24. Februar geht’s los. Die SIMA in Paris erwartet über 1.800 Ausstellern aus 42 Ländern. Es geht um moderne Landtechnik, neue Verfahren und digitale Lösungen in der Landwirtschaft, sowie um die traditionelle Preisverleihung der SIMA Innovation Awards.

Ein paar wichtige Eckdaten zur Messe:

  • Location: Messehallen des Parc des expositions Paris Nord Villepinte.
  • Öffnungszeiten: 8:30 bis 18:00
  • Eintrittspreise: 30€ inkl. MwSt. (Online), 40€ inkl. MwSt. vor Ort
  • Messedauer: 24 – 28 Februar

Die Gewinner der SIMA Innovation Awards 2019:

  1. Goldmedaillen (2x): Claas Januar 960 Terra Trac und LaForge DynaTrac
  2. Silbermedaillen (5x): Live NBalance von Airbus Defence and Space & John Deere, Field Sensor von Bosch Frankreich, Fernüberwachungssystem für John Deere Vertriebspartner, Redvista Augmented Reality Technologie von Kuhn, Tank-Air-Wheel (Puffertank) des französischen Felgenherstellers Sodijantes Industrie
  3. Bronzemedaillen (20x): 20 Preisträger

Auch wenn Paris in den letzten Jahren unter den DACH-Kollegen eine immer größere Beliebtheit gewonnen hat, bleibt der Termin in Hannover zum Jahresende unschlagbar. Mit über 2.800 Herstellern aus 52 Ländern in 23 Hallen ist und bleibt die Agritechnica DAS Treffpunkt für Landwirte aus der ganzen Welt.

Dürrejahr 2018: Die Konsequenzen sind bitter

Ein Katastrophenjahr – so beschreibt eine Vielzahl deutscher Landwirte das letzte Jahr.

Wochenlang schien die Sonne, kaum eine Wolke am Himmel und der Regen ließ lange auf sich warten. Die Schwimmbäder und Biergärten in Deutschland freuten sich über die Rekordumsätze, den Landwirten blieb nur der Blick auf öde Landschaften übrig. Dass dies für die zweiteren noch jede Menge Konsequenzen mit sich bringen wird, war uns klar.

Das Dürrejahr 2018 hat den meisten landwirtschaftlichen Betriebe einen Strich durch die Rechnung gezogen. Und das buchstäblich.

Die Zahl der Insolvenzen ist nur geringfügig nach oben gegangen. Laut Destatis sind letztes Jahr 114 landwirtschaftliche Unternehmen zahlungsunfähig geworden. Die Zahl ist deutlich niedriger als in den Jahren zuvor.

Es gibt eine Ausnahme: das Jahr 2017 gilt mit 109 angemeldeten Insolvenzen als das Jahr mit den bislang wenigsten Unternehmensinsolvenzen in der Landwirtschaft.

Das schlimmste erwartet uns noch, so die Prognosen des Finanzdienstleisters CRIF Bürgel.

„Im Zeitraum von August bis November 2018 ist die Zahl der insolvenzgefährdeten Unternehmen aus der Landwirtschaft um 11,1 Prozent angestiegen. Insgesamt gelten damit aktuell 5.049 landwirtschaftliche Betriebe als finanzschwach und haben derzeit ein erhöhtes Insolvenzrisiko.“

Quelle: CRIF Bürgel GmbH


Zum Vergleich: Der Trend in der Gesamtwirtschaft ging im gleichen Zeitraum mit -3,7% in die entgegengesetzte Richtung.

Welche Optionen bleiben einem landwirtschaftlichen Betrieb offen, um die heftigen Auswirkungen des letzten Jahres zu überleben?

Zum einen, kann es auf Rücklagen zurück greifen – vorausgesetzt die existieren und sind noch ok. Zum anderen, können Familie und Freunde einem kurzfristig mit einer Finanzspritze aushelfen.

Egal wie, man steckt in der Zange: die Ernte ist klein ausgefallen, d.h. die Erlöse sind eingebrochen und gleichzeitig sind die Kosten gestiegen. Deshalb gehen die Finanzdienstleister von einem Anstieg der Insolvenzzahl in 2019 aus.

Es gibt aber auch positive Nachrichten:

Landwirtschaftliche Betriebe gelten als „finanzstärker und robuster“ als die Gesamtwirtschaft. Hinzu kommt, dass der durchschnittliche Bonitätsindex in der Landwirtschaft einen besseren Wert ausweist (2,42) als in der Gesamtwirtschaft (2,70).

Für alle unter Euch die tiefer in die Materie einsteigen wollen, denen empfehle ich das neu erschienene Situationsbericht 2018/19 des Deutschen Bauernverbandes. Das 50-seitige PDF-Dokument kann auf der Webseite des DBV kostenfrei heruntergeladen werden.

Das Thema Artenschutz bringt endlich etwas mehr Bewegung in die Politik rein

Wie Ihr bereits wisst, spielen Artenvielfalt und Insektenschutz insb. Honigbienenschutz eine besonders grosse Rolle in meinem Leben. So kommt es auch, dass ich das Projekt Blumenwiese vor ein paar Jahren ins Leben gerufen habe.

Umso weniger wundert es mich, dass das bayerische Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen!“ die Politik wieder massiv in Bewegung setzt.

Das Ergebnis: die Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) will den Insektenschutz in Deutschland gesetzlich festschreiben. Dafür soll es laut Ministerin zusätzlich 100 Millionen EUR im Jahr geben.

Das Aktionsprogramm soll verbindliche Vorgaben u.a. bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und beim Zuführen von Schadstoffen im Lebensraum der Insekten machen. Das Vorhaben soll im April mit dem Landwirtschaftsministerium abgestimmt werden.

Der Anschub kam aus Bayern. Über 17 Millionen Bürger, das sind 18% der Wahlberechtigten haben mit ihren Unterschriften ein klares Zeichen für das Volksbegehren „Artenvielfalt“ gesetzt. Der Bayerische Bauernverband (BBV) wird an den Gesprächen mit der Politik teilnehmen.

Biodiversität geht nicht nur Bayern etwas an, sondern alle

Nachhaltige Landwirtschaft – dafür stehe ich bei Agrarbetrieb und mit mir ganz viele Kollegen aus Bayern und anderen Bundesländern.

Ich freue mich, dass die Initiative aus Bayern kommt und Mittelfranken da die Nase vorne hat, aber hier geht es um vielmehr als ein paar Stimmen aus einem Bundesland. Es geht um eine Steigerung der Sensibilität für wildlebende Insekten (nicht nur die Honigbiene), Arten- und Umweltschutz bei Landwirten und Bevölkerung gleichermassen. Es geht um eine engere Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Imkern.

Was können wir für den Artenschutz in Deutschland zusätzlich noch alles tun?