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Kuhpatenschaft und Blumenwiesenpatenschaft

Kuhpatenschaft in der Schweiz, Blumenwiesenpatenschaft bei uns

Die Geschäftsidee mit den Patenschaften scheint nicht nur bei den Tech-Startups in Silicon Valley ein erfolgreiches Konzept zu sein, sondern auch hierzulande. In der Schweiz könnt Ihr jetzt eine Kuhpatenschaft erwerben. Bei uns auf Agrarbetrieb habt Ihr die Möglichkeit ein Blumenwiesen-Pate zu werden.

Die stetig sinkende Milchpreise haben den einen oder anderen Bauern sehr erfinderisch gemacht.

Ja, die lieben Landwirte und Viehhalter verfügen auch über eine kreative Ader. Und wenn es ums Überleben geht, dann bleibt einem nichts anderes übrig als „All In“ zu spielen (für alle Pokerspieler unter Euch, ein bekanntes Konzept).

Save A Cow – Wer hat Lust auf eine Kuhpatenschaft?

Unsere heutige Geschichte beginnt in der Schweiz; genauer gesagt auf dem Hof Hinterburg.

Der Milchviehbauer Adrian Haggenmacher liebt seine Kühe und möchte diese weiterhin artgerecht halten. Die Tiere wiederum lieben ihr Herrchen, weil dieser sie 24 Stunden lang selbst entscheiden lässt, wann sie schlafen und fressen bzw. wann sie gemolken werden möchten.

Dieses idyllische Zusammenleben kann nur so lange gut gehen bis die Milchpreise stimmen. Dies ist jedoch seit längerem nicht mehr der Fall, d.h. der Landwirt kann die Milch nicht mehr kostendeckend produzieren.

Bevor das Paradies in eine Dornenbastei umgewandelt wird und alles in den Händen einer doch recht unpersönlichen Molkerei landet, kam der Landwirte auf eine hervorragende Idee:

Kuhpatenschaften!

Damit könnte man die „Mädels“ Famosa, Erma, Futura, Fee & Co. weiterhin artgerecht verpflegen.

Wie läuft der Deal?

Die Kurzversion: Ihr übernimmt eine Kuhpatenschaft und dafür könnt Ihr wöchentlich 2 bzw. 6 Liter frische Milch gratis abholen.

Im Detail funktioniert das wie folgt:

  • Für 20-100 FR/Monat gibt es eine Teil- oder Voll-Patenschaft für jeweils 6 oder 12 Monate (mittlerweile gibt’s jede Menge Konstrukte und Kombinationen, siehe hierzu die unten aufgeführte Webseite)
  • 1 Monat vor Ablauf der Patenschaft erhaltet Ihr eine Info, ob die Patenschaft verlängert werden soll oder nicht
  • Wenn Emmi dem Landwirt mehr für die Milch zahlt, dann werden die Preise für die Patenschaften entsprechend angepasst (es betrifft neue Patenschaften)
  • Erkrankt oder stirbt das für die Kuhpatenschaft ausgewählte Tier, dann erfolgt eine Info und die Patenschaft wird ohne Zusatzkosten auf eine andere Kuh übertragen

Wenn Ihr in der Nähe wohnt oder einfach mal so ein derartiges Projekt unterstützen möchtet, sei es weil Ihr Tiere liebt und/ oder von einer artgerechten Tierhaltung überzeugt seid, dann erfahrt Ihr hier alle wichtigen Informationen:

https://www.hof-hinterburg.ch/patenschaften/kuh-patenschaft/

Radiosender greifen die Idee der Kuhpatenschaft auf

Siehe da, kaum vertieft man sich in die Thematik der Kuhpatenschaft und schon stellt sich fest, dass das Konzept schon länger durch die Medien kursiert.

Bereits in 2015 verschenkte Isabella Canaval vom Antenne Vorarlberg-Frühstücksradio täglich eine Kuhpatenschaft. Das ganze lief dann wie folgt ab…

Quelle: Antenne Vorarlberg, YouTube

Von der Kuh- zur Blumenwiesenpatenschaft

Blumen haben mich schon immer fasziniert.

Die Farbenspiele, die Vielfalt und vor allem das Summen und Krabbeln in einer Blumenwiese – das ist ein unbeschreiblich schönes Zusammenspiel was sich jeden Tag auf diesen Feldern, in der Blütezeit abspielt.

So schön auch diese Kulisse ist, umso besorgniserregend finde ich das „leiser werden“ des Summens.

Es hat etwas mit dem Sterben der Honigbienen zu tun. Deutschland hat damit ein Problem. Frankreich und die Vereinigten Staaten ebenso. Und, dass dies keine Lapalie ist, zeigt auch die Initiative von Walmart, der größten amerikanischen Handelskette, welcher vor Kürze einen Patentantrag für Roboterbienen gestellt hat.

Um diese Herausforderung zu meistern und zumindest hier bei uns in Deutschland, den fleißigen Bienen etwas mehr „Luft zum atmen“ und eine bunte Kulisse zum austoben zu schaffen, habe ich die Blumenwiesenpatenschaft ins Leben gerufen.

Wenn Ihr unserer Natur helfen und gleichzeitig auch Euch selbst eine Freude machen wollt, dann lade ich Euch zu einer Blumenwiesenpatenschaft ein. Hier erfahrt Ihr mehr:

Infos zur Blumenwiesenpatenschaft.

Patenschaften als Lösungsalternative?

Darauf zu warten bis Regierungen irgendwelche Maßnahmen bestimmen, die uns helfen sollen, macht keinen Sinn. Eigeninitiative ist gefragt.

Es ist erschreckend zu sehen, wie viele Viehzüchter hierzulande jährlich Ihren Hof schliessen müssen, weil sie die lange Kette vom Hof bis zum Endkonsumenten nicht mehr stemmen können. Umso genialer finde ich es, wenn wir als Landwirte und Tierhalter direkt auf die Endkonsumenten zugehen und nach Lösungsansätzen suchen.

In der heutigen Social Media und Crowdfunding Ära ist es sicherlich einfacher als nie, den Konsumenten direkt zu involvieren und ihm zu erklären wie dieses System so ohne Weiteres nicht aufrecht zu erhalten ist.

Patenschaften sind zur Zeit der Renner. Sie sind wahrhaftig eine kluge und gleichzeitig wenig aufwendige Lösung, die uns ermöglicht, jeden Tag das Beste zu geben und unsere Felder und Tiere liebevoll zu versorgen.

Habe ich Euer Interesse an einer Blumenwiesen- oder Kuhpatenschaft geweckt? Falls ja, greift zu und lasst uns gemeinsam unserem Planeten etwas Gutes tun.

Honigbienen oder Roboterbienen

Walmart reicht Patentanträge für Roboterbienen ein

Was will ein Handelsriese wie Walmart mit Roboterbienen anfangen? Das geht wohl jedem durch den Kopf der den Titel des heutigen Blogs liest.

Dass wir weltweit ein Aussterben der Bienen erleben ist nichts Neues. Deutschland und Frankreich klagen schon längst über dieses Phänomen. Hierzulande versuchen immer mehr Landwirte auf das Thema aufmerksam zu machen. Und da wir nicht zuschauen können bis die Politik wachgerüttelt wird, haben viele von uns auch erste Lösungen parat:

Blumenwiese — ein bunter Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und Co.

Die Blumenwiese ist eine natürliche Lösung.

Das was die Amerikaner mit den bienenförmigen Drohnen vorhaben, ist die künstliche Lösung.

Dabei geht es nicht darum was besser oder schlechter ist; vielmehr zählt die Initiative und die Bereitschaft eine Lösung für dieses gravierende und von vielen leider immer noch unterschätztes Problem zu finden.

Roboterbienen sollen zukünftig bei der Bestäubungsarbeit unterstützen

Was steckt hinter dieser Intitiative? Welches Problem versucht der US-Handelsriese zu lösen?

Die Fakten:

  • Ohne Bienen tragen viele Nutzpflanzen keine Früchte.
  • Das Sterben der Bienen schreitet voran und es gibt bis dato keine großflächige Lösungen die weltweit greifen.
  • Die Bestäubungsarbeit erfordert zusätzliche Kapazitäten und diese soll durch künstliche Insekten übernommen werden.

Am 8. März hat Walmart mehrere Patentanträge für verschiedene Fluggeräte für den Einsatz im Ackerbau, eingereicht. Darunter befindet sich auch ein Patent für eine autonome Roboterbiene, eine sogenannte Bestäubungsdrohne.

Die Technik dahinter:

Die künstliche Biene soll mit Pollen beladen von Pflanze zu Pflanze fliegen und ganz gezielt die Bestäubungsarbeit leisten. Ein Sensor ermittelt ob die Bestäubung erfolgreich war oder nicht.

Warum versucht Walmart dieses Problem zu lösen? Was springt für den Handelsriesen dabei raus?

Die Nachfrage nach „Organic“ Lebensmitteln in den USA steigt. Schon lange ist Bio keine Nischensparte mehr und die Attraktivität der Margen hat dazu geführt, dass Walmart diesen Markt nicht gänzlich Whole Foods (letztes Jahr vom Onlineriesen Amazon übernommen) überlassen wollte.

Die kleinen Drohnen sollen letztendlich die Produktionskosten senken und gleichzeitig für mehr Transparenz sorgen.

Die Idee mit künstlichen Insekten die Bestäubungsarbeit der Bienen zu übernehmen ist nicht neu. Bereits in 2013 arbeiteten Forscher der Harvard-Universität daran, dem Bienensterben mit Hilfe von Roboterbienen zu begegnen. Die erste Generation Roboterbienen konnte sich frei im Wasser bewegen und sich sogar an Fenstern festhalten.

Quellen: Futurism, cnet, CB Insights, Harvard University

Bienensterben – Was können wir dagegen tun?

In dem nachfolgenden Video wird das Phänomen des Bienensterbens kurz erklärt.

Wir erfahren welche Regionen und Länder besonders stark hierunter leiden, woran es liegt, dass uns die Honigbienen wegsterben und welche Folgen uns erwarten wenn wir das nicht aufhalten.

Ein paar Tipps und Lösungsansätze für jedermann gibts natürlich auch.

Quelle: Faktastisch, YouTube

Zuletzt noch ein paar Schlagzeilen aus unserer Branche

Arla Foods verkauft Käsewerk an Allgäuer Hof-Milch

Arla Foods will bis zum 1. Mai 2018, sein Käsewerk in Sonthofen an die Allgäuer Hof-Milch GmbH verkaufen. Die Milchlieferverträge mit den Allgäuer Landwirten behalten bis Ende 2019 ihre Gültigkeit. Die Allgäuer Hof-Milch produziert bis auf Weiteres Käseprodukte für Arla Foods damit das Unternehmen die Handelskunden weiterhin beliefern kann. Auch hier steht eine Erneuerung der Lieferverträge bevor.

Südzucker erwartet 100 bis 200 Millionen EUR Verlust

Die Liberalisierung des EU-Zuckermarktes macht Europas größtem Zuckerhersteller schwer zu schaffen.

Die Südzucker AG erwartet im Zuckergeschäft ein dreistelliges Minus. Der Wegfall der Zuckerquote und die weltweiten Produktionsüberschüsse schwächen den bereits schwachen Zuckermarkt noch mehr. Der Umsatz soll durch die Sparten Spezialitäten und Frucht stabil gehalten werden. Die Dividende bleiben unverändert.

Saudi-Arabien baut größte Solaranlage der Welt — das entspricht 7 Atomkraftwerken

Kronprinz Mohammed bin Salman baut die Wirtschaft seines Wüstenkönigreichs um. Jetzt unterzeichnete er in New York einen Deal für zwei Sonnenfelder mit einer Leistung von insgesamt 7,2 Gigawatt (jeweils 3 und 4,2 Gigawatt) mit dem japanischen Technologie-Konzern Softbank. Die Sonnenfelder sollen bis 2019 fertiggestellt werden.

Im Rahmen der „Vision 2030“ hat sich Saudi-Arabien vorgenommen, seine Wirtschaft umzubauen und dadurch etwas unabhängiger von Öl zu werden. Das Land soll zu einem Technologie-Standort werden. Die anstehenden Projekte sollen mehr als 100.000 Jobs kreiieren.

China bleibt den Arabern jedoch auf den Fersen. Der Billigkonkurrent lässt sich nicht so schnell verunsichern und in die Ecke drängen.

Quelle: Forbes

Autonome Roboterbienen, vom Ölmagnaten zum Solarpanel-Junkie, Fusionen und Kooperationen — diese Vielfalt widerspiegelt die Welt in der wir leben. Alles ist schneller geworden und hektischer. Hauptsache wir beherrschen („noch“) die Technologien und nicht anders herum.

Tesla-Erneuerbare Energie-Akku

Erneuerbare Energie: weltweit größter Akku in Betrieb

Erneuerbare Energie spielt weltweit eine immer größere Rolle. Investitionen in umweltfreundlichen Strom sind der Weg in die Zukunft. 

Auch für Australien, das in Punkto Energiegewinnung bisher sehr stark von Strom aus Kohlekraftwerken abhängt.

Es gehört zu den Ländern, die umgerechnet auf die Einwohnerzahl, mit die höchste Produktion des klimaschädlichen CO2 aufweist.

Erneuerbare Energie spielen in Down Under bisher entsprechend nur eine untergeordnete Bedeutung. Oder sollen wir sagen “spielten”.

Denn ausgerechnet in Australien ging das weltweit größte Akkusystem an den Start und setzt damit neue Standards im Bereich Erneuerbare Energie.

Erneuerbare Energie dank Tesla in neuen Dimensionen

Bei dem Akkusystem handelt es sich um einen Lithium-Ionen-Speicher, der mit seiner Gesamtleistung von 129 Megawatt 30.000 Haushalte mit Strom versorgt.

Wir verbinden einen Lithium-Ionen-Akku mit Geräten wie unserem Handy, in welchem diese Art der Energiespeicherung mittlerweile Standard ist.

Die Vorteile von Lithium-Ionen-Akkus liegen hier auf der Hand:

  • kein Memory-Effekt, der im Laufe der Zeit die Akkuleistung vermindert
  • eine lange Lagerfähigkeit aufgrund seiner geringen Selbstentladung
  • eine hohe Energiedichte (etwa das 3-4 fache eines gleich großen NiCd-Akkus oder das Doppelte eines NiMH-Akkus)
  • eine lange Haltbarkeit

Wisst Ihr eigentlich wie ein Lithium-Ionen-Akku funktioniert?

Der Lithium-Ionen-Akku

Quelle: TheSimpleChemics

Der Lithium-Ionen-Akku in Australien erreicht eine neue, bisher noch nicht gekannte Größenordnung.

Das gigantische Projekt wurde vom US-Elektroautohersteller Tesla nördlich von Adelaide errichtet.

Und auch beim Bau machte Tesla eine klare Ansage: in 100 Tagen wird der größte Akku für Erneuerbare Energie gebaut werden, oder das Unternehmen würde ihn kostenlos abgegeben, so das Versprechen von Tesla-Chef Elon Musks.

Und das Ziel wurde, wenn auch knapp, erreicht. Rund 3 Monate Bauzeit klingen jedoch einfach sehr beeindruckend, oder?

(Die Kosten wurden von Musks übrigens auf mindestens 50 Millionen Dollar angegeben.)

In Australien beginnt der Sommer. Der Akku wird dringend gebraucht, um den hohen Stromverbrauch in dieser Jahreszeit zu decken.

Die extreme hohen Temperaturen führten in den letzten Sommern immer wieder zu Stromausfällen.

So gab es etwa im September 2016 aufgrund eines Unwetters einen Stromausfall, bei dem 1,7 Millionen Haushalt über mehrere Tage vom Nationalen Netzwerk abgeschnitten waren. 

Mit dem Lithium-Ionen-Akku sollen solche Nachrichten der Vergangenheit angehören, denn er liefert Strom rund um die Uhr, egal ob Wind und Sonne gerade bei der Energiegewinnung mitspielen. 

Der Strom für den Akku kommt aus einem Windpark, der von dem französischen Unternehmen Neoen betrieben wird.

Das Projekt zeigt, es mangelt nicht an innovativen Lösungen. Auch nicht an deren Umsetzung.

Wir dürfen gespannt sein, wie das australische Vorbild in anderen Teilen der Welt aufgenommen wird. Sicherlich werden wir in Zukunft von größeren Akkusystemen hören. 

(Quelle: Manager Magazin, Passauer Neue Presse, DPA)

Und noch ein Blick auf ein aktuelles Thema der Woche:

Entscheidung zum Neonikotinoid-Verbot verschoben

Eigentlich sollte diese Woche abgestimmt werden, ob die drei neonikotinoiden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam im Freiland verboten werden sollen. 

Diese Entscheidung wurde nun jedoch vom Ständigen EU-Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (PAFF) auf März 2018 verschoben. 

Neonikotinoide werden in der Landwirtschaft als Saatgutbeizmittel eingesetzt. Sie sollen Schädlinge bekämpfen und damit die Pflanzen beschützen. 

Allerdings beschränkt sich die Wirkung nicht nur auf Schädlinge.

Die Insektizide werden für das rapide Sterben von Bienen und anderen Insekten verantwortlich gemacht. 

Deshalb wurde bereits in 2013 der Einsatz von der EU-Kommission eingeschränkt.

So dürfen die Wirkstoffe beispielsweise nicht auf die Rapssaat und beim Anbau von Äpfeln, Gurken und Kirschen Anwendung finden.

Aber, das Verbot kann für viele Pflanzen mit Sondergenehmigungen aufgeweicht werden. 

Bevor die EU-Mitgliedsstaaten eine Entscheidung zum zukünftigen Einsatz der Wirkstoffe treffen, soll jedoch erst noch ein Gutachten der Europäischen Lebensmittelbehörde (Efsa), das die Bienengefährlichkeit der Wirkstoffe genauer untersucht, ausgewertet werden. 

Nach mehrmaliger Verschiebung soll dies nun bis Februar 2018 vorliegen. 

Die Anwendung der Insektizide wird so weiterhin von den verschiedenen Interessengruppen heiß diskutiert

Nichtregierungsorganisationen, die sich für den Umweltschutz einsetzen, fordern klar ein viel umfassenderes Verbot.

Die ausschliessliche Zulassung des Stoffes in Gewächshäusern, wie es aktuell im Raum steht, greift ihnen nicht weit genug. 

Vertreter aus Landwirtschaft und Agrarindustrie befürchten hingegen einen Nachteil der europäischen Landwirtschaft im internationalen Vergleich. 

Hier wird auch zu Bedenken gegeben, dass Landwirte durchaus verantwortungsbewusst mit den Wirkstoffen umzugehen wissen. 

(Quelle: Deutschlandfunk, Spiegel Online, TopAgrar)

Das Thema wird sicherlich bis März 2018 die deutschen Politiker weiterhin gut beschäftigen. Auch bei Vorlage des Gutachtens wird es sehr gegenteilige Meinungen geben. 

Insbesondere wird es bei der Frage, wie weit das Verbot ausgebaut werden soll, bei den Fraktionen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. 

Wie steht Ihr aus Sicht der Landwirte zu dem Thema? 

Neonicotinoide und Milchautomaten

Von Bienenschutz und Milchautomaten

Regionalvermarktung liegt im Trend. Auch Milchbauern überlegen, wie sie diesen Trend für sich nutzen können, um Ihr Überleben bei dauerhaft niedrigen Milchpreisen zu sichern. Können Milchautomaten eine Antwort sein? 

Bevor wir dieser Frage nachgehen, kommen wir zunächst zu einem sehr sehr kleinen Nutztier, das ebenso wie die Milchpreise dauerhaft für besorgniserregende Schlagzeilen sorgt.

Die Rede ist von der Biene.

Schon seit längerem häufen sich die Beweise, dass der flächendeckende Einsatz von Neonicotinoiden Bienen und anderen wildlebenden Insekten schadet. 

Bereits im Jahr 2013 wurden der Einsatz der drei Neonicotinoiden Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin europaweit wegen ihrer großen Risiken für Bienen stark eingeschränkt.

Dennoch wurde immer wieder auch gerne angezweifelt, ob sich diese synthetisch hergestellten Wirkstoffe wirklich negativ auf die Bienengesundheit auswirken. Andere Faktoren, etwa die Varroa-Milbe, werden dann als mögliche Ursachen für das Bienensterben genannt.

Diese Woche veröffentlichen Mainzer Wissenschaftler Studienergebnisse, welche neues Licht auf den Einsatz von hochwirksamen Insektiziden und deren Auswirkungen auf die Bienenpopulation werfen.

Neonicotinoide und das Bienensterben

Bereits in einer früheren, europaweit angelegten Studie der Organisation „European Academies Science Advisory Council (EASAC)“ konnte aufgezeigt werden, dass der Einsatz von Neonicotinoiden

  • die Lebenszeit von Bienenköniginnen verkürzte und
  • die Fortpflanzungsrate von Wildbienen herabsetzte.

Die Studie wies bereits auf ein zunehmendes „Bestäubungs-Defizit“ hin. Denn rund 80 Prozent der Kultur- und Wildpflanzen sind auf Bestäubung durch Insekten angewiesen.

Die Gleichung ist dabei ziemlich einfach: keine Bienen, keine Bestäubung, kein Ernteertrag.

Allgemein werden zu viele Spritzmittel, eine fehlende Vielfalt beim Anbau der Nutzpflanzen und nicht zuletzt auch ein viel zu kleiner Randstreifen mit blühenden Pflanzen gerne als Faktoren genannt, die den Honigbienen die Lebensgrundlage entziehen.

Die neuesten Ergebnisse der Universität Mainz zeigen jedoch sehr spezifisch auf, wie es zu den gefährlichen Auswirkungen durch den Einsatz von sogenannten Neonicotinoiden kommt.

Dabei wirken sich bereits geringe Mengen,  etwa in der Höhe, wie sie auf dem Feld zum Einsatz kommen, erheblich auf die Larvenaufzucht aus.

Die hochwirksamen Insektizide vermindern nachweislich den Acetylcholingehalt im Futtersaft der Ammenbienen. Acetylcholin ist sehr wichtig für die Larvenaufzucht.

Beim Sammeln von Nahrung nehmen die Bienen das Insektizid auf, das in höheren Dosen gar die sogenannten Mikrokänale in der Futtersaftdrüse schädigt, in welchen das Acetylcholin gebildet wird.

Wie steht es um unsere Bienen?

Bienensterben – Immer mehr Beweise

Quelle: lo cco

Obstbauern kennen den wirtschaftlichen Beitrag, den die Honig- und Wildbienen für sie erwirtschaften.

Aber wusstet Ihr, dass ….

  • 265 Milliarden Euro beträgt der geschätzte weltweite wirtschaftliche Nutzen, den Bienen produzieren
  • 10.000 – 15.000 Bienen eines Honigbienenvolkes fliegen täglich aus
  • ca. 1,5 Millionen Blüten besuchen diese Bienen, um 1 kg Honig zu produzieren und
  • 100.000 Kilometer, d.h. 2,5 x um die Erde, legen sie dabei fliegend zurück
  • nach Rind und Schwein stehen Bienen an 3. Stelle in der Liste der wichtigsten Nutztiere für den Menschen
  • von den rund 20.000 Bienenarten weltweit, sind nur 9 Arten Honigbienen

Quelle: 3 Sat

In der Top 3 der Nutztiere kommen wir nun vom kleinsten zu dem größten Nutztier, dem Rind. Genauer gesagt den Kühen und ihrer Milch. Denn der seit Jahren sinkende Milchpreis gefährdet viele Milchbauern.

Insbesondere die kleineren Höfe können mit diesem Preiskampf nicht mithalten.

Milchautomaten als Alternative zu den Billigpreisen der Molkereien?

Agrarökonom Holger Thiele meint: „Man unterschätzt die Solidarität der Kunden mit den  Erzeugern“. (Quelle: zeit.de)

Soll heißen, Verbraucher wären durchaus bereit mehr für die Milch zu zahlen, wenn sie wüssten, was der Griff zur billigsten Milch im Supermarkt für die Milchbauern bedeutet.

Generell steigt das Interesse der Verbraucher an landwirtschaftlichen Produkten, denen man vertrauen kann. Insbesondere Erzeugnisse mit dem Bio-Zeichen oder dem Hinweis, dass sie regional angebaut wurden, können dieses Vertrauen wecken.

Und die Verbraucher zahlen gerne für ein Lebensmittel, dem sie vertrauen, ein wenig mehr.

Seine Milch wieder „wie früher“ frisch gezapft vom Bauernhof abholen, scheint ein Konzept zu sein, dass da rein pass und eine Lösung für beide Seiten bietet:

  • Der Verbraucher sieht, woher seine Milch kommt und kann sich auf die frische Qualität verlassen.
  • Der Milchbauer kann durchaus einen Preis von 1,00 EUR/ Liter für seine Milch erhalten. Ein Preis, den keine Molkerei zahlen wird.

Einfach ermöglicht werden kann diese Direktvermarktung von Milch mit sogenannten Milchautomaten.

Damit sich der Automat auch rechnet, hier ein paar Tips, die Ihr beachten sollten:

Vor dem Kauf des Milchautomaten

Setzt Euch vor dem Kauf unbedingt mit Eurem zuständigen Veterinäramt in Verbindung. Von diesem erfahrt Ihr, welche Auflagen für den Verkauf von Rohmilch erfüllt sein müssen. Der Gang zum Veterinäramt vorab kann Euch viele nachträgliche Kosten ersparen.

Schaut Euch Eure Molkerei-Verträge genau an. Enthalten sie Klauseln, die Euch den zusätzlichen Milchverkauf gar verbieten oder in diesem einschränken?

Und klar, es gibt diverse Hersteller und Automatentypen. Ein Milchautomat ist keine günstige Investition. Ihr solltet Euch reichlich vorab erkunden, welche technische Ausstattung Euer Milchautomat aufweisen soll.

Nicht zuletzt ist es für den Erfolg des Milchautomaten wichtig, dass er eine gute Verkaufslage hat. Wo soll der Automat stehen? Ist er leicht zugänglich und gut erreichbar? Besteht eine genügend große Nachfrage?

Fragen, die Ihr Euch stellen solltet: 

  • Ist das Gerät EU-zertifiziert und eichfähig?
  • Ist der technische Service für den Milchautomat gewährleistet? Können Defekte schnell und relativ kostengünstig repariert werden? Werdet Ihr schnell und einfach informiert, wenn die Milch alle ist? Ist Befüllung und Reinigung einfach und kostengünstig durchführbar?
  • Ist das Gerät einfach für den Kunden zu bedienen? Kann der Automat Geld wechseln und auch Scheine annehmen? Welche Produkte sollen am Automaten erhältlich sein? Können besondere Auflagen, wie etwa beim Verkauf von Rohmilch, erfüllt werden?

Habt Ihr Erfahrungen mit Milchautomaten? Was sind Eure Empfehlungen und Tips für den erfolgreichen Direktverkauf von Milch?