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Biogasanlagen fuer Privathaushalte

Jetzt gibt’s Biogasanlagen auch für Privathaushalte

Auf rund ein Fünftel der Ackerflächen in Deutschland findet Biomasseerzeugung statt. Sie sind und bleiben erstmals der mengenmäßig wichtigste erneuerbare Energieträger und ein bedeutender Standbein für die Landwirte. Seit Neuestem können auch Privathaushalte von Biogasanlagen profitieren. Ein israelisches Unternehmen macht es möglich.

Biogasanlagen sind etwas für die Landwirtschaft… Von wegen…

Das israelische Start-up Unternehmen HomeBiogas hat eine Mini-Biogasanlage für den Privathaushalt entwickelt. Die kompakte 2 qm große Anlage kann im Garten aufgestellt werden. Küchen- und Gartenabfälle landen damit nicht mehr auf der Müllheide, sondern direkt in der eigenen Anlage.

Die kleine Biogasanlage funktioniert wie folgt:

  • Der Biogastank wird mit 650 Liter Wasser gefüllt.
  • Die organischen Abfälle werden einfach reingeschmissen.
  • Biogas entsteht, indem die Bakterien im Wasser die organischen Abfälle zersetzen.
  • Mit 1 kg Abfall kann der Gasherd für rund 1 Stunde betrieben werden. Selbstverständlich können auch andere mit Gas betriebene Geräte an das Durchlaufsystem gekoppelt werden.
  • Das erzeugte Gas wird gefiltert, um unangenehme Gerüche zu vermeiden. Es wird sichergestellt, dass toxische Gase nicht nach aussen dringen.
  • Als Nebenprodukt entsteht flüssiger Dünger.

Die Anlage ist längst kein Prototyp mehr. Sie wird bereits in mehreren Teilen der Welt erfolgreich eingesetzt.

Die Mini-Biogasanlage für den Privatverbrauch kostet 650 US-Dollar.

Quelle: HomeBiogas, YouTube

Zwei innovative Methoden zur Erzeugung von Biogas

Üblicherweise werden Biogasanlagen mit Silomais, Getreide, Gräser, Rüben, Leguminosen oder Durchwachsene Silphie „gefüttert“. Das ist wie gesagt die bekannte Methode.

Aber es geht auch anders.

1. Biogas aus gereinigtem Oberflächenwasser

Die Firma Flexbio Technologie GmbH hat im Rahmen eines Forschungsprojekts die Praxistauglichkeit seines Verfahrens bewiesen. Die Kleinkläranlage reinigt Oberflächenwasser vorflutreif auf und spart damit Kosten.

Zum Verständnis:

  • Bei starkem Regen fallen stoßweise große Mengen an organisch hoch belastetem Oberflächenwasser an.
  • Dieses Oberflächenwasser wird oft in Gärrestlager gesammelt.
  • Das gesammelte Wasser muss umweltgerecht entsorgt werden.
  • Damit entstehen einerseits Kosten für die Lagerung und andererseits, für die Ausbringung.
  • Mit dem Flexbio-Verfahren wird das Oberflächenwasser so stark gereinigt, dass die rechtlich vorgeschriebenen Grenzwerte zum Einleiten im Vorfluter eingehalten werden.
  • Die Kompaktkläranlage baut 99% der Organik und 60% des Stickstoffs ab.

Die Flexbio-Technologie stellt in erster Linie eine wirtschaftliche Alternative dar. Während die konventionelle Ausbringung bei ca. 6,25€/m³ liegt, ist die Reinigung des Oberflächenwassers mit Kosten von 2,18€/m³ rund 65% günstiger.

Hinzu kommt, dass durch die Nutzung der BHKW-Abwärme, die Flexbio-Anlage die Ansprüche des KWK-Bonus erfüllt.

Quellen: Fachagentur Nachwachsende Rohstoff (FNR), Flexbio Technologie

2. Biogas aus Molke

Hier kommt die nächste innovative Herangehensweise in punkto Biogasanlagen.

Die Allgäuer Sennerei Gunzesrid verwendet der aus der Herstellung von Käse übrig gebliebenen Molke, um seine Biogasanlagen auf Trab zu halten. Auch hier werden Kosten gespart. Weniger Gülle, kaum Ausbringung, niedrigere Kosten.

Quelle: Unser Land, YouTube

Innovative Sensoren helfen bei der effizienten Gestaltung von Biogasanlagen

SENSOR #1 zur Überwachung der Biogaserzeugung

Der neuartige Sensor zur genauen Detektion von Methan (CH4), Kohlendioxid (CO2) und Schwefelwasserstoff (H2S) wurde von den Forschern der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zusammen mit den Mitarbeitern des Unternehmens Dittrich/LogiData Tech entwickelt.

Charakteristika des Sensorsystems:

  • Robustes Messgerät
  • einsetzbar in einer hochkorrosiven Umgebung
  • kostengünstiger als konventionelle Technologien
  • ermöglicht eine großflächige, hochaufgelöste Überwachung der Biogaserzeugung (des gesamten Prozesses)
  • schnelle und zuverlässige Datenlieferung: alle 10 Sekunden werden Daten zur Änderung der Gaszusammensetzung geliefert

SENSOR #2 zur Überwachung des Silierprozesses

Der innovative Sensor überwacht folgende Kenngrößen des Silierprozesses in Echtzeit: PH-Wert, Verdichtung und Temperatur. Die Datenübertragung erfolgt Online. Dadurch weiss der zuständige Fahrer bzw. Landwirt immer was in der Siloanlage los ist.

Der energieautarke Multisensor wurde vom Julius-Kühn-Institut in Zusammenarbeit mit der ESYS GmbH und dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration entwickelt.

Wer also seine Biogasanlagen auf Vordermann bringen und dabei auch noch gutes Geld sparen will, der sollte sich die beiden robusten Sensortechniken näher anschauen. Beide sind praxistauglich.

Die Zukunft der Biogasanlagen

Bleibt Biogas auch in den nächsten Jahren eine wichtige Klimaschutzsäule oder nicht? Haben Landwirte umsonst in teuere Anlagen investiert, um diese fit für die Zukunft zu machen? Erfolgt die Biodieselherstellung verstärkt mit Soja- und Palmöl oder haben Raps & Co. noch Chancen?

Es ist fragwürdig ob wir in 10 Jahren noch die gleiche Anzahl von Biogasanlagen am Netz haben werden. Wie Deutschland die Klimaziele nach dem Ausstieg aus den Bereichen Kohle und Atom meistern will, bleibt schleierhaft.

Sind Biogasanlagen eine tragfähige Lösung für die Zukunft oder müssen andere Alternativen herhalten? Was glaubt Ihr?

Solarstrom erneuerbare Energiesektor

Hitzesommer: Gewinner und Verlierer im erneuerbaren Energiesektor

Temperaturen die dem spanischen Hochsommer gleichen und das über mehrere Wochen hinweg — Deutschland hat es in diesem Jahr besonders heftig erwischt. Die Landwirtschaft und Viehzucht hat massiv darunter gelitten. Es wird Monate, sogar Jahre dauern bis die Nebenwirkungen des Hitzesommers 2018 beseitigt sind.

Eine andere Branche erlitt ebenfalls viele Ups und Downs. Die Rede ist vom Energiesektor, besser gesagt vom erneuerbaren Energiesektor.

Der große Gewinner: Solarstrom und damit einhergehend, die Photovoltaik-Hersteller und -Anbieter

Einer der Verlierer: Biogas

Solarstrom verzeichnet Rekorderträge

Das Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) meldete bereits im Mai einen neuen Rekord für Deutschlands Solaranlagen mit 5,93 Terawattstunden Strom. Im Juli wurde dieser Rekord erneut gebrochen. Der Wert lag bei 6,17 Terawattstunden. Die Sonne war in diesem Jahr besonders gnädig; sie schien 305 Stunden (der für den Monat Juli übliche Wert für Deutschland liegt bei 212 Stunden).

Was die PV-Einspeiseleistung angeht, so lag diese zum Monatanfang Juli bei knapp 29.100 MW. Das entspricht einer Leistung von 25 Atomkraftwerken. Und nicht vergessen: der heisse Juli ist noch gar nicht einberechnet worden.

Erneuerbare vs. Fossile Energiequellen – der Kosten-Check

Quelle: Clixoom Science & Fiction, YouTube

Der erneuerbare Energiesektor ist am boomen und Europa ist der wichtigste Absatzmarkt für Solarstrom.

Wer sind die größten Solarhersteller der Welt? Kommen diese aus Europa?

Wohl kaum.

Die Platzhirsche kommen aus China und den USA.

Die drei weltweit größten Photovoltaikanlagen befinden sich in:

  • Platz 1: China – Longyangxia Dam Solar Park, mit einer Kapazität von 850 Megawatt und bestehend aus 4 Millionen Solarmodulen
  • Platz 2: Indien – Kamuthi Solar Power Project, erreicht eine Kapazität von 648 Megawatt und besteht aus 2,5 Millionen einzelner Solarmodule
  • Platz 3: USA – Solar Star I und II, mit einer Leistung von 579 Megawatt und ca. 1,7 Millionen Solarmodulen

Die Top 10 Länder weltweit nach installierter Photovoltaikleistung im Jahr 2017 (in Gigawatt) sind:

  1. China (131,1)
  2. USA (51)
  3. Japan (49, geschätzt)
  4. Deutschland (42,4)
  5. Indien (18,3)
  6. Vereinigtes Königreich (12,7)
  7. Australien (7,2)
  8. Südkorea (5,6)
  9. Türkei (3,4)
  10. Brasilien (1,1)

Quellen: Statista, Photovoltaik.one

Solar Top, Wind Flop

Des einen Freud, des anderen Leid.

Während die Stromproduktion aus Solarenergie explodierte, sank die Wind-Stromerzeugung laut IWR im Juli diesen Jahres auf 4,4 Terawattstunden (20% weniger als im Juli 2017).

Die beiden in der Hansestadt ansässigen Windanlagenhersteller Nordex und Senvion schreiben rote Zahlen. Im ersten Halbjahr brach der Umsatz von Nordex um mehr als ein Drittel auf 957 Mio. EUR ein. Der Verlust betrug 40 Mio. EUR. Der Umsatz von Senvion brach in den ersten sechs Monaten des Jahres um fast 44% auf 466 Mio. EUR ein.

Die Auftragsflaute aus dem letzten Jahr und der große Preisdruck durch den Wechsel von festen Einspeisetarifen hin zu Auktionen machen das Business mit Windrädern weniger attraktiv.

So erwartet die Chefetage von Nordex erst ab 2020 eine Erholung in der Windenergiebranche. Bis dahin heisst es, in andere Märkte wie z.B. Türkei, Brasilien, Schweden, Frankreich, Mexiko und USA expandieren.

Biogas – ein weiterer Verlierer im erneuerbaren Energiesektor

Die Dürre hat nicht nur der Ernte einen Strich durch die Rechnung gezogen, sondern auch die Betreiber von Biogasanlagen schwer erwischt. Deshalb wendet sich Geschäftsführer Stefan Rauh vom Fachverband Biogas an die Community mit folgenden Ratschlägen:

  • Vorhandene Substratmengen strategisch einsetzen oder nach alternative Substrate suchen
  • Leistung jetzt drosseln und im Winter dann wieder hochfahren; die mit der Drosselung einhergehenden wirtschaftlichen Einbußen dürfen nicht außer Acht gelassen werden

Die Trockenheit hat deutschlandweit große Schäden angerichtet.

Die Ernteergebnisse sind katastrophal und die Versorgung der Tiere ein Fiasko. Für die teils dramatische Situation der Biogasanlagenbetreiber haben viele Tierhalter kaum Verständnis.

Eine Gruppe von Menschen kriegt vom ganzen nicht genug: die Sonnenanbeter.

Wozu wegfliegen, wenn wir es hierzulande kuschelig warm haben (für viele ist es eher ofenheiss). Aber so langsam dürfte auch der Großteil der Sonnenanbeter genug vom Hitzesommer haben. Spätestens dann, wenn die Preise in den Regalen zumindest teilweise das wiederspiegeln was wir auf den Feldern erleben, dürfte der Mehrheit das Grinsen vom vielen Sonnenbaden vergehen.

2018 gestaltet sich als ein sehr schwieriges Jahr für allen von uns in der Landwirtschaft. Einzig diejenigen die Weintrauben anbauen scheinen ein besonders gutes Jahr gehabt zu haben. Alle anderen sind eher damit beschäftigt ihre Betriebe am Laufen zu halten. Ich möchte gar nicht in den Schuhen vieler Kollegen aus der Viehzucht sein. Sie haben am meisten unter diesen Wetterbedingungen zu leiden gehabt.

Ich habe jedoch auch gute Nachrichten: meine Aroniaplantage hat mich mit besonders leckeren Aroniabeeren überrascht. Wer gerne mal einen 100% Direktsaft ohne Zuckerzusatz aus fränkischem Anbau probieren möchte, der ist bei mir richtig.

Nimmt einfach hier auf Agrarbetrieb Kontakt mit mir auf oder schreibt mir eine kurze Nachricht auf Instagram, Facebook oder Twitter. Ich freue mich auf Euer Feedback.

Photovoltaik, Biogas oder Windräder – von welchem erneuerbarem Energiesektor profitiert Ihr am meisten?

Erneuerbare Energien Windkraftanlagen

Erneuerbare Energien: Biogas und Biodiesel auf dem Vormarsch?

Elektro, Virtual Reality und Erneuerbare Energien — Themen die in der deutschen und ausländischen Presse immer öfters aufgegriffen werden. Wenn wir an die Zukunft der Smart Cities glauben, dann können wir die Zwischenschritte Biogas, Photovoltaik und Windkraft nicht ausser Acht lassen.

Ich habe seit längerem nichts mehr über regenerative Energien berichtet, daher greife ich das Thema kurz vor der Agritechnica und dem Ende diesen Jahres nochmal auf. Mein Fokus liegt heute auf Biodiesel und -gas, sowie auf ein bayerisches Weltrekord. Es handelt sich hierbei um die höchste Onshore-Windkraftanlage der Welt.

Deutscher Biodiesel in den USA sehr beliebt

Das Interesse an Biodiesel aus Deutschland ist letztes Jahr kräftig angestiegen. Rund 1,54 Mio. Tonnen Biodiesel wurden in 2016 ausgeführt. Die Exporte stiegen gegenüber dem Vorjahr um 3,4% an. Das Rekordergebnis aus 2014 von 1,7 Mio. Tonnen wurde jedoch nicht erreicht.

Mit rund 87% der Mengen, sind die EU-Mitgliedsländer unsere größten Abnehmer. Dabei geht der Großteil der Exporte an die beiden Nachbarn Polen und Niederlande. Ganz anders sieht es mit Frankreich aus. Die Franzosen kauften letztes Jahr 53% weniger Biodiesel in Deutschland ein.

Bemerkenswert waren die Ausfuhrmengen in die USA. Die Exporte haben sich versiebenfacht und lagen letztes Jahr bei 85.000 Tonnen.

In puncto Importe gab es auch ein Wachstum: Deutschland führte mit 718.000 Tonnen etwa 38% mehr Biodiesel ein als im Jahr 2015.

Quelle: Destatis, Statistisches Bundesamt

Sparfuchs Biogas: 20 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr einsparen

Was die Anzahl der neuen Biogasanlagen die im vergangenen Jahr ans Netz gegangen sind, stimmt der Titel des heutigen Beitrags nicht so ganz.

Zwar ist die Zahl um 205 neue Biogasanlagen angestiegen (10 Anlagen wurden stillgelegt) aber im Vergleich zu 2011 wo 1.526 neue Biogasanlagen registriert wurden, sind die Werte äußerst gering. Das Wachstum bei den Neuanlagen befindet sich auf einem geringen Niveau. Der Präsident des Fachverbandes Biogas bietet folgende Erklärung:

„Zum Glück investieren viele Betreiber in die Flexibilisierung ihrer Anlagen. Diese Investitionen wie auch das Exportgeschäft ermöglichen den Anlagenbauern derzeit das Überleben.“

Ein paar wichtige Zahlen, Daten und Fakten welche die Bedeutung der Biogasanlagen hierzulande stützen:

  • Biogasanlagen vermeiden 20 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr: Durch den Zubau von Güllekleinanlagen, die besonders effizient bei der Vermeidung von CO2-Emissionen sind, wird sich dieser Trend weiterhin positiv auswirken.
  • Bis Ende diesen Jahres sollen knapp 4.500 MW Biogas-Leistung zur Verfügung stehen, d.h. Strom für 9 Mio. Haushalte.
  • Zusätzlich werden 1,6 Mio. Haushalte mit Wärme versorgt.

Neues Verfahren verspricht höhere Effizienz bei der Biogas-Aufbereitung

Das Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik der Universität Stuttgart hat ein neues Verfahren für die Aminwäsche entwickelt, so eine aktuelle Pressemitteilung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

Worin besteht die Neuheit?

Anders als bei der klassischen Aminwäsche wo das abgetrennte CO2 bei Temperaturen von 120°C aus der Absorberlösung ausgetrieben wird, arbeitet das neue Verfahren bei geringeren Temperaturen um 80°C und mit dem Einblasen von Luft.

Zu den Vorteilen des neuen, optimierten Verfahrens zählen:

  • Energie- und Kosteneffizient: Dadurch können auch kleinere Anlagen hiervon profitieren, weil der Gasreinigungsprozess von Biogas zu Biomethan wirtschaftlicher wird.
  • Biologisch abbaubar: Die eingesetzten wasserlöslichen Aminosäureverbindungen werden auf biologischem Weg hergestellt und sind entsprechend auch biologisch abbauber.

Weltrekord: Die höchste Windkraftanlage der Welt steht in Gaildorf bei Stuttgart

Zu den erneuerbaren Energien zählen bekannterweise auch Windkraftanlagen. Und dass man damit auch Weltrekorde brechen kann, zeigt jetzt das neue „Kunststück“ derbayerischen Firma Max Bögl Wind AG.

Seit Donnerstag, dem 26. Oktober 2017 steht in Gaildorf bei Stuttgart, ein Windrad der Superlative mit einer Nabenhöhe von 178 Metern und einer Gesamthöhe von 246,5 Metern.

Ein paar Hintergrundinformationen:

In Gaildorf entsteht ein Windpark mit einem ganz innovativem Konzept. Im Mittelpunkt steht die Wasserbatterie. Das Besondere liegt darin, dass zum ersten Mal die Produktion von Strom aus erneuerbare Energien mit einem Pumpspeicherkraftwerk kombiniert wird.

Erneuerbare Energien: EEG-Umlage steigt von derzeit 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde

Die EEG-Umlage wächst von 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Was das für Endverbraucher letztendlich bedeutet, lässt sich kaum berechnen. Es hängt davon ab, ob die Energiekonzerne die fallenden Börsenstrompreise an die Kunden weitergeben.

Von einer Kostenbremse scheint heute keine Rede mehr zu sein. Ganz interessant erscheint dabei die Abschätzung der Konventionellen Energien Umlage. Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) hat im Auftrag von Greenpeace Energy EG eine Kurzanalye durchgeführt und veröffentlicht.

Demnach müssten Stromkunden für jede verbrauchte Kilowattstunde eine „Konventionelle-Energien-Umlage“ von bis zu 10,8 Cent zahlen, wenn die versteckten Kosten für Kohle, Atom und Gas in den Strompreis eingerechnet würden.

„Diese „versteckten Kosten“ der konventionellen Energieträger haben im Jahr 2017 voraussichtlich ein Volumen von rund 33 bis 38 Mrd. EUR. Sie sind damit deutlich höher als die Differenzkosten bei der EEG-Umlage von rund 25 Mrd. EUR.“

Quelle: Kurzanalyse „Abschätzung der Konventionelle-Energien-Umlage 2017“, Greenpeace Energy EG

Der Switch auf Erneuerbare Energien

So schnell kommt die Energiewende dann doch nicht.

Der Switch von Atom, Kohle und Gas auf Wind- und Wasserkraft, Photovoltaik und Co. lässt noch ein paar Jährchen auf sich warten. Da steckt jede Menge Geld dahinter, von staatlichen Fördergelder angefangen bis hin zu Steuervergünstigungen. Um ein derartiges System umzuschalten, bedarf es zahlreicher Maßnahmen und Hilfsmittel.

Wann gelingt uns denn der endgültige Switch in Richtung Regenerative / Erneuerbare Energien? Was glaubt Ihr: Ist das bis 2025 zu schaffen?

Landwirte neue Gesetze Biogasanlagen

Darauf sollten sich Landwirte in 2017 einstellen

Neues Jahr, neues Glück… oder besser gesagt, neue Gesetze und Regelungen. Auch in 2017 tut sich einiges für Landwirte.

Im heutigen Blog schauen wir uns die wichtigsten Neuerungen in 2017 an. Vorher aber werfen wir einen Blick nach Berlin, auf ein großes Event was in den kommenden Wochen ansteht – die Rede ist von der Internationalen Grünen Woche.

Zum 82-mal lädt Berlin in der Zeitspanne vom 20-29. Januar zur Grünen Woche ein. Die internationale Ausstellung für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau erblickte 1926 in Berlin das Licht. Seitdem ist die Agrarmesse ein toller Treffpunkt für Landwirte und Landwirtschaftsbegeisterte; liegt unter anderem auch an dem Zeitpunkt der Veranstaltung.

Früher galt der Januar als der Monat an dem Landwirte am Wenigsten zu tun hatten… Das ist heute nicht mehr der Fall. Die steigende Bevölkerung, die schrumpfenden Agrarflächen, die steigenden Preise und sinkenden Erträge machen es schier unmöglich sich mal einen Monat aufs faule Ohr zu legen.

Nicht desto trotz ist und bleibt die Grüne Woche in Berlin ein guter Start ins Neue Jahr.

Quelle: Grüne Woche

In diesem Jahr ist Ungarn das Partnerland der Grünen Woche. Wer also kulinarisches aus Ungarn erleben möchte, der sollte unbedingt in Halle 10.2 vorbeischauen. Am ungarischen Stand dreht sich alles um Tradition, Natürlichkeit und Vielfalt.

Zurück zu den neuen Gesetzen und Regelungen die uns als Landwirte betreffen.

Landwirte aufgepasst: Es gilt folgende Änderungen zu beachten

1. Schnabelkürzen bei Legehennen in Niedersachsen verboten.

Es gibt keine einheitlich rechtliche Regelung im Tierschutzgesetz aber Niedersachsen trifft trotzdem eine klare Entscheidung. Millionen von Küken die für die konventionelle Legehennenhaltung bestimmt waren, behalten ihren Schnabel.

2. Für Biogasanlagenbetreiber: Die Vergütung des erneuerbaren Stroms wird über Ausschreibungen geregelt.

Am 1. Januar 2017 ist das geänderte Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) in Kraft getreten. Demnach erfolgt die Vergütung des erneuerbaren Stroms u.a. auch aus Biogasanlagen durch Abschreibungen.

  • In den Jahren 2017 bis 2019 gilt ein Ausschreibungsvolumen von je 150 Megawatt (MW)
  • Von 2020 bis 2022 gilt eine Zubau-Menge von 200 MW
  • Gülle-Kleinanlagen bis 75 KW sind vom Ausschreibungsverfahren ausgenommen
  • Neuer Maisdeckel: pro Anlage darf nur bis zu 50% Getreide und Mais eingesetzt werden

Die Ausschreibungen gelten sowohl für Neuanlagen als auch auf die Anschlussförderung von bestehenden Anlagen.

3. Beiträge zur Alterssicherung der Landwirte steigen.

In der Renten- und Pflegeversicherung tut sich auch einiges, und zwar die Beiträge steigen wie folgt:

  • Alte Bundesländer von 236 EUR auf 241 EUR/Monat (2,1% Anstieg)
  • Neue Bundesländer von 206 EUR auf 216 EUR/Monat (4,9% Anstieg)

Quelle: Deutscher Bauernverband

4. Höherer Mindestentgelt in der Landwirtschaft.

Zum 1. Januar 2017 erhöht sich das Mindestentgelt in der Landwirtschaft und im Gartenbau auf 8,60 EUR Brutto. Im November gibt es dann die nächste Erhöhung auf 9,10 EUR pro Stunde.

Der Gesamtsachbezugswert für Verpflegung wird ebenfalls angehoben. Zum 1. Januar 2017 gelten 241 EUR im Monat (davor waren es 236 EUR). Die Bezüge setzen sich zusammen aus 51 EUR für Frühstück und 95 EUR je Mittag- und Abendessen.

Quelle: Deutscher Bauernverband

5. Greening-Regeln werden überprüft.

Die EU-Kommission soll bis zum 31. März 2017 einen Bewertungsbericht über die Durchführung der „Flächennutzung im Umweltinteresse“ vorlegen. Beteiligte gehen von einer Erhöhung des Prozentsatzes für die ökologische Vorrangfläche von aktuell 5% auf zukünftig 7% aus.

Hinzu kommt ein möglicher Verbot von Pflanzenschutzmitteln auf ökolgischen Vorrangflächen.

Quelle: Agra Europe

6. Neues Bürgschaftsprogramm für Milchviehbetriebe.

Die Landwirtschaftliche Rentenbank vergibt ab dem 2. Januar 2017 Bundesbürgschaften für Liquiditätssicherungsdarlehen an Milchviehbetriebe.

Die Eckpunkte des neuen Bürgschaftsprogramms sind wie folgt:

  • 300.000 EUR Darlehenshöchstbetrag je Endkreditnehmer
  • 50% Bürgschaftsquote
  • max. 10 Jahre Laufzeit; die Laufzeit der Bürgschaft entspricht der Laufzeit des verbürgten Liquiditätssicherungsdarlehens

Das Angebot ist bis Ende 2018 befristet.

Quelle: Deutscher Bauernverband

Landwirte und ihre Herausforderungen

Uns erwarten viele Herausforderungen aber auch Chancen.

Denkt doch mal an die vielen Neuerungen die aus der Verpflechtung Landwirtschaft und Digitalisierung entstehen werden. Sicherlich werden wir jede Menge Produktneuheiten und Konzepte auf der Agritechnica in November sehen. Bis dahin heißt es jedoch, ab nach Berlin zur Grünen Woche.

Treffpunkt Grüne Woche – ein Muss für Landwirte? JA oder NEIN?

Biogasanlagen als Alternative Bild von nirots / FreeDigitalPhotos.net

Neues rund um Biogasanlagen und die Ökostrom-Umlage

Biogasanlagen liefern heutzutage 40-Mal mehr Wärme als noch vor einem Jahrzehnt. Trotz aller Bemühungen und Entwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien, soll die Ökostrom-Umlage im kommenden Jahr erstmals sinken.

Biogasanlagen stellten 2013 etwa 11,8 Terawattstunden erneuerbare Nutzwärme zur Verfügung, so eine aktuelle Pressemitteilung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe. Das sind 40-Mal mehr als noch vor 10 Jahren. Mit dieser umweltfreundlichen Alternative werden zahlreiche Betriebe und Betriebsgebäude, landwirtschaftliche Ställe, Wohnhäuser und Einrichtungen jeglicher Art beheizt.

Demnach wurden in 2013 mit Hilfe von Biogaswärme mehr als 1 Milliarde Liter Heizöl und 3 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart. Hinzu kommt, dass Biogaswärme als eine kostengünstige und verlässliche Ökostrom-Alternative angesehen werden kann.

Wer eine Biogasanlage betreibt, kennt die Komplexität der Vorgänge und weiss worauf er sich immer wieder einstellen muss. Für viele Landwirte und Entsorger die den Bau einer Anlage planen ist der ganze Prozess meist recht undurchsichtig. Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle folgende 3D-Animation mit Ihnen teilen.

In dem nachfolgenden Videofilm erfahren wir in knapp 10 Minuten wie der Vorgang strukturiert ist: angefangen mit der Anlieferung der Rohstoffe bis hin zur Ausbringung der Gärsustrate.

Biogasanlagen: Ein virtueller Rundgang

Jeder der glaubte sich im Bereich Biogasanlagen auf die faule Bank setzen zu dürfen, muss zukünftig insbesondere wenn es um die Zutat „Mais“ geht, näher hinschauen.

Biogasmais unterliegt Wert- und EU-Prüfung

Das Deutsche Maiskomitee berichtet darüber, dass künftig die Möglichkeit besteht, eine Maissorte neben den bestehenden Nutzungsrichtungen auch als Biogasmais zur Zulassung anzumelden. Damit trägt das Bundessortenamt der stetig gestiegenen Bedeutung von Mais bei der Herstellung von Biogas Rechnung.

Die Pro-Corn GmbH, die bereits für die Durchführung der konventionellen EU-Prüfung von Maissorten zuständig ist, übernimmt die Organisation und technische Abwicklung der neuen Prüfserie bzgl. Zulassung von EU-Sorten zur Biogaserzeugung.

Ökostrom-Umlage soll laut Berechnungen von Experten erstmals sinken

Die Umlagerechner der Experten laufen auf Hochtouren. Geht man nach den letzten Ermittlungen des Öko-Instituts und des Fachinstituts Agora Energiewende, dann soll es eine Umlage von Netto 5,84 Cent je Kilowattstunde statt derzeit 6,24 Cent geben. Die Berechnungen liegen der Deutschen Presse-Agentur vor.

Bei einem Verbrauch von 3.500 kWh müsste ein Haushalt zukünftig nur noch 204 statt aktuell 218 EUR Umlage (zzgl. 19% MwSt.) im Jahr über den Strompreis zahlen. Als Grund für die geringe Umlage wir ein Milliardenüberschuss auf dem Umlagekonto genannt. Die endgültigen Umlagebeträge für das nächste Jahr erfahren wir mit der finalen Veröffentlichung am 15. Oktober.

Glauben Sie den Experten? Wird die Ökostrom-Umlage tatsächlich gesenkt?

Biogasanlagen: Ist das ein Thema für Sie? Vor welchem Bauschritt schrecken Sie da am meisten zurück?