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Supercoop - der erste Mittmach-Supermarkt in Berlin

Supercoop – der erste Mittmach-Supermarkt in Berlin

Ein gemeinschaftlicher Supermarkt der seinen Mitgliedern Zugang zu hochwertigen Bio-Produkten aus der Region bietet und das mitten in unserer Hauptstadt – Wie geht das denn? Ist dies ein tragfähiges Konzept? Ich präsentiere Euch Supercoop, den ersten genossenschaftlichen Supermarkt in Berlin.

Wer erinnert sich noch an die vielen Tante Emma Läden? Vor gerade mal zwei Dekaden schmückten diese meist klein bis mittelgroße „Supermärkte“ unsere Strassen und verzauberten Groß und Klein mit allerlei heimischen Produkten.

Heute zählen wir die Supermarktketten an einer Hand, finden überall das Gleiche und müssen für regionale Produkte meist recht tief in die Tasche greifen, um beim nächstgelegenen Biomarkt etwas vernünftiges zu kaufen. Dass dies eine Belastung für viele Haushalte und gesundheitsorientierte Menschen ist, die Wert auf hochwertige Nahrungs- und Lebensmittel aus ihrer Heimatregion legen, interessiert die „Führungsetagen“ herzlich wenig.

Wie ich des Öfteren schon geschrieben und gesagt habe, hilft das ewige Jammern keinem von uns weiter. Umso glücklicher macht es mich als Befürworter von Direktvermarktung und Gemeinschaften zu sehen, dass sich eine Gruppe von Menschen in Berlin zusammen getan haben, um einen tollen Laden für sich und ihre wertvollen Mitglieder auf die Beine zu stellen.

Wofür steht Supercoop? Woher kommt die Idee und noch wichtiger, ist dies ein tragfähiges Konzept was auch in anderen Städten und Regionen Deutschlands umgesetzt werden kann?

Quelle: Supercoop Berlin, YouTube

Bei Supercoop kann jeder mitmachen

SuperCoop Berlin eG ist eine Genossenschaft mit derzeit 773 Mitgliedern. Der genossenschaftliche Supermarkt gehört seinen Mitgliedern.

Das Konzept mag für uns in Deutschland neu sein, aber derartige Supermärkte gibt es bereits seit über 40 Jahren in New York mit 17.000 Mitgliedern und in Paris mit über 6.000 Mitgliedern.

Wie funktioniert das Ganze?

Die Verwaltung inklusive Bestellungen und Koordination wird von den Mitgliedern übernommen. Jeder Mitglied arbeitet 3 Stunden pro Monat wodurch kein extra Personal eingestellt werden muss. Bei Supercoop einkaufen dürfen ausschließlich die Mitglieder. Die Lebensmittelpreise sind zwar günstiger als im Bioladen aber teurer als beim Discounter um die Ecke. Angeboten wird eine breite Palette hochwertiger Produkte die frisch, biologisch und regional sind. Es geht darum die Erzeuger(Innen) wert zu schätzen und fair zu bezahlen.

Wie groß ist der Laden?

Seit Februar 2022 erfolgte eine Ladenerweiterung von 230 qm auf 700 qm. Jede Menge Platz also für faire Nahrungs- und Lebensmittel aus der Umgebung.

Wieviel muss ich investiere um mitzumachen?

Das Startkapital beträgt 100€ und jeder kann mitmachen der möchte.

Obwohl es auch in München, Hamburg oder Köln ähnliche Initiativen gibt, ist der Supercoop in Berlin in seiner derzeitigen Form der erste genossenschaftliche Supermarkt Deutschlands.

Weitere wertvolle Informationen findet Ihr auf der offiziellen Webseite des Supermarkts.

Faire Lebensmittel für alle

Ich begrüße diese tolle Idee und vor allem die Umsetzung eines gemeinschaftlichen Supermarktes, wo jeder Mitglied anpacken kann und somit auch ein besseres Verständnis für Lebensmittel bekommt. Denn Popcorns wachsen nicht auf einem Baum und das was bei Fast Food Ketten auf dem Teller landet hat mit Gesundheit und Fairness überhaupt nichts zu tun.

Selbstverständlich müssen wir in diesem Zusammenhang auch das leidige Thema „Lebensmittelverschwendung“ ansprechen. Auch hier punktet ein Konzept wie Supercoop, da hier proaktiv agiert wird, weil einfach das Verständnis und die Wertschätzung für Mutter Erde eine ganz andere ist als in manch einem anderen Laden.

Was mein Herz als Landwirt höher schlagen lässt, ist die Tatsache, dass der Supercoop auch Produkte direkt vom Bauernhof bezieht und dadurch kleineren landwirtschaftlichen Betrieben eine Chance bietet, ihre Produkte dort anzubieten. Denn wie wir alle wissen, nimmt der konventionelle Einzelhandel solche Angebote gar nicht wahr.

Weitere Vorteile:

Neben Bioqualität und Regionalität wird ganz viel Wert auch auf Saison-Ware gelegt.

Die Vermeidung von Plastikverpackungen in dem lose Ware angeboten wird, spricht für Nachhaltigkeit.

Die Einbindung der Mitglieder in die Ladengestaltung und bei der Entwicklung des Produktsortiments ist sicherlich auch ein Bonus.

Rundum eine tolle Initiative dieser Supercoop. Ich freue mich, wenn ich zukünftig des Öfteren über derartige erfolgreiche Konzepte hier auf Agrarbetrieb berichten kann.

Bildquelle: Foto von dawnfu auf Pixabay

Kastl-Greissler Container-Nahversorgungsmodell

Der Kastl-Greissler – ein spannendes Container-Nahversorgungsmodell aus Österreich

Während die Debatten regional vs global immer absurder werden, haben unsere Nachbarn aus Österreich etwas Einzigartiges aus dem Kasten gezaubert — und das wortwörtlich. Sie haben einen stink normalen Container in einen Nahversorger umgewandelt, um die Menschen in ländlichen Regionen mit regionalen Produkten des täglichen Bedarfs zu erreichen. Das neuartige Konzept wurde in ein Franchise-System eingebettet und soll in den kommenden Jahren in der DACH-Region ausgerollt werden.

Es gibt nicht die eine perfekte Lösung und je eher wir das verstehen, umso verzahnter können wir agieren und Synergien entsprechend nutzen. Supermärkte haben ihre Rolle, Hofläden sind ein Klasse Direktvermarktungskonzept und die Fahrradfahrer, die wir neuerdings immer häufiger in den Cities samt Anhänger mit frischem, saisonalem Obst und Gemüse vom Bauer aus der Region sichten, sind sicherlich eine tolle Addition.

Der Kastl-Greissler, so das Container-Konzept aus Österreich wird von seinen Erfinder als ein Nahversorgungsunternehmen gesehen, das die Marktlücke zwischen Supermärkten und Hofläden schliessen soll. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Lebensmittel und Spezialitäten aus der jeweiligen Region
  • Kurze Transportwege und kein Logistikchaos
  • Belieferung durch Bauern aus der Region
  • Erreichbarkeit als dörflicher Nahversorger
  • Neue, flexible Arbeitsplätze
  • Flexible Arbeitszeiten (Öffnungszeiten des Container-Shops).

Was beinhaltet das Kastl-Greissler Franchise-Paket?

Ähnlich wie bei allen anderen bekannten Franchise-Modellen wie z.B. Domino’s Pizza oder Subway, kommt auch beim Kastl-Greissler Franchise-Paket eine einmalige Startgebühr sowie eine jährliche Servicegebühr zum Tragen.

Darin enthalten sind:

  • Ein optimierter Verkaufscontainer
  • Kassensystem und Warenwirtschaftssystem
  • Best Practices, Sortimentsempfehlungen und Einkaufskonditionen
  • Planungssicherheit durch Erfahrung (Infos und Best Practices von anderen Container-Shops)
  • Unterstützung und Coaching durch ein erfahrenes Team
  • Kastl-Greissler Dachmarketing
Quelle: Der KastlGreissler, YouTube

Welcher Standort wird als erster in Deutschland aktiviert?

Die Österreicher geben in punkto Standortaktivierung richtig Gas. Derzeit sind 15 Kastl-Greissler im Geschäft: 5 im Burgenland, 4 in Niederösterreich, 1 in Osttirol, 3 in Kärnten und 2 in Oberösterreich (siehe KastlGreissler-Webseite).

Was ich persönlich als absolut faszinierend betrachte ist die hohe Anzahl der landwirtschaftlichen Produzenten, die mit Hilfe dieses Container-Nahversorgers einen zusätzlichen Vertriebsweg gefunden haben. Die Zahl beläuft sich auf 220.

In punkto Planung und Expansion, hilft ein Blick auf die Fundraising-Seite des Projekts, denn die Mittel für den erfolgreichen Launch kommen von den über 240 Investoren, die auf der Green Rocket Crowdfunding-Plattform mit ihrem Geld hierfür gestimmt haben:

  • Bis Ende 2021 soll es in ganz Österreich 40 Container-Shops geben.
  • Bis 2024 sind 46 Franchisenehmer und 152 Container mit Umsätzen von über 1,3 Mio. EUR geplant.

Quelle: Green Rocket

Während die österreichischen Medien immer wieder mal einen Beitrag über dieses einzigartige Konzept veröffentlichen, mangelt es in Deutschland an derartigen Infos. Schade, denn ich finde diese Verkaufsboxen ein tolles Pendant zum Amazon Fresh Store, der bald unsere europäischen Städte erobern soll.

Die Anzahl der landwirtschaftlichen Familienbetriebe die sich mit Amazon an den Verhandlungstisch setzen möchten und davon überzeugt sind, dass sie einen fairen Preis herausschlagen können, hält sich in Grenzen. Wenn wir jedoch unsere frische Ware vor Ort an den Konsumenten bringen können, ohne stundenlang in Staus zu stecken, permanent Ausschau nach Fahrer zu haben und ohne den Eindruck zu haben, vom Händler erneut über den Tisch gezogen zu sein, dann ist dieses Container-Franchise-System eine wertvolle Alternative.

Wann der erste Container bei uns in Deutschland bzw. bei den Kollegen in der Schweiz aufmacht, ist heute noch unklar. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass wir hier in Bayern, aufgrund unserer Nähe zu Österreich zu den ersten zählen werden.

Das allerwichtigste bei der ganzen Sache ist die WIN-WIN-WIN-Situation. Der Konsument gewinnt, weil er / sie frische Lebensmittel vom regionalen Bauer direkt vor Ort einkaufen kann. Der Landwirt gewinnt weil er / sie seine Ware ohne langes hin und her direkt vermarkten kann. Der Container-Inhaber gewinnt weil er / sie ein Basissortiment an Alltagsprodukten in einem kleinen Raum bis zu 7 Tage die Woche anbieten kann.

Fragen an meine Konsumenten-Leser: Spricht Euch dieses Konzept an? Würdet Ihr da einkaufen gehen? Welches Basissortiment erwartet Ihr?

Frage an meine Landwirtschaftskollegen: Habt Ihr Interesse als Franchisenehmer da einzusteigen oder bleibt Ihr lieber „nur“ als Lieferant tätig?

Ich freue mich auf Euren Input zum innovativen Kastl-Greissler Container-Shop.

Bildquelle: Foto von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay

Digitale Feiertage David gegen Goliath

Digitale Feiertage: David gegen Goliath

Black Friday, Cyber Monday, Nikolaus, Weihnachten, Silvester – das sind die umsatzstärksten Wochen im gesamten Jahr. Jetzt wo es heisst „zu Hause bleiben“ boomt der Onlinehandel mehr denn je. Der absolute Gewinner der digitalen Feiertage steht schon fest. Damit sich Amazon nicht den gesamte Kuchen holt, versucht David hier und da etwas dagegen zu unternehmen. Ob das gelingt oder nicht, sehen wir heute an ein paar Beispielen.

Die weltweiten Lockdowns haben nicht nur dazu beigetragen die sogenannte „Home“-Kultur zu forcieren, sondern sie haben auch die Taschen der Lebensmitteleinzelhändler sowie der Tech-Mogule aus Silicon Valley und Seattle gefüllt. Die Kleinen mussten schliessen beziehungsweise möglichst schnell auf Onlineshops umsteigen, damit sie überhaupt eine Chance haben. Leichter gesagt als getan.

Amazon, Apple, Microsoft und Co. leben derzeit im Paradies. Die Maßnahmen der Regierungen haben Ihnen das Leben mehr als versüsst. Sie können auf die Werbetrommel hauen, kostenlos liefern und Waren zurück nehmen, alles kein Problem – denn es gibt für die Jungs und Mädels keine Konkurrenz mehr.

Menschen die lokale, meist kleine Betriebe unterstützen wollten, sind immer in den Laden gegangen. Man kannte sich, man unterhielt sich und man kam gerne wieder. Der menschliche Kontakt war sehr wertvoll. Dann kamen die Lockdowns und die Betriebe mussten schliessen. Die erste Runde war schon hart genug, aber jetzt über die Feiertage folgte vielerorts die zweite Runde. Ob noch weitere Runden anstehen? Die Antwort darauf kennen wohl die Politiker am besten.

Die Geldmaschine wurde auf eine höhere Drehzahl eingestellt und man durfte sich für einen Teil der entgangenen Umsätze „bewerben“. Einige Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt und andere mussten gekündigt werden. Einige Betriebe sahen sich gezwungen zu schliessen.

Wozu die ganzen sog. „billigen“ Kredite aufnehmen mit denen die Politik wirbt, wenn die Läden nicht aufmachen dürfen bzw. Maßnahmen implementiert werden (z.B. maximal ein Kunde pro xyz Quadratmeter), die einen direkt in den Ruin treiben? Wozu Zeit kaufen, wenn Masseninsolvenzen jetzt schon vorprogrammiert sind?

Survival of the fittest: Anpassen oder sterben

Fakt ist, dass wir das Amazon-Phänomen nicht erst seit gestern haben. Der Onlineriese wurde über die Jahre mächtiger und verstärkte zusehends sein Sortiment. Es blieb auch nicht exklusiv beim Onlinehandel. Jeff Bezos holte sich Whole Foods und zusammen mit Amazon Fresh beteiligt er sich auch an dem Offline-Kuchen. Clever gemacht, das muss man ihm schon zugestehen.

Was ich damit sagen will ist folgendes:

Unternehmer haben gesehen, dass die Onlinewelt immer stärker an Bedeutung gewinnt. Die Eigentümer lokaler Betriebe haben festgestellt, dass die jüngeren Generationen problemlos auf ihren Smartphones einkaufen und dabei auf den menschlichen Kontakt gerne verzichten. Unser Konsumverhalten hat sich in den letzten Jahren u.a. auch aufgrund der Gadgets stark verändert.

Gleichzeitig sind die Alternativen einen eigenen Onlineshop zu bilden, immer grösser geworden. Mit Anbietern wie z.B. Shopify oder Big Commerce brauchte man auf einmal keine gesonderte IT-Abteilung mehr, die das übernehmen musste. Viele Familienbetriebe hätten sich da einarbeiten können und zusätzlich zum Offlinegeschäft für relativ wenig Geld, ein Online-Standbein aufbauen können.

Liebe Agrarbetrieb-Freunde, liebe Eigentümer und Unternehmer, es ist nicht einfach aber es ist absolut machbar. Bitte setzt Veränderung nicht gleich mit Verlust.

Wir wissen doch allzu gut, dass die einzige Konstante im Leben, der Wandel ist. Die alten wirtschaftlichen Strukturen kollabieren vor unseren Augen und es wird etwas Neues entstehen. Ob sich diese dann Quanten-, Blockchain– oder XYZ-Wirtschaft nennt, ist irrelevant. Hauptsache Ihr erarbeitet neue Konzepte oder passt Eure aktuellen Konzepte an die veränderten Bedingungen an. Etwas anderes bleibt uns doch eh nicht übrig.

Ich möchte Euch dazu ermutigen ALLES dafür zu tun, um Euch ganz geschickt nachhaltig für die Zukunft zu positionieren, damit Ihr wettbewerbsfähig und im Rennen bleibt – noch besser sogar, Eure Chancen auf ein Treppchen auf dem Podium erhöht.

Wir brauchen regionale Anbieter. Wir brauchen kleine und mittelständige (Familien-)Unternehmen. Wir brauchen tolle Produkte und Dienstleistungen deren Ursprung wir kennen. Wir brauchen Menschen, die gerne mit Menschen arbeiten und von diesen einkaufen. Wir brauchen Business-Leader, die andere inspirieren und sich für ihre Teams einsetzen. Wir brauchen Menschen, die an ihre Träume glauben und dafür kämpfen.

Digitale Feiertage in Österreich

Wie eingangs erwähnt, hier ein Beispiel aus unserem Nachbarland Österreich.

Das Wirtschaftsministerium und die Wirtschaftskammer Österreichs haben am 30.11. eine gemeinsame Onlineplattform Kaufhaus Österreich gelauncht. Es handelt sich hierbei um ein sog. Webshop-Aggregat das die Suche von österreichischen Händlern leichter auffindbar machen soll.

Derzeit sind u.a. folgende österreichische Internet-Marktplätze und Händlerplattformen registriert: Austrian Limited, Klickland, markta, Panterzone, shöpping oder myproduct.at. Das Ziel ist es mehrere Tausend Händler anzuziehen, um mit Kaufhaus Österreich die „go to“-Plattform für Österreich zu erschaffen und damit Regionaleinkäufe zu pushen.

Coole Idee, nur mit der Umsetzung hapert es derzeit gewaltig. Der Shitstorm auf Twitter blieb nicht aus.

Hier ein paar Live-Eindrücke von Usern:

Florian Klenk (@florianklenk) – Chefredakteur der Wiener Wochenzeitung Falter

Lukas Sustala (@lukassustala) – Direktor @neoslab_eu

Eva Zeglovits (@evazeglovits) – Political scientist (vote choice, elections, political participation), statistician and survey methodologist, @ifes_at

Der Launch war wirklich alles andere als glimpflich. So wie ich richtig gelesen habe, sind das Ministerium und WKÖ seit mehreren Monaten dran dieses eCommerce-Projekt auf die Beine zu stellen.

Ich muss gestehen, dass ich mir die Plattform selbst etwas detaillierter angeschaut habe und die oben aufgeführten Twitter-Nutzer haben Recht. Wenn ich das Wort „Schuhe“ in der Suchleiste eingebe, dann erscheinen ein Tischtennis-Shop, „Beim Bergbauer“ und der Catwalk Stories Shop. Also da läuft was mit der Kategoriezuordnung und Filterung einiges schief.

Ich gehe davon aus, dass diese doch sehr gravierenden Fehler, in den kommenden Tagen behoben werden. Für echte IT-Spezialisten dürfte die richtige Verlinkung keine große Herausforderung darstellen.

An sich finde ich die Initiative aus unserem Nachbarland toll. Kleine regionale Betriebe verfügen nunmal nicht über das notwendige technische Know-How und „Kleingeld“ um einen starken Webshop-Aggregat auf die Beine zu stellen das gegen Amazon bestehen kann. Auch wenn jeder von uns hier und da versucht ein Webshop aufzubauen, macht eine breit angelegte eCommerce-Platform das evtl. sogar mehrere Länder umfasst z.B. DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) absolut Sinn.

Digitale Feiertage bei Frankenaronia

Mittlerweile durften meine Agrarbetrieb-Leser meinen Onlineshop Frankenaronia mit Bio-Aroniaprodukten aus Franken kennen.

Für diejenigen, die zum ersten Mal davon hören, lade ich Euch herzlich ein, meinen Webshop näher kennen zu lernen und die Naturprodukte die von meiner eigenen Aroniaplantage stammen, gerne auszuprobieren.

Hier geht’s zum Frankenaronia-Webshop.

Ich gehe davon aus, dass sich die „Home Office“-Kultur in den kommenden Jahren noch stärker etablieren wird. Die von den Regierungen und Medien gepushten Strategien „Take away and eat at home“, „sports at home“, „yoga at home“, „wellness / sauna at home“ werden sich in unserer Gesellschaft ebenfalls stärker verankern.

Übersetzt heisst das folgendes:

Verlagerung von Offline auf Online => ERGO: mehr Umsatz für den Onlinehandel; mehr Power für Amazon und mehr Macht für alle, die das digitale Ökosystem beherrschen.

Lasst uns an dieser Stelle die weisen Worte des griechischen Philosophen Heraklit von Ephesus nicht vergessen:

„Nichts ist beständiger als der Wandel!“

– Heraklit von Ephesus, 535-475 v. Chr.

Digitale Feiertage für Landwirte und KMUs: Habt Ihr bereits einen eigenen Webshop? Plant Ihr einen aufzubauen? Falls nicht, was hält Euch denn am meisten zurück?

Bildquelle: Peggy_Marco / Pixabay.com

Amazon One – jetzt kannst Du mit Deiner Handfläche bezahlen

Amazon One – jetzt kannst Du mit Deiner Handfläche bezahlen

Kreditkarten, PINs, Passwörter und sogar das schicke Smartphone gehören der Vergangenheit, wenn es darum geht zu bezahlen. Der eCommerce-Gigant Amazon aus Seattle macht es möglich. Mit seinem neuen Payment-System Amazon One kann der Kunde berührungslos, mit seiner Handfläche bezahlen. Die neue Zahlungsmethode wird bereits in den eigenen Stores bei Amazon Go und Whole Foods verwendet.

Ende September sorgte Amazon mit seinem neu kreierten Twitter Account @AmazonOneID für ganz viel Furore. Auf einmal berichteten auch die internationalen Medien über eine neuartige biometrische Identifikations- und Zahlmethode die Amazon jedoch bereits seit längerem im Einsatz hat.

Seit nunmehr ein Jahr befindet sich Amazon One in der Supermarktkette Whole Foods im Einsatz. Das neue Konzept sah erstmals einen Test in den Seattle-Geschäften vor, mit einem anschließenden Rollout in ganz USA. Heute geht Amazon in die Offensive und versucht auch andere Handelsketten von seiner Amazon One Payment-Strategie zu überzeugen.

Wie funktioniert Amazon One?

Folgendes schonmal vorneweg: die Handfläche als biometrisches Identifikationsmerkmal zu nutzen, ist keine neue Technik. In Regierungsgebäuden und auch in der Finanzbranche kommt die Identifizierung per „Handauflegen“ bzw. Hand-Biometrie bereits seit ein paar Jahren zum Einsatz.

Amazon One einfach erklärt:

Der Kunde hält seine Hand über einen Scanner. Dieser liest und identifiziert die Handinnenfläche ähnlich wie bei einem Fingerabdruck.

Für alle von Euch die mehr wissen wollen und tiefer in die Technologie von Amazon One einsteigen wollen, empfehle ich den entsprechenden öffentlich einsehbaren Patentantrag.

Interessanterweise erfahren wir hier, dass bei den Scans nicht nur die Fältchen und Hautlinien der Hand erfasst werden, sondern auch die Strukturen unter der Haut inklusive Knochen und Weichgewebe. Also jede Menge persönliche Daten!

„Wir haben uns aus mehreren Gründen für die Handflächenerkennung entschieden. Ein Grund dafür war, dass die Handflächenerkennung die Privatsphäre besser schützt als einige biometrische Alternativen, da sie die Identität einer Person nicht anhand eines Bildes seiner Handfläche bestimmen kann. Es erfordert auch, dass jemand eine absichtliche Geste macht, indem er seine Handfläche über das zu verwendende Gerät hält. Und es ist kontaktlos …“ – Dilip Kumar, Vice President Amazon Physical Retail

Quelle: Amazon Blog

Bevor ich auf die für uns alle wichtige Thema der Datensicherheit eingehe, anbei noch ein kurzer Videoclip mit der Beschreibung von Amazon One.

Quelle: Amazon One, YouTube

Was ist mit der Datensicherheit?

Was wir bisher wissen bzw. was uns Amazon bisher per Pressemeldungen mitgeteilt hat:

  • Die Bilder bzw. Hand-Scans werden verschlüsselt und an die Cloud versandt.
  • Die Daten werden in einem gesicherten Bereich der Amazon Cloud gespeichert.
  • Die Daten werden nicht auf der Kreditkarte gespeichert.
  • Die Daten werden nicht im Scanner gespeichert.
  • Man braucht kein eigenes Amazon-Konto einrichten, um das System zu nutzen.
  • Benötigt werden eine Kreditkarte und ein Mobiltelefon, mit denen die Daten des Hand-Scans verknüpft werden.
  • Die Zahlungsmethode soll nach Unternehmensangaben auch außerhalb des Amazon-Ecosystems einsetzbar sein. In diesem Fall werden zwar Daten zum Einkaufsort übermittelt, aber es sollen keine Details über die Betragshöhe und die gekauften Produkte preisgegeben werden.

Auf der Suche nach Partnern

Auf dem Weg in die bargeldlose Gesellschaft ist Amazon sicherlich einer der Lead Player. Das Team um Jeff Bezos hat die Welt schon öfters ins Staunen versetzt. Mit Kindle veränderte der derzeit reichste Mann der Welt die Art und Weise wie wir Bücher „konsumieren“. In den letzten Jahren sorgte der Zukauf der größten US-Biosupermarktkette Whole Foods für heisse Debatten, dann die kassenlosen Amazon Go Geschäftskonzepte. Vor Kürze berichtete ich über den smarten Einkaufswagen Amazon Dash Cart wo man sich nicht mehr anstellen muss und jetzt eine biometrische Zahlungsmethode.

Der Handelsriese hat für Amazon One sogar eine eigene Webseite kreiert. Hiermit sollen mögliche Kooperationspartner angesprochen werden. Was das System kostet und wann es für Dritte zur Verfügung stehen wird, ist derzeit noch unbekannt. Interessenten können mit Amazon jedoch direkt Kontakt aufnehmen.

Wo könnte das System Anhänger finden?

In erster Linie im Handel und in der Finanzbranche bei der Freigabe unterschiedlicher Zahlungen.

Das Konzept ist sicherlich spannend auch für Organisatoren von Veranstaltungen, beim Zutritt ins Kino oder auf Stadien, am Flughafen beim Checkin und anstelle der Passkontrolle oder auch als Zugangsberechtigung in Büros.

Mögliche Bedenken an Amazon One & Co.

So an sich, hört sich alles schön und gut, innovativ und futuristisch an.

ABER, was wenn wir erneut sowas erleben wie die jüngsten Datenskandale rundum Google Plus oder Facebook und Cambridge Analytica? Was wenn es wieder einen massiven Datengau gibt, wie das vor wenigen Jahren mit den Yahoo E-Mail-Konten der Fall war?

Kann man einer zentralen Stelle und einem Mega-Konzern wie Amazon wirklich unsere biometrischen Daten anvertrauen?

Die Damen und Herren aus Seattle wissen eh schon viel zu viel über uns, unser Einkaufsverhalten, unsere TV-Präferenzen und auch allgemein, wie wir ticken.

Ich gehe davon aus, dass wir uns in punkto Datensicherheit verstärkt in Richtung Blockchain bewegen werden. Wobei auch hier, bin ich eher ein Fan von Dezentralisierung und nicht „alles in der Hand von Wenigen“.

Eins ist klar: Shoppen in der Zukunft ohne Einsatz biometrischer Daten ist unvorstellbar. Ob dieses System Amazon One heissen wird oder XYZ Payments, ist an dieser Stelle irrelevant. Ganz wichtig ist, dass diese äußerst wertvollen Daten entsprechend geschützt werden!

Foto von TheDigitalArtist / Pixabay.com

Amazon Dash Cart smarte Einkaufswagen

Amazon Dash Cart: Smarte Einkaufswagen und kassenlose Supermärkte

Nach dem erfolgreichen Launch des Amazon Go Konzepts ringen nun zwei weitere Innovationen aus dem Hause Amazon um unsere Aufmerksamkeit: eine davon ist der smarte Einkaufswagen Amazon Dash Cart.

Lange Zeit galt Amazon als Onlinebuchhändler und mit seinem Kindle-Shop als sicherer Hafen für Autoren deren Bücher von traditionellen Verlagen nicht akzeptiert wurden. Dann folgte eine Sortimentserweiterung und bald konnte man alles mögliche auf Amazon kaufen — ausser Lebensmittel.

Der große AHA-Moment erfolgte im Juni 2017 als Amazon die Bio-Supermarktkette Whole Foods für 13,7 Milliarden USD erwarb – in CASH wohlgemerkt. (Quelle: Forbes)

Die Nachricht schlug wie eine Bombe ein und das Thema verfolgte uns sogar auf die Agritechnica. Jedem aus der Landwirtschaft war klar, dass diese Entwicklung, gewaltige Veränderungen in der Lebensmittelbranche mit sich bringen wird.

Amazon mischt überall mit.

Spätestens seit der Partnerschaft mit Realogy und damit einhergehend dem „Wachrütteln“ des Immobilienmarktes, ist sich jeder der Flexibilität und Macht von Amazon bewusst. Es gibt kaum noch eine Branche die sicher ist vor dem US-Giganten aus Seattle.

Konzepte für eine bargeldlose Gesellschaft

Der Ausdruck „Cash is king“ verliert in unserer digitalen Ära immer mehr an Bedeutung.

Während wir (die etwas älteren Generationen) das physische Geld sehr wohl schätzen, können die Instagram-Youngster nicht mehr viel damit anfangen. Am besten alles über das Smartphone abwickeln und fertig. Auch Kreditkarten sind für Jüngere lästig. Dass ihre Zahlungen jeder verfolgen kann, scheint Nebensache zu sein. Über Datenschutz und Anonymität zerbricht sich kaum noch einer den Kopf.

Die Tech-Giganten aus Sillicon Valley (Facebook, Twitter, Google) und Seattle (Amazon, Apple) lieben diese Sorglosigkeit. Das Kleingedruckte liest kaum einer und wenn doch, fehlen den meisten Menschen die nötigen Fachkenntnisse, um die juristisch-technischen Nuancen richtig zu verstehen. In der blühenden Welt der Technokraten wird die Verantwortung gerne mal an die Maschinen übertragen.

Es herrschen demnach optimale Bedingungen für digitale Innovationen die schnell umgesetzt werden können. So kommt es auch, dass Amazon an der bargeldlosen Front Gas gibt.

Inzwischen gibt es knapp zwei Dutzend „Amazon Go“ Geschäfte in den USA. Die kleinen kassenlosen Supermärkte haben meist das Format eines größeren Tankstellen-Shops und sind rund um die Uhr offen. Alles funktioniert vollautomatisch, d.h. die Kunden entnehmen die gewünschten Artikel aus dem Regal und verlassen den Shop.

Woher weiss Amazon wer, welche Artikel mitgenommen hat?

Die Geschäfte haben ein überschaubares Warensortiment und sind mit jede Menge Kameras und Sensoren (z.B. Wagen in den Regalböden) ausgestattet. Somit kann registriert werden, wer welche Ware mitgenommen hat. Der Betrag wird nachträglich per App abgebucht.

Schnell und bequem, so erfolgt das shoppen bei Amazon Go. Kein herumfuchteln in der Brieftasche, keine Schlangen an der Kasse und keine Abhängigkeit von irgendwelchen Öffnungszeiten.

ABER Amazon kann mehr… viel mehr.

Der E-Commerce Gigant hat Ende Februar 2020 ein neues Geschäft mit 5.000 Artikel, rund fünf mal so groß wie bisherige Go-Läden eröffnet. Der neue Shop trägt den Namen Amazon Go Grocery und hat eine Fläche von rund 960 Quadratmetern. Kunden können erstmals auch unverpackte Ware wie Äpfel oder Birnen einzeln einkaufen. (Quelle: Wall Street Journal)

Die beiden bisherigen Herausforderungen u.z. ein überschaubares Warensortiment und eine beschränkte Kundenzahl im Laden, scheinen behoben worden zu sein. Das neue Supermarkt-Konzept wird derzeit in Seattle getestet.

Kein Anstellen mehr an der Kasse mit der Amazon Dash Cart

Das eine sind kassenlose Supermärkte, eine ganz andere Geschichte der smarte Einkaufswagen. Zweitere können auch in den traditionellen Supermärkten mit bestehenden Kassen integriert werden.

Unser Einkaufsverhalten verändert sich kontinuierlich und dafür sorgen bekannterweise auch die Tech-Giganten. Ganz neu im Einsatz befindet sich der innovative Einkaufswagen Amazon Dash Cart. Ausgestattet mit Kameras, Sensoren und einer Waage erkennt der Wagen automatisch die Produkte die eingekauft werden. Am Griff ist ein Touchscreen installiert, der permanent die eigene Einkaufsliste festhält und aktualisiert.

Das Ganze funktioniert wie folgt:

Kunde nimmt Artikel aus dem Regal und stellt es in den Einkaufswagen. Auf dem Touchscreen des Amazon Dash Cart erscheint der entsprechende Artikel in der Einkaufsliste. Wird dieser Artikel aus dem Wagen entfernt, wird das Produkt von der Liste gelöscht. Verlässt der Kunde den Supermarkt, wird der fällige Betrag von seinem Amazon-Konto abgebucht.

Die Vorteile:

  • Kein lästiges Warten in der Schlange
  • Keine Kreditkarte oder Bargeld benötigt
  • Kein Smartphone oder Apps von Nöten

UND es gibt noch ein interessantes Feature: der Einkäufer kann seine Jacke oder Tasche in den Einkaufswagen legen, muss das jedoch über das Display bestätigen.

Klingt das nach einer entspannten Einkaufstour?

Quelle: CNBC Television, YouTube

Der erste Amazon Dash Cart wird im Laufe des Jahres in einem Supermarkt in Los Angeles getestet. Sollte der Test erfolgreich sein, dann könnte die Technik auch in anderen Filialen von Amazon wie z.B. Whole Foods, Amazon Fresh oder Amazon Go Grocery eingesetzt werden.

Amazon Dash Cart für andere Anbieter

Mit Lizenzen lässt sich gut verdienen. Daher ist es nicht auszuschliessen, dass der amerikanische Online-Gigant seine Technologie auch anderen Supermarktbetreibern verkaufen wird.

Amazon ist jedoch mit seiner Idee nicht alleine. Derzeit testen mehrere Startups auch bei uns in Deutschland diese sogenannten smarten Einkaufswagen. Der große Unterschied zu Amazon liegt darin, dass der Kunde die Produkte selber scannen muss bevor er / sie diese in den Einkaufswagen legt. Amazon ist da ein großes Stückchen weiter, denn die Erkennung der Produkte erfolgt vollkommen automatisch.

In London gibt es bereits Waitrose-Filialen die smarte Shopping Carts im Einsatz haben. Auch hier muss man sich nicht mehr an der Kasse anstellen und die Bezahlung erfolgt via Waitrose-Konto. Das Scannen der Artikel muss man selbst übernehmen, nicht so wie bei Amazon.

Ähnliche Projekte gibt es auch in unseren Nachbarländern. Bei der Billa-Filiale (Rewe) im Bürokomplex Euro Plaza in Wien-Meidling benötigt man für die smarte Einkaufstour die kostenlose „Scan & Go App“ auf seinem Smartphone. Die Produkte werden aus dem Regal genommen und gescannt. Der Einkauf wird im Kassenbereich durch das Scannen eines QR-Codes abgeschlossen. Benötigt wird ein Benutzerkonto wo dann auch die Kreditkarte hinterlegt ist.

Shoppen in der Zukunft

Heute shoppen wir anders als gestern.

Vieles hat sich in den Onlinebereich verlagert und diesem Trend scheint momentan nichts im Wege zu stehen. Ganz im Gegenteil, ich gehe davon aus, dass die beiden E-Commerce Weltgiganten Amazon (USA) und Alibaba (China) unser Einkaufsverhalten stärker beeinflussen werden als uns bewusst und teils auch lieb ist.

Für uns kleinere Betriebe rückt das Thema Direktvermarktung verstärkt in den Vordergrund. Das was Amazon heute macht, ermöglichen uns die Tools von z.B. Shopify, Magento oder WooCommerce ebenfalls zu tun.

Auch wenn wir die „kleinen Brötchen“ backen, bedeutet es nicht, dass wir unseren Kunden keine spannenden Alternativen und Optionen anbieten können. Während die Großen auf die Maschinen (Roboter, Künstliche Intelligenz) setzen, bleiben wir in punkto Service und Kundennähe unschlagbar.

Siehe hierzu meinen Online-Shop FRANKENARONIA.DE

Was glaubt Ihr: wird sich der Amazon Dash Cart (oder etwas Ähnliches) auch bei uns in Deutschland etablieren?

Foto von geralt, Pixabay.com