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Smart Farming und Feldroboter

Tech-Trends in der Landwirtschaft: Smart Farming und Feldroboter

Die Schweizer geben in punkto Smart Farming Gas. Auf der Swiss Future Farm werden seit September Smart Farming Anwendungen getestet. In Frankreich wiederum startet ein ehrgeiziges Projekt: 50 Hektar Mais sollen vollständig von einem autonom fahrenden Feldroboter bewirtschaftet werden. In Deutschland finden Jugendliche spannende neue Folgen von „follow me.reports“ auf YouTube und Instagram.

Smart Farming – wo Tech und Landwirtschaft sich miteinander verzahnen

Unsere Nachbarn setzen fortan verstärkt auf die Fortbildung im Bereich der digitalen Landwirtschaft.

Auf 81 Hektar hat im September die Swiss Future Farm seine Tore geöffnet. Die Location ist Tänikon, Ettenhausen; diese befindet sich im Schweizer Kanton Thurgau. Initiiert wurde das Projekt durch den AGCO-Konzern, das landwirtschaftliche Berufszentrum BBZ Arenenberg und die GVS Agrar.

Die beiden Hauptziele kurz zusammengefasst:

  • Smart Farming Technik testen
  • Bildung und Beratung für digitale Landwirtschaft

Daten und Fakten zum Betrieb:

  • 81 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche: 55 ha Ackerfläche + 20 ha Grünland + 6 ha Biodiversitätsflächen
  • Tierbestand: 65 Milchkühe + 55 Mutterschweine
  • Landtechnik: Traktoren von Fendt und Valtra, Mähdrescher, Pflanzenschutztechnik, Bodensensor, Feldkamera, Drohnen, Wetterstation und vieles mehr

Zu den ersten Projekten der Swiss Future Farm zählen u.a.: reines Hacken ohne Herbizideinsatz vs. der Kombi Bandspritzung und Hacken sowie der Einsatz eines Nahinfrarot-Sensors bei der Gülleausbringung mit Schleppschlauchverteiler.

Quelle: Schweizer Landtechnik, YouTube

Mais völlig autonom bewirtschaften – ein französisches Start-up-Unternehmen macht’s möglich

Über den Feldroboter des französischen Startups AgreenCulture habe ich Anfang des Jahres bereits berichtet. Das Projekt „Challenge Centéol 2018“ startete bereits im Oktober letzten Jahres als die ersten Bodenproben erfolgten.

Das kleine Unternehmen hatte ein ehrgeiziges Ziel: 50 ha Mais sollten zu 100% autonom von Feldrobotern bewirtschaftet werden — von der Bodenbearbeitung über die Aussaat bis hin zur Bestandespflege.

Der gesamte Ablauf ist auf der Webseite von AgreenCulture mit Hilfe einer Infographik übersichtlich dargestellt. Nach der Bodenanalyse Oktober 2017 folgte im März die Bearbeitung des Ackers mit Hilfe zweier Roboter. Im April wurde mittels 3 Feldroboter gesät und gedüngt: ein Roboter brachte Dünger aus, die anderen beiden haben mit 8 km/h teilflächenspezifisch Mais gesät. Selbstverständlich wurden Agrarroboter auch beim Unkraut jäten eingesetzt.

Die Maisernte soll jetzt im Monat Oktober erfolgen — ganz autonom, versteht sich.

Herausforderung Zielgruppe „Jugendliche“: Mit YouTube und Instagram den Geschmack für landwirtschaftliche Themen wecken

Was nicht cool ist wird nicht geklickt, angeschaut oder verteilt.

Wer heutzutage die Jugendlichen ansprechen will, muss jung, cool, informativ und humorvoll rüber kommen. Und, die Inhalte sollten mit ganz viel Pepp auf den sozialen Netzwerken zur Verfügung gestellt werden. Keine einfache Sache insb. für diejenigen die aus der TV- und Radio-Ära stammen.

Wie spricht man Jugendliche denn am besten an?

Bingo, durch Jugendliche selbst.

Denn Jugendliche die tagein tagaus WhatsApp, YouTube, Snapchat, Instagram und Co. nutzen, wissen am besten worauf es ankommt. Sie schaffen es „langweilige“ Themen cool zu machen.

Nun wissen wir allzu gut, dass Landwirtschaft von vielen als recht „uncool“ gesehen wird.

Viele Jugendliche die auf dem Land aufgewachsen sind, zieht es in die Städte. Wiederum andere Jugendliche, die in der Stadt aufgewachsen sind, ihre Lebensmittel immer schon bei Aldi, Rewe & Co. eingekauft haben und mit Mutter Natur nur selten in Berührung gekommen sind, können mit Landwirtschaft nicht viel anfangen.

Um genau diese Zielgruppe bestens zu erreichen, gibt es auf YouTube und Instagram eine tolle Reportage.

Der „Follow me.reports“ YouTube-Doku-Kanal hat aktuell über 100.000 Subscriber und mehr als 9 Millionen Views. Es sind Kurzreportagen im ZDF-Format wo junge Reporter (Hannah, Animata und Robin) Themen aufgreifen und besprechen, die junge Menschen beschäftigt.

Der persönliche Touch und das Alter der jungen Reporter (es sind keine Journalisten) kommt in der Community besonders gut an.

Passend zu unserem heutigen Beitrag, ein Video mit einer jungen Landwirtin und ihre Sicht zum Bio-Siegel, zur Dürre und Landtechnik im allgemeinen.

Quelle: Follow me.reports, YouTube

Die Battle um unsere Aufmerksamkeit

Wir werden täglich mit News, Werbung und jederart Informationen bombardiert.

Zur Zeiten unserer Großeltern wäre das was wir heute „durchmachen“ kaum vorstellbar gewesen. Und irgendwie schaffen wir es durch diese Informationsflut zu navigieren — die einen besser als die anderen. Das ist nunmal so.

Viele sind völlig überfordert und kehren den neuen Medien den Rücken. Sie suchen das altbewährte und gewohnte. Gleichzeitig geht der Fortschritt und die Tech-Revolution mit gigantischen Schritten voran.

Unsere Aufmerksamkeit war noch nie so verteilt. Noch nie haben Hersteller und Medienagenturen für unsere „Attention“ so hart gekämpft wie heute.

Es ist und bleibt eine Herausforderung für alle Seiten, egal ob Konsument oder Produzent.

Umso wichtiger ist es mit der Digitalisierung mitzugehen, zu verstehen was passiert und wie wir Best Practices aus anderen Bereichen auch bei uns in der Landwirtschaft übertragen können.

Smart Farming ist nicht mehr aufzuhalten. Autonome Roboter und Drohnen werden unser Alltag formen und recht bald, auch bestimmen — oder auch nicht. Was glaubt Ihr?

Honigbienen oder Roboterbienen

Walmart reicht Patentanträge für Roboterbienen ein

Was will ein Handelsriese wie Walmart mit Roboterbienen anfangen? Das geht wohl jedem durch den Kopf der den Titel des heutigen Blogs liest.

Dass wir weltweit ein Aussterben der Bienen erleben ist nichts Neues. Deutschland und Frankreich klagen schon längst über dieses Phänomen. Hierzulande versuchen immer mehr Landwirte auf das Thema aufmerksam zu machen. Und da wir nicht zuschauen können bis die Politik wachgerüttelt wird, haben viele von uns auch erste Lösungen parat:

Blumenwiese — ein bunter Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und Co.

Die Blumenwiese ist eine natürliche Lösung.

Das was die Amerikaner mit den bienenförmigen Drohnen vorhaben, ist die künstliche Lösung.

Dabei geht es nicht darum was besser oder schlechter ist; vielmehr zählt die Initiative und die Bereitschaft eine Lösung für dieses gravierende und von vielen leider immer noch unterschätztes Problem zu finden.

Roboterbienen sollen zukünftig bei der Bestäubungsarbeit unterstützen

Was steckt hinter dieser Intitiative? Welches Problem versucht der US-Handelsriese zu lösen?

Die Fakten:

  • Ohne Bienen tragen viele Nutzpflanzen keine Früchte.
  • Das Sterben der Bienen schreitet voran und es gibt bis dato keine großflächige Lösungen die weltweit greifen.
  • Die Bestäubungsarbeit erfordert zusätzliche Kapazitäten und diese soll durch künstliche Insekten übernommen werden.

Am 8. März hat Walmart mehrere Patentanträge für verschiedene Fluggeräte für den Einsatz im Ackerbau, eingereicht. Darunter befindet sich auch ein Patent für eine autonome Roboterbiene, eine sogenannte Bestäubungsdrohne.

Die Technik dahinter:

Die künstliche Biene soll mit Pollen beladen von Pflanze zu Pflanze fliegen und ganz gezielt die Bestäubungsarbeit leisten. Ein Sensor ermittelt ob die Bestäubung erfolgreich war oder nicht.

Warum versucht Walmart dieses Problem zu lösen? Was springt für den Handelsriesen dabei raus?

Die Nachfrage nach „Organic“ Lebensmitteln in den USA steigt. Schon lange ist Bio keine Nischensparte mehr und die Attraktivität der Margen hat dazu geführt, dass Walmart diesen Markt nicht gänzlich Whole Foods (letztes Jahr vom Onlineriesen Amazon übernommen) überlassen wollte.

Die kleinen Drohnen sollen letztendlich die Produktionskosten senken und gleichzeitig für mehr Transparenz sorgen.

Die Idee mit künstlichen Insekten die Bestäubungsarbeit der Bienen zu übernehmen ist nicht neu. Bereits in 2013 arbeiteten Forscher der Harvard-Universität daran, dem Bienensterben mit Hilfe von Roboterbienen zu begegnen. Die erste Generation Roboterbienen konnte sich frei im Wasser bewegen und sich sogar an Fenstern festhalten.

Quellen: Futurism, cnet, CB Insights, Harvard University

Bienensterben – Was können wir dagegen tun?

In dem nachfolgenden Video wird das Phänomen des Bienensterbens kurz erklärt.

Wir erfahren welche Regionen und Länder besonders stark hierunter leiden, woran es liegt, dass uns die Honigbienen wegsterben und welche Folgen uns erwarten wenn wir das nicht aufhalten.

Ein paar Tipps und Lösungsansätze für jedermann gibts natürlich auch.

Quelle: Faktastisch, YouTube

Zuletzt noch ein paar Schlagzeilen aus unserer Branche

Arla Foods verkauft Käsewerk an Allgäuer Hof-Milch

Arla Foods will bis zum 1. Mai 2018, sein Käsewerk in Sonthofen an die Allgäuer Hof-Milch GmbH verkaufen. Die Milchlieferverträge mit den Allgäuer Landwirten behalten bis Ende 2019 ihre Gültigkeit. Die Allgäuer Hof-Milch produziert bis auf Weiteres Käseprodukte für Arla Foods damit das Unternehmen die Handelskunden weiterhin beliefern kann. Auch hier steht eine Erneuerung der Lieferverträge bevor.

Südzucker erwartet 100 bis 200 Millionen EUR Verlust

Die Liberalisierung des EU-Zuckermarktes macht Europas größtem Zuckerhersteller schwer zu schaffen.

Die Südzucker AG erwartet im Zuckergeschäft ein dreistelliges Minus. Der Wegfall der Zuckerquote und die weltweiten Produktionsüberschüsse schwächen den bereits schwachen Zuckermarkt noch mehr. Der Umsatz soll durch die Sparten Spezialitäten und Frucht stabil gehalten werden. Die Dividende bleiben unverändert.

Saudi-Arabien baut größte Solaranlage der Welt — das entspricht 7 Atomkraftwerken

Kronprinz Mohammed bin Salman baut die Wirtschaft seines Wüstenkönigreichs um. Jetzt unterzeichnete er in New York einen Deal für zwei Sonnenfelder mit einer Leistung von insgesamt 7,2 Gigawatt (jeweils 3 und 4,2 Gigawatt) mit dem japanischen Technologie-Konzern Softbank. Die Sonnenfelder sollen bis 2019 fertiggestellt werden.

Im Rahmen der „Vision 2030“ hat sich Saudi-Arabien vorgenommen, seine Wirtschaft umzubauen und dadurch etwas unabhängiger von Öl zu werden. Das Land soll zu einem Technologie-Standort werden. Die anstehenden Projekte sollen mehr als 100.000 Jobs kreiieren.

China bleibt den Arabern jedoch auf den Fersen. Der Billigkonkurrent lässt sich nicht so schnell verunsichern und in die Ecke drängen.

Quelle: Forbes

Autonome Roboterbienen, vom Ölmagnaten zum Solarpanel-Junkie, Fusionen und Kooperationen — diese Vielfalt widerspiegelt die Welt in der wir leben. Alles ist schneller geworden und hektischer. Hauptsache wir beherrschen („noch“) die Technologien und nicht anders herum.

Agrarbetrieb-Drohnen-Landwirtschaft

Drohnen sind längst nicht mehr nur handlich

Drohnen in der Landwirtschaft sind noch nicht alltäglich, aber jeder von uns hat zumindest davon gehört, wie vielfältig sie Einsatzmöglichkeiten sind. 

Drohnen sind in ihren Einsatzmöglichkeiten äußerst flexibel.

So vielfältig die Verwendungszwecke sind, so unterschiedlich fallen auch die Größen von Drohnen aus: von wenigen Zentimetern und wenigen Gram Gewicht, bis hin zu Spannweiten von 70 Metern.

Drohnen für die Landwirtschaft gewinnen an Größe

In der deutschen Landwirtschaft ist der Einsatz von Drohnen noch nicht stark verbreitet. Hier kommen natürlich keine Drohnen mit Spannweiten von 70 Metern zum Einsatz.

Diese Größen bleiben wohl weiterhin dem Militär vorbehalten. Die mit der Landwirtschaft assozierten Geräte liegen wohl eher in einer sehr handlichen Größenordnung.

Schaut man sich die Drohnen-Verordnung an, wird hier auch von verschiedenen Gewichtsklassen bis 25 Kilogramm gesprochen.

Für unbemahnte Flugkörper besteht ein allgemeines Flugverbot. Aber dennoch gibt es auch bei Agrardrohnen wesentlich größere Schwerkaliber.

So etwa der Agronator der Firma Norsk Aerial Systems:

Agrardrohne sät und düngt

Quelle: Norsk Aerial Systems -UAV

Wenn man den Oktokopter in der Luft beobachtet, sieht man ihm  allerdings nicht an, das er einer der weltweit größten Fluggeräte seiner Art ist.

Mit der Spannweite von 4,6 Meter verdient das Gerät wahrlich seinen Namen „Agronator“. Die acht Propeller messen von Flügelspitze zu Flügelspitze satte 1,20 Meter.

Mit einem Abfluggewicht von 110 Kilogramm bei voller Beladung ist die Drohne definitiv kein Leichtgewicht.

Dafür führt sie dann allerdings auch 30 Kilogramm Nutzlast, etwa Saatgut oder Dünger, mit sich, die über eine Dosiereinheit und einem Streuteller aufs Feld gebracht werden können.

Die Flugzeit variiert je nach Gewicht. Bis zu 40 Minuten kann die Drohne ihrer Arbeit nachgehen, bevor sie wieder aufgeladen werden muss.

Es ist klar, dass ein Gerät dieser Größenordnung nicht einfach so in Betrieb genommen werden darf.

Ein Pilot mit Sachkundenachweis sowie eine Aufstiegsgenehmigung sind erforderlich.

Betrachtet man die Entwicklung in der Landwirtschaft, so began der Ackerbau auf dem Boden  auch mit kleinen Geräten.

Mit den neuen Möglichkeiten, wie der Erfindung des Motors entwickelten sich die Maschinen rasant weiter.

Heute bewegen sich gigantische Geräte über die Felder, die über leistungsstarke Computer die Abläufe und Arbeitsschritte steuern.

Für moderne Traktoren sind zumeist die Zeiten vorbei, in denen sich jederman mal ebens hinters Lenkrad setzen konnte.

Werden wir zukünftig alle einen „Pilotenführerschein“ erwerben, um unsere riesigen Geräte in der Luft über unsere Felder navigieren zu können?

Wie groß werden die zukünftigen Landmaschinen der Luft sein?

Aber zurück von unsere schönen Zukunftsvisionen in die Gegenwart. Diese Woche dominiert wohl ein Thema landwirtschaftlichen Schlagzeiten:

UBA-Studie macht Verbrauchern Angst

Keine Ruhepause für uns Landwirte. Am Wochenende schockte das Umweltbundesamt (UBA) mit der Schlagzeile: „Preissteigerung bei Trinkwasser um bis zu 45 Prozent erwartet.“

Schuld daran soll laut den Ergebnissen einer UBA-Studie der zu hohe Nitratgehalt im Grundwasser sein. Die Werte sollen in mehr als 27 Prozent der Grundwasserkörper den Grenzwert von 50mg/l überschreiten:

„Gerade in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen ist das Grundwasser häufig durch zu viel Stickstoff belastet.“

Mit anderen Worten: die Landwirte sind daran schuld, wenn das Trinkwasser demnächst teurer werden sollte.

Denn, so die Studie, wenn die Nitrateinträge nicht sinken, wird die Wasseraufbereitung wesentlich mehr Kosten verursachen, da teure Aufbereitungsmethoden eingesetzt werden müssen.

Die Bereinigung des Wassers von Nitrat soll Zusatzkosten in Höhe von 55 bis 76 Cent pro Kubikmeter versuchen. Das würde die Verbraucher sicherlich auf die Barrikaden bringen.

Für die Umweltverbände wie dem Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist die Studie natürlich ein willkommenes Fressen.

„Es ist inakzeptabel, dass die Wasserwerke und letztendlich die Verbraucher hunderte Millionen Kosten tragen müssen, weil die Gewässer in Deutschland mit Düngemitteln belastet sind“, äusserte sich Hubert Weiger, Vorsitzende des BUND.

Die Rufe nach einer Verschärfung im Düngerechts werden entsprechend lauter.

Aber was steht tatsächlich in der Studie? Ist ganz Deutschland derart kontaminiert?

Nein. Die Studie untersuchte unterschiedliche Modellregionen. Und ja, es wurde in zwei Regionen, in denen die Viehhaltung eine hohe Bedeutung hat, eine teils starke Überschreitung der Grenzwerte ermittelt.

In anderen Regionen konnte nachgewiesen werden, dass die Nitratwerte seit Jahren am Sinken sind.

Die Grenzwerte wurden oft auch eingehalten und nicht immer konnte der Nitratgehalt auf die Landwirtschaft zurückgeführt werden.

Wir wissen allen, dass zu hohe Nitratwerte bedenklich sind. Kein Landwirt düngt, weil er sonst nichts mit seiner Zeit und seinem Geld anzufangen weiss.

Ich denke, Ihr gebt mir Recht, wenn ich sage, wir sind Landwirte, weil wir das Land und die Natur lieben.

Die Berechnung des Düngerbedarfs ist heute ausgefeilter denn je. Die technischen Entwicklungen erlauben einen immer gezielteren und damit geringeren Einsatz von Düngemitteln.

Was bezweckt das UBA mit seiner Schlagzeile? Sicherlich regen derart reißerische Schlagzeilen die Diskussion an.

Aber wie sieht es mit der Qualität der Diskussion aus?

Wird diese sachlich unter Berücksichtigung der komplexen Zusammenhänge des Themas geführt?

Oder erfolgt jetzt wochenlang eine Tirade an gegenseitigen Schuldzuweisungen?

Besser gesagt, wird abermals die Landwirtschaft verteufelt, einfacher halber als Sündenbock hingestellt, da es für das Thema nun mal keine leichten Lösungen gibt?

Wir sehen in der Viehhaltung, zu welch aggressiver Haltung es gegenüber Landwirten kommen kann, weil nur Bruchteile der gesamten Problematik kommuniziert werden.

Den Verbrauchern zu vermitteln, dass sie zukünftig wohl das Doppelte fürs Wasser zahlen müssen, weil Landwirte die Umwelt übermässig belasten, kann das zielführend sein?

Wie seht Ihr den Einsatz von kontroversen Schlagzeiten – sind sie wichtig für eine Diskussion oder schaden sie eher?

Drohnen Landwirtschaft

Regeln für den Einsatz von Drohnen

Am 07.04. ist die Neuregelung für den Einsatz von Drohnen in Kraft getreten.

Digitale Techniken kommen in der Landwirtschaft immer stärker zum Einsatz.

Wir werden uns wohl dran gewöhnen, dass der schwere Traktor am Boden von seinem kleinen Freund in der Luft begleitet wird und die beiden im Team den effizienten Einsatz von Ressourcen unterstützen.

Der zunehmende Einsatz von Drohnen erforderte eine Anpassung des rechtlichen Rahmens.

Die Neue Drohnen-Verordnung klärt nun die Regeln, unter welchem der Einsatz von unbemannten Flugmodellen erfolgen darf.

Neue Regeln für den Einsatz von Drohnen

Pflicht zu Kennzeichnung

Jegliche Flugmodelle und unbemannte Luftfahrtsysteme mit einem Startgewicht von mehr als 0,25 Kilogramm müssen gekennzeichnet werden. Gekennzeichnet wird mit einer Plakette, die den Namen und die Adresse des Eigentümers beinhaltet.

Nachweis der Kenntnis

Ab einem Startgewicht von mehr als 2 Kilogramm ist nun ein Kenntnisnachweis erforderlich. Dies ist eine Bescheinigung, die für 5 Jahre gültig ist und für den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen außerhalb von Modellflugplätzen notwendig ist. Der Nachweis kann erbracht werden durch:

  • Eine gültige Pilotenlizenz
  • Eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Bescheinigung nach Prüfung (Das Mindestalter ist 16 Jahre.)
  • Eine von einem Luftsportverein ausgestellte Bescheinigung nach erfolgter Einweisung (Diese kann für Flugmodelle erworben werden und setzt ein Mindestalter von 14 Jahren voraus.

Erlaubnispflicht

Generell ist ab einem Gewicht von 5 Kilogramm sowie für Nachtflüge eine Erlaubnis erforderlich. Befreit von der Erlaubnispflicht sind Organisationen und Behörden wie beispielsweise Feuerwehr, THW oder DRK.

Betriebsverbot

In den folgenden Fällen dürfen Drohnen nicht betrieben werden:

  • Gerät von mehr als 5 Kilogramm befindet sich außerhalb der Sichtweite
  • In und über sensiblen Bereichen (etwa Krankenhäusern, Industrieanlagen, JVAs, Behörden, Naturschutzgebieten, Menschenansammlungen, Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, bestimmten Verkehrwegen, über und um Flugplätzen)
  • in Höhen über 100 Meter, sofern es sich nicht um ein hierfür zugelassenes Gelände handelt und bestimmte Auflagen erfüllt sind
  • Drohnen von mehr als 0,25 Kilogramm über privaten Grundstücke, insbesondere wenn aufgrund der technischen Ausstattung sensible akustische oder optische Informationen aufgenommen werden können
  • Unbemannte Geräte, die ein Gewicht von 25 Kilogramm überschreiten

Pflicht zum Ausweichen

Bemannte Luftfahrzeuge und Freiballone haben immer „Vorfahrt“.

Erlaubnis für Videobrillen

Videobrillen dürfen unter bestimmten Voraussetzungen zum Fliegen eingesetzt werden, wenn es sich um kleine Geräte (unter 0,25 Kilogramm), die Höhe nicht 30 Meter überschreitet oder eine Person per Sichtkontakt den Flug überwacht.

Präzisionslandwirtschaft im Vormarsch

Digitale Landwirtschaftstechnik nimmt immer weiter zu.

Eine Umfrage des IT-Verbandes Bitkom sowie des Deutschen Bauernverbandes ergab, dass knapp 90 Prozent der befragten Bauern der Meinung sind, dass die Digitalisierung in der Landwirtschaft

  • zu mehr Effizienz und
  • eine umweltschonendere Landwirtschaft beitragen.

Drohnen in der Landwirtschaft

Quelle: SWR

Die Forschung arbeitet fleissig daran, eine präzisere Landwirtschaft zu ermöglichen. „Smart Farming“ mit zeit- und ortsbezogenen detaillierten Informationen, krempelt die Landwirtschaft um. 

Und es werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: es können ökonomische Ziele der Landwirte ebenso wie ökologische Ziele für den Umweltschutz erreicht werden. 

Auf anderen Gebieten scheint diese Einigkeit nicht der Fall sein. Etwa bei der neuen Düngeverordnung, die voraussichtlich ab Mai in Kraft treten soll. 

Auch wenn die Rechtslage noch nicht abschließend geklärt ist, hier kann die Europäische Kommission dem Bundeslandwirtschaftsministerium noch einen Strich durch die Rechnung machen, es ist klar: 

die neue Düngeverordnung wird teuer. 

Landwirte werden einiges investieren müssen, um den Neuerungen entsprechen zu können. 

Oder nehmen wir den Ausbau eines klimafreundlichen Energiesystems

Strom wird immer „sauberer“, den der Anteil an erneuerbaren Energien nimmt stetig zu. Das klingt doch gut, oder? 

Wenn man nicht die Abgaben und Umlagen mit einbezieht. 

Strafe für klimafreundliche Energie

Die Politikorganisation Agora Energiewende belegt in ihrer neusten Grundlagenstudie: die staatlichen Aufschläge bei Strom übersteigen die Steuern für Heizöl um mehr als das 30fache! 

Dies sind die Abgaben, Steuern, Entgelte oder Umlagen, die für eine Kilowattstunde gezahlt werden müssen: 

  • Heizöl   0,6 Cent
  • Erdgas   2,2 Cent
  • Diesel   4,7 Cent
  • Benzin   7,3 Cent
  • Strom   18,7 Cent

Der Unterschied zwischen klimaschädlichen Brennstoffen und Strom grenzt wirklich an Wucher. Hier besteht sicherlich noch eine Menge Handlungsbedarf. 

Digitalisierung in der Landwirtschaft ist bereits seit längerem ein Thema. In den landwirtschaftlichen Betrieben sind digitale Techniken längst verbreitet.  

Aber wie sieht es mit dem Einsatz von Drohnen aus: setzt ihr bereits Drohnen ein? Wenn ja, welche Erfahrungen könnt Ihr weitergeben an Landwirte, die überlegen, auch in ihrer Landwirtschaft auf Drohnen zu setzen?

Drohne-Landwirtschaft-Technik

Drohnen – die Zukunft in der Landwirtschaft

Drohnen sind dabei, die Welt zu verändern. Vielleicht ist die Pizzalieferung per Drohne noch eine amüsante Idee, in der Landwirtschaft können die kleinen Flieger jedoch schon tatkräftig mithelfen.

Unbemannte Flugsysteme lösen eine technische Revolution in der Landwirtschaft aus und verändern ihre Prozesse.

Mit ihren speziellen Sensoren und Kameras sind Drohnen in der Lage, sehr detaillierte Informationen in Echtzeit zu liefern.

Erst aufgrund dieser Informationen ist es möglich, in der Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen zukünftig verstärkt sehr ortsspezifische Maßnahmen einzusetzen. 

Für diese Art der präzisen Landwirtschaft gibt es natürlich auch einen modernen Fachbegriff. Der natürlich auch englischen Ursprungs ist: Precision Farming.

In der Agrarwirtschaft wird immer nach Wegen gesucht, nachhaltig und effizient die Flächen mit bestmöglichen Erträgen zu bewirtschaften.

Früher war einzig die Expertise des Landwirts ausschlaggebend für den Ernteerfolg. Heute bekommt dieser Unterstützung in Form von detaillierten Daten zu so ziemlich jeden Aspekt seines Landes.

Die Technik schreitet weiter voran. Die Möglichkeiten sind quasi unendlich. Ein Grenze wird wohl nur durch den Geldbeutel gesetzt.

Lohnt sich der Einsatz von Drohnen finanziell?

Im Gegensatz zu den Drohnen für Freizeit und Hobby, die für ein paar Euro zu erwerben sind, gehen die Kosten für ein professionelles Fluggerät, welches in der Landwirtschaft zum Einsatz kommt, bis weit in die Tausende.

Die Frage stellt sich, lohnt sich die Investition?

Hier sprechen die Zahlen für sich.

Drohnen können durchaus die Produktionskosten sinken und zur Steigerung der Ernteerträge beitragen.

Eine Studie von Informa Economics hat ergeben, dass der Einsatz von Drohnen bei der Produktion von Mais, Sojabohnen und Weizen etwa 1,2 Milliarden Euro einspart.

In Deutschland steckt der Einsatz von Drohnen im Agrarsektor noch in den Kinderschuhen.

Auch wenn Forschungsinstitute erste positive Ergebnisse veröffentlichen, die Technik ist nicht günstig und muss erst noch ihre Alltagstauglichkeit beweisen.

Was können Drohnen?

So sieht der Arbeitsalltag von so manchen Landwirt bereits aus: erstmal die Drohne schnappen und raus aufs Feld einen Überblick verschaffen.

So ganz ohne Menschen geht es noch nicht, die Drohne muss noch in Begleitung ausgeführt werden. Aber für die Inspektion der Felder sitzt der moderne Landwirt bei einer Tasse Kaffee am Schreibtisch.

Der Einsatz der Drohne kann insbesondere bei heterogenen, größeren Feldern eine Menge Zeit und Personal sparen. Die Einsatzgebiete sind sehr vielfältig:

  • Präzises Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln (Stichwort: „Precision Farming“)
  • Lokalisierung und Feststellen des Ausmaßes von Schäden (bspw. verursacht durch Unwetter, Wildtiere, Verunkrautung, Windbruch)
  • Generelle Kontrolle des Bestandes von größeren Ackerbaukulturen
  • Überprüfung von technischen Anlagen (bspw. Erkennen defekter Solarmodule auf dem Dach, Prüfen der Dichtigkeit von Biogasanlagen)
  • Schutz der Tierwelt  (bspw. Aufspüren von Rehkitzen vor der Heuernte und deren Rettung vor dem Mähdrescher)

Wie sieht die Arbeit mit einer Drohne aus?

Agrar-Drohnen im Einsatz

 

Quelle: agrarheute

Der mögliche Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft ist so vielfältig wie die Aufgaben, die täglich anfallen.

Und es ist leicht ersichtlich, wie so ein kleiner Helfer aus der Luft Zeit und Betriebsmittel sparen kann.

Rechtlich sicher unterwegs

Wer sich eine Drohne zulegt, sollte sich jedoch bewusst sein, dass auch hier der Gesetzgeber einige Regeln vorgibt.

Bei Modellen, die unter die 5 Kilogramm Grenze fallen, wie es oft für Drohnen im Freizeitbereich der Fall ist, braucht man noch keine Aufstiegserlaubnis.

Die Nutzung von Drohnen in der Landwirtschaft ist jedoch kommerziell und unterliegt damit der Luftverkehrsordnung.

Diese solltet Ihr beachten, bevor Ihr startet: 

  • Ihr benötigt eine Aufstiegsgenehmigung, die Ihr beim jeweiligen Landes-Luftamt beantragen könnt (i.d.R. für eine Flughöhe von maximal 100 Meter und einem Abfluggewicht von nicht mehr als 25 Kilogramm).
  • Drohnen dürfen nur in Sichtweite von Euch fliegen.
  • Die kleinen Fluggeräte können durchaus gefährlich sein. Das Fliegen über Menschenansammlungen ist deshalb verboten. Und Ihr benötigt eine Haftpflichtversicherung für jede Eurer Drohnen. Ihr haftet für eventuelle Personen- und Sachschäden Dritter.
  • Ansonsten gelten die Regeln wie in anderen Bereichen auch: Ihr dürft nicht in die Privatsphäre Dritter eindringen. Das heißt, das Überfliegen des Grundstücks des Nachbarn ist ein Tabu.
  • In der Nähe von besonders geschützten Gebieten, ob Flughafen oder Naturschutzgebiet, ist besondere Vorsicht geboten. Am besten Abstand halten. Im Fall von Flughäfen beträgt der Sicherheitsabstand eh 1,5 Kilometer.
  • Die Fotoaufnahmen Eurer Drohne werden wohl vorwiegend für die Analyse Eures Landes sein. Habt Ihr allerdings vor, Fotos Eurer Drohne zu veröffentlichen, denkt dran, es gelten die selben Rechte wie für alle Fotoveröffentlichungen.

Derzeit arbeitet das Bundesverkehrsministerium an neuen Regeln für den gewerblichen Einsatz von Drohnen. Etwa soll es zukünftige einen „Drohnen-Führerschein“ geben und Flüge auch außerhalb der Sichtweite des Piloten gestattet sein.

Dies macht Sinn und wird den Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft erheblich ausweiten können. 

Auch wenn der Einsatz der unbemannten Flugkörper noch relativ begrenzt ist, in wenigen Jahren werden sie zur Landwirtschaft gehören wir heute der Traktor. Was sind Eure Erfahrungen mit Drohnen?