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2024-05 3D-gedruckte Lebensmittel auf dem Vormarsch - Agrarbetrieb

3D-gedruckte Lebensmittel auf dem Vormarsch

3D-gedruckte Hanfhäuser, Pflanzensysteme für die Hydrokultur und Lebensmittel, wie etwa Fleisch und Fisch, sind längst keine menschliche Fantasien mehr, sondern Teil unserer Realität. Während die einen auf eine nachhaltige, regionale und saisonbedingte Ernährung pochen, zieht es einen anderen Teil der Bevölkerung, der mit Mutter Natur wohl wenig anfangen kann, in die künstliche Ecke der Lebensmittel.

Kochen? Nicht doch, wenn man ein „saftiges“ Stück Steak oder Lachs einfach drucken kann. Was für viele ein absolutes Horrorszenario darstellt, die Idee eines „leckeren“ Essens per Mausklick klingt für andere wie ein Segen. Den 3D-Drucker anschmeißen, in der App das gewünschte Gericht auswählen und schon zaubert das Gerät das individualisierte, künstliche Supermenü auf den Teller.

Klingt futuristisch? Lasst Euch nicht täuschen, denn „Food Printing“ ist längst Teil unserer Realität.

Lebensmittel aus dem 3D-Drucker für individuelle Bedürfnisse

Weltweit steigt das Angebot an Lebensmitteln aus dem 3D-Drucker in Supermärkten und Restaurants. Für uns Landwirte hört sich dieser Trend wie eine schlechte Science-Fiction-Serie an, aber auch wir müssen uns damit abfinden, dass es Menschen gibt, die gedrucktes Essen, aus Komfort-, Klima- oder was auch immer für Gründen, bevorzugen.

Wie müssen wir uns Food-Printing und Nano-Food-Printing vorstellen?

Die Zutaten sind einfach und das Prinzip bekannt. Man benötigt einen 3D-Drucker und Lebensmittel-Zutaten statt Plastik oder Metall. Die ausgewählten Zutaten werden schichtweise aufgetragen und zum entsprechenden Produkt geformt. Auf dem Smartphone installiert man vorher die passende App und wählt das gewünschte Menü aus. Selbstverständlich kann man hierfür auch einen PC oder ein Notebook verwenden.

Welche Lebensmittel können mit dem 3D-Printer gedruckt werden?

Folgend eine kleine Auswahl; denkt jedoch daran, dass der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind:

  • Premium-Fleisch aus Stammzellen, z.B. Steak vom berühmten Wagyu-Rind
  • Vegane Fleischoptionen aus pflanzlichen Pasten wie z.B. Burger-Patties, Steaks, Lachs
  • Verschiedene Pizza- und Pastakreationen
  • Komplexere Menüs aus Fleisch, Kartoffeln und Gemüse
  • Individuell gestaltete Kekse, Torten, Kuchen und Schokoladenfiguren

Lasst uns an dieser Stelle auch das Thema Nano-Food-Printing ansprechen.

Zwar wird das Konzept als eine revolutionäre Innovation verkauft, weil diese auf eine maßgeschneiderte Ernährung abzielt, aber im Endeffekt ist dieses Konzept ein „Spin-off“ der 3D-geduckten Lebensmittel. Der Fokus hierbei liegt auf eine personalisierte und individualisierte Ernährung.

Beim Geschmack scheiden sich die Geister

Da es sich hierbei um einen „künstlichen Koch“ mit „künstlichen Zutaten“ handelt, kann man nicht erwarten, ein Gourmetmenü serviert zu bekommen. Nicht umsonst benötigt ein Chefkoch jede Menge Erfahrung und das gewisse Etwas, das ihn sogar zum Michelin-Sterne-Koch katapultieren kann.

Bei den 3D-gedruckten Lebensmitteln hängt der Geschmack von mehreren Faktoren ab, wie z.B. die verwendeten Zutaten, die Druckqualität und -technik sowie die Art und Weise, wie alles miteinander kombiniert und verarbeitet wird.

Es handelt sich hierbei um eine neue Technologie mit Verbesserungspotenzial. Fakt ist, dass diese Technologie unsere Essgewohnheiten verändern wird. Die neuen Generationen, die mit dieser Vorstellung von Kochen aufwachsen, werden ein ganz anderes Verständnis für das Essen aufbringen, als wir alte Hasen.

Was erwartet uns in der Zukunft in puncto Ernährung?

Zwar verfüge ich über die magische Glaskugel nicht, aber das hindert mich nicht daran, in die Zukunft zu schauen und meine Perspektive mit Euch zu teilen.

Als Landwirt, dem Mutter Natur am Herzen liegt, kann ich die Augen nicht vor dem verschließen, was links und rechts passiert. Wir verschwenden unsere Ressourcen und obwohl wir den Begriff „Nachhaltigkeit“ in den Himmel loben, passiert an der Basis wenig. Die großen Konzerne werden immer mächtiger und die kleinen Bauernfamilien, die diesen Beruf seit Generationen aus Leidenschaft ausgeübt haben, sehen sich gezwungen, zu schließen oder an die großen Unternehmen zu verkaufen. Ein Teufelskreis, der schwer, jedoch nicht unmöglich, zu durchbrechen ist.

Ich finde, wir steuern mit großem Tempo auf eine gesplittete Gesellschaft in punkto Ernährung zu. Die eine Gruppe wird Mutter Natur treu bleiben und sich möglichst natürlich ernähren, während eine zweite Gruppe in die künstliche Schiene marschieren wird. Ob eine Mitte aus diesen beiden Extremen existieren wird, wage ich momentan zu bezweifeln, da die Diskrepanzen sehr groß sind.

Es bleibt auf jeden Fall spannend. Sind 3D-gedruckte Lebensmittel Euer Ding oder könnt Ihr nichts damit anfangen?

Bildquelle: Foto von davisuko auf Unsplash

2023-09 Lachs und Steak aus dem 3D-Drucker - Agrarbetrieb

Lust auf Lachs und Steak aus dem 3D-Drucker?

Künstliches Fleisch bzw. Fleisch aus dem Reagenzglas oder dem 3D-Drucker sowie „leckere“ Fleischprodukte auf pflanzlicher Basis sollen uns bei der Bekämpfung des Klimawandels helfen, so zumindest die Charta einiger, globaler Organisationen.

Mal heißt es, die Tierhaltung setzt zu viele Treibhausgase frei, dann wiederum wird die Autoindustrie als Buhmann herangezogen. Ach ja, dann ist noch die steigende Weltbevölkerung, die als Plage gesehen wird. Einerseits werden durch diese lästigen Diskussionen wohl die ernsteren Probleme der Menschheit ignoriert, andererseits werden Lösungen präsentiert, wie z.B. Mahlzeiten, die aus Mehlwürmer, gegrillten Heuschrecken oder Maden bestehen, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen (bspw. schlimme Allergien) zu nehmen.

Ein weiterer Lösungsansatz, an dem derzeit viele globale Bio-Tech-Startups arbeiten, sind Fisch- und Fleischprodukte aus dem 3D-Drucker. Dabei kommen pflanzliche Proteine zur Verwendung, die mit Hilfe eines Lasers so geformt werden, dass sie strukturell und geschmacklich so ähnlich wie möglich ans Original kommen.

Man versucht es also erneut und ignoriert dabei die gescheiterten Versuche von Firmen, wie z.B. „Impossible Burger“ und „Beyond Meat“, die mit ihren Imitaten aus Soja-, Bohnen- und Erbsenproteinen gänzlich gescheitert sind. Trotz der massiven finanziellen Unterstützung von Großkonzernen und Milliardären wie z.B. Jeff Bezos, Bill Gates und Richard Branson sowie bemerkenswerter Deals mit Fast-Food-Franchises wie „McDonald’s“ und „Burger King“, blieb das erwartete und vielversprechende Burger-Erlebnis völlig auf der Strecke. Die Verkaufszahlen stimmten vorne und hinten nicht, und somit mussten diese Angebote eingestellt werden.

Mehr dazu gibts hier:

Impossible Burger 2.0: fleischfrei, cholesterolfrei, glutenfrei

Zukunftsessen: Leckeres aus Stammzellen

Food-Trends: Fleisch aus dem Reagenzglas

Jetzt versucht man das Ganze mit dem 3D-Drucker aufzupeppen.

Fisch- und Fleischangebote aus dem 3D-Drucker

Wir brauchen mit dem Finger diesmal nicht auf den amerikanischen Kontinent zeigen, denn diesmal gibt’s die 3D-Drucker Leckereien bei uns in Deutschland und Österreich in den Regalen.

ÖSTERREICH

Starten wir mit unserem Nachbarland Österreich, in dem bei Rewe / Billa ab sofort veganes Lachsfilet aus dem 3D-Drucker angeboten wird.

Das Wiener Startup „Revo Foods“ erhielt Förderungsmittel in Millionenhöhe, um das aus Pilzproteinen hergestellte Fischfilet nun an den Mann zu bringen. „THE FILET – Inspired by Salmon“ soll in Geschmack, Konsistenz und Zubereitung möglichst an das Original herankommen.

Die Zusammenarbeit mit der schwedischen Firma „Mycorena„, die auf die Herstellung von Pilzproteinen spezialisiert ist, hat sich gelohnt. Anders als bei der üblichen Lachs-Zucht benötigt man bei der Zucht von Pilzproteinen weniger Ressourcen. Auch die Emissionen fallen geringer aus.

Das in 2020 gegründete österreichische Biotech-Unternehmen bietet zwar bereits veganen Räucherlachs und Thunfisch-Aufstrich im Lebensmittelhandel an, aber dies ist der erste Vorstoß in das Segment der 3D-gedruckten Steaks und Filets.

DEUTSCHLAND

Kommen wir nun zurück zu uns nach Deutschland. Natürlich bleiben wir bei derartigen Innovationen nicht auf der Strecke. Hierzulande präsentiert das in 2018 gegründete israelische Unternehmen „Redefine Meat„(mit dem Slogan „New Meat, No Compromises“ („Neues Fleisch, ohne Kompromisse“)) ein Filetsteak aus dem 3D-Drucker.

Ähnlich wie der Lachs aus dem 3D-Drucker basiert das 3D-gedruckte Steak auf rein pflanzliche Zutaten. Der Drucker für das künstliche Fleisch, das ab sofort für alle Restaurants in Deutschland zur Verfügung steht, befindet sich in den Niederlanden. Neben Steaks produziert die Firma auch Hackfleisch, Würstchen, Burger Patties und Pulled Pork. Monatlich können bis zu 500 Tonnen künstliches Fleisch hergestellt werden.

Und so sieht bzw. schmeckt das Steak, wenn es mal beim Endkonsumenten angekommen ist. Klaus hat das Steak aus dem 3D-Drucker von „Redefine Meat“ mal getestet und einen Videobeitrag darüber erstellt:

Quelle: Klaus grillt, YouTube

Würdest Du ein Steak aus dem 3D-Drucker probieren?

Das Restaurant ASH in Oberhausen (NRW) bietet diese Neuheit heute bereits an. Ob und wann die Steakhaus-Kette ihre Karte auch an den anderen Standorten um dieses Produkt erweitern wird, steht noch aus.

Ich bin äußerst gespannt darauf, wie die Konsumenten weltweit auf diese doch recht bizarre Innovation reagieren werden. Die Tatsache, dass die veganen Burger trotz massiven Werbemaßnahmen ein derartiger Flop waren, deutet darauf hin, dass es mit den Steaks und Co. aus dem 3D-Drucker nicht ganz so funktionieren wird, wie sich das die großen Institutionen und Investoren vorstellen.

Der Trend in Richtung Biofleisch und hochwertige Produkte aus der Region, die nachhaltig hergestellt wurden, ist unaufhaltsam. Während wir bei diesen Lebensmitteln mehr oder weniger wissen, was wir essen, werfen diese neuartigen Produkte recht viele Fragen auf, auf welche wir noch keine Antworten erhalten haben. Es gibt keine wissenschaftlichen Daten und Studien die besagen, dass Filets, Steaks und Co. aus dem 3D-Drucker keine Allergien oder sonstige gesundheitliche Probleme bei Menschen, die sie konsumieren verursachen.

Würdest Du ein Lachsfilet oder ein Stück Steak aus dem 3D-Drucker konsumieren?

Bildquelle: Foto von Gonzalo Guzman auf Pexels

Fleischalternativen - Jetzt kommen die Hybride um die Ecke

Fleischalternativen: Jetzt kommen die Hybride um die Ecke

Ein großer Befürworter von Fleischalternativen ist kein geringerer als die Weltwirtschaftsorganisation. Von Fleisch aus dem Reagenzglas bis hin zu fleischfreien, pflanzenbasierten Alternativen – die Suche nach „Fleischersatz“ scheint in den letzten Monaten an Tempo aufgenommen zu haben.

Die Fleischbranche befindet sich momentan unter einem enormen Druck. Immer wieder geraten Schlachthöfe in die Schlagzeilen und dann flammt hier und da noch das leidige Thema Schweinepest auf. Die Kollegen aus der Viehzucht haben es diese Tage verdammt schwer. Es ist aber kein heimisches Problem, sondern ein globales Phänomen.

Dabei dürfen wir eins nicht vergessen, u.z. das Ganze wird durch die unzähligen Klimaaktivisten und die lieben Medien ins Extreme gepuscht. Warum das alles jetzt eskaliert und wieso namhafte Investoren wie z.B. Bill Gates oder Richard Branson sich von diesem Trend eine goldene Ära versprechen, das überlasse ich an dieser Stelle Eurem Verstand.

Hier auf Agrarbetrieb.com habe ich des öfteren über diese Ernährungstrends geschrieben. Für diejenigen von Euch die neu sind bzw. diese Beiträge noch nicht gelesen habt, empfehle ich als Einstieg folgende Artikel:

Food-Trends: Fleisch aus dem Reagenzglas

Impossible Burger 2.0: fleischfrei, cholesterolfrei, glutenfrei

NEWS: Kunstfleisch, Schwarzwaldmilch, Nordzucker

Laborfleisch jetzt auch im Weltall erhältlich

Im Januar 2019 hat das Weltwirtschaftsforum einen 32-seitigen Bericht mit dem Titel „Meat: the Future series. Alternative Proteins“ (übersetzt: „Fleisch: Die Zukunftsserie. Alternative Proteine“) veröffentlicht, in dem aufgrund des exponentiell steigenden Fleischkonsums (insb. in Entwicklungsländern), die Dringlichkeit beschrieben wird, „mehr pflanzliche Proteinalternativen in die weltweite Ernährung zu integrieren“.

Quelle: World Economic Forum, YouTube

Warum müssen pflanzenbasierte Fleischalternativen her?

Gemäß dem Bericht der Damen und Herren des WEF (World Economic Forum), geht es einerseits um die „menschliche Gesundheit“ und andererseits, um die „ökologische Nachhaltigkeit zu verbessern“.

Im Klartext heisst es:

Die Sorgen sind gross, dass wenn die Weltbevölkerung bis 2050 wie prognostiziert auf 10 Mrd. wächst, dann wird das mit dem Senken der globalen Temperaturen um mehr als 2 Grad Celsius eine Herausforderung.

Wer Lust hat dieses White Paper zu lesen, kann den Report unter folgendem Link herunterladen:

WEF_White_Paper_Alternative_Proteins

Welche Fleischalternativen ringen um unsere Aufmerksamkeit?

Auf der einen Seite tummeln sich die traditionellen Food Companies wie z.B. Nestle, Unilever oder Rügenwalder die mit ihren pflanzenbasierten Fleischalternativen mittlerweile sowohl die Supermärkte als auch die Discounter regelrecht „überschwemmt“ haben. Viele dieser Produkte sind sojabasiert und enthalten jede Menge Zusatzstoffe die den Otto-Normalbürger völlig überfordern.

Dann haben wir die ganzen Food Tech Startups wie z.B. Impossible Foods oder Beyond Meat die mit ihren fleischfreien Varianten zuerst in den USA und dann auch bei uns in Deutschland für Furore gesorgt haben. Im Endeffekt produzieren beide Gruppen ein ähnliches Produkt, der einzige Unterschied ist, dass die einen seit Jahrzehnten/Jahrhunderten im Lebensmittelbusiness sind, während die anderen diese Branche erst seit 2-3 Jahren für sich entdeckt haben.

Es gibt jedoch ein vollkommen anderer Ansatz wenn es darum geht Fleisch zu produzieren und dieser kommt aus der Bio-Tech-Sparte. Es geht um Laborfleisch, Kunstfleisch bzw. Fleisch aus dem Reagenzglas. Es handelt sich hierbei um die Clean Meat Bewegung.

Während es dem einen alleine schon bei dem Klang dieser Worte eiskalt den Rücken herunterläuft, feiert eine andere Gruppe von Menschen diese Experimente und buttert massive Geldsummen in die Projekte rein. Wenn globale Konzerne wie Merck (Pharma) und Cargill (Agro) sowie bekannte Multimilliardäre wie Bill Gates (Microsoft) und Richard Branson (Virgin) in Laborfleisch investieren, spätestens dann wissen auch wir Normalsterbliche, dass sich hier etwas ganz Mächtiges anbahnt.

Dem nicht genug, denn jetzt taucht ein neuer Konkurrent um die Ecke: es handelt sich um einen Hybriden. Also nicht ganz pflanzenbasiert und auch nicht ganz aus dem Reagenzglas.

Die Firma Peace of Meat bietet einen Fleischhybriden an. Die hybriden Nuggets bestehen aus 15% kultiviertem Entenfett und extrudiertem Erbsenprotein. Das in 2019 gegründete B2B Unternehmen ist der europaweit erste Hersteller, der in der Lage ist, eine GVO-freie Stammzellenlinie herzustellen, die die Produktion grösserer Mengen zulässt.

Was genau lockt denn die ganzen Clean Meat und Cultured Meat Startups in diese Branche?

Die Antwort finden wir in den neuesten Prognosen von Statista sowie einer aktuellen Studie von A. T. Kearney wonach:

  • … sich der weltweite Markt für pflanzliches Fleisch von 10 Mrd. USD (2018) auf voraussichtlich 31 Mrd. USD in 2026 mehr als verdreifachen wird. [Quelle: Statista]
  • … 60% des Fleischmarktes in 2040 aus kultivierten und pflanzenbasierten Produkten bestehen wird. [Quelle: „How will Cultured Meat and Meat Alternatives disrupt the Agricultural and Food Industry?“ Studie von A. T. Kearney]

Kurz zusammengefasst für uns Normalbürger:

Es handelt sich um ein äußerst lukratives Geschäft!

Gemäß dem bewährten Prinzip „Follow the money“ wissen wir alle nur allzu gut, dass dort wo Milliarden fliessen, ein sehr lohnendes Business wächst.

Ist das die Ernährungszukunft?

Sind das die letzten Tropfen die das Glas zum überlaufen bringen?

Übersetzt: Ist das das Ende der Fleischindustrie so wie wir sie kennen?

Lebensmittel: Der ultimative Kampf der Giganten

Stimmt das alles oder ist es nur Propaganda? Was sagen die unabhängigen Medien sowie die Experten, Forscher und Wissenschaftler die nicht von BIG Agrochemie, BIG Banks, BIG Pharma, BIG Tech, BIG XYZ finanziert werden?

Ich bin für Innovation, Nachhaltigkeit und Lebensmittel die nahrhaft und gesund sind. Allerdings machen mir diese Tech-Innovationen von irgendwelchen Startups die buchstäblich NULL Affinität und Respekt für Mutter Erde haben, Angst.

Wenn es nur darum geht Profite zu schlagen, dann hat das nichts mehr mit Gesundheit der Weltbevölkerung, Tierschutz oder Nachhaltigkeit zu tun, auch wenn diese Begriffe gerne als Marketingslogans genutzt werden.

Was steckt wirklich hinter dieser ganzen Suche nach Fleischalternativen? Was glaubt Ihr?

Foto von Clker-Free-Vector-Images, Pixabay.com

Impossible Burger fleischfrei

Impossible Burger 2.0: fleischfrei, cholesterolfrei, glutenfrei

Impossible Burger 2.0 war das absolute Highlight auf der letztjährigen CES in Las Vegas. Das Food Tech Unternehmen Impossible Foods nutzte die weltweit größte Consumer Tech-Messe und verteilte 12.000 pflanzenbasierte Burger an die Teilnehmer. Ein cleverer Schachzug was zu drei Top Auszeichnungen führte.

Jedes Jahr, in der zweiten Januarwoche werden die neuesten und innovativsten Tech-Produkte auf der weltweit größten Consumer Technology Messe CES in Las Vegas, USA präsentiert. Es ist der Ort wo wir mit den verrücktesten Ideen konfrontiert werden, von Humanoid-Robotern bis hin zu eher alltäglichen Konsumgütern wie Smart TVs. Die Plattform ist perfekt dafür geeignet, um die coolsten Gadgets vorzustellen, egal ob es sich hierbei um Medizin-Wearables handelt oder ein rotierender Fernseher (siehe hierzu den Samsung Sero TV, welcher heuer auf der CES 2020 gelauncht wurde).

Letztes Jahr passierte jedoch etwas außergewöhnliches auf der CES.

Eine Food Tech Company namens Impossible Foods überraschte die Gäste mit einem Truck voller Burger. Es waren jedoch keine gewöhnliche Burger, sondern eine pflanzenbasierte Variante. Der Truck wurde in der Central Plaza positioniert, d.h. keiner kam an den gut riechenden und geschmackvollen Burger vorbei. Eine fantastische Idee und Umsetzung seitens der Marketingabteilung von Impossible Foods.

Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten.

Impossible Burger 2.0 räumte direkt drei Preise ab:

  • „Most Unexpected Product“
  • „Most Impactful Product“
  • „Best of the Best“

Was macht Impossible Burger 2.0 so besonders?

Pflanzenbasierte Fleischprodukte sind am boomen. Obwohl das Mainstream-Publikum weiterhin die klassischen Burger, Steaks und Schnitzel konsumiert, weichen immer mehr Menschen auf vegetarische und vegane Optionen aus. Diejenigen die auf die tasty Burgers nicht gänzlich verzichten wollen, greifen auf pflanzenbasierte Alternativen zurück.

Impossible Burger 2.0 ist 100% pflanzenbasiert, Koscher und Halal zertifiziert. Der Burger ist glutenfrei, hat 0 mg Cholesterin und beinhaltet so viel bioverfügbares Eisen und Protein wie herkömmliches Rindfleisch.

Quelle: CNET, YouTube

Ich habe des öfteren über Veggie-Burger, die neuesten Kunstfleisch-Alternativen und Laborfleisch welcher jetzt auch im Weltall erhältlich ist, geschrieben.

Wenn große Fast-Food Ketten wie Burger King, KFC, Dunkin‘ Donuts oder etablierte Konzerne wie Nestle und Rügenwalder pflanzenbasierten Fleischprodukte anbieten und zum festen Bestandteil ihres Sortiments machen, dann bannt sich hier etwas gigantisches an.

Vom Hype zum Trend und bald Mainstream?

Derzeit haben wir es mit 3 Player-Kategorien zu tun, die einerseits pflanzenbasierte Burger und andererseits Burger aus Kunstfleisch anbieten.

#1 Traditionelle Food Companies wie z.B. Nestle, Tyson Foods oder Rügenwalder.

#2 Food Tech Companies (viele darunter Startups). Zu den bekanntesten zählen Beyond Meat und Impossible Foods.

#3 Hersteller von Laborfleisch wie z.B. Memphis Meats oder Mosa Meat.

Während die Player in den ersten beiden Kategorien mit verschiedenen veganen Rezepten herumexperimentieren, fließen in die sog. Clean Meat Innovationen gigantische Geldsummen rein. Namhafte Investoren wie Bill Gates (Microsoft Gründer) und Richard Branson (Virgin Gruppe) sowie globale Konzerne wie Merck und Cargill setzen verstärkt auf Fleisch aus dem Reagenzglas.

In 2013 wo Memphis Meats seinen ersten Burger aus Kunstfleisch präsentierte, kostete das gute runde Stück ganze 330.000 USD. Heute liegt der Preis bei 40 USD pro Gramm. Der niederländische Konkurrent Mosa Meat will noch in diesem Jahr einen Burger aus Kunstfleisch für nur 10 USD anbieten.

Werden wir bei McDonald’s, Burger King und KFC bald Burger, Whopper, Wings und Co. aus Kunstfleisch serviert bekommen?

Bleiben die pflanzenbasierten Alternativen dann noch im Sortiment oder werden diese gänzlich durch geschmackvolles und top aussehendes Laborfleisch substituiert?

Fakt ist, sobald die großen Fast-Food-Ketten Kunstfleisch zum Teil ihres Produktportfolios machen, binnen kurzer Zeit dann ‚echtes‘ Fleisch auslisten, bleibt dem Konsumenten nur eins übrig: geniessen oder sein Geld für etwas anderes ausgeben.

Ich gehe davon aus, dass wir eine Übergangsperiode haben werden, wo alle drei Alternativen angeboten werden. In dieser Zeit wird jeder die Gelegenheit haben den ultimativen Trio-Test durchzuführen und zu entscheiden, welche Option ihm am besten schmeckt: der klassische Burger aus echtem Fleisch, der pflanzenbasierte Burger oder der Burger aus Laborfleisch.

Impossible Burger 2.0 war auf der CES 2019 ein absoluter Hit. Wird Impossible Foods seine Marktposition halten bzw. ausbauen können oder wird die Konkurrenz sein Wachstum hindern? Es bleibt super spannend. Unsere Gesellschaft und damit einhergehend auch unser Ernährungsverhalten ändern sich kontinuierlich.

Laborfleisch aus dem Weltall

Laborfleisch jetzt auch im Weltall erhältlich

Das was viele auf dem Planeten Erde immer noch für unmöglich halten, ist uns nun im Weltall gelungen. Eine israelische Firma hat auf der internationalen Weltraumstation ISS zum ersten Mal Laborfleisch hergestellt. Die Astronauten können zu ihren beliebten Pommes bald auch ein selbstgezüchtetes Rindersteak verzehren. Ein 3D-Drucker macht es möglich.

Ich staunte nicht schlecht als ich vor ein paar Tagen auf einen Artikel der amerikanischen Zeitschrift Business Insider stoss, wo genau darüber berichtet wurde. Da ich schon öfters über das Thema Fleisch aus dem Reagenzglas hier auf Agrarbetrieb berichtet habe, wusste ich, dass ich diese Neuigkeit unbedingt mit Euch teilen möchte.

Die Zweifel, dass sich sowas wie Laborfleisch hier bei uns auf der Erde durchsetzt sind gross. Jetzt kommt aber sowas. Klar werden Tech-Innovationen im Weltall anders aufgenommen als hier „unten“. Immerhin sind das unsere Pioniere, die es ins Ungewisse wagen. Da ist die Akzeptanz selbstverstädnlich grösser als beim Otto Normalbürger.

Was genau haben die Wissenschaftler gezüchtet und wie sind sie dabei vorgegangen?

Der israelische Food Technology Startup Aleph Farms hat Muskelgewebszellen von Rindern entnommen und diese mit auf die Raumstation ISS gebracht. Mit Hilfe eines 3D-Biodruckers wurden die Zellen vermehrt und zu kleinem Muskelgewebe gezüchtet. Die Methode beruht auf der Nachahmung eines natürlichen Prozesses der Muskelregeneration im Körper einer Kuh.

Das Experiment fand am 26. September unter kontrollierten Mikrogravitationsbedingungen in der russischen Einheit der Raumstation statt. Bereits im Dezember 2018 hatte Aleph Farms bekannt gegeben, binnen zwei Wochen einen „Streifen“ als Steak-Prototyp aus Zellen im Labor gezüchtet zu haben. Dies deutet darauf hin, dass Fleisch in allen rauen Umgebungen angebaut werden kann. Diese vielversprechende Technik könnte bald die Menschen auf der Raumstation mit Fleisch versorgen.

Quelle: Aleph Farms, YouTube

Keine Zukunft ohne Laborfleisch

Clean Meat, Kunstfleisch, Laborfleisch oder Fleisch aus dem Reagenzglas… mit dem ganzen Klimadebakel und den weltweiten Demonstrationen dürfte es keinen mehr wundern, dass die Forscher in diesem Bereich mächtig aufs Gaspedal drücken. Die Profitsituationen hat bis dato keiner so richtig durchleuchtet, deshalb bleiben wir erstmals bei dem was wir wissen.

Fleisch züchten, ohne dabei die Umwelt zu belasten.

Fleisch züchten, ohne Massentierhaltung und Tierquälerei.

Fleisch züchten für eine stetig steigende Weltbevölkerung, ohne dabei auf die bestehende Ressourcen zurückzugreifen.

Das klingt für viele Parteien wie Musik in den Ohren. Ob Laborfleisch ethisch OK ist oder nicht, interessiert keinen. Hauptsache die Wissenschaftler kriegen auch den Geschmack so hin wie beim echten Fleisch. Spätestens wenn der Konsument den Unterschied zwischen Steak aus Kunstfleisch vs. echtem Fleisch nicht mehr erkennt, dann ist der Ekel-Faktor auch kein Problem mehr.

Zurück zum Experiment aus dem Weltall:

Es ist nicht das erste Mal, dass „frische“ Nahrung an Bord einer Weltraumstation entsteht. Vor rund vier Jahren hatten Weltraumfahrer einen Romasalat gezüchtet. Das war kein Einzelfall. Zwar wurde Salat und Grünzeug nicht 399 km von der Erde entfernt gezüchtet, dafür aber in der Antarktis auf der Eden ISS.

In einem speziellen Gewächshaus des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurden auf einer Anbaufläche von 13 qm zum ersten Mal Salat, Gurken, Tomaten, Kohlrabi, Radieschen und verschiedene Gewürze geerntet. Das was in einem Antarktis-Gewächshaus unter solchen Extrembedingungen möglich ist, dürfte es auch auf dem Mond und auf Mars möglich sein.

Was spricht also dagegen, dass wir bald auch Fleisch auf Raumstationen züchten?

Die Wissenschaftler tüfteln weiter. Bald dürfte der Durchbruch geschafft sein.

Interessant fand ich auch folgende Aussage von Didier Touba, CEO von Aleph Farms:

„Im Weltraum stehen uns weder 10.000 noch 15.000 Liter Wasser zur Verfügung, um 1 kg Rindfleisch zu produzieren“. [Quelle: The Guardian]

Was spricht für Kunstfleisch?

Einerseits, die oben bereits aufgeführten Punkte u.z. Reduzierung der Treibhausgasemissionen, Schonung natürlicher Ressourcen, weniger Umweltbelastung, keine Massentierhaltung, keine Tierquälerei, weniger Probleme bei der Ernährung mit Fleisch einer wachsenden Erdbevölkerung.

Zweitens, eine Tatsache was oft nicht berücksichtigt wird, u.z. die Zeitersparnis sowohl bei der Herstellung als auch beim Zubereiten. Anders als echtes Fleisch, soll Laborfleisch binnen 2-3 Wochen produziert werden können. Hinzu kommt, dass Fleisch aus dem Reagenzglas schneller zubereitet werden kann; das Garen dauert nur ein paar Minuten, so Aleph Farms. Also ein „echtes“ Minutensteak.

Drittens, die Gewinne die daraus erzielt werden können. Wie profitabel dieses Business ist, darüber will sich derzeit noch keiner äußern. Der Fokus liegt auf den Durchbruch i.S. Herstellung. Die hohen Finanspritzen von namhaften Investoren wie Richard Branson oder Bill Gates und das Involvement großer Korporationen deuten auf eine klare Schlussfolgerung hin: wir haben es hier mit „big money und big profits“ zu tun.

Freut Ihr Euch schon auf Euer erstes Rindersteak aus Laborfleisch? So wie es aussieht rückt dieser besondere Tag immer näher.