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Superfood: dagegen ist doch ein Kraut gewachsen

Wie wichtig die Ernährung für die Gesundheit ist, rückt in den letzten Jahren wieder stärker in das Bewusstsein. Viele nutzen sogenanntes Superfood, um dem eigenen Körper quasi das Beste vom Besten zu geben, was der Markt so zu bieten hat.

Manchmal hat man das Gefühl, je exotischer die Herkunft, desto mehr wird den Superkräften einer Frucht oder Pflanze vertraut. Das Wissen unserer Großeltern, um die Superkräfte von heimischen Kräutern scheint bei vielen verloren gegangen zu sein.

Warum denn in die Ferne schweifen?

Es scheint so einfach zu sein: in den Supermarkt oder ins Reformhaus gehen, Packungsbeilage lesen, und schon hat man jegliches Superfood gegen dieses oder jenes Leiden, zum Aufbau der Zellen, Stärkung des Herzens, oder einfach zur Vorsorge, parat.

Wenn man bereit ist, den Preis zu zahlen.

Insbesondere in diesem Bereich gilt, wer Qualität möchte, wird für diese zahlen müssen. Bioqualität, schonende Verarbeitung, exotische Herkunft – das gibt es nicht für 2-3 Euro.

Aber muss es wirklich immer die Superbeere aus China, die Alge aus den Tiefen des Ozeans oder der besondere Samen aus Mexiko sein?

Sicherlich nicht. Überall auf der Welt bietet die Natur uns alles, was wir benötigen, um gesund alt zu werden. Das gilt auch für unsere Heimat. Um es mit Goethes Worten auszudrücken: Doch warum in die Ferne schweifen, wenn die Superpflanzen doch so nah sind.

Von A wie Aronia bis Z wie Zwiebel gibt es alles, was unser Körper und Herz begehrt, um gesund zu bleiben oder das Immunsystem für eine schnelle Heilung zu stärken.

Superfood wächst in unglaublicher Vielfalt direkt vor unserer Haustür und hier stehen unsere heimischen Kräuter mit ihren Superkräften mit an der Spitze.  

In unserem modernen Zeitalter scheint jedoch das jahrtausende alte Wissen um die heilenden Kräfte von Kräutern verloren gegangen zu sein.

Wieviel Personen kennt Ihr in Eurem Umfeld, die noch in den Wald gehen, um Wildkräuter zu sammeln oder einen eigenen Kräutergarten pflegen?

Heimische Kräuter und ihre heilenden Kräfte

Die Vielfalt der einheimischen Kräuter ist fast unerschöpflich. Und damit ihre Superkräfte für unseren Körper. Unser Großeltern kannten noch die heilenden Kräfte der Kräuter. Diese gehen weit über Teeaufgüsse zu Erkältungszeiten hinaus.

Wer sich näher mit dem Thema beschäftigt, u.z. wie Kräuter heilend für uns eingesetzt werden können, der wird ohne Zweifel auf die medizinischen Schriften von Hildegard von Bingen stoßen [Wikipedia].

Sie lebte im 12. Jahrhundert und erkannte bereits damals, wie wichtig Ernährung für unsere Gesundheit ist und dokumentierte unter anderem, wie Lebensmittel, zur Behandlung von Krankheiten und Stärkung der Abwehrkräfte eingesetzt werden können.

Hierbei legte sie Wert auf eine ausgewogene Ernährung, denn auch zuviel von einem gesunden Lebensmittel kann sich schädlich auf den Körper auswirken.

Ihre Erkenntnisse über den ganzheitlichen Einfluß von Kräutern, Gewürzen und Co. auf den menschlichen Organismus sind heute wertvoller denn je.

Es ist an der Zeit, dass wir wieder selbst die Verantwortung für unsere Gesundheit in die Hand nehmen. Und statt auf Chemie auf die Natur vor unserer Haustür vertrauen. Für die Stadtmenschen unter uns: Kräuter lassen sich perfekt auch auf der Fensterbank oder dem Balkon anbauen.

Kräuter – günstiges und wirkungsvolles Superfood

Brennessel, Löwenzahn, Pfefferminze, Lavendel, Basilikum, Thymian, Gänseblümchen, … dies ist nur eine kleine Auswahl von Superkräutern, um die Vielfalt zu verdeutlichen.

Einiges wird als Unkraut zumeist direkt entsorgt, etwa Brennessel oder Löwenzahn; anderes ist allgemein bekannt, so trinkt man einen Pfefferminztee bei Erkältung oder den Lavendeltee vor dem Schlafen gehen. Basilikum und Thymian werden wohl eher gezielt zum Verfeinern von Speisen gekauft, während ein Gänseblümchen wohl keine Beachtung als Nahrungsmittel findet.

Unsere einheimischen Kräuter strotzen nur so vor bioaktiven Pflanzenstoffen, die die Darmflora unterstützen und Entzündungen vorbeugen, und sind in Punkto Mineralstoffe und Vitamine einfach unschlagbar.

Und jeden Tag ein paar Gänseblümchen

Was? Gänseblümchen essen?

Jawohl.

Sie sind nicht nur hübsch anzusehen. Sie enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamin C, A und E, Eisen, Magnesium, Kalium, um nur einige zu nennen. In Punkto Kalium schlägt das unscheinbare Gänseblümchen (600 mg Kalium pro 100 Gramm) etwa Grünkohl (490 mg Kalium pro 100 Gramm). Das Kraut hat es wirklich in sich, oder?

Superfood, in frischer Qualität, mit bekannter Herkunft, das fast nichts kostet? Klingt zu gut um wahr zu sein.

Quelle: HopeTV deutsch, YouTube

Tipps zum Sammeln von Wildkräutern

Hier ein paar Tipps, die Du beim Sammeln von Gänseblümchen beachten solltest.

Dabei steht das Gänseblümchen stellvertretend für die Hunderte von wilden Kräutern, die unsere heimische Natur zu bieten hat.  Ich hoffe, ich kann Dich inspirieren, beim nächsten Spaziergang die Augen doch ein bisschen offener zu halten, für das, was am Wegesrand alles so wächst, und voller Vitamine, Mineralien und weiteren Superkräften steckt.

  • Pflückzeit: Sie schmecken am besten im April oder Mai, können aber durchaus bis November gesammelt werden. Wildkräuter sind allgemein am Besten im Frühjahr zu sammeln aber es gibt auch zu späteren Jahreszeiten noch sehr viele Kräuter zum pflücken.
  • Doppelgänger: Gänseblümchen haben keine giftigen Doppelgänger. Generell ist es jedoch empfehlenswert, insbesondere als Einsteiger, sich zum Beispiel mit einem Bestimmungsbuch die Kräuter genau anzuschauen bevor man sie pflückt. Viele Wildkräuter haben “Doppelgänger”. Dies sind Pflanzen, die sehr ähnlich aussehen, aber sehr giftig für den Menschen sein können. 
  • Ort: Gänseblümchen wachsen fast überall, jedoch solltest Du vermeiden, an vielbefahrenen Straßen, in der Nähe von gedüngten Äckern und ähnlichem zu pflücken. Sammele Deine Kräuter an Orten, die weitestgehend ursprünglich sind, etwa im Wald oder eigenem Garten.
  • Art und Weise der Ernte: Rupfe die Gänseblümchen nicht einfach aus der Erde, sondern schneide die Blüte ab. Sammele die Kräuter auf eine schonende und nachhaltige Art und Weise. 

Frische, lebendige Lebensmittel sind das Beste, was wir für unseren Körper tun können. Frische Kräuter sind ein Superfood, das nichts kostet, im Vergleich zu manch teurem Präparat und auf ganzheitliche Weise den Körper unterstützen kann.

Eisenkraut, Sauerampfer, Klee, Wegerich, … Ihr kennt die Namen, aber nutzt Ihr die unermessliche Vielfalt an Superkräften, die uns unsere Heimat zu bieten hat?

Welche Kräuter nutzt Ihr als Superfood? Wie setzt Ihr deren heilenden und stärkenden Kräfte ein?