Beiträge

2023-03 Zitronen Die klassische Vitamin C-Quelle - Agrarbetrieb

Zitronen: Die klassische Vitamin C-Quelle

Die kleine, gelbe Zitrusfrucht hat es in sich. Für die meisten ist sie als eine wichtige Vitamin C-Quelle bekannt, doch Zitronen liefern weitaus mehr als das. Dabei stecken insbesondere in der Schale jede Menge Vitamine und Kraftstoffe. Doch wer vertraut schon einem Etikett auf dem „Bio“ steht? Nach den unzähligen Lebensmittelskandalen ist das Vertrauen vieler Konsumenten in den Keller gerutscht. Demnach tun wir uns bei dieser großartigen Frucht, die importiert werden muss und nicht regional bei uns wächst, in punkto Verzehr der Zitronenschale, teilweise schwer.

Sobald man das Wort „Vitamin C“ in den Mund nimmt, denken die meisten Menschen sofort an Zitronen. Seit Kind auf haben wir uns daran gewöhnt, dass unsere Mama bei den ersten Anzeichen einer Erkältung einen heißen Tee mit einer frisch ausgepressten Zitrone liebevoll zubereitet.

Irgendwie hat sich seitdem ganz fest in uns verankert, dass diese säuerliche Zitrusfrucht unsere sogenannte „Go to“ Vitamin C-Quelle geworden ist. Dabei gibt es unzählige andere mehr oder weniger exotische Früchte, die wesentlich mehr Vitamin C enthalten als Zitronen, wie zum Beispiel Sanddorn, Camu-Camu oder Acerola.

Schnelle Fakten über Zitronen

Bevor wir auf die gesundheitlichen Vorteile, den Nährwert und die Verwendung von Zitronen eingehen, lasst uns ein paar wichtige Fakten durchleuchten:

  • Die faustgroße Frucht des Zitronenbaums stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Norden Indiens. Erst im 13. Jahrhundert erreichte die Zitrusfrucht das europäische Kontinent, allen voran Italien und Spanien. Bei uns in Deutschland ist die Frucht seit dem 16. Jahrhundert bekannt.
  • In Mexiko werden die meisten Zitronen verzehrt. Im Jahr 2022/2023 liegt der menschliche Verzehr bei etwa 1,96 Mio. Tonnen. Auf Platz zwei folgt die Europäische Union. (Quelle: Statista)
  • Erstaunlicherweise besteht die Zitrusfrucht zu 89-90% aus Wasser.
  • Zitronen enthalten 53 mg Vitamin C (Ascorbinsäure), was einem Anteil von 50% des Tagesbedarfs eines Erwachsenen entspricht. Deshalb hat es sich herumgesprochen, dass man mit dem Saft einer Zitrone die Hälfte des täglichen Vitamin C Bedarfs abdeckt.
  • Zitronen beinhalten auch weitere wichtige Vitamine (B-Vitamine und Vitamin E) und Mineralstoffe (Kalium, Magnesium, Calcium, Phosphor, Natrium, Zink, Eisen), jedoch sind die enthaltenen Mengen zu vernachlässigen. Mit der gelben Frucht alleine, kann man seinen gesamten Vitaminhaushalt nicht auf Vordermann bringen.

Die gesundheitlichen Vorteile

Kommen wir nun zu dem wohl mit größter Spannung erwarteten Teil der heutigen Lektüre: die gesundheitlichen Vorteile dieser Superfrucht.

Die in Zitronen enthaltenen Nährstoffe bringen u.a. die folgenden gesundheitlichen Vorteile mit sich:

Unterstützt das Immunsystem

Aufgrund seine Vitamin C-Gehalts hilft Zitrone bei Husten, Erkältung und Grippe. In Kombination mit Ingwer und Honig, beruhigt sie unsere Hals- und Atemwege.

Verhindert die Bildung von Nierensteinen

Eine Reihe aktueller Studien zeigen, dass Zitronensaft bzw. die in Zitronen enthaltene Zitronensäure die Bildung von Nierensteinen verhindert.

Quellen:

Zhang L, Simin Li, Minghui Cong et al.: „Lemon-Derived Extracellular Vesicle-like Nanoparticles Block the Progression of Kidney Stones by Antagonizing Endoplasmic Reticulum Stress in Renal Tubular Cells“, in Nano Let 2023 Feb, PubMed PMID: 36727669

Yazeed Barghouthy, Bhaskar K Somani: „Role of Citrus Fruit Juices in Prevention of Kidney Stone Disease (KSD): A Narrative Review“, in Nutrients, 2021 Nov, PubMed PMID: 34836376

Hat einen Anti-Aging Effekt

Zitronen haben eine positive Wirkung auf Haut und Haare, weshalb sie gerne in der Kosmetik verwendet werden. Dadurch, dass Vitamin C eine wichtige Rolle bei der Bildung von Kollagen aufweist, werden Zitronenextrakte in Cremes und Anwendungen verwendet, um einerseits Mitesser zu entfernen, aber auch, um die Haut zu straffen und das Auftreten von Altersflecken zu reduzieren.

So wird Zitronensaft z.B. in der Haarpflege verwendet, um die Haarfollikel zu stärken, Schuppen zu reduzieren und das Haarwachstum zu fördern.

Zitronen im Kampf gegen Krebs

Die Antioxidantien, die in dieser Zitrusfrucht enthalten sind, verhindern, dass freie Radikale die Zellen schädigen. Es gibt mehr als 2.000 Studien, die zu diesem Thema auf PubMed veröffentlicht wurden.

Quellen:

Ali A Alshatwi, Gowhar Shafi, Tarique N Hasan et al.: „Apoptosis-mediated inhibition of human breast cancer cell proliferation by lemon citrus extract“, in Asian Pacific Journal of Cancer Prevention 2011, PubMed PMID: 22126498.

Elnaz Yousefian Rad, Masoud Homayouni Tbrizi, Pouran Ardalan et al.: „Citrus lemon essential oil nanoemulsion (CLEO-NE), a safe cell-depended apoptosis inducer in human A549 lung cancer cells with anti-angiogenic activity“, in Journal of Microencapsulation 2020 Aug, PubMed PMID: 32400238

Weitere positive Wirkungen von Zitronen:

  • hilft bei der Gewichtskontrolle
  • wirkt desinfizierend und blutstillend
  • steigert die Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit
  • wirkt entgiftend und hilft bei der Verdauung

Eine kraftvolle Superfrucht

Sie wird oft als selbstverständlich angesehen, was dazu führt, dass wir ihre gesundheitlichen Vorteile vergessen. Erst wenn wir an einer Erkältung leiden, fragen wir uns, ob wir genügend Zitronen im Kühlschrank haben, um die Bakterien weitestgehend auf natürlicher Weise zu bekämpfen.

So toll die kleine, säuerliche Frucht auch ist, sollte man auf einen Überkonsum achten, denn sie kann Durchfall verursachen und den Zahnschmelz schwächen. Auch hier gilt es, wie bei jeder anderen Superfrucht auch, die Dosierung beachten.

Achtet ebenfalls darauf, dass Ihr Zitronen verzehrt, die unbehandelt sind. Solltet Ihr Euch des Ursprungs nicht sicher sein, dann lohnt es sich die Schale zu entfernen und sich auf das Innere zu konzentrieren.

Zitronen haben es in sich. Nicht vergessen: Ein Glas Wasser mit Zitronensaft morgens nach dem Aufstehen regt das Immunsystem an und steigert das Energieniveau. Ein Hoch auf die Gesundheit!

Bildquelle: Foto von Steve Doig auf Unsplash

Acerola - ein Vitamin C-Exot

Acerola – ein Vitamin C-Exot aus Süd- und Mittelamerika

Eine kleine, rote und dünnschalige Frucht aus den Tropen, die es lohnt näher kennenzulernen: die Kirsche der Antillen oder Acerola. Während wir sie hierzulande in den Varianten Pulver, Kapsel oder Saft verzehren dürfen, erfreuen sich die Menschen aus Mexiko, Panama, Guatemala und Jamaika den frischen Früchtchen.

Acerola-Kirschen schmecken intensiv säuerlich, duften nach Apfel und sind ein absoluter Star in punkto Vitamin C Gehalt. In den Charts der Vitamin C-reichsten Früchte der Welt hat Acerola einen festen Platz unter den Top 5 Big Player (Quelle: Wikipedia) – meistens belegt sie den dritten Platz nach der australischen Buschpflaume (Kakadu plum) und Camu-Camu aus den Amazonas.

Mit rund 1700 mg Vitamin C pro 100 g ist die Acerola-Kirsche ein absoluter Immunsystembooster; im Vergleich lässt sie die altbewährten Zitrusfrüchte Zitronen und Orangen (50 mg Vitamin C/ 100g) oder Grapefruit (30 mg Vitamin C/ 100g) ganz alt aussehen.

Das ist aber nur die eine Hälfte der Geschichte, denn Acerola hat noch jede Menge weiterer Vitamine und Mineralstoffe an Bord. Die säuerlichen Früchtchen sind reich an Provitamin A, Vitamin B1, B2, B5, Magnesium, Phosphor und Kalzium. Das Gesamtpaket liefert demnach einen äußerst effektiven Zellschutz und verstärkt die antioxidative Wirkung des in der Frucht beinhalteten Vitamin C. Ganz konkret heisst das: verbesserter Schutz vor freien Radikalen und damit u.a. auch vor Krebs.

Die Natur schlägt die in den Chemielaboratorien nachgeahmten Substanzen jedes Mal. Früchte wie Camu-Camu, Sanddorn, Kakadu Plum oder Acerola sind wahre Vitamin- und Mineralstoff-Bomben und wirken daher besser als z.B. isolierte Ascorbinsäure.

Quelle: Selbstheilung-Online, YouTube

Was macht Acerola so gesund?

Bevor wir auf die Wirkungen eingehen, vorerst noch ein paar außergewöhnliche Infos zu Acerola:

=> Diese Frucht kann unter den schwierigsten Bedingungen gedeihen wie z.B. an Berghängen, Straßenrändern oder in feuchten Flussgebieten.

=> Die Früchte können mehrmals pro Jahr geerntet werden, da sie weniger als 1 Monat benötigen, um zu reifen.

=> Die Frucht besteht zu 80% aus Wasser.

=> Die Mayas verwendeten Acerola zur Stärkung des Immunsystems.

=> Die Ureinwohner Südamerikas (Mayas, Azteken & Co.) setzten Acerola bei Diabetes, Durchfall und zur Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems ein.

=> In den Herkunftsländern wird die Frucht gerne roh verzehrt. Hierzulande wird Acerola nur in verarbeiteter Form angeboten, meistens als Pulver oder Saft.

Zu den gesundheitsfördernden Wirkungen dieser Tropenfrucht zählen u.a.:

  • Immunstärkend: Eine unzureichende Zufuhr von Vitamin C erhöht die Infektanfälligkeit. Deshalb sollte man während der Erkältungszeit besonders viel Vitamin C zu sich nehmen.
  • Antioxidant: Freie Radikale sind die Hauptverursacher vieler chronischer Krankheiten und der wichtigste Grund einer vorzeitigen Hautalterung. Als Radikalfänger unterstützt Acerola auf natürlicher Weise unseren Organismus bei der Bekämpfung von oxidativem Stress. Damit beugt die Frucht auch der Zellalterung vor.
  • Schützt das Herz-Kreislauf-System: Der hohe Anteil von Vitamin C beugt der Bildung von Arterienverkalkung (Atherosklerose) vor.
  • Lindert Symptome bei Allergien indem es die Histaminkonzentration im Blut verringert
  • Hilft bei Diabetes durch Normalisierung des erhöhten Blutzuckerspiegels
  • Unterstützt den Körper bei der Entgiftung
  • Bekämpft Krebszellen: Die Inhaltsstoffe der Acerolakirsche wirken auf bestimmte Krebszelllinien (Darmkrebszellen) zellschädigend. (siehe unten aufgeführte Studie Yun, Mularky et. al). In 2002 haben japanische Forscher aus Tokyo im Tierversuch an Mäusen nachweisen können, dass ein Acerolaextrakt das Wachstum und die Ausbreitung von Lungenkrebs hemmt. (Studie ebenfalls unten aufgeführt)

Welche Darreichungsformen gibt es?

Wie eingangs erwähnt, kommen wir in Deutschland gar nicht bis extrem schwer an die rohen Früchtchen heran. Es bleibt uns also nichts anderes übrig als die Powerfrucht in einer verarbeiteten Form zu verzehren. Die sicherlich bekannteste Form ist die als Pulver.

Wer Smoothies mag oder morgens auf ein Müsli-Frühstück setzt, der geniesst die Vorteile der Pulverform.

Ansonsten gibt es Acerola auch als Fruchtsaft. Hier ist besonders darauf zu achten, dass man einen möglichst „reinen“ Saft kauft. Denn oft wird Acerola mit anderen Fruchtsäften gemischt, mit Wasser verdünnt und obendrauf auch noch mit Zucker gesüßt. Damit nimmt man etwas zu sich was das genaue Gegenteil von gesund ist. Also bei Saft am besten auf die Varianten Direktsaft oder auf 100% Fruchtsaft aus Konzentrat zurückgreifen.

Dann hätten wir noch die Nahrungsergänzungsmittelalternative in Form von Kapseln. Im Endeffekt wird hier Pulver in kleine Kapseln gepackt. Entsprechend sollte man hier auf die Empfehlung des Herstellers achten.

Zwei wichtige Punkte auf die Ihr unbedingt achten solltet:

  1. SCHADSTOFFE: Kauft ein qualitative hochwertiges Produkt ohne Gentechnik und frei von chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Das Produkt sollte mit einem Bio-Siegel gekennzeichnet sein und auf Zusatzstoffe wie Konservierungsstoffe und Süßungsmittel verzichten.
  2. ÜBERDOSIERUNG: Wer zu viel Vitamin C zu sich nimmt, kann mit Nebenwirkungen in Form von weichem Stuhl oder Durchfall rechnen. Vitamin C ist wasserlöslich und der Überschuss wird über den Urin ausgeschieden. Menschen, die an einer Funktionsstörung der Nieren leiden, sollten sich bzgl. der täglichen Dosierung am besten mit ihrem Nephrologen bzw. Urologen kurz schliessen. Eine Überdosierung kann für diese Gruppe von Patienten gefährlich werden.

Wissenschaftliche Studien zur Wirkung von Acerola

  • Vitamin C empfohlene Zufuhr gemäß Deutsche Gesellschaft für Ernährung.
  • Prakash A., Baskaran R.: „Acerola, an untapped functional superfruit: a review on latest frontiers“, Epub 2018 Jul 11. Zu lesen auf PubMed.
  • Samman S, Sivarajah G, Man JC, Ahmad ZI, Petocz P, Caterson ID: „A mixed fruit and vegetable concentrate increases plasma antioxidant vitamins and folate and lowers plasma homosysteine in men“, J Nutr. 2003, Jul. Zu lesen auf PubMed.
  • Hanamura T, Mayama C, Aoki H, Hirayama Y, Shimizu M.: „Antihyperglycemic Effect of Polyphenols from Acerola (Malpighia emarginata DC.) Fruit“, Journal Bioscience, Biotechnology, and Biochemistry Volume 70, 2006; Issue 8, 1813-1820. Zu lesen auf Taylor & Francis Online.
  • Yun J, Mullarky E, et. al: „Vitamin C selectively kills KRAS and BRAF mutant colorectal cancer cells by targeting GAPDH“, Science 2015 Dec. 11; 350(6266): 1391-6. Zu lesen auf PubMed.
  • Nagamine I, Akiyama T, Kainuma M, Kumagai H, Satoh H, Yamada K, Yano T, Sakurai H.: „Effect of acerola cherry extract on cell proliferation and activation of ras signal pathway at the promotion stage of lung tumorigenesis in mice“, J Nutr Sci Vitaminol (Tokyo), 2002 Feb, 48 (1): 69-72. Zu lesen auf PubMed.
  • 600+ medizinische Studien zum Begriff „Acerola“ auf PubMed.

Natur schlägt Synthetik

Ich bin und bleibe ein riesen Fan der Natur. Ich liebe unsere Flora und Fauna über alles und deshalb ist Landwirtschaft meine Berufung. Acerola ist ein Naturprodukt und daher absolut unschlagbar in seiner Wirkung.

Acerola zählt zu den exotischen Superfoods, die sich mittlerweile einen festen Platz im Bewusstsein der europäischen Bevölkerung errungen hat. Sie ist und bleibt eine Powerfrucht von der wir noch jede Menge hören werden.

Tiefgreifende wissenschaftliche Studien sind essentiell, um ein Umdenken bei der Ärzteschaft zu erlangen, denn die westliche Schulmedizin, die weiter auf Chemotherapie, Bestrahlung und Operation setzt, hat gnadenlos versagt. Menschen die diese Tortur überleben, müssen oft mit gewaltigen Nebenwirkungen bis an ihr Lebensende kämpfen. Wer 5+ Jahre überlebt wird als „Wunder“ bezeichnet.

Welche positiven Erfahrungen habt Ihr mit Acerola gesammelt? Welche Darreichungsform bevorzugt Ihr und warum?

Bildquelle: Ponciano / Pixabay.com

Sanddorn Vitaminquelle fuer viele Deutsche

Sanddorn – Eine wichtige Vitaminquelle für viele Deutsche

Ein paar frische Sanddornbeeren mit leckerem Honig mischen und fertig ist das Hausmittel gegen Husten und Halsschmerzen. Habt Ihr sowas auch von Eurer Oma gehört? Oder war Sanddorn früher tatsächlich nur in Ostdeutschland bekannt?

Von meiner Oma habe ich sehr vieles gelernt, aber das oben erwähnte „Rezept“ stammt von jemand anders. Wer im Osten der Bundesrepublik aufgewachsen ist, hat die „Zitrone des Nordens“ schon frühzeitig kennengelernt. Eine wahre Vitamin C-Bombe die auch heute noch schwerpunktmässig in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt angebaut wird.

Das ist nicht das erste Mal das ich über Sanddorn schreibe. Zwar habe ich der orangenfarbigen Superbeere noch keinen eigenen Artikel gewidmet, aber darüber berichtet habe ich allemal. Denn anders als bei Camu Camu was wir aus Peru bzw. dem westlichen Amazonasgebiet oder der Kakadu plum (australische Buschpflaume) die wir aus dem tropischen Waldgebiet des nordwestlichen Australiens importieren müssen, handelt es sich bei Sanddorn um eine fantastische Vitamin C-Quelle die uns die Natur auch hierzulande zur Verfügung stellt.

Die beiden Exoten Camu Camu und Kakadu plum haben die Nase vorn. Aber wie sieht das restliche Ranking der Vitamin C stärksten Obst- und Gemüsesorten aus?

Die Menge wird in Milligramm pro 100 Gramm des essbaren Teils des Obstes oder Gemüses angegeben:

  1. Kakadu plum (australische Buschpflaume) – 1000-5300 mg/ 100g
  2. Camu Camu – 2800 mg / 100g
  3. Acerola – 1677 mg / 100g
  4. Sanddorn – 695 mg / 100g
  5. Indian Gooseberry – 445 mg / 100g
  6. Hagebutte – 426 mg / 100g
  7. Guave – 228 mg / 100g
  8. Schwarze Johannisbeere – 200 mg / 100g

Quelle: USDA Food Composition Databases, United States Department of Agriculture, Agricultural Research Service. Release 28 (2015).

Der Ursprung von Sanddorn

Sanddorn stammt ursprünglich aus Nepal. Eiszeitliche Verschiebungen führten zur Verbreitung nach China, Russland, Skandinavien, Mitteleuropa bis hin zum Kaukasus. Derzeit gilt China mit über einer Million Hektar Anbaufläche als größter Produzent von Sanddorn. [Quelle: Süddeutsche Zeitung]

Sanddorn bzw. Hippophae rhamnoides (lat.) was übersetzt „leuchtendes Pferd, dornartig“ bedeutet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Sanddorne (Hippophae) innerhalb der Familie der Ölweidengewächse. Im Altertum wurden die Beeren den Pferden unter das Futter gemischt, um das Fell glänzend zu machen. Das Wort „Dorn“ hingegen verweist auf die kräftigen Dornen der Wildpflanze. Die Pflanze bevorzugt kalkhaltige Sand- und Kiesböden in sonnigen Lagen sowie Kiesgruben und Straßenböschungen.

Kommen wir nun zu dem was Sanddorn so besonders macht, seine Inhaltsstoffe.

Erstens weisen die Sanddornbeeren einen ungewöhnlich hohen Vitamin C-Gehalt auf, wie bereits eingangs erwähnt.

Zudem enthalten Sanddornbeeren Beta-Karotin sowie Vitamin B12 (welches fast ausschließlich in tierischer Nahrung vorkommt) in geringen Mengen. Das Fruchtfleisch enthält zwischen 3-5% Öl welches wiederum reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist und einen hohen Anteil an Palmitoleinsäure beinhaltet.

Quelle: Silke Leopold, YouTube

Heilung aus der Natur

Die Seefahrer früherer Jahrhunderte haben am eigenen Leib erfahren müssen was es heißt ein Mangel an Vitamin C aufzuweisen. Viele Kollegen starben qualvoll an Skorbut. Die Krankheit ist die Folge einer längeren Unterversorgung mit Vitamin C.

Der menschliche Körper produziert selbständig kein Vitamin C, d.h. wir müssen unseren Bedarf komplett über die Nahrung abdecken.

Vitamin C hat eine wichtige Rolle beim Aufbau von Bindegewebe, sie fördert die Aufnahme von Eisen und ist ein Radikalfänger. Des weiteren stärkt Vitamin C unser Immunsystem und ist eine große Hilfe bei Erkältungen. Vitamin C gehört zu den wichtigsten Nährstoffen für den menschlichen Körper.

Sanddorn ist ein Multitalent. Die Superbeeren werden nicht nur dafür genutzt, um den Vitamin C-Haushalt aufzustocken und die Abwehrkräfte zu stärken, sondern werden auch bei Appetitlosigkeit, Verdauungsprobleme und Hautausschlag erfolgreich eingesetzt.

Wer unter Akne leidet, kann durch die Behandlung mit Sanddornöl sein Hauptbild verbessern. Die Heilpflanze verfügt weiterhin über schmerzlindernde Eigenschaften und kann daher zur Behandlung leichter Brandwunden dazugezogen werden.

Weitere Einsatzmöglichkeiten:

  • bei Strahlungserkrankungen / radioaktiven Strahlenschäden
  • zur Vorbeugung von trockenen oder geröteten Augen
  • zum Schutz der Netzhaut vor schädlichen Einflüssen wie z.B. vor starker Lichteinstrahlung
  • bei der Bekämpfung verschiedener Bakterien und Viren (z.B. Grippe-Virus, Herpes-Virus, Dengue Fieber)
  • zum Schutz der Schleimhäute im Mund- und Rachenraum
  • zum Schutz der Nieren und der Leber vor schädigenden Einflüssen
  • hilft beim Abnehmen und beim Senken der Blutfettwerte (cholesterinsenkend)
  • unterstützt die Konzentration- und Leistungsfähigkeit

Welche Darreichungsformen gibt es?

Die frischen, säuerlichen Sanddornfrüchte sind nicht jedermans Geschmack. Deshalb greifen die meisten auf andere Darreichungsformen zurück wie z.B. Fruchtsaft, Fruchtmus, Könfitüre, Fruchtaufstrich, Pulver (getrocknete Variante) oder Gewürz. In den letzten Jahren haben zudem Kräuter- und Früchtetees mit Sanddornbeeren an Beliebtheit gewonnen.

Sanddorn ist auch in der Kosmetik sehr beliebt. Zur äußeren Anwendung gibt es jede Menge Produkte aus Sanddorn wie z.B. Cremes, Salben und Öle. Besonders das Öl gilt als Wunderheiler gegen Strahlenschäden und leichte Brandwunden.

Studien

  • Krist S./Buchbauer G.: Sanddornöl/sand-Dornfruchtfleischöl, 2008, Wien.
  • Nahrung/Food, Aitzetmüller: Sanddorn und Sanddornöle – Neuere Entwicklungen in China und Zentralasien, 1999, Band/Heft 43, 4, S. 228-232.
  • Journal of Ethnopharmacology, Geetha S./Asheesh G.: Medicinal and therapeutic potential of Sea buckthorn (Hippophae rhamnoides L.), 2011, Band/Heft 138, 2, S. 268-278.
  • Food Chemistry, Nakos M./Pepelanova I.: Isolation and analysis of vitamin B12 from plant samples, 2017, Band/Heft 216, S. 301-308.
  • Eur J Clin Nutr, Larmo P./Alin J.: Effects of sea buckthorn berries on infections and inflammation: a double-blind, randomized, placebo-controlled trial, 2008, Band/Heft Sep: 62(9), S. 1123-30
  • Brand JC, Rae C, McDonnell J, Lee A, Cherikoff V, Truswell AS: „The nutritional composition of Australian aboriginal bushfoods. I“, in Food Technology in Australia, 1987, 35 (6): 293–296.
  • Justi KC, Visentainer JV, Evelázio de Souza N, Matsushita M.: „Nutritional composition and vitamin C stability in stored camu-camu (Myrciaria dubia) pulp“, in Archivos Latinoamericanos de Nutricion, December 2000, 50 (4): 405–8. PubMed
  • Vendramini AL, Trugo LC.: „Chemical composition of acerola fruit (Malpighia punicifolia L.) at three stages of maturity“, in Food Chemistry, 2000, 71 (2): 195–198. ScienceDirect

Sanddorn oder künstliches Vitamin C?

The battle is on – wie man so schön im Englischen sagt.

Kaum ein anderes Mittel wird in der Medizin so oft verwendet wie Vitamin C bzw. synthetische (künstliche) Ascorbinsäure. Gleichzeitig gibt es kaum ein Vitamin das stärker geforscht und untersucht wurde als Vitamin C.

Wieso greifen wir so oft auf die „Pille“ zurück, wo wir doch so eine tolle Auswahl an natürlichem Vitamin C haben?

Bahnt sich eine Erkältung an? Kein Problem, einfach ein Glas Sanddornsaft trinken und schon hat das Immunsystem einen Kick bekommen stärker für die Erhaltung unserer Gesundheit zu kämpfen.

Natur versus Chemie, was bevorzugt Ihr? Liebt Ihr Sanddorn roh zu essen oder greift Ihr lieber auf Säfte, Öle und Co. zurück?

Camu Camu Vitamin C Powerfrucht

Camu-Camu – Mehr Vitamin C Power geht nicht

Auf der Suche nach der stärsten Vitamin C Frucht kommt man auf dem Planeten Erde an Camu Camu nicht vorbei. Für viele ist die ungefähr 3 cm große Frucht aus Südamerika eine absolute Unbekannte. Schade, denn dieses Vitamin C-Bündel kann nicht nur Entzündungen schneller heilen und das Aussehen der Haut verbessern, sondern vielmehr, zum Beispiel bei Erkältungen wahre Wunder erzielen.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich über Camu Camu schreibe aber es ist das erste Mal, dass ich einen ganzen Beitrag dieser Superfrucht widme – denn sie verdient diese Ehre allemal. Wer einen Blick auf den davorigen Artikel erhaschen möchte, findet diesen unter Drei Superfruits, die Dein Immunsystem natürlich stärken.

Bevor wir auf die Wirkung von Camu Camu näher eingehen, lasst uns einen Blick nach Südamerika werfen und schauen wo diese Powerfrucht beheimatet ist.

Der Camu Camu Strauch (Myrciaria dubia) ist ein Myrtengewächs das im westlichen Amazonasgebiet, vornehmlich in Peru beheimatet ist. Der Strauch mit weißen Blüten trägt ca. 3 cm große saftig rote Früchtchen die säuerlich-fruchtig schmecken. Die Frucht ist zwischen 6 und 14 Gramm schwer und beinhaltet 2 Kerne.

Aufgrund ihrer schnellen Verderblichkeit, werden wir diese Früchte nicht in unseren Supermärkten wiederfinden. Der Export gestaltet sich mit den heutigen Mitteln als etwas Unmögliches, weshalb die Früchte schonend bei Niedrigtemperaturen vor Ort gefriergetrocknet und für den Export zu Pulver vermahlen werden.

Quelle inkl. Bildquelle: Galileo, Youtube

Camu Camu – Ist sie wirklich die Vitamin C-reichste Frucht der Welt?

Camu Camu oder die australische Buschpflaume – wer hat den größten Vitamin C-Gehalt der Welt?

In 100 Gramm rohen Camu Camu Früchten sind ca. 2.500 Milligram Vitamin C enthalten. Zum Vergleich: der Vitamin C Gehalt von Sanddorn liegt bei rund 1.200 Milligram genauso wie bei der Hagebutte. Etwas stärker schneidet die Acerola-Kirsche ab mit Werten zwischen 1.300-1.700 Milligram. Zitronen und Orangen liegen mit rund 50 Milligram Vitamin C-Gehalt ganz unten in der Liste.

Somit enthält Camu Camu 40 mal mehr Vitamin C als eine Orange.

Die neueste Literatur deutet in punkto Vitamin C-Gehalt bei Lebensmitteln auf einen neuen Gewinner.

Es handelt sich hierbei um die australische Buschpflaume mit Werten zwischen 2.500 bis 3.150 mg Vitamin C pro 100 g Frucht. Aborigines schwören seit Jahren auf die Wirkung ihrer Buschpflaume; „Normalos“ hingegen wurden erst durch die Verbreitung der Studien im Internet darauf aufmerksam gemacht. Zu der in Australien als Kakadu plums bezeichnete Frucht werde ich einen separaten Blog erfassen.

Welche weiteren Inhaltsstoffe stecken noch in Camu Camu?

  • Mineralstoffe: Eisen, Kalium, Kalzium, Phosphor
  • B-Vitamine: B1, B2, B3 (Niacin)
  • Beta Carotin
  • Aminosäuren
  • Balaststoffe

Kommen wir nun zu den Wirkungen von Camu Camu.

Es gibt bereits ein paar Studien, die von positiven Wirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem, beim Stärken des Immunsystems, bei Erkältungen und Entzündungen berichten. Auch bei der Vorbeugung von Krebs soll diese Superfrucht eine wichtige Rolle spielen.

Wirkungen von Camu Camu auf die Gesundheit

Zu den gesundheitsfördernden Wirkungen dieser Regenwaldfrucht zählen u.a.:

  • Antioxidative Wirkung: Antioxidantien schützen vor der Freisetzung freier Radikale die zu Zellschäden führen, wodurch u.a. auch Krebs entstehen kann.
  • Stärkt das Immunsystem: Beta-Carotin unterstützt das Zellwachstum, Eisen wirkt blutreinigend, Antioxidantien wirken als aktiver Zellschutz und Vitamin C stärkt die Abwehrkraft. Erkältungen und grippale Infekte bleiben aus.
  • Unterstützt die Nervenfunktionen und stärkt die Sehkraft: Beta Carotin, Kalium und die sekündären Pflanzenstoffe machen Camu Camu zu einer Top Gesundheitsbeere.
  • Kräftigt das Herz-Kreislaufsystem
  • Stärkt Gelenke und Muskeln: Die darin enthaltenden entzündungshemmende Stoffe haben einen positiven Einfluss auf die Bildung von Kollagen, wodurch sich Knorpel, Sehnen und Bänder besser regenerieren können.
  • Verbessert das Hautbild: Anthocyane schützen die Haut vor UV-Strahlen und Catechine verzögern den Alterungsprozess.
  • Reguliert die Verdauung

Welche Darreichungsformen gibt es?

Ob wir die frischen Früchte je bei uns im Handel sehen werden ist äußerst fraglich. Wie eingangs erwähnt, gestaltet sich der Export dieser schnell verderblichen Superfrucht sehr schwierig.

Demnach können wir auf folgende Darreichungsformen zurückgreifen: Pulver und Kapseln.

Reformhäuser, Bioläden und neulich auch Apotheken führen unterschiedliche Anbieter von Camu Camu. Dabei ist wichtig darauf zu achten, dass die Frucht frei von Chemikalien ist und nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde. Des weiteren sollte man beim fertigen Produkt darauf achten, dass diese kein Zucker, Salz, Hefe, Molkereiprodukte, Konservierungsstoffe, Farb- oder Zusatzstoffe enthält.

Ich gehe davon aus, dass wir in den kommenden Jahren wesentlich mehr über die positiven Wirkungen dieser Powerfrucht erfahren werden. Ein paar Studien die Euch interessieren könnten, habe ich unten zusammen getragen. Vielleicht will ja der eine oder andere von Euch noch tiefer in die Materie einsteigen.

Studien

  • Cardiol, J. et. al.: „Tropical fruit camu-camu (Myrciaria dubia) has anti-oxidative and anti-inflammatory properties„, zu lesen auf PubMed
  • Hegnauer, Robert: „Chemotaxonomie der Pflanzen: eine Übersicht über die Verbreitung und die systematische Bedeutung der Pflanzenstoffe“, Band 8, Birkhäuser, Basel 1989, S. 26.
  • Akter, S. Mst. et. al.: „Nutritional compositions and health promoting phytochemicals of camu-camu (myrciaria dubia) fruit: A review„, in Food Research International, Volume 44, Issue 7, August 2011, pages 1728-1732.

Holt Euch die Powerbeere

Der menschliche Körper kann Vitamin C nicht selbst bilden, d.h. wir müssen es durch Ernährung bzw. Nahrungsergänzungsmitteln zu uns nehmen. Wieso also nicht direkt mit einer Powerdosis Vitamin C den Tag beginnen und voller Energie unseren Träumen nachgehen.

Nebenwirkungen beim Verzehr von Camu Camu sind soweit nicht bekannt. Vitamin C ist wasserlöslich und demnach scheidet der Körper die überschüssigen Mengen aus. Gelegentlich kann es aber durch eine „Überdosis“ der Superfrucht zu Durchfallproblemen kommen.

Habt Ihr Camu Camu schon probiert? Welche positiven Erfahrungen habt Ihr mit der Frucht bzw. dem Pulver / Kapseln gesammelt?