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Ernte-Landwirtschaft-Deutschland

Regen, Regen, Regen – wie wird die Ernte in 2018

Zu viel Wasser im Norden Deutschlands sorgt bei Landwirten weiterhin für schlechte Stimme. Noch immer heißt es vielerorts „Land unter“, was nichts gutes für die Ernte in 2018 bedeutet. 

Die Regenmenge, die seit Monaten ohne Pause auf eh schon wassergesättigte Böden fällt, sorgt weiterhin für Sorgenfalten auf der Stirn.

Von faulender Ernte auf den Feldern, nicht ausgebrachter Aussaat von Wintergetreide und Raps, bis hin zum Problem der randvollen Güllebehälter – die Probleme halten an, scheinbar ohne Lösung.

Die Rekord-Regenmengen führen weiterhin zu verheerenden Auswirkungen für die norddeutschen Landwirte.

Es sind definitiv schwere Zeiten. Geht man durch die lokalen Zeitschriften des Nordens sieht man immer wieder Bilder von Äckern, die eher einem See als landwirtschaftlicher Nutzfläche gleichen.

Fällt die Ernte in 2018 auch ins Wasser?

Diese Frage stellen sich wohl derzeit nicht wenige norddeutsche Landwirte.

In 2017 waren bereits der Sommer und Herbst extrem nass. Als im Sommer die Ernte einsetzen sollte, sorgte der Regen nicht nur für erschwerte Erntebedingungen.

Allein in Niedersachsen fiel das Doppelte der durchschnittlichen Niederschlagsmenge auf die Äcker.

  • Vielerorts litt die Qualität des Korns. Ursprünglich als Brotgetreide gesätes Korn konnte, aufgrund des niedrigen Eiweißgehaltes, nur noch als Tierfutter verkauft werden.
  • Erhöhte Produktionskosten, etwa durch den zusätzlichen Prozeß der Körnertrocknung oder dem hohen Technikverschleiß und Kraftstoffverbrauch beim Einsatz der Maschinen auf den durchnässten Böden
  • Starke Verluste bei der Ernte, wenn sie nicht gar direkt auf den Feldern verfaulte, denn ob Weizen, Zuckerrübe oder Mais, die Ernte konnte vielerorts nur zum Teil vollzogen werden.
  • Unbestellte Felder aufgrund der durchnässten Böden im Herbst: in Niedersachsen verringerte sich die Anbaufläche von Winterweizen um 12 Prozent, in Schleswig-Holstein gar 27 Prozent.
  • Fehlender Ausgleich des Marktpreises, da weltweit die Getreideernten gut verliefen

Die Liste kann weiter fortgeführt werden. Und wie es in der Landwirtschaft so ist, die Strukturschäden aus 2017 werden einen starken Einfluss auf die Prozesse in 2018 haben.

Seit nunmehr Monaten steckt die Nässe in den Böden, kann nicht abfliessen.

(Quelle: ProplantaSVZ, Focus)

Ist der Klimawandel Schuld an allem?

Eine Besserung ist nicht in Sicht, denn der Regen hält an.

Die Max-Planck-Gesellschaft, genauer gesagt, das Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie hat eine Wettervorhersage für die nächste Jahrzehnte berechnet.

„Es wird auch bei uns extrem ungemütlich“, so Daniela Jacob vomHamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie.

Mit Hilfe von Hochleistungsrechnern konnte es sogar lokale Prognosen erstellen.

So wird an der Nordsee bis zum Jahr 2100 die Temperatur wohl um 2,5 Grad ansteigen, im Südosten Deutschlands sogar um bis zu 4 Grad.

Starke Hitzewellen im Sommer, etwa gleich viel Niederschläge gepaart mit heftigen Gewitter werden wohl der Normalzustand sein.

Trockene Sommer, die die Schifffahrt in Deutschland zum Erliegen bringen können, und nasse Winter, die den Wintersportbegeisterten nicht in die Alpen zum Urlaub fahren lässt.

Und was hält das Wetter für die Landwirtschaft parat?

Lange Trockenperioden wechseln sich mit sintflutartigen Regen ab„, sagt Mojib Latif vom Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften der Universität Kiel. Weiterhin meint er: „Insbesondere in West- und Süddeutschland häufen sich dann die Überschwemmungen … weite Landstriche stehen ab 2050 doppelt so häufig unter Wasser wie heute.“

Sicherlich, Wissenschaftler rechnen in Modellen, mit vergangenen Daten und unter Annahme bestimmter Parameter.

Aber, der Klimawandel wird unsere Ernte beeinflussen. Schäden durch Überschwemmungen werden, soweit die Prognosen, eher zunehmen.

Sind die übernässten Böden ein hausgemachtes Problem?

Und ja, jeder redet über die hohen Niederschlagsmengen. Aber sind sie alleinig an den hohen landwirtschaftlichen Schäden Schuld?

Wenn man Rainer Horn, Bodenkundler von der Universität Kiel fragt, lautet die Antwort wohl „Nein“, den es spielen auch noch weitere Faktoren eine Rolle.

Ganz vorne an die Bodenverdichtung.

„Von Bodenverdichtung wird gesprochen, wenn es durch Aufbringen hoher Last zu einer Verformung und somit zu einer Veränderung des Drei-Phasen-Systems Boden kommt.“ Wikipedia

Eine geringe Auflastung lässt den Boden in seine Ausgangsform zurückfedern.

Eine zu hohe Belastung nimmt dem Boden seine reversible, elastische Verformung. Je nach Druck kann die Verdichtung bis tief in den Boden reichen.

Sie vermindert stark die Fähigkeit des Bodens Wasser aufzunehmen und abzuleiten.

Ja, es ist deutlich mehr Regen als üblich gefallen, aber, so Rainer Horn gegenüber der Süddeutschen Zeitung:

„Ein normaler, funktionsfähiger Boden müsste theoretisch dieses Wasser wegleiten können. Waldböden können das.“

Unsere heutigen schweren Landmaschinen haben es ermöglicht, Landwirtschaft in einer nie zuvor da gewesen Wirtschaftlichkeit zu bearbeiten.

Die heutigen Ernteerträge wären ohne sie gar nicht vorstellbar gewesen. Die Entwicklungen der letzten Jahre werfen jedoch die Frage auf, wie wir zukünftig Landwirtschaft betreiben.

Wenn sintflutartige Regenfälle zukünftig mehr und mehr zu unserem Alltag gehören, müssen wir Strategien entwickeln, trotz des Regens eine gute Ernte einzufahren.

Ein Weg können sicherlich die neuesten, autonomen Feldroboter sein, deren Entwicklung rasant voranschreitet. Sie würden zumindest den Druck von dem Boden nehmen.

Sicher ist, langfristig braucht es Lösungen. Die letzten Monate haben nicht nur gezeigt, dass wir auf mehr Regen noch nicht vorbereitet sind.

Sie haben auch aufgezeigt, wie unterschiedlich allein innerhalb von Deutschland die Produktionsbedingungen sind.

Wie sieht für Euch die Landwirtschaft in Deutschland in den nächsten 10, 20 oder gar 50 Jahren aus?

Vanille-Landwirtschaft-Niederlande

Ist Vanille die neue niederländische Tomate?

Agrartechniker in den Niederlanden erforschen derzeit fleissig, wie die seltene und sensible Vanille in Europa Fuß fassen kann.

Denn: warum exotische Pflanzen importieren, wenn die sich rasant entwickelnde Technologie in Gewächshäusern die Tropen im Kleinformat nach Europa holen kann?

Die Agrarwirtschaft durchstößt damit weitere, bisher gegebene Grenzen. Der Anbau von Pflanzen ist nicht mehr an bestimmte Regionen der Erde gebunden.

Aber bevor uns das kühne Projekt der Niederländer näher anschauen, werfen wir noch den Blick auf zwei Nachrichten dieser Woche:

Russland wird größter Weizenexporteur

Nach den aktuellsten Prognosen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) wird Russland für 2017/2018 zum ersten Mal die Poolposition unter den weltweit größten Exporteuren für Weizen einnehmen.

Grundjahr ist das diesjährige Rekordangebot des Landes. Dieses liegt ca. 10 Prozent über dem Vorjahr und übertrifft noch die Erwartungen vom letzten Monat.

Die wesentlichen Faktoren, die Russland den ersten Platz einnehmen lassen werden, sind:

  • erweiterte Anbauflächen,
  • verbesserte Erträge,
  • konkurrenzfähige Preise und
  • der Ausbau der Infrastruktur zur Verbessung der Logistik beim Export

Dies zeigt auch nochmals deutlich, wie sehr sich Russlands Position auf dem Weltmarkt in den letzten Jahren gewandelt hat.

Sojaanbau in der EU soll gestärkt werden

Von den 14 EU-Landwirtschaftsministern wurde gestern eine Erklärung unterschrieben, die den Anbau von Eiweißpflanzen, vor allem Soja, in der EU vorantreiben soll.

Nachhaltig, zertifiziert und gentechnikfrei sollen dabei die Prozesse von der Produktion bis hin zur Vermarktung ablaufen.

„Unsere heimischen Eiweißpflanzen sind gegenüber dem importierten Soja noch nicht konkurrenzfähig, obwohl sie im Hinblick auf die Nachhaltigkeit überlegen sind. Die Entscheidung des Europaparlaments, den Pflanzenschutzmitteleinsatz auf ökologischen Vorrangflächen einzuschränken, verpasst den Eiweißpflanzenanbau in Deutschland einen zusätzlichen Rückschlag. Mit der Unterzeichnung der Soja-Erklärung setzen wir ein Signal, uns stärker für den Leguminosenanbau einzusetzen“, so Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt.

Ein Signal ist noch keine Umsetzung. Es wird sich zeigen, wie weit sich der Anbau von Soja in Deutschland ausdehnen wird.

Ich hab die beiden Nachrichten ausgewählt, weil sie abermals zeigen, wie stark sich landwirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern können.

Mit politischem Willen und darauffolgender Umsetzung schafft es Russland, Europa und die USA zu überholen, die Positionen auf dem Weltmarkt zu verschieben.

Vielleicht ist es auch das, was wir hinsichtlich des Sojaanbaus in der EU erleben werden, eine Veränderung in der weltweiten Verteilung der Sojaproduktion.

Definitiv ist Soja jedoch eine Pflanze, die ein Beispiel für die Verschiebung der landwirtschaftlichen Grenzen ist.

Denn, fragt man Verbraucher, dann werden sie den Sojaanbau sicher nicht unbedingt mit Europa in Verbindung bringen.

Klar, es gibt Pflanzen, die für unser europäisches Klima nicht ausgelegt sind und weiterhin nur in fernen Regionen angebaut werden. Oder?

In den Niederlanden wird kräftig daran geforscht, diese Gegebenheit abzuändern.

Vanille aus den Niederlanden

Wir kennen die Gewächshäuser, in den Tomaten, Salat und Co. mit künstlichem Licht in sonst pflanzenunfreundlichen Bedingungen wachsen können.

Diese und andere Gewächshäuser der neuesten Generation stellen sicher, dass wir egal zu welcher Jahreszeit unser geliebtes, heimisches Gemüse frisch im Supermarkt erhalten können.

Nun sind Pflanzen wie Salatköpfe relativ anspruchslos. Andere Pflanzen haben sich bisher vehement gegen die Aufzucht in Gewächshäusern gesträubt.

So etwa auch die Vanille, die das exotische Klima, etwa von Madagaskar, liebt.

Die seltene und teure Pflanze ist sehr sensible hinsichtlich ihrer Zuchtbedingungen, weshalb sie bisher auch nur in wenigen Plätzen der Welt wächst.

Mit einem Anteil von über 60 Prozent ist Madagaskar der Hauptanbieter am Weltmarkt.

Das Land ist bitterarm. Der Anbau von Vanille bildet auf den dortigen Plantagen für rund 80.000 Kleinbauern die Lebensgrundlage.

Aber Vanille ist eine äußerst lukrative Pflanze. Derzeit kostet ein Kilogramm um die 600 Dollar. Der Preis lag nie zuvor so hoch und übersteigt gar den von Silber.

Gründe hierfür sind vielfältig. Sie reichen von Naturgewalten bis hin zu einer weltweit steigenden Nachfrage nach natürlichen Produkten.

Die Suche nach der richtigen Formel von Wasser, Licht, Temperatur und Feuchtigkeit im Gewächshaus scheint sich zu lohnen.

Niederländer holen exotische Gewürze in ihre Gewächshäuser

Quelle: afpde

Auch der ressourcenintensive Anbau scheint sich bei dem derzeitigen Marktpreis zu rechnen:

Vanille ist durchweg eine Pflanze, die eine intensive Betreuung benötigt.

Angefangen bei der Bestäubung, bei der die tausenden Insekten und Vögel, die sonst damit beschäftigt sind, von Hand in mühevoller Kleinarbeit ersetzt werden müssen.

Aber eins wird deutlich: mit den rasanten technologischen Entwicklungen, scheinen exotische Pflanzen nicht mehr nur in exotischen Ländern wachsen zu müssen:

Die erste Ernte der Dutch Vanilla wird für 2020 erwartet. Noch wird die Produktion im Gewächshaus zu teuer sein, um wirklich in Konkurrenz zu etwa Madagaskar zu stehen.

Die fehlende Quantität könnten die Niederländer bei der richtigen Formel in Punkto Qualität jedoch wieder wettmachen.

Was meint Ihr, wird die Verlagerung der Produktion in Gewächshäuser, die Landwirtschaft weltweit vereinheitlichen, so dass alle Pflanzen überall angebaut werden können?

Batterie-Energie-Landwirtschaft

Bau der größten Batterie weltweit in Deutschland

Deutschland baut immer mehr auf erneuerbare Energien. Um das Stromangebot mit der Stromnachfrage synchronisieren zu können, plant EWE den Bau der größten Batterie weltweit. 

Bevor wir uns dieses ambitionierte, technische Projekt näher anschauen, soll es aber um den „größten“ und um den „kleinsten“ Trend der Landwirtschaft gehen. 

Dem größten Trend, weil es um riesige Ackerflächen gehen wird.

Dem kleinsten Trend, weil es um die Gentechnik geht. Diese kleinen Abschnitte der DNA werden in Landwirtschaft der Zukunft wohl noch vieles auf den Kopf stellen.

Landgrabbing in Osteuropa

Das Landgrabbing in Osteuropa schreitet weiterhin rapide voran.

Mit dem EU-Beitritt haben sich die Länder zur Liberalisierung Ihres Marktes verpflichtet, womit auch ausländischen Käufern der Weg zum Kauf offensteht.

Beispielhaft sei Rumänien genannt, wo erst kürzlich wieder ein Stück Land in der Größe von Hamburg von einem libanesischen Investor gekauft wurde.

Die größten Landwirte Rumäniens sind Libanesen, die die dort angebauten Produkte wie Getreide und Fleisch in den Nahen Osten und nach Afrika gewinnbringend verkaufen.

Unterstützt wird der Trend von der EU-Politik, die Investoren mit Prämien unterstützen, wenn sie Landwirtschaft auf den gekauften Flächen betreiben.

Währenddessen werden die heimischen Kleinbauern aus finanzieller Not quasi zum Verkauf gezwungen, denn Lebensmittel aus dem EU-Ausland werden subventioniert und sind damit billiger.

Heimische Landwirtschaft ist kaum noch wettbewerbsfähig. Fährt man in die ländlichen Regionen Rumäniens findet man deshalb auch viele Dörfer, die scheinbar am „Sterben“ sind, es fehlen die jungen Leute.

Diese findet man als billige Erntehelfer dann auf Äckern im Ausland wieder.

Die neuen Großgrundbesitzer – Das Geschäft mit den Europas Boden

Quelle: biopilz

Ackerland ist weiterhin ein beliebtes Spekulations- und Anlageobjekt für Investoren mit weltweit steigenden Preisen für Nahrungsmittel und Agrarrohstoffen.

Auch in Deutschland sind über 70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr in der Hand derer, die das Land auch bewirtschaften.

Backhefe als Schutz vor Schmutz

In Portugal haben Biologen Gene aus der Backhefe auf eine Pflanze (Acker-Schmalwand) übertragen.

In weiteren Studien soll nun die Übertragung auf Nutzpflanzen vorangetrieben werden. Wieso ist Backhefe interessant für die Landwirtschaft?

Die Biologen haben in der Backhefe zwei Gene identifiziert, die sie widerstandsfähiger macht. Als die Gene auf die Modellpflanze übertragen wurden, kam die Pflanze besser mit den Giften im Boden zurecht.

Verunreinigte Böden sind seit langem ein Problem der Landwirtschaft.

Mit der Übertragung der schützenden Gene sollen Pflanzen zukünftig besser mit Giften wie Schwermetallen oder falsch eingesetzten Unkrautbekämpfungsmitteln im Boden zurechtkommen.

Bau der größte Batterie weltweit in Deutschland

Das Oldenburger Energie- und Technologieunternehmen EWE hat Großes vor: in Zusammenarbeit mit der Universität Jena plant das Unternehmen den Bau der weltweit größten Batterie.

Es sollen hierfür unterirdische Salzkavernen genutzt werden. Diese Hohlräume entstanden durch den Abbau von Salz.

Gefüllt mit salzigem Wasser sollen sie die größte Redox-Flow-Batterie der Welt werden.

Hinter der Redox-Flow-Batterie versteckt sich ein chemisches Prinzip der Energiespeicherung. Bisher wurden hierfür als Speichermedium zumeist in Schwefelsäure gelöste Schwermetallsalze wie Vanadium genutzt.

Ja, dies ist alles andere als umweltverträglich. EWE und die Wissenschaftler wollen anstelle von Vanadium nun wasserlösliche, wiederverwertbare Polymere in einem Salzwassergemisch anreichern.

Ein Testprojekt mit ca. 500 Kilowatt Leistung (Größe eines Notstromaggregates) soll im Herbst im ostfriesischen Jengum laufen. Die größte Batterie der Welt soll dann in Deutschland ab 2023 den Betrieb aufnehmen.

Schaut man auf die Finanzen, so wird alleine die Testanlage ca. 2 Millionen Euro kosten. Ein mittelgroßes Kavernenpaar wird mit Investitionen in Höhe von ca. 120 Millionen Euro veranschlagt. 

Rechnen sich die Investitionen?

Stromspeicher und Energiewende

Ja, die Speicher werden sich für EWE lohnen. Im Netzgebiet des Konzerns liegt ein Großteil der niedersächsichen Windkraftanlagen. 

In Zeiten von erneuerbaren Energien gewinnen die Speicher an Bedeutung, denn sie sollen vor allem den sogenannten Regelstrom liefern. 

Strom aus Sonne und Wind wird nicht immer dann in ausreichendem Maße produziert, wenn die Verbraucher ihn am meisten verbrauchen. 

Auch scheint nicht jeden Tag die Sonne und ändert sich ständig der Wind. Soll heißen, diese Energieträger sind sehr unregelmäßig und nicht verlässlich verfügbar.

Dies wirkt sich auf die Stabilität der Netze aus, denn diese brauchen konstant eine Stromfrequenz von 50 Hertz um nicht zu flattern. 

Zuviel oder zu wenig Strom in den Netzen könnte Deutschland sehr schnell im Dunkeln stehen lassen. 

Speicherbatterien, wie jetzt auch von EWE geplant, sind quasi der Mittelsmann zwischen dem Auf- und Ab von Stromerzeugung und Verbrauch. 

Für die Verbreitung von erneuerbaren Energiequellen sind sie unabkömmlich. 

Welche Technik ist Eurer Meinung nach unabkömmlich für die Landwirtschaft der Zukunft?

Windkraft-Ertragsprognosen-Unwetter

Landwirtschaft: Ertragsprognosen für Getreide sinken

Sie sind da – die ersten Hitzegewitter des Jahres. Die von ihnen verursachten Schäden werden die Ertragsprognosen in manchen Landstrichen sehr stark ändern. 

Orkanböhen, Starkregen und Hagel. Alle drei haben sich in den letzten Tagen in Deutschland gut ausgetobt.

Es waren fast alle Ackerbaukulturen betroffen: ob Wintergetreide, Zuckerrüben, Raps, Mais oder Sonderkulturen wie Erdbeeren – die Felder wurden massiv geschädigt.

Die Hitzegewitter wurden durch die extremen Temperaturunterschiede insbesondere zwischen der West- und Osthälfte Deutschlands verursacht.

Entsprechend findet sich die mit am schwersten betroffene Region entlang einer Linie in der Mitte von Deutschland, die von Wolfsburg bis nach Niederbayern läuft.

Von vom Hagel zerfetzte Blätter bis hin durch vom Starkregen verschlämmte junge Rüben- und Maispflanzen, die Schäden sind vielfältig, und teils so stark, dass bereits mehrere Hundert Hektor Anbauflächen für den Umbruch freigegeben wurden.

Da gibt es nur eins: Ärmel hochkrempeln und schnellstmöglich handeln, um etwa durch Neuansaat die Schäden kompensieren zu können.

Weitere Warnung vor Unwetter mit starkem Regen und Sturmböen

Allerdings ist die Gefahr noch nicht gebannt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt aktuell weiterhin vor Unwettern.

Insbesondere die folgenden Regionen sollen betroffen sein:

  • Rheinland-Pfalz
  • Bayern
  • Weite Regionen in Ostdeutschland sowie
  • der Süden Nordrhein-Westfalens
  • im Süden: Schwarzwald, Schwäbische Alp und Regionen am Alpenrand

Neben dem Starkregen ist auch mit Hagel zu rechnen.

Drücken wir die Daumen, dass die nächsten Tagen glimpflich verlaufen. Das Wetter hat sich bereits stark genug auf die Ernteprognosen ausgewirkt:

Ertragsprognosen für Getreide gesenkt

Der Prognosedienst der EU-Kommission (MARS) senkt die im Vormonat geäußerten Ertragsprognosen für Gertreide um bis zu 3,7 Prozent.

Für Roggen, Raps, Sommergerste und Triticale sinken die Werte gar unter das langjährige Mittel.

Die ungünstigen Wetterbedingungen wie der Frost zur Blütezeit, extreme Trockenheit bzw. zu spät kommender Regen haben die Pflanzen doch mehr geschadet als zunächst angenommen.

Acuh der International Getreiderat (IGC) veröffentlichte Zahlen, die auf einen weltweiten Rückgang der Bestände von Mais und Weizen deuten.

Bei Mais wird für 2017/2018 mit einer erhöhten Nachfrage gerechnet, so dass trotz unveränderter Ertragsprognosen die Überhangbestände geschätzt um 29 Millionen Tonnen auf 197 Millionen Tonnen zurückgehen.

Die entspricht einer Senkung des Anteiles der Überhänge am Weltmaisverbrauch von 21,5 Prozent auf 18,6 Prozent.

Auch bei Weizen ist laut IGC mit einem knappen Rückgang der Überhangsbestände zu rechnen.

Die  Ernteerträge 2017/2018 in Höhe von geschätzt 736 Millionen Tonnen werden den weltweiten Verbrauch in geschätzter Höhe von  738 Millionen Tonnen nur sehr knapp decken können.

Zwar beeinflusst das Wetter maßgeblich die Ertragsprognosen. Aber manchmal spielen auch andere Faktoren mit rein.

So entstehen in Russland derzeit wie im Vorjahr Ernteausfälle, weil die technischen Gerätschaften fehlen.

Ein Mangel an Mähdreschern soll bereits im letzten Jahr einen Verlust von 10 Millionen Tonnen Getreide verursacht haben.

Ein anderer Markt scheint im Gegensatz zum Getreidemarkt aktuell Aufwind zu verspüren:

Windenergie weiter auf Vormarsch

Das Frauenhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik führt in seinem Bericht „Windenergie Report Deutschland 2016“ einige sehr interessante Zahlen auf.

Windenergie trägt demnach mit 12,4 Prozent zur deutschen Bruttostromerzeugung bei. Im Vergleich: Atomkraftwerke liegen bei 13 Prozent.

Im 2016 überstieg der Beitrag der erneuerbaren Energien erstmals den der konventionellen Atom- und Braunkohlekraftwerke.

29 Prozent des Bruttostromverbrauchs wurde von den umweltfreundlicheren Energietechniken gedeckt.

28000 Onshore-Windanlagen gibt es mittlerweile in Deutschland. Diese liefern knapp 46000 MegaWatt Nennleistung.

Schaut man auf die Zahlen könnte man meinen, dass der weitere Ausbau von Windanlagen langsam abflaut, denn es werden in der Anzahl weniger Anlagen neu errichtet.

Dies ist aber ein Trugschluß, denn die neuen Windsysteme werden immer größer.

Neue, geeignete Flächen zu finden, ist schwer. Einfacher ist es für Betreiber, die kleinen Modelle aus den 80er und 90ern mit modernen Rädern zu ersetzen. 

Die in 2016 errichteten Anlagen wiesen eine durchschnittliche Nabenhöhe von 128 Metern(!) und einen Rotordurchmesser von 109 Metern(!) auf. 

Flügel für 16 gigantische Windräder

Quelle: buten un binnen

Ganz schön beeindruckend, wie so ein Windrad entsteht, oder? Aber auch bei Offshore-Anlagen werden die Projekte technisch immer herausfordernder.

So werden die Energieanlagen mittlerweile durchschnittlich 53 Kilometer von der Küste entfernt und in durchschnittlichen Wassertiefen von 27 Metern erbaut.

Von den weltweit 13900 MegaWatt, die durch Offshore-Windanlagen bereitgestellt werden, stammen 12400 MegaWatt allein aus Europa. Deutschland alleine trägt 4089 MegaWatt bei.

Aber neben dem Trend nach immer größeren Anlagen, bietet der Markt auch kleine Modelle für „daheim“. Quasi das eigene Windrad für den Hof.

Welche Erfahrungen konntet Ihr mit eigener Energieerzeugung auf Eurem Hof sammeln?

Ertragsprognosen-Frost-Landwirtschaft

Extremes Wetter senkt die Ertragsprognosen

Landwirte in ganz Europa sind derzeit nicht gut auf das Wetter zu sprechen. Denn es senkt ihre Ertragsprognosen teils drastisch.

So sorgen eine anhaltende Trockenheit und zu hohe Temperaturen bei den spanischen Landwirten  für Verzweiflung.

In anderen europäischen Ländern folgt nach einem warmen März ein bitterkalter April.

Schlechte Ertragsprognosen für Spanien

Den spanischen Landwirten droht eine Dürre, die der Ruin für tausende landwirtschaftliche Betriebe bedeuten könnte.

Die Lage ist ernst. Die Getreideernte könnte genauso niedrig wie im Jahr 2012 ausfallen. In 2012 fuhren spanische Landwirte das schlechteste Ergebnis seit Jahrzehnten ein.

Aber nicht nur der Getreideanbau ist betroffen. Auch bei Raps und Mandeln fehlt das Wasser. Für Viehbetriebe wird das Futter knapp, weil die Weide- und Futterflächen verdörren.

Während Spanien unter der Hitze leidet, geht in Deutschland die Kältewelle nicht spurlos vorüber.

Frost senkt Ertragserwartungen bei Frühkartoffeln

Die Nächte mit flächendeckenden Frost in der letzten Woche zerstören die Erwartungen auf Spitzenerträge und besonders frühe Erntetermine.

Aus allen Anbaugebieten wurde von Schäden berichtet. Es kann somit wohl mit durchschnittlichen Erträgen und den üblichen Ernteterminen gerechnet werden.

Auch wenn die Meinungen hierüber noch auseinandergehen. Während die einen mit Verspätungen aufgrund des Frostes rechen, gehen die anderen davon aus, dass die Pflanzen nun erst recht schneller wachsen können.

In Gebieten, die stark von dem Wettereinbruch betroffen waren, wird es regional zu Ertragseinbußen kommen.

Wie schnell sich die Bestände erholen und die flächendeckende Zurückstutzung der Pflanzen geholfen hat, wird sich ab Mitte Juli zeigen, wenn die Ernte, geplant anläuft.

Aber nicht nur für die Kartoffelernte mussten die Ertragsprognosen deutlich gesenkt werden.

Das Ausmaß der Frostschäden und Ernteausfälle bei Obstbauern und Winzer ist ebenfalls erheblich.

Schäden beim Obst- und Weinanbau gehen in die Millionen

Der März war besonders warm und sorgte dafür, dass die Obstkulturen in voller Blüte stehen und der Austrieb auch bei späten Weinsorten bereits begonnen hatte.

Die Pflanzen befanden sich alle in einer sehr sensiblen Wachstumsphase, in der sie schweren Frösten ausgesetzt waren.

Die Schäden belaufen sich in die Millionen. Auch Maßnahmen, um die Pflanzen vor dem Frost zu schützen, konnten nur kleine Linderung schaffen.

In Markelsheim etwa, wo etwa mit dem Hubschrauber versucht wurde, warme Luft um die betroffenen Reben zu wirbeln.

Mit dem Heli gegen den Frost im Weinberg

Quelle: Markelsheim

Die Ausfallrate im Weinanbau wird für bestimmte Regionen auf bis zu 95 Prozent geschätzt.

Wahrscheinlich werden für Obstbauern staatliche Nothilfeprogramme erforderlich werden, da diese, im Gegensatz zu Winzern, ihre Kulturen nicht gegen derartige Spätfrostfolgen versichern können.

Auch in Ländern wie Österreich, die Schweiz und Polen hinterließ der Frost seine Spuren.

Wie sind andere Kulturpflanzen von den tiefen Temperaturen betroffen?

Kälteauswirkungen auf Zuckerrüben

Wie sich die Kältewelle auf Zuckerrüben auswirkt, hängt zum einen von dem Entwicklungsstadium der Pflanze ab (Quelle: KultiVent KWS Farmservice):

  • Ungekeimtes Saatgut: geringe Auswirkung; die Rübenpille wird noch ausreichend mit Boden bedeckt
  • Frisch gekeimtes Saatgut: kritische Phase; im schlimmsten Fall kann die Pflanze absterben (Einschnürungen am Hypokotyl zeigen den Schädigungsgrad an);
  • Auflaufende Zuckerrübe: Gefahr des Abfrierens von Blattspitzen und Blättern; ab dem 1-2 Blattstadium geringe Auswirkungen, da die Pflanzen relative unempfindlich gegenüber Frost ist

Desweiteren wird das Gefahrenpotential von Faktoren wie

  • der Bodenart
  • der Bodenstruktur und dem
  • dem Feuchtegehalt des Bodens bestimmt.

Denn diese sind ausschlaggebend dafür, wie stark der Frost in den Boden dringen kann.

Kälteauswirkungen auf die Maisaussaat

Die Experten von KWS CultiVent empfehlen, mit der Maisaussaat noch zu Warten, denn Mais benötigt eine Bodentemperatur von mindestens 8 Grad Celsius.

Bei bereits gesäten Beständen kann es aufgrund der Kälte zu einer Keimruhe kommen, bis sich der Boden wieder auf mindestens 8 Grad aufgewärmen konnte.

Gefährlich wird es, wenn zum Frost zudem noch Feuchtigkeit auf das frische Saatgut trifft.

  • Ungkeimtes Saatgut: trockene Böden: geringeres Risiko – es kommt ggf. zur Keimruhe, bis der Boden sich wieder aufgewärmt hat; feuchte Böden: mögliche Einschränkung von Keimfähigkeit und Triebkraft, was einen verminderten Feldaufgang zur Folge hat;
  • Frisch gekeimtes Saatgut: hohes Risiko; im Extremfall wächst die Koleoptile (Schutzorgan für das erste aufgehende Blatt) nicht, so dass die Pflanze sich nicht entwickeln kann; warme Tage und kalte Nächte können dazu führen, dass sich der Keimling verdreht
  • Keimlingswurzel sowie Koleoptile sind bereits im Wachstam: mittleres mit hohes Risiko; ein verlangsamtes Wachstum führt zur Stauchung der Koleoptile, wodurch ein Wachstum durch den Boden ggf. nicht mehr möglich ist
  • 2-Blattstadium: geringes Risiko; Kälte verursacht beim Mais Schäden, die sich in der Regel wieder verwachsen

Kälteauswirkungen auf Raps

Im Norden und Osten waren erst die ersten Rapsblüten in Sicht, als die Kältewelle Deutschland traf. Im Süden und Westen hingegen stand der Raps bereits in voller Blüte.

Raps ist jedoch eine Kulturpflanze, die sich gut gegen Kälte behaupten kann.

  • Blütenöffnung während des Frostes: häufig bleiben die Blüten unbefruchtet
  • Blütenöffnung vor und nach dem Frost: Ausbildung von normalen Schoten

Da die Blütenphase des Rapses 4-6 Wochen anhält, wirken sich kurze Frostperioden auf den Bestand nicht wirklich aus und haben keinen spürbaren Einfluss auf den Ertrag.

Welche Maßnahmen unternehmt Ihr, um Eure Bestände vor der Kältewelle zu schützen?