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News - Zuckermarkt Regionale Lebensmittel

NEWS: HofladenBOX, Zuckermarkt, Getreidepreise-Rallye

Der einst florierende Zuckermarkt sorgt in den letzten Monaten/Jahren immer wieder für negative Schlagzeilen. Die beiden deutschen Zuckergiganten Südzucker und Nordzucker leiden gewaltig und damit einhergehend auch die Rübenbauern. Kein einfaches Geschäft derzeit.

Blicken wir zuerst auf den ‚kleinen Bruder‘ aus dem Norden. Hier liegen die Verluste im zweistelligen Bereich.

Nordzucker hat das Geschäftsjahr 2018/2019 (per 28. Februar) mit einem Minus von 18% beendet. Der Konzernumsatz betrug 1,35 Mrd. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich auf minus 58 Mio. EUR; das entspricht einem Verlust von über 200 Mio. EUR (VJ 154 Mio. EUR).

Aufgrund der extremen Marktsituation schließt Nordzucker das Geschäftsjahr mit einem Jahresfehlbetrag von -36 Millionen Euro (Vorjahr: +118 Mio. Euro).

Gründe für diesen herben Verlust:

  • Ende der Quotenregelung
  • damit einhergehend eine Überproduktion in der EU und auf dem Weltmarkt
  • niedrige Preise
  • Zahlungen für den Rübenanbau in der EU
  • Produktionsausweitung durch staatliche Subventionen (z.B. Indien, Thailand)

So wie es aussieht, werden in diesem Jahr keine Dividende ausgeschüttet. Die Finanzlage von Nordzucker bleibt stabil mit einer Eigenkapitalquote in Höhe von 66% (unverändert zum Vorjahr).

Die Aussichten für das Geschäftsjahr 2019/20 sind ebenfalls getrübt. Nordzucker geht aufgrund der niedrigen Preise von einem Verlust aus. Der Fokus des Konzerns bleibt weiterhin die Zuckergewinnung aus Rübe und Rohr. Das Kerngeschäft bleibt in der EU.

Zuckermarkt im Umbruch – Auch der europäische Gigant tut sich schwer

Ein offener Zuckermarkt in der EU und das nach 50 Jahren Quotenregelung ist kein ‚Zuckerschlecken‘.

Genau das verspürt auch der Zuckergigant Südzucker. Europas größter Zuckerhersteller hat trotz Restrukturierung Einbuße hinnehmen müssen. Der Konzern beendete das Geschäftsjahr 2019/20 mit einem Minus von 3,3%. Der Umsatz belief sich auf 6,75 Mrd. EUR. Im Segment Zucker sank der Umsatz um 14,2% auf 2.588 Mio. EUR (VJ 3.017); das entspricht einem Verlust im dreistelligen Millionenbereich.

Das operative Ergebnis fiel von 445 Mio. EUR auf 27 Mio. EUR. Es soll eine Dividendenauszahlung in Höhe von 0,20 EUR je Aktie erfolgen. Letztes Jahr lag diese bei 0,45 EUR je Aktie.

Gründe für die schlechte Performance:

  • trockenheitsbedingt schlechte Ernte in 2018
  • geringere Erzeugungs-, Absatz- und Exportmengen
  • erhöhte Produktionskosten

Kein Werksverkauf in Frankreich – Standorte Cagny und Eppeville bleiben in Südzucker-Regie

Die französischen Bauern haben sich zusammengetan und wollten die beiden von der Stilllegung betroffenen Werke Cagny und Eppeville retten. Dafür unterbreiteten sie der Südzucker-Tochter Saint Louis Sucre ein Angebot in Höhe von 30 Mio. EUR.

Jetzt kam die Antwort aus der Zentrale: es sollen die Überkapazitäten abgebaut werden, denn Frankreich produziert doppelt so viel wie es verbraucht.

„Wir beenden die Zuckerproduktion nicht, um sie anderen Akteuren anzubieten, sondern um Überschusskapazitäten vom Markt zu nehmen.“

– Dr. Wolfgang Heer, Vorstandsvorsitzender der Südzucker AG [Mannheim, 23.05.2019 Pressemeldung Südzucker]

Das Geschäft bleibt demnach auch weiterhin in den Händen von Südzucker. In den kommenden Wochen wird Saint Loius Sucre den Rübenanbauern die Vertragsvorschläge für die kommenden Jahre vorstellen.

Quellen: Nordzucker, Südzucker, Saint Louis Sucre

Ernte Hoch, Preise auch hoch

Eine Seltenheit und trotzdem Realität: trotz hoher Ernteprognosen erleben wir derzeit einen Anstieg der Getreidepreise in Europa.

Woran liegt das? Wieso folgen wir auf dem alten Kontinent der Getreidepreise-Rallye aus den USA?

Kurz zusammengefasst: Schuld daran ist die Verknappung des globalen Angebots.

Die Ursache hierfür wiederum liegt größtenteils an den erwarteten Ernteausfällen in den USA. Kann die USA nicht mehr soviel produzieren wie geplant, dann profitieren die Europäer u.a. auch durch bessere Absatzmöglichkeiten sowie höhere Preise.

Was könnte diese Rallye zum kippen bringen?

  • Die Anbau- und Produktionseinbußen in den USA fallen weniger schlecht aus als befürchtet.
  • Der anhaltende Handelskrieg zwischen den USA und China.
  • Hohe Ernteprognosen vom Schwarzen Meer.
  • Hohe Lagerbestände.

Landwirte, liebe Kollegen aufgepasst:

Es empfiehlt sich die höheren Preise für einen Teil der neuen Ernte abzusichern.

Ein paar aktuelle Zahlen bzw. Prognosen im Überblick:

  • Die europäische Getreideernte inkl. Mais wird auf 311,4 Mio. Tonnen geschätzt. Das sind 7% mehr als im Vorjahr und damit die größte Getreideernte seit 2015 (328 Mio. Tonnen). Bei den End-Beständen und beim Export wird mit einem deutlichen Plus gerechnet.
  • Die europäische Weizenernte soll bei 143,8 Mio. Tonnen liegen. Das sind 12% mehr als im Vorjahr. Die Endbestände sollen um 4,6 Mio. Tonnen wachsen.
  • Die europäische Gerstenernte (Winter- plus Sommergerste) soll bei 60,7 Mio. Tonnen liegen. Das sind 5 Mio. Tonnen mehr als im Vorjahr. Die Gerstenexporte sollen sich auf 8,8 Mio. Tonnen belaufen. Die Endbestände sollen auf 8,3 Mio. Tonnen steigen.

Quelle: Europäische Kommission, Juni-Prognose

Trend erkannt und angewandt – HofladenBOX bietet regionale Lebensmittel per Knopfdurck

Wir kaufen längst nicht nur Offline im Supermarkt oder beim Bauer ein, sondern auch Online. Deshalb boomen ja die etlichen eCommerce-Plattformen. Die bekanntesten davon sind die beiden Giganten Amazon und Alibaba (China).

Wer eCommerce mit Regionalität, Bio und Nachhaltigkeit kombiniert hat den Erfolg fast schon in der Tasche.

Und genau das haben zwei berufstätige Mütter aus dem Landkreis Fürth (Franken) mit ihrer Firma HofladenBOX auf die Beine gestellt. Birgit Wegner und Mareike Schalk haben diese Marktlücke rechtzeitig erkannt. Wie es zur Gründung kam, erfahrt Ihr in dem nachfolgenden Videobeitrag.

Quelle: BR Unser Land, YouTube

Das ganze funktioniert recht simpel.

  1. BEQUEM: Kunde geht auf die Webseite von HofladenBOX und bestellt die gewünschten regionalen Lebensmitteln im Online-Shop.
  2. REGIONALITÄT: Landwirte aus der Region bringen ihre frische Ware zur Verpackungsstation.
  3. In der Scheune werden anschließend die individuellen Hofladen-Boxen gepackt.
  4. Lieferungen erfolgen zur Abholstation oder zum Kunden direkt nach Hause (regional begrenzt).
  5. NACHHALTIG: Jeder Karton trägt die Aufschrift „Bring mich zurück“, da diese wiederverwendet werden. Selbstverständlich kann man auch die Glasbehälter (Joghurt, Milch) zurückbringen, weil diese ebenso wieder eingesetzt bzw. befüllt werden können.

Man braucht kein Genie sein, um ein tolles Konzept auf die Beine zu stellen. Man muss Probleme erkennen und diese aktiv anpacken. Je mehr Probleme man löst und je mehr Menschen man hilft, umso besser läuft das Geschäft.

Getreide Top, Zuckermarkt Flop

Es wid ein schweres Jahr für die Rübenbauer, mal wieder. Seit dem Wegfall der Quote hat sich tatsächlich sehr viel verändert. So ist es nunmal in einer ‚freien‘, globalen Marktwirtschaft und jammern bringt uns eh nicht weiter.

Erholt sich der Zuckermarkt – was glaubt Ihr? Habt Ihr einen Teil Eurer neuen Getreideernte zu den aktuellen Preiskonditionen gesichert oder glaubt Ihr wird der Preis noch weiter steigen?

russische landwirtschaft-monsanto-bayer

Russische Landwirtschaft auf dem Vormarsch

In den letzten Jahren konnte die russische Landwirtschaft Rekordernten verzeichnen. 

So holte Russland die USA ein, was den Export von Weizen angeht.

Noch liegt das Land hinter der EU zurück. Noch.

Zuletzt konnte die EU mit 29,7 Millionen Tonnen (laut Lautwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, FAO) eine Millionen mehr Tonnen Weizen als die russische Landwirtschaft exportieren.

Derzeit liegt Russland an vierter Stelle, was den weltweiten Export angeht:

Erntemenge von Weizen in 2016/2017 in Millionen Tonnen:

  • Euroäische Union: 144,7
  • China: 128,9
  • Indien: 87
  • Russland: 72,5
  • USA: 62,9

(Quelle: Statistica, USDA Foreign Agricultural Service)

Mit dem hohen Produktionsniveau werden wohl auch weiterhin die Marktpreise für Weizen nicht steigen.

Und die russische Landwirtschaft ist auf Expansionskurs:

Mehr Acker für die Russische Landwirtschaft

In Russland laufen die Anstrengungen, 200.000 Hektar an derzeit noch unbewirtschafteten Land für die Landwirtschaft zurückzugewinnen.

Bereits in 2017 konnte das russische Landwirtschaftsministerium ca. 70.000 Hektar für die Agrarproduktion nutzbar machen.

Bis zum Jahr 2030 soll die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Russland dann 2,31 Millionen Hektar betragen.

Insgesamt wird die Rückgewinnung dem Land umgerechnet um die 6,2 Millionen Euro kosten.

Rund die Hälfte des Geldes soll für Subventionen an die Bewirtschafter gezahlt werden.

Zum anderen soll aber auch eine Erhöhung der Steuern für landwirtschaftlich ungenutzte Fläche Anreize bitten.

Wenn die Vorstellungen des Landwirtschaftsministeriums umgesetzt werden, steigt die Abgabenlast um das Fünffache und kann sich auf bis zu 1,5 Prozent des Katasterwertes eines Grundstückes belaufen.

Subventionen erhalten oder eine steuerlich höhere Belastung tragen – das russische Landwirtschaftsministerium geht sicherlich sehr zielstrebig vor.

Auch vor Enteignung wir bei Nichtnutzung, wenn diese länger als drei Jahre anhält, oder wenn Grund und Boden zweckentfremdet genutzt werden, nicht Halt gemacht.

Russische Landwirtschaft im Boom

100 Jahre nach der russischen Revolution, in deren Zuge die Kommunisten die Macht übernommen haben, spielt Russland auf dem Getreidemarkt wieder eine große Rolle. 

Zu Zeiten der Sowjetunion musste das Land Getreide importieren. Mit der Zusammenführung von privatwirtschaftlich geführten Landwirtschaften in kollektive Großbetriebe, hat sich das Land wirtschaftlich gesehen keinen Gefallen getan. 

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hatte die russische Landwirtschaft auch weiterhin zu kämpfen. 

Mittlerweile ist die Landwirtschaft jedoch zu einem lukrativen Wirtschaftszweig herangewachsen. 

Jedoch profitieren nicht die die kleinen und mittelständischen Betriebe von dem Boom. Agrarkonzerne sind die großen Gewinner der „Agrarrenaissance“. 

Mit 14 Milliarden Euro Exporteinnahmen konnte die russische Landwirtschaft in 2016 sogar die russische Rüstungsindustrie übertreffen. 

Zwei Faktoren, die den Boom der Branche sicherlich stark förderten, waren die EU-Sanktionen und die Abwertung des Rubels im Zuge des Ölverfalls seit Mitte 2014. 

Neben der Ausweitung der Weizenproduktion, setzt Russland zunehmend auf Bio. 

Die Anbaufläche für biologische Produktion hatte sich in 2014 verdoppelt, in 2015 kommen nochmals 57 Prozent hinzu und sie ist weiterhin stetig am Wachsen

Seit 2016 sind zudem Pflanzen, die gentechnisch verändert wurden, in Russland verboten. 

Die russische Landwirtschaft wird weiter wachsen, kein Zweifel hieran. Wir werden sehen, wie sie die weltweite Landwirtschaft in den nächsten Jahren beeinflussen wird. 

(Quelle: Agra EuropeTopAgrar, Berliner Zeitung, Die Welt)

Eine Entscheidung, die die weltweite Produktion von Lebensmitteln unmittelbar betreffen wird, ist gefallen: 

Übernahme von Monsanto durch Bayer genehmigt

Bei der Bayer AG gibt es Grund zu feiern, denn ein wesentlicher Schritt wurde erreicht.

Die EU-Kommission hat die Übernahme von Monsanto durch die Bayer AG bewilligt. Bevor diese vollzogen werden kann, muss der Konzern noch einige Auflagen erfüllen.

“Die Genehmigung der Europäischen Kommission ist ein großer Erfolg und ein bedeutender Meilenstein”, so Werner Baumann, Bayer-Vorstandsvorsitzende

Generell liegen somit ungefähr mehr als die Hälfte der behördlichen Genehmigungen vor.

Die Zustimmung der EU-Kommission knüpft sich an Auflagen, die auch nach der Übernahme die Vielfalt im Wettbewerb bewahren.

Wie auch in Genehmigungen anderer Behörden, verlangen auch die Europäer den Verkauf diverser Geschäfte der Gruppe.

Welche Geschäfte sollen nach europäischen Auflagen verkauft werden?

  • weltweit: Geschäft mit Gemüsesaatgut
  • weltweit: Geschäft mit Glufosinat-Ammonium
  • weltweit: Geschäft mit Saatgut wie beispielsweise Baumwolle, Soja, Raps oder Mais (mit spezifischen Ausnahmen, die den asiatischen Raum betreffen)
  • weltweit: Monsantos Geschäft mit Nematizid “NemaStrike”
  • europaweit: ausgewählte Glyphosat-basierte Herbizide

Zudem muss der Konzern einige seiner Forschungsprojekte abgeben, so im Bereich der Totalherbizide und seine Forschungsplattform für Weizen-Hybride.

Weiterhin soll der Konzern eine Lizenz über sein Digital-Farming-Portfolio einräumen.

Auch nach Einhaltung der Auflage und Abgabe der Geschäfte wird Bayer nach Übernahme der größte Saatgut- und Pflanzenschutzkonzern der Welt sein.

Welche Entscheidungen oder Entwicklungen werden Eurer Meinung nach die deutsche Landwirtschaft der nächsten Jahre stark prägen?

Windkraft-Ertragsprognosen-Unwetter

Landwirtschaft: Ertragsprognosen für Getreide sinken

Sie sind da – die ersten Hitzegewitter des Jahres. Die von ihnen verursachten Schäden werden die Ertragsprognosen in manchen Landstrichen sehr stark ändern. 

Orkanböhen, Starkregen und Hagel. Alle drei haben sich in den letzten Tagen in Deutschland gut ausgetobt.

Es waren fast alle Ackerbaukulturen betroffen: ob Wintergetreide, Zuckerrüben, Raps, Mais oder Sonderkulturen wie Erdbeeren – die Felder wurden massiv geschädigt.

Die Hitzegewitter wurden durch die extremen Temperaturunterschiede insbesondere zwischen der West- und Osthälfte Deutschlands verursacht.

Entsprechend findet sich die mit am schwersten betroffene Region entlang einer Linie in der Mitte von Deutschland, die von Wolfsburg bis nach Niederbayern läuft.

Von vom Hagel zerfetzte Blätter bis hin durch vom Starkregen verschlämmte junge Rüben- und Maispflanzen, die Schäden sind vielfältig, und teils so stark, dass bereits mehrere Hundert Hektor Anbauflächen für den Umbruch freigegeben wurden.

Da gibt es nur eins: Ärmel hochkrempeln und schnellstmöglich handeln, um etwa durch Neuansaat die Schäden kompensieren zu können.

Weitere Warnung vor Unwetter mit starkem Regen und Sturmböen

Allerdings ist die Gefahr noch nicht gebannt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt aktuell weiterhin vor Unwettern.

Insbesondere die folgenden Regionen sollen betroffen sein:

  • Rheinland-Pfalz
  • Bayern
  • Weite Regionen in Ostdeutschland sowie
  • der Süden Nordrhein-Westfalens
  • im Süden: Schwarzwald, Schwäbische Alp und Regionen am Alpenrand

Neben dem Starkregen ist auch mit Hagel zu rechnen.

Drücken wir die Daumen, dass die nächsten Tagen glimpflich verlaufen. Das Wetter hat sich bereits stark genug auf die Ernteprognosen ausgewirkt:

Ertragsprognosen für Getreide gesenkt

Der Prognosedienst der EU-Kommission (MARS) senkt die im Vormonat geäußerten Ertragsprognosen für Gertreide um bis zu 3,7 Prozent.

Für Roggen, Raps, Sommergerste und Triticale sinken die Werte gar unter das langjährige Mittel.

Die ungünstigen Wetterbedingungen wie der Frost zur Blütezeit, extreme Trockenheit bzw. zu spät kommender Regen haben die Pflanzen doch mehr geschadet als zunächst angenommen.

Acuh der International Getreiderat (IGC) veröffentlichte Zahlen, die auf einen weltweiten Rückgang der Bestände von Mais und Weizen deuten.

Bei Mais wird für 2017/2018 mit einer erhöhten Nachfrage gerechnet, so dass trotz unveränderter Ertragsprognosen die Überhangbestände geschätzt um 29 Millionen Tonnen auf 197 Millionen Tonnen zurückgehen.

Die entspricht einer Senkung des Anteiles der Überhänge am Weltmaisverbrauch von 21,5 Prozent auf 18,6 Prozent.

Auch bei Weizen ist laut IGC mit einem knappen Rückgang der Überhangsbestände zu rechnen.

Die  Ernteerträge 2017/2018 in Höhe von geschätzt 736 Millionen Tonnen werden den weltweiten Verbrauch in geschätzter Höhe von  738 Millionen Tonnen nur sehr knapp decken können.

Zwar beeinflusst das Wetter maßgeblich die Ertragsprognosen. Aber manchmal spielen auch andere Faktoren mit rein.

So entstehen in Russland derzeit wie im Vorjahr Ernteausfälle, weil die technischen Gerätschaften fehlen.

Ein Mangel an Mähdreschern soll bereits im letzten Jahr einen Verlust von 10 Millionen Tonnen Getreide verursacht haben.

Ein anderer Markt scheint im Gegensatz zum Getreidemarkt aktuell Aufwind zu verspüren:

Windenergie weiter auf Vormarsch

Das Frauenhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik führt in seinem Bericht „Windenergie Report Deutschland 2016“ einige sehr interessante Zahlen auf.

Windenergie trägt demnach mit 12,4 Prozent zur deutschen Bruttostromerzeugung bei. Im Vergleich: Atomkraftwerke liegen bei 13 Prozent.

Im 2016 überstieg der Beitrag der erneuerbaren Energien erstmals den der konventionellen Atom- und Braunkohlekraftwerke.

29 Prozent des Bruttostromverbrauchs wurde von den umweltfreundlicheren Energietechniken gedeckt.

28000 Onshore-Windanlagen gibt es mittlerweile in Deutschland. Diese liefern knapp 46000 MegaWatt Nennleistung.

Schaut man auf die Zahlen könnte man meinen, dass der weitere Ausbau von Windanlagen langsam abflaut, denn es werden in der Anzahl weniger Anlagen neu errichtet.

Dies ist aber ein Trugschluß, denn die neuen Windsysteme werden immer größer.

Neue, geeignete Flächen zu finden, ist schwer. Einfacher ist es für Betreiber, die kleinen Modelle aus den 80er und 90ern mit modernen Rädern zu ersetzen. 

Die in 2016 errichteten Anlagen wiesen eine durchschnittliche Nabenhöhe von 128 Metern(!) und einen Rotordurchmesser von 109 Metern(!) auf. 

Flügel für 16 gigantische Windräder

Quelle: buten un binnen

Ganz schön beeindruckend, wie so ein Windrad entsteht, oder? Aber auch bei Offshore-Anlagen werden die Projekte technisch immer herausfordernder.

So werden die Energieanlagen mittlerweile durchschnittlich 53 Kilometer von der Küste entfernt und in durchschnittlichen Wassertiefen von 27 Metern erbaut.

Von den weltweit 13900 MegaWatt, die durch Offshore-Windanlagen bereitgestellt werden, stammen 12400 MegaWatt allein aus Europa. Deutschland alleine trägt 4089 MegaWatt bei.

Aber neben dem Trend nach immer größeren Anlagen, bietet der Markt auch kleine Modelle für „daheim“. Quasi das eigene Windrad für den Hof.

Welche Erfahrungen konntet Ihr mit eigener Energieerzeugung auf Eurem Hof sammeln?

Getreidesorte Winterweizen Agrarbetrieb

Neue Möglichkeiten bei der Wahl der Getreidesorte

Winterweizen ist weiterhin die beliebteste Getreidesorte für den Anbau in Deutschland.

Auch wenn diese Getreidesorte hohe Ansprüche an den Boden stellt, kann sie doch damit Punkten, dass für sie relativ hohe Preise bei einem hohen und stabilen Ertragspotential erzielt werden können.

Beim Ertragspotential möchte das Unternehmen nun noch eins draufsetzen.

So bietet es beim Winterweizen zwei neue Sorten an, die laut Hersteller ertraglich kaum zu toppen sind.

Aber auch bei Gerste steht bei der nächsten Aussaat eine neue Getreidesorte zur Verfügung.

Denn das Bundessortenamt hat neben zwei weiteren Weizensorten eine zweizeilligen Wintergerste Unternehmens Limagrain GmbH zugelassen.

Welche Getreidesorte darf es sein?

Hier ein kurzer Überblick, wodurch sich die neuen Getreidesorten nach den Angaben des Anbieters unterscheiden: 

LG Imposanto

  • Höhere Erträge als der in Deutschland anbaustärkste Futterweizen 
  • B-Weizen mit A-Backqualität, d.h. die Sorte soll sich nicht nur durch die hohe Ertragsleistung, sondern auch durch eine ausgezeichnete Resistenz gegen Ährenfusarium auszeichnen
  • Eignung für jegliche Vorfrüchte und Saatzeiten
  • Steht bereits für die diejährige Ernte bundesweit in allen Landessortenversuchen; größere Vermehrungsflächen sind angelegt

LG Magirus

  • Erster E-Weizen für Lamigrain, der in Deutschland zugelassen wurde
  • Besonders interessant für ostdeutsche Gebiete, in denen verstärkt E-Weizen angebaut wird, da diese Sorte eine gute Winterhärte hat
  • Zur Zeit die einzige E-Weizensorte mit Zulassung die sowohl im Kornertrag mit Stufe 1 mit der BSA-Note 7 als auch in Stufe 2 mit der BSA-Note 6 jeweils die beste Einstufung für sich behaupten kann
  • Hohe Fallzahlen gepaart mit einer guten Fallzahlstabilität
  • Besonders geeignet für Spätsaaten und Trockenlagen
  • Steht für die diesjährige Ernte im Bundessortenversuch

LG Caspari

  • Zweiteilige Wintergerste, die eine frühere Ernte ermöglicht (an einzelnen Standorten schob die Sorte die Ähren um mehr als eine Woche früher)
  • Erhielt vom Bundessortenamt beim Ertrag eine Note höhere Einstufung, als die bisherige anbaustärkste Sorte am Markt
  • Weist eine überdurchschnittliche Standfestigkeit auf
  • Wird in diesem Jahr in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in den Landessortenversuchen geprüft; erste Vermehrungsflächen sind angelegt.

Bereits im Februar wurden vom Bundessortenamt (BSA) drei neue Mais-Hybriden des Unternehmens zugelassen.

Limagrain erweiterte sein Portfolio um die Sorten LG 30.244 sowie für die Marke Advanta um die beiden Sorten Mantilla (S 210/K 230) sowie Severeen (S230/ K230).

Mit diesen Sorten verstärkt Limagrain sein Portfolio für das frühe bis mittelfrühe Segment.

Die Drei-Nutzungssorten zeichnen sich alle durch

  • hohe bis sehr hohe Erträge
  • einer guten Standfestigkeit
  • einer geringen Stängelfäule-Anfälligkeit
  • gute Stärkegehalte sowie guter Verdaulichkeit aus.

Limagrain konnte in diesem Jahr sein Portfolio entsprechend gezielt ausbauen.

Aber schauen wir genauer auf den aktuellen Anbau von Winterweizen.

Denn es ist Frühling. Zeit, den Einsatz von Wachstumsreglern und Herbiziden zu überprüfen.

Einsatz von Wachstumsreglern

Die Kontrolle des Wachstums von Weizen gehört zwar zum Standard, aber ein Schema F beim Ansatz von Wachstumsreglern gibt es nicht.

Jedes Jahr muss der Einsatz aufs Neue überprüft werden. Zum einen ist die Getreidesorte ausschlaggebend.

Da diese bereits im Herbst festgelegt wurde, gilt es nun den weiteren, entscheidenden Faktor zu berücksichtigen: die Witterung.

Bei einer trockenen und strahlungsarmen Witterung kann eine Behandlung mit Wachstumsreglern sehr wirksam sein.

Im Gegensatz hierzu kann der Einsatz von Reglern bei einer kühlen und wolkenreichen Witterung, die zudem noch mit wassergesättigen Böden einhergeht, keine nennenswerte Resultate erzielen.

Wachstumsregler im Weizenbestand

Quelle: Landwirt.com

Beim Einsatz ist viel Fingerspitzengefühl gefragt, denn es soll ein gutes Wachstum gesichert werden, aber gleichzeitig gilt es auch zu verhindern, dass sich Lager ausbilden.

Die Produktpalette der zur Verfügung stehenden Wachstumsregler hat sich kaum geändert.

Es gibt die auf Basis der Zulassung von Chlormequatchlorid 720-CCC-Produkte.

Für Winterweizen in der Zeit von BBCH 30-32 gibt es mit Shortcut eine weitere Möglichkeit in der 720-CCC-Produktpalette.

Herbizideinsatz bei Weizen

Der Einsatz von Herbiziden bei Wintergetreide ist eine der effektivsten Maßnahmen, um das Ertragspotential abzusichern.

Die Behandlung richtet sich nach der standortspezifischen Besatzdichte verschiedener Leitunkräuter.

Die zur Verfügung stehenden Produkte sind vielfältig.

Wichtig ist, das man bei Tankmischung folgende Fakoren berückstichtigt:

  • Die Ansprüche, die die einzelnen, gewählten Komponenten an die Anwendung stellen
  • Die Verträglichkeit des gewählten Herbizids mit der zu behandelnden Kultur sowie
  • Die Mischbarkeit der einzelnen Komponenten

Beim Weizen sind in diesem Jahr scheinbar bereits der Gelbfrost als auch Septoria tritici verbreitet.

Welche Maßnahmen werden von Euch derzeit durchgeführt, um den Ertrag zu sichern?

2016-agrarbetrieb-winterweizen-landwirtschaft

Winterweizen – die neue Saison beginnt

Es ist die Zeit für Winterweizen. Im Gegensatz zu anderen Sorten, verfügt die Pflanze über ein breites Aussaatfenster. Dafür stellt Winterweizen an den Boden besonders hohe Ansprüche.

Bei Winterweizen können Frühsaaten ab Mitte September als auch Spätsaaten bis Mitte November zu einer guten Ernte führen. Früh- und Spätsaat sind dabei jedoch keine festgelegten Zeiträume.

In Höhenlagen spricht man von Spätsaaten bei Saaten bis Ende Oktober, während in milden Lagen dafür Zeiträume bis Ende November gemeint sind.

Winterweizen – hohe Ansprüche an den Boden

So anspruchslos Winterweizen ist, wenn es um die richtige Saatzeit geht, so anspruchsvoll ist das Getreide bei der Bodenwahl.

Aufgrund der relativ langen Vegetationszeit und seiner hohen Ertragsleistung ist der Wasserverbrauch von Winterweizen größer als bei Sommergetreide. Hier kann die Pflanzen ihren Bedarf allerdings auch aus tieferen Bodenschichten decken.

Ein frühzeitiger Wurzeltiefgang und eine hohe Wurzelbildung ermöglichen dem Weizen, auch in Gebieten mit wenig Niederschlag gut zu gedeihen, wenn die Böden speicherfähig und tiefgründig sind.

Da Winterweizen hohe Ansprüche an Nährstoffgehalt und Gare des Bodens stellt, sollte der Vorfrucht besondere Beachtung geschenkt werden.

Es ist ratsam, bei Mais oder auch Weizen als Vorfrucht, den Boden vor dem Anbau des Winterweizens mit dem Pflug zu bearbeiten. So können Infektionen mit Fusarien und ähnlichem vermieden werden.

Eine Pflugfurche sollte jedoch nur erfolgen, wenn auch bis zur Saat genügend Zeit vorhanden ist. Sollte die Bearbeitung mit dem Pflug nicht möglich sein, kann alternativ eine Stoppelbearbeitung erfolgen.

Diese sollte möglichst intensiv und flach durchgeführt werden, damit die Strohrotte gefördert wird und das Risiko der Übertragung von Fusarien verringert werden kann. Eine pfluglose Bestellung ist hingegen nach Raps oder Körnerleguminosen in der Regel problemlos möglich.

Die Saatstärke ist von verschiedenen Faktoren wie dem Standort, dem Zeitpunkt der Saat und der Weizensorte abhängig.

Sie liegt zwischen 250 – 450 keimfähigen Körnern pro Quadratmeter. Auch ist der Winterweizen flexibel hinsichtlich der Saattiefe. Als optimale Tiefe können 2 – 4 cm angesehen werden.

Was liebt der Winterweizen?

  1. Um die Ausbreitung von Fusariosen, Steinbrand, Schwarzbeinigkeit, Schneeschimmel, und anderem zu verhindern, eignet sich der Einsatz von Beizen.
  2. Walzen, Striegeln und Eggen. Das klingt nach einer guten Massage. Und für den Weizen sind sie das wohl auch, denn er dankt sie mit guten Erträgen. Die Maßnahmen können im Herbst als auch Frühjahr für verschiedene Zwecke eingesetzt werden: Verbesserung des Bodenschlusses, Förderung der Bestockung, Beseitigung von Unkräutern, Regulierung der Bestandsdichte, u.v.m.
  3. Den maßvollen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Bekämpfung von Unkraut, Pilzkrankheiten und Schädlingen.

Weizensorten sind hoch spezialisiert. Wer die Sorten richtig bewertet und für seine lokalen Gegebenheit die beste Sorte aussucht, sichert sich sehr gute Ertragschancen.

Dies klingt jetzt alles sehr theoretisch, wo bleibt der Spaß? Schaut selbst:

Winterweizen sähen mit Hassia und John Deere

Quelle: Drei Zylinder Power

Der Sommer ist vorbei. Mit dem Herbst beginnt wieder eine neue Saison, in der unser gesamtes Wissen und unsere gesamte Erfahrung gefragt sind. Und natürlich der Einsatz unserer Maschinen.

John Deere stellt pünktlich zum Saisonstart seine neuen Festkammerpressen vor, die ab Februar 2017 erhältlich sind.

Produktionssteigerung mit den neuen Feskammerpressen von John Deere

Vielseitigkeit und Langlebigkeit, das sind die Anforderungen, auf denen John Deere sein Augenmerk bei der Entwicklung seiner neuen Rundballenpressen mit fester Kammer gelegt hat.

Das neue Modell F441 M ist in den Versionen „Multicrop“ und „Silage Special“ erhältlich und wurde speziell für mittelgroße viehhaltende Betriebe entwickelt, die eine vielseitige Ballenpresse für unterschiedliche Erntegüter benötigen.

Die Modelle verfügen über eine breitere Ballenkammer von 1,21 Meter. Dies ermöglicht ein höheres Ballengewicht.

Das Multicrop-Modell wurde speziell entwickelt, um allen Erntebedingungen, ob nass oder trocken, gewachsen zu sein. Eine neue Netzbindung sowie eine neu entwickelte Heckklappenverriegelung sind nur zwei der ausgefeilten Details.

Die Premium-Versionen F441R und C441R haben nun zudem eine 18. Rolle und können auch mit einer 2 Meter oder  2,2 Meter breiten Pickup ausgestattet werden.

Weitere Details, an denen John Deere geschliffen hat, sind unter anderem:

  • stabilere Rollenantriebsketten der Heckklappe
  • Verstärkung der Pickups mit verschleißfesten Hardox-Stahlblechen
  • größere Lager sowie ein verbessertes Hydrauliksystem

Aufgrund der Ausstattungsmerkmale der Maschinen sollen die Ballenpressen in der Lage sein, bei optimaler Leistungseffizienz, 95 Prozent der Erntegutmasse verarbeiten zu können. Das klingt gut, oder?

Aber bevor wir im nächsten Frühjahr reichlich ernten, steht die Aussaat an. Worauf müsst Ihr in Eurer Region bei der Aussaat von Winterweizen besonders achten?