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Gewaechshaus der Zukunft - 3 innovative Konzepte

Gewächshaus der Zukunft – 3 innovative Konzepte

Ein eigenes Gewächshaus zu haben ist für viele Natur- und Lebensmittelliebhaber das Non-Plus-Ultra. Die einen verlassen ihre gut bezahlten „City“-Jobs und kaufen sich ein Stück Land, um endlich das zu tun, was sie schon immer wollten, andere wiederum kehren dem hektischen Alltag den Rücken und ziehen sich in ihr eigens gebasteltes Refugium zurück.

Gewächshäuser unterschiedlicher Größe, Art und Couleur schießen mittlerweile weltweit wie Pilze aus dem Boden. Was sie von den Standard-Gewächshäuser, die wir gewohnt sind, unterscheidet, ist ihre Funktionsweise. Saisonunabhängig Erdbeeren, Tomaten, Bohnen und Co. zu züchten, ist langweilig geworden; die neuen Konzepte sind innovativ, inspirierend und äußerst kreativ.

Heute möchte ich Euch drei innovative Gewächshaus-Konzepte präsentieren, als wichtiger Reminder dafür, dass es sich lohnt anders zu denken.

1. Ein Studentenwohnheim im Gewächshaus

Ein wandelndes Wohnbiotop in den 20 Studenten hausieren, ist schon etwas Außergewöhnliches. Das ESA Selbstbau-Projekt (Energiesparende Studentenwohnheim-Architektur) entstand in den 80er Jahren mit Hilfe von Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitern der TU Kaiserslautern sowie entsprechenden Handwerkern.

Das energieeffiziente Gebäude, das nach dem Haus-in-Haus-Prinzip gebaut wurde, befindet sich auf dem Campus der Uni, am Rande des Pfälzer Waldes. Die Einrichtung besteht aus:

  • 20 Wohneinheiten mit Zimmern und Gärten oder Terrassen
  • einer großen Gemeinschaftsküche
  • Gemeinschaftsräume
  • Bäder
  • Kellerräume

Die Hülle des Hauses besteht aus Folie und Glas.

Das Biotop erscheint wie ein Paradies aus Kletterpflanzen, heimischen Obst- und Gemüsesorten. Auch Exoten wie Kiwis und Feigen reifen in dem mit den Jahreszeiten wandelnden Gewächshaus.

Ich überlasse am besten den Studenten, die derzeit dort wohnen, Euch auf eine Besichtigungstour mitzunehmen:

Quelle: SWR Room Tour, YouTube

2. Walipini-Gewächshäuser eignen sich auch für den Westen

Das unterirdische Gewächshaus, das in den 90er Jahren von Freiwilligen in La Paz, Bolivien gebaut wurde, fasziniert seither die Menschen auf der ganzen Welt.

Die Idee bitterkalte Nächte und gar Jahreszeiten zu überwinden und dabei die Vegetationsperiode von Pflanzen zu verlängern, spricht immer mehr Seelen an. Dieses Grubengewächshaus in Ländern wie z.B. Norwegen, Schweden oder Kanada nachzubauen und über die dunklen Wintermonate von frischem Obst und Gemüse zu profitieren, ist sicherlich etwas wundervolles.

Walipinis sind grundsätzlich, wenn richtig gebaut:

  • warm aufgrund der Erdisolierung ==> Übrigens: Walipini bedeutet „Ort der Wärme“
  • gemütlich und
  • hell (Sonnenlicht dringt durch Plastikfolien oder Glas durch).
  • Hinzu kommt, dass diese sehr effizient sind.

Für detaillierte Informationen über Walipinis empfehle ich Euch meinen Beitrag mit dem gleichnamigen Titel.

Walipini: Grubengewächshäuser erobern die ganze Welt

3. Permakultur im geodätischem Kuppel-Gewächshaus

Von der Großstadt direkt in die sogenannte „Ecobubble – für manche ein Alptraum, für andere wiederum die absolute Traumwelt. „Goodbye Keyboard-Jobs!“ Das sagte sich ein kanadisches Paar als es aus Toronto wegzog und sich für ein Leben auf dem Land entschieden hat.

Inmitten des Grundstücks erstreckt sich heuer ein kleines Paradies, nämlich ein geodätisches Kuppelgewächshaus. Bei dem nördlichen Klima das ganze Jahr über frisches Gemüse und Obst zu haben, ist sicherlich eine Herausforderung. Doch die beiden meistern diese hervorragend.

Sie nutzen dabei die Permakultur– und Hügelkulturmethoden, um in den Gärten Lebensmittel anzubauen. Sie verwenden dabei keine Pestizide oder Herbizide. Die Mikrofarm produziert frische Lebensmittel für den Eigenbedarf, für die Nachbarn und auch für einen kleinen Verkaufsstand, an dem sie ihre Produkte zum Verkauf anbieten.

Quelle: Exploring Alternatives, YouTube

Lust auf so ein Kuppelgewächshaus?

Der Geodom Rechner hat sich als recht hilfreich bei der Planung von Geodomen bzw. geodätischen Gewächshäusern erwiesen. Hier geht’s zum Dome Calculator.

Kreativität ohne Grenzen

In jedem von uns schlummern jede Menge kreative Schätze und Ideen, leider setzen die Wenigsten diese in Realität um. Dabei wären wir als Gesellschaft und Spezies so viel weiter, wenn sich mehr Menschen trauen und ihre tollen Visionen umsetzen würden.

Wem die oben aufgeführten Ideen immer noch zu „Mainstream“-mässig klingen, kann selbstverständlich sein gesamtes Haus mit einem Gewächshaus umhüllen. Klingt verrückt und nicht realisierbar?

Mag verrückt klingen, aber ein schwedisches Paar hat auch dies bereits umgesetzt. (Lese hierzu meinen „Häusle bauen“ Beitrag)

Der Öko-Trend der die ganze Welt erobert hat, wird in den kommenden Jahren eine Vielfalt von jetzt wohl noch „merkwürdigen“ Konzepten und Projekten ans Tageslicht bringen. Es hängt einzig und alleine von uns ab, wie offen wir innovative Ideen annehmen und so vielleicht auch neue Ansätze für aktuelle Herausforderungen umzusetzen.

Könntet Ihr Euch vorstellen ein Gewächshaus rundum Euer Haus zu bauen bzw. in ein fertig gebautes einzuziehen?

Bildquelle: Foto von Dominika Gregusova auf Pexels

2022-08 Haeusle aus 3D Hanfbeton oder im Gewaechshaus

Häusle bauen aus 3D, Hanfbeton oder im Gewächshaus

Während die Preise für Holz, Eisen und Co., die für den Bau eines konventionellen Hauses benötigt werden, explodieren, lassen sich kreative Seelen gerne etwas Neues einfallen. Die einen greifen zu Öko-Baumaterialien, wie z.B. Hanfbeton, andere spannen den Innovationsbogen und schaffen sich binnen weniger Tagen ein gedrucktes 3D-Haus an und die nächsten bauen ein Gewächshaus rund um ihr bestehendes Haus.

Beton hat ausgedient – zumindest bei diejenigen, die nach umweltfreundlichen, nachhaltigen und ökologischen Baustoffen suchen. Während Holz für diese Zielgruppe oft bevorzugt wird, ist man aufgrund der Preislage gezwungen, nach weiteren natürlichen Alternativen, wie z.B. Lehm, Stroh, Bambus oder Hanf, Ausschau zu halten.

Lust auf ein Häusle aus Hanfbeton?

Das man mit Hanfbeton tolle Häuser bauen kann, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Man muss also nicht in eine Hippiesiedlung ziehen, um die Vorzüge eines Hauses aus Hanffasern zu geniessen.

Was spricht denn für Hanfbeton?

Bevor ich auf die Vorteile dieser schnell wachsenden Ressource eingehe, ein paar Worte zur Komposition. Die betonartigen Formen entstehen durch die Bindung von Hanffasern mit Kalk. Das dadurch erzielte Material ist stark, stabil und sehr leicht. Was diese tollen Eigenschaften für den Transport und die Logistik repräsentieren, kann sich jeder vorstellen.

Nun zu den Top Vorteilen von Hanfbeton:

  • Natürlich: Hanfbeton ist ein natürliches, umweltfreundliches und nachhaltiges Baumaterial. Dies trägt dazu bei, dass man ein atmungsaktives Raumklima erzielt.
  • Dämmung: Das Baumaterial kann sowohl zur Konstruktion als auch zur Dämmung verwendet werden.
  • Resistenz: Ist sehr resistent gegen Feuer, Insekten und Fäulnis.
  • Transport: Sehr leicht zu transportieren.
  • Konstruktion: Ein Haus aus Hanfbeton lässt sich schneller bauen.

Wenn Ihr tiefer in diese Materie einsteigen wollt, empfehle ich Euch meinen Beitrag

Öko-Haus: Der Einsatz von Hanf im Bausektor

Ein Haus aus dem 3D-Drucker. Sind wir schon so weit?

Wenn man zum ersten Mal darüber liest, glaubt man seinen eigenen Augen nicht. Klar, hat der eine oder andere sowas schon in Filmen gesehen, aber dass es bereits Realität ist, darüber wundern sich viele.

Warum nur menschliche Organe mit Hilfe eines 3D-Druckers herstellen, wenn man ein ganzes Häusle damit bauen kann?

Klingt skurril und unglaubwürdig?

Wir bleiben in Deutschland und blicken auf die westfälische Stadt Beckum. Dort ist nämlich das erste Haus aus dem 3D-Drucker fertig gestellt worden, so die Fachhochschule Münster.

Zur Bauweise:

  • Für das 160 qm große Gebäude benötigte der 3D-Drucker 100 Stunden Druckzeit. Jeweils 50 Stunden pro Geschoss. Dabei hat man nach Angaben der Projektleiter nur mit halber Geschwindigkeit gearbeitet, d.h. der Gesamtbau wäre in 50 Stunden möglich gewesen. Im Vergleich dazu: Der Bau eines Einfamilienhauses dauert mehrere Monate.

Der Drucker funktioniert wie folgt:

  • Der Drucker trägt das Baumaterial Schicht für Schicht übereinander.
  • Pro 15 Minuten schafft der Drucker eine Runde bestehend aus 2 cm Beton bzw. schnell trocknendem Zementmörtel. Die Konstruktion sieht am Ende wellenartig aus.
  • Der Drucker kann mittlerweile auch das gesamte Haus verputzen.
  • Der Vorgang wurde von 3 Handwerkern und dem Architekten begleitet.
  • Dort wo Steckdosen, Leitungen und Fenster geplant waren, ließ der Drucker eine Schicht aus. Diese Aufgaben wurden dann durch weitere Handwerker zu Ende geführt.
Quelle: MENSE-KORTE, ingenieure+architekten, YouTube

Wer Lust hat, sich das 3D-Haus virtuell anzuschauen, dem empfehle ich den 360 Rundgang auf der Webseite von Mense-Korte.

Wie wär’s mit einem Gewächshaus rund ums eigene Haus?

Während das Haus aus dem 3D-Drucker noch sehr futuristisch ist, wird die nächste Idee den einen oder anderen dazu animieren, es eventuell nachzuahmen.

Eine Familie in Schweden hat sich ein Gewächshaus rund um ihr eigenes Haus gebaut. Statt dem nordischen Winter den Rücken zu kehren, haben sich die Eltern dafür entschlossen, ihr Zuhause mit einem Gewächshaus zu umhüllen.

Zur Bauweise:

  • Die Konstruktion besteht aus 4mm dicken Scheiben aus Sicherheitsglas.
  • Das Sonnenlicht heizt das Haus tagsüber auf und in der Nacht kommt der Restwärmespeicher zum Einsatz.
  • Hinzu kommt, dass die Familie jetzt ganzjährig Früchte und Gemüse rund ums Haus bzw. innerhalb des Gewächshauses anpflanzen und ernten kann.
  • Die Pflanzen werden nicht nur als Deko und Verzierelement verwendet, sondern sie sind zudem dazu da, die Luft zu reinigen und Giftstoffe zu entfernen.
  • Das Haus verfügt über ein kleines Ökosystem: Regenwasser wird in einer speziell dafür gebauten Vorrichtung gesammelt. Es gibt ein Abwassersystem und einen Komposter für den Garten.

So sieht das „Grüne Haus“ aus, das dem Stockholmer Wetter und insbesondere dem schwedischen Winter die Stirn bietet:

Quelle: Kirsten Dirksen, YouTube

Konventionelles war gestern

Wenn wir einen Blick auf die vielen tollen Konstruktionen alter Zivilisationen werfen, dann merken wir, dass unsere heutigen sogenannten innovativen Bauweisen gar nicht so neuartig und revolutionär sind.

Hauptsache wir benutzen die Technologien, um etwas Positives zu kreieren. Wenn sich sowohl der Körper als auch die Seele wohl fühlen, dann haben wir alles richtig gemacht.

Egal ob mit Glas umgeben, aus Hanfbeton oder mit Hilfe eines 3D-Druckers erstellt, ein glückliches Zuhause spricht Bänder.

Bildquelle: Foto von Vaidaz auf Pixabay

Laborfleisch aus dem Weltall

Laborfleisch jetzt auch im Weltall erhältlich

Das was viele auf dem Planeten Erde immer noch für unmöglich halten, ist uns nun im Weltall gelungen. Eine israelische Firma hat auf der internationalen Weltraumstation ISS zum ersten Mal Laborfleisch hergestellt. Die Astronauten können zu ihren beliebten Pommes bald auch ein selbstgezüchtetes Rindersteak verzehren. Ein 3D-Drucker macht es möglich.

Ich staunte nicht schlecht als ich vor ein paar Tagen auf einen Artikel der amerikanischen Zeitschrift Business Insider stoss, wo genau darüber berichtet wurde. Da ich schon öfters über das Thema Fleisch aus dem Reagenzglas hier auf Agrarbetrieb berichtet habe, wusste ich, dass ich diese Neuigkeit unbedingt mit Euch teilen möchte.

Die Zweifel, dass sich sowas wie Laborfleisch hier bei uns auf der Erde durchsetzt sind gross. Jetzt kommt aber sowas. Klar werden Tech-Innovationen im Weltall anders aufgenommen als hier „unten“. Immerhin sind das unsere Pioniere, die es ins Ungewisse wagen. Da ist die Akzeptanz selbstverstädnlich grösser als beim Otto Normalbürger.

Was genau haben die Wissenschaftler gezüchtet und wie sind sie dabei vorgegangen?

Der israelische Food Technology Startup Aleph Farms hat Muskelgewebszellen von Rindern entnommen und diese mit auf die Raumstation ISS gebracht. Mit Hilfe eines 3D-Biodruckers wurden die Zellen vermehrt und zu kleinem Muskelgewebe gezüchtet. Die Methode beruht auf der Nachahmung eines natürlichen Prozesses der Muskelregeneration im Körper einer Kuh.

Das Experiment fand am 26. September unter kontrollierten Mikrogravitationsbedingungen in der russischen Einheit der Raumstation statt. Bereits im Dezember 2018 hatte Aleph Farms bekannt gegeben, binnen zwei Wochen einen „Streifen“ als Steak-Prototyp aus Zellen im Labor gezüchtet zu haben. Dies deutet darauf hin, dass Fleisch in allen rauen Umgebungen angebaut werden kann. Diese vielversprechende Technik könnte bald die Menschen auf der Raumstation mit Fleisch versorgen.

Quelle: Aleph Farms, YouTube

Keine Zukunft ohne Laborfleisch

Clean Meat, Kunstfleisch, Laborfleisch oder Fleisch aus dem Reagenzglas… mit dem ganzen Klimadebakel und den weltweiten Demonstrationen dürfte es keinen mehr wundern, dass die Forscher in diesem Bereich mächtig aufs Gaspedal drücken. Die Profitsituationen hat bis dato keiner so richtig durchleuchtet, deshalb bleiben wir erstmals bei dem was wir wissen.

Fleisch züchten, ohne dabei die Umwelt zu belasten.

Fleisch züchten, ohne Massentierhaltung und Tierquälerei.

Fleisch züchten für eine stetig steigende Weltbevölkerung, ohne dabei auf die bestehende Ressourcen zurückzugreifen.

Das klingt für viele Parteien wie Musik in den Ohren. Ob Laborfleisch ethisch OK ist oder nicht, interessiert keinen. Hauptsache die Wissenschaftler kriegen auch den Geschmack so hin wie beim echten Fleisch. Spätestens wenn der Konsument den Unterschied zwischen Steak aus Kunstfleisch vs. echtem Fleisch nicht mehr erkennt, dann ist der Ekel-Faktor auch kein Problem mehr.

Zurück zum Experiment aus dem Weltall:

Es ist nicht das erste Mal, dass „frische“ Nahrung an Bord einer Weltraumstation entsteht. Vor rund vier Jahren hatten Weltraumfahrer einen Romasalat gezüchtet. Das war kein Einzelfall. Zwar wurde Salat und Grünzeug nicht 399 km von der Erde entfernt gezüchtet, dafür aber in der Antarktis auf der Eden ISS.

In einem speziellen Gewächshaus des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurden auf einer Anbaufläche von 13 qm zum ersten Mal Salat, Gurken, Tomaten, Kohlrabi, Radieschen und verschiedene Gewürze geerntet. Das was in einem Antarktis-Gewächshaus unter solchen Extrembedingungen möglich ist, dürfte es auch auf dem Mond und auf Mars möglich sein.

Was spricht also dagegen, dass wir bald auch Fleisch auf Raumstationen züchten?

Die Wissenschaftler tüfteln weiter. Bald dürfte der Durchbruch geschafft sein.

Interessant fand ich auch folgende Aussage von Didier Touba, CEO von Aleph Farms:

„Im Weltraum stehen uns weder 10.000 noch 15.000 Liter Wasser zur Verfügung, um 1 kg Rindfleisch zu produzieren“. [Quelle: The Guardian]

Was spricht für Kunstfleisch?

Einerseits, die oben bereits aufgeführten Punkte u.z. Reduzierung der Treibhausgasemissionen, Schonung natürlicher Ressourcen, weniger Umweltbelastung, keine Massentierhaltung, keine Tierquälerei, weniger Probleme bei der Ernährung mit Fleisch einer wachsenden Erdbevölkerung.

Zweitens, eine Tatsache was oft nicht berücksichtigt wird, u.z. die Zeitersparnis sowohl bei der Herstellung als auch beim Zubereiten. Anders als echtes Fleisch, soll Laborfleisch binnen 2-3 Wochen produziert werden können. Hinzu kommt, dass Fleisch aus dem Reagenzglas schneller zubereitet werden kann; das Garen dauert nur ein paar Minuten, so Aleph Farms. Also ein „echtes“ Minutensteak.

Drittens, die Gewinne die daraus erzielt werden können. Wie profitabel dieses Business ist, darüber will sich derzeit noch keiner äußern. Der Fokus liegt auf den Durchbruch i.S. Herstellung. Die hohen Finanspritzen von namhaften Investoren wie Richard Branson oder Bill Gates und das Involvement großer Korporationen deuten auf eine klare Schlussfolgerung hin: wir haben es hier mit „big money und big profits“ zu tun.

Freut Ihr Euch schon auf Euer erstes Rindersteak aus Laborfleisch? So wie es aussieht rückt dieser besondere Tag immer näher.

Gemüse für den Weltall Antarktis-Gewächshaus

Gemüse für den Weltall: Antarktis-Gewächshaus Eden-ISS macht’s möglich

Wie kann die Landwirtschaft bei zukünftigen Mond- und Marsmissionen unterstützen? Die klimatischen Anforderungen sind anspruchsvoll. Können wir im Weltall bald Gemüse anbauen? Der Testlauf in dem Antarktis-Gewächshaus Eden-ISS liefert beeindruckende Ergebnisse.

Salat, Gurken, Tomaten, Radieschen, verschiedene Gewürze – sie alle wachsen nicht etwa hier bei uns auf deutschem Boden. Nein. Sie wachsen in der Antarktis, in einem speziellen Gewächshaus des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Es ist der ultimative Härtetest für das „erdische“ Gemüse. Das Klima ist unberechenbar und die Temperaturen von bis zu minus 45 Grad eine absolute Herausforderung für die Technik im Gewächshaus. Hinzu kommen die zahlreichen Systemausfälle und Stürme, die es der Mannschaft manchmal unmöglich machen die 400 Meter von der Forschungsstation Neumayer III bis zum Gewächshaus im Schnee zu gehen.

Ein prima Testszenario, denn im Weltall wird auch nicht alles glatt laufen.

So musste das Kontrollzentrum in Bremen für einige Tage die Steuerung der Systeme im Gewächshaus übernehmen. Das muss geübt werden, denn sollten wir in der nahen Zukunft ein derartiges Gewächshaus auf dem Mars oder einem anderen Planeten aufbauen, dann muss sichergestellt werden, dass die Systeme durchgehend funktionieren.

Lasst uns doch an dieser Stelle am besten „Live“ in das Antarktis-Gewächshaus schalten. Paul Zabel, Ingenieur beim DLR erklärt uns wie er das erste Gemüse #MadeInAntarctica züchtet.

Quelle: German Aerospace Center, DLR, YouTube

Die erste Ernte aus dem Antarktis-Gewächshaus

Auf einer Anbaufläche von 13 Quadratmetern gedeihte das Antarktis-Gemüseparadies.

Ohne Erde.

Ohne Tageslicht. Zum Einsatz kamen spezielle LED’s.

Ohne Pestizide.

Dafür wurden die Wurzeln mit einer entsprechenden Nährstofflösung versorgt und es gab einen geschlossenen Luft- und Wasserkreislauf.

Das Endergebnis überraschte das gesamte Team. Die Ernte fiel besser aus als erwartet.

  • 39 kg Salat
  • 35 kg Gurken
  • 17 kg Tomaten
  • 7 kg Kohlrabi
  • 4 kg Radieschen

Schwierigkeiten gab es mit Paprika und Erdbeeren. Sie waren beide „anspruchsvoller“ in der Pflege.

Die Kräuter und das Gemüse aus dem Antarktis-Gewächshaus bereichern den Speiseplan der 10 Mitglieder der Überwinterungscrew der Forschungsstation, die während des eisigen Polarwinters hier ausharren müssen.

So wie es aussieht, soll das Projekt noch bis Ende diesen Jahres laufen.

Quelle: DLR

Quelle: German Aerospace Center, DLR, YouTube

Wird es bald ein deutsches Gewächshaus auf dem Mars geben?

Die Erfahrungen die auf der Antarktis gewonnen werden spielen eine besonders wichtige Rolle bei zukünftige Missionen zu Mond und Mars. Die Tatsache, dass öfters Mal die Technik versagt und die jeweiligen Systeme ausfallen, helfen dem Team wichtige Erkentnisse zu sammeln und diese bei darauffolgenden Einsätzen zu verwerten.

Einerseits ist Eden-ISS ist ein Testlauf für künftige bemannte Weltraummissionen. Andererseits, können die vielen wertvollen Informationen und das gesammelte Know-how auch dafür verwendet werden, dass wir einen Lebensmittelanbau in Wüsten und ähnlichen lebensfeindlichen Regionen hier bei uns auf der Erde ermöglichen.

Tesla-Gründer Elon Musk will ab 2025 den Mars besiedeln

Bleiben wir doch beim Thema. Geht es wirklich bald auf Mars?

Wenn es nach Tesla-Gründer und Milliardär Elon Musk geht, dann schon. Mit seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX strebt er die Kolonialisierung des Roten Planeten an. Sollte die Erde nicht mehr bewohnbar sein, dann müssten Alternativen herhalten.

„Die Menschheit sollte eine multi-planetare Spezies werden.“ – Elon Musk

Übrigens, er ist nicht der Einzige der an eine Mars-Besiedlung glaubt und aktiv dafür etwas tut. Da wäre noch Richard Branson, der Gründer der Virgin-Gruppe und Jeff Bezos, der Gründer von Amazon. Sie sind das Power-Trio was viel Geld auf den Tisch legt bzw. in die Raumfahrtindustrie investiert, um die Mars-Kolonialisierung möglich zu machen.

Was soll der Spass kosten?

Aktuell liegen die Kosten bei rund 10 Mrd. US-Dollar pro Passagier. Und weil sich das nur recht wenige Erdbewohner erlauben können, strebt Musk eine dramatische Kostensenkung an.

Er ist davon überzeugt, dass ein Platz im Raumschiff für rund 140.000 USD PRO Passagier erzielbar ist.

Was spricht für Mars?

Mars hat Sonnenlicht und es gibt eine Atmosphäre. Die Tage sollen genauso lang sein wie auf der Erde und es soll möglich sein, Pflanzen zu züchten. [Hier kommen eventuell u.a. auch die Kenntnisse der deutschen Forscher vom Antarktis-Gewächshaus Eden-ISS ins Spiel.]

Bis jetzt kommt Elon Musk recht schwer mit seinem Projekt voran.

Der Weg ist stolperig und mit den Rückschlägen gilt es klar zu kommen. Letztes Jahr explodierte eine Rakete des Unternehmens beim Start auf der US-Weltraumstation Cape Canaveral in Florida. Zuvor hatte SpaceX eine Rakete verloren, die Nachschub bringen sollte.

Zum Vergleich: NASA, die bekannte US-Raumfahrtagentur rechnet mit einer bemannten Mars-Mission erst in den 2030er Jahren.

Quellen: SpaceX, CNBC

Seid Ihr bereit für den Planeten Mars? Wo könnte man die wertvollen Erkenntnisse des deutschen Teams vom Antarktis-Gewächshaus Eurer Meinung nach noch einsetzen?

Tomaten-Landwirtschaft-Wittenberg

Tomaten aus Wittenberg – nicht einfach nur Tomaten

Tomaten, eine Massenproduktion ohne Gesicht, oder? Die Geschichte des größten Gewächshauses in Deutschland zeigt, wie es auch anders geht.

Bei Tomaten denken die meisten sicherlich sofort an die Niederlanden mit ihren riesigen Anlagen, in denen Gemüse “rund um die Uhr” produziert wird.

Aber auch in Deutschland wird Gemüse in Gewächshäusern produziert. Zugegeben, wahrscheinlich nicht ganz vergleichbar. 

In Sachsen-Anhalt zeigt sich jedoch, wie es auch in Deutschland funktionieren kann. 

Hier in Wittenberg, befindet sich die größte, geschlossene Gewächshausanlage Deutschlands.

Das kühne Projekt zeigt, wie eine Idee erfolgreich umgesetzt werden kann und neue Wege in der deutschen Landwirtschaft gegangen werden können. 

Tomaten aus Wittenberg – Einzigartigkeit statt Masse

300 x 500 Meter misst die Anlage, die das erste Gewächshaus des kühnen Projekts gilt. Betreiber der Riesengewächshauses ist die Wittenberg Gemüse GmbH.

2013 wurden 600.000 Tomatenpflanzen wuchsen auf ca. 15 Hektar in bis zu 4 Metern Höhe.

Dies war nur die erste Bauphase des Projektes, dass zum größten Gewächshaus Deutschlands werden sollte. Geplant ist der Ausbau mit einer Anbaufläche von 45 Hektar.

Dann folgen auch Gurken und Paprika im Anbau. 

Aber Massenproduktion ohne Namen ist hier fehl am Platz. Das Projekt ist gut durchdacht und zeigt, wie ein erfolgreiches Business aufgebaut werden.

Von der Idee bis zum Bau der Anlage über der Vermarktung der Tomate, nichts wurde dem Zufall überlassen.

Deshalb lasst uns einfach auf die Faktoren schauen, die zum Erfolg dieses gigantischen Projekts geführt hat. 

(Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, Wittenberger Sonntag, Zeit Online, Leipziger Volkszeitung)

Spezialisiertes Wissen der Branche

Zunächst konnten drei Investoren mit viel Erfahrung im Gemüseanbau in Gewächshäusern gewonnen werden.

Ihr ahnt es, es wurden 3 niederländische Investoren begeistert.

Ein wirklich gut durchdachter Schritt. Die Investoren waren bereits auf der Suche, nach Möglichkeiten in Deutschland zu produzieren.

Um die Geschäftsidee in ein erfolgreiches Business zu verwandeln, wurde somit von Anfang an eine strategisch gut durchdachte Partnerschaft eingegangen.

Mit den notwendigen Finanzen und vor allem auch Know-How ausgestattet, konnte der Bau der Anlage beginnen.

Gezieltes und Strategisches Vorgehen bei der Umsetzung

Ein Projekt dieser Größenordnung sollte gut durchdacht sein. 

Aber dennoch lasst uns auf einige Aspekte schauen, die Euch zeigen, wie durchdacht der Bau der Anlage war. 

Das genau in Wittenberg Tomaten produziert werden, ist kein Zufall.

Als Standort wurde Wittenberg mit seinen optimalen Bedingungen gewählt, die Ideal für den Anbau der Tomate im großen Stil ist.

“Hier ist alles beisammen. Wärme, sauberes Kohlendioxid, eine riesige freie Fläche und die Lage zwischen mehreren großen Städten, so Helmut Rehhahn, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Management GmbH Magdeburg.

Er war als Projektmanager bei der Umsetzung der Idee zu einem erfolgreichen Business dabei.

Nicht nur bei den Investoren wurde auf strategische gute Partnerschaften geachtet. Die Anlage wurde in der Nähe der Kraftwerkriesen SKW Stickstoffwerke Piesteritz gebaut.

Bei der Produktion im Kraftwerk fallen Wärme und Stickstoff an. Über eine 500 Meter lange Pipeline gelangen beide zur Tomate und sorgen für deren gutes Wachstum.

Für beide Unternehmen eine Win-Win-Situation.

Auch wurden die örtlichen Entscheidungsträger, etwa die Stadt Wittenberg mit an Bord geholt.

Die Standortwahl richtete sich jedoch nicht nur noch den Produktionsvorgaben. Die Lage ist ebenso wichtig für die Distribution und Vermarktung.

Wie wir im nächsten Punkt sehen werden, es lag auch hierfür ein solides Konzept zugrunde. 

Stellt sich noch die Frage, warum es ausgerechnet Tomaten geworden ist. 

Sie wurden ausgewählt, weil die Tomatewächst gut und erzielt relative hohe Preise”, so Rehhahn.

Eine Produkterweiterung, etwa der Anbau von Paprika, war von Beginn an nicht ausgeschlossen. Aber zunächst wurde gezielt die Tomate produziert.

Ein Schritt nach dem anderen. Jeder sehr gut durchdacht und mit den vor- und nachgelagerten Prozessen abgestimmt. 

Nicht einfach nur Tomaten – Eine clevere Vermarktung

Wie hebt sich ein Gewächshaus in Deutschland von der Konkurrenz aus den Niederlanden ab?

In dem es sich eine sogenannte Unique Selling Proposition schafft, abgekürzt ein sogenannter USP.

Das habt Ihr bestimmt schon mal gehört, auf was heißt es eigentlich?

Auf gut Deutsch heißt es Alleinstellungsmerkmal. Das sind so die Begrifflichkeiten, aber aussagen tun sie nicht viel, oder?

Deshalb einfach gesprochen, ein USP drückt aus, wofür Eure Landwirtschaft steht.

Ein Unternehmen kann nicht Alles für Alle sein. Es wird klang- und sanglos im großen Ozean der Konkurrenz untergehen.

Erfolgreiche Unternehmen wissen wofür sie stehen und für wenn genau sie da sind.

Unique – das heißt einzigartig.

Und davon verstehen die Wittenberger etwas. Sie produzieren nicht eine Tomate.

Sie produzieren die Luther-Tomate.

Der USP der Wittenberger Gemüse GmbH sagt alles aus: “Die Luther Tomate – Tomaten mit Geschmack”.

Den Namen “Luther-Tomate” haben sich die Wittenberger auch schützen lassen.

Regionalität und Geschmack

Gemüse aus Wittenberg, von der Region, für die Region.

Die Tomate ist stark mit der Region verbunden. Heimische, regional produzierte Produkte sind für Käufer in Deutschland ein wichtiges Merkmal.

Etwas, was eine niederländische Tomate nicht bieten.

Die Wittenberger legen Wert auf die Anbindung an die Region und auch auf eine nachhaltige Produktion.

Angebaut wird in Töpfen mit Kokosfasern. Diese sind leicht kompostierbar.

Die hauseigenen Hummeln sorgen für eine optimale Bestäubung, d.h. der Anbau erfolgt ohne Pflanzenschutzmittel.

Das Unternehmen schafft Arbeitsplätze in der Region und arbeitet mit Unternehmen der Region zusammen.

Im USP ist jedoch noch ein zweiter Punkt herausgestellt: der Geschmack.

Frisches Gemüse, reif geerntet und mit viel Geschmack, wenn es verkauft wird, weil es muss nicht erst lange Transportwege hinter sich legen.

Das Konzept ist tatsächlich einzigartig in Deutschland: im Werksverkauf kann sich jeder seine Tomate direkt abholen. Dort wo produziert wird, wird verkauft.

Dort wo angebaut wird, wird auch der Versand abgefertigt. So kann auch individuell verpackt werden, ganz nach Kundenwunsch.

„Die Luther-Tomate – Tomaten mit Geschmack“ – ein wirklich starker USP, der heraussticht und sagt, wofür das Unternehmen steht. 

Wie steht es eigentlich um Euren USP? Was macht Eure Landwirtschaft so einzigartig? Wofür steht Ihr?

Übrigens, der Werksverkauf der Wittenberger Gemüse GmbH ist noch bis zum 17. November geöffnet.

Dann endet für dieses Jahr die Saison der Luther-Tomate.

Geht nochmal die Punkte diese Erfolgsgeschichte durch. Das größte geschlossene Gewächshaus Deutschlands ist mit Sicherheit kein kleines Projekt.

Es war auch nur eine Idee, die vor einigen Jahren im Kopf von jemanden entstanden ist, der den Mut hatte, dieser Idee nachzugehen.

Die Umsetzung erfolgte nicht durch diese einzelne Person. Es war nicht notwendig, dass sie das notwendige Wissen hatte oder die finanziellen Ressourcen. 

Ihr seht, es lassen sich Wege finden, egal wie groß das Projekt.

Sicherlich habt Ihr auch noch die eine oder andere Idee für Eure Landwirtschaft. Wie könntet Ihr diese Idee umsetzen?