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Chlorophyll - Lust auf grünes Blut

Chlorophyll – Lust auf grünes Blut?

Der Hype um das grüne Pflanzenblut Chlorophyll nimmt kein Ende. Während die einen das winzige Salatblättchen sofort aus ihrem Burger schmeissen, haben andere oft durch Leid und Not getrieben, gelernt, die ursprüngliche Pflanzenkost zu schätzen. Man muss ja nicht sofort zum Vegetarier oder Veganer „mutieren“, um gesund zu sein, aber die grüne Pflanzenenergie sollte eine ordentliche Portion Respekt erhalten.

Was ist Chlorophyll?

Chlorophyll ist ein Pflanzenstoff. Es handelt sich hierbei um einen natürlichen grünen Farbstoff, der Pflanzen und Algen grün färbt.

Für die Pflanzenwelt ist Chlorophyll überlebensnotwendig. Ohne Chlorophyll gibt es keine Photosynthese, kein Wachstum, keine Blätter, Blüten und Früchte. Die Rolle des Chlorophylls besteht darin, Sonnenlicht aufzunehmen und diese Lichtenergie innerhalb der Pflanze weiter zu leiten.

Warum ist es für uns Menschen lebenswichtig?

Mehr als 40.000 veröffentlichte Studien auf PubMed bestätigen die positive Wirkung von Chlorophyll u.a. auch für die menschliche Gesundheit:

  • Es unterstützt bei der Entgiftung von Schimmelpilzen (Aflatoxine) und Schwermetallen (z.B. Cadmium) die zu Krebs führen können.
  • Es schützt die Leber und den Darm nicht zuletzt auch aufgrund seiner Entgiftungsfunktion.
  • Wirkt krebsfeindlich, insbesondere bei Leberkrebs – siehe Studie auf PubMed
  • Aufgrund seiner entzündungshemmender Wirkung wird es oft bei chronisch entzündlichen Krankheiten eingesetzt.
  • Es unterstützt die Wundheilung.
  • Hilft bei Hautproblemen und Akne.
  • Wirkt antiviral (z.B. bei Enteroviren) – siehe entsprechende Studie auf PubMed
  • Absorbiert schlechte Körper-, Urin- und Stuhlgerüche.
  • Unterstützt die Blutbildung – siehe hierzu die in 1936 veröffentlichte Studie von A. Patek in JAMA International Medicine auf Semantic Scholar

Weiter geht’s mit einem kurzen Pep Talk über das grüne Blut vom renommierten Prof. Dr. med. Jörg Spitz, Gründer der „Akademie für menschliche Medizin“.

Quelle: Akademie für menschliche Medizin, YouTube

Welche Lebensmitteln enthalten Chlorophyll?

Grünes, rohes Gemüse in Form von z.B. Salat, Kaltsuppen oder grünen Smoothies liefert das meiste Chlorophyll. Generell gilt, je dunkelgrüner das Lebensmittel ist, umso mehr Chlorophyll enthält es.

  • Tiefgrünes / grünes Gemüse: Spinat, Staudensellerie, Brokkoli, Grünkohl, Grüne Bohnen, Eisbergsalat, Rosenkohl
  • Kräuter: Petersilie, Dill, Schnittlauch, Basilikum, Kresse, Brennessel
  • Wildgemüse / Wildkräuter: Löwenzahn, Wegerich, Sauerampfer
  • Gräser: Gerstengras, Weizengras
  • Algen: Spirulina, Cholerlla (Achtung auf Schwermetalle!)

Keine Lust auf ein grünes Salat aus den oben aufgeführten Zutaten? Kein Problem; eine leckere Kaltsuppe (Gazpacho) oder ein grüner Smoothie mit ein bisschen Avocado und Limette verfeinert, liefert auch das nötige Chlorophyll-Power für den Tag.

GUT ZU WISSEN

Chlorophyll (sowohl die natürliche als auch die synthetische Variante) sind nicht hitzebeständig! Rohes, grünes Tiefkühlgemüse ist OK weil Chlorophyll das Einfrieren nahezu schadlos übersteht. Beim Pulver sollte darauf geachtet werden, dass dieser gefriergetrocknet, also ohne Hitzeeinwirkung hergestellt wurde (am besten beim Hersteller nachfragen).

Wem die ganze Gemüse-Schlepperei aus dem Supermarkt inklusive Zubereitung zu viel des Guten ist, kann selbstverständlich auch auf hochwertige Chlorophyll-Präparate in Pulver-, Tabletten-, Dragees- oder Tropfenform zurückgreifen.

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Grünes Blut für mehr Vitalität, Energie und Power

Fakt ist, wir brauchen Pflanzen und Sonnenlicht um zu überleben. Die Entscheidung ob sich jemand zu 100% aus Pflanzen ernähren möchte, seinen Ernährungsplan schwerpunktmässig auf Gemüse und Co. basiert oder lieber auf Fleisch setzt, ist jedem überlassen.

Eins muss ich jedoch gestehen: Jedes mal wenn ich einem sich gesund ernährenden Vegetarier begegne (dessen Menü nicht aus Chips, Cola und Gummibärchen besteht), der zusätzlich auch noch an der Steigerung seiner mentalen Fähigkeiten arbeitet, bin ich positiv von seinem Energielevel überrascht. Die Combo ist unschlagbar und das Grünzeug in seinem Ernährungsplan ist sicherlich ein großer Hebel für die Vitalität.

Wenn sowohl die alten Griechen als auch die Samurai-Krieger Chlorophyll zu deren sogenannten Lifehacks zählten, dann wäre es fatal wenn wir heute die positiven Eigenschaften dieser grünen Pflanzenenergie ignorieren würden.

Bildquelle: Foto von marijana1 auf Pixabay

Grünkohl - ein heimischer Superfood der Extraklasse

Grünkohl – ein heimischer Superfood der Extraklasse

Kinder sind nicht seine großen Fans dafür ist dieser heimische Superfood umso beliebter bei den Erwachsenen. Grünkohl ist ein typisches Wintergemüse das zu Festtagen gerne seinen Platz neben Salzkartoffeln und einem leckeren Braten auf dem Teller einnimmt. Dieses Power-Gemüse ist reich an Beta-Carotin, Vitamin C, E und K, was ihn zu einem ausgezeichneten Bestandteil vieler Green Smoothie-Rezepte macht. Während in Bremen und Oldenburg spezielle Veranstaltungen organisiert werden, um dieses sonderbare Gemüse zu ehren, gilt sie bei den Kollegen aus Süddeutschland, Österreich und der Schweiz eher als Unbekannte.

Grünkohl bekannt auch als Krauskohl oder Braunkohl gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse und ist eine Zuchtform des Gemüsekohls (Brassica oleracea).

Das Gemüse ist weltweit verbreitet, wurde jedoch von den Europäern auf den amerikanischen Kontinent eingeführt. Die Bekanntheit des Grünkohls in Down Under verdanken die Australier den Briten. Im englischsprachigen Raum ist Grünkohl unter dem Begriff „kale“ bekannt.

Viele Menschen schrecken vor seinem bitteren Geschmack zurück, dabei gibt es Grünkohlsorten wie z.B. die italienische Variante, die einen geringen Anteil an Bitterstoffe enthält. Jeder der im Leben mit der Bauchspeicheldrüse bzw. seinem Darm mal kämpfen musste, weiss um die gesundheitsfördernde Wirkung bitterer Gemüsesorten, Kräuter und Tees wie z.B. dem Wermut-Tee.

Aufgrund seiner besonderen Inhaltsstoffe die u.a. den Cholesterinspiegel senken bzw. den Krebs hemmen, gilt Grünkohl als der Superstar unter den Kohlsorten. Die Tatsache, dass es derzeit mehr als 21.000 medizinische Studien über Grünkohl gibt (siehe hierzu PubMed), stellt die außergewöhnliche Power dieses Superfoods eindeutig unter Beweis.

Quelle: Dr. Petra Bracht, YouTube

Was macht Grünkohl so gesund?

Bevor wir auf die Wirkungen eingehen, vorerst noch ein paar außergewöhnliche Infos zu Grünkohl:

=> Das Gemüse beinhaltet mehr Vitamin C als Zitronen, nämlich 100 –150 mg Vitamin C pro 100 g rohem Grünkohl.

=> Kult um Grünkohl: Der Norden unseres Landes verehrt diesen Kohl. Im niedersächsischen Oldenburg werden Kohlfahrten organisiert und es wird sogar ein Kohlkönig ernannt. Das Ganze geht soweit, dass jedes Jahr ein prominenter Politiker zum Kohlkönig gewählt wird. Die einzige Verpflichtung besteht darin, dass sie einmal während ihrer Regentschaft die Stadt Oldenburg besucht haben müssen. Zu den bekanntesten Polit-Kohlkönige bzw. -königinnen zählen Angela Merkel, Gerhard Schröder, Helmut Kohl und Christian Wulff.

=> Kurioses: Die „Kohltourhauptstadt“ Oldenburg beherbergt die weltweit einzige Grünkohl-Akademie. Eine „kohlossale“ Marketingidee, die mehr Touristen in die Region anziehen soll. Lust auf Kohltourgeschichte? Hier geht’s zu den Online-Tutorials.

Zu den gesundheitsfördernden Wirkungen dieses heimischen Superfoods zählen u.a.:

  • Kalorienarm und nährstoffreich: Grünkohl ist die Kohlsorte mit dem höchsten Eiweiß- und Kohlenhydratgehalt. Das Gemüse ist reich an Kalium Calcium, Magnesium und Eisen. Es ist reich an Vitamin A (Beta-Carotin), C, E und K (wichtig für eine funktionierende Blutgerinnung). Des weiteren enthält ein Gramm Grünkohl rund 130 mg Alpha-Linolensäure (ALA), eine pflanzliche Omega-3-Fettsäure mit vielen positiven gesundheitlichen Auswirkungen wie z.B. es beugt Herzkrankheiten vor, indem es die Fließeigenschaft des Blutes verbessert.
  • Antioxidant: Die nährstoffreichen Blätter des Grünkohls sind reich an Antioxidantien wie z.B. Vitamin C, Beta-Carotin, Polyphenole und Flavonoide. Dem Flavonoid-Duo Kämpferol und Quercetin wird eine antientzündliche, antimikrobielle und herzschützende Wirkung zugesprochen. Um die Zellen vor Alterung und Schäden durch freie Radikale sowie Krebs zu schützen, sollten die Kohlblätter am besten roh oder nur kurz blanchiert, verzehrt werden.
  • Immunsystemstärkend
  • Reguliert den Cholesterinspiegel: Studien belegen, dass regelmässiges Trinken von Grünkohlsaft den Cholesterinspiegel im Blut senkt. (Studie unten aufgeführt)
  • Beugt Krebs vor: Genauso wie Brokkoli, Rosenkohl und Blumenkohl beinhaltet auch Grünkohl Sulforaphan, welches sich positiv auf das Wachstum von Krebszellen auswirken kann. Wichtig zu erwähnen an dieser Stelle sind auch die Erkenntnisse zweier deutscher Arbeitsteams unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Albach (Oldenburger Biologe) und Prof. Dr. Nikolai Kuhnert (Bremer Chemiker), die eine erstaunliche Entdeckung gemacht haben, nämlich dass „manche Grünkohlarten zehnmal mehr krebsvorbeugende Substanzen enthalten als Brokkoli“. Sie verdanken dies sogenannter Senfölglycoside (auch Glucosinolate): es handelt sich hierbei um schwefel- und stickstoffhaltige chemische Verbindungen, die den Grünkohl vor Raupen und Co. fernhalten, jedoch bei uns Menschen nachweislich chemopräventiv wirken. (Quelle: Universität Oldenburg)

Wissenschaftliche Studien zur Wirkung von Grünkohl

  • Kim S.Y., Yoon S, Kwon S.M, Park K.S, Lee-Kim Y.C.: „Kale Juice Improves Coronary Artery Disease Risk Factors in Hypercholesterolemic Men“, Biomedical and Environmental Sciences, Volume 21, Issue 2, February 2008, Pages 91-97. Zu lesen auf ScienceDirect.
  • Šamec D, Urlić B, Salopek-Sondi B.: „Kale (Brassica oleracea var. acephala) as a superfood: Review of the scientific evidence behind the statement“, Crit Rev Food Sci Nutr. 2019;59(15):2411-2422. Epub 2018 Apr 24. Zu lesen auf PubMed.
  • Sikora E, Bodziarczyk I.: „Composition and antioxidant activity of kale (Brassica oleracea L. var. acephala) raw and cooked“, Acta Sci Pol Technol Aliment. 2012 Jul-Sep;11(3):239-48. PMID: 22744944. Zu lesen auf PubMed.
  • Lenzi M, Fimognari C, Hrelia P.: „Sulforaphane as a Promising Molecule for Fighting Cancer“, Advances in Nutrition and Cancer, October 2013, pp 207-223 via Springer.
  • Abbaoui B, Lucas CR, Riedl KM, Clinton SK, Mortazavi A.: „Cruciferous Vegetables, Isothiocyanates, and Bladder Cancer Prevention“, Mol Nutr Food Res. 2018 Sep;62(18). Epub 2018 Aug 29. PMID: 30079608. Zu lesen auf PubMed.
  • 21.000+ medizinische Studien zum Begriff „Kale“ auf PubMed.

Esst Euer Gemüse auf!

Dass Grünkohl nicht jedermanns Sache ist, durfte es keinen verwundern. Während die Kollegen im Norden das Gericht traditionell mit Salzkartoffeln, Kassler oder der regionalen Spezialität Pinkel verzehren, substituieren wir hier im Süden dieses „Grünzeug“ mit Sauerkraut.

Diejenigen die es nicht so deftig mögen bzw. gerne auf Fleisch verzichten, haben die Möglichkeit Grünkohl als Salatvariante bzw. Smoothie zu geniessen. Ein ganz leckerer Salat ergibt sich, wenn man eine Birne dazu schneidet und das ganze mit ein bisschen Salz, Zitronensaft und Olivenöl verfeinert.

Für die Knabber-Fans unter uns, bieten Grünkohl-Chips eine gesunde Alternative. Diese lassen sich mit einer Handvoll Nüssen hervorragend ergänzen.

Wie lautet Euer Lieblingsgericht aus Grünkohl?

Bildquelle: Oldiefan / Pixabay.com

Landwirtschaft-Gruenkohl-Direktvermarktung

Grünkohl – ein Beispiel für moderne Landwirtschaft

Von Branchenfremden wird Landwirtschaft gerne als hinterwäldlerisch dargestellt. Dabei ist gerade in der Landwirtschaft komplexes und innovatives Denken das A und O. 

Und wie komplex und ausgefeilt die Prozesse sind, lässt sich derzeit gut veranschaulichen.

Es ist wieder soweit. Ob Liebhafter deftiger Mahlzeiten oder Genießer von grünen Smoothies, über frischen Grünkohl darf sich wieder jeder freuen.

Die Ernte hat begonnen und wird bis Mitte Februar anhalten. Auch wenn der Sommer sehr trocken war, die Landwirte dürfen sich auf eine sehr gute Ernte freuen.

Für den Verbraucher ist es eine Selbstverständlichkeit, zu dieser Jahreszeit frischen Gründkohl im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt vorzufinden.

Wieviel letztendlich hinter dem Grünkohl steckt, darüber wird sich wahrscheinlich kaum ein Käufer Gedanken machen.

Grünkohl – ein Beispiel für moderne Landwirtschaft

Grünkohl sollte so frisch wie möglich vermarktet werden. Es ist deshalb wohl nicht verwunderlich, dass Grünkohl insbesondere über die Direktvermarktung seinen Weg zum Endverbraucher findet.

Die Frische kann am besten von Hofläden und Bauernmärkten angeboten werden. Aber Verbraucher sind es gewohnt, Lebensmittel saisonunabhängig, das ganze Jahr über, im Supermarktregal vorzufinden.

Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie ausgefeilt und innovativ die Ernte und Verarbeitung von Grünkohl ist:

Frischer Grünkohl im Supermarkt – ein Blick hinter die Kulissen 

Quelle: AgrarVideoTV

Ihr seht, um das frische Produkt im Supermarkt anbieten zu können, sind unzählig viele Details zu beachten. Jeder Prozess muss auf alle anderen Prozesse abgestimmt sein.

Der Landwirt – ein Profi auf vielen Gebieten

Moderne und spezialisierte Technik ist dabei ganz klar ein Muss.

Aber sind wir ehrlich, funktionieren tut es nur, weil wir in der Landwirtschaft gut darin sind, Wissen aus vielen Bereichen in komplexen Zusammenhängen zu verstehen und miteinander zu verbinden.

Und es gibt wohl nicht viele Branchen, in denen derart viel Wissen vernetzt zusammengeführt werden muss. Nicht nur müssen wir wissen, wie unsere Pflanzen und Tiere am besten gedeihen.

Schon allein dies ist ein enorm umfangreiches Wissensgebiet. Wir in der Landwirtschaft sind allerdings auch Profis in rechtlichen Fragestellungen, weil unsere Branche nunmal zu den am stärksten gesetzlich regulierten Branchen gehört.

Wir müssen uns nicht nur mit hochentwickelter Technik sehr gut auskennen. Es ist wichtig, hier immer mit der Zeit zu gehen und auf dem neuesten Stand zu sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Koordinierung der gesamten Arbeitsabläufe, die Abstimmung von Mensch, Technik und Natur erfordert Management- und Führungsstärke.

Nicht zuletzt müssen wir unternehmerisch Denken können. Märkte und ihre Zusammenhänge verstehen. Und Vermarktungsprofis sein.

Die Liste kann noch fortgeführt werden. Ihr wisst, selbst worauf ich hinaus will. Wir können uns als Landwirte ruhig mal auf die Schultern klopfen, für das, was wir leisten.

Also sollte jemand fragen, was den eigentlich ein Landwirt so macht, derzeit ist Grünkohl ein tolles Beispiel, um die komplexen Prozesse zu veranschaulichen.

Bei Iglo wird der Grünkohl tiefgefroren, damit er seine Frische behält. Als Großanbieter für Supermärkte ist dies durchaus sinnvoll.

Wege zur Direktvermarktung von Grünkohl

Aber zumeist erreicht frischer Grünkohl die Endverbraucher über den Direktvertrieb. Hier denkt jeder sicherlich sofort an den Wochenmarkt.

Die direkte Vermarktung auf dem Markt ist nur einer der möglichen Vertriebskanäle. Mögliche Wege der Direktvermarktung sind:

  • Verkaufsstand: die klassische Variante. Der Landwirt bietet auf regionalen Tages- oder Wochenmärkten, am Straßenstand oder im Hofladen, seine Produkte an. Der Vorteil liegt hier klar im direkten Kontakt mit den Käufern. Dieser erlaubt das Aufbauen von engen Beziehungen mit den Kunden.
  • Selbstpflückfelder: Insbesondere für Blumen oder Beeren wird diese Form der Direktvermarktung genutzt. Der Vorteil hierbei liegt darin, dass die Arbeitskosten für die Ernte quasi an die Kunden abgegeben werden. Denn diese ernten selbst. Nicht nur ist dies vielfach ein Erlebnis für die Kunden. Diese können sich sicher sein, dass sie wirklich frische Produkte nach Hause bringen.
  • Restaurants: Direktvertrieb an gewerbliche Nutzer wie Restaurants kann eine sehr gute Möglichkeit sein, um langfristige Geschäftsbeziehungen aufzubauen, von denen beide Seite profitieren.
  • Ländlicher Tourismus: große Teile der Bevölkerung, insbesondere in städtischen Ballungszentren, nehmen auf diese Weise wieder den Kontakt zur Landwirtschaft auf. „Urlaub auf dem Bauernhof“ ist sicherlich ein Weg der Direktvermarktung, der ein umfangreicheres Konzept verlangt. Aber gerade für den Absatz saisonaler Produkte wie Grünkohl bietet dieser Weg unzählige Möglichkeiten der Vermarktung. 
  • Online-Vermarktung: ein Vertriebsweg, der zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Vermarktung der Produkte übers Internet ermöglicht eine direkte Kommunikation mit den Endkonsumenten. Ein integrierter Lieferservice kann neue Kunden gewinnen, die etwa aus zeitlichen Gründen nicht den Marktstand aufsuchen.

Welche Möglichkeiten der Direktvermarktung genutzt werden, hängt von den Zielen als auch Rahmenbedingungen des landwirtschaftlichen Betriebes ab.

Die Vertriebskanäle können sich jedoch sehr gut ergänzen. Insbesondere die Online-Vermarktung kann  andere Vertriebswege unterstützen und neue Absatzmärkte bzw. Kunden erschließen.

Es lohnt sich, bei dem Aufbau einer Strategie für die Vermarktung Euer Produkte offen für Neues zu bleiben und ruhig einmal außerhalb von Gewohntem zu denken.

In der Landwirtschaft gehen beständige Traditionen und innovative Moderne Hand in Hand.

Welche Erfahrungen konntet Ihr beim Einführen von neuen Wegen in der Direktvermarktung sammeln?