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2024-02 Energiegeneration in 2024 - Agrarbetrieb

Energiegeneration in 2024 und darüber hinaus

Es scheint, dass sich aktuell alles auf diesem Planeten auch um das Thema Energie dreht. Einige Quellen zur Energiegewinnung werden verteufelt, andere wiederum in den Himmel gelobt. Und wie immer liegt die Wahrheit entweder in der Mitte oder komplett außerhalb der aktuellen Betrachtungsweise. In dem heutigen Beitrag blicken wir hinter die Kulissen und schauen uns an, welche weiteren Ideen zur Energiegeneration existieren.

Was ist das wertvollste Gut auf der Erde?

Menschen, Tiere, Pflanzen … sie alle bestehen aus Energie, u.z. aus Lebensenergie. Gebäude, Möbel, Fahrzeuge, Schuhe, Kleider und Co. bestehen ebenfalls aus Energie. Nur weil wir dies mit bloßem Auge nicht sehen können, bedeutet es nicht, dass sie nicht aus Energie bestehen. Wir, als Bewohner der Erde sind elektrische Wesen (Anm. elektromagnetische Wesen, besser gesagt). Wer das immer noch bezweifelt, sollte zur Sicherheit ein EKG durchführen lassen.

Die Zeiten der Newtonschen Physik haben wohl ausgedient. Die Erkenntnisse, die uns die Quantenphysik mittels Genies wie Nicola Tesla, Albert Einstein oder David Bohm übermittelt, kann nicht mehr ignoriert werden.

Während die Politik und die Wirtschaft auf dem sogenannten Energie-Dreieck fokussiert sind, das uns als einzige Alternative präsentiert wird, arbeiten tapfere und kreative Seelen an neuen Möglichkeiten zur Energiegeneration.

Das Energie-Dreieck beinhaltet folgende drei Seiten:

  1. Energiegewinnung aus fossilen Quellen
  2. Atomkraftwerke
  3. Klassische, regenerative Energiequellen wie z.B. Wind-, Wasser- und Solarkraft

Allerdings gibt es darüber hinaus so viel mehr zum Thema Energiegeneration.

Drei Ideen habe ich vor rund einem Jahr hier auf Agrarbetrieb näher vorgestellt. Dabei ging es um die Gewinnung von Strom aus der Umgebungswärme, um Algenenergie sowie um das Konzept der Herstellung von Gas aus Blättern.

Hier geht’s zu diesem Beitrag.

Bevor wir weiter fortfahren, schuld ich Euch noch eine Antwort auf die oben gestellte Frage.

Das wertvollste Gut auf Erden ist nicht das Gold. Es ist auch nicht unsere limitierte Zeit.

Das kostbarste Gut ist die Energie.

Wer das verstanden und verinnerlicht hat, blickt auf das Spiel des Lebens mit ganz anderen Augen.

Ideen zur Energiegeneration

Folgendes Zitat wird Albert Einstein attribuiert:

“Energie kann weder geschaffen, noch zerstört werden; sie kann nur von einer Form in eine andere umgewandelt werden.”

– Albert Einstein

Getreu dem obigen Motto und der Tatsache, dass Energie nie stirbt, sondern stetig umgewandelt wird, verfügen wir heute über folgende Möglichkeiten des Energietransfers:

1. Aus Plastikabfällen wird Öl

Eine Firma in der Nähe von Dresden hat einen Reaktor erfunden, der aus Plastikmüll Öl gewinnt. Dieser soll wiederum für die Herstellung von Kraftstoffen oder für die Produktion neuer Kunststoffe verwendet werden. Die Anlage kann in einem Container untergebracht werden.

Folgend füge ich den Link zu einem kurzen Videobeitrag des MDR zu diesem spannenden Thema an:

(Dauer: 3:29 Minuten)

https://www.youtube.com/watch?v=BR7yXyZXTfQ

2. Powerkombo und ganz autark: Der Holzofen mit einem kostenlosen Kraftwerk

Als ich vor ein paar Tagen auf diese kreative Innovation gestoßen bin, da staunte ich nicht schlecht. Ich wusste, ich muss es mit Euch hier auf Agrarbetrieb teilen, da ich davon ausgehe, dass es Euch ebenfalls inspirieren wird.

Was der Kollege aus Vietnam alle selber herzaubert, ist wirklich absolut bemerkenswert. In diesem Video hat er mit Hilfe eines Waschmaschinenmotors einen leistungsstarken, bürstenlosen Generator gebastelt. Dessen Spitzenleistung liegt bei 500 Watt und er erzeugt einen 220 Volt Wechselstrom.

Kein Wunder, dass Videos seines YouTube-Kanal mehr als 150 Millionen-mal angeschaut wurden. Seine Kreationen sind faszinierend, vielversprechend und extrem nützlich.

Quelle: Good Creative Idea Dmkt, YouTube

Krieg, Embargos, höhere Energiepreise

Die Energiepreise sind seit dem Beginn des Embargos durch die Decke gegangen und damit einhergehend auch die Lebensmittelpreise sowie die Preise für alles andere, was mit Energie im Zusammenhang steht. Ein Ende der Teuerung ist nicht in Sicht. Der Leidtragende bleibt der Bürger und Steuerzahler während die Großkonzerne aus der Rüstungs-, Energie- und Pharmaindustrie weiterhin ihre Bilanzen füllen.

Wir leben auf einem wunderschönen Planeten mit einer Fülle von Ressourcen. Die meisten von uns wollen mit der ganzen Kriegslust und Angstmacherei nichts zu tun haben. Wir wollen Frieden und ein schönes Leben in Würde leben.

Als Landwirt der zuschauen muss wie immer mehr Familienbetriebe, die seit Generationen aus Leidenschaft diesen schönen Beruf ausüben, nun schließen müssen, ist nicht leicht. Die Düngepreise steigen, die Politik legt uns immer mehr Regeln und Bestimmungen auf und der Handel dreht an der Spanne bis wir austrocknen. Die Zeche zahlen wir und der Verbraucher.

Warum tun wir uns so schwer zu verstehen, dass wir gemeinsam mehr erreichen können als wenn wir gegeneinander kämpfen und konkurrieren?

Dabei könnte alles auch ganz anders verlaufen. Letztendlich liegt es an uns.

In punkto neue Konzepte zur Energiegeneration haben wir nur die Spitze vom Eisberg gesehen. Ich gehe davon aus, dass in den kommenden Monaten und Jahren bahnbrechende Erkenntnisse ans Tageslicht kommen werden. Das Jahr hat noch ganz viele Überraschungen für uns parat. Es bleibt spannend.

Bildquelle: Foto von Pixabay auf Pexels

2023-10 Goodbye Flugobst und -gemuese - Agrarbetrieb

Goodbye Flugobst und -gemüse

Unsere Nachbarländer haben es uns bereits vorgemacht und jetzt tun wir es auch. Wir verzichten auf den Import von Obst und Gemüse per Flugzeug. Lidl nutzt den Klimawandel als Argument für seine Entscheidung. Goodbye also, Papaya und sonstiges Flugobst und -gemüse.

Erst die Schweiz, dann Österreich und zuletzt die Niederlande — in diesen Ländern bietet Lidl kein fliegendes Obst und Gemüse mehr an. Nun verzichtet der Discounter auch bei uns gänzlich auf Exoten, die per Luftfracht importiert wurden. „Flugware weg“ bedeutet jedoch nicht, dass Importe per Schiff oder LKW nicht weiter zugelassen werden. (Quelle: Lebensmittel Zeitung)

Was heißt das konkret?

In erster Linie werden die Regale, insbesondere in der Winterzeit, wesentlich übersichtlicher. Man setzt auf heimisches Obst und Gemüse, d.h. Papayas, Sternfrüchte, Physalis und Co. werden durch Lageräpfel und -birnen ersetzt.

Zweitens rücken durch diese Entscheidung, Saisonprodukte vermehrt in den Fokus. Inwieweit die heimischen Landwirte davon profitieren werden, kann ich nicht sagen.

Interessanterweise betrifft der Klimawandel nur die Warengruppe „Obst und Gemüse“, denn Blumen dürfen merkwürdigerweise weiterhin aus jedem Teil der Welt per Flugzeug eingeflogen werden. Hauptsache sie sind frisch.

Demnach dürfen wir uns bei Obst und Gemüse weiterhin auf Produkte, die eine längere Haltbarkeit haben, freuen; so wie es etwa der Fall bei Bananen ist, die uns per Schiff erreichen.

Quelle: Videobeitrag von Oli, YouTube

Wer profitiert von der neuen „Kein Flugobst“- /“Kein Fluggemüse“- Politik?

Bei solchen Entscheidungen müssen wir uns immer wieder die Frage nach den Profiteuren stellen. Und die Antwort hierauf ist in diesem Falle gar nicht so einfach. Ganz im Gegenteil, erst kommen einem die Verlierer in den Sinn.

Einerseits, sind dies die Verbraucher mit knappen Geldbeuteln, die extra beim Low-Cost-Discounter einkaufen, um möglichst viele Produkte (u.a. auch Südfrüchte) billig einzukaufen. Andererseits, verhindert Lidl durch seine Entscheidung auch in weniger entwickelten Ländern den Zugang zu Flugobst und -gemüse.

Sowohl der deutsche Verbraucher als auch wir Landwirte bzw. kleine landwirtschaftliche Familienunternehmen profitieren nicht von dieser Entscheidung und das, obwohl wir Saisonprodukte aus der heimischen Produktion auch befürworten.

Es stellt sich also weiterhin die Frage, wer die finanziellen Profiteure sind:

Die Exporteure, die den Transport von Waren per Schifffahrt und LKW anbieten?

Die großen Agro-Konzerne, die ihre Monokulturen verstärkt auf den Markt pushen?

Oder Großinvestoren, die ihre Ländereien an Lidl, Aldi und Co. zum Weiterverarbeiten verpachten?

Nachhaltigkeit geht auch anders

Klimawandel und CO2-Reduktion als Hauptargumente zu verwenden, um eine Warengruppe „auszulisten“, ist mehr als unglaubwürdig. Wenn, dann müsste das konsequent über alle Produkte und Warengruppen durchgesetzt werden, ohne Ausnahmen. D.h. dann, dass es auch beispielsweise keine frischen Blumen mehr gibt, die einen Tag zuvor per Flieger geliefert worden sind.

Nachhaltigkeit geht auch anders. Frische, regionale Produkte, Bio- und Saisonprodukte aus der heimischen Produktion wären hierfür das A und O. Einen Vertrag mit Lidl abzuschließen ist aber für viele landwirtschaftlichen Familien ein Ding der Unmöglichkeit. Aber auch hier könnte wohl man mittels Genossenschaften und sonstiger Zusammenschlüsse sehr viel erreichen.

In den Großstädten können wir auf Konzepte wie z.B. Urban Farming oder Vertical Farming zurückgreifen. Beispiele hierzu gibt es zu Genüge. Etwa den 14.000 Quadratmeter großen Bauernhof auf einem Dach in Paris, von welchem die Haushalte und Restaurants in der französischen Hauptstadt mit Obst und Gemüse beliefert werden.

Folgende Beiträge zu diesem Thema könnten für Dich hierzu von Interesse sein:

Ich gehe davon aus, dass wir diesen „Trend“ der Auslistung von Lebensmitteln und sonstigen Waren, die per Flieger eingeflogen werden und im Discounter sowie Supermarkt verkauft werden, verstärkt erleben werden. Es bleibt spannend, zu beobachten, ob diese Vorgehensweise auch im Textilbereich oder in der Elektronikbranche angewandt wird. Letztendlich sollte das Thema „Klimawandel“, wenn überhaupt, wohl warengruppenübergreifend betrachtet werden. Alles andere sorgt für Kopfschütteln und Misstrauen.

Was hältst Du von Lidl’s neuer Strategie? Ist es sinnvoll auf Flugobst und -gemüse zu verzichten?

Bildquelle: Foto von Abet Llacer auf Pexels

2023-09 Saubere Energie mal ganz anders - Agrarbetrieb

Saubere Energie mal ganz anders

Wir brauchen immer mehr Energie und andererseits wollen wir uns von den herkömmlichen Methoden der Energiegewinnung gänzlich verabschieden. Weg von den konventionellen Ressourcen, wie Kohle, Erdöl, Erdgas und Atomkraft, hin zu den erneuerbaren Energiequellen, wie Solar, Wasserkraft und Wind. Die Vorstellung ist zwar nett, aber eine Umstellung ist, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Letzteren auch ihre Herausforderungen mitsichbringen, wohl nicht möglich .

Gibt es andere Wege und Möglichkeiten, saubere Energie zu gewinnen – ohne dass wir die Umwelt belasten und Mutter Erde mit diversesten Stahl- und Betonkonstruktionen regelrecht zumüllen?

Heute möchte ich Euch mit ein paar bahnbrechenden Innovationen bekanntmachen, die uns dabei helfen könnten, saubere Energie zu gewinnen und welche, u.a. auch kabellos, den Haushalten weltweit zur Verfügung stehen könnten.

Saubere Energie #1. Luft mit Hilfe eines Bakterien-Enzyms in elektrische Energie umwandeln

Ein australisches Forscherteam der Monash University in Melbourne hat aus einem Bodenbakterium ein Enzym gewonnen, das uns ermöglicht, Luft in Elektrizität umzuwandeln. Das wäre eine unbegrenzte Quelle an sauberer Energie.

Zu den Details:

  • Es handelt sich hierbei um das gewöhnliche Bodenbakterium „Mycobacterium smegmatis“.
  • Daraus haben die Wissenschaftler ein Enzym namens „Huc“ extrahiert.
  • Mit Hilfe hochmoderner Technologien stellten die Forscher fest, dass Huc gasförmige Wasserstoff-Moleküle aus der Umgebungsluft in elektrische Energie umwandelt.
  • Die aus Huc gewonnene Elektrizität erweist sich als effizient und stabil.
  • Diese Entdeckung eröffnet das Potenzial für luftbetriebene, elektrische Geräte.

Zu den Vorteilen:

  • Endlose Enzym-Energiequelle: Bakterien, die das Enzym „Huc“ enthalten, könnten in großen Mengen gezüchtet werden.
  • Lagerung ohne Verluste: Huc lässt sich langfristig bei Temperaturen um den Gefrierpunkt oder bis zu 80 Grad Celsius lagern, ohne dass es seine Fähigkeit zur Stromerzeugung verliert.
  • Stabile Elektrizität: Dies ergibt sich soweit aus den Experimenten der Australier.

„The sky is the limit“ – so lautet die Devise von Dr. Rhys Grinter, Co-Autor der Studie.

Damit hätten wir eine grenzenlose Energiequelle, um saubere Energie für alle Menschen auf diesem Planeten zu erzeugen.

Quellenangabe: Nature, veröffentlicht am 8. März 2023

Saubere Energie #2. Drahtlose Elektrizität mit Hilfe von Tesla-Türmen

Das Konzept der Tesla-Türme und der Möglichkeit, ganze Städte ohne ein einziges Kabel mit Elektrizität zu versorgen, ist endlich auch im Mainstream angekommen. Auf Pro 7 wurde in der Sendung „Galileo“ ein toller Beitrag über die Tesla-Türme in Moskau ausgestrahlt. In dem knapp 10-minütigen Videobeitrag erfahrt Ihr mehr dazu.

Quelle: Galileo, YouTube

Setzen wir also mit der allerwichtigsten Aussage fort, und zwar dass Strom auch ohne Kabel transportiert werden kann. Nikola Tesla hat es bereits 1890 bewiesen, als er zwei Glühbirnen über 3 km hinweg mit Strom versorgte. Das Experiment gelang nicht ganz; damals brannte der Generator des Kraftwerks durch, was einen kompletten Stromausfall zur Folge hatte.

Ein neuseeländischer Startup hat sich mit dem zweitgrößten Stromversorger Neuseelands, Powerco zusammen getan, um elektrische Energie drahtlos über große Entfernung sicher zu übertragen. Das Ziel des Unternehmens Emrod und von Powerco ist, diese Technologie in abgelegenen Gebiete zu verwenden, um die Haushalte dort auf dieser Weise mit Strom zu versorgen.

Wie funktioniert die drahtlose Energieübertragung des neuseeländischen Power-Duos?

Eins vorneweg: anders als bei Tesla, der einen Sendeturm verwendete, wird hier die Energie zwischen zwei Antennen übertragen. Ein Laservorhang bricht die Übertragung ab, wenn z.B. ein Vogel oder eine Drohne in den Strahl gerät. Die Übertragung funktioniert sogar auf Distanzen über 100 km, vorausgesetzt, die Stationen haben eine freie Sichtverbindung. Setzt man die Antennen auf große Türme oder sonstige stabile Konstruktionen, dann kann die Übertragung über eine noch größere Entfernung funktionieren. Limitiert wird im Endeffekt die Entfernung nur durch die Erdkrümmung.

Der große Vorteil dieser Methode: Die Energieübertragung erfolgt unabhängig von der Wetterlage.

Quellenangaben: EMROD, New Atlas

Saubere Energie #3. Sonnenlicht ohne Solarzellen in Strom umwandeln

Photovoltaikanlagen wohin das Auge schaut; dabei ist die Herstellung und Installation der Solarzellen aufwendig und kostet obendrauf auch jede Menge Geld, ganz zu schweigen von der späteren Entsorgung.

Forscher aus China und Schweden haben jetzt eine innovative Methode entdeckt, um Sonnenenergie in Strom umzuwandeln – ganz ohne Solarzellen. Auch das Thema der Speicherung über einen langfristigen Zeitraum wäre damit erledigt.

Wie soll das Ganze funktionieren?

Mit Hilfe eines Moleküls und einem ultradünnem Chip.

Wissenschaftler aus Shanghai (China) haben die MOST-Technologie (die Abkürzung steht für Molecular Solar Thermal Energy Storage Systems) derart weiterentwickelt, dass sie nun einen Chip verwenden können, der Geräte, wie z.B. Smartphones, SmartWatches oder Kopfhörer, mit elektrischer Energie versorgen kann, die aus Sonnenlicht gewonnen wurde.

Die MOST-Methode basiert auf einem Molekül, welches aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff besteht und das sich bei Kontakt mit Sonnenlicht in ein energiereiches Isomer (also eine Flüssigkeit) umwandelt.

Die Vorteile der MOST-Technologie:

  • Keine CO2-Emission bei der Umwandlung
  • Lange Speicherung von bis zu 18 Jahren möglich
  • Stabile Energiequelle, unabhängig von der Wetterlage
  • Kostengünstig
  • Energie auf Wunsch: Strom wird freigesetzt, wenn man ihn braucht.

Quellenangabe: Energy & Environmental Science, veröffentlicht auf Royal Society of Chemistry

Saubere Energie ist möglich!

Die Alternativen für die Gewinnung von sauberer Energie liegen auf dem Tisch. Wenn wir das Thema der Umweltschonung auch tatsächlich ernst meinen, dann sollten wir das Geld in diese Projekte stecken.

Solange wir jedoch in einer Welt leben, in der es darum geht, dass eine handvoll Konzerne ihre Macht missbrauchen, um noch mehr Geld zu schöpfen, wird es mit den neuen Projekten wohl etwas langsamer vorangehen.

Der Trend zu neuen, bahnbrechenden Innovationen und damit einhergehend, neuen Denkweisen und Perspektiven, ist unaufhaltbar. Die alten Systeme und Ideologien werden durch neue, menschenfreundliche Ökosysteme, die der Gemeinschaft dienen, nach und nach ausgetauscht. Es ist nur eine Frage der Zeit.

Wie lässt sich saubere Energie sonst noch gewinnen? Welche neuen Methoden kennt Ihr?

Bildquelle: Foto von Pixabay auf Pexels

2022-12 3 Ideen zur Energiegeneration - Agrarbetrieb

3 Ideen zur Energiegeneration

Energiewende, Klimaziele, CO2-Abstoß … wir werden zwar mit diesen Begrifflichkeiten tagein tagaus bombardiert, aber wenn es darum geht, die exorbitanten monatlichen Energierechnungen zu bezahlen, dann sind wir uns selbst überlassen. Wie die Politik und Medien diese Thematik handhaben, ist oft mehr als fragwürdig, aber das liegt außerhalb meines Kompetenzbereichs und deshalb halte ich mich hierbei zurück. Wovon ich jedoch immer wieder aufs Neue zu begeistern bin, sind die vielen neuen Ideen, die es zur Energiegeneration gibt.

Heute möchte ich Euch drei neue Möglichkeiten vorstellen, wie wir zukünftig Energie herstellen könnten.

1. Strom aus der Umgebungswärme

Die erste Entdeckung, welche mittlerweile auch patentiert wurde, stammt von zwei Deutschen. Die aus Hennef kommenden Erfinder Anton Ledwon und Waldemar Lewtschenko brauchen für die Erzeugung von Energie lediglich die Umgebungstemperatur.

Sie nutzen kleine, schwarze Kunststoff-Module, die wie eine Art „Niedertemperatur-Wandler“ funktionieren. Bereits bei 9,5 Grad Raumtemperatur können die kleinen Teile Strom erzeugen. Ein derartiges Material, das bei diesen geringen Temperaturen, gleichzeitig, Strom erzeugen und speichern kann, gab es noch nie. Ein „Quantensprung“ so die Erfinder.

Weitere Vorteile dieser innovativen Idee zur Energiegeneration sind:

  • Es wird kein Licht benötigt.
  • Wind braucht man ebenfalls nicht.
  • Und ja, man staune, es ist auch kein Ladegerät nötig.

Hinzu kommt, dass durch steigende Raumtemperaturen, mehr Energie erzeugt wird.

Den dazugehörigen 4-minütigen Beitrag des WDR darf ich Euch an dieser Stelle wärmstens empfehlen.

2. Algenenergie

Algen sind tolle, natürliche Düngemittel, die ich selber bei mir auf dem Hof einsetze. Als ich jedoch über das Experiment einiger Forscher der britischen University of Cambridge, in Zusammenarbeit mit dem ebenfalls britischen Chipkonzern ARM, las, war ich absolut begeistert. Die Damen und Herren setzten nämlich eine Blaualge ein, um einen Mikroprozessor mit Strom zu versorgen.

Das Faszinierende an der ganzen Erfindung ist folgendes:

Der Microchip funktioniert seit nunmehr 1 Jahr und nutzt Strom ausschließlich aus Umgebungslicht. Wie genau geschieht dies? Durch Fotosynthese. Aus der Kombination von Blaualge (ungiftige Algenart) mit Aluminiumelektrode entsteht die Stromversorgung für den Microchip.

Die Vorteile des Einsatzes von Algen zur Energiegeneration im Vergleich zu Lithium-Ionen-Akkus sind:

  • Keine Entleerung: Fotosynthese erlaubt die Produktion von elektrischem Strom auch bei Dunkelheit.
  • Langlebig
  • Umweltfreundlich

Der im Einsatz befindliche Microchip besteht aus gängigen, recycelbaren und kostengünstigen Materialien.

Quelle: University of Cambridge

3. Aus Blättern Gas herstellen

Als Nächstes möchte ich mit Euch ein 5-minütiges Video teilen, das bereits mehr als 5 Millionen mal auf YouTube angesehen wurde. Die Anzahl der Klicks wundert mich nicht, denn es geht um die Herstellung von Flüssiggas mit Hilfe von Blättern. Alles was man dazu braucht, sind zwei Kunststofffässer, ein paar Plastikschläuche und eine große Plastikflasche.

Ist es nicht faszinierend? Wir assozieren die Herstellung von Energie wohl mit komplexen technischen und chemischen Vorgängen und ggf. großen Industrieanlagen. Und hier wird eine Möglichkeit der Herstellung von Flüssiggas vorgestellt, für welche lediglich Dinge benötigt werden, die wohl viele unter Euch eh schon daheim haben oder einfach im Baumarkt besorgt werden können. Aber schaut selbst:

Quelle: Fabricated 5 Minutes, YouTube

Es gibt wesentlich mehr als die Gewinnung von Energie aus Wasser, Wind und Solar

Die oben aufgeführten Beispiele zeigen nicht nur die bemerkenswerte Kreativität, die in uns Menschen steckt, auf, sondern signalisiert den fest eingefahrenen Institutionen und Betrieben, dass es höchste Zeit für ein Umdenken ist.

Dass aktuell mit Wasserkraft, Solar- und Windenergie sowie Biomasse die fossilen Brennstoffträger nicht ersetzt werden können, sollte mittlerweile im allgemeinen Bewusstsein angekommen sein. Egal wie sehr man sich die erneuerbaren Energien als Ultimo wünscht, in der Praxis zeigt sich, dass auch sie noch viele, teils schwerwiegende, Herausforderungen mitsichbringen. Das Gleiche gilt auch für die sogenannten Lithium-Ion-Batterien, auf welche unser gesamtes modernes Kommunikations- und Verkehrssystem aufgebaut ist.

Es müssen nachhaltigere, umweltfreundlichere und kostengünstigere Alternativen her, die die Gesetze der Natur zu Grunde legen, sprich mit ihr im Einklag stehen. Jedes Mal, wenn wir respektlos mit Mutter Erde umgehen, werden wir quasi bestraft. Wie sich oben beispielhaft zeigt, gibt es eine Menge innovative Ansätze, die wohl neue Wege gehen. D.h. sie fügen sich scheinbar nicht in die traditionellen Konzepte und Wirtschaftssysteme ein, in denen wohl Fachleute und Entscheidungsträger noch denken.

Ja, wir brauchen neue Energiequellen und es zeigt sich scheinbar, dass diese nicht zwangsläufig teuer sein müssen. Aber, wie in den obigen Beispielen veranschaulicht wird, wenn uns die Natur die Energie mit einfachen Mitteln nutzbar zur Verfügung stellt, dann wird es für einen Wirtschaftssektor schwer, mit Energie Gewinne zu erzielen.

Ich gehe davon aus, dass in den kommenden Jahren noch sehr viele solcher Ideen und Erfindungen das Tageslicht erblicken werden. Wir stehen vor großen Herausforderungen, aber, wie die Geschichte auch zeigt, wir Menschen sind einzigartig: mit viel Kreativität und Optimismus nutzen wir Krisen, um etwas Neues und Großartiges zu erschaffen.

Bildquelle: Foto von Pixabay auf Pexels

Goodbye Plastik, hier kommen die essbaren Verpackungen aus Seegras

Goodbye Plastik, hier kommen die essbaren Verpackungen aus Seegras

Plastikmüll wo das Auge nur hinschaut. Zwar bringen wir die PET-Flaschen für das Pfandgeld zurück aber der Rest bleibt buchstäblich auf dem Strassenrand liegen. Wie wär’s mit einer biologisch abbaubaren und obendrauf auch noch essbaren Verpackung? Wie wär’s mit einem Plastik das auf natürlicher Weise verschwindet?

Nicht möglich?

Von wegen…

Ein Londoner Start-up macht genau das möglich. Das Unternehmen Skipping Rock Labs hat ein gelartiges, essbares Membran bestehend aus einem Gemisch aus organischen Zusätzen entwickelt, um das lästige Thema „Einwegplastik“ in die Ecke zu drängen. Notpla, so der Name dieses Membrans, besteht größtenteils aus Seegras, u.z. der Hauptanteil ist die Braunalge.

„Es ist eine der Ressourcen, die am häufigsten vorkommt“, sagt Rodrigo Garcia, Mitbegründer von Notpla. „Eine der Algen, die wir verwenden, wächst bis zu einem Meter pro Tag. Können Sie sich vorstellen, dass etwas so schnell wächst? Man braucht keinen Dünger und kein Wasser, und es ist eine Ressource, die wir schon seit langem nutzen.“

— Rodrigo Garcia, Mitbegründer von Notpla gegenüber Business Insider

Quelle: Business Insider

Wie sieht die derzeitige Lage auf dem Plastikmarkt aus?

Zwar bedienen wir uns heute schon sog. Bioplastik-Tüten und Co. beispielsweise in den Supermärkten, aber was die wenigsten wissen, ist dass viele dieser Materialien einerseits aus Erdöl hergestellt werden und andererseits auch nicht biologisch abbaubar sind.

Die derzeitige Definition die wir haben ist demnach eine Attrappe. Auf der Webseite des WWF lesen wir nämlich folgendes:

„Als Biokunststoff werden also auch Materialien bezeichnet, die zwar organisch hergestellt werden, aber nicht biologisch abbaubar sind. Ebenfalls als Biokunststoff gelten Materialien, die zwar biologisch abbaubar sind, aber aus Erdöl bestehen.“

WWF Deutschland

Werden wir hier also alle auf die Schippe genommen?

Bevor ich Euch ein paar Zahlen um die Ohren haue, kurz noch ein Hinweis:

Ich habe vor wenigen Wochen einen Artikel über Bioplastik aus Pflanzenabfälle und unerwünschte Lebensmitteln veröffentlicht, den ich Euch an dieser Stelle ans Herz legen würde. Die hier aufgeführten Materialien beinhalten 0% Mikroplastik und 0% Erdöl basierte Bestandteile.

Nun zu den Zahlen…

In 2019 ist die 5. Auflage des Plastikatlas erschienen, was ganz interessante Daten und Fakten über die Welt der Kunststoffe enthält.

  • 99% des Plastiks werden aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas hergestellt.
  • Die Plastikindustrie in den USA plant ihre Produktion in den kommenden Jahren um 30% zu steigern.
  • Zwischen 1950 und 2015 wurden weltweit 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert.
  • Die Verschmutzung von Böden und Binnengewässern ist je nach Umgebung zwischen 4 bis 23-mal so hoch wie im Meer!
  • In 2018 wurden in der EU für Essen und Trinken mehr als 1,13 BILLIONEN Verpackungen verwendet.
  • Eine Handvoll multinationaler Konzerne kontrolliert den globalen Plastikmarkt.
  • Ineos ist der größte europäische Plastikkonzern. Das Unternehmen investiert Milliarden, um mit billigem Fracking-Gas aus den USA den europäischen Plastikmarkt anzuheizen.
  • Sind die Deutschen tatsächlich Weltmeister im Recycling? In 2017 wurden von 5,2 Millionen Tonnen Kunststoffabfällen nur 810.000 Tonnen wiederverwertet. Das entspricht 15,6%.
  • Deutschland ist der 3-größte Exporteur von Plastikmüll wenn wir Asien ausklammern. An erster Stelle befinden sich die USA gefolgt von Japan.

Das 52-seitige PDF-Dokument könnt Ihr kostenlos auf der Webseite der Heinrich Böll Stiftung herunterladen.

Was macht das Plastik aus Notpla so besonders?

Das neuartige an dem Plastik aus Notpla ist die Kombination biologisch abbaubar UND essbar.

Die beiden Absolventen des Imperial College of London sowie des Royal College of Art, Rodrigo Garcia Gonzalez und Pierre Paslier, die auch die Mitbegründer von Skipping Rock Labs sind, haben sich in 2013 mit einem viralen Video ihrer Verpackung Ooho etabliert. Dieses Video hat die Aufmerksamkeit des größten europäischen Investors für Klimainnovationen EIT Climate-KIC auf sich gezogen.

Quelle: Mashable

Egal ob bei großen Events wie z.B. dem Londoner Marathon aus 2019 oder im Supermarkt, bei Lieferketten und Restaurants, Ooho ist als Beutel für Flüssigkeiten, Soßen und Cocktails geeignet. Laut Unternehmensangaben ist Ooho essbar, geschmacksneutral, zum Einfrieren geeignet und zersetzt sich binnen 4-6 Wochen.

Haben die beiden kreativen Jungs aus London endlich eine Alternative zum „bösen“, nicht abbaubaren Plastik gefunden?

Es gibt noch einige Punkte zu klären, wie z.B. das Hygieneproblem beim direkten Kontakt mit dem essbaren Membran. Die größte Hürde ist sicherlich die Listung im Lebensmitteleinzelhandel, denn das gilt als Heimspiel der Plastikkonzerne.

Die ersten erfolgreichen Schritte sind getan und die Kooperation mit dem Lieferdienst Just Eat ist auf jeden Fall von sehr großer Bedeutung für die zukünftige Entwicklung des Start-ups.

„Es geht um die Wirkung. Wir haben damit begonnen, weil wir Teil einer Lösung für diese Plastikkrise sein wollten. Das ist es, was das ganze Team antreibt“, sagt Mitbegründer Pierre Paslier. „Es ist also ein wirklich spannendes Problem, an dem wir arbeiten.“

— Pierre Paslier, Mitbegründer von Notpla gegenüber Business Insider

Erleben wir endlich einen gewaltigen Ruck durch unsere Gesellschaft oder tümpeln wir weiter vor uns hin und erlauben den Plastikkonzernen uns weiterhin ungeniert an der Nase herumzuführen?

Bildquelle: Foto von Anna Shvets auf Pexels