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Solardeckel in Deutschland

Solardeckel in Deutschland – macht das überhaupt Sinn?

Wollen wir auf erneuerbare Energien setzen oder nicht? Und falls die Antwort „ja“ lautet, macht es überhaupt einen Sinn Förderstopps einzubauen wie z.B. den Solardeckel?

In 2012 wurde im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine Fördergrenze für Solarenergie festgelegt. Der Solardeckel liegt seitdem bei 52 Gigawatt Gesamtleistung.

Das ist doch eine ordentliche Zahl, wird der eine oder andere sagen. Tja, mag sein, wenn wir nicht bereits Ende 2018 bei einem Wert von 45,9 Gigawatt gelegen hätten. Nehmen wir das aktuelle Jahr 2019 mit den prognostizierten 3,5 bis 4 Gigawatt dazu, dann heisst es Investitionsstopp für Solarstromdächer. Genau das befürchtet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) und ruft dazu auf, den Solardeckel zu beseitigen.

Welche Verbände und Organisationen vertreten die gleiche Meinung wie der BSW?

Zu diesen zählen u.a. der Deutsche Mieterbund, der Eigentümerverband Haus & Grund und der Deutsche Naturschutzring.

Photovoltaik – die stärkste Energiequelle im Juni

Solarenergie sicherte im ersten Halbjahr 2019 rund 8% des Bruttostromverbrauchs in Deutschland. Im Monat Juni stand Photovoltaik vor Braunkohle und Windkraft.

Ein paar Zahlen im Überblick zum besseren Verständnis:

  • 1,7 Mio. Photovoltaikanlagen lieferten rund 24,5 Mrd. Kilowattstunden Strom (1 HJ 2019)
  • 5,6% mehr als im Vorjahr
  • Damit lässt sich der Jahresbedarf von 7 Mio. Drei-Personen-Haushalten decken
  • In 2019 könnten bis zu 4 GW Leistung durch Solarenergie hinzukommen
  • Um die Klimaziele zu erreichen, ist ein jährlicher Zubau von 5-15 GW nötig, so Andreas Bett, Leiter des Fraunhofer-Instituts

Quellen: BSW, Fraunhofer Institut

Neue Solarausschreibung für Photovoltaik in Höhe von 150 MW

Während die Damen und Herren in Berlin immer noch darüber debattieren ob der sogenannte Solar-Förderdeckel bestehen bleibt oder nicht, hat die Bundesnetzagentur eine neue Solarausschreibung eingeleitet (gilt bis zum 1. Oktober). Die jetzige Auktionsrunde liegt bei 150 MW. Im Dezember soll die letzte Ausschreibung in diesem Jahr erfolgen, u.z. mit einem Volumen von 500 MW.

Alle Infos zum Ausschreibungsverfahren inkl. der benötigten Unterlagen, bekommt Ihr auf der Webseite der Bundesnetzagentur.

Photovoltaik für ‚Otto Normalbürger‘

Auf meiner Suche nach einem passenden Video, stoß ich auf diesen Beitrag von @DieserDad. Ich wollte unbedingt die Perspektive eines echten Nutzers zeigen, nicht die von einem Verband oder sonst einer politischen Vereinigung.

Was kostet so eine Photovoltaikanlage und was bringt es?

Welche Behörden muss man bei der Anmeldung abklappern?

Gibt es Steuervorteile? Wie sieht es mit der Abschreibung aus?

Quelle: DieserDad, YouTube

Bayern startet Förderprogramm für Solarstromspeicher

Am 1. August ist das PV-Speicher-Programm gestartet. Gefördert wird die Installation eines neuen Stromspeichers in Kombination mit der Neu- oder Ergänzungsinstallation einer PV-Anlage. Der Förderbetrag hängt von der Speicherkapazität ab.

  • 500€ Basiszuschuss für den 3 kWh-Speicher
  • 100€ zusätzlich für jede weitere volle kWh Speicherkapazität
  • 3.200€ Zuschuss für den 30 kWh-Speicher
  • 200€ Zuschuss für einen Ladepunkt für Elektroautos

Dieses Förderprogramm ist Teil des 10.000-Häuser-Programms.

Weitere Infos gibt’s auf Energieatlas Bayern.

Auch in Niedersachen soll sich einiges ändern. Geht es nach den Grünen, dann soll die Solarpflicht für alle privaten und gewerblichen Neubauten gelten – bis 2025 sollen alle geeigneten landeseigenen Dachflächen für Solarthermie und Photovoltaik genutzt werden.

Derzeit liegt die Gesamtleistung von Solardächern in Niedersachen bei 4 GW hinter Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Laut Klimaschutz- und Energieagentur (KEAN) wurden in 2018 rund 208 MW Leistung neu installiert; das sind 72% mehr als im Vorjahr.

Das Potenzial von Niedersachen soll laut Grünen bei 57 GW liegen. Deshalb setzt sich das Bundesland dafür ein, den Solardeckel und die Sonnensteuer auf den PV-Eigenverbrauch abzuschaffen.

Demnächst startet auch die rheinland-pfälzische Ampelkoalition ein Landesprogramm zur Förderung der Solarenergie.

Solardeckel – behalten, anheben oder ganz abschaffen?

Die Sommerpause sollte auch in Berlin so langsam dem Ende zugehen. Ob wir in den kommenden Wochen mit einer finalen Entscheidung rechnen können oder nicht, bleibt abzuwarten. Jetzt wo die Grünen deutlich an „Power“ hinzugewonnen haben, wird es für die Anhänger der fossilen Energiequellen immer schwerer.

Selbstverständlich muss man alle Seiten anhören und die Fakten auf den Tisch legen. Jedoch muss auch eine Entscheidung her. China gibt mächtig Gas, die USA und Japan ebenso. Wir befinden uns momentan auf Platz 4 der weltweiten Solarpioniere jedoch auf Platz 6 in punkto Neuinstallation von PV-Anlagen.

Und ein Solardeckel ist alles andere als vorteilhaft insb. wenn wir auch zukünftig zu den Big Playern zählen wollen. Glaubt man den Experten, dann wird sich die Kapazität von Solaranlagen in den kommenden Jahren verdoppeln bis verdreifachen.

Es geht also um mehr als unsere interne Situation. Klar beschäftigt uns das am aller meisten, logisch. Denn wir sind diejnigen die davon direkt betroffen sind. Allerdings sollten wir den Anschluss nicht verpassen und lieber vorne dabei sein als hinten dran.

Eure Meinung zum Solardeckel – Fördergrenze erhöhen oder ganz weg damit?

Solaranlagen aktuelle Trends

Solaranlagen – das sind die aktuellen Trends

Fossile Brennstoffe wie Kohle, Gas und Öl sollen in den kommenden Jahren u.a. durch Windkraft- und Solaranlagen ersetzt werden. Die Anteile dieser erneuerbaren Energiequellen am globalen Strommix liegen derzeit auf einem sehr geringen Niveau. Jedoch die Branche boomt (weltweit) und die Preise sinken kontinuierlich.

Vor 10 Jahren waren Solaranlagen ohne staatlicher Förderung absolut unrentabel. Der aus Solarkraftanlagen gewonnene Strom kosteste damals rund 30-40 Cent pro kWh, je nach Anlagengrösse. Im Vergleich dazu konnte Strom aus fossilen Quellen für 5-12 Cent pro kWh erzeugt werden.

Das hat sich seitdem dramatisch verändert. Solarstrom kann derzeit in sonnenreichen Regionen bereits für 2 Cent pro kWh gewonnen werden. Die Preise in Deutschland liegen bei 4-5 Cent pro kWh, so eine aktuelle Studie des Frauenhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) aus März 2018.

Glaubt man den Prognosen der Forscher und Wissentschaftler unterschiedlicher Institute, dann werden diese Preise weiter fallen. Einige gehen sogar davon aus, dass wir in sonnenreichen Regionen Solarstrom für unter einem Cent pro kWh erzielen werden.

Globale Solarstromkapazität – wer hat die Nase vorn?

Der Bericht Global Market Outlook für Solarstrom von SolarPower Europe gilt als der umfassendste und aussagekräftigste Marktanalysereport für den globalen Solarbereich. Es enthält sowohl historische Daten als auch eine 5-Jahres-Prognose für die wichtigsten globalen Märkte in der Solarindustrie.

Ein paar Zahlen und Fakten aus der aktuellen Ausgabe 2018:

  • Neuinstallation von Photovoltaikanlagen in 2018: 102 Gigawatt weltweit (509 GW bis 2018)
  • In 2018 installierten 11 Länder mehr als 1 GW Solar (+2 Länder mehr als in 2017)
  • Top Länder: CHINA (44 GW neu, 175 GW bis 2018), USA (10 GW neu, 62 GW bis 2018), JAPAN (7 GW neu, 56 GW bis 2018), DEUTSCHLAND (3 GW neu, 46 GW bis 2018), INDIEN (8 GW neu, 27 GW bis 2018), AUSTRALIEN (5 GW neu, 13 GW bis 2018) und FRANKREICH (1 GW neu, 9 GW bis 2018).
  • Deutschland landet auf Platz 6 in Punkto Neuinstallationen, behält jedoch sein Ranking #4 der weltweiten Solarpioniere.

PROGNOSE der Experten: Die globale Kapazität von Solaranlagen (Photovoltaik) wird sich in den kommenden 5 Jahren verdoppeln bis verdreifachen.

Der Report „Global Market Outlook 2019-2023“ kann auf der Webseite von SolarPower Europe kostenlos heruntergeladen werden.

Solaranlagen in Deutschland – so sieht’s derzeit aus

Die dritte Solarausschreibung 2019 ist Geschichte. Zum Gebotstermin am 1. Juni 2019 wurden bei der Bundesnetzagentur 105 Gebote mit einem Leistungsumfang von 556.067 kW abgegeben.

Den Zuschlag erhielten 14 Gebote für eine zu errichtende Solarleistung von 204.697 kW. Die Zuschlagswerte lagen zwischen 4,97 ct/kWh und 5,58 ct/kWh, deutlich geringer als in der Vorrunde (diese lagen im Schnitt um 1 ct höher). Die Zuschläge erhielten die ost- und süddeutschen Bundesländer. Die nächste Ausschreibung findet am 1. Oktober 2019 statt.

In den beiden süddeutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg gibt es die Möglichkeit Photovoltaik-Anlagen auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten zu installieren. Bei den Ausschreibungen 2018 gab es ein OK für die Installation von PV-Anlagen auf 264 ha; das sind 5 ha mehr als in 2017.

Quelle: Bauen & Wohnen, YouTube

China, Klimaschutz und mehr

Bis 2011 hatte Europa in punkto Investitionen in Erneuerbare Energien ganz klar die Führungsrolle. Danach ging es bergab und China übernahm kurz darauf diese Vorreiterrolle.

In 2017 investierte China 133 Milliarden USD in erneuerbare Energien, Europa hingegen nur 57 Mrd. USD, quasi die Hälfte von dem was in 2011 reingesteckt wurde – so eine Auswertung der Bloomberg New Energy Finance.

Während hierzulande und in Europa die Förderungen zurückgeschraubt wurden, tat China genau das Gegenteil. Durch finanzielle Förderung wurde die Solartechnik-Branche gewaltig ausgebaut. Dem Preisdruck konnten die Europäer nicht standhalten und einige Firmen mussten ihre Tore schliessen. Heute werden Solarmodule und -zellen vermehrt in China hergestellt.

Wird Europa aufholen können?

Noch wichtiger: will Europa das tatsächlich?

Die Grünen sind so stark wie nie zuvor. Mit jeder Umfrage scheinen sie ihre Position deutschlandweit auszubauen und zu verfestigen. Das Thema Klimaschutz liegt ihnen am Herzen. Raus aus Kohle, Öl und Gas und rein in Solar, Wind und Wasser. Unterstützt werden sie von Forscher, Wissenschaftler und Experten.

Die Studie „Global Energy System based on 100% Renewable Energy“ zeigt für 145 Weltregionen Strategien auf, wie die Emissionen von Treibhausgasen bis 2050 auf Null gesenkt werden können und der Energiebedarf durch erneuerbare Energien gedeckt werden kann.

Laut Experten der Energy Watch Group (EWG) und Forscher der Lappeenranta University of Technology in Finnland (LUT) soll der kostenoptimale Energiemix in 2050 wie folgt aussehen:

  • 70% Solarenergie
  • 18% Windkraft
  • 5% Biomasse
  • 3% Wasserkraft.

Hier geht’s zur Studie bereitgestellt von Energy Watch Group.

Wir wissen alle, dass sich beim Thema fossile Brennstoffe bzw. Klimaschutz um wesentlich mehr handelt als ein paar Studien, Parolen oder Wahlergebnisse.

Es geht um Macht und jede Menge Geld.

Es gibt keinen Schalter oder eine sog. Aladdin Wunderlampe womit wir alles von heute auf morgen umstellen. Wie sich das Ganze letzten Endes entwickeln wird, ist vielen ein Rätsel. Dass es so nicht weiter gehen kann, ist wohl jedem klar.

Werden Solaranlagen in wenigen Dekaden sowas wie eine Alleinherrschaft übernehmen? Sind die Prognosen der Wissenschaftler Eurer Meinung nach überhaupt realistisch?

Goodbye Kohlekraftwerke in Deutschland

Goodbye Kohlekraftwerke: Stillegung bis 2038

In 2038 ist Schluß für die deutschen Kohlekraftwerke. Die Kommission einigt sich auf insgesamt 40 Mrd. EUR Hilfe für die betroffenen Bundesländer. In 2032 soll überprüft werden, ob das Ausstiegsdatum auf 2035 vorgezogen werden kann. Greenpeace dauert das zu lange.

Es scheint der Monat der erneuerbaren Energien zu sein. Anfang des Jahres hatte ich darüber berichtet, dass in 2018 zum ersten Mal genauso viel Strom aus erneuerbaren Energien geschöpft wurde, wie aus Braun- und Steinkohle. Heute dann die Nachricht zum Kohleausstieg.

Jeder der Nachrichten liest (egal ob Online oder aus der „good, old“ Zeitung) oder TV schaut, hat die Info über den Beschluss zur Stillegung der deutschen Kohlekraftwerke in den kommenden zwanzig Jahren mitbekommen.

Stromerzeugung erneuerbar und konventionell – das ist ein äußerst konfliktreiches Thema.

So dürfte uns auch nicht verwundern, dass die Entscheidungen diesbezüglich ebenfalls polarisieren. Die einen freuen sich, die anderen meckern und halten insb. den Zeipunkt des Ausstiegs als „inakzeptabel“.

Eins nach dem anderen…

Lasst uns erstmals ein paar Fakten zusammen tragen.

Wo wird heute noch in Deutschland Kohle abgebaut?

In den folgenden Bundesländern wird derzeit noch Kohle gefördert:

  • Nordrhein-Westfalen
  • Brandenburg
  • Sachsen-Anhalt
  • Sachsen

Tausende Jobs hängen im Rheinischen, Mitteldeutschen und am Lausitzer Revier an der Braunkohle.

Wenn das mal weg ist, was sollen dann die Menschen in der Region tun?

Die Sorgen sind groß; viele fürchten einen Wohlstandsverlust.

Um den Menschen vor Ort zu helfen, überlegt die Kommission mehrgleisig zu fahren. Einerseits, sollen in den Kohleregionen neue, zukunftssichere Arbeitsplätze geschaffen werden und andererseits, sollen insb. für ältere Kohle-Beschäftigte Auszahlungen getätigt werden.

Konkret heisst es dann:

  • Investitionen in Infrastruktur.
  • Förderung von Unternehmen.
  • Schaffung zukunftssicherer Arbeitsplätze durch z.B. die Verlegung von Behörden sowie Neugründung von Forschungseinrichtungen wie etwa der Aufbau einer Max-Plank-Gesellschaft oder eines Fraunhofer-Instituts an den betroffenen Standorten.
  • Jüngere Kohle-Beschäftigte sollen Aus- und Weiterbildungsangebote erhalten.
  • Betriebsbedingte Kündigungen sollen ausgeschlossen werden.
  • Ältere Kohle-Beschäftigte (mehr als 58 Jahre alt) die wegen des Ausstiegs die Zeit bis zum Renteneintritt überbrücken müssen, sollen Anpassungs- und Ausgleichsgelder erhalten.

Die Kommission schätzt die Kosten für diese Projekte auf rund 40 Mrd. EUR. D.h. die Bundesregierung sollte die Kohlereviere mit jeweils 2 Milliarden EUR pro Jahr, 20 Jahre lang unterstützen.

Was mit den Dörfern, die vom Kohlebagger bedroht sind, passiert, ist eine völlig andere Debatte. Ob diese letztendlich abgerissen werden oder nicht, darüber streiten sich ganz viele Genossen in der Politik.

Wird der Strom teurer?

Der „Otto Normalverbraucher“ der mit alledem nichts zu tun hat und von den oben aufgeführten Maßnahmen nicht direkt betroffen ist, interessiert nur eins:

„Muss ich zukünftig für meinen Strom mehr bezahlen?“

Schenkt man dem Abschlussbericht der Kohle-Kommission glauben, dann sollen steigende Strompreise verhindert werden.

Privathaushalte und Unternehmen sollen entlastet werden. Dafür soll ein Zuschuss in Höhe von 2 Mrd. EUR pro Jahr einkalkuliert werden. Der Betrag soll zur Senkung der Netzentgelte, die einen Teil der Stromrechnung ausmachen, verwendet werden.

Zusätzliche Abgaben und Umlagen für Stromkunden soll es nicht geben.

Der Hambacher Forst, die Anti-Kohle-Bewegung und Greenpeace

Der Hambacher Forst in NRW ist DAS Symbol der Anti-Kohle-Bewegung in Deutschland der letzten Jahre.

Der Energiekonzern RWE, der glückliche Besitzer des Waldes hätte es gerne für den Braunkohleabbau roden lassen. Ein Gericht hatte das Vornehmen gestoppt. In dem Abschlussbericht der Kommission steht es jetzt, dass es „wünschenswert“ wäre, dass der Hambacher Forst bleibt.

Die Aktivisten haben gewonnen, der Hambacher Forst ist gerettet.

Ein weiterer Streitpunkt ist das späte Ausstiegsdatum.

Greenpeace hält 2038 für „inakzeptabel“ und das Umweltverband BUND für „zu grosszügig bemessen“. Die beiden Organisationen kämpfen dafür, dass der Ausstieg wesentlich früher stattfindet. Ganz unrealistisch scheint dies nicht, denn in 2032 soll geprüft werden, ob der Ausstieg auf 2035 vorgezogen werden kann.

Welche Kohlekraftwerke kommen als Erstes vom Netz?

Im Abschlussbericht steht nichts dazu. Es wurden also noch keine konkreten Kraftwerke festgelegt.

Wichtiger und vor allem interessanter ist die Frage nach dem Ausgangspunkt. Wie kam es überhaupt zu dem Entschluss? Was steckt wirklich dahinter?

Folgendes steht fest:

Steigt Deutschland nicht aus der Kohle aus, dann verstosst es gegen die international vereinbarten Klimaziele und es drohen Strafen in Milliardenhöhe.

Das soll auf jeden Fall verhindert werden.

Und so kam es Mitte letzten Jahres zur ersten Sitzung der Kohlekommission bestehend aus Industrie, Gewerkschaften, Mitglieder aus den Bundesländern mit Kohlerevieren und Umweltschutzverbänden.

Die Atomkraftwerke gehen bis 2022 vom Netz.

Rund ein Drittel des deutschen Strombedarfs wird durch Kohlekraftwerke gedeckt (die Leistung liegt derzeit bei rund 45 Gigawatt). Zwar werden die Kraftwerke nach und nach stillgelegt, aber das Tempo bzw. der Umstieg auf Ökostrom muss deutlich beschleunigt werden.

Kritiker der Energiewende schlagen Alarm und fürchten Versorgungsengpässe. In den dunklen und windarmen Monaten liefern PV-Anlagen und Windturbinen zu wenig Strom. Konventionelle Kraftwerke werden in Deutschland demnach noch gebraucht.

Quellen: Bundesregierung, Neue Zürcher Zeitung, Tagesschau

WISSENSWERTES:

Der Ausstoß an Kohledioxid (CO2) soll bis 2050 um 80-95% unter dem Wert von 1990 liegen.

Na dann Prost Mahlzeit!

Eure Meinung zur Energiewende in Deutschland…

Ist der Kohleausstieg Deutschlands bis 2038 realistisch? Schaffen wir es eher oder nicht? Was glaubt Ihr?

2016-09-agrarbetrieb-kohle-fruchtbarer-boden

Kohle für einen fruchtbaren Boden und eine gute Ernte

Erträge steigern und dabei zum Klimaschutz beitragen, eine jahrtausende alte Methode verspricht beides mit Leichtigkeit zu bewältigen. Die Landwirtschaft entdeckt Kohle als wertvollen Bodenhilfsstoff und Düngerersatz.

Aus erhitzter Biomasse erzeugte Kohle ist effektiver als herkömmlicher Kompost oder Tierdung, um die Fruchtbarkeit von Böden zu steigern.

Doch bevor wir uns näher anschauen, was hinter diesem revolutionären Ansatz steckt, kommen wir erstmal zur einem Beschluss des Bundesrates, der für viele von uns von Interesse sein wird:

Die Änderung der Regelung zur Umwandlung von Grünland

Am vergangenen Freitag passierte eine Novelle zur Änderung des Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes den Bundesrat.

Mit der Novelle gelten in Deutschland beim Greening zukünftig Regelungen, die der strengeren Auslegung der Europäischen Kommission entgegenstehen. 

Nach ihrem Leitfaden liegt für die EU-Kommission eine Umwandlung auch dann vor, wenn eine Dauergrünfläche, bspw. aufgrund von natürlicher Sukzession, Aufforstung oder Bebauung der Fläche, landwirtschaftlich nicht mehr genutzt wird.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat seiner Meinung nach mit der Novelle im Endeffekt den Zustand hergestellt, der ursprünglich mit dem Erlass des Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes angestrebt wurdet: 

Was hat sich geändert?

  1. Auf Antrag wird die Einstufung von Dauergrünland als umweltsensibel aufgehoben, wenn das Land eine nichtlandwirtschaftliche Fläche umgewandelt werden soll.
  2. Zudem sind Landwirte zukünftig nicht mehr zur Neuanlage von Dauergrünland verpflichtet, um die Genehmigung zur Umwandlung von anderem als umweltsensiblen Dauergrünland in eine nichtlandwirtschaftliche Fläche zu erhalten.

Kommen wir aber nun zur Frage, die uns alle interessiert: wie lässt sich der Ertrag meines Bodens steigern? 

Kohle – neues altes Wundermittel?

Auf der Suche nach alternativen, erfolgreichen Mitteln seine Böden ertragreicher zu gestalten, ist so manch Landwirt bereits auf die Kohle gestoßen, genauer gesagt, Pflanzenkohle bzw. Biokohle.

Weltweit laufen zahlreiche Studien, um das Potenzial von Kohle in der Landwirtschaft zu erforschen.

Es besteht die Hoffnung, eine umweltfreundliche Alternative zu Dünger gefunden zu haben, die insbesondere in Entwicklungsregionen wie in Afrika den Landwirten bessere Bodenbedingungen bescheren.

Jetzt könnt Ihr Euch denken: ist ja schön und gut, aber meine Felder sind in Deutschland und nicht Afrika. Welche Vorteil kann mir der Einsatz von Kohle in meiner Landwirschaft bringen?

Seht selber, wie der Einsatz von Kohle in unserer heimischen Landwirtschaft aussehen kann: 

Fruchtbare Böden: Pflanzenkohle aus der Karbonisierungsanlage

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Ihr seht, der Einsatz von Kohle ist vielfältig und vielversprechend, aber läuft nicht ganz ohne den Kampf gegen manche bürokratische Behörden ab.

Aber wie heißt es so schön: wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und der Kampf für Kohle schein sich auszuzahlen:

Stärken von Biokohle in der Landwirtschaft

Aufgrund seiner chemisch-physikalischen Eigenschaften kann der Einsatz von Biokohle

  • die Speicherfähigkeit des Bodens für Wasser erhöhen
  • den Nährstoffgehalt des Bodens verbessern
  • langfristig zu einer Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit führen.

In experimentiellen Untersuchungen, konnte aufgezeigt werden, das Pflanzen, die in einem Topf mit Erde und Biokohle angepflanzt wurden, besser gedeihen.

Und weitere große Vorteile von Biokohle sind:

  • Sie ist langlebiger und verrottet nicht so schnelll wie Kompost
  • Sie ist im Gegensatz zu Dünger nicht giftig.
  • Sie hat positivie Auswirkungen auf die mikrobielle Aktivität im Boden.
  • Sie kann giftige Stoffe, etwa Schwermetalle, binden und somit verhindern, dass diese in die Pflanze gelangen.

Herausforderungen beim Einsatz von Biokohle

Zunächst einmal gibt es nicht „DIE“ Kohle. In der Herstellung von Kohle spielen die unterschiedlichsten Faktoren eine Rolle.

Welche Biomasse wurde als Ausgangsstoff verwendet? Bei welchen Temperaturen und mit welcher Geschwindigkeit wurde die Herstellung der Pflanzenkohle vollzogen?

Unterschiedliche Biokohlen haben unterschiedliche Stärken. Hier sind die Forscher noch fleißig dabei, die Stärken von Kohle in der Landwirtschaft zu testen.

Wissenschaftler in der ganzen Welt sind am studieren der Wirkungen und einige Studien deuten durchaus auch darauf hin, dass die Erträge nach dem Einsatz abgenommen haben.

Interessant wird der Einsatz von Kohle vor dem Hintergrund des Klima- und Umweltschutzes. Hier besteht jedoch die Herausforderung, eine Balance zu bewahren.

Und nicht durch den Herstellungprozess größere Mengen an CO2 wiederum zu produzieren oder gar eine Industrie zu schaffen, die die Abholzung der Wälder zu beschleunigen vermag.

Wie steht es mit Euch – habt Ihr mit Erfahrungen mit Kohle als Dünger sammeln können?