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2024-05 3D-gedruckte Lebensmittel auf dem Vormarsch - Agrarbetrieb

3D-gedruckte Lebensmittel auf dem Vormarsch

3D-gedruckte Hanfhäuser, Pflanzensysteme für die Hydrokultur und Lebensmittel, wie etwa Fleisch und Fisch, sind längst keine menschliche Fantasien mehr, sondern Teil unserer Realität. Während die einen auf eine nachhaltige, regionale und saisonbedingte Ernährung pochen, zieht es einen anderen Teil der Bevölkerung, der mit Mutter Natur wohl wenig anfangen kann, in die künstliche Ecke der Lebensmittel.

Kochen? Nicht doch, wenn man ein „saftiges“ Stück Steak oder Lachs einfach drucken kann. Was für viele ein absolutes Horrorszenario darstellt, die Idee eines „leckeren“ Essens per Mausklick klingt für andere wie ein Segen. Den 3D-Drucker anschmeißen, in der App das gewünschte Gericht auswählen und schon zaubert das Gerät das individualisierte, künstliche Supermenü auf den Teller.

Klingt futuristisch? Lasst Euch nicht täuschen, denn „Food Printing“ ist längst Teil unserer Realität.

Lebensmittel aus dem 3D-Drucker für individuelle Bedürfnisse

Weltweit steigt das Angebot an Lebensmitteln aus dem 3D-Drucker in Supermärkten und Restaurants. Für uns Landwirte hört sich dieser Trend wie eine schlechte Science-Fiction-Serie an, aber auch wir müssen uns damit abfinden, dass es Menschen gibt, die gedrucktes Essen, aus Komfort-, Klima- oder was auch immer für Gründen, bevorzugen.

Wie müssen wir uns Food-Printing und Nano-Food-Printing vorstellen?

Die Zutaten sind einfach und das Prinzip bekannt. Man benötigt einen 3D-Drucker und Lebensmittel-Zutaten statt Plastik oder Metall. Die ausgewählten Zutaten werden schichtweise aufgetragen und zum entsprechenden Produkt geformt. Auf dem Smartphone installiert man vorher die passende App und wählt das gewünschte Menü aus. Selbstverständlich kann man hierfür auch einen PC oder ein Notebook verwenden.

Welche Lebensmittel können mit dem 3D-Printer gedruckt werden?

Folgend eine kleine Auswahl; denkt jedoch daran, dass der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind:

  • Premium-Fleisch aus Stammzellen, z.B. Steak vom berühmten Wagyu-Rind
  • Vegane Fleischoptionen aus pflanzlichen Pasten wie z.B. Burger-Patties, Steaks, Lachs
  • Verschiedene Pizza- und Pastakreationen
  • Komplexere Menüs aus Fleisch, Kartoffeln und Gemüse
  • Individuell gestaltete Kekse, Torten, Kuchen und Schokoladenfiguren

Lasst uns an dieser Stelle auch das Thema Nano-Food-Printing ansprechen.

Zwar wird das Konzept als eine revolutionäre Innovation verkauft, weil diese auf eine maßgeschneiderte Ernährung abzielt, aber im Endeffekt ist dieses Konzept ein „Spin-off“ der 3D-geduckten Lebensmittel. Der Fokus hierbei liegt auf eine personalisierte und individualisierte Ernährung.

Beim Geschmack scheiden sich die Geister

Da es sich hierbei um einen „künstlichen Koch“ mit „künstlichen Zutaten“ handelt, kann man nicht erwarten, ein Gourmetmenü serviert zu bekommen. Nicht umsonst benötigt ein Chefkoch jede Menge Erfahrung und das gewisse Etwas, das ihn sogar zum Michelin-Sterne-Koch katapultieren kann.

Bei den 3D-gedruckten Lebensmitteln hängt der Geschmack von mehreren Faktoren ab, wie z.B. die verwendeten Zutaten, die Druckqualität und -technik sowie die Art und Weise, wie alles miteinander kombiniert und verarbeitet wird.

Es handelt sich hierbei um eine neue Technologie mit Verbesserungspotenzial. Fakt ist, dass diese Technologie unsere Essgewohnheiten verändern wird. Die neuen Generationen, die mit dieser Vorstellung von Kochen aufwachsen, werden ein ganz anderes Verständnis für das Essen aufbringen, als wir alte Hasen.

Was erwartet uns in der Zukunft in puncto Ernährung?

Zwar verfüge ich über die magische Glaskugel nicht, aber das hindert mich nicht daran, in die Zukunft zu schauen und meine Perspektive mit Euch zu teilen.

Als Landwirt, dem Mutter Natur am Herzen liegt, kann ich die Augen nicht vor dem verschließen, was links und rechts passiert. Wir verschwenden unsere Ressourcen und obwohl wir den Begriff „Nachhaltigkeit“ in den Himmel loben, passiert an der Basis wenig. Die großen Konzerne werden immer mächtiger und die kleinen Bauernfamilien, die diesen Beruf seit Generationen aus Leidenschaft ausgeübt haben, sehen sich gezwungen, zu schließen oder an die großen Unternehmen zu verkaufen. Ein Teufelskreis, der schwer, jedoch nicht unmöglich, zu durchbrechen ist.

Ich finde, wir steuern mit großem Tempo auf eine gesplittete Gesellschaft in punkto Ernährung zu. Die eine Gruppe wird Mutter Natur treu bleiben und sich möglichst natürlich ernähren, während eine zweite Gruppe in die künstliche Schiene marschieren wird. Ob eine Mitte aus diesen beiden Extremen existieren wird, wage ich momentan zu bezweifeln, da die Diskrepanzen sehr groß sind.

Es bleibt auf jeden Fall spannend. Sind 3D-gedruckte Lebensmittel Euer Ding oder könnt Ihr nichts damit anfangen?

Bildquelle: Foto von davisuko auf Unsplash

2023-09 Lachs und Steak aus dem 3D-Drucker - Agrarbetrieb

Lust auf Lachs und Steak aus dem 3D-Drucker?

Künstliches Fleisch bzw. Fleisch aus dem Reagenzglas oder dem 3D-Drucker sowie „leckere“ Fleischprodukte auf pflanzlicher Basis sollen uns bei der Bekämpfung des Klimawandels helfen, so zumindest die Charta einiger, globaler Organisationen.

Mal heißt es, die Tierhaltung setzt zu viele Treibhausgase frei, dann wiederum wird die Autoindustrie als Buhmann herangezogen. Ach ja, dann ist noch die steigende Weltbevölkerung, die als Plage gesehen wird. Einerseits werden durch diese lästigen Diskussionen wohl die ernsteren Probleme der Menschheit ignoriert, andererseits werden Lösungen präsentiert, wie z.B. Mahlzeiten, die aus Mehlwürmer, gegrillten Heuschrecken oder Maden bestehen, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen (bspw. schlimme Allergien) zu nehmen.

Ein weiterer Lösungsansatz, an dem derzeit viele globale Bio-Tech-Startups arbeiten, sind Fisch- und Fleischprodukte aus dem 3D-Drucker. Dabei kommen pflanzliche Proteine zur Verwendung, die mit Hilfe eines Lasers so geformt werden, dass sie strukturell und geschmacklich so ähnlich wie möglich ans Original kommen.

Man versucht es also erneut und ignoriert dabei die gescheiterten Versuche von Firmen, wie z.B. „Impossible Burger“ und „Beyond Meat“, die mit ihren Imitaten aus Soja-, Bohnen- und Erbsenproteinen gänzlich gescheitert sind. Trotz der massiven finanziellen Unterstützung von Großkonzernen und Milliardären wie z.B. Jeff Bezos, Bill Gates und Richard Branson sowie bemerkenswerter Deals mit Fast-Food-Franchises wie „McDonald’s“ und „Burger King“, blieb das erwartete und vielversprechende Burger-Erlebnis völlig auf der Strecke. Die Verkaufszahlen stimmten vorne und hinten nicht, und somit mussten diese Angebote eingestellt werden.

Mehr dazu gibts hier:

Impossible Burger 2.0: fleischfrei, cholesterolfrei, glutenfrei

Zukunftsessen: Leckeres aus Stammzellen

Food-Trends: Fleisch aus dem Reagenzglas

Jetzt versucht man das Ganze mit dem 3D-Drucker aufzupeppen.

Fisch- und Fleischangebote aus dem 3D-Drucker

Wir brauchen mit dem Finger diesmal nicht auf den amerikanischen Kontinent zeigen, denn diesmal gibt’s die 3D-Drucker Leckereien bei uns in Deutschland und Österreich in den Regalen.

ÖSTERREICH

Starten wir mit unserem Nachbarland Österreich, in dem bei Rewe / Billa ab sofort veganes Lachsfilet aus dem 3D-Drucker angeboten wird.

Das Wiener Startup „Revo Foods“ erhielt Förderungsmittel in Millionenhöhe, um das aus Pilzproteinen hergestellte Fischfilet nun an den Mann zu bringen. „THE FILET – Inspired by Salmon“ soll in Geschmack, Konsistenz und Zubereitung möglichst an das Original herankommen.

Die Zusammenarbeit mit der schwedischen Firma „Mycorena„, die auf die Herstellung von Pilzproteinen spezialisiert ist, hat sich gelohnt. Anders als bei der üblichen Lachs-Zucht benötigt man bei der Zucht von Pilzproteinen weniger Ressourcen. Auch die Emissionen fallen geringer aus.

Das in 2020 gegründete österreichische Biotech-Unternehmen bietet zwar bereits veganen Räucherlachs und Thunfisch-Aufstrich im Lebensmittelhandel an, aber dies ist der erste Vorstoß in das Segment der 3D-gedruckten Steaks und Filets.

DEUTSCHLAND

Kommen wir nun zurück zu uns nach Deutschland. Natürlich bleiben wir bei derartigen Innovationen nicht auf der Strecke. Hierzulande präsentiert das in 2018 gegründete israelische Unternehmen „Redefine Meat„(mit dem Slogan „New Meat, No Compromises“ („Neues Fleisch, ohne Kompromisse“)) ein Filetsteak aus dem 3D-Drucker.

Ähnlich wie der Lachs aus dem 3D-Drucker basiert das 3D-gedruckte Steak auf rein pflanzliche Zutaten. Der Drucker für das künstliche Fleisch, das ab sofort für alle Restaurants in Deutschland zur Verfügung steht, befindet sich in den Niederlanden. Neben Steaks produziert die Firma auch Hackfleisch, Würstchen, Burger Patties und Pulled Pork. Monatlich können bis zu 500 Tonnen künstliches Fleisch hergestellt werden.

Und so sieht bzw. schmeckt das Steak, wenn es mal beim Endkonsumenten angekommen ist. Klaus hat das Steak aus dem 3D-Drucker von „Redefine Meat“ mal getestet und einen Videobeitrag darüber erstellt:

Quelle: Klaus grillt, YouTube

Würdest Du ein Steak aus dem 3D-Drucker probieren?

Das Restaurant ASH in Oberhausen (NRW) bietet diese Neuheit heute bereits an. Ob und wann die Steakhaus-Kette ihre Karte auch an den anderen Standorten um dieses Produkt erweitern wird, steht noch aus.

Ich bin äußerst gespannt darauf, wie die Konsumenten weltweit auf diese doch recht bizarre Innovation reagieren werden. Die Tatsache, dass die veganen Burger trotz massiven Werbemaßnahmen ein derartiger Flop waren, deutet darauf hin, dass es mit den Steaks und Co. aus dem 3D-Drucker nicht ganz so funktionieren wird, wie sich das die großen Institutionen und Investoren vorstellen.

Der Trend in Richtung Biofleisch und hochwertige Produkte aus der Region, die nachhaltig hergestellt wurden, ist unaufhaltsam. Während wir bei diesen Lebensmitteln mehr oder weniger wissen, was wir essen, werfen diese neuartigen Produkte recht viele Fragen auf, auf welche wir noch keine Antworten erhalten haben. Es gibt keine wissenschaftlichen Daten und Studien die besagen, dass Filets, Steaks und Co. aus dem 3D-Drucker keine Allergien oder sonstige gesundheitliche Probleme bei Menschen, die sie konsumieren verursachen.

Würdest Du ein Lachsfilet oder ein Stück Steak aus dem 3D-Drucker konsumieren?

Bildquelle: Foto von Gonzalo Guzman auf Pexels

2022-12 Zukunftsessen Leckeres aus Stammzellen

Zukunftsessen: Leckeres aus Stammzellen

Was sagt Ihr zu Fisch, Fleisch, Eiern, Milch und Co. aus Stammzellen? Klingt viel zu futuristisch, um wahr zu sein? Wer meint, dass diese „leckeren“ Präparate eine komische Zukunftsvision sind, sollte mal genauer hinschauen, wie die Ernährungstrends weltweit geprägt werden. In Singapur wird im Labor gezüchtetes Fleisch bereits vermarktet und konsumiert.

Das ist kein schlechter Scherz. Singapur ist tatsächlich das erste Land der Welt, das seiner Bevölkerung Kunstfleisch zugänglich macht. Ein kleines Land, das kaum über landwirtschaftliche Flächen verfügt und größtenteils von Exporten abhängt, musste sich früher oder später etwas einfallen lassen. Hierzu empfehle ich Euch wärmstens den aktuellen Beitrag von Spiegel. Es geht nämlich um die Integration von Stammzellenfleisch in die lokale Esskultur. Die neue Normalität ist in diesem asiatischen Land wohl schon sehr weit fortgeschritten.

Als ich in 2015 meinen ersten Beitrag über die Ernährung der Zukunft bzw. über gegrillte Heuschrecken und Mader veröffentlichte, hätte ich niemals gedacht, dass Menschen eines Tages Lebensmittel kaufen und verzehren werden, die genauso hergestellt werden wie bestimmte Medikamente oder Impfstoffe. Die Begriffe Biopsie, Bioreaktor, Mikroskop, Stammzellen oder Zentrifugen brachte ich immer mit dem Bereich der Medizin in Verbindung und nicht mit der Lebensmittelindustrie. Ich denke, da war ich wohl sehr naiv.

Mit der Zeit erkannte ich diesen „innovativen“ Ernährungstrend basierend auf Technologie und Medizin insbesondere aufgrund der großen Investitions- und Geldflüsse, die in diese Richtung flossen. Wenn Agrarkolosse, wie z.B. Cargill, oder Multi-Milliardäre, wie z.B. Bill Gates (Microsoft), Jeff Bezos (Amazon) oder Richard Branson (Virgin), massive Investitionen in Kunstfleisch tätigen, dann erwarten diese Genossen auch entsprechende Profite. Das bedeutet wiederum, dass diese neue Branche entsprechenden Rückenwind erhält, um Wachstum zu generieren.

Hier ein paar Beiträge zu diesem Thema von mir:

Ran an die Stammzellen

Die Kollegen aus der Viehzucht haben es wahrhaftig nicht leicht. Ich habe in meinem Leben sehr viele Viehzüchter aus unserem Land, aus Österreich und der Schweiz sowie aus Australien, Peru und Co. kennengelernt, die alle sehr liebevoll mit den Tieren umgegangen sind. Die Mehrheit dieser Menschen führen Familienbetriebe und tun dies seit Generationen. Die Tiere bekommen Top Futter, verbringen die meiste Zeit draußen an der frischen Luft und werden sehr gut versorgt. Das, was in den Medien über Massentierhaltung propagiert wird, hat mit dieser Realität, die ich kennen lernen durfte, nichts zu tun.

Selbstverständlich werden Marketinggenies sich immer neue Kampagnen und Strategien ausdenken, um die Industrie, die Großinvestoren und den Lebensmittelhandel nach vorne zu bringen. Das dürfen wir bei der ganzen Betrachtung nicht vergessen. Ob Begriffe wie Klimawandel, CO2-Ausstoß, Tierquälerei, Veganismus oder was auch immer gerade am besten wirkt, werden in einen cleveren Slogan eingebettet und dem Endverbraucher buchstäblich entsprechend serviert.

Dass wir im medizinischen Bereich mit der neuen Stammzellentechnologie teilweise wahre Wunder, z.B. im Bereich der Orthopädie, erzielen können, bestreitet an dieser Stelle niemand. Ob wir diese Technologie 1:1 auf Lebensmittel übertragen sollten, ist fragwürdig.

Welche langfristigen Auswirkungen haben Lebensmittel aus Stammzellen auf den menschlichen Körper?

Inwieweit beeinflussen diese neuartigen Präparate die menschliche DNA?

Welche allergischen Reaktionen und Entzündungen können Fleisch, Fisch, Eier und Co. aus Stammzellen auslösen? Wie will man dagegen vorgehen?

Das sind nur ein paar Fragen, die ich mir immer wieder stelle, wenn ich auf dieses Thema stoße und zu welchen ich im Internet und bei den unterschiedlichen Expertenrunden noch nie eine Antwort gefunden habe.

Die Verflechtung von Technologie und Natur

Als naturbegeisterter Landwirt, der Technologie und Innovation sehr schätzt, tue ich mich mit diesem Ernährungstrend auf Basis von Stammzellen etwas schwer.

Ich glaube nicht, dass wir die gewaltigen Themen, wie z.B. die Versorgung der stetig wachsenden Erdbevölkerung, mit der oben aufgeführten Technologie in den Griff bekommen. Ganz im Gegenteil, ich erwarte eine Lawine von Problemen, insbesondere im Gesundheits- und medizinischen Bereich, an die wir uns heute nicht herantrauen. Von chronischen Entzündungen bis hin zu weiteren Zivilisationskrankheiten, ist alles möglich.

Denn bis dato gilt die Erkenntnis, dass Fortschritt zwar einige Probleme (u.a. auch in der Heilung von Krankheiten) löst, jedoch wiederum andere, bestehende Herausforderungen potenziert und sogar neue hinzufügt.

Wir haben unseren Fokus im letzten Jahrhundert fast ausschließlich auf Technologien gelenkt und haben hierbei große Fortschritte gemacht. Dabei haben wir der Natur jedoch größtenteils den Rücken gekehrt bzw. die natürlichen Ressourcen ausgebeutet und respektlos behandelt. Dass wir so nicht weiter fortfahren können, ist jedem klar.

Alles auf die neuen Innovationen und Technologien zu setzen, ist falsch. Gleichzeitig können die 8+ Milliarden Menschen nicht alle aufs Land, in den Wald oder hoch in die Berge ziehen und alles was wir erfunden haben, einfach mal so in die Tonne treten. Es müssen Alternativen her; solche, die nachhaltig und ressourcenschonend sind und bei denen wir Technologien sehr gezielt einsetzen, um uns zu helfen und nicht zu schaden.

Beispiele hierzu findet Ihr in meinen Blogs über vertikale Landwirtschaft, Permakultur, Hydroponik, Aquaponik, Mikrolandwirtschaft, urbane Landwirtschaft, Walipinis und andere Gewächshäuser der Zukunft.

Wie steht Ihr zu dem Thema Lebensmittel aus Stammzellen? Lösen wir Eurer Meinung nach alle aufgeführten Probleme der Erde ohne Neue (teilweise sogar gravierendere) zu erschaffen?

Bildquelle: Foto von Scott Webb auf Unsplash

Jetzt heisst es Mehlwürmer essen

Jetzt heisst es Mehlwürmer essen

Mehlwürmer haben in der EU die Zulassung als Lebensmittel erhalten. Der formellen Entscheidung der Brüsseler Behörde steht nichts mehr im Weg. In Asien sind Insekten auf jeder Strassenecke als Snack, Hauptgericht, Beilage oder sogar Cookie zu geniessen. Nun sollen sie auch den Europäern den Appetit anregen. Wird das gelingen?

Als ich im Frühling 2015 den Beitrag Gegrillte Heuschrecken und Mader: So isst Deutschland in 2030 in Anlehnung an der vom größten Lebensmittelkonzern Nestle durchgeführten Studie „Wie is(s)t Deutschland 2030?“ schrieb, betrachteten das die meisten Leser als Utopie. Heute wo es nun aus Brüssel heisst, dass wir unser Lieblingsschnitzel oder ein Stück Steak mit einer „Mehlwürmer-Pampe“ austauschen können, ist das Ganze bittere Realität geworden.

Verkauft werden uns die Mehlwürmer als wichtige Proteinquelle und nachhaltige Ernährung. Sie sollen gemäß EU-Kommission als Snack oder Zutat z.B. in Nudelprodukten oder Keksen verwendet werden. Ob es dabei bleibt, werden wir sehen. Ich gehe davon aus, dass die Marketingmaschine bald so richtig angeschmissen wird, um uns diesen „gesunden“ neuen Ernährungs- und Lebensstil salopp formuliert, zu verkaufen.

Wenn Ihr die entsprechende Nachricht in den News verpasst habt, hier ein kleiner und sehr knapp gehaltener Überblick von Euronews.

Quelle: euronews (deutsch), YouTube

Quellen: EU-Kommission, Nestle

Mehlwürmer und Co. als Klimaretter?

Wenn wir also keinen Fleisch mehr verzehren, sondern stattdessen auf Kunstfleisch bzw. Fleisch aus dem Reagenzglas oder Insekten umsteigen, dann retten wir den Planeten — so die Message in den Mainstream Medien.

Sicherlich bieten Insekten eine interessante Ernährungsoption, das will ich gar nicht bestreiten. Gleichzeitig häufen sich bei der ganzen Initiative folgende Fragen:

  • Sollen jetzt 8 Milliarden Menschen auf Insekten, Kunstfleisch und Co. umsteigen weil XYZ-Studien das irgendwo simuliert haben?
  • Wer sind die großen Profiteure dieser „Umstellung“? Bei Kunstfleisch wissen wir dass Investoren wie z.B. Bill Gates und Richard Branson bzw. große Konzerne wie z.B. Cargill (Agro) oder Merck (Pharma!) ganz vorne mitspielen und den Trend bestimmen.
  • Wer finanziert diese Studien und was ist die wahre Intention dahinter?

Von Spekulationen halte ich nichts; ich bin ein Mensch harter Fakten und Zahlen. Als Landwirt setze ich großen Wert auf Nachhaltigkeit, denn ich erlebe jeden Tag live, wie unsere Bienenpopulation sinkt bzw. dass immer weniger Regenwürmer und andere Kriech- und Krabbeltiere unsere Felder besuchen.

Wie wichtig die Qualität unserer Ackerfelder ist bei der ganzen Geschichte, braucht mir kein Professor oder Wissenschaftler erzählen. Welche Auswirkungen die erhöhte Urbanisierung, der Trend Richtung Mega Cities, der Fokus auf Konsum, die Abholzung der Wälder rund um den Globus, die Verschmutzung der Meere (insb. mit Plastik) etc. auf unseren Planeten haben, sollte mittlerweile jedem klar und deutlich sein.

Wenn diese zu den Hauptverursacher zählen, wieso wird das Essensmenü adjustiert? Sollen Mehlwürmer und Burger aus Kunstfleisch Mutter Gaia retten?

Ich überlasse die Laborfleischexperimente den Forschern und den oben aufgeführten Akteure. Wie die langfristigen Auswirkungen auf das menschliche DNA aussehen werden, wird der eine oder andere von uns noch miterleben.

Hier auf Agrarbetrieb freue ich mich jedes Mal wenn ich praktikable Lösungen und Alternativen mit Euch teilen kann. Beispiele:

Des weiteren liegt es mir am Herzen, Euch über die neuesten Trends und Entwicklungen zu informieren — egal ob diese in die gute oder eher schlechte Richtung gehen. Diesen dualen Stempel überlasse ich jedem einzelnen von Euch.

Der nachfolgende Beitrag von PULS Reportage passt wie die Faust aufs Auge. Viel Spass beim „Insekten essen: Fleischersatz und Klimaretter – funktioniert das im Alltag?“

Quelle: PULS Reportage, YouTube

Bereit einen Quiche mit Mehlwürmern zu probieren?

Werden Europäer ihr Fleischkonsum mit Insekten substituieren? Können wir unser Gehirn beim Essen dieser Speisen ausschalten oder müssen wir die kleinen Tierchen klug verpacken bzw. als Zutat verstecken?

Ich gehe davon aus, dass wir bei Edeka, Rewe, Aldi und Co. recht bald unterschiedliche Insekten-Speisen entdecken werden. Wenn die Margen gut sind, dann wird der Handel nicht zurückschrecken diese Produkte zu listen. Wenn das „Zeug“ im Regal steht und das Marketingturbo eingeschaltet wird, dann werden die Konsumenten zugreifen — das steht ausser Frage.

Paradoxerweise fällt mir hierzu ein Zitat von Steve Jobs (Gründer von Apple) ein:

„Es ist wirklich schwer, Produkte für Zielgruppen zu entwickeln. Sehr oft wissen die Menschen gar nicht was sie wollen – bis du es ihnen gezeigt hast.“

— Steve Jobs

Lust auf einen Burger mit Mehlwürmer oder bevorzugst Du lieber eins mit Kunstfleisch? Bist Du ein waschechter Fleischkonsument der nichts von diesen sogenannten „Pseudo-Alternativen“ hält?

Bildquelle: Foto von katerinavulcova auf Pixabay 

Fleischalternativen - Jetzt kommen die Hybride um die Ecke

Fleischalternativen: Jetzt kommen die Hybride um die Ecke

Ein großer Befürworter von Fleischalternativen ist kein geringerer als die Weltwirtschaftsorganisation. Von Fleisch aus dem Reagenzglas bis hin zu fleischfreien, pflanzenbasierten Alternativen – die Suche nach „Fleischersatz“ scheint in den letzten Monaten an Tempo aufgenommen zu haben.

Die Fleischbranche befindet sich momentan unter einem enormen Druck. Immer wieder geraten Schlachthöfe in die Schlagzeilen und dann flammt hier und da noch das leidige Thema Schweinepest auf. Die Kollegen aus der Viehzucht haben es diese Tage verdammt schwer. Es ist aber kein heimisches Problem, sondern ein globales Phänomen.

Dabei dürfen wir eins nicht vergessen, u.z. das Ganze wird durch die unzähligen Klimaaktivisten und die lieben Medien ins Extreme gepuscht. Warum das alles jetzt eskaliert und wieso namhafte Investoren wie z.B. Bill Gates oder Richard Branson sich von diesem Trend eine goldene Ära versprechen, das überlasse ich an dieser Stelle Eurem Verstand.

Hier auf Agrarbetrieb.com habe ich des öfteren über diese Ernährungstrends geschrieben. Für diejenigen von Euch die neu sind bzw. diese Beiträge noch nicht gelesen habt, empfehle ich als Einstieg folgende Artikel:

Food-Trends: Fleisch aus dem Reagenzglas

Impossible Burger 2.0: fleischfrei, cholesterolfrei, glutenfrei

NEWS: Kunstfleisch, Schwarzwaldmilch, Nordzucker

Laborfleisch jetzt auch im Weltall erhältlich

Im Januar 2019 hat das Weltwirtschaftsforum einen 32-seitigen Bericht mit dem Titel „Meat: the Future series. Alternative Proteins“ (übersetzt: „Fleisch: Die Zukunftsserie. Alternative Proteine“) veröffentlicht, in dem aufgrund des exponentiell steigenden Fleischkonsums (insb. in Entwicklungsländern), die Dringlichkeit beschrieben wird, „mehr pflanzliche Proteinalternativen in die weltweite Ernährung zu integrieren“.

Quelle: World Economic Forum, YouTube

Warum müssen pflanzenbasierte Fleischalternativen her?

Gemäß dem Bericht der Damen und Herren des WEF (World Economic Forum), geht es einerseits um die „menschliche Gesundheit“ und andererseits, um die „ökologische Nachhaltigkeit zu verbessern“.

Im Klartext heisst es:

Die Sorgen sind gross, dass wenn die Weltbevölkerung bis 2050 wie prognostiziert auf 10 Mrd. wächst, dann wird das mit dem Senken der globalen Temperaturen um mehr als 2 Grad Celsius eine Herausforderung.

Wer Lust hat dieses White Paper zu lesen, kann den Report unter folgendem Link herunterladen:

WEF_White_Paper_Alternative_Proteins

Welche Fleischalternativen ringen um unsere Aufmerksamkeit?

Auf der einen Seite tummeln sich die traditionellen Food Companies wie z.B. Nestle, Unilever oder Rügenwalder die mit ihren pflanzenbasierten Fleischalternativen mittlerweile sowohl die Supermärkte als auch die Discounter regelrecht „überschwemmt“ haben. Viele dieser Produkte sind sojabasiert und enthalten jede Menge Zusatzstoffe die den Otto-Normalbürger völlig überfordern.

Dann haben wir die ganzen Food Tech Startups wie z.B. Impossible Foods oder Beyond Meat die mit ihren fleischfreien Varianten zuerst in den USA und dann auch bei uns in Deutschland für Furore gesorgt haben. Im Endeffekt produzieren beide Gruppen ein ähnliches Produkt, der einzige Unterschied ist, dass die einen seit Jahrzehnten/Jahrhunderten im Lebensmittelbusiness sind, während die anderen diese Branche erst seit 2-3 Jahren für sich entdeckt haben.

Es gibt jedoch ein vollkommen anderer Ansatz wenn es darum geht Fleisch zu produzieren und dieser kommt aus der Bio-Tech-Sparte. Es geht um Laborfleisch, Kunstfleisch bzw. Fleisch aus dem Reagenzglas. Es handelt sich hierbei um die Clean Meat Bewegung.

Während es dem einen alleine schon bei dem Klang dieser Worte eiskalt den Rücken herunterläuft, feiert eine andere Gruppe von Menschen diese Experimente und buttert massive Geldsummen in die Projekte rein. Wenn globale Konzerne wie Merck (Pharma) und Cargill (Agro) sowie bekannte Multimilliardäre wie Bill Gates (Microsoft) und Richard Branson (Virgin) in Laborfleisch investieren, spätestens dann wissen auch wir Normalsterbliche, dass sich hier etwas ganz Mächtiges anbahnt.

Dem nicht genug, denn jetzt taucht ein neuer Konkurrent um die Ecke: es handelt sich um einen Hybriden. Also nicht ganz pflanzenbasiert und auch nicht ganz aus dem Reagenzglas.

Die Firma Peace of Meat bietet einen Fleischhybriden an. Die hybriden Nuggets bestehen aus 15% kultiviertem Entenfett und extrudiertem Erbsenprotein. Das in 2019 gegründete B2B Unternehmen ist der europaweit erste Hersteller, der in der Lage ist, eine GVO-freie Stammzellenlinie herzustellen, die die Produktion grösserer Mengen zulässt.

Was genau lockt denn die ganzen Clean Meat und Cultured Meat Startups in diese Branche?

Die Antwort finden wir in den neuesten Prognosen von Statista sowie einer aktuellen Studie von A. T. Kearney wonach:

  • … sich der weltweite Markt für pflanzliches Fleisch von 10 Mrd. USD (2018) auf voraussichtlich 31 Mrd. USD in 2026 mehr als verdreifachen wird. [Quelle: Statista]
  • … 60% des Fleischmarktes in 2040 aus kultivierten und pflanzenbasierten Produkten bestehen wird. [Quelle: „How will Cultured Meat and Meat Alternatives disrupt the Agricultural and Food Industry?“ Studie von A. T. Kearney]

Kurz zusammengefasst für uns Normalbürger:

Es handelt sich um ein äußerst lukratives Geschäft!

Gemäß dem bewährten Prinzip „Follow the money“ wissen wir alle nur allzu gut, dass dort wo Milliarden fliessen, ein sehr lohnendes Business wächst.

Ist das die Ernährungszukunft?

Sind das die letzten Tropfen die das Glas zum überlaufen bringen?

Übersetzt: Ist das das Ende der Fleischindustrie so wie wir sie kennen?

Lebensmittel: Der ultimative Kampf der Giganten

Stimmt das alles oder ist es nur Propaganda? Was sagen die unabhängigen Medien sowie die Experten, Forscher und Wissenschaftler die nicht von BIG Agrochemie, BIG Banks, BIG Pharma, BIG Tech, BIG XYZ finanziert werden?

Ich bin für Innovation, Nachhaltigkeit und Lebensmittel die nahrhaft und gesund sind. Allerdings machen mir diese Tech-Innovationen von irgendwelchen Startups die buchstäblich NULL Affinität und Respekt für Mutter Erde haben, Angst.

Wenn es nur darum geht Profite zu schlagen, dann hat das nichts mehr mit Gesundheit der Weltbevölkerung, Tierschutz oder Nachhaltigkeit zu tun, auch wenn diese Begriffe gerne als Marketingslogans genutzt werden.

Was steckt wirklich hinter dieser ganzen Suche nach Fleischalternativen? Was glaubt Ihr?

Foto von Clker-Free-Vector-Images, Pixabay.com