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Wenn Roboter Hobbylandwirte unterstuetzen

Wenn Roboter Hobbylandwirte unterstützen

Für den Hobbygärtner gibt es den Mähroboter. Hobbylandwirte hingegen geniessen eine immer größere und vielfältigere Auswahl an Roboter die einem bei der Bepflanzung, beim Giessen und sogar bei der Ernte behilflich sein können. Alles web-basiert versteht sich.

Smart Farming, Digitale Landwirtschaft, Robotisierung… alles Schlagwörter die mehr und mehr Präsenz in unser Alltagsleben finden. Jene die tagein tagaus mit Landwirtschaft zu tun haben, wissen, dass wir verstärkt in diese Richtung gehen.

Technologien sind Teil unseres Lebens geworden. Ohne Smartphone geht keiner mehr auf sein Ackerfeld. Tablets sind ein fester Bestandteil eines modernen Schleppers, GPS und Apps helfen uns besser zu navigieren.

Wie konnten denn unsere Vorfahren Landwirtschaft ohne High-Tech betreiben?

Für viele Junglandwirte absolut unvorstellbar.

Hobbylandwirte waren immer aus und vor. Sich auf ein kleines Beet auszutoben, rumexperimentieren und Neues austesten, war schon immer eine Stärke dieser Community. Kein Wunder, dass der Einzug der Farmroboter hier eher passierte als bei uns ‚Hardcore-Landwirten‘ die mit mehreren Hektar zu kämpfen haben. Wenn in einem Beet etwas schief geht, keine große Sache. Wenn bei uns auf dem Feld etwas schief geht, dann hat das böse Konsequenzen insb. finanzieller Art. Ackerböden und Artenvielfalt sind unsere Lebensgrundlage.

Was kann denn so ein moderner ‚Farming robot‘ oder Landwirtschaftsroboter denn wirklich? Wie erfolgt die Steuerung?

Quelle: Mashable Deals, YouTube

Lässt sich dieses Konzept auch auf die „echte“ betriebliche Landwirtschaft übertragen?

Was ich am interessantesten an diesem Open-Source-FarmBot finde, ist die Präzision und Einsatzvielfalt dieser Maschine. Obwohl wir in dem Videobeitrag die Anwendung an einem kleinen rechteckigen Beet gesehen haben, kann ich mir gut vorstellen, dass dies u.a. auch auf runden Großflächen umsetzbar wäre. Dabei fallen mir die großen Ackerfelder in Kalifornien, USA ein — hier hatte ich unlängst einen spannenden Film gesehen, wo Feldroboter mit Hilfe erneuerbarer Energien zum Einsatz kommen.

Drag and Drop Farming für Hobbylandwirte

Die Idee zur Entwicklung des FarmBots entstand während einer Vorlesung. Der US-amerikanische Student Rory Anderson schrieb nach seinem Abschluss ein Whitepaper, um seine Ideen zusammen zu tragen. Binnen weniger Tagen gewann er die Aufmerksamkeit von Softwareentwicklern, Maschinenbauingenieuren und Open-Source-Enthusiasten. Es folgte eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne, die über eine Million Dollar einsammelte. Anfang 2017 wurde der FarmBot Genesis veröffentlicht.

Im Grunde genommen handelt es sich bei den FarmBots um „riesige 3D-Drucker, aber anstatt Kunststoff zu extrudieren, sind ihre Werkzeuge Saatgutinjektoren, Bewässerungsdüsen, Sensoren und mehr“, so Aronson. [Quelle: Fair Companies]

Was macht den FarmBot so besonders und einzigartig?

JEDER kann seine eigenen FarmBots drucken.

Alle technischen Daten sind kostenlos und Open Source. Die Hardware ändert sich nicht; die Software hingegen kann permanent aktualisiert werden.

Übersetzt heisst das folgendes:

Wer heute ein FarmBot-Kit kauft, kann seine Software per Knopfdruck selbst aktualisieren.

Wie funktioniert der FarmBot?

Hobbylandwirte können fortan ihren Garten jederzeit und von überall aus verwalten. Einfach die FarmBot-App downloaden und los geht’s.

  • Graphische Gestaltung der Farm: Pflanzen werden per ‚drag and drop‘ in die Karte reingezogen und abgelegt. Somit ist die gesamte Vegetationsperiode in kürzester Zeit geplant.
  • Manuelle Steuerelemente: Werkzeuge und Peripheriegeräte werden in Echtzeit bedient. Hierbei kann auch das Licht für eine evtl. nächtliche Ernte eingeschaltet werden.
  • Spasskomponente: Erstelle Bilder von deinem Gemüsebeet und zeige Freunden was du drauf hast 😉

Was kostet der Spass?

Hobbylandwirte die keine Lust auf „Ikea-Style“-Selbstarbeit haben, können jederzeit ein All-Inclusive-Kit kaufen. Derzeit werden im FarmBot-Shop zwei Varianten bzw. Generationen angeboten: Genesis und Express.

Der Preis für den FarmBot Express v1.0 liegt bei 1.995 US-Dollar. Die teuerste Variante liegt bei rund 6.000 US-Dollar; es handelt sich hierbei um den FarmBot Genesis MAX v1.5.

Weiterführende Infos und entsprechende Videobeiträge findet Ihr auf farm.bot.

To Have or Not To Have?

Kennt Ihr jemanden der einen FarmBot hat? Vielleicht habt Ihr ja sowas im Betrieb. Wie lauten Eure Erfahrungen damit? Wäre das was für die Kollegen die Urban Farming in einer etwas größeren und ausgefalleneren Art und Weise betreiben?

Wir brauchen mehr Bewusstsein für unsere Lebensmittel und für die Landwirtschaft insgesamt. Daher finde ich solche Initiativen, auch wenn sie teils technisch ‚übertrieben‘ sind, eine gute Sache. Hauptsache wir respektieren die Natur und versuchen diese mit unserer technologischen Evolution nicht ganz zu zerstören.

Frage an Euch Hobbylandwirte: Wie können wir Euch bei der Arbeit unterstützen? Wo seht Ihr Synergien und was können wir verbessern?

Foto: wiselywoven / Pixabay.com

Auswirkungen von 5G auf die Landwirtschaft

Die Auswirkungen von 5G auf die Landwirtschaft

Mit dem weltweiten Chaos ist auch der große Roll-out von 5G zum Halt gekommen. Alles soll „connected“ werden, so die Versprechungen der Big Tech Unternehmen. Kommunikation in Echtzeit und das nicht nur unter Menschen, sondern auch zwischen Mensch und Maschine. Die NASA weist auf Probleme hin und Ärzte warnen vor Gesundheitsschäden.

Schnellere Smartphones, Tablets und Computer und gleichzeitig auch ein schnelleres Internet – das wollen immer mehr Menschen. Die Wenigsten verstehen was hinter diesen Technologien steckt und noch weniger befassen sich mit den möglichen Nebenwirkungen. Das was uns die Telekommunikationsunternehmen erzählen, wird für bare Münze genommen.

Das Stichwort für 5G heißt „Millimeter-Wave-Technology“. Dafür benötigt man jede Menge Wireless-Kanäle die Datenmengen von künftig 10 Gigabit pro Sekunde (also in Echtzeit) übertragen sollen. Die Latentzeit soll eine Millisekunde betragen, was der Reaktionszeit unserer Nervenzellen entspricht.

So wird uns 5G verkauft

Bei 5G geht es um viel mehr als nur Geschwindigkeit. Es geht um sogenannte Internet of Things (IoT) Lösungen, die quasi eine zunehmende Vernetzung aller möglichen Geräte ermöglichen. Das Wort „Smart“ steht im Zentrum dieser Entwicklung. Smart Homes, Smart Stadiums oder Smart Streets – das was wir früher in Science-Fiction-Filmen gesehen haben, soll bald Realität werden.

Ein paar Beispiele:

Der Smarte Kühlschrank schickt eine Bestellung direkt an Amazon, womit es verbunden ist und ohne dass Du etwas tun musst, steht die Ware binnen 2 Stunden vor Deiner Tür. Alles ist bezahlt. Du musst nur noch alles in den Kühlschrank packen; außer natürlich Du hast einen Roboter daheim, der ebenfalls „Smart“ ist und das alles automatisch für Dich erledigt.

Wozu sich noch mit dem Taxifahrer ärgern, wenn ein autonomes Fahrzeug problemlos vor der Tür stehen kann und das entweder per Klick auf einer App oder besser sogar, mittels Aufforderung via Voice-Technologie an Dein „Smart“-Phone.

Was hälst Du davon, wenn Du Klavierspielen lernen könntest mit „smarten“ Handschuhen?

VR-Brille auf und Du kannst ganz gediegen Deine Lieblings-Freizeitaktivität geniessen. Klingt das nicht toll?

Roboter sollen das übernehmen, was wir als Menschen nicht mehr verrichten wollen. Die dadurch gewonnene Zeit sollen wir für kreativere Tätigkeiten verwenden.

Soweit die Verkaufsargumente des Konzepts Internet der Dinge. Die Jugend zelebriert, diejenige die von Technologien wenig Ahnung haben, verstehen nicht was der ganze Hype soll und wiederum andere, machen sich echte Sorgen um die Menschheit. Ist das die richtige Richtung? Entfremden wir uns nicht noch mehr? Wo bleiben unsere ganzen Werte? Was sollen wir in einer von Robotern dominierten Welt überhaupt noch tun?

Viele ungemütliche Fragen zu denen es wenige fundierte Antworten gibt. Über die Gefahren bzw. sogenannten „red flags“ mag keiner sprechen.

Im Oktober 2017 erlebte 5G seine Europapremiere in Berlin. Vier Funkzellen von Telekom und Huawei demonstrierten live die Übertragung im neuen Standard.

Und wer legt diese Standards fest?

Die International Telecommunication Union (ITU). Es handelt sich hierbei um eine auf Informations- und Kommunikationstechnologien spezialisierte Agentur der Vereinten Nationen. Im Februar 2017 hat die ITU die Anforderungen für den neuesten Standard 5G festgelegt. Hier geht’s zum entsprechenden ITU Dokument.

Keine Zukunftstechnologie ohne Nebenwirkungen

Wir haben es verstanden: alles wird schneller und „smarter“. Was sind die unschönen Seiten dieser neuen Technologie?

Ich möchte hierbei auf zwei Punkte bzw. besser gesagt Perspektiven, eingehen. Ein Teil der Warnungen kommen von den Experten der NASA und der andere Teil von Ärzten.

#1: Warnung von NASA

In einem Bericht der Washington Post vom 23.05.2019 warnen die Leiter der NASA und der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) vor einem ernsthaften Problem. In der neuen Technologie steckt eine große Gefahr, die mit einer Naturkatastrophe zu tun hat. Der neue 5G Mobilfunkstandard könnte die technologischen Möglichkeiten der Wettervorhersage um 40 Jahre beeinträchtigen. Übersetzt heisst das, es würde uns im Notfall die Fähigkeit nehmen, z.B. tödliche Hurrikans vorauszusehen und Menschen rechtzeitig zu evakuieren.

Einfach erklärt: Eines der wichtigsten Funkfrequenzen für 5G Netzwerke, das 24-GHz-Band, liegt sehr nahe an den Frequenzen, mit denen Mikrowellensatelliten Wasserdampf beobachten und Wetterveränderungen erkennen können. Das heisst, die Schwingungszahlen könnten sich gegenseitig stören. Dies wiederum bedeutet, die Infos würden nicht rechtzeitig ankommen, um im Falle einer Naturkatastrophe, die Menschen in Sicherheit zu bringen.

Die drahtlose Industrie bestreitet dies.

#2. Warnung von Ärzten

Gefährdet 5G die Gesundheit? Immer mehr Mediziner heben die Hand und weisen darauf hin, dass die Gefahren nicht ausreichend erforscht wurden. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Mobilfunkstrahlung und Krebserkrankungen ist zwar noch nicht nachgewiesen worden und trotzdem bezeichnet die Weltgesundheitsorganisation WHO Mobilfunkstrahlung bereits seit 2011 als „möglicherweise krebserregend“.

Das Krankheitsbild „Elektrohypersensibilität“ (EHS) wird durch Mobilfunk- und WLAN-Strahlung verursacht und betrifft insbesondere Menschen die in Gegenden wohnen, wo viel Elektrosmog herrscht. Die typischen Symptome sind Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und im Extremfall, sogar Herzrhythmusstörungen.

Jetzt sollen durch 5G die Frequenzen erhöht werden, so dass wir noch mehr mit EMF-Strahlung bombardiert werden.

Quelle: FunkWissen, YouTube

Die drahtlose Industrie besteht darauf, dass es soweit keine bekannten gesundheitlichen Schäden gibt.

Was bedeutet 5G für die Landwirtschaft?

Womit verbinden wir den Begriff 5G in der Landwirtschaft?

Mit Smart Farming natürlich.

Auch in unserer Branche soll alles vernetzt sein. Der Landwirt sitzt in irgend einem Gebäude am sog. Cockpit und überwacht ab und zu den „Flow“. Auf dem Feld wimmelt es nur so von Feldrobotern und autonomen Schleppern & Co. Satelliten übertragen die von den Geräten erstellten Bilder vom Ackerbau – in Echtzeit, versteht sich. Drohnen signalisieren ob es irgendwelche „Eindringlinge“ gibt. Im Cockpit werden die ganzen Daten im Computer zentralisiert. Auf dem Bildschirm erscheinen die Ergebnisse der analysierten Daten inkl. Lösungsempfehlungen.

Der gute Landwirt nimmt die eine oder andere Idee auf bzw. überlegt sich etwas Neues – denn nicht vergessen, wir dürfen ja kreativ sein, wenn die Roboter eh schon alles für uns tun.

Ist dieses Szenario plausibel? Wird die Landwirtschaft der Zukunft in etwa so aussehen?

Wenn man sich die Simulationen von einigen Big Playern wie z.B. John Deere anschaut, dann ist das oben dargestellte gar nicht so abwägig. Fakt ist, es wird sich auch in unserer Branche vieles, sehr vieles verändern. Wir sind vor dem „Smart“-Trend nicht immun. Die Damen und Herren die sich ganz neue und tolle Smart Cities ausgedacht haben, können uns nicht so einfach ignoriert haben.

Alle „Smart“-Initiatoren ziehen an einem Strang. Kein Industriezweig wird ausgelassen, auch Mediziner sind nicht auf der sicheren Seite. Bereits heute können Roboter Teil-OPs präziser durchführen als viele erfahrene Chirurgen.

Ob uns 5G wirklich „smarter“ machen wird, bezweifele ich an dieser Stelle. Technologie darf uns nicht dümmer machen und vor allem, nicht kontrollieren. Dieses Prinzip gilt sowohl in der Landwirtschaft als auch für alles andere im Leben.

Digitalisierung im Ackerbau

Digitalisierung im Ackerbau – Macht sich Ernüchterung breit?

Das Thema Digitalisierung hat uns in der Landwirtschaft schon längst erobert. Die Begriffe Smart Farming, Digital Farming, Precision Farming und Landwirtschaft 4.0 sind mittlerweile ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden.

Ein sogenannter Influencer aus unserer Branche; ja, sowas haben wir auch ;), überraschte nun den einen oder anderen mit seinem ernüchternden Statement.

„Betriebe mit den höchsten Reinerträgen haben ein Minimum an Digitalisierung“, so Michael Horsch, Geschäftsführer der Horsch Maschinen GmbH, auf dem diesjährigen Farm & Food Kongress 4.0 in Berlin.

Quelle: Farm & Food 4.0 – International Congress, YouTube

Bitte beachtet hierbei folgende Differenzierung auf die M. Horsch in seinem Vortrag hingewiesen hat:

In der Tierproduktion hat Digitalisierung sehr viel gebracht, im Ackerbau hingegen sehr wenig.

Also, nicht alles gleich über einen Kamm scheren.

Ich bin selber im Ackerbau tätig und gleichzeitig ein Befürworter digitaler Anwendungen WENN diese einen Mehrwert bieten und uns in der Landwirtschaft entlasten. Alles andere ist nur ein „fancy“ Zubehör, ohne jeglichen Nutzen.

In der Landwirtschaft geht es um Effizienz- und Produktivitätssteigerung.

Es geht darum die Büro-, Papier- und Bürokratiearbeit zu minimieren, so dass wir unseren Feldern das Optimum bieten können. Digitalisierung hilft uns zwar bei der Datensammlung und Systematisierung, allerdings auch hier gibt es Einschränkungen; denn jeder Landtechnik-Anbieter liebt seine eigene Software dermassen, dass Precision Farming vom Mainstream (Massentauglichkeit) noch recht weit entfernt ist.

John Deere öffnet seine digitale Einsatzzentrale für externe Softwareanbieter

Genau das ist nötig, um Digitalisierung auch im Ackerbau voranzutreiben. Wir brauchen die Zusammenarbeit und Anbindung mehrerer Anbieter in einer Plattform.

John Deere macht einen ersten Schritt in dieser Hinsicht indem es seine digitale Einsatzzentrale für externe Softwareanbieter geöffnet hat. Unter MyJohnDeere.com lassen sich ab sofort nicht nur Daten an Maschinen senden, sondern auch Schlagkarteien und Wetterdaten einbinden, sowie Applikationskarten importieren. Das sind alles Funktionen, die ab sofort mit externen Anbietern möglich sind.

Laut Angaben von John Deere, sind fortan mehr als 20 Unternehmen aus über 29 Ländern Europas sowie Russland an der Online-Plattform von JD angebunden.

Der große Nutzen: Flexibilität und Schnelligkeit weil alles auf einem Blick.

Ein eventueller Nachteil: Datenschutz.

JD versichert alle Nutzer, dass sie die Datenkontrolle beim Austausch zwischen der Einsatzzentrale und den angebundenen externen Softwarefirmen behalten.

Digitalisierung bedeutet nicht automatisch große Investitionen

Lasst mich als erstes mit einem weit verbreitetem Irrtum aufräumen:

Man benötigt keine Millionen Euros, um sein Betrieb über Smartphones und Tablets zu verwalten.

Man braucht nicht reich sein, um sein Büro in die Cloud zu verlegen und ein paar Landmaschinen mit Nachrüstlösungen smart zu machen. Ein alter Fendt Vario kann jederzeit mit einem Beacon digitalisiert werden und schon weiß man, wo sich der alte Genosse befindet. Da muss man nicht gleich die Geldbörse zucken und tausende für ein neues Gerät ausgeben.

Übergangsweise helfen auch kostenlose Tools wie Google Drive, Trello und Slack. Sobald man ein etwas komplexeres System aufgebaut hat, sollte man alles schön verschlüsselt in einer unabhängigen Software (am besten ein Agrartool) aufbewahren.

Aber Roland, wir hauen uns durch Digitalisierung doch selbst die Beine weg. Damit ebnen wir doch den Weg frei für Roboter uns entbehrlich zu machen.

Landwirtschaft 4.0 (oder was auch immer noch für Versionen folgen werden) bedeutet nicht, dass:

  • unsere jahrzentelange Erfahrung
  • unser Gefühl für den richtigen Zeitpunkt für die Saat oder die Ernte sowie
  • unser Händchen für den Boden im Ackerbau oder für die Tiere in der Viehzucht

durch Technologie ersetzt werden.

Die Technologie ist dafür da uns zu unterstützen.

Ich muss mir immer wieder anhören wie schlecht Facebook, Instagram oder überhaupt die ganzen Smartphones sind.

Liebe Freunde, diese ganzen Apps, Softwarelösungen, Tablets, Smartphones, Computer etc. sind nichts anderes als Tools. Sie sind per se nicht schlecht und auch nicht gut. Sie sind neutral. Wir sind diejenigen die sie nutzen und jeden Tag aufs neue aktivieren.

Wir haben die Kontrolle – oder so sollte es zumindest sein. Das Gefühl der Smartphone-Abhängigkeit wird immer realer und wenn das so weitergeht, dann sind die Anonymen Alkoholiker nichts im Vergleich zur Gruppe der ‚Smartphone-Addicted‘.

Wie wir diese Tools nutzen bestimmt ob sie eine positive oder negative Auswirkung haben. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir ständig am Ball bleiben und unser digitales Know-how vertiefen, damit wir auch weiterhin das meiste aus diesen Tools herausholen.

Digitalisierung im Ackerbau – sind wir hinten dran oder recht gut dabei? Was glaubt Ihr?

Digitalisierung in der Landwirtschaft

Digitalisierung in der Landwirtschaft

Digitalisierung in der Landwirtschaft soll die landwirtschaftlichen Prozesse unterstützen und Probleme lösen. Aber sie bringt auch ihre eigenen Herausforderungen mit sich. 

Ob automatisierte Melkanlagen, der Einsatz von GPS-gesteuerten Drohnen oder Landmaschinen, die autonom ihre Arbeit erledigen, die Branche setzt längst auf Digitalisierung. 

Sensoren auf dem Feld und im Stall senden über Satelliten die relevanten Daten an entsprechende Software. 

Diese wertet die Daten aus und leitet Handlungen der Maschinen ein oder empfiehlt die weiteren Schritte. 

Digitalisierung in der Landwirtschaft in vollem Gange

Was kann da noch schiefgehen, wenn die digitalen Helfer zum Einsatz kommen? Die landwirtschaftlichen Abläufe laufen dann sicherlich effizient und Ressourcen schonend ab.

Präzisionslandwirtschaft, Landwirtschaft 4.0, Smart Farming, … die Trends oder aktuellen „Produktionsmodelle“ funktionieren alle, aufbauend auf der fortschreitenden Digitalisierung in der Landwirtschaft.

Landwirtschaft braucht IT-Experten

Die erste Herausforderung ist sicherlich zunächst das Aneignen von Wissen. Landwirte sind von Hause aus zunächst keine IT-Experten.

Digitalisierung in der Landwirtschaft erfordert, wie andere Bereiche auch, gewisse Kompetenzen, um sie auch nutzbringend einsetzen zu können.

Beispielsweise: vor dem digitalen Einsatz, gilt es, die für einen selbst richtige Software, App oder Kombination aus Hard- und Software zu finden und einsetzen zu können.

Für viele Landwirte ist es ein komplett neues Gebiet. Ja, die Technik sollte die Arbeitsprozesse vereinfachen.

Allerdings sind die digitalen Technologien mittlerweile nicht mehr wirklich selbsterklärend. Nehmen wir bspw. landwirtschaftliche Maschinen. Die Funktionen und Möglichkeiten nehmen stetig zu.

Digitalisierung erlaubt die Maschinen noch präziser und sensibler auf die Erfordernisse der Pflanzen und Tiere einzustellen.

Aber nach wie vor: eine Maschine ist ein Werkzeug. Und nur, wer sein Werkzeug, sprich die digitalen Funktionen, gut kennt, wird die besten Ergebnisse erzielen.

Die Digitalisierung stellt damit neue Herausforderungen an die landwirtschaftliche Personalpolitik.

Zum einen ändert der stetige Zuwachs an digitalen Technologien in der Landwirtschaft die Anzahl der Mitarbeiter.

Maschinen, bspw. etwa vollautomatische Melkmaschinen, benötigen nicht mehr die gleiche Anzahl und auch nicht die gleiche Qualifikation der Mitarbeiter.

Es reicht nicht mehr aus, den Traktor zu fahren, wie viele es sicher noch aus ihrer Kindheit kennen.

Nein, die Herausforderung besteht darin, landwirtschaftliche Mitarbeiter zu finden, die sich gleichzeitig in der digitalen Welt auskennt, auf dem Laufenden bleibt und die Technologien entsprechend einsetzen kann.

Big Data – der gläserne Landwirt

Die Änderungen in der digitalen Landwirtschaft gehen schnell voran.

Sicherlich, der Ausbau der Infrastruktur für das Internet auf dem Land lässt in vielen Gebieten zu wünschen übrig. Wir kennen diese Diskussion.

Aber die Entwicklung bei der Digitalisierung ist nicht aufzuhalten. Die Vernetzung von Maschine und Software wird immer ausgefeilter.

Nicht nur stetige Innovationen auf dem Markt, etwa in Punkto Sensor- und Messtechnik, führen zunächst vor allem zu eins: einem gesteigerten Austausch von Daten.

Aber wie steht es mit dem Datenschutz in der Landwirtschaft?

In der Landwirtschaft werden Daten über die Bodenbeschaffenheit bis hin zu Bewegungsabläufen der Tiere gesammelt. Jeder digitale Prozess erfordert das Vernetzen und Auswerten von Daten.

4.1 Millionen Datenpunkte soll ein landwirtschaftlicher Durchschnittsbetrieb täglich im Jahr 2050 produzieren. Im Vergleich: es waren 190.000 in 2014.

(Quelle: Business Insider)

Was geschieht mit den Daten? Für wen sind die Daten zugänglich?

Die Daten, die über die Sensoren- und Messgeräte gesammelt werden, werden an die genutzte Software weitergeleitet.

Je nach Hersteller des jeweiligen Gerätes und der zugehörigen Software können die Datenformate kompatibel – oder auch nicht – mit anderen Anbieterprogrammen sein.

Es gibt auch übergreifende Plattformen, die ein Zusammenführen und Auswerten der Daten, unabhängig vom Anbieter auswerten.

Sicher ist, jeder ist interessiert an den Daten: ob Landwirt, Unternehmen, Forschung. Jeder möchte von Big Data profitieren.

Und an sich bringen die Datenmengen nur etwas, wenn sie nicht nur im großen Umfang vorliegen, sondern auch im großen Umfang vernetzt werden.

Dies widerspricht jedoch dem Prinzip von Datensicherheit und Datenhoheit. Kein Wunder, dass die Digitalisierung in der Landwirtschaft auch Zweifel aufwirft:

  • Begibt man sich als Landwirt in eine Abhängigkeit von Drittanbietern von Softwarelösungen?
  • Was geschieht mit den gesammelten Daten? Wer hat Zugriff drauf und kann quasi die Prozesse eines Betriebes voll einsehen?
  • Wer profitiert wirklich an der digitialen Landwirtschaft?

Landwirtschaft 4.0: Digital farming – gläserne Bauern?

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Kein Wunder das Bayer bei der Fusion mit Monsanto vor allem auf eins nicht verzichten wollte: Teile des digitalen Geschäfts abzugeben.

Digitalisierung in der Landwirtschaft wird bald nicht mehr nur im Aufbau sein. Die landwirtschaftliche Zukunft gehört der digitalen Landwirtschaft.

Durch zahlreiche Übernahmen in den letzten Jahren hat es Monsanto geschafft, weltweit die Nummer 1 auf dem Gebiet der digitalen Landwirtschaft zu sein.

(Quelle: Briandcolwell.com)

Bis 2020 allein werden hunderte Millionen US-Dollar Einnahmen aus bezahlten Abonnements für digitale, landwirtschaftliche Plattformen erwartet.

(Quelle: Reuters.com)

Dies ist durchaus eine Ansage. Die Grundlage für den Profit stellen die Landwirte weltweit mit Ihren gesammelten Daten zur Verfügung. Welchen Datenschutz hält das Unternehmen ein?

Wie sieht es mit Euch aus? In welchem Umfang sammelt und gebt Ihr Big Data weiter? Wie denkt Ihr in diesem Zusammenhang über das über das Thema Datenschutz?

Landwirtschaft-Ernte-Klimawandel

Ausfälle bei Ernte – was ist zu tun?

Von der “schlechtesten Ernte des Jahrhunderts” hört man manchen reden. Die Trockenheit lässt nicht wenige Landwirte verzweifeln.

Der diesjährige Sommer meint es nicht gut mit uns Landwirten im Norden und Osten des Landes. Zuzusehen, wie die Investitionen und die ganze Arbeit der Vormonate buchstäblich vor den Augen verbrennt, ist hart.

Laut der Deutschen Presse-Agentur (DPA) beziffern erste Schätzungen die Schäden aufgrund der Dürre in den letzten Wochen auf mehr als eine Milliarde Euro.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat entsprechend Hilfen für Dürreausfälle bei der Ernte für betroffene Landwirte gefordert.

Grundlage für die Gewährleistung von Nothilfen durch den Staat ist, dass Schäden von “nationalem Ausmaß” festgestellt werden.

Bei den ersten Schadenseinschätzungen hinsichtlich der Ernte scheint dies gegeben zu sein:

  • Schleswig-Holstein: 422 Millionen Euro
  • Sachsen: 308 Millionen Euro
  • Sachsen-Anhalt: 237 Millionen Euro
  • Hessen: 150 Millionen

Quelle: Spiegel

Schäden bei der Ernte – Handlungsbedarf in Krisenzeiten

Der gestrige “Dürregipfel” in Berlin brachte zunächst keine Ergebnisse. Entscheidungen sollen erst nächste Woche getroffen werden, wenn genauere Aussagen zu dem Ausmaß der Schäden für die Landwirte getroffen werden können.

“Ich kann nicht ohne repräsentative Zahlen, Daten und Fakten den nationalen Notstand ausrufen und nach Gefühl Zahlungen veranlassen.” Julia Klöckner, Bundeslandwirtschaftsministerium

Um die Bereitstellung von Futter für Nutztiere sicherzustellen, sollen für diesen Bereich jedoch schneller Entscheidungen fallen.

Futter für Tiere

Die Dürrezeit erschwert den Landwirten die Bereitstellung von Futter für Tiere. Die Trockenheit hat nämlichen in manchen Regionen auch den Grasschnitt für Viehfutter eingeschränkt.

Am Mittwoch soll deshalb bereits über eine Verordnungsänderung abgestimmt werden, die von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in die Wege geleitet wurde.

Der Entwurf sieht vor, dass die Länder in diesem Jahr in Gebieten, die vom Wetter ungünstig betroffen sind, eine Zeitraum von acht Wochen festlegen können, in dem die ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) mit Zwischenfruchtmischungen bestellt sein müssen.

Die Abänderung des Zeitraumes, der normalerweise von 1. Oktober bis 31. Dezember läuft, kann nur für Einzelfälle erfolgen, für die ein Antrag gestellt worden ist.

Da die Verordnung nicht automatisch für alle Bundesländer oder Landkreise greift, solltet Ihr Euch bei Eurer Landesdienststelle informieren.

Beginnen tut der achtwöchige Zeitraum am Tag nach der Aussaat der letzten ÖVF-Zwischenfrucht.

Klimawandel kein Zukunftskonstrukt

Die heißen Sommer der letzten Jahre zeigen jedem: der Klimawandel ist kein abstraktes Konstrukt, vor welchem wir seit Mitte des 19. Jahrhunderts gewarnt worden sind.

Wir sind mittendrin. Die Hitze ging an niemanden vorbei. Aber insbesondere die Landwirte haben derzeit mit hohen Verlusten bei der Ernte die Rechnung zu tragen.

Der Verbraucher selbst spürt die wirtschaftlichen Ausmasse der Ausfälle bei der Getreideernte noch nicht. Dem Nachfrage-Preis-Modell nach, könnte man meinen, dass ein knappes Angebot an Getreide sich im Preis niederschlägt, etwa beim Brotpreis.

Dem ist nicht der Fall. Zum einen, weil der Getreideanteil hier nicht so hoch wie gedacht ist, zum anderen können Ausfälle der Ernte durch Importe aus anderen Ländern kompensiert werden.

Heiße Sommer sind keine Ausnahme mehr. Sie werden mehr und mehr zur Regel.

Im Gegenzug dafür gibt es mittlerweile zur Wintersaison auch gut und gerne auch mal zuviel Wasser. Die Ernte geht hier wortwörtlich den Bach runter.

Intervenieren in Krisenzeiten ist gut und schön.

Allerdings: wenn die Ausnahme zur Regel wird, wie soll dann vorgegangen werden. Sicherlich gilt es sich anzupassen.

Aber was gilt es anzupassen?

Zum einen müssen neue Modelle in der Landwirtschaft gefunden werden. Es muss gewährleistet werden, dass die Felder quasi ganzjährig eine Grundlage für ein gesundes Pflanzenwachstum gewährleisten.

Schaut man sich die rasante Entwicklung der landwirtschaftlichen Technologien an, wird es hier keine Zweifel geben:

Es wird Lösungen geben, um in zukünftigen Trockenperioden Wasser ressourcenschonenden „an die Pflanze“ zu bringen. Sicherlich kann man sich in anderen Trockengebieten der Erde, ob in Kalifornien oder afrikanischen Regionen, etwas abkucken.

Intelligente Technologien werden die landwirtschaftlichen Strukturen ändern. Das Klima ist ein Faktor, der diesen Prozess beschleunigen könnte.

Ob Smart Farming, Vertical Farming, intelligente Maschinen, Methoden wie die Tröpchenbewässerung, … es fehlt nicht an interessanten Ansätzen.

Mit Technik gegen Dürre

Quelle: ARD

Insbesondere die Landwirtschaft befindet sich in einem Spannungsfeld von vielen Interessen: Lebensmittel sind ein grundlegend wichtiges Gut, weshalb politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessengruppen besonders stark ihren Einfluss ausüben möchten.

Es bringt nichts, wenn sich die Landwirtschaft an neue klimatische Bedingungen anpasst, in neue Technologien investiert, während Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in alten Mustern denken und handeln.

Wie seht Ihr die zukünftige Entwicklung – welche Änderungen außerhalb der Landwirtschaft sind wichtig, um Landwirten eine gute Zukunftsperspektive zu geben?