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2024-05 3D-gedruckte Lebensmittel auf dem Vormarsch - Agrarbetrieb

3D-gedruckte Lebensmittel auf dem Vormarsch

3D-gedruckte Hanfhäuser, Pflanzensysteme für die Hydrokultur und Lebensmittel, wie etwa Fleisch und Fisch, sind längst keine menschliche Fantasien mehr, sondern Teil unserer Realität. Während die einen auf eine nachhaltige, regionale und saisonbedingte Ernährung pochen, zieht es einen anderen Teil der Bevölkerung, der mit Mutter Natur wohl wenig anfangen kann, in die künstliche Ecke der Lebensmittel.

Kochen? Nicht doch, wenn man ein „saftiges“ Stück Steak oder Lachs einfach drucken kann. Was für viele ein absolutes Horrorszenario darstellt, die Idee eines „leckeren“ Essens per Mausklick klingt für andere wie ein Segen. Den 3D-Drucker anschmeißen, in der App das gewünschte Gericht auswählen und schon zaubert das Gerät das individualisierte, künstliche Supermenü auf den Teller.

Klingt futuristisch? Lasst Euch nicht täuschen, denn „Food Printing“ ist längst Teil unserer Realität.

Lebensmittel aus dem 3D-Drucker für individuelle Bedürfnisse

Weltweit steigt das Angebot an Lebensmitteln aus dem 3D-Drucker in Supermärkten und Restaurants. Für uns Landwirte hört sich dieser Trend wie eine schlechte Science-Fiction-Serie an, aber auch wir müssen uns damit abfinden, dass es Menschen gibt, die gedrucktes Essen, aus Komfort-, Klima- oder was auch immer für Gründen, bevorzugen.

Wie müssen wir uns Food-Printing und Nano-Food-Printing vorstellen?

Die Zutaten sind einfach und das Prinzip bekannt. Man benötigt einen 3D-Drucker und Lebensmittel-Zutaten statt Plastik oder Metall. Die ausgewählten Zutaten werden schichtweise aufgetragen und zum entsprechenden Produkt geformt. Auf dem Smartphone installiert man vorher die passende App und wählt das gewünschte Menü aus. Selbstverständlich kann man hierfür auch einen PC oder ein Notebook verwenden.

Welche Lebensmittel können mit dem 3D-Printer gedruckt werden?

Folgend eine kleine Auswahl; denkt jedoch daran, dass der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind:

  • Premium-Fleisch aus Stammzellen, z.B. Steak vom berühmten Wagyu-Rind
  • Vegane Fleischoptionen aus pflanzlichen Pasten wie z.B. Burger-Patties, Steaks, Lachs
  • Verschiedene Pizza- und Pastakreationen
  • Komplexere Menüs aus Fleisch, Kartoffeln und Gemüse
  • Individuell gestaltete Kekse, Torten, Kuchen und Schokoladenfiguren

Lasst uns an dieser Stelle auch das Thema Nano-Food-Printing ansprechen.

Zwar wird das Konzept als eine revolutionäre Innovation verkauft, weil diese auf eine maßgeschneiderte Ernährung abzielt, aber im Endeffekt ist dieses Konzept ein „Spin-off“ der 3D-geduckten Lebensmittel. Der Fokus hierbei liegt auf eine personalisierte und individualisierte Ernährung.

Beim Geschmack scheiden sich die Geister

Da es sich hierbei um einen „künstlichen Koch“ mit „künstlichen Zutaten“ handelt, kann man nicht erwarten, ein Gourmetmenü serviert zu bekommen. Nicht umsonst benötigt ein Chefkoch jede Menge Erfahrung und das gewisse Etwas, das ihn sogar zum Michelin-Sterne-Koch katapultieren kann.

Bei den 3D-gedruckten Lebensmitteln hängt der Geschmack von mehreren Faktoren ab, wie z.B. die verwendeten Zutaten, die Druckqualität und -technik sowie die Art und Weise, wie alles miteinander kombiniert und verarbeitet wird.

Es handelt sich hierbei um eine neue Technologie mit Verbesserungspotenzial. Fakt ist, dass diese Technologie unsere Essgewohnheiten verändern wird. Die neuen Generationen, die mit dieser Vorstellung von Kochen aufwachsen, werden ein ganz anderes Verständnis für das Essen aufbringen, als wir alte Hasen.

Was erwartet uns in der Zukunft in puncto Ernährung?

Zwar verfüge ich über die magische Glaskugel nicht, aber das hindert mich nicht daran, in die Zukunft zu schauen und meine Perspektive mit Euch zu teilen.

Als Landwirt, dem Mutter Natur am Herzen liegt, kann ich die Augen nicht vor dem verschließen, was links und rechts passiert. Wir verschwenden unsere Ressourcen und obwohl wir den Begriff „Nachhaltigkeit“ in den Himmel loben, passiert an der Basis wenig. Die großen Konzerne werden immer mächtiger und die kleinen Bauernfamilien, die diesen Beruf seit Generationen aus Leidenschaft ausgeübt haben, sehen sich gezwungen, zu schließen oder an die großen Unternehmen zu verkaufen. Ein Teufelskreis, der schwer, jedoch nicht unmöglich, zu durchbrechen ist.

Ich finde, wir steuern mit großem Tempo auf eine gesplittete Gesellschaft in punkto Ernährung zu. Die eine Gruppe wird Mutter Natur treu bleiben und sich möglichst natürlich ernähren, während eine zweite Gruppe in die künstliche Schiene marschieren wird. Ob eine Mitte aus diesen beiden Extremen existieren wird, wage ich momentan zu bezweifeln, da die Diskrepanzen sehr groß sind.

Es bleibt auf jeden Fall spannend. Sind 3D-gedruckte Lebensmittel Euer Ding oder könnt Ihr nichts damit anfangen?

Bildquelle: Foto von davisuko auf Unsplash

Drei Konzepte abseits der Mainstream-Landwirtschaft

Die Zeiten in unserer Branche sind ähnlich herausfordernd wie in anderen Industriezweigen: die Preise für Düngemittel, Saatgut und Co. explodieren, große Konzerne und sehr wohlhabende Individuen kaufen unaufhaltsam Agrarflächen auf, während Familienbetriebe, die seit Generationen Landwirtschaft betreiben, sich gezwungen sehen, zu schließen. Die Unsicherheit auf den Bauernhöfen ist größer denn je.

Was sollen wir anpflanzen, um davon unseren Lebensunterhalt und den unserer Familie zu garantieren?

Wie können wir weiterhin unsere Konsumenten mit Top-Qualität beliefern ohne dafür durch das ganze Land zu fahren?

Welche Alternativen bietet uns die digitale Welt? Wie lässt sich diese mit der Landwirtschaft gut vereinen?

Fragen über Fragen, die uns als Landwirte tagein, tagaus beschäftigen, während die Politik sich immer neue und weitere Regelungen überlegt, um uns ans Schreibtisch zu ketten. Die Anzahl der Dokumente, die wir für alles möglich benötigen, wird immer umfangreicher während viele von uns große Schwierigkeiten haben, sich über Wasser zu halten.

Jammern hilft nichts und es bringt auch keinen weiter. Daher möchte ich Euch heute ein paar Konzepte vorstellen, die über das, was wir wohl aus Mainstream-Landwirtschaft gewohnt sind, überschreitet.

Landwirtschaft geht auch anders

Lasst uns gemeinsam nach ein paar erfolgreich umgesetzten Ideen aus unserer Branche, Ausschau halten. Während einige dieser Konzepte von „echten“ Landwirten kommen, stammen andere wiederum von Menschen, die nicht aus unserem Industriezweig sind, jedoch ein großes Herz für Mutter Natur haben.

1. Anbauen nach dem No-Dig-Prinzip

Wie der englische Begriff bereits verrät, handelt es sich bei diesem Anbauprinzip darum, die Ackerfläche ohne jegliche Bodenbearbeitung fruchtbar zu machen. Dies geschieht, indem der Boden mit einer 10-15 cm Kompostschicht bedeckt wird. Oft wird darunter auch eine Lage Karton ausbereitet, um besser gegen Unkräuter gewappnet zu sein.

Einige Vorteile dieses Anbausystems:

  • weniger Unkräuter
  • geringerer Jätaufwand
  • gesundes Pflanzenwachstum

In dem nachfolgenden Videobeitrag erfahren wir, wie ein junge Familie ihren gesamten Lebensunterhalt von ihrer 2500 qm Marktgärtnerei erwirtschaftet.

Quelle: ReLaVisio – Regenerative Landwirtschaft, YouTube

2. Per App einen Gemüsegarten betreiben und sich die Ernte nach Hause liefern lassen

Hast Du schon immer Lust auf einen eigenen Garten gehabt, aber nie die Zeit gefunden, um diesen zu bearbeiten?

Hier kommt eine geniale Lösung dafür: ein eigener kleiner, virtueller Gemüsegarten, den Du Online betreiben kannst. Selbstverständlich bekommst Du die virtuell „selbst“ angebauten Karotten, Tomaten und Co. nach der Ernte sogar nach Hause geliefert.

Liebe Agrarbetrieb-Freunde, das ist kein schlechter Schwerz, sondern die Tatsache.

Die Idee stammt von zwei Österreichern aus Kärnten. Christoph Raunig und Patrick Kleinferchner haben für genau diesen Zweck im Jahr 2018 die Online-Plattform myAcker.com gegründet. Mit über 3.200 Onlinegärtnern (per April 2024) befindet sich die myAcker-Familie auf absolutem Wachstumskurs.

Quelle: myAcker, YouTube

3. Direktvermarktung via Bio-Kiste

Ohne „Mittelmänner“ würde vieles in der Landwirtschaft wesentlich mehr Spass machen.

In erster Linie hätten wir die Chance, direkt mit unseren Endkonsumenten zu sprechen und unser Sortiment auf ihre Bedürfnisse besser abzustimmen. Zweitens, hätten wir die Möglichkeit die Kosten, welche für die Zwischenhändler anfallen, erheblich zu reduzieren. Direktvermarktung hat durchaus sehr viele Vorteile.

Das dachten sich auch die Gründer von dem Onlineportal etepetete.

Der Hintergrund: was nicht sexy aussieht, bleibt oft auf dem Boden liegen. Eine krumme Möhre, eine komisch-aussehende Tomate … aus dem, was nicht der Norm des Handels entspricht, lässt sich hervorragend eine Box zusammenstellen. Hauptsache Bio, regional und frisch. Das Ganze natürlich plastikfrei verpackt und zu einem fairen Preis geliefert.

Auch Lust auf Bio-Obst? Kein Problem. Bei etepetete gibt’s die Bio-Boxen für jeden Obst- und Gemüse-Gaumen.

Wie so eine Box aussehen kann, zeigt das folgende Unboxing-Video einer etepetete Lieferung:

Quelle: Anne Pesch, YouTube

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Seit Generationen baut mein Familienbetrieb Getreide und Rüben an. Ich wollte jedoch etwas Neues wagen und eine Spezialität anpflanzen. Dies ist mir durch meine Aroniaplantage gelungen.

Meine Reisen nach Südamerika haben sich ausgezahlt. Die Superbeere mit ihren zahlreichen gesundheitsförderlichen Eigenschaften gibt’s jetzt auch bei uns in Deutschland.

Wo genau?

Im schönen Frankenland. Deshalb nannte ich meine Marke auch Frankenaronia. Das ist meine Antwort auf die Non-Mainstream-Landwirtschaft.

Schaut bei Frankenaronia vorbei. Hier geht’s zur Onlineplattform:

Frankenaronia.com

Ich freue mich auf Euren Besuch.

Lasst Euch von den vielen negativen Ereignisse und Schlagzeilen nicht herunterziehen. Bleibt kreativ. Findet neue Wege. Probiert neue Konzepte aus. Arbeitet im Einklang mit Mutter Natur, so dass wir eine nachhaltige Landwirtschaft für alle ermöglichen.

Bildquelle: Foto von Pixabay auf Pexels

2023-10 Goodbye Flugobst und -gemuese - Agrarbetrieb

Goodbye Flugobst und -gemüse

Unsere Nachbarländer haben es uns bereits vorgemacht und jetzt tun wir es auch. Wir verzichten auf den Import von Obst und Gemüse per Flugzeug. Lidl nutzt den Klimawandel als Argument für seine Entscheidung. Goodbye also, Papaya und sonstiges Flugobst und -gemüse.

Erst die Schweiz, dann Österreich und zuletzt die Niederlande — in diesen Ländern bietet Lidl kein fliegendes Obst und Gemüse mehr an. Nun verzichtet der Discounter auch bei uns gänzlich auf Exoten, die per Luftfracht importiert wurden. „Flugware weg“ bedeutet jedoch nicht, dass Importe per Schiff oder LKW nicht weiter zugelassen werden. (Quelle: Lebensmittel Zeitung)

Was heißt das konkret?

In erster Linie werden die Regale, insbesondere in der Winterzeit, wesentlich übersichtlicher. Man setzt auf heimisches Obst und Gemüse, d.h. Papayas, Sternfrüchte, Physalis und Co. werden durch Lageräpfel und -birnen ersetzt.

Zweitens rücken durch diese Entscheidung, Saisonprodukte vermehrt in den Fokus. Inwieweit die heimischen Landwirte davon profitieren werden, kann ich nicht sagen.

Interessanterweise betrifft der Klimawandel nur die Warengruppe „Obst und Gemüse“, denn Blumen dürfen merkwürdigerweise weiterhin aus jedem Teil der Welt per Flugzeug eingeflogen werden. Hauptsache sie sind frisch.

Demnach dürfen wir uns bei Obst und Gemüse weiterhin auf Produkte, die eine längere Haltbarkeit haben, freuen; so wie es etwa der Fall bei Bananen ist, die uns per Schiff erreichen.

Quelle: Videobeitrag von Oli, YouTube

Wer profitiert von der neuen „Kein Flugobst“- /“Kein Fluggemüse“- Politik?

Bei solchen Entscheidungen müssen wir uns immer wieder die Frage nach den Profiteuren stellen. Und die Antwort hierauf ist in diesem Falle gar nicht so einfach. Ganz im Gegenteil, erst kommen einem die Verlierer in den Sinn.

Einerseits, sind dies die Verbraucher mit knappen Geldbeuteln, die extra beim Low-Cost-Discounter einkaufen, um möglichst viele Produkte (u.a. auch Südfrüchte) billig einzukaufen. Andererseits, verhindert Lidl durch seine Entscheidung auch in weniger entwickelten Ländern den Zugang zu Flugobst und -gemüse.

Sowohl der deutsche Verbraucher als auch wir Landwirte bzw. kleine landwirtschaftliche Familienunternehmen profitieren nicht von dieser Entscheidung und das, obwohl wir Saisonprodukte aus der heimischen Produktion auch befürworten.

Es stellt sich also weiterhin die Frage, wer die finanziellen Profiteure sind:

Die Exporteure, die den Transport von Waren per Schifffahrt und LKW anbieten?

Die großen Agro-Konzerne, die ihre Monokulturen verstärkt auf den Markt pushen?

Oder Großinvestoren, die ihre Ländereien an Lidl, Aldi und Co. zum Weiterverarbeiten verpachten?

Nachhaltigkeit geht auch anders

Klimawandel und CO2-Reduktion als Hauptargumente zu verwenden, um eine Warengruppe „auszulisten“, ist mehr als unglaubwürdig. Wenn, dann müsste das konsequent über alle Produkte und Warengruppen durchgesetzt werden, ohne Ausnahmen. D.h. dann, dass es auch beispielsweise keine frischen Blumen mehr gibt, die einen Tag zuvor per Flieger geliefert worden sind.

Nachhaltigkeit geht auch anders. Frische, regionale Produkte, Bio- und Saisonprodukte aus der heimischen Produktion wären hierfür das A und O. Einen Vertrag mit Lidl abzuschließen ist aber für viele landwirtschaftlichen Familien ein Ding der Unmöglichkeit. Aber auch hier könnte wohl man mittels Genossenschaften und sonstiger Zusammenschlüsse sehr viel erreichen.

In den Großstädten können wir auf Konzepte wie z.B. Urban Farming oder Vertical Farming zurückgreifen. Beispiele hierzu gibt es zu Genüge. Etwa den 14.000 Quadratmeter großen Bauernhof auf einem Dach in Paris, von welchem die Haushalte und Restaurants in der französischen Hauptstadt mit Obst und Gemüse beliefert werden.

Folgende Beiträge zu diesem Thema könnten für Dich hierzu von Interesse sein:

Ich gehe davon aus, dass wir diesen „Trend“ der Auslistung von Lebensmitteln und sonstigen Waren, die per Flieger eingeflogen werden und im Discounter sowie Supermarkt verkauft werden, verstärkt erleben werden. Es bleibt spannend, zu beobachten, ob diese Vorgehensweise auch im Textilbereich oder in der Elektronikbranche angewandt wird. Letztendlich sollte das Thema „Klimawandel“, wenn überhaupt, wohl warengruppenübergreifend betrachtet werden. Alles andere sorgt für Kopfschütteln und Misstrauen.

Was hältst Du von Lidl’s neuer Strategie? Ist es sinnvoll auf Flugobst und -gemüse zu verzichten?

Bildquelle: Foto von Abet Llacer auf Pexels

2023-09 Lachs und Steak aus dem 3D-Drucker - Agrarbetrieb

Lust auf Lachs und Steak aus dem 3D-Drucker?

Künstliches Fleisch bzw. Fleisch aus dem Reagenzglas oder dem 3D-Drucker sowie „leckere“ Fleischprodukte auf pflanzlicher Basis sollen uns bei der Bekämpfung des Klimawandels helfen, so zumindest die Charta einiger, globaler Organisationen.

Mal heißt es, die Tierhaltung setzt zu viele Treibhausgase frei, dann wiederum wird die Autoindustrie als Buhmann herangezogen. Ach ja, dann ist noch die steigende Weltbevölkerung, die als Plage gesehen wird. Einerseits werden durch diese lästigen Diskussionen wohl die ernsteren Probleme der Menschheit ignoriert, andererseits werden Lösungen präsentiert, wie z.B. Mahlzeiten, die aus Mehlwürmer, gegrillten Heuschrecken oder Maden bestehen, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen (bspw. schlimme Allergien) zu nehmen.

Ein weiterer Lösungsansatz, an dem derzeit viele globale Bio-Tech-Startups arbeiten, sind Fisch- und Fleischprodukte aus dem 3D-Drucker. Dabei kommen pflanzliche Proteine zur Verwendung, die mit Hilfe eines Lasers so geformt werden, dass sie strukturell und geschmacklich so ähnlich wie möglich ans Original kommen.

Man versucht es also erneut und ignoriert dabei die gescheiterten Versuche von Firmen, wie z.B. „Impossible Burger“ und „Beyond Meat“, die mit ihren Imitaten aus Soja-, Bohnen- und Erbsenproteinen gänzlich gescheitert sind. Trotz der massiven finanziellen Unterstützung von Großkonzernen und Milliardären wie z.B. Jeff Bezos, Bill Gates und Richard Branson sowie bemerkenswerter Deals mit Fast-Food-Franchises wie „McDonald’s“ und „Burger King“, blieb das erwartete und vielversprechende Burger-Erlebnis völlig auf der Strecke. Die Verkaufszahlen stimmten vorne und hinten nicht, und somit mussten diese Angebote eingestellt werden.

Mehr dazu gibts hier:

Impossible Burger 2.0: fleischfrei, cholesterolfrei, glutenfrei

Zukunftsessen: Leckeres aus Stammzellen

Food-Trends: Fleisch aus dem Reagenzglas

Jetzt versucht man das Ganze mit dem 3D-Drucker aufzupeppen.

Fisch- und Fleischangebote aus dem 3D-Drucker

Wir brauchen mit dem Finger diesmal nicht auf den amerikanischen Kontinent zeigen, denn diesmal gibt’s die 3D-Drucker Leckereien bei uns in Deutschland und Österreich in den Regalen.

ÖSTERREICH

Starten wir mit unserem Nachbarland Österreich, in dem bei Rewe / Billa ab sofort veganes Lachsfilet aus dem 3D-Drucker angeboten wird.

Das Wiener Startup „Revo Foods“ erhielt Förderungsmittel in Millionenhöhe, um das aus Pilzproteinen hergestellte Fischfilet nun an den Mann zu bringen. „THE FILET – Inspired by Salmon“ soll in Geschmack, Konsistenz und Zubereitung möglichst an das Original herankommen.

Die Zusammenarbeit mit der schwedischen Firma „Mycorena„, die auf die Herstellung von Pilzproteinen spezialisiert ist, hat sich gelohnt. Anders als bei der üblichen Lachs-Zucht benötigt man bei der Zucht von Pilzproteinen weniger Ressourcen. Auch die Emissionen fallen geringer aus.

Das in 2020 gegründete österreichische Biotech-Unternehmen bietet zwar bereits veganen Räucherlachs und Thunfisch-Aufstrich im Lebensmittelhandel an, aber dies ist der erste Vorstoß in das Segment der 3D-gedruckten Steaks und Filets.

DEUTSCHLAND

Kommen wir nun zurück zu uns nach Deutschland. Natürlich bleiben wir bei derartigen Innovationen nicht auf der Strecke. Hierzulande präsentiert das in 2018 gegründete israelische Unternehmen „Redefine Meat„(mit dem Slogan „New Meat, No Compromises“ („Neues Fleisch, ohne Kompromisse“)) ein Filetsteak aus dem 3D-Drucker.

Ähnlich wie der Lachs aus dem 3D-Drucker basiert das 3D-gedruckte Steak auf rein pflanzliche Zutaten. Der Drucker für das künstliche Fleisch, das ab sofort für alle Restaurants in Deutschland zur Verfügung steht, befindet sich in den Niederlanden. Neben Steaks produziert die Firma auch Hackfleisch, Würstchen, Burger Patties und Pulled Pork. Monatlich können bis zu 500 Tonnen künstliches Fleisch hergestellt werden.

Und so sieht bzw. schmeckt das Steak, wenn es mal beim Endkonsumenten angekommen ist. Klaus hat das Steak aus dem 3D-Drucker von „Redefine Meat“ mal getestet und einen Videobeitrag darüber erstellt:

Quelle: Klaus grillt, YouTube

Würdest Du ein Steak aus dem 3D-Drucker probieren?

Das Restaurant ASH in Oberhausen (NRW) bietet diese Neuheit heute bereits an. Ob und wann die Steakhaus-Kette ihre Karte auch an den anderen Standorten um dieses Produkt erweitern wird, steht noch aus.

Ich bin äußerst gespannt darauf, wie die Konsumenten weltweit auf diese doch recht bizarre Innovation reagieren werden. Die Tatsache, dass die veganen Burger trotz massiven Werbemaßnahmen ein derartiger Flop waren, deutet darauf hin, dass es mit den Steaks und Co. aus dem 3D-Drucker nicht ganz so funktionieren wird, wie sich das die großen Institutionen und Investoren vorstellen.

Der Trend in Richtung Biofleisch und hochwertige Produkte aus der Region, die nachhaltig hergestellt wurden, ist unaufhaltsam. Während wir bei diesen Lebensmitteln mehr oder weniger wissen, was wir essen, werfen diese neuartigen Produkte recht viele Fragen auf, auf welche wir noch keine Antworten erhalten haben. Es gibt keine wissenschaftlichen Daten und Studien die besagen, dass Filets, Steaks und Co. aus dem 3D-Drucker keine Allergien oder sonstige gesundheitliche Probleme bei Menschen, die sie konsumieren verursachen.

Würdest Du ein Lachsfilet oder ein Stück Steak aus dem 3D-Drucker konsumieren?

Bildquelle: Foto von Gonzalo Guzman auf Pexels

2023-02 Neue Supermarktkonzepte - Agrarbetrieb

Neue Supermarktkonzepte: Erst der Zug, jetzt ein Bus

Ihr dachtet „Rewe To Go“ oder „Amazon Fresh“ sind innovative Supermarktkonzepte? Was meint Ihr dann zu einem Supermarkt auf Rädern, der kleine Gemeinden und Dörfer erreichen kann, in denen teilweise „der Bär tobt“? Ein Einkaufsbus, der frische und regionale Lebensmittel quasi vor der Haustür anbietet, ist für manche Teile der Bevölkerung ein absolutes Novum.

Wenn sich zwei Giganten der Wirtschaft zusammen tun, dann kann auch mal was ganz Tolles entstehen. So auch das Endprodukt aus der Kooperation des Transport- und Logistikgiganten Deutsche Bahn mit der Supermarktkette Rewe. Nachdem die beiden im Jahr 2021 einen Supermarkt-Zug in Hessens Bahnhöfen stationiert haben, um die Einwohner für ein faires, nachhaltiges Einkaufen zu begeistern, steht im Frühjahr diesen Jahres der Supermarkt-Bus als neue Initiative an.

Tolle Idee oder sinnloses Unterfangen?

Die Meinungen über diesen „Schachzug“ der beiden Akteure gehen, wie es oft der Fall ist, extrem auseinander. Die einen sehen darin eine klasse Sache, die anderen halten vom „roten Weihnachtstruck“-Imitat (gemeint ist damit Coca-Cola) nicht viel.

Bevor wir das Konzept überhaupt beurteilen können, lohnt es sich, das Ganze mal näher unter die Lupe zu nehmen. Zu den Fakten:

  • Der Zug war 150 m lang.
  • 3 Waggons wurden umgebaut: es wurden Kühltruhen und Regale, wie in einem üblichen Einkaufsmarkt, platziert.
  • Das Grundsortiment wurde unverändert durchgängig angeboten.
  • Frischware wurde nicht im Zug mitgeführt, sondern in jedem Ort direkt extra angeliefert.
  • Das Sortiment bestand aus rund 3.000 Artikel.
  • Ein Leergut-Automat stand ebenfalls zur Verfügung.

Der Zug hielt u.a. in folgenden Bahnhöfen an: Frankfurt, Kassel, Gießen, Fulda und Darmstadt.

Um das Projekt kümmerten sich in erster Linie die Auszubildenden der jeweiligen regionalen Rewe-Märkte.

Weiterführende Informationen zu dieser Zusammenarbeit findet Ihr auf der nachfolgenden Webseite: https://supermarktzug.de/

Und wie sah denn dieser Zug nun wirklich aus?

Der folgende Videobeitrag gibt einen sehr guten Einblick ins Innere (und Äußere) dieses Supermarktkonzepts …

Quelle: Einsenbahn in Ö, D, CH via YouTube

Innovative Supermarktkonzepte auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin 2023

In der letzten Januar-Woche drehte sich in der Hauptstadt Deutschland fast alles um die Internationale Grüne Woche (IGW). Hier trifft sich alles was „Rang und Namen“ hat, wenn es darum geht, Ernährungstrends rechtzeitig aufzugreifen und klar, auch zu beeinflussen.

Aussteller aus aller Herren Länder präsentieren ihre kulinarischen Besonderheiten und hier und da trifft man auch auf die eine oder andere Persönlichkeit. Neben den vielen Veranstaltungen und Podiums-Diskussionen, ist der Spaziergang durch die bunten Hallen ein wirklich schönes Spektakel für die Sinne.

Ein Highlight der diesjährigen IGW waren sicherlich die beiden Supermarktkonzepte der Rewe in Kooperation mit der Deutschen Bahn. Zwischen den Hallen 1-4 durften die Besucher sowohl den Supermarkt-Zug als auch den Supermarkt-Bus, der in wenigen Tagen an den Start geht, betreten und begutachten.

Was wissen wir über den Supermarkt-Bus?

Einkaufen vor der Haustür – das, was für „City“-Bewohner das Gewöhnlichste der Welt darstellt, ist für Einwohner ländlicher Regionen ein innovatives Konzept. Das Auto endlich mal stehen lassen und frische, regionale Produkte um die Ecke einkaufen, gilt für viele wahrhaftig als Traum.

Ein paar Fakten zum Supermarkt-Bus:

  • Der Bus hat eine Länge von 18 Meter.
  • Das Sortiment soll aus 700 Artikel bestehen.
  • Die im Bus eingebauten hochleistungsfähigen Akkus erlauben es dem Markt auf Rädern, bis zu 8 Stunden ohne externe Stromversorgung zu funktionieren.
  • Der Testpilot ist für Nordhessen gedacht und umfasst mehrere Gemeinden der Landkreise Hessen, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg.
  • Der Fokus liegt auf Regionalität, Frische und „Bio aus Hessen“.

Das Pilotprojekt geht in wenigen Tagen, in März 2023, an den Start.

Mehr hierzu könnt Ihr auf der Seite der Deutschen Bahn lesen.

Neue Wege in der Nahversorgung erschließen

Unabhängig von den ganzen Diskussionen rund um das Thema „Klima“, werden für Menschen in ländlichen Regionen bessere Konzepte in Punkto Nahversorgung benötigt – egal, ob es sich dabei um Supermärkte, Drogeriemärkte und Co. handelt. Es kann nicht sein, dass wir Dörfer und Gemeinden haben, deren Bewohner, um Grundnahrungsmittel und Güter des täglichen Bedarfs erhalten zu können, auf die eigene Fähigkeit, mit einem Auto einige Kilometer fahren zu können, angewiesen sind. Ohne Auto ist man in vielen Regionen mittlerweile aufgeschmissen, weil das regionale Netzwerk aus kleinen Dorfläden und guten Anbindungen durch öffentliche Verkehrsmittel, schon lange nicht mehr gegeben ist.

Von daher bin ich der Meinung, dass wir solche Kooperationen, wie die beiden oben aufgeführten Projekte durchaus unterstützen und testen sollten. Denn wenn wir nichts Neuartiges ausprobieren, dann kommen wir auch Null voran.

Dies erwähne ich, weil mir durchaus die nicht besonders konstruktiven Kommentare, die gerne auf Social Media, am besten auch noch als „Anonym“, zu solch Projekten hinterlassen werden, aufgefallen sind.

Ja, wir alle machen Fehler und lernen „hoffentlich“ aus diesen. Sicherlich kann man gewisse Supermarktkonzepte verfeinern bzw. komplett neu aufziehen, aber ohne diese vorher zu testen, lässt sich nicht beurteilen, wie valide diese in der Realität sind. Und wir können vor allem auch eins nicht: kreativ das regionale Netzwerk ausbauen und weiterentwickeln, so dass alle Beteiligten maximal etwas von haben.

Wir sind eine kreative Spezies und anders als Roboter, benötigen wir frische Lebensmittel, um ein gesundes und harmonisches Leben im Einklang mit der Natur zu führen.

Welche innovativen Supermarktkonzepte habt Ihr z.B. im Ausland gesehen? Was können wir von anderen Ländern lernen, die in diesem Bereich mehr Erfahrung gesammelt haben?

Bildquelle: Foto von Matheus Cenali auf Pexels