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5 essbare Wildpflanzen, um gesund durch den Winter zu kommen

5 essbare Wildpflanzen, um gesund durch den Winter zu kommen

Bekanntlich ruht die Natur im Winter, wodurch Wildpflanzen für viele leider in Vergessenheit geraten. Dabei sind diese aufgrund ihrer hohen Konzentration an Mineralstoffen und Vitaminen echte Powerhelfer im Kampf gegen Erkältungen, Schnupfen & Co.

Es gibt jede Menge essbare wilde Kräuter und Wurzeln die man auch im Winter hervorragend sammeln kann. Um den kalten Temperaturen zu strotzen, ziehen die meisten Wildpflanzen ihre Kräfte zurück in die Wurzeln.

Genau da liegt der Clou: In den Wurzeln! An diese Vitalstoffe wollen wir herankommen und diese Heilkräfte nutzen, um unser Immunsystem zu stärken.

Auf unserer heutigen Superfoods-Reise, nehmen wir fünf wilde Pflanzen näher unter die Lupe und betrachten ihre positiven Wirkungen auf den menschlichen Körper.

1. Kiefernadeln.

In den letzten beiden Jahren erlebte der altbewährte Kiefernadeltee ein echtes Revival. Die Heilwirkungen der Waldkiefer bei Atemwegserkrankungen, Husten und Bronchitis sowie Nasennebenhöhlenentzündung wurden nicht nur durch die Arbeit von Hildegard von Bingen sondern auch in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) dokumentiert.

Kiefernadeln werden seit tausenden von Jahren in der Naturheilkunde eingesetzt. Sie enthalten wertvolle Mineralien (z.B. Calcium, Kalium), Säuren (z.B. Aminosäuren) sowie ätherische Öle die antibakteriell, entzündungshemmend, schleimlösend, durchblutungsfördernd und entspannend wirken. Hinzu kommt, dass die ätherischen Öle Schimmel und Pilzen entgegenwirken.

Anwendungen:

  • Für die innerliche Anwendung eignet sich ein leckerer Kiefernadeltee besonders gut.
  • Ein Aufguss aus Kiefernadeln kann zum Inhalieren verwendet werden, um dadurch die Atemwege frei zu bekommen.
  • Zum Entspannen eignet sich ein Badezusatz aus Kiefernadeln.
  • Für die äußerliche Anwendung in Form von Balsam oder Kompressen und Wickeln ist man mit einem hochwertigen Kiefern-Öl gut beraten.

Wie wär’s mit einem gesunden Kiefernadeltee?

Am besten schmeckt der Tee ganz frisch, wenn man die Kiefernadeln selber gepflückt hat. Bevor wir den Tee zubereiten, ist es ratsam, die Nadeln zu waschen. Auch Jungtriebe und Kiefersprossen eignen sich für den Tee. Wer einen intensiveren Geschmack bevorzugt, kann die Kiefernadeln vorher noch zerkleinern. Ein gehäufter Teelöffel ist ausreichend; dann mit heissem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Anschliessend werden die Nadeln entfernt und voila, der Tee ist trinkbereit.

2. Meerrettich.

Die scharfe Wurzel ist nicht nur eine Delikatesse, sondern auch ein pflanzliches Antibiotika. Meerrettich wird bei Infektionen und Erkältungssymptomen eingesetzt. Dass Meerrettich vor tausenden von Jahren zur Stärkung des Immunsystems verwendet wurde, erfahren wir aus Überlieferungen der alten Pharaonen.

Anwendungen:

  • Atemwegserkrankungen
  • Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Entzündungen im Hals-Rachenbereich
  • Bei bakteriellen Infekten im Harnbereich

3. Löwenzahn.

Viele halten es für ein Unkraut, vergessen dabei, dass der Löwenzahn (Taraxacum) bereits seit dem 15. Jahrhundert in Kräuter- und Arzneibüchern für seine vielseitige Verwendung geschätzt wurde. Im Haushalt können die jungen, frischen Löwenzahlblätter zu einem leckeren Salat zubereitet werden. Auch die Pharmaindustrie greift gerne auf die gelbe Wildpflanze zurück um Tinkturen, Extrakte oder sonstige Präparate herzustellen.

Die im Löwenzahn enthaltenen Bitterstoffe machen die Heilpflanze für ihren Einsatz im Magen-Darm-Trakt besonders wertvoll. Bei Gallenbeschwerden, Leber- und Niederleiden, Verdauungsprobleme und Appetitlosigkeit ist Taraxacum ein bewährtes homöopathisches Mittel.

Im Winter erfreuen wir uns zusätzlich über ihre antibakterielle Wirkung.

4. Mariendistel.

Wer kennt sie nicht, die lilafarbene wilde Pflanze die bei Leber- und Gallenbeschwerden als erste Anlaufstelle genommen wird?

Die Mariendistel kann allerdings mehr als nur die Leber zu entgiften. Sie hilft auch bei Verdauungsbeschwerden, Seitenstechen, Muskelrheuma sowie Depressionen und Ängsten.

Anwendung im Haushalt:

Mariendistel schmeckt besonders lecker als gekochtes Gemüse. Wer sie roh verzehren mag, kann sich einen Salat zubereiten oder diese in Smoothies dazu geben.

5. Gänseblümchen.

Die unscheinbare Wildpflanze die das ganze Jahr über blüht ist besonders reich an Vitamin C, was sie zu einem natürlichen Immunsystembooster macht. Ihre Power in der Naturheilkunde ist weitreichend, denn sie wird nicht nur bei Atemwegserkrankungen sondern auch bei Gallen-, Leber-, Magen- sowie Menstruationsbeschwerden eingesetzt.

Ihre herbe Note verleiht Gemüsegerichten und frischen Salaten ein besonderes Aroma.

Aufbewahrung von Wildpflanzen

Frisch gepflückt und nun? Wie bewahre ich Wildpflanzen am besten auf?

Die teils zierlichen Pflanzen schmecken am besten frisch, daher lohnt es sich diese zeitnah zu verspeisen. Das gelingt jedoch nicht immer und deshalb gibt es die Möglichkeit diese kühl (im Kühlschrank bis zu 7 Tage) oder getrocknet (manchmal bis zu einem Jahr) zu lagern.

Die Natur bietet uns Menschen alles was wir brauchen. Deshalb gilt es die Natur und ihre prächtigen Ressourcen zu respektieren, denn nur wenn wir uns gegenseitig bereichern, können wir das Leben auf diesem wunderbaren Planeten über ganz viele Generationen hinaus gemeinsam geniessen.

Wissenschaftliche Studien

  • Kuo, P.C.; Li, Y.C.; Kusuma, A.M. et. al: „Anti-Inflammatory Principles from the Needles of Pinus taiwanensis Hayata and In Silico Studies of Their Potential Anti-Aging Effects“. Antioxidants (Basel), 2021 Apr 13; 10(4): 598. PMID: 33924612
  • Good, K.H.; Albrecht, Uwe; Schneider, Berthold: „Wirksamkeit und Verträglichkeit eines pflanzlichen Arzneimittels mit Kapuzinerkressenkraut und Meerrettich bei akuter Sinusitits, akuter Bronchitis und akuter Blasenentzündung im Vergleich zu anderen Therapien unter den Bedingungen der täglichen Praxis“. Arzneimittelforschung, 2012 Dec; 62(12):e4. PMID: 23918738.
  • Schütz, K; Carle, R.; Schieber, A: „Taraxacum — a review on its phytochemical and pharmacological profile“. J Ethnopharmacol 2006 Oct 11; 107(3): 313-23. PMID: 16950583.
  • Abenavoli, L; Izzo, A., Milic, N; Cicala C. et al: „Milk thistle (Silybum marianum): A concise overview on its chemistry, pharmacological, and nutraceutical uses in liver diseases“. Phytother Res. 2018 Nov; 32(11): 2202-2213. PMID: 30080294.
  • Weitere medizinische Studien zu den oben aufgeführten Wildpflanzen findet Ihr auf der US-amerikanischen Webseite PubMed.

Bildquelle: Foto von papazachariasa auf Pixabay

3 Superpflanzen die unsere Welt ein bisschen besser machen

3 Superpflanzen die unsere Welt ein bisschen besser machen

Superpflanzen leisten Außergewöhnliches. Die einen können Schwermetalle wie Arsen, Cadmium oder Nickel aus dem Boden ziehen, die anderen wiederum helfen bei der Entgiftung unserer Organe. Deshalb dürfte es keinen wundern, dass für die zuerst von mir erwähnte Kategorie bereits ein lukratives Geschäftsmodell entstanden ist. Die Rede ist von „Phytomining“.

Wir „Sapiens“ trampeln ganz schön auf diesem tollen Planeten herum.

Auf der Suche nach wertvollen Metallen für Handy-Akkus oder Geldmünzen, hinterlassen wir jede Menge verseuchte Gebiete. Diese Böden dafür zu nutzen, um Lebensmittel anzubauen bzw. Lebensraum für uns zu schaffen, ist ausgeschlossen. Gleichzeitig kämpfen wir mit einer stetig wachsenden Erdbevölkerung und einer steigenden Nachfrage nach Nahrung. Wir haben also keine Zeit Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte zu warten, bis sich diese Böden erholen. Eine andere Strategie muss her.

Warum also nicht Superpflanzen nutzen, um teuere Metalle herauszuholen und zu verwerten?

Das Prinzip funktioniert wie folgt:

  • Superpflanze zieht wertvolle Metalle wie z.B. Nickel, Platin, Palladium oder Gold aus der Erde.
  • Wir bauen diese Pflanzen an und ernten z.B. Platin statt Getreide oder Gemüse.
  • Diese Rohstoffe nutzen wir anschließend in der Industrie, im Verkehr und in der Landwirtschaft.

Willkommen zur neuen wissenschaftlichen Revolution namens „Phytomining“.

Quelle: Quarks / WDR, YouTube

1. Phytomining mit Hilfe des Nickelbaums „Pycnandra acuminata“

Obwohl Schwermetalle sehr giftig für die Pflanzenwelt sind, sorgt der Nickelbaum für jede Menge Fragestellungen in der Forscher-Community. Ein vollkommen gesunder Baum der Nickel aus der Erde ziehen und anreichern kann, ist schon merkwürdig.

Dieser bizzare Baum enthält in seinem blaugrünem Pflanzensaft rund 25% Nickel.

Die Pazifik-Insel Neukaledonien ist ein Paradies der Artenvielfalt. Was hier wächst, gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. Aufgrund seiner Abgelegenheit, hat sich hier ähnlich wie in Australien, eine komplett eigenständige Pflanzenwelt entwickelt.

Das Urlaubsparadies hat jedoch auch eine Schattenseite.

Aufgrund des Vorkommens dieser Schwermetalle, sind Bergbau und Minenwirtschaft von der Insel nicht wegzudenken. Was das bedeutet, ist jedem klar. Die Metalle werden abgetragen und das Gebiet wird so hinterlassen.

Kann man denn Nickel auch umweltschonend abbauen?

Jawohl. Das geschieht mit Hilfe sogenannter Nickel-Hyperakkumulatoren zu denen auch der Nickelbaum zählt. Phytomining in extrem stark verseuchten Gebieten ist nicht nur profitabel, sondern hilft auch unserer Umwelt.

2. Blei- und Cadmium-Entgiftung mit Schaumkresse

Mit durch Schwermetalle vergiftete Böden haben wir es auch hierzulande zu kämpfen. So wurde z.B. im Sauerland jahrhundertelang nach Blei geschürft. In der Region rundum Bestwig befindet sich eins der verseuchtesten Bergwerksstandorte Europas. Nahrungsmittel hier anzubauen wäre Mord.

Und trotzdem ist die Natur grün. Es gibt Pflanzen die sich hier „pudelwohl“ fühlen. So auch die Hallersche Schaumkresse oder Arabidopsis halleri. Diese Superpflanze ist ein wahrer Cadmium-Staubsauger.

Wer hätte gedacht, dass die Lösung für diese extrem verseuchten Böden die ganze Zeit vor unserer Nase lag. Eine zierliche Pflanze mit wunderschönen weissen Blüten, die Zink und Cadmium speichert, könnte zur Sanierung von Industriestandorten herangezogen werden.

3. Leberentgiftung mit Mariendistel

Die nächste Superpflanze ist für unsere eigene Entgiftung gedacht. Fettiges Essen, Alkohol, Süssigkeiten wirken auf unsere Leber wie Blei, Nickel und Cadmium auf unsere Böden. Sie verursachen Entzündungen im Körper und sind giftig.

In Klostergärten hat die Mariendistel seit dem Mittelalter ihren festen Platz. Heute erlebt die lila blühende Distel ein wahres Comeback und ist Gegenstand zahlreicher Untersuchungen.

Was zeichnet die Mariendistel aus?

Es ist der natürliche Verbund der Flavonoiden Silybin, Silydianin und Silycristin. Die Bezeichnung für diesen Verbund ist Silymarin.

Kombiniert man das hochwertige Silymarin dieser Superpflanze mit dem Wirkstoff Cholin, das eine wichtige Rolle beim Transport und Stoffwechsel von Fett und Cholesterin spielt, dann erhält man ein kraftvolles Entgiftungscocktail für unsere Leber.

Superpflanzen sind nachhaltig

Sie überleben in stark verseuchten Regionen und geben der Menschheit wieder Hoffnung.

Warum sollen wir diese Superpflanzen nicht einsetzen, um unsere Umweltsünden ein bisschen gut zu machen?

Die Landschaft wird wieder grün und die Wurzeln dieser Pflanzen schützen den Boden vor Erosion. Das Gift kann sich dadurch nicht weiter ausbreiten. Nochmal „CHECK“ in punkto Nachhaltigkeit.

Mit Phytomining eine andere Art Landwirtschaft betreiben?

Wieso eigentlich nicht?!

Ich finde die Idee toll, stark verseuchte Gebiete durch den Anbau dieser Superpflanzen irgendwann wieder „bewohnbar“ und „fruchtbar“ zu machen. Die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Forscher, um die Ressourcen und die Umwelt zu schonen, ist nicht nur clever, sondern in der heutigen Zeit auch bitter nötig.

Wir müssen bodenschonender arbeiten und diesen Planeten endlich respektieren. Da führt kein Weg vorbei.

Welche Superpflanzen würdest Du unbedingt zur Liste hinzufügen?

Foto von Elsemargriet, Pixabay.com