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2023-01 Tick Tock und schon ist unser wertvollstes Gut weg

Tick Tock und schon ist unser wertvollstes Gut weg

Tick Tock und schon ist eine wertvolle Sekunde unseres Lebens vergangen. Zeit ist ein kostbares Gut. Das wissen die Genossen, die an der Spitze der sozialen Medien sitzen nur allzu gut. Egal ob Instagram, Twitter, Tik Tok oder Facebook, mit der wertvollen Zeit der Nutzer lässt sich sehr viel Geld verdienen.

Ein Post hier, ein Herzchen da, ein Thumbs Up drüben und ein Emoji noch zum Schluss, und schon sind ein paar Minuten unseres Lebens wieder vorbei. Aber wer denkt schon bewusst daran, wenn Influencer XYZ gerade sein neuestes Auto, Schmuckstück oder Botox-Tune-up auf Instagram präsentiert und wir völlig verträumt durch unseren Feed scrollen, um noch mehr vom „außergewöhnlichen“ Leben der neuen Stars berieselt zu werden.

Hauptsache unserem normalen, langweiligen und für viele recht depressiven Alltag für ein paar Momente entwischen, bevor uns der Boomerang der Realität wieder einholt. Dass dabei der Zeiger der Uhr beständig Tick Tock macht und wir unser Leben auf einem Silbertablett anderen servieren, will fast keiner verstehen und ernst nehmen.

Zeit, Daten und Verhaltensmuster

Die Social Media Apps, die fast jeder auf seinem Smartphone gespeichert hat, sind schon eine clevere Innovation. Unter dem Deckmantel bzw. mit Hilfe von Schlagwörter wie z.B. „Menschen mit gleichen Interessen finden“, „Communities bilden“, „personalisierte Feeds kreieren, „mit Freunden immer und überall kostenlos verbunden bleiben“, werden uns Insta, Tik Tok, Twitter und Co. sehr charmant verkauft.

Dass wir dabei unsere persönlichen Daten preisgeben, sei dahingestellt. Aber, dass wir dabei auch unser Verhalten, unsere Wünsche, Interessen, Frustrationen, Ängste, Krankheiten und Co. ohne jegliche Überlegung auf diesen Plattformen preisgeben, ist zweischneidig. Die Algorithmen lernen schnell. Die Künstliche Intelligenz wird aufgrund der immer wachsenden Menge von Daten immer ausgeklügelter und die Werbeträger reiben sich die Hände.

So billig konnte man Werbung schon lange nicht mehr im Facebook-Ökosystem schalten. Insbesondere heuer wo sich Großkonzerne und viele kleine Unternehmen zurück ziehen und ihre Budgets kürzen, heißt es für die Mutigen und Risikofreudigen, Gas geben mit der Werbung. Dabei darf man nicht vergessen, dass mit einem Klick Facebook, Instagram, Messenger und WhatsApp problemlos aktiviert werden können. Die Nutzer sind da und sie sind auch weiterhin bereit ihre wertvolle Lebenszeit auf diesen Netzwerken zu verbringen und teils wild vor sich herzuklicken.

Fragt doch mal einen Vielnutzer, wo er in den letzten 5 Minuten überall geklickt hat und er / sie wird sich an die meisten Posts, Bilder oder Stories überhaupt nicht mehr erinnern. D.h. wir verschenken nicht nur unser kostbares Gut einfach so, sondern befinden uns dabei auch noch in einem völligen Zombie-Zustand.

Tick Tock – Seid Euch Eures Lebens bewusst

Es gibt eine Interaktion aus dem SciFi-Film „Jupiter Ascending“ (2015), die mir bis heute nicht aus dem Kopf geht. Es geht dabei um unser heutiges Thema: die Zeit.

„In eurer Welt sind die Menschen daran gewöhnt, um Ressourcen zu kämpfen… wie Öl, Mineralien oder Land. Aber wenn man Zugang zu den Weiten des Weltraums hat, wird einem klar, dass es nur eine Ressource gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt… sogar zu töten: Mehr Zeit. Zeit ist das kostbarste Gut im Universum.

— Kalique Abraxas aus Jupiter Ascending

Manchmal frage ich mich schon, ob gewisse Filme, die als Science Fiction gekennzeichnet wurden, nicht eher die Realität beschreiben und viel mehr, als es uns lieb ist.

Dass wir alle in einer Illusion leben, die wir mit unseren Gedanken bewusst oder unbewusst kreieren, dürfte mittlerweile bei den Meisten angekommen sein, egal ob man was von Quantenphysik hält oder nicht.

Tolle Erkenntnisse, und was hat das jetzt mit Landwirtschaft oder Agrarbetrieb zu tun?

Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen, die Berufen nachgehen bzw. Unternehmen betreiben, die eng mit der Natur verbunden sind, das Thema „Zeit“ anders wahrnehmen als jene, die fest im Kreislauf Appartment-Auto-Büro-Lunchbox-Büro-Auto-Appartment-Fernseher verankert sind. Dies ist keine Wertung, sondern eine Beobachtung.

Umso wichtiger ist es deshalb, uns unserer Sterblichkeit bewusst zu werden. Dies hat nichts mit Angst zu tun, sondern ganz im Gegenteil, es sollte jeden motivieren und inspirieren, seinen Träumen nachzugehen und sein Leben ganz bewusst (!) so zu gestalten, wie man es will.

Tick tock, tick tock … Was willst Du in Deinem Leben wirklich kreieren?

Bildquelle: Foto von John Tyson auf Unsplash

Die sozialen Medien und das Kasperlspiel

Die sozialen Medien und das Kasperlspiel

Im Bereich der sozialen Medien kennt man mittlerweile nur noch eins: eine tolle Show hinlegen. Wer den Mut hat, einen tieferen Blick hinter die Kulissen zu werfen, der merkt, dass alles einem Zirkus bzw. einem gut inszenierten Kasperlspiel ähnelt. Das jüngste Beispiel: Twitter.

Mittlerweile dürfte auch Tante Gudrun aus dem hintersten „Kaff“ Deutschlands von Twitter gehört haben. Denn das, was früher nur Online debattiert wurde, findet heute einen festen Platz im Prime Time der Mainstream-Medien. Wenn in der Tagesschau des öffentlich-rechtlichen Fernsehens über Elon Musk und Twitter berichtet wird, dann wissen wir, dass Social Media ihren lang ersehnten festen Platz im aktuellen Leben der Bewohner dieses Planeten eingenommen hat. Ob das gut oder schlecht ist, ob dies einer Dekadenz der Gesellschaft oder einem Aufstieg zugeschrieben werden kann, überlasse ich an dieser Stelle jedem einzelnen von Euch.

Wer glaubt, dass durch die Übernahme von Twitter durch Elon Musk die Rede- und Meinungsfreiheit auf dieser Plattform zurückkehrt, hat das Spiel nicht richtig durchschaut bzw. verstanden. Das, was in den letzten beiden Jahren auf den sozialen Medien in punkto Zensur passiert ist, kann man nicht durch eine Show-Übernahme wettmachen. Zwar wurden auf Twitter ein paar Konten, die in den letzten Monaten gesperrt wurden, wieder aktiviert, aber das ist lediglich nur ein winziger Trost.

Denn eins dürfen die Twitter-Nutzer nicht vergessen: hinter diesem Unternehmen stecken namhafte Aktionäre die Geld (Dividende!) sehen wollen.

Wer einen Blick auf Yahoo Finance auf dem Tab „Holders“ klickt, erfährt, dass u.a. folgende Big Businesses und Big Banks zu den Aktionären von Twitter gehören:

Vanguard, BlackRock, Morgan Stanley, Barclays, State Street Corporation — um ein paar zu nennen.

Glaubt Ihr tatsächlich, dass das oberste Ziel der oben aufgeführten Investoren Rede- und Meinungsfreiheit ist, wie das so gerne von Elon Musk angepriesen wird?

Twitter ist ein Business

Twitter, Facebook bzw. Meta, LinkedIn und Co. haben zuerst unsere Desktops, danach unsere Smartphones und heute unser Leben eingenommen. Wir waren diejenigen, die diese Technologien und damit einhergehend diese Silicon Valley Tech-Giganten in unser Leben eingeladen haben. Heute stehen die meisten völlig machtlos da und wissen gar nicht, was mit ihren persönlichen Daten wirklich passiert; ganz zu schweigen von der wertvollen Zeit, die sie in diese Medien „investieren“.

Wobei das Wort „Investieren“ in diesem Zusammenhang völlig falsch am Platz ist, denn die großen Nutznießer der sozialen Medien sind die Plattformen selbst und die vielen Werbeträger und sogenannten „Third-Parties“ bei denen unsere Daten und Verhaltensmuster landen.

Bis vor wenigen Jahren war Twitter in der D-A-CH Region nicht besonders beliebt. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass sich das etwas relativiert hat. Ich finde es gibt mehr und mehr deutschsprachige Profile, die hierauf posten und versuchen Twitter in ihr Marketingportfolio besser zu integrieren.

Twitter war von Anfang an die „Go-to“-Plattform für die neuesten Nachrichten. Wenn etwas in der Welt passierte, dann gab’s die Nachricht zur allererst auf Twitter. Bis Facebook die Nachricht aufgriff oder im Fernsehen darüber berichtet wurde, war das Ganze schon längst passé.

Heute ist das auch nicht viel anders, obwohl die Plattform vermehrt von Bots dominiert wird. Auch hier hat Elon Musk ein Versprechen abgegeben, welches lautet:

Die Bots weitestgehend zu eliminieren und die echten Menschen zu authentifizieren. (Quelle: Tweet von Elon Musk, Twitter)

Twitter hatte schon immer ein Problem: und zwar die Werbeeinnahmen. Anders als bei Facebook, wo Werbekampagnen etwas leichter aufzusetzen sind und Gewinne entsprechend abschöpfbar sind, ist das bei Twitter anders. Nur erfahrene und anspruchsvolle Werbetreibende wissen, wie mit Twitter-Werbung profitabel umzugehen ist. Wenn die Plattform jedoch voll von Bots ist, dann schmeißt man quasi das Geld aus dem Fenster. Logischerweise, muss sich dies auch ändern, wenn Elon Musk seine Investoren bei Laune halten möchte. Wie also die Authentifizierung der „echten Menschen“ ablaufen soll (Beispiel: digitale Identität) und ob das viele so auch mitmachen werden, bleibt abzuwarten.

Fakt ist, Twitter ist und bleibt ein Business auch wenn es unter der Tarnung „soziales Medium“ fungiert.

Die sozialen Medien im Karussell der Zeit

Wie lange die heuer bekannten, sozialen Medien unser Leben noch mitbestimmen werden, hängt einzig und alleine von uns ab. In dem Moment, in dem wir aufhören, die Plattformen zu nutzen, heißt es „Game over“ für die Ikonen Mark Zuckerberg, Elon Musk oder wie auch immer sie heißen. Dass dieses schneller gehen kann als es manch einem lieb ist, sieht man an der Aktie von Facebook / Meta, die in den letzten Monaten gigantische Verluste verzeichnen musste.

Was soll ich tun, wenn ich Landwirt bin? Soll ich diese Netzwerke weiter nutzen oder ist es an der Zeit mich bei anderen Technologien umzuschauen?

Berechtigte Fragen, denn wir wollen ja einerseits dort sein, wo unsere Kunden sind und gleichzeitig Änderungen bzw. „Kundenmigration“ vorausschauen, um uns bestens positionieren zu können. Denn jetzt, wo Geschäfte vermehrt Online abgewickelt werden, müssen wir uns anpassen. Auf der Strecke zu bleiben, ist für mich und für viele meiner Kollegen keine Option.

Was andere Technologien angeht, so würde ich ein Auge offen halten für das, was auf der Blockchain passiert. Denn dieser Bereich umfasst nicht nur Kryptowährungen, sondern ein komplexes Multiverse an Möglichkeiten, die wir heute kaum erahnen können. Auf der Blockchain erscheinen bereits die ersten sozialen Medien, auch wenn diese in der Mainstream noch nicht eingedrungen sind. Das Konzept der Dezentralisierung, bei dem jeder Einzelne von uns die Schlüssel selbst in der Hand hat und seine Inhalte von niemand auf der Welt gelöscht werden können, gewinnt immer mehr an Attraktivität.

Lasst Euch von dem Kasperltheater, das uns präsentiert wird, nicht hypnotisieren. Die Grundlagen eines Unternehmens bleiben bestehen. Es geht um Gewinne, und das gilt auch für die sozialen Medien.

Bildquelle: Foto von Creative Christians auf Unsplash

Eine neue Marketing-Ära in der Landwirtschaft

Eine neue Marketing-Ära in der Landwirtschaft

Der fliegende Wechsel zwischen Web 2.0 und Web 3.0 ist in vollem Gange. Damit einhergehend wurde auch eine neue Marketing-Ära eingeläutet, die auf Blockchain-Technologien basiert. Zwar tummeln sich die Massen immer noch schwerpunktmäßig auf Facebook, Twitter und Co. aber gleichzeitig wächst die Anhängergruppe dezentraler Marketingplattformen, die unsere Zukunft sehr wohl mitbestimmen wird.

Wir Landwirte sind schon happy wenn wir unsere Videos auf YouTube, Vimeo oder Facebook hochladen können. Sollen wir uns jetzt auch noch mit den Videostreaming-Plattformen auseinandersetzen die auf der LBRY, Hive oder Theta Blockchain entstehen?

Dass dieser Trend nicht mehr aufzuhalten ist, signalisiert auch die Änderung der Werbepolitik von Google vor ein paar Tagen. Der Tech-Gigant aus Silicon Valley hat seine Werberichtlinien überarbeitet, um Kryptowährungsbörsen ab dem 3. August mit ihnen werben zu lassen, vorausgesetzt, diese sind entweder beim Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) oder bei einer bundes- oder landesweit zugelassenen Bankgesellschaft registriert. Die neue Richtlinie gilt weltweit sowohl für Google Search als auch für seine Drittanbieter-Webseiten, einschließlich YouTube, Blogger und Gmail.

Quelle: Dies ist die offizielle Meldung von Google

Kurz noch zum Hintergrund:

Google hatte in 2018 alle Krypto-Anzeigen verboten. Diese Entscheidung betraf alle Krypto-Unternehmen und wurde bekanntlich übergreifend auf allen Google-Plattformen (also inkl. YouTube) implementiert.

Erfordert Web 3.0 auch ein sogenanntes Marketing 3.0?

Der weltweit bekannteste Marketingprofessor Philip Kotler hat den Begriff Marketing 3.0 in 2010 in unser Sprachgebrauch eingeführt. Mit seinem Bestseller „Marketing 3.0: From Products to Customers to the Human Spirit“ plädiert er dafür, dass sich das Marketing in eine interaktive Kommunikation verwandelt, die durch Kundenengagement und Teilen („Sharen“) gemessen wird, anstatt durch Klicks, Öffnungsraten und Impressionen.

Damit soll sich Marketing endlich mal auf die wichtigste Komponente in der gesamten Kette konzentrieren — nämlich auf den Verbraucher und seine Emotionen, Gefühle (also die zarte / „softe“ Seite dessen).

In der Theorie ist das zwar alles schön und gut aber wie wir alle wissen, klaffen Theorie und Praxis ganz schön auseinander.

Ein kurzer Blick auf die Geschichte zeigt uns folgende Veränderung in der Marketingauffassung:

  • Marketing 1.0 war produkt- bzw. dienstleistungsgetrieben. Dies ist das traditionelle Marketing, wo sich alles um das Produkt und die funktionalen Elemente dieses Produkts dreht.
  • Marketing 2.0 ist geprägt durch Segmentierung und Personalisierung. Die meisten Unternehmen befinden sich in dieser Phase, mich eingeschlossen. Es gilt das Produkt bzw. die Dienstleistung gemäß den einzigartigen Bedürfnisse und Wünsche der Kunden zu differenzieren. Das Ganze verdanken wir dem Wachstum der IT innerhalb eines Unternehmens.
  • Bei Marketing 3.0 steht die Kundeninteraktion und die Beziehung des Kunden zur Marke im Mittelpunkt. Durch die Einbettung der Themen wie z.B. Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Co. werden „bestimmte“ Werte angezapft und entsprechend vermarktet.

Wie lauten denn die 10 Regeln für Marketing 3.0?

Die nachfolgenden zehn Regeln stammen aus Philip Kotler’s Buch „Marketing 3.0: From Products to Customers to the Human Spirit“ und lauten wie folgt:

  1. Behandele Deine Kunden mit Liebe und Deine Wettbewerber mit Respekt.
  2. Sei für Wandel und Veränderung bereit.
  3. Definiere Deine Werte klar und unterstütze diese.
  4. Konzentriere Dich auf das Segment, das Dir den größten Nutzen bringen kann.
  5. Setze faire Preise, um Deine Qualität zu vermitteln.
  6. Helfe potenziellen Kunden, sich mit Deinem Unternehmen und dessen Produkte zu verbinden.
  7. Betrachte Deine Kunden als Kunden fürs Leben.
  8. Betrachte jedes Geschäft als eine Dienstleistung. Denn jedes Produkt ist mit einer Dienstleistung verbunden.
  9. Verbessere Deinen Geschäftsprozess jeden Tag.
  10. Berücksichtige verschiedene Aspekte und Informationen – nicht nur finanzieller Art -, bevor Du eine Entscheidung triffst.

Quelle: Für jeden der Lust hat tiefer in die Theorie einzusteigen, das Buch Marketing 3.0 von Philip Kotler ist auf Amazon erhältlich.

Was heißt das jetzt alles für uns Landwirte (ganz einfach übersetzt)?

Theorie ist schön und gut, hat auch seinen Platz, aber wir müssen kucken wie wir das neben unserer Feldarbeit und Viehzucht umsetzen.

Inwieweit Engagement und Emotionen eine Rolle spielen, haben wir in den letzten Monaten und Jahren seit Anfang 2020 live erlebt. Die verwirrenden Nachrichten die sei es aus Maintream aber auch aus alternativen Medien auf uns prallen, sind mehr als bizarr. Was wirklich abgeht, weiß keiner mehr so genau. Das gilt gleichermaßen für Werbeagenturen, wie auch für die sozialen Medien die ihre Zensur, Banning und DePlatforming-Politik bis auf die Spitze getrieben haben.

Nun stehen auf der einen Seite die teils völlig irritierten und verwirrten Verbraucher und auf der anderen Seite wir als Familienbetriebe. Egal ob wir landwirtschaftlich oder anderweitig unterwegs sind, müssen wir zuschauen wie wir zurecht kommen und das Vertrauen in das Gute im Menschen wieder aufbauen.

Keine leichte Arbeit. Gleichzeitig verstecken sich im Chaos die größten Chancen und dafür müssen wir mutig genug sein, um uns diese auch zu schnappen.

Konkret empfehle ich marketingtechnisch folgendes:

Halte Dich an Regel #7 von Philip Kotler, u.z. Betrachte Deine Kunden als Kunden fürs Leben.

Wenn Du immer gemäß diesem Prinzip agierst, dann wirst Du alles tun, um Deinen Kunden Top Produkte in Top Qualität zu einem fairen Preis anzubieten. Da braucht man keine Tricks anwenden und auch keine endlose Kämpfe führen bzw. tonnenweise Geld in irgendwelche aufdringliche Werbekampagnen auf Facebook, Google und Co. investieren, um Vertrauen in Dein Unternehmen und Deine Marke zu erlangen.

Wie setzt Du Marketing 3.0 bei Dir im Betrieb um? Und als Verbraucher, kriegst Du von dieser Bewegung überhaupt was mit?

Bildquelle: Foto von Jose Francisco Fernandez Saura from Pexels

Direktvermarktung-landwirtschaft-hofladen

Direktvermarktung: von der Schnapsidee zum Erfolg

Direktvermarktung ist bereits ein Muss und gehört zum Alltag vieler Landwirte.

Marketing ist jedoch ein Gebiet, auf dem sich die Trends schneller ändern als das Wetter. Muss man jeden Trend mitgehen, um in seiner landwirtschaftlichen Direktvermarktung erfolgreich zu bleiben?

Längst gehen wir Landwirte andere Wege, suchen nach neuen Produktideen und neuen Absatzmärkten.

Landwirtschaft ändert sich, aber mit Sicherheit nicht so schnell, wie die Marketingbranche, in der gefühlt jeden Monat ein neuer Hype umgeht.

Content Marketing, Influencer Marketing, SEO, Social Media, …. Ihr wisst worauf ich hinaus will. Es ist scheinbar ein Fass ohne Boden und um da am Ball zu bleiben, könnte man wohl den ganzen Tag am Laptop hängen.

Eins ist sicher: wir können nicht jeden Trend mitmachen. Aber Änderungen zu ignorieren und Marketing zu betreiben, wie wir es vor ein paar Jahren betrieben haben, funktioniert auch nicht.

Digitale Direktvermarktung und der mündige Kunde

Sicherlich ist es nichts Neues, die digitale Vermarktung ist enorm wichtig.

Super, wenn Ihr eine Webseite habt, regelmäßig eine Mail an Eure Kunden schickt, auf Social Media vertreten seid.

Dies reicht aber längst nicht mehr aus. Schaut Euch an, wie Ihr selbst das Internet nutzt:

Das Handy ist überall dabei. Nehmt folgendes Beispiel: Ein Freund erzählt von dieser neuen Funktion an seinen neuesten Kopfhörern, Ihr geht direkt online:

Onkel Google sagt Euch genau, was es damit auf sich hat. Worauf solltet Ihr beim Kauf achten? Welche Marke ist die Beste? Was sind die Erfahrungen der Nutzer?

Vor- und Nachteile, Preisniveaus, bester Shop zum Kauf … es dauert nicht lange: vom ersten Hören über spontanes Nachschauen und kurzem Nachlesen – relativ schnell habt Ihr alle für Euch wichtigen Informationen an der Hand, seid Euer eigener Experte auf dem Gebiet.

Dabei wisst Ihr es besser, als auf die Werbeanzeigen und tollen Aussagen in einem Prospekt zu hören. Ihr sammelt unabhängige Meinungen aus verschiedenen Quellen.

Den mündigen Kunden nennen Marketingleute dieses Phänomen. Eure heutigen Kunden agieren genauso: sie sind fit in der Online-Welt.

Im Internet surfen ist etwas alltägliches, was man mal gerade nebenbei macht. Und es wird nach authentischen Meinungen und Informationen gesucht.

Kunden suchen in einer Welt, die immer anonymer wird, nach individueller Ansprache und echter Hilfe beim Entscheidungsprozess. Marketing mit Nachrichten für die breite Masse ist out.

Ihr müsst nicht über jeden Marketingtrend bescheid wissen, aber solche fundamentalen Änderungen solltet Ihr im Auge behalten und Eure Strategien entsprechend anpassen.

Sicher ist es gut, wenn Ihr vielleicht eine Online-Quelle habt, wo Ihr Euch regelmässig über Neuigkeiten einfach und schnell informieren könnt.

Haltet die Augen und Ohren offen

Ihr seht allerdings, bewusst durch den Alltag gehen und bewusst das Verhalten von Familienmitgliedern, Freunden, Kunden oder auch den Besten auf dem Markt zu beobachten, eröffnet bereits wertvolle Einblicke.

Nur so wisst Ihr, worauf Ihr in Euer Marketingstrategie achten solltet! Zum Beispiel:

Spontanes Suchen auf dem Handy – Ihr solltet ein gute SEO-Strategie haben, damit Ihr schnell gefunden werdet und die relevanten Informationen liefern könnt. Und wie wär es mit dem Nutzen von Chatbots?

Jeder schaut links und rechts nur noch Videos online – dann ist es wohl eine gute Strategie, diese auf Webseite und Social Media stärker einzubinden.

Fragt Euch: Welche Trends solltet Ihr in Eurer Direktvermarktung stärker einbinden?

Unabhängig von der Strategie und den Mitteln und Wegen, die Ihr einsetzt, einige Grundlagen gelten immer. An dieser Stelle deshalb ein paar Tips, auf die Ihr bei Eurem Online Marketing achtet solltet:

5 Tips für die Direktvermarktung im Internet

  • Bleibt benutzerfreundlich, d.h. haltet es einfach und übersichtlich.
  • Antwortet auf Anfragen möglichst sofort.
  • Sucht den Dialog und seid sozial, d.h. nutzt Kanäle wie Social Media um aktiv mit Euren (potentiellen) Kunden zu kommunizieren.
  • Sammelt Bewertungen, d.h. fragt aktiv Eure Kunden nach Bewertungen und setzt diese gezielt ein.
  • Tretet einheitlich über alle Kanäle hinweg auf und bleibt langfristig und regelmäßig am Ball.

Die Direktvermarktung via Internet ergänzt und unterstützt die “klassischen” Konzepte der Direktvermarktung, wie etwa den eigenen Hofladen, den Stand auf dem Bauern- oder Wochenmarkt, den Erlebnisbauernhof oder den Straßenstand. Dies gilt natürlich auch vice versa.

Es gilt, einen guten Mix zu finden. Wie es funktionieren kann, zeigt das folgende Beispiel:

Marketing-Idee: Direktvermarktung von Ochsenfleisch mit x

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Egal welche Vertriebsform, es geht in der Direktvermarktung darum, eine Beziehung zu Euren Kunden aufzubauen. D.h. Ihr müsst Vertrauen aufbauen.

Direktvermarktung bedeutet Beziehung

Eine gute Strategie und Umsetzung Eurer Marketingmaßnahmen heißt, dass Ihr gut seid im Beziehungsmanagement.

Wie in jeder anderen Beziehung, wer eine starke Bindung miteinander aufbauen möchte, der muss sich die Zeit nehmen, um sich Kennenzulernen.

Auch in der Direktvermarktung geht es nur über ein gegenseitiges Kennenlernen. Kunden möchten wissen, von wem sie kaufen.

Nicht den glänzenden Marketingprospekt, sondern wer hinter Eurem Betrieb steckt und was Eurer Antrieb ist. Spricht, was ist Eurer “Warum” hinter allem?

Und gleichzeitig möchtet Ihr Eure Kunden kennen: was ist Ihnen wichtig? Hochwertige Lebensmittel, Bequemlichkeit, Familie, Persönliche Ansprache, Sicherheit, …. Warum kaufen Sie bei Euch?

Zeigt Eure besten Seiten, warum Ihr so einzigartig seid und zeigt Euren Kunden, dass Ihr sie schätzt und wisst, dass sie etwas Besonderes sind.

Was könnt Ihr anbieten, um neue Beziehungen aufzubauen? Wie könnt Ihr die bestehenden Beziehungen stärken?

Wer noch nach Inspiration für weitere Ideen rund ums Thema Direktvermarktung sucht, der kann im November in Karlsruhe fündig werden.

Fachmesse für Direktvermarktung in Karlsruhe

Hier findet die expoDirekt statt, Deutschlands größte Fachmesse für landwirtschaftliche Direktvermarktung.

Die expoDirekt 2018 findet vom 21.11.-22.11.2018, zusammen mit der expoSE, der Europäischen Leitmesse für die Spargel- und Beerenproduktion statt.

454 nationale und internationale Aussteller aus 14 Nationen, 25.000 m2 Ausstellungsfläche, rund 7.000 Besucher.

Nicht nur die Aussteller, auch die verschiedene Fachvorträge können Euch einen breiten Überblick und sicherlich die eine oder andere Idee geben.

“Unser Messeduo bietet einen umfassenden Marktüberblick und ein hochkarätiges Rahmenprogramm zum Spargel- und Beerenanbau sowie zur landwirtschaftlichen Direktvermarktung. […] Es gilt, sich den Herausforderungen wie Klimawandel, steigenden Produktionskosten und hart umkämpften Märkten zu stellen und durch innovative Produkte und Lösungen neue Wege aufzuzeigen, damit auch in Zukunft eine rentable Spargel- und Beerenproduktion möglich ist, “ sagt Simon Schumacher, Vorstandsprecher des Verbandes Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V. (VSSE)

Quelle: fruchtportal.de, expo-SE.de

Mehr Informationen finden Ihr unter www.expo-se.de. Hier könnt Ihr auch Tickets für die Messe online erwerben.

Welches sind Eure größten Herausforderungen in der Direktvermarktung?

Landwirtschaftliche Nische Direktvermarktung

Landwirtschaftliche Nische als Zukunftschance

Während die Herausforderungen in der konventionellen Landwirtschaft steigen, schauen sich Landwirte nach neuen Wegen um. Ist die landwirtschaftliche Nische ein Weg zu mehr Einkommenssicherheit?

Die Politik berät, ich welcher Höhe Dürrehilfen an die von der lang anhaltenden Trockenheit geplagten Landwirte gezahlt werden sollen.

Einige Landwirt überlegen, wie es nach den diesjährigen Ernteschäden weitergehen soll.

Seit Jahren nimmt die Größe der landwirtschaftlichen Betriebe zu, dies ist keine Neuigkeit:

Waren es 1970 noch 1.146.900 Betriebe mit einer durchschnittlichen Größe von 11,1 Hektar, gab es in Deutschland 2016 nur noch 275.400 Betriebe mit einer Größe von 60.5 Hektar.

Gleichzeitig ist die Anzahl der in der Landwirtschaft Erwerbstätigen rapide gesunken. Neue Produktionstechniken haben die intensive Handarbeit mehr und mehr abgelöst. Ein Trend, der weiter anhält.

Quelle: Bundesministerum für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL): „Landwirtschaft verstehen – Fakten und Hintergründe“

Kapitalintensiv und risikoreich

Die Entwicklung in Betriebsgröße setzt Landwirte jedoch einem neuen Risiko aus: moderne Landwirtschaft ist kapitalintensiv.

Große Flächen, große Tierbestände, große Maschinen … das Einkommen um einen Hof zu finanzieren muss über die Menge reinkommen.

Eine risikoreiche Anlagestrategie, denn in unserem Wirtschaftszweig, werden Absatz und vor allem Preise von vielen Faktoren bestimmt, die nicht in der Hand des Landwirts liegen.

Lebensmittelpreise werden auf dem globalen Markt bestimmt. Regionale Ausfälle können einfach kompensiert werde und beeinträchtigen nicht die Preise. Nur über die Massenproduktion von Lebensmitteln lassen sich nachgefragtes Angebot und geforderter (Niedrig-)Preis anbieten.

Zwar reden die Konsumenten, dass sie regionale, nachhaltig produzierte, qualitativ hochwertige und vielfältige Lebensmittel kaufen möchten. Wenn es beim Lebensmittelkauf ums Bezahlen geht, zeigt sich: Reden ist nicht Handeln.

Betrachtet man die gesamte Wertschöpfungskette ist klar: Landwirte profitieren dabei am wenigsten von ihrem Produkt.

Das Geld wird in der Weiterverarbeitung und in der Vermarktung gemacht. Hier stehen unter anderem Konzerne ganz vorne, die von den aktuellen Strukturen zu den größten Profiteuren gehören.

Eine Folge der Entwicklung ist, dass nicht mal mehr die Hälfte der Landwirte hauptsächlich in der Landwirtschaft tätig ist.

Landwirtschaft ist vorwiegend ein Nebenerwerb.

Wer hauptsächlich Landwirt ist, der brauch neben dem Kerngeschäft eine profitable landwirtschaftliche Nische.Es gilt neben dem Pflanzenanbau oder der Tierzucht eine Einkommensquelle zu finden, die nicht so starken äußeren Interessengruppen unterworfen ist.

Eine landwirtschaftliche Nische, in welcher der Landwirt wieder mehr Gestaltungsspielraum bei Absatz und vor allem beim Preis ausüben kann, scheint der perfekte Weg zu einem weiteren Standbein und zur Risikoabsicherung zu sein.

Landwirtschaftliche Nische – mit Diversifikation zur Einkommenssicherheit

Als Zusatzeinkommen und zur Risikostreuung – die landwirtschaftliche Nische kann langfristig die Existenz von landwirtschaftlichen Betrieben sichern.

Dieses Aufbauen von zusätzlichen Einkommensquellen wird auch als Diversifizierung bezeichnet. 3 Wege kann man hierbei einschlagen:

  • Horizontal: Ausweitung der Produktion auf gleicher Leistungsstufe, d.h. das neue Produkt steht im direkten Bezug zur aktuellen Landwirtschaft.

Zum Beispiel: Ein Obstbauer, der bisher nur Äpfel produziert hat, bietet zukünftig auch Pflaumen an.

  • Vertikal: Aufnahme von weiteren Produkten in der Wertschöpfungskette, sprich Produkte, die der aktuellen landwirtschaftlichen Tätigkeit vor- oder nachgelagert sind.

Zum Beispiel: Statt nur die frischen Früchte zu verkaufen, produziert der Landwirt aus seinen Früchten Likör.

  • Lateral: die neuen Produkte stehen in keinem Zusammenhang zur bisherigen landwirtschaftlichen Tätigkeit

Zum Beispiel: der Obstbauer fängt an, Ziegen für die Produktion von Ziegenmilch zu halten.

Diese drei Wege bilden den Rahmen für erheblichen kreativen Spielraum beim Nebenerwerb.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, das Hauptgeschäft komplett auf eine landwirtschaftliche Nische auszurichten.

Die Marillen-Macher – Das Glück liegt in der Nische

Quelle: Südtirol bewegt – Alto Adige da vivere

Um das passende Nischenprodukt für Eure Landwirtschaft zu finden, heißt es zunächst, den Markt gründlich zu analysieren.

Recherche, Recherche und mehr Recherche

Es gilt Informationen zu sammeln, nicht nur über den potenziellen Absatzmarkt, sondern auch über das Produkt selbst.

Nicht zuletzt muss geklärt sein, ob und wie das Produkt wirtschaftlich gewinnbringend erzeugt und an den Mann gebracht werden kann. Hierfür ist es wichtig, dass sich das neue Produkt in die bisherigen Abläufe der Landwirtschaft eingliedern lässt.

Nehmt mich: ich liebe zum Beispiel meine Zuckerrüben. Als zusätzliche Standbeine hab ich mich in den letzten Jahren jedoch auch auf Blumen, Wildkräuter und Aronia spezialisiert.

Dies erfolgte nicht über Nacht. Bevor der Anbau erfolgte, hab ich viel, viel Zeit in die Recherche investiert. Ich hab bei anderen geschaut, wie es funktionieren kann und meine eigenen Ideen auf Markttauglichkeit geprüft.

Der Einstieg in eine landwirtschaftliche Nische wird in der Regel eine größere Anfangsinvestition benötigen, die sich nicht sofort amortisieren lässt.

Mein Tipp: plant eine Anlaufzeit ein.

Es wird nicht alles von Anfang an stehen. So muss sich die Vermarktung erst aufbauen. Euer Know-how wird sich erst in der Praxis verfestigen.

Bei Aronia beispielsweise ist bekannt, dass man im ersten Jahr nicht mit einer allzu großen Ernteausbeute rechnen sollte. Aber hier ist ein wichtiges Stichwort: die Vermarktung.

Die landwirtschaftliche Nische vermarkten

Marketing ist das A und O.

Ich kann Euch nur empfehlen, frühzeitig damit anzufangen, Euer Produkt zu vermarkten. Mögliche Absatzwege und Endprodukte habt Ihr Euch sicherlich schon in der Marktanalyse überlegt.

Um auf das obige Beispiel im Video zurückzukommen: es ist nicht damit getan, die Marille anzubauen, und die Früchte zu ernten.

Ihr habt hier eine Menge Möglichkeiten und Ideen umgesetzt gesehen:

  • Diversifikation bei den Produkten: frische Früchte, Marmelade, Likör, Senf, …
  • Diversifikation bei den Absatzwegen: auf dem Markt, über Hofladen und auch Gastronomie, strategische Partnerschaften etwa mit der lokalen Fleischerei …

Und dies sind nur einige Möglichkeiten.

Insbesondere die Online Vermarktung – von der eigenen Webseite, ggf. mit einem eigenen Online-Shop, bis hin zur Vermarktung über Social Media Kanäle – bietet viele Möglichkeiten.

Die Wege und Methoden sind vielfältig und ändern sich stetig. Die Basis bleibt die Gleiche: es geht immer um den Aufbau von langfristigen und vertrauenswürdigen Beziehungen.

Und wie in der Landwirtschaft auch: es geht nicht über Nacht.

Man plant, setzt die Saat, hegt und pflegt die wachsenden Pflanzen bevor man ernten kann. Es ist ein ständiger Prozess, der stetig angepasst wird. Nix Neues quasi.

Die Direktvermarktung bringt einen erheblichen Vorteil mit sich, denn sie ist ein wesentlicher Faktor für die Gewinnspanne von Eurem Nischenprodukt.

In der konventionellen Landwirtschaft wird an kommerzielle Abnehmer verkauft. Die Preise werden kaum vom Landwirt bestimmt. Politik, auf nationalem und internationalem Level, globale Wirtschaftsfaktoren und kommerzielle Großabnehmer, ob Supermarktkette oder Konzerne, legen die Preise fest.

In der Nische darf der Landwirt jedoch kreativ sein. Er hat Einfluss und Kontrolle über die beiden Bereiche, die das Geld einbringen:

  • die Wertschöpfung, sprich Herstellung von gewinnbringenden Produkten und
  • die Vermarktung, d.h. den Absatz der Produkte.

Die landwirtschaftliche Nische ist für Landwirte sicher ein Weg, die Wertschöpfung wieder zurück auf den Bauernhof zu bekommen.

Durch die Direktvermarktung eigener Produkte an den Konsumenten werden die Zwischenstufen, die alle ihren Profit verdienen möchten, ausgeschaltet.

Sicherlich ist die landwirtschaftliche Nische auch ein Weg, um in die Landwirtschaft einzusteigen. Machen wir uns nichts vor: eigentlich ist die Landwirtschaft eine Branche, mit einer eher schlechten Kapitalverzinsung.

Traditionell wird man eher Landwirt, weil man mit der Landwirtschaft groß geworden ist. Neulinge von „außen“ sind in der konventionellen Landwirtschaft eine Ausnahme.

Aber innovative Existenzgründer „von außen“ können vielleicht auch für neuen Wind in der Branche sorgen.

In der landwirtschaftlichen Nische unterwegs zu sein, erfordert kreatives Denken und Mut für Neues. Und hier zeigt sich nochmals, welches Allround-Talent man als Landwirt sein muss:

wer innovative Produkte direkt vermarktet, muss nicht nur ein Experte in landwirtschaftlicher Theorie und Praxis sein. Er muss vor allem auch ein Vermarktungskünstler sein.

Wie sehen Eure Erfahrung zum „Start-up“ auf dem Land aus: ist die Investition in eine landwirtschaftliche Nische eine Zukunftschance gegen das „Bauernsterben“ in der Branche?