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2023-01 Tick Tock und schon ist unser wertvollstes Gut weg

Tick Tock und schon ist unser wertvollstes Gut weg

Tick Tock und schon ist eine wertvolle Sekunde unseres Lebens vergangen. Zeit ist ein kostbares Gut. Das wissen die Genossen, die an der Spitze der sozialen Medien sitzen nur allzu gut. Egal ob Instagram, Twitter, Tik Tok oder Facebook, mit der wertvollen Zeit der Nutzer lässt sich sehr viel Geld verdienen.

Ein Post hier, ein Herzchen da, ein Thumbs Up drüben und ein Emoji noch zum Schluss, und schon sind ein paar Minuten unseres Lebens wieder vorbei. Aber wer denkt schon bewusst daran, wenn Influencer XYZ gerade sein neuestes Auto, Schmuckstück oder Botox-Tune-up auf Instagram präsentiert und wir völlig verträumt durch unseren Feed scrollen, um noch mehr vom „außergewöhnlichen“ Leben der neuen Stars berieselt zu werden.

Hauptsache unserem normalen, langweiligen und für viele recht depressiven Alltag für ein paar Momente entwischen, bevor uns der Boomerang der Realität wieder einholt. Dass dabei der Zeiger der Uhr beständig Tick Tock macht und wir unser Leben auf einem Silbertablett anderen servieren, will fast keiner verstehen und ernst nehmen.

Zeit, Daten und Verhaltensmuster

Die Social Media Apps, die fast jeder auf seinem Smartphone gespeichert hat, sind schon eine clevere Innovation. Unter dem Deckmantel bzw. mit Hilfe von Schlagwörter wie z.B. „Menschen mit gleichen Interessen finden“, „Communities bilden“, „personalisierte Feeds kreieren, „mit Freunden immer und überall kostenlos verbunden bleiben“, werden uns Insta, Tik Tok, Twitter und Co. sehr charmant verkauft.

Dass wir dabei unsere persönlichen Daten preisgeben, sei dahingestellt. Aber, dass wir dabei auch unser Verhalten, unsere Wünsche, Interessen, Frustrationen, Ängste, Krankheiten und Co. ohne jegliche Überlegung auf diesen Plattformen preisgeben, ist zweischneidig. Die Algorithmen lernen schnell. Die Künstliche Intelligenz wird aufgrund der immer wachsenden Menge von Daten immer ausgeklügelter und die Werbeträger reiben sich die Hände.

So billig konnte man Werbung schon lange nicht mehr im Facebook-Ökosystem schalten. Insbesondere heuer wo sich Großkonzerne und viele kleine Unternehmen zurück ziehen und ihre Budgets kürzen, heißt es für die Mutigen und Risikofreudigen, Gas geben mit der Werbung. Dabei darf man nicht vergessen, dass mit einem Klick Facebook, Instagram, Messenger und WhatsApp problemlos aktiviert werden können. Die Nutzer sind da und sie sind auch weiterhin bereit ihre wertvolle Lebenszeit auf diesen Netzwerken zu verbringen und teils wild vor sich herzuklicken.

Fragt doch mal einen Vielnutzer, wo er in den letzten 5 Minuten überall geklickt hat und er / sie wird sich an die meisten Posts, Bilder oder Stories überhaupt nicht mehr erinnern. D.h. wir verschenken nicht nur unser kostbares Gut einfach so, sondern befinden uns dabei auch noch in einem völligen Zombie-Zustand.

Tick Tock – Seid Euch Eures Lebens bewusst

Es gibt eine Interaktion aus dem SciFi-Film „Jupiter Ascending“ (2015), die mir bis heute nicht aus dem Kopf geht. Es geht dabei um unser heutiges Thema: die Zeit.

„In eurer Welt sind die Menschen daran gewöhnt, um Ressourcen zu kämpfen… wie Öl, Mineralien oder Land. Aber wenn man Zugang zu den Weiten des Weltraums hat, wird einem klar, dass es nur eine Ressource gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt… sogar zu töten: Mehr Zeit. Zeit ist das kostbarste Gut im Universum.

— Kalique Abraxas aus Jupiter Ascending

Manchmal frage ich mich schon, ob gewisse Filme, die als Science Fiction gekennzeichnet wurden, nicht eher die Realität beschreiben und viel mehr, als es uns lieb ist.

Dass wir alle in einer Illusion leben, die wir mit unseren Gedanken bewusst oder unbewusst kreieren, dürfte mittlerweile bei den Meisten angekommen sein, egal ob man was von Quantenphysik hält oder nicht.

Tolle Erkenntnisse, und was hat das jetzt mit Landwirtschaft oder Agrarbetrieb zu tun?

Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen, die Berufen nachgehen bzw. Unternehmen betreiben, die eng mit der Natur verbunden sind, das Thema „Zeit“ anders wahrnehmen als jene, die fest im Kreislauf Appartment-Auto-Büro-Lunchbox-Büro-Auto-Appartment-Fernseher verankert sind. Dies ist keine Wertung, sondern eine Beobachtung.

Umso wichtiger ist es deshalb, uns unserer Sterblichkeit bewusst zu werden. Dies hat nichts mit Angst zu tun, sondern ganz im Gegenteil, es sollte jeden motivieren und inspirieren, seinen Träumen nachzugehen und sein Leben ganz bewusst (!) so zu gestalten, wie man es will.

Tick tock, tick tock … Was willst Du in Deinem Leben wirklich kreieren?

Bildquelle: Foto von John Tyson auf Unsplash

Die sozialen Medien und das Kasperlspiel

Die sozialen Medien und das Kasperlspiel

Im Bereich der sozialen Medien kennt man mittlerweile nur noch eins: eine tolle Show hinlegen. Wer den Mut hat, einen tieferen Blick hinter die Kulissen zu werfen, der merkt, dass alles einem Zirkus bzw. einem gut inszenierten Kasperlspiel ähnelt. Das jüngste Beispiel: Twitter.

Mittlerweile dürfte auch Tante Gudrun aus dem hintersten „Kaff“ Deutschlands von Twitter gehört haben. Denn das, was früher nur Online debattiert wurde, findet heute einen festen Platz im Prime Time der Mainstream-Medien. Wenn in der Tagesschau des öffentlich-rechtlichen Fernsehens über Elon Musk und Twitter berichtet wird, dann wissen wir, dass Social Media ihren lang ersehnten festen Platz im aktuellen Leben der Bewohner dieses Planeten eingenommen hat. Ob das gut oder schlecht ist, ob dies einer Dekadenz der Gesellschaft oder einem Aufstieg zugeschrieben werden kann, überlasse ich an dieser Stelle jedem einzelnen von Euch.

Wer glaubt, dass durch die Übernahme von Twitter durch Elon Musk die Rede- und Meinungsfreiheit auf dieser Plattform zurückkehrt, hat das Spiel nicht richtig durchschaut bzw. verstanden. Das, was in den letzten beiden Jahren auf den sozialen Medien in punkto Zensur passiert ist, kann man nicht durch eine Show-Übernahme wettmachen. Zwar wurden auf Twitter ein paar Konten, die in den letzten Monaten gesperrt wurden, wieder aktiviert, aber das ist lediglich nur ein winziger Trost.

Denn eins dürfen die Twitter-Nutzer nicht vergessen: hinter diesem Unternehmen stecken namhafte Aktionäre die Geld (Dividende!) sehen wollen.

Wer einen Blick auf Yahoo Finance auf dem Tab „Holders“ klickt, erfährt, dass u.a. folgende Big Businesses und Big Banks zu den Aktionären von Twitter gehören:

Vanguard, BlackRock, Morgan Stanley, Barclays, State Street Corporation — um ein paar zu nennen.

Glaubt Ihr tatsächlich, dass das oberste Ziel der oben aufgeführten Investoren Rede- und Meinungsfreiheit ist, wie das so gerne von Elon Musk angepriesen wird?

Twitter ist ein Business

Twitter, Facebook bzw. Meta, LinkedIn und Co. haben zuerst unsere Desktops, danach unsere Smartphones und heute unser Leben eingenommen. Wir waren diejenigen, die diese Technologien und damit einhergehend diese Silicon Valley Tech-Giganten in unser Leben eingeladen haben. Heute stehen die meisten völlig machtlos da und wissen gar nicht, was mit ihren persönlichen Daten wirklich passiert; ganz zu schweigen von der wertvollen Zeit, die sie in diese Medien „investieren“.

Wobei das Wort „Investieren“ in diesem Zusammenhang völlig falsch am Platz ist, denn die großen Nutznießer der sozialen Medien sind die Plattformen selbst und die vielen Werbeträger und sogenannten „Third-Parties“ bei denen unsere Daten und Verhaltensmuster landen.

Bis vor wenigen Jahren war Twitter in der D-A-CH Region nicht besonders beliebt. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass sich das etwas relativiert hat. Ich finde es gibt mehr und mehr deutschsprachige Profile, die hierauf posten und versuchen Twitter in ihr Marketingportfolio besser zu integrieren.

Twitter war von Anfang an die „Go-to“-Plattform für die neuesten Nachrichten. Wenn etwas in der Welt passierte, dann gab’s die Nachricht zur allererst auf Twitter. Bis Facebook die Nachricht aufgriff oder im Fernsehen darüber berichtet wurde, war das Ganze schon längst passé.

Heute ist das auch nicht viel anders, obwohl die Plattform vermehrt von Bots dominiert wird. Auch hier hat Elon Musk ein Versprechen abgegeben, welches lautet:

Die Bots weitestgehend zu eliminieren und die echten Menschen zu authentifizieren. (Quelle: Tweet von Elon Musk, Twitter)

Twitter hatte schon immer ein Problem: und zwar die Werbeeinnahmen. Anders als bei Facebook, wo Werbekampagnen etwas leichter aufzusetzen sind und Gewinne entsprechend abschöpfbar sind, ist das bei Twitter anders. Nur erfahrene und anspruchsvolle Werbetreibende wissen, wie mit Twitter-Werbung profitabel umzugehen ist. Wenn die Plattform jedoch voll von Bots ist, dann schmeißt man quasi das Geld aus dem Fenster. Logischerweise, muss sich dies auch ändern, wenn Elon Musk seine Investoren bei Laune halten möchte. Wie also die Authentifizierung der „echten Menschen“ ablaufen soll (Beispiel: digitale Identität) und ob das viele so auch mitmachen werden, bleibt abzuwarten.

Fakt ist, Twitter ist und bleibt ein Business auch wenn es unter der Tarnung „soziales Medium“ fungiert.

Die sozialen Medien im Karussell der Zeit

Wie lange die heuer bekannten, sozialen Medien unser Leben noch mitbestimmen werden, hängt einzig und alleine von uns ab. In dem Moment, in dem wir aufhören, die Plattformen zu nutzen, heißt es „Game over“ für die Ikonen Mark Zuckerberg, Elon Musk oder wie auch immer sie heißen. Dass dieses schneller gehen kann als es manch einem lieb ist, sieht man an der Aktie von Facebook / Meta, die in den letzten Monaten gigantische Verluste verzeichnen musste.

Was soll ich tun, wenn ich Landwirt bin? Soll ich diese Netzwerke weiter nutzen oder ist es an der Zeit mich bei anderen Technologien umzuschauen?

Berechtigte Fragen, denn wir wollen ja einerseits dort sein, wo unsere Kunden sind und gleichzeitig Änderungen bzw. „Kundenmigration“ vorausschauen, um uns bestens positionieren zu können. Denn jetzt, wo Geschäfte vermehrt Online abgewickelt werden, müssen wir uns anpassen. Auf der Strecke zu bleiben, ist für mich und für viele meiner Kollegen keine Option.

Was andere Technologien angeht, so würde ich ein Auge offen halten für das, was auf der Blockchain passiert. Denn dieser Bereich umfasst nicht nur Kryptowährungen, sondern ein komplexes Multiverse an Möglichkeiten, die wir heute kaum erahnen können. Auf der Blockchain erscheinen bereits die ersten sozialen Medien, auch wenn diese in der Mainstream noch nicht eingedrungen sind. Das Konzept der Dezentralisierung, bei dem jeder Einzelne von uns die Schlüssel selbst in der Hand hat und seine Inhalte von niemand auf der Welt gelöscht werden können, gewinnt immer mehr an Attraktivität.

Lasst Euch von dem Kasperltheater, das uns präsentiert wird, nicht hypnotisieren. Die Grundlagen eines Unternehmens bleiben bestehen. Es geht um Gewinne, und das gilt auch für die sozialen Medien.

Bildquelle: Foto von Creative Christians auf Unsplash

2022-03 Die Zukunft von Social Media

Die Zukunft von Social Media

Hat Social Media in ihrer derzeitigen Form überhaupt noch eine Zukunft? Was passiert mit den Hunderten von Millionen von Followern der abertausenden Accounts die von YouTube, Facebook, Twitter und Co. gelöscht wurden? Glauben die Damen und Herren in Silicon Valley allen Ernstes, dass dies keine gravierenden Auswirkungen auf sie haben wird?

Im Herbst 2019 veröffentlichte The Verge die Anzahl der Accounts die auf YouTube gelöscht worden sind. Es handelte sich hierbei um 17.000 YouTube Accounts, mehr als 100.000 Videos und über 500 Millionen Kommentare. Das war vor mehr als zwei Jahren, wo die Welt sozusagen noch „in Ordnung“ war. Seitdem hat die Zensur zugenommen. Jeder der sich nicht an die Mainstream-Darstellung hält und versucht gewisse Themen aus einer anderen Perspektive zu durchleuchten wird als „Fehlinformation“ abgestempelt und auf kurz oder lang entfernt.

Die ersten Auswirkungen dieser Aktionen durften die Aktionäre von Facebook erst vor Kürze live erleben. Nach 18 Jahren Wachstum hieß es für das weltgrößte Social Network erstmals „Zahlen nach unten korrigieren“. Die ersten User verlassen das Meta-Boot bzw. nutzen die Dienste des Sozial-Giganten nicht mehr so oft wie alle die Jahre zuvor. Ein herber Rückschlag für Zuckerberg & Co., was sich auch an der Börse entsprechend zeigte. (siehe Yahoo Finanzen)

Bricht das Social Media Imperium zusammen?

In meinem Beitrag „Alles Meta oder doch nicht?“ habe ich die Situation in der sich Facebook befindet, etwas detaillierter durchleuchtet. Wer glaubt, dass Tik Tok als großer Nutznießer diesen Markt komplett an sich reissen kann, ist fernab von der Realität. Tik Tok profitiert von dem aktuellen Disaster der anderen sozialen Netzwerke, ist aber alles andere als ein sicherer Zufluchtsort.

Das was heute in diesem Bereich unseres Lebens passiert, ist repräsentativ für die Änderungen die überall in unserem Alltag bevorstehen.

Der große Social Media Splitt: Zentralisierte vs. dezentralisierte Netzwerke

Wenn alle Informationen, Posts, Fotos, Videos und Kommentare von einer einzigen Quelle kontrolliert werden, kann das recht schnell nach hinten losgehen. Bis vor rund zwei Jahren waren alternative Social Media Netzwerke etwas für Tech-Nerds und Außenseitern; heute hat sich das Blatt gewendet.

Die Fans von Joe Rogan finden seine Sendungen nicht mehr auf YouTube, sondern müssen sich dafür bei Spotify anmelden. Seine Shows erreichen teilweise 200 Millionen Zuschauer / Zuhörer; eine Zahl die man nicht so schnell unter dem Tisch kehren kann. Ein herber Verlust für YouTube auch wenn die kleine Schwester von Google das nie zugeben wird.

Aber auch Spotify ist zentralisiert. Die Infos gehen durch ein Nadelohr was jederzeit zugeschnürt werden kann. Hinzu kommt, dass zentralisierte Plattformen von Regierungen, Ländern und Organisationen jederzeit zum Halt gebracht werden können. Dies betrifft sowohl westliche Länder, wo Rede- und Meinungsfreiheit bis vor Kurzem noch ein Grundpfeiler der Demokratie waren (z.B. Kanada) als auch Länder, die das mit der Freiheit nicht so ernst nehmen.

Die Bedeutung dezentraler Netzwerke wird an dieser Stelle immer deutlicher. Wenn diese Netzwerke unantastbar sind bzw. von niemandem verboten werden können, umso spannender wird die ganze Geschichte.

Ist das überhaupt möglich? Und wenn ja, wie?

Kurz und schmerzlos: Ja, es besteht diese Möglichkeit. Die Blockchain-Technologie macht das möglich.

Fast täglich entstehen neue dezentralisierte blockchain-basierte Social Media und Content Marketing Netzwerke. Zwar sind diese vom Radar des Mainstreams noch entfernt aber ich bin überzeugt, dass sollte es mit der Zensur weiter so gehen wie bisher (wovon ich ausgehe), dann werden diese Plattformen vermehrt das Bewusstsein der Massen penetrieren. Die Gewissheit, dass nichts was man selber postet von einem Außenseiter entfernt werden kann, wird den einen oder anderen mehr als wachrütteln.

Tipps für Landwirte

Kommen wir nun zu den wesentlichen Fragen die unsere Branche betreffen: Wie sollen wir vorgehen? Wie sollen wir unsere eh schon zu wenig zur Verfügung stehenden Kapazitäten auch noch auf die neuen Plattformen verteilen? Sollen wir auf Social Media zukünftig gänzlich verzichten?

Wenn die Mehrheit unserer Kunden sich noch auf den großen, zentralisierten Social Media Netzwerken aufhält, dann müssen wir dort auch weiterhin Präsenz zeigen. Diejenigen von uns, die eine „aufgewecktere“ Kundschaft haben, sollten sich so langsam aber sicher die Tentakeln auch auf diesen anderen alternativen Medien, darunter sicherlich auch die dezentralisierten Kanäle, ausbreiten. Reinschnuppern lohnt sich für jeden, der Wert auf Freiheit, Privatsphäre und innovative Technologien legt.

Noch befinden wir uns am Anfang der Adoptionskurve und nichts ist in Stein gemeisselt. Die dezentralisierten, blockchain-basierten Plattformen muss man sich ungefähr so vorstellen, wie Facebook in 2010. Das heisst jedoch nicht, dass wir sie unterschätzen dürfen. Die Communities die hinter diesen Netzwerken stecken meinen es in punkto Datenschutz, Privatsphäre und Freiheit sehr ernst. Das was in den letzten Jahren weltweit passiert ist, hat sie in ihrer Überzeugung absolut verstärkt.

Bewegen wir uns mit Tempo 100 auf das Ende von Social Media so wie wir es heute kennen? Ich persönlich glaube schon. Blockchain und Web3.0 klopfen an der Tür und das Klopfen wird immer lauter.

Bildquelle: Foto von cottonbro auf Pexels

Alles Meta oder doch nicht

Alles Meta oder doch nicht?

Die Skandale rundum Meta (ehemals Facebook) reißen nicht ab. Mit der eigenen Kryptowährung haut es nicht hin, die Anzahl der User die sich täglich auf der Plattform einloggen sinkt und jetzt überlegt Mister Zuckerberg den Zugang für Europäer zu kappen. Das alles nachdem es doch so toll lief für den Tech-Giganten, der uns vor wenigen Wochen von seiner zentralisierten Metaverse überzeugen wollte.

In den letzten zehn Jahren kam kein Business an Facebook vorbei. Obwohl anfangs viele Unternehmer noch ihr Geld für Google Ads ausgaben, realisierten sie, dass man mit Facebook- und Instagram-Werbung jede Menge wertvolle Nutzer erreicht. Insbesondere durch die Integration von WhatsApp und Instagram in das Facebook-Ökosystem schaffte es der dunkelblaue Silicon Valley Riese eine breite Zielgruppe zu erreichen.

Diese Idylle wurde jedoch immer wieder durch unliebsame Datenskandale gestört und auf den Kopf gestellt. (siehe Cambridge Analytica worüber ich des öfteren hier schon berichtet habe) Dass die Nummer 1 im Bereich Social Media nicht still stehen kann und seine „Schützlinge“ mit innovativen Ideen und Konzepten bei Laune halten muss, damit diese ja nicht zu anderen Netzwerken abwandern, ist klar.

Die Begeisterung war groß als die eigene Kryptowährung names Libra angekündigt wurde. Mehrere Milliarden Nutzer mit einer eigens kreierten digitalen Währung zu beglücken und dadurch schnelle und kostenlose Transaktionen weltweit zu ermöglichen, klang für viele wie ein Traum. Die Behörden sahen das ein bisschen anders. Das Projekt verzögerte sich. Dann fand ein Rebrand von Libra in Diem statt und vor wenigen Tagen kam dann der Paukenschlag — Facebook verkauft das Diem Stablecoin-Projekt für 200 Millionen Dollar an die auf Krypto spezialisierte Bank Silvergate Capital. Der Grund: Regulierungsprobleme. (Quelle: The Wall Street Journal)

Facebook bzw. Meta verliert zum ersten Mal in seiner Geschichte Nutzer

Die vierteljährlichen Berichte von Facebook / Meta waren seit 18 Jahren ein Grund für Freude sowohl für die Aktionäre als auch für die vielen Werbetreibenden. Nun ist das eingetreten was ich schon lange erwartet habe: die Sättigung bzw. die ersten Zeichen eines „Exodus“. (Quelle: Washington Post)

Die Schuldigen wurden in den Mainstream Medien auch schon ausfindig gemacht:

  • TikTok ist ein sehr ernst zu nehmender Konkurrent geworden der insb. Instagram ein schweres Leben beschert
  • US und internationale Aufsichtsbehörden nehmen die Geschäftspraktiken des Konzerns vermehrt unter die Lupe
  • Die Neuorientierung auf die „Metaverse“

Die drei oben aufgeführten Gründe haben sicherlich ihre Berechtigung, allerdings vergessen die Genossen des Mainstreams hier zwei weitere extrem wichtige Faktoren zu nennen, die dem Social Media Tech-Giganten in der Zukunft noch ganz viele Albträume verursachen werden, und zwar:

  1. Die hochkarätige Zensur die sich in den letzten beiden Jahren verstärkt hat. Zensur egal welcher Art führt zu einer Gegenbewegung. Wenn Menschen aus allen möglichen Branchen zensiert werden, dann suchen sich diese Nutzer andere Plattformen. Wenn die Konten unterschiedlicher Werbetreibender plötzlich, wie aus dem Nichts und ohne klarem Feedback, sondern nur unter der Floskel „Sie haben gegen die Guidelines verstossen“ gesperrt werden, dann suchen sich diese Geldgeber ein anderes Zuhause, wo sie ihr Geld loswerden können.
  2. Das Aufkommen des Web 3.0 insbesondere in dezentraler Form. Das meine lieben Freunde ist meiner Meinung nach der wahre Grund weshalb wir weitere Verluste bei Web 2.0 Betreiber wie Facebook, Google und Co. in den kommenden Jahren erleben werden. Das was die Blockchain-Technologie ermöglicht, können sich die meisten Nutzer eines Facebook-Kontos kaum vorstellen. Die Plattformen die in diesem Bereich täglich neu hinzukommen, werden Facebook, Meta oder wie auch immer sie sich demnächst nennen werden, die Nutzer wegnehmen. Denn wenn ein Nutzer einmal verstanden hat, dass er / sie die Schlüssel in der Hand hat und sein Konto von keinem Unternehmen, von keiner Regierung oder irgend einem Oberguru geschlossen werden kann, dann wird er Web 2.0 in Windeseile verlassen. ACHTUNG: Selbstverständlich spreche ich hier ganz gezielt von dezentralen Blockchain-Alternativen!

Die Probleme reißen nicht ab

Nun verläßt auch der ehemalige PayPal-Gründer Peter Thiel den Verwaltungsrat von Meta, um den früheren Präsidenten Donald Trump bei seiner Kampagne zu unterstützen. Hinzu kommt, dass Meta sich aufgrund der strengen GDPR-Regeln auch noch gezwungen sieht sich aus der EU zurück zu ziehen. (Quellen: FAZ, Bloomberg)

Sollte das eintreffen, dann bleibt den EU-Nutzern die keine TikTok Fans sind und auf soziale Netzwerke nicht gänzlich verzichten wollen, nur noch eins übrig: und zwar sich endlich mal mit Web 3.0 auseinander zu setzen.

Wir leben in spannenden Zeiten. Fakt ist, die Zeit bleibt nicht stehen, ganz im Gegenteil, fast jeder von uns fühlt es irgendwo tief im Inneren, dass sich alles schneller dreht als früher. Das was in den nächsten Jahren passieren wird, können wir uns heute kaum vorstellen.

Ob Facebook, Meta oder wie auch immer in den nächsten zehn Jahren noch unser Alltag prägen wird, bleibt abzuwarten. Ich persönlich tendiere eher zu einem „Nein“.

Bildquelle: Foto von Tumisu auf Pixabay

Zuckerbergs dystopische Meta Zukunft

Ein Blick in Zuckerbergs dystopische Meta-Zukunft

Hier kommt ein cleverer Schachzug von einem der bekanntesten Silicon Valley Technokraten Mark Zuckerberg: Facebook wird kurzerhand in Meta umbenannt und alle ‚Zuck‘-Plattformen werden nahtlos miteinander verzahnt. Die Positionierung für die kommenden Jahre steht. Jetzt müssen die paar Milliarden Benutzer das Planspiel inklusive verschärfte Zentralisierung, Datenerfassung, Monitoring und Überwachung schlucken und dann ist alles geritzt.

Eins muss man Zuck bzw. Zucks, so wie er liebevoll in der englischsprachigen Community bezeichnet wird, lassen: er kann Spannung aufbauen und eine futuristische Show hinlegen.

Man könnte meinen, dass die Anhörungen im Senat und die vielen Datenskandale (siehe hierzu Cambridge Analytica), das Profil und die Brand Facebook eher gestärkt als geschwächt haben. Diejenigen von Euch, die mit offenen Augen und Ohren durch die Welt laufen, wissen mittlerweile, dass der Gründer des weltweit größten Social Media Netzwerks es faustdick hinter den Ohren hat.

Meine Facebook-Reise startete ich vor über einer Dekade. Es waren die Anfänge von Social Media und keiner wusste so richtig was mit dem Ganzen anzufangen. Es gab kein Instagram oder Whatsapp und die Werbungen waren primitive Versuche, um Leute dazu zu animieren, irgendwelche kostenlose E-Books herunterzuladen. Konzerne wussten nichts mit dem Hype anzufangen und hielten sich fern. Wir hingegen galten als Rookies, die auf der Suche nach neuen Kommunikationswegen waren.

Seitdem hat sich die Welt sehr stark verändert. Facebook ist heute ein Ungetüm.

Wer die Plattform nicht richtig bedienen kann, bleibt im Schatten. Das Werbeprodukt ist komplex und erfordert viel Know-how, um langfristig profitable Kampagnen zu schalten. Konzerne haben ganze Abteilungen, die tagein tagaus an Facebook, Insta und Co. dransitzen, um mit ihrer Brand relevant zu bleiben. Das was einst das Spielfeld kleiner Unternehmer und Solopreneure war hat sich in ein Schlachtfeld von Konzernen umgewandelt. Unter dem modernen Slogan ‚Kampf um Aufmerksamkeit‘ werden Millionen in das System reingebuttert, damit die Aktionäre auf beiden Seiten ‚happy‘ sind.

Jetzt aber das große Announcement – Zuckerbergs neue Vision: Die Metaverse.

Quelle: CNET, YouTube

Wer Zeit und Lust hat Mr. Zuckerberg eine Stunde lang zuzuhören, für diejenigen gibt’s hier auch die Lang-/Originalversion; von der neuen Company Meta versteht sich….

Quelle: Meta, YouTube

Alles Meta oder was?

Der Begriff Metaverse ist heute in aller Munde. Vor Zucks Ankündigung wussten die wenigsten was damit anzufangen, heute nachdem jeder TV-Sender und jede mögliche Zeitung und Zeitschrift darüber schreibt, weiss auch das Mainstream-Publikum darüber bescheid. Ob die Leute wirklich verstehen was sich dahinter versteckt, sei mal dahin gestellt.

Für die Landwirte unter Euch, eine kurze Erinnerung an meinem Beitrag aus August mit dem Titel ‚Metaverse und Landwirtschaft: Wie vermarkten wir in der Zukunft?‚. Kurz und knapp beschreibe ich, was so auf uns zurollt. Viel Spass beim „verdauen“ der Informationen.

Was ist denn diese Metaverse?

Ohne philosophisch zu werden, verstehen wir unter Metaverse eine Verschmelzung der physischen und digitalen Welt.

Wichtige Komponenten dabei:

  • Virtuelle Realität (VR, Virtual Reality) – Mit speziellen Brillen tauchen Nutzer in die digitale Welt ein; Facebook ist mit seiner eigenen VR-Firma Oculus hervorragend für diese Aufgabe aufgestellt.
  • Erweiterte Realität (AR, Augmented Reality) – Digitale Inhalte werden in die reale Umgebung eingeblendet.
  • Hologramme – Die Vorstellung hierbei ist physische Gegenstände zu scannen, um anschließend als Hologramme in die reale Welt zu projizieren.

Das Ziel bei der ganzen Sache ist, ein mögliche ‚reales‘ Erlebnis zu schaffen, d.h. die Wahrnehmung zu haben, dass man mittendrin im Geschehen ist. Weg vom Bildschirm also und hin zum Erlebnis.

Wie das ganze in punkto Technik, also über die VR-Brillen hinaus umgesetzt werden soll, ist derzeit noch unklar. Dazu hat Zuck auch keine weiteren Details veröffentlicht.

Ready Player One

Entsteht mit Meta das perfekte Ambiente für Milliarden von Ready Player Ones?

Kleine Anmerkung am Rande: Wer den US-amerikanischen SciFi-Film aus 2018 mit dem obigen Titel noch nicht gesehen hat, denen kann ich an dieser Stelle herzlich empfehlen diesen zu schauen. Merkwürdigerweise haben diese SciFi-Filme, insbesondere diejenigen vom bekannten Hollywood-Regisseuren Steven Spielberg eine Tendenz, Teil unserer Realität zu werden.

Die Vision und die Richtung sind da, aber wir sind von der totalen Dystopie meiner Meinung nach, noch etwas entfernt – soll aber nicht heissen, dass das Tempo sich nicht ändern und in einem Jahr vieles anders aussehen kann.

Was ich damit konkret meine:

Unsere derzeitigen Technologien sind „basic“ bzw. sehr primitiv. Man braucht ein lästiges VR-Headset und überall in der Wohnung hängen Kabel und spezielle Geräte rum. Abgesehen vom Kabelsalat ist das Thema Kompatibilität unterschiedlicher Hard- und Software nicht zu vernachlässigen. Auch die Annahme dieser Technologien außerhalb der Gaming-Community ist heutzutage nicht gegeben. Das soll sich mit Facebooks /Metas Initiative natürlich ändern, aber wir wissen beide, dass dies nicht über Nacht passiert.

Das Metaverse-Konzept überrascht mich nicht. Es war lediglich eine Frage der Zeit bis Facebook, Google, Apple oder Amazon diese Richtung einschlagen. Ich gehe davon aus, dass wir in den kommenden Wochen ähnliches auch von den anderen oben aufgeführten Tech-Giganten präsentiert bekommen werden.

Für mich stellt sich eher eine ganz andere Frage: Zentralisierte versus dezentralisierte Metaverse?!

Alle diese Konzerne werden die zentralisierte Version anbieten. Hier wird man im Endeffekt absolut keine Kontrolle haben. Facebook und Co. entscheiden, wer „mitspielen“ darf und wer nicht, wer welche Regeln gebrochen hat und wer welche Inhalte serviert bekommt. Wer glaubt, dass diese Entitäten frei von Zensur sein werden und Wert auf Rede- und Meinungsfreiheit legen werden, kann sich am besten jetzt schon bei der noch nicht existierenden Disneyworld-Metaverse anmelden.

Die dezentralisierte Metaverse hingegen ist das was mich am meisten fasziniert. Auch hier passiert vieles, nur wird das leider nicht an die große Glocke gehangen.

Was haltet Ihr von Zucks Meta? Coole Sache oder eher beängstigend?

Bildquelle: Foto von Gerd Altmann auf Pixabay