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Gewaechshaus der Zukunft - 3 innovative Konzepte

Gewächshaus der Zukunft – 3 innovative Konzepte

Ein eigenes Gewächshaus zu haben ist für viele Natur- und Lebensmittelliebhaber das Non-Plus-Ultra. Die einen verlassen ihre gut bezahlten „City“-Jobs und kaufen sich ein Stück Land, um endlich das zu tun, was sie schon immer wollten, andere wiederum kehren dem hektischen Alltag den Rücken und ziehen sich in ihr eigens gebasteltes Refugium zurück.

Gewächshäuser unterschiedlicher Größe, Art und Couleur schießen mittlerweile weltweit wie Pilze aus dem Boden. Was sie von den Standard-Gewächshäuser, die wir gewohnt sind, unterscheidet, ist ihre Funktionsweise. Saisonunabhängig Erdbeeren, Tomaten, Bohnen und Co. zu züchten, ist langweilig geworden; die neuen Konzepte sind innovativ, inspirierend und äußerst kreativ.

Heute möchte ich Euch drei innovative Gewächshaus-Konzepte präsentieren, als wichtiger Reminder dafür, dass es sich lohnt anders zu denken.

1. Ein Studentenwohnheim im Gewächshaus

Ein wandelndes Wohnbiotop in den 20 Studenten hausieren, ist schon etwas Außergewöhnliches. Das ESA Selbstbau-Projekt (Energiesparende Studentenwohnheim-Architektur) entstand in den 80er Jahren mit Hilfe von Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitern der TU Kaiserslautern sowie entsprechenden Handwerkern.

Das energieeffiziente Gebäude, das nach dem Haus-in-Haus-Prinzip gebaut wurde, befindet sich auf dem Campus der Uni, am Rande des Pfälzer Waldes. Die Einrichtung besteht aus:

  • 20 Wohneinheiten mit Zimmern und Gärten oder Terrassen
  • einer großen Gemeinschaftsküche
  • Gemeinschaftsräume
  • Bäder
  • Kellerräume

Die Hülle des Hauses besteht aus Folie und Glas.

Das Biotop erscheint wie ein Paradies aus Kletterpflanzen, heimischen Obst- und Gemüsesorten. Auch Exoten wie Kiwis und Feigen reifen in dem mit den Jahreszeiten wandelnden Gewächshaus.

Ich überlasse am besten den Studenten, die derzeit dort wohnen, Euch auf eine Besichtigungstour mitzunehmen:

Quelle: SWR Room Tour, YouTube

2. Walipini-Gewächshäuser eignen sich auch für den Westen

Das unterirdische Gewächshaus, das in den 90er Jahren von Freiwilligen in La Paz, Bolivien gebaut wurde, fasziniert seither die Menschen auf der ganzen Welt.

Die Idee bitterkalte Nächte und gar Jahreszeiten zu überwinden und dabei die Vegetationsperiode von Pflanzen zu verlängern, spricht immer mehr Seelen an. Dieses Grubengewächshaus in Ländern wie z.B. Norwegen, Schweden oder Kanada nachzubauen und über die dunklen Wintermonate von frischem Obst und Gemüse zu profitieren, ist sicherlich etwas wundervolles.

Walipinis sind grundsätzlich, wenn richtig gebaut:

  • warm aufgrund der Erdisolierung ==> Übrigens: Walipini bedeutet „Ort der Wärme“
  • gemütlich und
  • hell (Sonnenlicht dringt durch Plastikfolien oder Glas durch).
  • Hinzu kommt, dass diese sehr effizient sind.

Für detaillierte Informationen über Walipinis empfehle ich Euch meinen Beitrag mit dem gleichnamigen Titel.

Walipini: Grubengewächshäuser erobern die ganze Welt

3. Permakultur im geodätischem Kuppel-Gewächshaus

Von der Großstadt direkt in die sogenannte „Ecobubble – für manche ein Alptraum, für andere wiederum die absolute Traumwelt. „Goodbye Keyboard-Jobs!“ Das sagte sich ein kanadisches Paar als es aus Toronto wegzog und sich für ein Leben auf dem Land entschieden hat.

Inmitten des Grundstücks erstreckt sich heuer ein kleines Paradies, nämlich ein geodätisches Kuppelgewächshaus. Bei dem nördlichen Klima das ganze Jahr über frisches Gemüse und Obst zu haben, ist sicherlich eine Herausforderung. Doch die beiden meistern diese hervorragend.

Sie nutzen dabei die Permakultur– und Hügelkulturmethoden, um in den Gärten Lebensmittel anzubauen. Sie verwenden dabei keine Pestizide oder Herbizide. Die Mikrofarm produziert frische Lebensmittel für den Eigenbedarf, für die Nachbarn und auch für einen kleinen Verkaufsstand, an dem sie ihre Produkte zum Verkauf anbieten.

Quelle: Exploring Alternatives, YouTube

Lust auf so ein Kuppelgewächshaus?

Der Geodom Rechner hat sich als recht hilfreich bei der Planung von Geodomen bzw. geodätischen Gewächshäusern erwiesen. Hier geht’s zum Dome Calculator.

Kreativität ohne Grenzen

In jedem von uns schlummern jede Menge kreative Schätze und Ideen, leider setzen die Wenigsten diese in Realität um. Dabei wären wir als Gesellschaft und Spezies so viel weiter, wenn sich mehr Menschen trauen und ihre tollen Visionen umsetzen würden.

Wem die oben aufgeführten Ideen immer noch zu „Mainstream“-mässig klingen, kann selbstverständlich sein gesamtes Haus mit einem Gewächshaus umhüllen. Klingt verrückt und nicht realisierbar?

Mag verrückt klingen, aber ein schwedisches Paar hat auch dies bereits umgesetzt. (Lese hierzu meinen „Häusle bauen“ Beitrag)

Der Öko-Trend der die ganze Welt erobert hat, wird in den kommenden Jahren eine Vielfalt von jetzt wohl noch „merkwürdigen“ Konzepten und Projekten ans Tageslicht bringen. Es hängt einzig und alleine von uns ab, wie offen wir innovative Ideen annehmen und so vielleicht auch neue Ansätze für aktuelle Herausforderungen umzusetzen.

Könntet Ihr Euch vorstellen ein Gewächshaus rundum Euer Haus zu bauen bzw. in ein fertig gebautes einzuziehen?

Bildquelle: Foto von Dominika Gregusova auf Pexels

Lebensmittelpreise explodieren Selbermachen angesagt

Lebensmittelpreise explodieren – Jetzt ist Selbermachen angesagt

Die Preise für Lebensmittel explodieren weltweit und da bringt ein schneller Einkauf im Nachbarland für diejenigen, die im Grenzgebiet leben, langsam überhaupt nichts mehr. Welche Alternativen bleiben einem übrig? Wie wär’s mit Selbermachen?!

Während die Gehälter ein paar mickrige Prozente gestiegen sind (wenn überhaupt), gehen die Inflation und damit einhergehend die Benzin-, Energie-, Düngemittelpreise und Co. durch die Decke.

Wer ein bisschen Ahnung von Ökonomie hat, weiß sehr wohl, dass die verzweifelte Aktion der Zentralbanken, allen voran der Federal Reserve (FED) in den USA, absolut nichts gegen die Unmengen an Geld tun wird, mit denen die Märkte in den letzten Jahren geflutet wurden. Auch das Motto „wir kämpfen gegen die Inflation“ ist nur ein weiterer cleverer Slogan für die Massen, die das Spiel von Wall Street und der „Too big to Fail“-Institutionen bis zum heutigen Tag nicht durchschaut haben.

Kehren wir doch zu den Alltagssorgen des Otto Normalbürgers zurück, der völlig verzweifelt auf die Regalpreise und Kassenbons schaut, wenn er einkaufen geht. Immer weniger Menschen können sich die Supermärkte und Reformhäuser des höheren Preissegmentes leisten, aber auch der Discounter musste preislich nachziehen , um seinen Beitrag zur Makroökonomie zu leisten, und wird weniger erschwinglich für viele.

Was tun? Denn die Probleme kennt jeder nur allzu gut.

Für diejenigen, die nicht in einer Top-Funktion in einem Finanzinstitut arbeiten, in der man fast schon lachend auf ein an die Bevölkerung klug vermarktetes Rettungspaket im Falle eines Kollapses rechnet, ist Handeln angesagt.

Selbermachen – Ein Antidot gegen die Wegwerf-Mentalität

Wir leben in einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft, in der es nur noch um Kurzlebigkeit und damit einhergehend Profite geht. Es werden weiterhin gerne chemische Elemente benutzt, um Lebensmittel zu kennzeichnen und dadurch den Konsumenten völlig im Nebel zu halten, wenn es um die tatsächlichen Inhalte geht.

Zwar gibt es mittlerweile jede Menge clevere Shopper und Konsumenten, die auf diese Tricks nicht mehr so schnell reinfallen, nichtsdestotrotz bleibt das Thema der galoppierenden Preise wie ein Damoklesschwert über den Köpfen.

Hier ein paar Tipps zum Selbermachen:

  • Selbstanbau, ob auf dem kleinen Hinterhof, im kleinen Garten oder gar im Minigewächshaus – jedes bisschen hilft
  • Indoor Farming und Teslagärten – interessante Konzepte für Stadtbewohner, die mit ihren vier Wänden auskommen müssen
  • Einlegen, Einkochen, Räuchern, Säuern, Trocknen und Fermentieren – Omas Methoden wieder anwenden, um Nahrungsmittel richtig aufzubewahren und Vorräte anzulegen
  • Zurück zum Einsatz der Kochkiste, um einerseits Energie zu sparen und andererseits, die Vitamine und Aromen besser zu erhalten
  • Exkurs: Foodsharing – statt Lebensmittel auf den Müll zu schmeißen, lieber jenen helfen, die es am meisten nötig haben

Es ist nicht jedermanns Traum, eine Vielfalt von Obst und Gemüse zu waschen, die passenden Gläser zu besorgen und zu reinigen, zu lernen wie man das ganze „Zeug“ richtig aufbewahrt, um es später zu genießen. Diese Arbeit ist alles andere als sexy, auch wenn das Endprodukt hervorragend schmeckt und obendrauf auch noch äußerst gesund ist.

Vielleicht bringen die explosionsartigen Lebensmittelpreise auch etwas Positives mit sich, nämlich, dass bei einem Großteil der Menschen ein Umdenken von Fast und Junk Food auf gesundes Essen stattfindet. Alles ist möglich.

Die weltweite Nahrungsmittelproduktion kann durch Roboter und Künstliche Intelligenz nicht ersetzt werden

Als technologiebegeisterter Landwirt finde ich die Diskussionen rundum das Thema „Technologie kann Landwirtschaft ersetzen“ nicht nur lächerlich, sondern völlig absurd. Die industrielle Landwirtschaft ist von der Natur, also vom Boden und Regen abhängig. Wir können die Böden düngen bis der Arzt kommt, Nährstoffe hinzufügen und sogar ein Liedchen beim Säen singen; wenn wir auf folgende wichtige Faktoren nicht achten, wird aus der ganzen Sache nichts:

  • Wenn nicht alle wichtigen Nährstoffe sich in der richtigen Balance befinden,
  • wenn die Witterungsverhältnisse nicht stimmen,
  • wenn die Pflanzen ein schwaches Immunsystem aufweisen und dadurch anfälliger für Krankheiten und Insektenbefall werden,
  • wenn wir die menschliche Arbeit nicht würdigen, die für die handwerklich hergestellten Lebensmittel von entscheidender Bedeutung ist,
  • wenn wir weiterhin billige Arbeitskräfte ausbeuten, den Amazonas und Co. abholzen, um jeden Fleck der Erde auszuschöpfen,

dann haben wir als Spezies wahrhaftig nicht viel gelernt.

Wir mögen alle stolz auf unsere technologischen Innovationen sein, aber wenn wir die Basis unseres Überlebens und unserer Gesellschaft nicht respektieren, dann ist mit den „billigen“ Lebensmitteln, an die sich die jüngere Generationen so sehr gewöhnt haben, ein für allemal Schluß.

Klar können einzelne „Leckereien“, zum Beispiel durch Plasma und modifizierte DNA-Strukturen, substituiert werden (siehe hierzu meinen Beitrag zum Fleisch aus dem Reagenzglas), aber ist es wirklich das, was wir wollen?

Selbermachen ist kein „outgedatetes“ Modell, sondern etwas sehr Reales. Einige werden sich freiwillig hierfür entscheiden, andere wiederum werden gezwungen sein, anders zu wirtschaften, um Essbares auf dem Tisch zu haben.

Bildquelle: Foto von Gabriella Clare Marino auf Unsplash

2022-10 Tote Lebensmittel fuer die Konsumgesellschaft

Tote Lebensmittel für die Konsumgesellschaft

In einer schnelllebigen Konsumgesellschaft, die wenig für die Natur, für die üppige Flora und Fauna übrig hat, gibt es im Endeffekt nur noch eins: clever vermarktete, tote Lebensmittel. Es muss ja letztendlich mit einem Klick am Smartphone gehen, was soll die ganze Aufregung?

Die Betreiber der Supermärkte freuen sich über höhere Margen. Die Industrie nutzt jede Menge günstige, künstliche Stoffe, um Lebensmittel herzustellen, die bunt und verlockend aussehen, gleichzeitig appetitlich riechen und gut vermarktet die Gewinne steigern. Der „alleskönnende“ Kunde, der stets mit seiner wertvollsten Waffe (seinem Smartphone) ausgestattet alles im Internet nachschauen kann, greift gerne zu alles versprechenden Fertiggerichten mit abstrakten Inhalten. Und so dreht sich das Hamsterrad munter weiter und alle sind glücklich, oder?

Das dieser Trend bzw. diese Lebensweise zu jede Menge Krankheiten führen kann, interessiert scheinbar wohl die wenigsten. Schließlich müssen Ärzte und Big Pharma ja auch etwas am Kuchen verdienen.

Neulich unterhielt ich mich mit Verwandten aus Hessen, die mit ihren Kindern an einem dieser Waldtage teilgenommen haben, die von der Schule organisiert wurden. Dieser Ausflug sorgte für jede Menge Verwunderung bei meinen Verwandten, denn nicht nur durften sie erleben, dass viele der Stadtkinder noch nie in ihrem Leben in einem Wald gewesen sind, sondern obendrauf wussten viele der Schulkameraden nicht, dass man beispielsweise Pilze im Wald sammeln kann, um sie später zu essen. Für manche Kinder war dies eine total abstrakte Vorstellung.

Draußen sein und von der Wiese essen – Ist das ein völlig veraltetes Konzept?

War’s das mit Wiesen-Sauerampfer, Löwenzahn, Rosmarin oder Kamillen- und Gänseblümchen sammeln? Sollen wir jetzt alle auf die schicken Mini-Salatgefässe im Supermarkt starren, die unter künstlicher Beleuchtung hinter einer Glasscheibe herangezüchtet werden, um später dem nichts-ahnenden Konsumenten als etwas ganz innovatives und wahnsinnig gesundes zu verkaufen?

Als großer Naturliebhaber und Landwirt blicke ich schon recht besorgt auf diese Entwicklung der Gesellschaft hin. Natürlich hat Konsum seinen Platz. Selbstverständlich spielt Bequemlichkeit eine wichtige Rolle und wenn uns die neuen Technologien darin unterstützen, uns als Menschen frei zu machen, um mehr Zeit für die kreativeren Dinge des Lebens zu haben, dann bin ich ganz dafür.

Was mir nicht gefällt, ist die Tendenz in Richtung 100% künstliche, tote Lebensmittel.

Alles was extrem ist, bringt uns als Menschen wohl früher oder später um. Egal wie clever, wie technologieaffin und fortgeschritten wir sind. Wir brauchen die Balance, genauso wie jede andere Spezies, die sich auf diesem Planeten herumtummelt.

Ich bin auch nicht der Meinung, dass wir jetzt alle unseren Alltag hinschmeissen müssen, um als Gemeinschaft in den Wald, in die Berge oder in die Nähe eines Flusses zu ziehen, uns quasi lediglich von eigen angebauten Produkten zu ernähren und völlig autonom abseits leben müssen. Das ist absurd und völlig weltfremd. Wer das machen möchte, kann dies gerne tun, aber dieses Konzept auf bald 8 Milliarden umzusetzen, grenzt wohl an Utopie und Wahnsinn.

Es liegt mir sehr am Herzen, die Plattform hier auf Agrarbetrieb dafür zu nutzen, um das Bewusstsein für beide Welten zu steigern.

Auf der einen Seite haben wir tolle Ideen aus den Bereichen Vertical Farming, Urban Farming, Teslagärten und Co. und andererseits, finden wir vermehrt Schätze in den alten Traditionen wie z.B. Permakultur, Geomantie, Mikrolandwirtschaft und Fermentation, um ein paar zu nennen.

Tote Lebensmittel sind nicht die Zukunft

… zumindest nicht in meiner Welt.

Wenn wir eine gesunde Gesellschaft aufrecht erhalten möchten, und dabei sehe ich den Begriff „Gesundheit“ all umfassend, d.h. physisch, mental, spirituell etc., dann brauchen wir dringend eine andere Herangehensweise.

Die Konsumgesellschaft, so wie sie heute aufgebaut ist und funktioniert, ist dem Scheitern verurteilt. Das wissen wir nur allzu gut, auch wenn wir uns dieser Realität gerne entziehen möchten. Es sollte meiner Meinung nach, ein Mix aus diversen Alternativen und Lösungswegen angestrebt werden, und sicherlich liegen die optimalsten Wege aus diesem Schlamassel wohl irgendwo in der Mitte.

So können wir uns mit Hilfe der Innovationen im Bereich der künstlichen Intelligenz das Leben angenehmer und schöner gestalten oder uns als Spezies komplett zerstören. Andererseits, können wir durch mehr Nähe zur Natur sehr viel gewinnen, aber die Zivilisation zurück drehen und allem den Rücken zu kehren, ist sicherlich auch keine Lösung. Es liegt in unserer Hand, die vielfältigen Ressourcen, die uns Mutter Erde zur Verfügung stellt, clever zu nutzen und diese derart mit Hightech zu kombinieren, dass wir uns als Menschheit weiter entwickeln und neue Bewusstseinsebenen erreichen können.

Wer weiss, vielleicht knackt der eine oder andere dann auch den Code der Matrix und eröffnet die Tore zu neuen Dimensionen. In einer Welt voller Geheimnisse ist denke alles möglich.

Unsere Lebenskraft schöpfen wir nicht aus toten Lebensmitteln. Was sind Eure Erfahrungen? Schreibt gerne einen Kommentar mit Eurer Perspektive. Lasst uns darüber reden, denn es ist ein sehr wichtiges Thema.

Bidlquelle: Foto von Caleb Oquendo auf Pexels

2022-09 Muss ich als Landwirt jetzt auch noch die Metaverse navigieren

Muss ich als Landwirt jetzt auch noch die Metaverse navigieren? 

Während sich die Social Media Tech-Giganten aus Silicon Valley oder China immer ausgeflipptere Konzepte und Konstrukte ausdenken, um Nutzer bei Laune zu halten, steht man als Landwirt eines Familienbetriebs manchmal schon ganz schön komisch da und überlegt, in welcher Simulation man jetzt eingefangen wurde. Als nächstes steht wohl die Metaverse an, so zumindest die Vorstellung von Herrn Zuckerberg und Co. 

Was rollt denn nun wirklich auf uns zu? Kehren wir Mutter Erde und dieser wunderbaren Natur den Rücken zu und fokussieren wir uns ausschließlich auf virtuelle Phantasiewelten, um irgendwelche Konsumbedürfnisse zu erfüllen? 

Blockchain, Kryptowährungen, NFTs, DeFi, Metaverse … die Buzzwörter werden immer lauter und der Otto-Normalbürger immer verwirrter. Wer glaubt, dass die Jugend in diesen „Paralleluniversen“ super klar kommt, sollte besser mal genauer hinschauen. Die Wenigsten können eine präzise Erklärung der Blockchain oder von NFTs liefern und schaut man auf die Kontostände der meisten Kryptoenthusiasten, dann sieht es ebenfalls recht mau aus.

Denn ähnlich wie in der traditionellen Finanzwelt, sind es in erster Linie die großen Venture Capital Firmen oder Banken sowie Konsorten wie Blackrock, Vanguard und Co., die den Markt dominieren bzw. sehr gezielt in bestimmte Kryptowährungen oder DeFi-Projekte investieren. Auch hier gilt es, das spezielle Know-How anzuwenden, um den Markt richtig zu navigieren. 

Von Facebook über Meta bis hin zur Metaverse 

Wer hätte vor über 10 Jahren gedacht, dass aus Facebook der Daten- und Social Media Gigant werden wird, der das Unternehmen heute ist? Wer hätte gedacht, dass ein einziges amerikanisches Unternehmen unsere Smartphones und damit einhergehend unser Verhalten und Leben dermaßen beeinflussen und verändern wird? 

Denn wir dürfen ja nicht vergessen, dass WhatsApp, Instagram, Messenger und Oculus (Virtual Reality) sowie Facebook alle zu Meta (ehemals Facebook) gehören. Ganz schön viel, was wir diesem Tech-Moloch aus unserem Privatleben preis geben, ohne viel darüber nachzudenken. 

Zwar befindet sich die Metaverse heute in ihren absoluten Kinderschuhen, auch wenn Meta-CEO Mark Zuckerberg uns in seiner allerersten Präsentation von etwas anderem zu überzeugen versuchte, die Idee an sich wurde jedoch weltweit schnell aufgegriffen und verfeinert. Es wird nicht lange dauern, bis die ersten Behörden mittels digitaler Identität in diesem virtuellen Ökosystem Dokumente bearbeiten werden können, um einerseits die Prozesse zu beschleunigen und andererseits eine bessere Übersicht (Hinweis: Kontrolle!) zu erhalten. 

Im Bereich Gaming sind die Kollegen bereits weiter. Zu den bekanntesten Metaverse Spielen zählen u.a. Axie Infinity, Sandbox, Decentraland oder Alien Worlds. Interessanterweise gibt es auch ein Spiel aus unserer Branche, das sehr angesagt ist, nämlich Farmers World.

Farmers World funktioniert wie folgt: 

Man kann Land kaufen, Getreide anbauen, Vieh züchten, Fische fangen und Häuser für die Tiere bauen. Es besteht sogar die Möglichkeit Gold abzubauen. Für Werkzeuge geht man quasi auf den AtomicHub-Markt einkaufen. Alles ist virtuell. Grundstücke, Werkzeuge, Produkte wie z.B. Milch oder Eier sind NFTs. 

Die Aufgabe besteht darin, die eigene Farm gegen Eindringlinge und andere Spieler zu schützen. Diese versuchen im Spiel, einem die angesammelten Ressourcen zu stehlen. 

Erwartet uns sowas Ähnliches auch in Facebook’s Metaverse? Werden wir statt Beiträge zu posten und auf Kundenkommentare zu antworten, fortan damit konfrontiert, unsere Artikel gegen irgendwelche Eindringlinge und Monster zu schützen? 

Das Unbekannte 

Alles ändert sich und das in einem rasanten Tempo. Ich gehe verstärkt davon aus, dass wir die jeweiligen sozialen Netzwerke, so wie wir sie heute kennen, in 5-10 Jahren überhaupt nicht mehr wieder erkennen werden. Sie werden sich allesamt transformieren und meiner Ansicht nach, zu komplexen virtuellen Ökosystemen entwickeln. 

Die Metaverse wird entweder ein Teil dieses Ökosystems sein oder sie wird die allumfassende Hülle bzw. Matrix des entsprechenden Konsortiums werden. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit der sog. Verschmelzung mit anderen Systemen und Plattformen. Oder aber, das Ganze nimmt ein Ende. Tatsächlich ist jedes der aufgeführten Szenarien möglich, daher auch der Untertitel „Das Unbekannte“. 

Unter diesen Umständen stellt sich die berechtigte Frage nach der Positionierung eines landwirtschaftlichen Familienbetriebs, der nicht über die Manpower großer Konzerne verfügt, die jeden Tag die sozialen Netzwerke sozusagen hoch und runter „deklinieren“. 

Ich bin kein Hellseher und ich kann Euch auch nicht vorschreiben wir Ihr Euch marketingtechnisch am besten positionieren sollt. Was ich jedoch tun kann, ist meine persönliche Strategie mit Euch zu teilen. So werde ich mich auf den jeweiligen Blockchain Social Media Kanälen umschauen und da u.a. auch nach dezentralen Alternativen suchen, denn spätestens nach den letzten beiden turbulenten Jahren wissen wir, dass Facebook, Instagram, YouTube, Twitter und Co. alles andere als Pro- Meinungs- und -redefreiheit sind. 

Was die Metaverse angeht, so gilt es sich, mit dem Thema vertraut zu machen und auch hier nach wirtschaftlichen Chancen Ausschau zu halten. 

Bildquelle: Foto von Gerd Altmann auf Pixabay

2022-08 Haeusle aus 3D Hanfbeton oder im Gewaechshaus

Häusle bauen aus 3D, Hanfbeton oder im Gewächshaus

Während die Preise für Holz, Eisen und Co., die für den Bau eines konventionellen Hauses benötigt werden, explodieren, lassen sich kreative Seelen gerne etwas Neues einfallen. Die einen greifen zu Öko-Baumaterialien, wie z.B. Hanfbeton, andere spannen den Innovationsbogen und schaffen sich binnen weniger Tagen ein gedrucktes 3D-Haus an und die nächsten bauen ein Gewächshaus rund um ihr bestehendes Haus.

Beton hat ausgedient – zumindest bei diejenigen, die nach umweltfreundlichen, nachhaltigen und ökologischen Baustoffen suchen. Während Holz für diese Zielgruppe oft bevorzugt wird, ist man aufgrund der Preislage gezwungen, nach weiteren natürlichen Alternativen, wie z.B. Lehm, Stroh, Bambus oder Hanf, Ausschau zu halten.

Lust auf ein Häusle aus Hanfbeton?

Das man mit Hanfbeton tolle Häuser bauen kann, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Man muss also nicht in eine Hippiesiedlung ziehen, um die Vorzüge eines Hauses aus Hanffasern zu geniessen.

Was spricht denn für Hanfbeton?

Bevor ich auf die Vorteile dieser schnell wachsenden Ressource eingehe, ein paar Worte zur Komposition. Die betonartigen Formen entstehen durch die Bindung von Hanffasern mit Kalk. Das dadurch erzielte Material ist stark, stabil und sehr leicht. Was diese tollen Eigenschaften für den Transport und die Logistik repräsentieren, kann sich jeder vorstellen.

Nun zu den Top Vorteilen von Hanfbeton:

  • Natürlich: Hanfbeton ist ein natürliches, umweltfreundliches und nachhaltiges Baumaterial. Dies trägt dazu bei, dass man ein atmungsaktives Raumklima erzielt.
  • Dämmung: Das Baumaterial kann sowohl zur Konstruktion als auch zur Dämmung verwendet werden.
  • Resistenz: Ist sehr resistent gegen Feuer, Insekten und Fäulnis.
  • Transport: Sehr leicht zu transportieren.
  • Konstruktion: Ein Haus aus Hanfbeton lässt sich schneller bauen.

Wenn Ihr tiefer in diese Materie einsteigen wollt, empfehle ich Euch meinen Beitrag

Öko-Haus: Der Einsatz von Hanf im Bausektor

Ein Haus aus dem 3D-Drucker. Sind wir schon so weit?

Wenn man zum ersten Mal darüber liest, glaubt man seinen eigenen Augen nicht. Klar, hat der eine oder andere sowas schon in Filmen gesehen, aber dass es bereits Realität ist, darüber wundern sich viele.

Warum nur menschliche Organe mit Hilfe eines 3D-Druckers herstellen, wenn man ein ganzes Häusle damit bauen kann?

Klingt skurril und unglaubwürdig?

Wir bleiben in Deutschland und blicken auf die westfälische Stadt Beckum. Dort ist nämlich das erste Haus aus dem 3D-Drucker fertig gestellt worden, so die Fachhochschule Münster.

Zur Bauweise:

  • Für das 160 qm große Gebäude benötigte der 3D-Drucker 100 Stunden Druckzeit. Jeweils 50 Stunden pro Geschoss. Dabei hat man nach Angaben der Projektleiter nur mit halber Geschwindigkeit gearbeitet, d.h. der Gesamtbau wäre in 50 Stunden möglich gewesen. Im Vergleich dazu: Der Bau eines Einfamilienhauses dauert mehrere Monate.

Der Drucker funktioniert wie folgt:

  • Der Drucker trägt das Baumaterial Schicht für Schicht übereinander.
  • Pro 15 Minuten schafft der Drucker eine Runde bestehend aus 2 cm Beton bzw. schnell trocknendem Zementmörtel. Die Konstruktion sieht am Ende wellenartig aus.
  • Der Drucker kann mittlerweile auch das gesamte Haus verputzen.
  • Der Vorgang wurde von 3 Handwerkern und dem Architekten begleitet.
  • Dort wo Steckdosen, Leitungen und Fenster geplant waren, ließ der Drucker eine Schicht aus. Diese Aufgaben wurden dann durch weitere Handwerker zu Ende geführt.
Quelle: MENSE-KORTE, ingenieure+architekten, YouTube

Wer Lust hat, sich das 3D-Haus virtuell anzuschauen, dem empfehle ich den 360 Rundgang auf der Webseite von Mense-Korte.

Wie wär’s mit einem Gewächshaus rund ums eigene Haus?

Während das Haus aus dem 3D-Drucker noch sehr futuristisch ist, wird die nächste Idee den einen oder anderen dazu animieren, es eventuell nachzuahmen.

Eine Familie in Schweden hat sich ein Gewächshaus rund um ihr eigenes Haus gebaut. Statt dem nordischen Winter den Rücken zu kehren, haben sich die Eltern dafür entschlossen, ihr Zuhause mit einem Gewächshaus zu umhüllen.

Zur Bauweise:

  • Die Konstruktion besteht aus 4mm dicken Scheiben aus Sicherheitsglas.
  • Das Sonnenlicht heizt das Haus tagsüber auf und in der Nacht kommt der Restwärmespeicher zum Einsatz.
  • Hinzu kommt, dass die Familie jetzt ganzjährig Früchte und Gemüse rund ums Haus bzw. innerhalb des Gewächshauses anpflanzen und ernten kann.
  • Die Pflanzen werden nicht nur als Deko und Verzierelement verwendet, sondern sie sind zudem dazu da, die Luft zu reinigen und Giftstoffe zu entfernen.
  • Das Haus verfügt über ein kleines Ökosystem: Regenwasser wird in einer speziell dafür gebauten Vorrichtung gesammelt. Es gibt ein Abwassersystem und einen Komposter für den Garten.

So sieht das „Grüne Haus“ aus, das dem Stockholmer Wetter und insbesondere dem schwedischen Winter die Stirn bietet:

Quelle: Kirsten Dirksen, YouTube

Konventionelles war gestern

Wenn wir einen Blick auf die vielen tollen Konstruktionen alter Zivilisationen werfen, dann merken wir, dass unsere heutigen sogenannten innovativen Bauweisen gar nicht so neuartig und revolutionär sind.

Hauptsache wir benutzen die Technologien, um etwas Positives zu kreieren. Wenn sich sowohl der Körper als auch die Seele wohl fühlen, dann haben wir alles richtig gemacht.

Egal ob mit Glas umgeben, aus Hanfbeton oder mit Hilfe eines 3D-Druckers erstellt, ein glückliches Zuhause spricht Bänder.

Bildquelle: Foto von Vaidaz auf Pixabay