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2024-05 3D-gedruckte Lebensmittel auf dem Vormarsch - Agrarbetrieb

3D-gedruckte Lebensmittel auf dem Vormarsch

3D-gedruckte Hanfhäuser, Pflanzensysteme für die Hydrokultur und Lebensmittel, wie etwa Fleisch und Fisch, sind längst keine menschliche Fantasien mehr, sondern Teil unserer Realität. Während die einen auf eine nachhaltige, regionale und saisonbedingte Ernährung pochen, zieht es einen anderen Teil der Bevölkerung, der mit Mutter Natur wohl wenig anfangen kann, in die künstliche Ecke der Lebensmittel.

Kochen? Nicht doch, wenn man ein „saftiges“ Stück Steak oder Lachs einfach drucken kann. Was für viele ein absolutes Horrorszenario darstellt, die Idee eines „leckeren“ Essens per Mausklick klingt für andere wie ein Segen. Den 3D-Drucker anschmeißen, in der App das gewünschte Gericht auswählen und schon zaubert das Gerät das individualisierte, künstliche Supermenü auf den Teller.

Klingt futuristisch? Lasst Euch nicht täuschen, denn „Food Printing“ ist längst Teil unserer Realität.

Lebensmittel aus dem 3D-Drucker für individuelle Bedürfnisse

Weltweit steigt das Angebot an Lebensmitteln aus dem 3D-Drucker in Supermärkten und Restaurants. Für uns Landwirte hört sich dieser Trend wie eine schlechte Science-Fiction-Serie an, aber auch wir müssen uns damit abfinden, dass es Menschen gibt, die gedrucktes Essen, aus Komfort-, Klima- oder was auch immer für Gründen, bevorzugen.

Wie müssen wir uns Food-Printing und Nano-Food-Printing vorstellen?

Die Zutaten sind einfach und das Prinzip bekannt. Man benötigt einen 3D-Drucker und Lebensmittel-Zutaten statt Plastik oder Metall. Die ausgewählten Zutaten werden schichtweise aufgetragen und zum entsprechenden Produkt geformt. Auf dem Smartphone installiert man vorher die passende App und wählt das gewünschte Menü aus. Selbstverständlich kann man hierfür auch einen PC oder ein Notebook verwenden.

Welche Lebensmittel können mit dem 3D-Printer gedruckt werden?

Folgend eine kleine Auswahl; denkt jedoch daran, dass der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind:

  • Premium-Fleisch aus Stammzellen, z.B. Steak vom berühmten Wagyu-Rind
  • Vegane Fleischoptionen aus pflanzlichen Pasten wie z.B. Burger-Patties, Steaks, Lachs
  • Verschiedene Pizza- und Pastakreationen
  • Komplexere Menüs aus Fleisch, Kartoffeln und Gemüse
  • Individuell gestaltete Kekse, Torten, Kuchen und Schokoladenfiguren

Lasst uns an dieser Stelle auch das Thema Nano-Food-Printing ansprechen.

Zwar wird das Konzept als eine revolutionäre Innovation verkauft, weil diese auf eine maßgeschneiderte Ernährung abzielt, aber im Endeffekt ist dieses Konzept ein „Spin-off“ der 3D-geduckten Lebensmittel. Der Fokus hierbei liegt auf eine personalisierte und individualisierte Ernährung.

Beim Geschmack scheiden sich die Geister

Da es sich hierbei um einen „künstlichen Koch“ mit „künstlichen Zutaten“ handelt, kann man nicht erwarten, ein Gourmetmenü serviert zu bekommen. Nicht umsonst benötigt ein Chefkoch jede Menge Erfahrung und das gewisse Etwas, das ihn sogar zum Michelin-Sterne-Koch katapultieren kann.

Bei den 3D-gedruckten Lebensmitteln hängt der Geschmack von mehreren Faktoren ab, wie z.B. die verwendeten Zutaten, die Druckqualität und -technik sowie die Art und Weise, wie alles miteinander kombiniert und verarbeitet wird.

Es handelt sich hierbei um eine neue Technologie mit Verbesserungspotenzial. Fakt ist, dass diese Technologie unsere Essgewohnheiten verändern wird. Die neuen Generationen, die mit dieser Vorstellung von Kochen aufwachsen, werden ein ganz anderes Verständnis für das Essen aufbringen, als wir alte Hasen.

Was erwartet uns in der Zukunft in puncto Ernährung?

Zwar verfüge ich über die magische Glaskugel nicht, aber das hindert mich nicht daran, in die Zukunft zu schauen und meine Perspektive mit Euch zu teilen.

Als Landwirt, dem Mutter Natur am Herzen liegt, kann ich die Augen nicht vor dem verschließen, was links und rechts passiert. Wir verschwenden unsere Ressourcen und obwohl wir den Begriff „Nachhaltigkeit“ in den Himmel loben, passiert an der Basis wenig. Die großen Konzerne werden immer mächtiger und die kleinen Bauernfamilien, die diesen Beruf seit Generationen aus Leidenschaft ausgeübt haben, sehen sich gezwungen, zu schließen oder an die großen Unternehmen zu verkaufen. Ein Teufelskreis, der schwer, jedoch nicht unmöglich, zu durchbrechen ist.

Ich finde, wir steuern mit großem Tempo auf eine gesplittete Gesellschaft in punkto Ernährung zu. Die eine Gruppe wird Mutter Natur treu bleiben und sich möglichst natürlich ernähren, während eine zweite Gruppe in die künstliche Schiene marschieren wird. Ob eine Mitte aus diesen beiden Extremen existieren wird, wage ich momentan zu bezweifeln, da die Diskrepanzen sehr groß sind.

Es bleibt auf jeden Fall spannend. Sind 3D-gedruckte Lebensmittel Euer Ding oder könnt Ihr nichts damit anfangen?

Bildquelle: Foto von davisuko auf Unsplash

Drei Konzepte abseits der Mainstream-Landwirtschaft

Die Zeiten in unserer Branche sind ähnlich herausfordernd wie in anderen Industriezweigen: die Preise für Düngemittel, Saatgut und Co. explodieren, große Konzerne und sehr wohlhabende Individuen kaufen unaufhaltsam Agrarflächen auf, während Familienbetriebe, die seit Generationen Landwirtschaft betreiben, sich gezwungen sehen, zu schließen. Die Unsicherheit auf den Bauernhöfen ist größer denn je.

Was sollen wir anpflanzen, um davon unseren Lebensunterhalt und den unserer Familie zu garantieren?

Wie können wir weiterhin unsere Konsumenten mit Top-Qualität beliefern ohne dafür durch das ganze Land zu fahren?

Welche Alternativen bietet uns die digitale Welt? Wie lässt sich diese mit der Landwirtschaft gut vereinen?

Fragen über Fragen, die uns als Landwirte tagein, tagaus beschäftigen, während die Politik sich immer neue und weitere Regelungen überlegt, um uns ans Schreibtisch zu ketten. Die Anzahl der Dokumente, die wir für alles möglich benötigen, wird immer umfangreicher während viele von uns große Schwierigkeiten haben, sich über Wasser zu halten.

Jammern hilft nichts und es bringt auch keinen weiter. Daher möchte ich Euch heute ein paar Konzepte vorstellen, die über das, was wir wohl aus Mainstream-Landwirtschaft gewohnt sind, überschreitet.

Landwirtschaft geht auch anders

Lasst uns gemeinsam nach ein paar erfolgreich umgesetzten Ideen aus unserer Branche, Ausschau halten. Während einige dieser Konzepte von „echten“ Landwirten kommen, stammen andere wiederum von Menschen, die nicht aus unserem Industriezweig sind, jedoch ein großes Herz für Mutter Natur haben.

1. Anbauen nach dem No-Dig-Prinzip

Wie der englische Begriff bereits verrät, handelt es sich bei diesem Anbauprinzip darum, die Ackerfläche ohne jegliche Bodenbearbeitung fruchtbar zu machen. Dies geschieht, indem der Boden mit einer 10-15 cm Kompostschicht bedeckt wird. Oft wird darunter auch eine Lage Karton ausbereitet, um besser gegen Unkräuter gewappnet zu sein.

Einige Vorteile dieses Anbausystems:

  • weniger Unkräuter
  • geringerer Jätaufwand
  • gesundes Pflanzenwachstum

In dem nachfolgenden Videobeitrag erfahren wir, wie ein junge Familie ihren gesamten Lebensunterhalt von ihrer 2500 qm Marktgärtnerei erwirtschaftet.

Quelle: ReLaVisio – Regenerative Landwirtschaft, YouTube

2. Per App einen Gemüsegarten betreiben und sich die Ernte nach Hause liefern lassen

Hast Du schon immer Lust auf einen eigenen Garten gehabt, aber nie die Zeit gefunden, um diesen zu bearbeiten?

Hier kommt eine geniale Lösung dafür: ein eigener kleiner, virtueller Gemüsegarten, den Du Online betreiben kannst. Selbstverständlich bekommst Du die virtuell „selbst“ angebauten Karotten, Tomaten und Co. nach der Ernte sogar nach Hause geliefert.

Liebe Agrarbetrieb-Freunde, das ist kein schlechter Schwerz, sondern die Tatsache.

Die Idee stammt von zwei Österreichern aus Kärnten. Christoph Raunig und Patrick Kleinferchner haben für genau diesen Zweck im Jahr 2018 die Online-Plattform myAcker.com gegründet. Mit über 3.200 Onlinegärtnern (per April 2024) befindet sich die myAcker-Familie auf absolutem Wachstumskurs.

Quelle: myAcker, YouTube

3. Direktvermarktung via Bio-Kiste

Ohne „Mittelmänner“ würde vieles in der Landwirtschaft wesentlich mehr Spass machen.

In erster Linie hätten wir die Chance, direkt mit unseren Endkonsumenten zu sprechen und unser Sortiment auf ihre Bedürfnisse besser abzustimmen. Zweitens, hätten wir die Möglichkeit die Kosten, welche für die Zwischenhändler anfallen, erheblich zu reduzieren. Direktvermarktung hat durchaus sehr viele Vorteile.

Das dachten sich auch die Gründer von dem Onlineportal etepetete.

Der Hintergrund: was nicht sexy aussieht, bleibt oft auf dem Boden liegen. Eine krumme Möhre, eine komisch-aussehende Tomate … aus dem, was nicht der Norm des Handels entspricht, lässt sich hervorragend eine Box zusammenstellen. Hauptsache Bio, regional und frisch. Das Ganze natürlich plastikfrei verpackt und zu einem fairen Preis geliefert.

Auch Lust auf Bio-Obst? Kein Problem. Bei etepetete gibt’s die Bio-Boxen für jeden Obst- und Gemüse-Gaumen.

Wie so eine Box aussehen kann, zeigt das folgende Unboxing-Video einer etepetete Lieferung:

Quelle: Anne Pesch, YouTube

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Seit Generationen baut mein Familienbetrieb Getreide und Rüben an. Ich wollte jedoch etwas Neues wagen und eine Spezialität anpflanzen. Dies ist mir durch meine Aroniaplantage gelungen.

Meine Reisen nach Südamerika haben sich ausgezahlt. Die Superbeere mit ihren zahlreichen gesundheitsförderlichen Eigenschaften gibt’s jetzt auch bei uns in Deutschland.

Wo genau?

Im schönen Frankenland. Deshalb nannte ich meine Marke auch Frankenaronia. Das ist meine Antwort auf die Non-Mainstream-Landwirtschaft.

Schaut bei Frankenaronia vorbei. Hier geht’s zur Onlineplattform:

Frankenaronia.com

Ich freue mich auf Euren Besuch.

Lasst Euch von den vielen negativen Ereignisse und Schlagzeilen nicht herunterziehen. Bleibt kreativ. Findet neue Wege. Probiert neue Konzepte aus. Arbeitet im Einklang mit Mutter Natur, so dass wir eine nachhaltige Landwirtschaft für alle ermöglichen.

Bildquelle: Foto von Pixabay auf Pexels

2023-12 Food Forest Das Power-Duo aus Landwirtschaft und Natur - Agrarbetrieb

Food Forest: Das Power-Duo aus Landwirtschaft und Natur

Was ist denn ein Food Forest? Wie kann uns das bei den aktuellen Krisen ggf. aus der Patsche helfen? Den Begriff „Stickstoffkrise“ können die meisten von uns langsam nicht mehr hören. Egal ob man in der Landwirtschaft oder Viehzucht unterwegs ist, oder einem anderen Industriezweig angehört, es gibt Schlagwörter, die von der Politik und den Medien dermaßen missbraucht wurden, dass sie unerträglich geworden sind. Dabei muss es zwischen Ökologie und Landwirtschaft keinen Widerspruch geben.

Wenn man bedenkt, dass ein kleines Land wie die Niederlande zum größten Fleisch- und zweitgrößten Obstexporteur Europas zählt, dann stellt man das bestehende Ernährungssystem sehr wohl in Frage. Dass die Bauern es dort mit allerlei Maßnahmen zu tun haben, die als Ziel eine Reduzierung der Stickstoffmengen anpeilen, lässt die Kollegen in allen anderen Ländern aufhorchen.

Worüber jedoch wenig bis gar nicht gesprochen wird, ist die Tatsache, dass es auch anders geht. Denn steht einmal die Natur, die Gesundheit und das Wohlsein des Menschen anstelle des Profits im Mittelpunkt, dann lassen sich auch völlig andere Ernährungssysteme konzipieren. Diese wiederum stützen sich auf Polykulturen, Artenvielfalt und dem Einklang zwischen Mensch und Natur.

Eins dieser Konzepte ist der Lebensmittelwald oder Waldgarten, im Englischen auch als Food Forest bekannt.

Food Forest bzw. Nahrungswald als Lösungsalternative gegen die Enteignung von Bauern

Bleiben wir doch bei unseren Nachbarn in den Niederlanden und schauen uns dort an, wie denn so etwas aussehen könnte.

In 2009 kauften zwei Herrschaften ein 2,4 Hektar Ackerland in Groesbeek, wo hauptsächlich Silomais angepflanzt und als Viehfutter verwendet wurde. Sie pflanzten Bäume, Hecken und Sträucher an, und legten einen gewundenen Bachlauf für Frösche und Kröten an. Die beiden nutzten ihre Kenntnisse und Erfahrungen aus der Permakultur und verzichteten bewusst auf GVO und Pestizide. Artenvielfalt wird ganz groß geschrieben im Lebensmittelwald der beiden.

Das Ergebnis ist bemerkenswert und ist zum Nachahmen geeignet. Zu den angepflanzten Arten zählen Stachelbeeren, Nashi-Birnen, Kaki, Papaya, Edelkastanien, Walnüsse, Haselnüsse, Pflaumen, Hickory und Mispel. Erstaunlich dabei sind auch die über 15 Meter hohen Bäume sowie über 30 Vogelarten, Biber, Ringelnattern und Co.

Wie das ganze aussieht, erfahrt Ihr in dem nachfolgenden Videobeitrag über den Food Forest Ketelbroek.

Quelle: Wouter van Eck, YouTube

Es ist absolut faszinierend zu beobachten, wie sich die Natur mit ein bisschen Hilfe regenerieren konnte.

Außerdem, was ich besonders spannend finde, ist die Aussage, dass der niederländische Waldgarten nach rund 5 Jahren mehr „abwirft“ bzw. Ernteerträge erwirtschaftet, als ein auf Monokulturen basierendes System – und das ganz ohne Erntemaschinen, Dünger, Pestiziden und Co.

Ganz umstellen oder lieber ein Hybrid-Konzept aufsetzen?

Für diejenigen, die diesen Schritt wagen, stellt sich die Frage, ob sie ganz oder nur teilweise umstellen sollten.

Dabei muss man sich im Klaren sein, dass die Anfangsinvestitionen größer ausfallen können. Deshalb lohnt es sich mit jemanden zu sprechen bzw. sich von einem sog. Food Forester beraten lassen, der diesen Weg bereits gegangen ist. Selbstverständlich stehen der Kreativität keine Grenzen im Wege, d.h. es gibt Betriebe, die etwa eine Kombo aus Food Forest und Ökotourismus bevorzugen. Andere wiederum stellen z.B. Apfelmost oder Wallnussöl her und verkaufen diese Online oder auf den Märkten.

Wouter van Eck hat für diesen Zweck einen Verein gegründet. Wenn Ihr also mehr Infos hierzu benötigt, dann könnt Ihr ihn über seine Webseite voedselbosbouw.org kontaktieren.

Immer wieder höre ich von Deutschen, die nach Portugal, Ungarn, Gambia, Südafrika, Argentinien oder Paraguay (um einige Beispiele zu nennen) ausgewandert sind, um dort solch grüne „Paradieslandschaften“ für sich und ihre Familien zu gestalten.

Viele dieser Menschen hatten vorher mit Landwirtschaft nicht viel am Hut bzw. waren nicht in unserer Branche tätig, aber ihre Liebe für die Natur hat sie in Länder getrieben, wo sie ihrer Leidenschaft leben einflößen konnten.

Müssen wir denn unser Heimatland verlassen, um derartige Projekte zu stemmen? Ich glaube nicht.

Mit meiner Aroniaplantage stoße ich in eine ähnliche Richtung. Die Bio-Aroniabeeren, die ich unter der Marke Frankenaronia vermarkte, habe ich mir einen zweiten Standbein aufgebaut, um meine Leidenschaft für eine nachhaltige Landwirtschaft noch stärker in den Fokus zu rücken.

Schaut vorbei. Besucht mich auf Frankenaronia.de

Bildquelle: Foto von BjoKib auf Pixabay

Das unschlagbare Trio: Perma-, Aqua- und Elektrokultur - Agrarbetrieb

Das unschlagbare Trio: Perma-, Aqua- und Elektrokultur

All jene, die im Einklang mit der Natur leben, haben von diesem unschlagbaren Trio sicherlich schon mal etwas gehört oder gelesen. Permakultur, Aquakultur und Elektrokultur sind alles Methoden und Praktiken, die seit Jahrhunderten in der Landwirtschaft sowie Fischzucht verwendet wurden.

Da sie auf den Einsatz von Synthetik und künstlichen Stoffen gänzlich verzichten, sind sie in den letzten hundert Jahren verstärkt in den Hintergrund gedrängt worden. Heute erleben sie jedoch ein „Revival“. Von Hobbygärtnern bis hin zu Universitätsprofessoren, immer mehr Menschen schenken den Prinzipien der Quantenphysik und den Erkenntnissen des renommierten Erfinders Nikola Tesla Beachtung, wodurch sie unumgänglich auch mit den oben aufgeführten Techniken in Berührung kommen.

Was verbindet diese drei Methoden? Wo liegen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede?

Permakultur

Zwar wird der Ursprung der Permakultur zwei Herren aus Australien attribuiert, das bedeutet jedoch nicht, dass unsere Vorfahren sie nicht schon ganz viel früher praktiziert haben. Im Endeffekt geht es bei der Permakultur darum, sich selbst erhaltene Lebensräume in einem geschlossenen Kreislauf zu schaffen. Dabei werden die natürlichen Kreisläufe nachgeahmt und ertragreich umgesetzt.

Wenn Ihr tiefer in dieses Thema einsteigen möchtet, dann empfehle ich Euch folgenden Beitrag hier auf Agrarbetrieb, in welchem auch ein paar aktuelle Studien und Metriken zur Wirtschaftlichkeit von Permakultur angeführt sind:

Was ist Permakultur und wie funktioniert es?

Aquakultur

Aquakultur ist die kontrollierte Produktion von Wasserorganismen, wie z.B. Fischen, Muscheln, Krebstieren, Schnecken, Garnelen oder auch Algen. Hierbei kommen mehrere Arten von Produktionssystemen zum Einsatz, so z.B. hochtechnisierte Kreislaufanlagen, offene Gehege oder die Zucht im Tidebereich der Meeresküsten (wie es bei Muscheln der Fall ist).

Nicht zu verwechseln ist Aquakultur mit dem Begriff Aquaponik. Bei letzterem wird die Aufzucht von Fischen mit dem Anbau von Pflanzen kombiniert. Es werden demnach zwei bewährte landwirtschaftliche Methoden miteinander verbunden, um einen gekoppelten Kreislauf zu kreieren.

Aquaponik = Aquakultur + Hydroponik (erdlose Produktion von Pflanzen)

Ihr wollt mehr wissen? In dem nachfolgenden Videobeitrag werden die zehn häufigsten Fragen zur Aquakultur beantwortet …

Quelle: Aquakulturinfo, YouTube

Wenn Ihr tiefer in die Materie einsteigen möchtet und Interesse daran habt, wie das Ganze wissenschaftlich fundiert ist, dann empfehle ich Euch den folgenden Beitrag von Prof. Dr.-Ing. Ralf Otterpohl von der Technischen Universität Hamburg (TUHH):

Quelle: Ralf Otterpohl, YouTube

Elektrokultur

Elektrokultur ist sicherlich die Lieblingsmethode aller Nikola Tesla-Fans, die in den Bereichen Landwirtschaft oder Forstwirtschaft aktiv sind. Bei der Elektrokultur kommen verschiedene physikalische Apparaturen, wie z.B. Magnetkonstruktionen, Eisendrähte und Stahlstäbe, zum Einsatz, um natürliche Phänomene der Erde und Luft, wie z.B. den Magnetismus und den Ionenaustausch, ganz gezielt zu den Pflanzen und Bäume zu leiten.

Hierdurch sollen diese gestärkt werden, so dass sie einerseits eine ertragreiche Ernte ohne den Zusatz von Chemikalien liefern und andererseits vor Schädlingen, Krankheiten und Co. besser geschützt werden.

Folgende Beiträge, die ich zum Thema Elektrokultur geschrieben habe, kann ich Euch an dieser Stelle empfehlen:

Warum wird Elektrokultur ignoriert?

Was haben Elektrokultur, Daisugi und Geomantie gemeinsam?

Nicht zuletzt möchte ich noch einen Videobeitrag über die Königsdisziplin im Bereich Elektrokultur mit Euch teilen. Es handelt sich hierbei um Antennen – von ganz einfachen bis extrem komplizierten, von neuen bis hin zu unglaublich alten Konstruktionen, die es bereits vor über 22.000 Jahren gab. Ein äußerst interessanter Beitrag muss ich gestehen.

Quelle: Daniel Konzett, YouTube

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Auf einen ersten Blick sieht man, dass die meisten Gemeinsamkeiten wohl zwischen der Permakultur und der Elektrokultur herrschen. In beiden Fällen wird mit der Kraft der Natur gearbeitet, um das Wachstum der Pflanzen auf natürliche Weise zu stärken. Auf den Einsatz von Chemikalien, Antibiotika und Co. wird gänzlich verzichtet. Beide Methoden stellen einen absoluten Gegenpol zum aktuellen, industriellen Agrarsystem dar.

Auch wenn die Aquakultur scheinbar aus der Reihe tanzt, versucht man auch hier dem Ansatz der nachhaltigen Landwirtschaft gerecht zu werden. Zwar sind die Unterschiede in den jeweiligen Teilen der Welt sehr gross, so hören wir immer wieder etwas über den Einsatz von Hormonen und Antibiotika in der Fischzucht, nichtsdestotrotz erhofft man sich in diesem Bereich, insbesondere in Kombination mit der Hydroponik, eine Verbesserung.

Das, was wir in den letzten rund hundert Jahren mit unseren Böden veranstaltet haben, muss aufhören. Monokulturen und ein völlig entmineralisierter Ackerboden können für die menschliche Gesundheit einfach nicht gut sein. Die Natur ist ein Wunderwerk und das, wenn wir dieses unterstützen, sich von selbst auch regenerieren kann. Die Frage ist, ob wir das auch wirklich wollen.

Ein System, das ausschließlich auf Profite und Gier aufgebaut ist, wird früher oder später kollabieren. Lange wegschauen und ignorieren funktioniert nicht mehr. Die aufgeführten Herangehensweisen, insbesondere in Form der Perma- und Elektrokultur, bieten hervorragende Beispiele, wie es anders gemacht werden kann.

Bildquelle: Foto von Fabien Burgue auf Pexels

2023-10-17 Die Daten-Schatztruhe von X Meta Tik Tok - Agrarbetrieb

Die Daten-Schatztruhe von X, Meta, Tik Tok und Co.

Erst haben sie unsere Aufmerksamkeit in Beschlag genommen, dann unsere Smartphones gekapert. Heute kann sich kaum einer noch ein Leben ohne X, Meta, Tik Tok und ihre „Geschwister“ WhatsApp, Instagram und Co. vorstellen.

Ob das eine gute oder schlechte Sache ist, muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden. Wer diese Werkzeuge sowohl im alltäglichen Leben als auch in der Geschäftswelt clever einsetzt, kann jede Menge von ihnen profitieren. Denn sie sind praktisch, flexibel, erlauben eine schnelle Kommunikation mit Menschen aus jeder Ecke des Globus und obendrauf sind sie aus der Hinsicht vieler auch noch kostenlos.

Dass die „kostenlose“ Masche aufgedeckt wurde, ist heute kein Geheimnis mehr, denn hinter diesem Komfort verbirgt sich eine wahre Schatztruhe, und zwar in Form von wertvollen, persönlichen Daten. Aber das scheint die meisten Menschen nicht besonders zu irritieren, denn sie nutzen die aufgeführten sozialen Netzwerke weiterhin ohne große Bedenken.

Selbstverständlich gibt es auch eine große Kategorie von Menschen, die regelrecht Sklaven dieser Werkzeuge geworden sind. Morgens, bevor der Tage beginnen kann, werden als erstes die Whatsapp-Nachrichten und Instagram DMs gelesen; abends kann man die Augen nicht zumachen bevor man nicht das letzte Update oder die neueste Story von xyz gelesen hat. Nicht umsonst haben Studien ergeben, dass Social Media süchtiger macht als Kokain und andere Drogen.

Die mehr als 3.500 auf PubMed veröffentlichten wissenschaftliche Studien zur Social Media-Sucht zeigen, dass wir es hierbei mit einem sehr ernst zu nehmendem Problem zu tun haben.

Die Tech-Giganten hinter X, Meta, Tik Tok … und nicht zu vergessen YouTube

Als die renommierte Podcast-Show von Joe Rogan vor der Pandemie von YouTube flog, da habe ich nicht schlecht gestaunt. Einen Star mit mehreren Millionen Follower einfach so von der Platform zu nehmen, fand ich äußerst kurios. Aber dann folgten auch andere Stars, Influencer, Ärzte und sogar Präsidenten, die von Google auf YouTube nicht mehr erwünscht waren. Wenn das nicht Zensur ist, dann weiß ich auch nicht.

Ähnliches passierte auch auf X, Facebook und Instagram sowie Tik Tok. Jedem, der eine andere Meinung vertritt als das, was im aktuellen Zeitgeschehen als korrekt angesehen wird, wird unter dem Vorwand von „Falschinformation“ einfach mal das Profil gelöscht.

Nun müssen wir verstehen, dass es sich bei allen oben aufgeführten Netzwerken, um große Konzerne und Unternehmen handelt. D.h. sie legen die Richtlinien fest (die sie jederzeit ändern können, was sie auch eifrig tun) und wer sich nicht an diese hält, dem wird die Benutzung der jeweiligen Plattform verwehrt. Das nennt man wohl Zentralisierung.

Genau da liegt auch das Problem von Web2, wie es im Tech- und Marketingfachjargon genannt wird. Deshalb auch die ganzen Bemühungen von Web3, welche auf der Blockchain-Technologie basieren. Jedoch auch hier ist Vorsicht geboten, denn das Thema Zentralisierung greift auch in diesem Bereich – siehe hierzu als bestes Beispiel das Ethereum-Blockchain.

Um Meinungsfreiheit zu ermöglichen, ohne dass eine Entität dazwischenfunkt und löscht, was augenscheinlich an Inhalten nicht passt, ist Dezentralisierung bitter nötig. Hierzu habe ich bereits ein paar Beiträge geschrieben:

Die sozialen Netzwerke, die fast jeder heute benutzt, gehören einer handvoll Tech-Unternehmen aus Silicon Valley, Seattle bzw. China im Falle von Tik Tok. Dass diese Unternehmen nichts weiter als datensammelnde Einrichtungen sind, welche hieraus Profite schlagen, dürfte keinem entgangen sein. Letztendlich müssen ja die Werbepartner wissen, wem wie was und wann verkaufen können. Vielleicht wäre der Begriff Social Media-Casino geeigneter für das, was sich derzeit auf unseren Smartphones, Laptops und weitestgehend auch im eigenen Leben abspielt.

Das Datenspektakel

Die sozialen Medien weiterhin bedenkenlos nutzen oder auf Alternativen umsteigen?

Das ist sicherlich eine berechtigte Frage, denn Alternativen gibt es zu genüge. Sogar kostenlose Nachrichtenapps, die Open Source sind bzw. keinem Großkonzern angehören. Wie viele der eigenen Freunde und Bekannte willens sind, selber dann auch umzustellen, ist sicherlich auch ein Thema was viele letztendlich vom Ändern der Plattform abhält. Denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier und alles was neu ist, wird von vielen zunächst einmal abgelehnt oder mit Misstrauen betrachtet. Aber einer muss ja letztendlich vorausgehen, wenn es Änderungen geben soll.

Das Spiel mit den Daten ist ein gefährliches, insbesondere wenn diese Unternehmen mit z.B. öffentlichen Institutionen oder gar der Regierung zusammenarbeiten. Wer sich auf eine neue Stelle bewirbt, sollte darauf achten was er auf seinem Profil postet, denn die Personalabteilung wird bei der Anstellung sicherlich tiefer in die Recherche einsteigen. Da kann manch einem etwa eine Party ganz schön um die Ohren fliegen, wenn die veröffentlichten Bilder und Texte den Rahmen sprängen.

Der Punkt ist folgender:

Geht bewusst mit diesen Werkzeugen um. Egal ob Meta, X oder eines der vielen anderen Netzwerke, sie alle betreiben ein Geschäft und das dürfen wir nicht aus den Augen lassen. Solange Geld die Welt regiert, werden Aktiengesellschaften alles dafür tun, um ihre Dividende zu erhöhen, um so die Investoren an der Stange zu halten. Der Nutzer ist dabei Mittel zu Zweck.

Bildquelle: Foto von Nathan Dumlao auf Unsplash