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Gewaechshaus der Zukunft - 3 innovative Konzepte

Gewächshaus der Zukunft – 3 innovative Konzepte

Ein eigenes Gewächshaus zu haben ist für viele Natur- und Lebensmittelliebhaber das Non-Plus-Ultra. Die einen verlassen ihre gut bezahlten „City“-Jobs und kaufen sich ein Stück Land, um endlich das zu tun, was sie schon immer wollten, andere wiederum kehren dem hektischen Alltag den Rücken und ziehen sich in ihr eigens gebasteltes Refugium zurück.

Gewächshäuser unterschiedlicher Größe, Art und Couleur schießen mittlerweile weltweit wie Pilze aus dem Boden. Was sie von den Standard-Gewächshäuser, die wir gewohnt sind, unterscheidet, ist ihre Funktionsweise. Saisonunabhängig Erdbeeren, Tomaten, Bohnen und Co. zu züchten, ist langweilig geworden; die neuen Konzepte sind innovativ, inspirierend und äußerst kreativ.

Heute möchte ich Euch drei innovative Gewächshaus-Konzepte präsentieren, als wichtiger Reminder dafür, dass es sich lohnt anders zu denken.

1. Ein Studentenwohnheim im Gewächshaus

Ein wandelndes Wohnbiotop in den 20 Studenten hausieren, ist schon etwas Außergewöhnliches. Das ESA Selbstbau-Projekt (Energiesparende Studentenwohnheim-Architektur) entstand in den 80er Jahren mit Hilfe von Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitern der TU Kaiserslautern sowie entsprechenden Handwerkern.

Das energieeffiziente Gebäude, das nach dem Haus-in-Haus-Prinzip gebaut wurde, befindet sich auf dem Campus der Uni, am Rande des Pfälzer Waldes. Die Einrichtung besteht aus:

  • 20 Wohneinheiten mit Zimmern und Gärten oder Terrassen
  • einer großen Gemeinschaftsküche
  • Gemeinschaftsräume
  • Bäder
  • Kellerräume

Die Hülle des Hauses besteht aus Folie und Glas.

Das Biotop erscheint wie ein Paradies aus Kletterpflanzen, heimischen Obst- und Gemüsesorten. Auch Exoten wie Kiwis und Feigen reifen in dem mit den Jahreszeiten wandelnden Gewächshaus.

Ich überlasse am besten den Studenten, die derzeit dort wohnen, Euch auf eine Besichtigungstour mitzunehmen:

Quelle: SWR Room Tour, YouTube

2. Walipini-Gewächshäuser eignen sich auch für den Westen

Das unterirdische Gewächshaus, das in den 90er Jahren von Freiwilligen in La Paz, Bolivien gebaut wurde, fasziniert seither die Menschen auf der ganzen Welt.

Die Idee bitterkalte Nächte und gar Jahreszeiten zu überwinden und dabei die Vegetationsperiode von Pflanzen zu verlängern, spricht immer mehr Seelen an. Dieses Grubengewächshaus in Ländern wie z.B. Norwegen, Schweden oder Kanada nachzubauen und über die dunklen Wintermonate von frischem Obst und Gemüse zu profitieren, ist sicherlich etwas wundervolles.

Walipinis sind grundsätzlich, wenn richtig gebaut:

  • warm aufgrund der Erdisolierung ==> Übrigens: Walipini bedeutet „Ort der Wärme“
  • gemütlich und
  • hell (Sonnenlicht dringt durch Plastikfolien oder Glas durch).
  • Hinzu kommt, dass diese sehr effizient sind.

Für detaillierte Informationen über Walipinis empfehle ich Euch meinen Beitrag mit dem gleichnamigen Titel.

Walipini: Grubengewächshäuser erobern die ganze Welt

3. Permakultur im geodätischem Kuppel-Gewächshaus

Von der Großstadt direkt in die sogenannte „Ecobubble – für manche ein Alptraum, für andere wiederum die absolute Traumwelt. „Goodbye Keyboard-Jobs!“ Das sagte sich ein kanadisches Paar als es aus Toronto wegzog und sich für ein Leben auf dem Land entschieden hat.

Inmitten des Grundstücks erstreckt sich heuer ein kleines Paradies, nämlich ein geodätisches Kuppelgewächshaus. Bei dem nördlichen Klima das ganze Jahr über frisches Gemüse und Obst zu haben, ist sicherlich eine Herausforderung. Doch die beiden meistern diese hervorragend.

Sie nutzen dabei die Permakultur– und Hügelkulturmethoden, um in den Gärten Lebensmittel anzubauen. Sie verwenden dabei keine Pestizide oder Herbizide. Die Mikrofarm produziert frische Lebensmittel für den Eigenbedarf, für die Nachbarn und auch für einen kleinen Verkaufsstand, an dem sie ihre Produkte zum Verkauf anbieten.

Quelle: Exploring Alternatives, YouTube

Lust auf so ein Kuppelgewächshaus?

Der Geodom Rechner hat sich als recht hilfreich bei der Planung von Geodomen bzw. geodätischen Gewächshäusern erwiesen. Hier geht’s zum Dome Calculator.

Kreativität ohne Grenzen

In jedem von uns schlummern jede Menge kreative Schätze und Ideen, leider setzen die Wenigsten diese in Realität um. Dabei wären wir als Gesellschaft und Spezies so viel weiter, wenn sich mehr Menschen trauen und ihre tollen Visionen umsetzen würden.

Wem die oben aufgeführten Ideen immer noch zu „Mainstream“-mässig klingen, kann selbstverständlich sein gesamtes Haus mit einem Gewächshaus umhüllen. Klingt verrückt und nicht realisierbar?

Mag verrückt klingen, aber ein schwedisches Paar hat auch dies bereits umgesetzt. (Lese hierzu meinen „Häusle bauen“ Beitrag)

Der Öko-Trend der die ganze Welt erobert hat, wird in den kommenden Jahren eine Vielfalt von jetzt wohl noch „merkwürdigen“ Konzepten und Projekten ans Tageslicht bringen. Es hängt einzig und alleine von uns ab, wie offen wir innovative Ideen annehmen und so vielleicht auch neue Ansätze für aktuelle Herausforderungen umzusetzen.

Könntet Ihr Euch vorstellen ein Gewächshaus rundum Euer Haus zu bauen bzw. in ein fertig gebautes einzuziehen?

Bildquelle: Foto von Dominika Gregusova auf Pexels

Lebensmittelpreise explodieren Selbermachen angesagt

Lebensmittelpreise explodieren – Jetzt ist Selbermachen angesagt

Die Preise für Lebensmittel explodieren weltweit und da bringt ein schneller Einkauf im Nachbarland für diejenigen, die im Grenzgebiet leben, langsam überhaupt nichts mehr. Welche Alternativen bleiben einem übrig? Wie wär’s mit Selbermachen?!

Während die Gehälter ein paar mickrige Prozente gestiegen sind (wenn überhaupt), gehen die Inflation und damit einhergehend die Benzin-, Energie-, Düngemittelpreise und Co. durch die Decke.

Wer ein bisschen Ahnung von Ökonomie hat, weiß sehr wohl, dass die verzweifelte Aktion der Zentralbanken, allen voran der Federal Reserve (FED) in den USA, absolut nichts gegen die Unmengen an Geld tun wird, mit denen die Märkte in den letzten Jahren geflutet wurden. Auch das Motto „wir kämpfen gegen die Inflation“ ist nur ein weiterer cleverer Slogan für die Massen, die das Spiel von Wall Street und der „Too big to Fail“-Institutionen bis zum heutigen Tag nicht durchschaut haben.

Kehren wir doch zu den Alltagssorgen des Otto Normalbürgers zurück, der völlig verzweifelt auf die Regalpreise und Kassenbons schaut, wenn er einkaufen geht. Immer weniger Menschen können sich die Supermärkte und Reformhäuser des höheren Preissegmentes leisten, aber auch der Discounter musste preislich nachziehen , um seinen Beitrag zur Makroökonomie zu leisten, und wird weniger erschwinglich für viele.

Was tun? Denn die Probleme kennt jeder nur allzu gut.

Für diejenigen, die nicht in einer Top-Funktion in einem Finanzinstitut arbeiten, in der man fast schon lachend auf ein an die Bevölkerung klug vermarktetes Rettungspaket im Falle eines Kollapses rechnet, ist Handeln angesagt.

Selbermachen – Ein Antidot gegen die Wegwerf-Mentalität

Wir leben in einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft, in der es nur noch um Kurzlebigkeit und damit einhergehend Profite geht. Es werden weiterhin gerne chemische Elemente benutzt, um Lebensmittel zu kennzeichnen und dadurch den Konsumenten völlig im Nebel zu halten, wenn es um die tatsächlichen Inhalte geht.

Zwar gibt es mittlerweile jede Menge clevere Shopper und Konsumenten, die auf diese Tricks nicht mehr so schnell reinfallen, nichtsdestotrotz bleibt das Thema der galoppierenden Preise wie ein Damoklesschwert über den Köpfen.

Hier ein paar Tipps zum Selbermachen:

  • Selbstanbau, ob auf dem kleinen Hinterhof, im kleinen Garten oder gar im Minigewächshaus – jedes bisschen hilft
  • Indoor Farming und Teslagärten – interessante Konzepte für Stadtbewohner, die mit ihren vier Wänden auskommen müssen
  • Einlegen, Einkochen, Räuchern, Säuern, Trocknen und Fermentieren – Omas Methoden wieder anwenden, um Nahrungsmittel richtig aufzubewahren und Vorräte anzulegen
  • Zurück zum Einsatz der Kochkiste, um einerseits Energie zu sparen und andererseits, die Vitamine und Aromen besser zu erhalten
  • Exkurs: Foodsharing – statt Lebensmittel auf den Müll zu schmeißen, lieber jenen helfen, die es am meisten nötig haben

Es ist nicht jedermanns Traum, eine Vielfalt von Obst und Gemüse zu waschen, die passenden Gläser zu besorgen und zu reinigen, zu lernen wie man das ganze „Zeug“ richtig aufbewahrt, um es später zu genießen. Diese Arbeit ist alles andere als sexy, auch wenn das Endprodukt hervorragend schmeckt und obendrauf auch noch äußerst gesund ist.

Vielleicht bringen die explosionsartigen Lebensmittelpreise auch etwas Positives mit sich, nämlich, dass bei einem Großteil der Menschen ein Umdenken von Fast und Junk Food auf gesundes Essen stattfindet. Alles ist möglich.

Die weltweite Nahrungsmittelproduktion kann durch Roboter und Künstliche Intelligenz nicht ersetzt werden

Als technologiebegeisterter Landwirt finde ich die Diskussionen rundum das Thema „Technologie kann Landwirtschaft ersetzen“ nicht nur lächerlich, sondern völlig absurd. Die industrielle Landwirtschaft ist von der Natur, also vom Boden und Regen abhängig. Wir können die Böden düngen bis der Arzt kommt, Nährstoffe hinzufügen und sogar ein Liedchen beim Säen singen; wenn wir auf folgende wichtige Faktoren nicht achten, wird aus der ganzen Sache nichts:

  • Wenn nicht alle wichtigen Nährstoffe sich in der richtigen Balance befinden,
  • wenn die Witterungsverhältnisse nicht stimmen,
  • wenn die Pflanzen ein schwaches Immunsystem aufweisen und dadurch anfälliger für Krankheiten und Insektenbefall werden,
  • wenn wir die menschliche Arbeit nicht würdigen, die für die handwerklich hergestellten Lebensmittel von entscheidender Bedeutung ist,
  • wenn wir weiterhin billige Arbeitskräfte ausbeuten, den Amazonas und Co. abholzen, um jeden Fleck der Erde auszuschöpfen,

dann haben wir als Spezies wahrhaftig nicht viel gelernt.

Wir mögen alle stolz auf unsere technologischen Innovationen sein, aber wenn wir die Basis unseres Überlebens und unserer Gesellschaft nicht respektieren, dann ist mit den „billigen“ Lebensmitteln, an die sich die jüngere Generationen so sehr gewöhnt haben, ein für allemal Schluß.

Klar können einzelne „Leckereien“, zum Beispiel durch Plasma und modifizierte DNA-Strukturen, substituiert werden (siehe hierzu meinen Beitrag zum Fleisch aus dem Reagenzglas), aber ist es wirklich das, was wir wollen?

Selbermachen ist kein „outgedatetes“ Modell, sondern etwas sehr Reales. Einige werden sich freiwillig hierfür entscheiden, andere wiederum werden gezwungen sein, anders zu wirtschaften, um Essbares auf dem Tisch zu haben.

Bildquelle: Foto von Gabriella Clare Marino auf Unsplash

2022-10 Tote Lebensmittel fuer die Konsumgesellschaft

Tote Lebensmittel für die Konsumgesellschaft

In einer schnelllebigen Konsumgesellschaft, die wenig für die Natur, für die üppige Flora und Fauna übrig hat, gibt es im Endeffekt nur noch eins: clever vermarktete, tote Lebensmittel. Es muss ja letztendlich mit einem Klick am Smartphone gehen, was soll die ganze Aufregung?

Die Betreiber der Supermärkte freuen sich über höhere Margen. Die Industrie nutzt jede Menge günstige, künstliche Stoffe, um Lebensmittel herzustellen, die bunt und verlockend aussehen, gleichzeitig appetitlich riechen und gut vermarktet die Gewinne steigern. Der „alleskönnende“ Kunde, der stets mit seiner wertvollsten Waffe (seinem Smartphone) ausgestattet alles im Internet nachschauen kann, greift gerne zu alles versprechenden Fertiggerichten mit abstrakten Inhalten. Und so dreht sich das Hamsterrad munter weiter und alle sind glücklich, oder?

Das dieser Trend bzw. diese Lebensweise zu jede Menge Krankheiten führen kann, interessiert scheinbar wohl die wenigsten. Schließlich müssen Ärzte und Big Pharma ja auch etwas am Kuchen verdienen.

Neulich unterhielt ich mich mit Verwandten aus Hessen, die mit ihren Kindern an einem dieser Waldtage teilgenommen haben, die von der Schule organisiert wurden. Dieser Ausflug sorgte für jede Menge Verwunderung bei meinen Verwandten, denn nicht nur durften sie erleben, dass viele der Stadtkinder noch nie in ihrem Leben in einem Wald gewesen sind, sondern obendrauf wussten viele der Schulkameraden nicht, dass man beispielsweise Pilze im Wald sammeln kann, um sie später zu essen. Für manche Kinder war dies eine total abstrakte Vorstellung.

Draußen sein und von der Wiese essen – Ist das ein völlig veraltetes Konzept?

War’s das mit Wiesen-Sauerampfer, Löwenzahn, Rosmarin oder Kamillen- und Gänseblümchen sammeln? Sollen wir jetzt alle auf die schicken Mini-Salatgefässe im Supermarkt starren, die unter künstlicher Beleuchtung hinter einer Glasscheibe herangezüchtet werden, um später dem nichts-ahnenden Konsumenten als etwas ganz innovatives und wahnsinnig gesundes zu verkaufen?

Als großer Naturliebhaber und Landwirt blicke ich schon recht besorgt auf diese Entwicklung der Gesellschaft hin. Natürlich hat Konsum seinen Platz. Selbstverständlich spielt Bequemlichkeit eine wichtige Rolle und wenn uns die neuen Technologien darin unterstützen, uns als Menschen frei zu machen, um mehr Zeit für die kreativeren Dinge des Lebens zu haben, dann bin ich ganz dafür.

Was mir nicht gefällt, ist die Tendenz in Richtung 100% künstliche, tote Lebensmittel.

Alles was extrem ist, bringt uns als Menschen wohl früher oder später um. Egal wie clever, wie technologieaffin und fortgeschritten wir sind. Wir brauchen die Balance, genauso wie jede andere Spezies, die sich auf diesem Planeten herumtummelt.

Ich bin auch nicht der Meinung, dass wir jetzt alle unseren Alltag hinschmeissen müssen, um als Gemeinschaft in den Wald, in die Berge oder in die Nähe eines Flusses zu ziehen, uns quasi lediglich von eigen angebauten Produkten zu ernähren und völlig autonom abseits leben müssen. Das ist absurd und völlig weltfremd. Wer das machen möchte, kann dies gerne tun, aber dieses Konzept auf bald 8 Milliarden umzusetzen, grenzt wohl an Utopie und Wahnsinn.

Es liegt mir sehr am Herzen, die Plattform hier auf Agrarbetrieb dafür zu nutzen, um das Bewusstsein für beide Welten zu steigern.

Auf der einen Seite haben wir tolle Ideen aus den Bereichen Vertical Farming, Urban Farming, Teslagärten und Co. und andererseits, finden wir vermehrt Schätze in den alten Traditionen wie z.B. Permakultur, Geomantie, Mikrolandwirtschaft und Fermentation, um ein paar zu nennen.

Tote Lebensmittel sind nicht die Zukunft

… zumindest nicht in meiner Welt.

Wenn wir eine gesunde Gesellschaft aufrecht erhalten möchten, und dabei sehe ich den Begriff „Gesundheit“ all umfassend, d.h. physisch, mental, spirituell etc., dann brauchen wir dringend eine andere Herangehensweise.

Die Konsumgesellschaft, so wie sie heute aufgebaut ist und funktioniert, ist dem Scheitern verurteilt. Das wissen wir nur allzu gut, auch wenn wir uns dieser Realität gerne entziehen möchten. Es sollte meiner Meinung nach, ein Mix aus diversen Alternativen und Lösungswegen angestrebt werden, und sicherlich liegen die optimalsten Wege aus diesem Schlamassel wohl irgendwo in der Mitte.

So können wir uns mit Hilfe der Innovationen im Bereich der künstlichen Intelligenz das Leben angenehmer und schöner gestalten oder uns als Spezies komplett zerstören. Andererseits, können wir durch mehr Nähe zur Natur sehr viel gewinnen, aber die Zivilisation zurück drehen und allem den Rücken zu kehren, ist sicherlich auch keine Lösung. Es liegt in unserer Hand, die vielfältigen Ressourcen, die uns Mutter Erde zur Verfügung stellt, clever zu nutzen und diese derart mit Hightech zu kombinieren, dass wir uns als Menschheit weiter entwickeln und neue Bewusstseinsebenen erreichen können.

Wer weiss, vielleicht knackt der eine oder andere dann auch den Code der Matrix und eröffnet die Tore zu neuen Dimensionen. In einer Welt voller Geheimnisse ist denke alles möglich.

Unsere Lebenskraft schöpfen wir nicht aus toten Lebensmitteln. Was sind Eure Erfahrungen? Schreibt gerne einen Kommentar mit Eurer Perspektive. Lasst uns darüber reden, denn es ist ein sehr wichtiges Thema.

Bidlquelle: Foto von Caleb Oquendo auf Pexels

Nano-Ton zur Wuestenbelebung und Nahrungsmittelproduktion

Nano-Ton zur Wüstenbelebung und Nahrungsmittelproduktion

In der Wüste stecken jede Menge verborgene Schätze. Wer hätte gedacht, dass man mit der richtigen Nano-Ton-Rezeptur diese endlosen, sandigen Flächen in fruchtbare Ackerfelder umwandeln kann? Nutzt man obendrauf die Kraft von Flüssen, dann zeigen Pflanzen ihre vollkommene, vitalisierende Pracht.

Ein spezielles Projekt aus Dubai hat von Anfang an meine Begeisterung geweckt. Das norwegische Forschungsteam Desert Control hat sich vorgenommen den 4.000 Kilometer gelegenen Nil anzuzapfen und die Wüsten in Dubai und Ägypten in fruchtbares Ackerland zu verwandeln.

Wie gewaltig ein Fluss wie der Nil sein kann, erlebten die Bewohner, die an den angrenzenden Flächen leben, jedes Jahr aufs Neue, wenn der Nil die Gebiete überflutete. Das sogenannte Desaster nahm mit dem Bau des 4-Kilometer langen Assuan-Staudamms ein Ende. Der Betonkoloss sollte fortan nicht nur die Fluten kontrollieren und für Stromerzeugung sorgen, sondern auch die Landwirtschaft in der Region wieder ankurbeln. Womit keiner jedoch gerechnet hatte, war ein kontinuierliches Sinken der Erträge der Felder flussabwärts. Die Innovation ging teilweise also nach hinten los.

Mit Nano-Ton die Wüsten in Dubai erblühen lassen

Dass der Assuan-Staudamm essentielle Zutaten für ein fruchtbares Ackerfeld zurückhalten würde, damit haben die Bauexperten nicht gerechnet. Ton, Schlicker und Lehm lagerten nun oberhalb des Damms, was wiederum dazu führte, dass die Felder ermüdeten.

In sandigen Böden lässt sich die Feuchtigkeit sehr schlecht binden, d.h. Pflanzen finden einerseits keine Nahrung und andererseits auch keinen Halt. Mit der richtigen Menge und Komposition von Ton kann man dem jedoch entgegen wirken.

Hier kommt die Erfindung des norwegischen Teams von Desert Control zur Rettung:

Nano-Ton bzw. flüssiger Nano-Ton.

Nach 15 Jahren Forschung haben der Geschäftsführer Ole Kristian Sivertsen und seine Mannschaft die perfekte flüssige Mischung kreiert, um die „magischen zehn bis zwanzig Zentimeter des Bodens“ zu behandeln, die sich im kritischen Bereich in und unterhalb der Wurzelzone befinden.

Die Nano-Ton-Rezeptur hat es in sich.

Lehmpartikel haben aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung eine negative Ladung, während Sandkörner positiv geladen sind“, erklärt Sivertsen. „Diese natürliche Polarität bedeutet, dass sie sich binden, wenn sie sich physikalisch treffen.“

Quelle: Ole Kristian Sivertsen, CEO Desert Control im Gespräch mit der BBC

Das Konzept lässt sich für den Laien wie folgt übersetzen:

Der flüssige Nano-Ton verwandelt die Sandkörnchen in Schneeflocken. Diese größeren Oberflächen ermöglichen aufgrund einer gezielten chemischen Reaktion die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen direkt im Sand.

Mit folgendem Ergebnis:

7 Stunden nach dem Auftragen der Tonschicht kann man die ersten Pflanzen säen.

Ein weiterer Pluspunkt dieser innovativen Vorgehensweise:

Die Tonschicht muss erst nach rund 5 Jahren erneuert werden.

Rentiert sich das überhaupt?

In Dubai verwandelte Desert Control in einem ersten Pilotprojekt rund 1.000 Quadratmeter Wüste in fruchtbares Ackerland. Nach etwa 40 Tagen wurden die ersten Früchte geerntet, darunter 200 kg Wassermelonen, Zucchini und Hirsen.

Nano-Ton aus Skandinavien nach Dubai zu verschicken macht keinen Sinn, deshalb zielen die Forscher darauf ab, große Anlagen vor Ort in Container einzubauen, damit der flüssige Nano-Ton vor Ort produziert werden kann.

Derzeit ist man u.a. auch in Dubai gut beraten, die Wüste Wüste sein zu lassen und sich furchtbares Ackerland anderswo auf der Welt für 0,50 – 3,50 US-Dollar kaufen zu lassen. Die Norwegen rechnen pro Quadratmeter fruchtbarer Wüste mit Kosten zwischen 1,50 und 4,50 EUR.

Die Technologie bleibt in punkto Wasserverbrauch unschlagbar und damit auch in anderen Bereichen sehr gut einsetzbar:

Mit Hilfe von flüssigem Nano-Ton lässt sich der zur Bewässerung der Ackerfelder benötigte Wasserverbrauch um bis zu 47% reduzieren.

An dieser Stelle gewinnen die Schlagwörter „lokal anbauen“ und „Regionalität“ eine ganz andere Bedeutung.

Selbstverständlich kann ein Land, das rund 90% seiner Lebensmittel aus dem Ausland importiert, nicht von heute auf morgen den Hahn umdrehen und alles in seinen Wüsten umlagern. Jeder von uns weiss, dass dies nicht so schnell funktioniert, egal wie klimafreundlich wir sein mögen.

Ich muss gestehen, dass ich mich über derartige Projekte sehr freue. Das, was wir heute mit den Lebensmitteln treiben, muss aufhören. Die Ackerfelder brauchen Nährstoffe und wir sind gut beraten, die Kraft der Natur dafür zu nutzen, uns mit lokalen Obst- und Gemüsesorten zu versorgen. Dies sorgt nicht nur für eine höhere Schwingung im Körper, sondern entlastet die Umwelt und führt dazu bei, diesen tollen Planeten noch ganz viele Jahre grün und fruchtbar zu erhalten.

Wenn die Innovation rundum Nano-Ton uns dabei helfen kann, Wüsten in fruchtbare Ackerfelder zu umwandeln, um die Menschen vor Ort mit vitalisierenden Nahrungsmitteln zu ernähren, dann ist das eine tolle Sache.

Bildquelle: Foto von Jose Antonio Alba auf Pixabay

2022-07 Zwei Nischen-Events für gesundheitsbewusste Menschen

Zwei Nischen-Events für gesundheitsbewusste Menschen

Jenseits großer und altbekannter Mainstream-Veranstaltungen, wie z.B. die Internationale Grüne Woche (IGW), auf der sich Großkonzerne und Politik gerne herumtummeln, gibt es jede Menge tolle Nischen-Events, bei denen gesundheitsbewusste Menschen neue Ideen und Anstösse erhalten, auf Gleichgesinnte treffen und gleichzeitig ganz frische Bio-Produkte aus unserer Heimat verkosten dürfen.

Versteht mich nicht falsch, ich finde große Messen, wie z.B. die Agritechnica oder die IGW ganz spannend, weil wir hier die Möglichkeit haben, uns mit internationalen Kollegen auszutauschen und ein bisschen hinter die Kulissen großer Unternehmer zu blicken, die die nötigen Ressourcen haben, um Projekte in Bewegung zu setzen, die wir als kleine und mittelständische Familienbetriebe nunmal nicht stemmen können.

Aber egal wie faszinierend die technischen Innovationen und Umsetzungen sind, die wir auf diesen internationalen Großveranstaltungen sehen, bin und bleibe ich eher ein Fan von Familienbetrieben und kleinen Unternehmen, bei denen die enge Verbindung zur Kundschaft nicht verloren gegangen ist bzw. durch einen Algorithmus ersetzt wurde. Sie repräsentieren die Nähe zum Kunden. Das menschliche Miteinander bzw. das Zusammenwachsen einer Community sind hier nicht nur irgendwelche banalen Instagram-Schlagworte, sondern sie sind absolute Realität für mich.

Für diejenigen von Euch, die Wert auf Gesundheit, Gemeinschaft und gleichzeitig Bio-Produkte aus unserer Heimat, d.h. produziert von heimischen Bauern und nicht von irgendwelchen gesichtlosen Logos, legen, empfehle ich folgende zwei Nischen-Events:

1. Rohvolution – Die kleine, aber feine Vitalkostmesse in Speyer

Die Vitalkostmesse Rohvolution findet zweimal im Jahr statt (früher 4 mal), jeweils im Frühling und Herbst. Unter dem Motto „Gesunde Ernährung für Körper, Geist und Seele“ geht es auf dieser Veranstaltung um wesentlich mehr als nur roh-vegane Kost. Es finden interessante Fachvorträge, Workshops, Zubereitungs-Shows und für die kleinen Besucher auch jede Menge Mitmach-Aktionen statt.

Die Neuigkeiten aus der Branche werden mit Menschen, die nach gesunden Alternativen suchen, in netter Atmosphäre diskutiert und debattiert. Ich selber bin kein Veganer oder Rohköstler, finde jedoch, dass diese Veranstaltung eine hervorragende Chance ist, um sich über Lebensmittel, Rohkost-Zubereitung, Wasserfilter und -aufbereitung, natürliche Körperpflege und Bio-Kosmetika, Bekleidung und Co. eingehender informieren zu können.

Selbstverständlich werdet Ihr auch hier auf ein paar „Big Brands“ aus der Branche treffen, aber Start-Ups und innovative Familienbetriebe sind bei Rohvolution gerne gesehen und entsprechend zahlreich vertreten.

Habt Ihr Lust in einer gelassenen Atmosphäre auf neue Menschen zu treffen, die ähnlich wie Ihr an einer gesundheitsbewussten Lebensweise interessiert sind und Wert auf Bio, Qualität, Regionalität und Frische legen?

Dann schaut mal auf der Webseite von Rohvolution vorbei und entscheidet selbst, ob diese Messe etwas für Euch ist.

2. Bio-Balkon-Kongress – Die Onlineveranstaltung für Liebhaber von Artenvielfalt

Nicht jeder meiner Leser hat einen Garten und die Wenigsten von Euch leben auf dem Bauernhof. Durch die massive Verlagerung von Jobs in die Big Cities, inklusive der in den letzten Dekaden verstärkten Umwandlung von Ackerfeldern in Wohngebiete, wohnen zahlreiche gesundheitsbewusste Menschen in Betonbauten und tun sehr viel dafür, um dennoch möglichst viel Natur in ihr Leben einzubeziehen.

Jeder dieser Menschen, der einen Balkon oder eine Terrasse hat und bereit ist, diesen „Abstellraum“ in eine grüne Oase zu transformieren, wird den Bio-Balkon-Kongress sehr inspirierend finden. Selbstverständlich geht es hierbei nicht darum einen Hektar Tomaten anzubauen (wie denn auch), sondern vielmehr darum, bewährte Tipps und Ratschläge rundum Pflanzengefässe, Bewässerung, geeignete Pflanzen, Bio-Dünger & -Pflanzenschutz und ähnliches zu erhalten.

Im Mai 2022 fand bereits der 10. Onlinekongress statt. Wer dieses kostenlose Event verpasst hat, kann die Jubiläums-Edition dieser Veranstaltung auf der Webseite erwerben. Wenn Ihr beim nächsten kostenfreien Onlineevent dabei sein möchtet, dann folgt einfach den Anweisungen auf Bio-Balkon unter der Leitung von Birgit Schattling.

Wer also an Vertical Farming auf kleinstem Raum interessiert ist, wird bei dieser Veranstaltung jede Menge dazu lernen. Siehe hierzu auch meinen Beitrag zu Teslagärten.

Eine gesundheitsbewusste Lebensweise

Lasst Euch von diesen beiden Events inspirieren. Trefft neue Leute und seid offen für neuartige Ideen. Es hilft immer die eigene Perspektive zu erweitern, denn nur so kommen wir als Mensch und Spezies weiter.

Zum Glück wird immer mehr Erdbewohnern klar, dass wir nicht mehr so naturfremd weiter leben können wie bisher. Die Ignoranz, die viele Mitmenschen gegenüber unserer wunderbaren Flora und Fauna an den Tisch legen, kostet uns bitter.

Die Herausforderungen mit denen wir uns konfrontieren lassen sich mit Monokulturen, Globalisierung und Co. nicht beantworten. Wir benötigen dringend lokale Lösungen, in dem wir auf Regionalität und Artenvielfalt aufbauen. Hier und da mögen globale Konzerne und Lieferketten ihre Berechtigung haben, aber diese sind keine Allheilmittel.

Die Natur durch irgendwelche synthetischen Utensilien zu ersetzen ist kein Fortschritt. Die Kraft liegt in der Symbiose, in der cleveren Kombination von Natur und Technologie. Ein respektloser Umgang mit der Natur und den Ressourcen die uns Mutter Erde so üppig und wohlwollend zur Verfügung stellt, ähnelt einem barbarischen Verhalten.

Wer in dieser immer stärker technologiegetriebenen Welt sich sehr gezielt für eine gesundheitsbewusste Lebensweise entscheidet, ist gut beraten sich die Kraft der Natur zu eigen zu machen und nicht mit ihr zu rivalisieren. Die finale Entscheidung liegt letzten Endes bei einem selbst.

Bildquelle: Foto von Christine Sponchia auf Pixabay