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Erneuerbare Energien Windkraft

Erneuerbare Energien mit 43% vom Stromverbrauch auf Rekordniveau

Erneuerbare Energien sind auf dem Vormarsch, nicht zuletzt auch wegen dem „straffen“ Zeitplan der Bundesregierung. In 2019 lag der Anteil der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch nach Angaben der Energiebranche bei knapp 43%. Jetzt heisst es Gas geben, denn bis Ende der Dekade, also bis 2030 will Deutschland den Anteil von Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen auf 65% steigern.

Für alle nochmal kurz zur Erinnerung:

In 2022 soll das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen. Spätestens 2038 soll Schluss sein mit dem Strom aus Kohlekraftwerken.

Während sich Brüssel und die hiesige Regierung auf die einen oder anderen Ziele festgebissen haben, steigen die Strompreise kontinuierlich weiter. Letztes Jahr erreichten die durschnittlichen Strompreise in Deutschland einen neuen Rekordwert von 30,88 Cent pro Kilowattstunde. Vor rund 20 Jahren lag der Strompreis bei 13,94 Cent pro Kilowattstunde. Das ist eine Verdoppelung der Preise in nur zwei Dekaden. (siehe hierzu Check24)

Was erwartet uns denn mit dem Wegfall des Atom- und Braunkohlestroms?

Liebe Kollegen aus der Landwirtschaft und liebe Verbraucher, uns macht keiner mehr aus der Politik etwas vor. Wir wissen doch was auf uns zukommt: höhere Strompreise, was sonst?! Lasse Schmid, der Geschäftsführer des Strompreis-Vergleichsportals Check24 hat es ganz passend formuliert:

„Jeden Monat wird Strom für Verbraucher ein bisschen teurer. Ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht.“

Quelle: EUWID

Das Battle der regenerativen Quellen

Erneuerbare Energien deckten 2017 rund 36,3% des Stromverbrauchs in Deutschland. In 2018 stieg diese Prozentzahl auf 38,2% und erzielte letztes Jahr mit knapp 43% einen Rekordwert. Diese vorläufige Kalkulation kommt vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Insgesamt wurden über 244 Mrd. kWh aus regenerativen Energiequellen erzeugt. Der Splitt je Quelle ergibt sich wie folgt:

  • 104 Mrd. kWh geliefert duch Windkraftanlagen an Land
  • 45 Mrd. kWh erzielt durch Photovoltaik
  • fast 45 Mrd. kWh durch Biomasse
  • 24 Mrd. kWh durch Wind offshore; größte Zuwachsrate mit 25%, in 2018 lag diese bei 19,5 Mrd. kWh
  • 21 Mrd. kWh erzeugt durch Wasserkraftwerke

Quelle: BDEW

Erneuerbare Energien brauchen Unterstützung sonst wird das mit den Zielen nichts

Auf der einen Seite hantieren wir mit ‚Hoffnung‘ und auf der anderen mit ‚Fakten‘. Hoffnung ist genauso wie Glück, keine besonders clevere Strategie. Es zählen die harten Fakten und diese sehen momentan alles andere als rosig aus.

Ganz konkret heißt das:

  • Wir haben hierzulande die Potenziale in punkto Wasserkraft weitgehend ausgereizt. Daran wird sich auch nicht viel ändern, außer wir ‚homo sapiens‘ machen einen derartigen technologischen Sprung in der kommenden Dekade, dass wir das gesamte Thema komplett anders angehen.
  • Mit erheblichen Potenzialen können wir hingegen in der Windkraftbranche rechnen. Offshore ist eine super Sache obwohl die Basis noch recht klein ist. Wenn es jedoch beim gestoppten Zubau von Windkraftanlagen an Land bleibt, dann wird das mit dem Switch von Braunkohle & Co. auf erneuerbare Energien extrem schwer bis fast unmöglich.
  • Sollte in der Photovoltaik-Branche weiterhin auf die Bremse anstatt aufs Gaspedal gedrückt werden – übersetzt: (1) werden hier weiterhin Jobs gekürzt anstelle das man neue Arbeitsplätze kreiert und so wie eine aktuelle Studie der Marktfoschungsfirma EuPD Research Sustainable Management im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft wonach bis 2040 rund 50.000 neue Jobs entstehen könnten UND (2) werden die Photovoltaik- und Speicherkapazitäten nicht deutlich stärker ausgebaut als bisher – DANN wird das mit dem Ziel von 65% Strom aus erneuerbare Energien bis 2030 nichts.

Dabei spricht einiges dafür, dass die Transformation des Energiesystems gelingen könnte, wenn man in die Ausbaudynamik der beiden Hauptquellen Wind und Sonne/ Photovoltaik stärker investieren würde. Denn Windenenergie hat in 2019 erstmals mehr Strom erzeugt als jeder andere Energieträger und hat dadurch die fossile Energiequelle Braunkohle von Platz eins verdrängt. (Quelle: Bundesverband Windenergie BWE)

Die No-Goes worüber keiner reden will

Das mit den regenerativen Energiequellen ist zwar alles schön und gut aber was in den Diskussionen kaum angesprochen wird, sind die Schattenseiten. Während wir mit Braunkohle, Erdgas und Atomkraftwerke eine gewisse Stabilität erreichen, verhält sich das bei der Stromproduktion aus Wind und Sonne ganz anders. Wir haben es hierbei mit recht hohen Volatilitäten zu tun. Mal scheint die Sonne, mal vergisst sie uns für mehrere Wochen. Das mit dem Wind hat auch seine Herausforderungen.

Hinzu kommt das Thema Speicherung und Transport. Die Stromnetze werden immer komplexer und die ‚Verkabelung‘ des Landes gestaltet sich auch schwierig. Im Klartext: wir brauchen Stromleitungen, die den Windstrom z.B. aus dem schönen Norden in die Verbrauchszentren im Westen und Süden des Landes transportiert.

Ein weiterer Punkt dessen wir uns bewusst sein müssen, sind die Risiken eines Strom-Blackouts. Wir kennen sogenannte Mega-Blackouts sehr wohl aus TV-Berichten aus Südamerika. Sind wir denn hier in Deutschland so sicher vor Stromausfällen?

Eins muss uns klar sein, egal wieviel Geld wir in den Ausbau von Windrädern und Photovoltaikanlagen pumpen, es kann immer mal wieder vorkommen, dass wir längere Phasen ohne Stromproduktion aus Wind und Sonne irgendwie überbrücken müssen (siehe hierzu meinen Punkt zur Volatilität). Was dann? Wäre es nicht sinnvoll, eine entsprechende Reserve an konventionellen Kraftwerken parat zu haben, um im Extremfall auf diese zurückzugreifen? Ich kann mir gut vorstellen, dass wir im Falle eines Mega-Blackouts jede Menge Klimaaktivisten auf den Strassen erleben werden, die sich darüber beschweren, dass sie ihre Smartphones nicht laden können 😉

Versteht mich nicht falsch, ich bin ein Befürworter der regenerativen Energiequellen. Alles was unserem Planeten, der Natur und uns Menschen gut tut, das liegt mir 100% am Herzen. Gleichzeitig müssen wir auch Maßnahmen treffen, einen Plan B und C haben, wenn das Ganze, aus was auch immer Gründen, sich in eine völlig andere Richtung dreht. Wie so oft im Leben, steckt auch hier die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

Neue Dekade, neue Chancen und Herausforderungen. Das Thema erneuerbare Energien bleibt für uns alle auf der Tagesordnung.

Agrophotovoltaik Pilotanlagen

Agrophotovoltaik in Österreich: erste Pilotanlage in Betrieb genommen

In Deutschland forscht das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) bereits seit den 80-er Jahren zum Thema Agrophotovoltaik. Ende Oktober geht nun auch unser Nachbarland Österreich mit einer Pilotanlage in Guntramsdorf an den Start. Hinter dem Projekt steckt Wien Energie.

Genauso wie wir hier in Deutschland, kämpfen auch die Österreicher mit ihren Klimazielen. Wenn das Land diese bis 2030 erreichen möchte, dann muss es in Punkto Photovoltaik noch richtig Gas geben. Die Experten rechnen mit einem PV-Ausbau von bis zu 15 Terawattstunden. Mit Dachflächen-Anlagen alleine klappt das nicht; da müssen auch die Landwirte mit an Bord. Neue Chancen verspricht die Agrophotovoltaik oder Agrar-Photovoltaik, kurz auch AVP genannt.

Die erste Agrar-Photovoltaik in Guntramsdorf

Anders als bei Dachflächen-PV-Anlagen kann bei einer Freiflächen-PV-Anlage die Grundfläche auch anderweitig bewirtschaftet werden. Erfolgt die Anordnung der PV-Anlagen in Bahnen, so lassen sich z.B. Kartoffeln oder Brokkoli problemlos ernten.

Ganz konkret handelt es sich im österreichischen Guntramsdorf um eine Pilotanlage bestehend aus 60 bifazialen, also doppelseitig, vertikal montierten Modulen die in zwei Reihen angeordnet sind. Die Anlage hat eine Leistung von 22,5 Kilowattpeak und soll rund 23.300 Kilowattstunden Sonnenstrom pro Jahr erzeugen.

Neben Wien Energie beteiligt sich an diesem ersten AVP-Pilotprojekt auch die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU). Zweitere ist für die Analyse der neuen Technologie zuständig. Erste Ergebnisse zeigen, dass der CO2-Einsparungseffekt bei der oben aufgeführten Konstruktion (vertikal + zweiseitig) hoch ist. Die detaillierten Ergebnisse gibt es im Frühjahr 2020.

Wichtig zu erwähnen ist noch folgendes:

In Guntramsdorf befindet sich bereits seit 2015 eine der größten Freiflächen-PVA Österreichs. Auf einer Fläche von ca. 7 Fussballfeldern wird Ökostrom für rund 1.390 Haushalte produziert.

Quellen: Wien Energie, Universität für Bodenkultur Wien (BOKU)

Was sind die Vorteile der Agrophotovoltaik?

Den Acker landwirtschaftlich bewirtschaften UND gleichzeitig auch noch Sonnenstrom erzeugen, das ist ja mal was cleveres.

Ordnet man die PV-Anlagen vertikal in Bahnen, so wie im Falle von Guntramsdorf, dann dienen diese aufgrund ihres Schattenwurfs als Bodenschutz für Ackerkulturen. Des weiteren vermindern sie den Wasserverbrauch und schützen den Boden vor Austrocknung, so das Statement von Wien Energie.

Was bedeutet das konkret in Zahlen?

Nehmen wir doch am besten das Beispiel „APV-Resola“ zur Orientierungshilfe.

Es handelt sich hierbei um die deutschlandweit größte Agrophotovoltaikanlage. Für das Projekt „Agrophotovoltaik – Ressourceneffiziente Landnutzung“ (kurz APV-Resola) wurden unter der Leitung des Fraunhofer ISE über eine Ackerfläche von einem Drittel Hektar der Demeter Hofgemeinschaft Heggelbach am Bodensee, Solarmodule installiert. Es stellt sich heraus, dass die Doppelnutzung der Fläche zu einer Steigerung der Landnutzungseffizienz um über 60% führt. (Quelle: Fraunhofer ISE)

Weitere Vorteile im Überblick:

  • Zeitgleiche Produktion: Nahrungsmittel + Ökostrom
  • Weniger Flächenkonkurrenz
  • Dezentrale Produktion: Landwirte profitieren + Gemeinde profitiert + KMUs profitieren
Quelle: BR Unser Land, YouTube

Die weltweit größte Agrophotovoltaikanlage befindet sich in China

Die einen werden vom Staat gefördert, die anderen wiederum nicht. In Japan, China und im Nachbarland Frankreich wird die Agrophotovoltaik staatlich gefördert. Deshalb durfte es auch keinen wundern, dass China weiterhin die Nase ganz vorne hat wenn es heißt Solaranlagen aufbauen.

Und wenn diese Solaranlagen auch noch aus dem Weltall ganz deutlich zu sehen sind, dann ist das Wort „grandios“ wohl passend. Auf dem tibetischen Plateau in China, in der nordwestlichen Provinz Qinghai erstreckt sich der Longyangxia Dam Solar Park. Die Solarfarm ist ungefähr 30 Quadratkilometer groß und kann 850 Megawatt Ökostrom erzeugen. Damit können 200.000 Haushalte mit sauberem Strom versorgt werden. (Quelle: South China Morning Post)

Faszinierend ist es wenn degradierte Flächen mittels Agrophotovoltaik zu landwirtschaftlich nutzbare Flächen umgewandelt werden. Genau das passiert derzeit in China. Auf derartige Flächen werden u.a. Beerensträucher angebaut, die anschließend getrocknet und im Müsli verarbeitet werden. Mit Hilfe des Solarstroms wird das Grundwasser rausgepumpt und auch noch entsalzt.

„… es ist so etwas wie eine Art ‚Carbon Capture‘, also eine negative CO2-Bilanz und dazu noch ein Beitrag zum Klimaschutz“, so Stephan Schindele vom Fraunhofer ISE

Quelle: Deutschlandfunk

Aber China kann mehr; neben normale PV-Anlagen und Agrophotovoltaik gibt es nunmehr auch sogenannte „Floatovoltaik“-Anlagen, besser bekannt als schwimmende PV-Kraftwerke.

In einem ehemaligen Kohlebergbau- und Überschwemmungsgebiet in der chinesischen Stadt Suzhou in der Nähe von Shanghai erstreckt sich heute eine 70 Megawatt starke schwimmende Photovoltaik-Anlage. Das Komplex erstreckt sich über eine Fläche von 140 Hektar bzw. 1,4 Quadratkilometer und soll in den kommenden 25 Jahren bis zu 1,94 Millionen Megawattstunden Strom erzeugen. (Quelle: Ciel & Terre)

Egal ob auf Dächern, in Flüssen oder auf landwirtschaftlichen Flächen, PV-Anlagen bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Wenn dadurch so wie im Falle der Agrophotovoltaik zwei und mehr Branchen ressourceneffizient zusammengekoppelt werden können, dann ist das gut für die Menschheit und auch für’s Klima.

Klimaschutz und CO2-Preis

Deutschlands Klimapläne und der Kampf mit dem CO2-Preis

Klimaschutz, CO2-Preis, eine 16-jährige die Staatsoberhäupte anbrüllt und durch ihre „Message“ Scharen von Jugendlichen mit auf die Strasse zerrt – kein anderes Thema polarisiert derzeit stärker; die Sorgen um unseren Planeten sind groß. Hört man auf die einen (nämlich die grosse Masse), dann gibt es bald einen Weltuntergang. Liest man zwischen den Zeilen, dann könnte es sich hierbei auch um einen riesengroßen Schwindel handeln.

Die Medien verbreiten weltweit die „Weltuntergangs“-Story. Es gibt jede Menge Forscher, Wissenschaftler und Publikationen die darauf hinweisen, dass wir dringend etwas tun müssen, um das Ganze aufzuhalten. Andere behaupten, dass das Karussell gar nicht mehr aufzuhalten ist. Wiederum andere, darunter auch jede Menge Wissenschaftler und Forscher, bezeichnen die Untergangstheorie für nichts weiteres als ein wirksames Mittel zur Massenmanipulation.

Wer hat Recht? Ist es tatsächlich so, dass die Ergebnisse der Studien stark davon abhängen wer die Studie in erster Linie finanziert hat? Geht’s auch hierbei wieder einmal nur um Profit?

Bei einer Sache sind sich beide Opponenten einig: den ganzen Müll in die Meere zu schütten, weiterhin sinnlos Plastikberge anpeilen zu lassen und die natürlichen Ressourcen schonungslos auszubeuten – ist ein absolutes NO GO.

Mit Angst zu regieren hat schon immer funktioniert und funktioniert heute mit Hilfe solcher Turbobooster wie z.B. Instagram, Snap oder Tik Tok, besser denn je. Diejenigen die am lautesten brüllen, kennen nicht immer die ganze Story. Oft verbirgt sich hinter einem offensichtlichem Wunsch vielleicht etwas ganz anderes. Die „restliche“ Detektivarbeit überlasse ich Euch.

Fokussieren wir uns doch auf das was auf uns zurollt.

Um die Klimaschutzziele 2030 einzuhalten, muss Deutschland jede Menge tun. In einem ersten Schritt sieht das Klimaschutzpaket bis 2023 Maßnahmen von mehr als 54 Milliarden EUR vor. Ein wichtiger Standbein dieses Pakets sind die Einnahmen aus dem CO2-Preis.

CO2-Preis für Verkehr und Heizen

Die Einnahmen aus dem geplanten CO2-Preis für Verkehr und Heizen sollen bis 2023 auf 18,8 Milliarden EUR steigen, so die Kalkulation und Prognosen der Bundesregierung. Was mit diesen Einnahmen danach passiert, ob sie in Klimaschutzmaßnahmen oder in die Entlastung der Bürger fliessen wird, ist derzeit noch unklar.

Was genau ist denn dieser CO2-Preis?

Ganz einfach erklärt, handelt es sich hierbei um folgendes: der CO2-Preis soll klimaschädliche Brennstoffe aus Öl, Erdgas und Kohle verteuern. Durch die Einführung dieser sogenannten „Penalty“ erhofft sich die Politik einen Anreiz für z.B. Elektroautos und klimafreundliche Heizungen zu schaffen.

Die Gebührenstruktur in den Bereichen Verkehr und Heizen soll wie folgt aussehen:

  • 10€ pro Tonne Kohlendioxid (CO2) bis 2021
  • 35€ pro Tonne CO2 bis 2025
  • 60€ pro Tonne CO2 ab 2026 => zunächst gedeckelt

Was will die Bundesregierung im Gegenzug fördern?

Die Initiativen umfassen folgende Maßnahmen:

  • Pendlerpauschale für lange Strecken soll steigen.
  • EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms soll ab 2021 gesenkt werden.
  • Austauschprämie von bis zu 40% der Kosten für den Wechsel von alten Ölheizungen auf klimafreundliche Modelle.
  • KfZ-Steuer für Neuwagen soll stärker an den CO2-Emissionen gekoppelt werden.
  • Bahnfahren soll billiger werden.
  • Fliegen soll teurer werden.

Ob es bei den oben aufgeführten Gebühren bleibt ist noch offen. So fordern die Grünen einen höheren CO2-Preis, nämlich 40€ pro Tonne statt den geplanten 10€ und ab 2021 sogar 60€ statt den geplanten 35€.

Munich-Re-Finanzchef Christoph Jurecka äußerte sich in einem aktuellen Handelsblatt-Interview wie folgt: „Ein CO2-Preis muss wehtun.“

Quelle: Handelsblatt

Bevor wir weiter machen, hier noch ein netter Beitrag über Klimaschutz und den neulich verabschiedeten CO2-Preis. Lachen ist selbstverständlich erlaubt 😉

Quelle: ZDF heute-show, YouTube

EEG-Umlage erhöht sich in 2020

Bevor es ab 2021 zu einer eventuellen Entlastung kommt, müssen wir im kommenden Jahr mit höheren Strompreisen rechnen. Die EEG-Umlage steigt in 2020 um 5,5% und wird 6,756 Cent pro Kilowattstunde betragen. Derzeit liegt es bei 6,405 Cent.

Wie setzt sich denn eigentlich der Strompreis zusammen?

  • Die EEG-Umlage macht rund 25% des Strompreises aus und wird für die Einspeisung des Ökostroms verwendet.
  • Die restlichen Positionen beinhalten Produktionskosten, Netzentgelte, Steuern, anderen Abgaben und Umlagen.

Die EEG-Umlage wurde zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen (Wind- und Wasserkraft, Solar-/ PV-Anlagen) eingeführt.

Quelle: Spiegel Online

Das Leben mit dem CO2-Preis

Geplant ist es, die Ökostrom-Umlage ab 2021 als Gegenpol zum CO2-Preis, zu senken. Interessant, denn jetzt soll sie im kommenden Jahr um 5,5% erhöht werden.

Wird der Betrag im darauffolgenden Jahr um 5,5% reduziert? Daraus haben wir Otto Normalbürger nichts gewonnen; wir haben dann wieder die Basis aus 2019. Wird der Betrag um weniger als 5,5% gesenkt, dann haben wir auch nichts davon.

Interessantes „Spiel“. Es erinnert einen an die Umstellung Deutsche Mark auf Euro. Damals wurden in vielen Bereichen (z.B. Gastronomie) die Preise fast 1:1 übernommen.

Was haltet Ihr von dieser ganzen Debatte rundum den CO2-Preis?

Solardeckel in Deutschland

Solardeckel in Deutschland – macht das überhaupt Sinn?

Wollen wir auf erneuerbare Energien setzen oder nicht? Und falls die Antwort „ja“ lautet, macht es überhaupt einen Sinn Förderstopps einzubauen wie z.B. den Solardeckel?

In 2012 wurde im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine Fördergrenze für Solarenergie festgelegt. Der Solardeckel liegt seitdem bei 52 Gigawatt Gesamtleistung.

Das ist doch eine ordentliche Zahl, wird der eine oder andere sagen. Tja, mag sein, wenn wir nicht bereits Ende 2018 bei einem Wert von 45,9 Gigawatt gelegen hätten. Nehmen wir das aktuelle Jahr 2019 mit den prognostizierten 3,5 bis 4 Gigawatt dazu, dann heisst es Investitionsstopp für Solarstromdächer. Genau das befürchtet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) und ruft dazu auf, den Solardeckel zu beseitigen.

Welche Verbände und Organisationen vertreten die gleiche Meinung wie der BSW?

Zu diesen zählen u.a. der Deutsche Mieterbund, der Eigentümerverband Haus & Grund und der Deutsche Naturschutzring.

Photovoltaik – die stärkste Energiequelle im Juni

Solarenergie sicherte im ersten Halbjahr 2019 rund 8% des Bruttostromverbrauchs in Deutschland. Im Monat Juni stand Photovoltaik vor Braunkohle und Windkraft.

Ein paar Zahlen im Überblick zum besseren Verständnis:

  • 1,7 Mio. Photovoltaikanlagen lieferten rund 24,5 Mrd. Kilowattstunden Strom (1 HJ 2019)
  • 5,6% mehr als im Vorjahr
  • Damit lässt sich der Jahresbedarf von 7 Mio. Drei-Personen-Haushalten decken
  • In 2019 könnten bis zu 4 GW Leistung durch Solarenergie hinzukommen
  • Um die Klimaziele zu erreichen, ist ein jährlicher Zubau von 5-15 GW nötig, so Andreas Bett, Leiter des Fraunhofer-Instituts

Quellen: BSW, Fraunhofer Institut

Neue Solarausschreibung für Photovoltaik in Höhe von 150 MW

Während die Damen und Herren in Berlin immer noch darüber debattieren ob der sogenannte Solar-Förderdeckel bestehen bleibt oder nicht, hat die Bundesnetzagentur eine neue Solarausschreibung eingeleitet (gilt bis zum 1. Oktober). Die jetzige Auktionsrunde liegt bei 150 MW. Im Dezember soll die letzte Ausschreibung in diesem Jahr erfolgen, u.z. mit einem Volumen von 500 MW.

Alle Infos zum Ausschreibungsverfahren inkl. der benötigten Unterlagen, bekommt Ihr auf der Webseite der Bundesnetzagentur.

Photovoltaik für ‚Otto Normalbürger‘

Auf meiner Suche nach einem passenden Video, stoß ich auf diesen Beitrag von @DieserDad. Ich wollte unbedingt die Perspektive eines echten Nutzers zeigen, nicht die von einem Verband oder sonst einer politischen Vereinigung.

Was kostet so eine Photovoltaikanlage und was bringt es?

Welche Behörden muss man bei der Anmeldung abklappern?

Gibt es Steuervorteile? Wie sieht es mit der Abschreibung aus?

Quelle: DieserDad, YouTube

Bayern startet Förderprogramm für Solarstromspeicher

Am 1. August ist das PV-Speicher-Programm gestartet. Gefördert wird die Installation eines neuen Stromspeichers in Kombination mit der Neu- oder Ergänzungsinstallation einer PV-Anlage. Der Förderbetrag hängt von der Speicherkapazität ab.

  • 500€ Basiszuschuss für den 3 kWh-Speicher
  • 100€ zusätzlich für jede weitere volle kWh Speicherkapazität
  • 3.200€ Zuschuss für den 30 kWh-Speicher
  • 200€ Zuschuss für einen Ladepunkt für Elektroautos

Dieses Förderprogramm ist Teil des 10.000-Häuser-Programms.

Weitere Infos gibt’s auf Energieatlas Bayern.

Auch in Niedersachen soll sich einiges ändern. Geht es nach den Grünen, dann soll die Solarpflicht für alle privaten und gewerblichen Neubauten gelten – bis 2025 sollen alle geeigneten landeseigenen Dachflächen für Solarthermie und Photovoltaik genutzt werden.

Derzeit liegt die Gesamtleistung von Solardächern in Niedersachen bei 4 GW hinter Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Laut Klimaschutz- und Energieagentur (KEAN) wurden in 2018 rund 208 MW Leistung neu installiert; das sind 72% mehr als im Vorjahr.

Das Potenzial von Niedersachen soll laut Grünen bei 57 GW liegen. Deshalb setzt sich das Bundesland dafür ein, den Solardeckel und die Sonnensteuer auf den PV-Eigenverbrauch abzuschaffen.

Demnächst startet auch die rheinland-pfälzische Ampelkoalition ein Landesprogramm zur Förderung der Solarenergie.

Solardeckel – behalten, anheben oder ganz abschaffen?

Die Sommerpause sollte auch in Berlin so langsam dem Ende zugehen. Ob wir in den kommenden Wochen mit einer finalen Entscheidung rechnen können oder nicht, bleibt abzuwarten. Jetzt wo die Grünen deutlich an „Power“ hinzugewonnen haben, wird es für die Anhänger der fossilen Energiequellen immer schwerer.

Selbstverständlich muss man alle Seiten anhören und die Fakten auf den Tisch legen. Jedoch muss auch eine Entscheidung her. China gibt mächtig Gas, die USA und Japan ebenso. Wir befinden uns momentan auf Platz 4 der weltweiten Solarpioniere jedoch auf Platz 6 in punkto Neuinstallation von PV-Anlagen.

Und ein Solardeckel ist alles andere als vorteilhaft insb. wenn wir auch zukünftig zu den Big Playern zählen wollen. Glaubt man den Experten, dann wird sich die Kapazität von Solaranlagen in den kommenden Jahren verdoppeln bis verdreifachen.

Es geht also um mehr als unsere interne Situation. Klar beschäftigt uns das am aller meisten, logisch. Denn wir sind diejnigen die davon direkt betroffen sind. Allerdings sollten wir den Anschluss nicht verpassen und lieber vorne dabei sein als hinten dran.

Eure Meinung zum Solardeckel – Fördergrenze erhöhen oder ganz weg damit?

Solaranlagen aktuelle Trends

Solaranlagen – das sind die aktuellen Trends

Fossile Brennstoffe wie Kohle, Gas und Öl sollen in den kommenden Jahren u.a. durch Windkraft- und Solaranlagen ersetzt werden. Die Anteile dieser erneuerbaren Energiequellen am globalen Strommix liegen derzeit auf einem sehr geringen Niveau. Jedoch die Branche boomt (weltweit) und die Preise sinken kontinuierlich.

Vor 10 Jahren waren Solaranlagen ohne staatlicher Förderung absolut unrentabel. Der aus Solarkraftanlagen gewonnene Strom kosteste damals rund 30-40 Cent pro kWh, je nach Anlagengrösse. Im Vergleich dazu konnte Strom aus fossilen Quellen für 5-12 Cent pro kWh erzeugt werden.

Das hat sich seitdem dramatisch verändert. Solarstrom kann derzeit in sonnenreichen Regionen bereits für 2 Cent pro kWh gewonnen werden. Die Preise in Deutschland liegen bei 4-5 Cent pro kWh, so eine aktuelle Studie des Frauenhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) aus März 2018.

Glaubt man den Prognosen der Forscher und Wissentschaftler unterschiedlicher Institute, dann werden diese Preise weiter fallen. Einige gehen sogar davon aus, dass wir in sonnenreichen Regionen Solarstrom für unter einem Cent pro kWh erzielen werden.

Globale Solarstromkapazität – wer hat die Nase vorn?

Der Bericht Global Market Outlook für Solarstrom von SolarPower Europe gilt als der umfassendste und aussagekräftigste Marktanalysereport für den globalen Solarbereich. Es enthält sowohl historische Daten als auch eine 5-Jahres-Prognose für die wichtigsten globalen Märkte in der Solarindustrie.

Ein paar Zahlen und Fakten aus der aktuellen Ausgabe 2018:

  • Neuinstallation von Photovoltaikanlagen in 2018: 102 Gigawatt weltweit (509 GW bis 2018)
  • In 2018 installierten 11 Länder mehr als 1 GW Solar (+2 Länder mehr als in 2017)
  • Top Länder: CHINA (44 GW neu, 175 GW bis 2018), USA (10 GW neu, 62 GW bis 2018), JAPAN (7 GW neu, 56 GW bis 2018), DEUTSCHLAND (3 GW neu, 46 GW bis 2018), INDIEN (8 GW neu, 27 GW bis 2018), AUSTRALIEN (5 GW neu, 13 GW bis 2018) und FRANKREICH (1 GW neu, 9 GW bis 2018).
  • Deutschland landet auf Platz 6 in Punkto Neuinstallationen, behält jedoch sein Ranking #4 der weltweiten Solarpioniere.

PROGNOSE der Experten: Die globale Kapazität von Solaranlagen (Photovoltaik) wird sich in den kommenden 5 Jahren verdoppeln bis verdreifachen.

Der Report „Global Market Outlook 2019-2023“ kann auf der Webseite von SolarPower Europe kostenlos heruntergeladen werden.

Solaranlagen in Deutschland – so sieht’s derzeit aus

Die dritte Solarausschreibung 2019 ist Geschichte. Zum Gebotstermin am 1. Juni 2019 wurden bei der Bundesnetzagentur 105 Gebote mit einem Leistungsumfang von 556.067 kW abgegeben.

Den Zuschlag erhielten 14 Gebote für eine zu errichtende Solarleistung von 204.697 kW. Die Zuschlagswerte lagen zwischen 4,97 ct/kWh und 5,58 ct/kWh, deutlich geringer als in der Vorrunde (diese lagen im Schnitt um 1 ct höher). Die Zuschläge erhielten die ost- und süddeutschen Bundesländer. Die nächste Ausschreibung findet am 1. Oktober 2019 statt.

In den beiden süddeutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg gibt es die Möglichkeit Photovoltaik-Anlagen auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten zu installieren. Bei den Ausschreibungen 2018 gab es ein OK für die Installation von PV-Anlagen auf 264 ha; das sind 5 ha mehr als in 2017.

Quelle: Bauen & Wohnen, YouTube

China, Klimaschutz und mehr

Bis 2011 hatte Europa in punkto Investitionen in Erneuerbare Energien ganz klar die Führungsrolle. Danach ging es bergab und China übernahm kurz darauf diese Vorreiterrolle.

In 2017 investierte China 133 Milliarden USD in erneuerbare Energien, Europa hingegen nur 57 Mrd. USD, quasi die Hälfte von dem was in 2011 reingesteckt wurde – so eine Auswertung der Bloomberg New Energy Finance.

Während hierzulande und in Europa die Förderungen zurückgeschraubt wurden, tat China genau das Gegenteil. Durch finanzielle Förderung wurde die Solartechnik-Branche gewaltig ausgebaut. Dem Preisdruck konnten die Europäer nicht standhalten und einige Firmen mussten ihre Tore schliessen. Heute werden Solarmodule und -zellen vermehrt in China hergestellt.

Wird Europa aufholen können?

Noch wichtiger: will Europa das tatsächlich?

Die Grünen sind so stark wie nie zuvor. Mit jeder Umfrage scheinen sie ihre Position deutschlandweit auszubauen und zu verfestigen. Das Thema Klimaschutz liegt ihnen am Herzen. Raus aus Kohle, Öl und Gas und rein in Solar, Wind und Wasser. Unterstützt werden sie von Forscher, Wissenschaftler und Experten.

Die Studie „Global Energy System based on 100% Renewable Energy“ zeigt für 145 Weltregionen Strategien auf, wie die Emissionen von Treibhausgasen bis 2050 auf Null gesenkt werden können und der Energiebedarf durch erneuerbare Energien gedeckt werden kann.

Laut Experten der Energy Watch Group (EWG) und Forscher der Lappeenranta University of Technology in Finnland (LUT) soll der kostenoptimale Energiemix in 2050 wie folgt aussehen:

  • 70% Solarenergie
  • 18% Windkraft
  • 5% Biomasse
  • 3% Wasserkraft.

Hier geht’s zur Studie bereitgestellt von Energy Watch Group.

Wir wissen alle, dass sich beim Thema fossile Brennstoffe bzw. Klimaschutz um wesentlich mehr handelt als ein paar Studien, Parolen oder Wahlergebnisse.

Es geht um Macht und jede Menge Geld.

Es gibt keinen Schalter oder eine sog. Aladdin Wunderlampe womit wir alles von heute auf morgen umstellen. Wie sich das Ganze letzten Endes entwickeln wird, ist vielen ein Rätsel. Dass es so nicht weiter gehen kann, ist wohl jedem klar.

Werden Solaranlagen in wenigen Dekaden sowas wie eine Alleinherrschaft übernehmen? Sind die Prognosen der Wissenschaftler Eurer Meinung nach überhaupt realistisch?