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Artenvielfalt-Landwirtschaft-Pacht

Gehört die Förderung von Artenvielfalt in den Pachtvertrag?

Der Frühling kommt! Nicht nur wird es wärmer. Wenn alles anfängt zu wachsen und zu blühen, zeigt sich Artenvielfalt in voller Blüte!

Ja, darum soll es heute gehen: um Artenvielfalt.

Denn, schaut man sich das neuste Modellprojekt der Regierung an, scheinen wir Landwirte hierfür nicht genug zu tun. 

Aber zunächst aufs Feld, wo sich gerade nicht nur wir Menschen über wärmere Tage freuen:

auch die ersten Schädlinge nehmen den Raps ins Visier.

Denn ab ca. 5 bis 7 Grad Bodentemperatur in ca. 2 cm Bodentiefe kann der Erstzuflug von Schädlingen wie Rapsstängelrüssler oder Kohltriebrüssler einsetzen.

Um den Befallsdruck- und verlauf  besser beurteilen zu können, empfiehlt sich deshalb jetzt das Aufstellen von Gelbschalen im Winterraps.

Hier ein paar Tips, wie die Gelbschalen aussagekräftig eingesetzt werden.

Optimale Kontrolle durch Gelbschalen

  1. Stellt die Schalen nicht nur am Feldrand. Auch wenn der Triebrüssler gerne in Waldrändern und Hecken überwintert, der Rapsstängelrüssler mag die vorjährigen Rapsstängel als Winterquartier.
  2. Stellt die Schalen mindestens in Höhe der Bestandsoberkante auf und füllt immer mal wieder das Wasser nach. Übrigens scheinen eckige Schalen für die Tierchen verlockender zu sein als runde.
  3. Vergesst nicht, die Gelbschalen mit einem Drahtnetz abzudecken, um Nützlinge wie Bienen, Schmetterling und Co. zu schützen.
  4. Sobald die Vegetation einsetzt, gilt es regelmäßig, mindestens wöchentlich, zu kontrollieren.

Zusätzlich zur Kontrolle durch die Gelbschale bleibt weiterhin die Begutachtung der Pflanzen eine wichtige Maßnahme in der Schädlingskontrolle.

Gibt es Fraßschäden durch Larven? Sind Stängel oder Blattstiele eingestochen oder verletzt?

Auf jeden Fall heißt es beim Überschreiten der Schadschwelle schnell zu handeln, denn Eier und Larven sind nicht mehr zu bekämpfen.

Allgemein gelten als Behandlungsschwellen, wenn pro Gelbschale

  • beim Rapsstängelrüssler: 10 Tiere in 3 Tagen
  • beim Kohltriebrüssler: 30 Tiere in 3 Tagen

gezählt werden.

Wenn der Raps wächst und dann auch bald in voller Blüte Felder über Felder gelb leuchten, kann dies wohl auch für den einen oder anderen die Basis für eine Diskussion über Artenvielfalt sein.

Artenvielfalt ist wichtig. Ich denke, da sind wir uns alle einig. 

Ihr wisst, dass Agrarbetrieb sich sehr für Blumenwiesen engagiert. Blumenwiesen bieten ein zu Hause für viele Arten, ob Pflanzen oder Tiere. 

Jeder Interessierte kann hier mit einer Blumenwiesenpatenschaft ganz einfach Artenvielfalt fördern. 

Aber was hat es mit diesem Modellprojekt des Bundesumweltministerium (BMUB) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) auf sich? 

Pachtauflagen für mehr Artenvielfalt?

Fairpachten” ist der Name des Modellprojektes. Logisch, dies bedeutet, dass bisher keine faire Pachtung von landwirtschaftlichen Flächen erfolgt.

Für wen besteht der Nachteil? Scheinbar werden bei den aktuellen Pachtverträgen nicht die ökologischen Interessen der Verpächter genug berücksichtigt.

Denn die Initiatoren möchten mit ihrem Projekt direkt an Grundbesitzer herantreten, die ihre Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung verpachten.

Diese sollen zukünftig nicht nur Land verpachten, sondern die ökologische Nutzung der Flächen in den Pachtverträgen vorgeben.

So heißt es auf der Webseite des Projektes:

“Das Projekt „Fairpachten“ berät Verpachtende landwirtschaftlicher Flächen dazu, wie ihr Wunsch nach naturschonender Bewirtschaftung in ihre landwirtschaftlichen Pachtverträge einfließen kann.

Damit können interessierte Grundeigentümerinnen und -eigentümer einen konkreten Beitrag zur Erhaltung und Steigerung der Arten- und Lebensraumvielfalt in den Kulturlandschaften Deutschlands leisten.” Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Das Projekt zielt damit auf rund 60 Prozent der deutschen Agrarfläche ab. Dies ist der Anteil der verpachteten Agrarfläche.

Hier sollen, nach den Vorstellungen von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, die Pächter bereits im Pachtvertrag quasi die Art und Weise der Bewirtschaftung festlegen, um Artenvielfalt und eine umweltschonende, ökologische Bewirtschaftung zu fördern.

„In landwirtschaftlichen Pachtverträgen darf keine Unwucht durch einseitige ökologische Zusatzanforderungen entstehen, die die ökonomische Seite ignorieren“, äußerte sich Joachim Rukwied, Präsident vom Deutschen Bauernverband. Und weiter: „Dieser Vorstoß ist erneut ein Ausdruck von Geringschätzung der ökologischen Leistungen der deutschen Landwirte.“

Er wies auch bereits nochmals auf rechtliche Rahmenbedingungen, etwa der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) hin, an die wir Landwirte uns ja ebenfalls halten.

Das Projekt wird mit 1,8 Millionen EUR gefördert und läuft für 5 Jahre. 

Wie seht Ihr den Vorstoß, im Pachtvertrag landwirtschaftliche Vorgaben festzuhalten? 

Ertragsprognosen-Frost-Landwirtschaft

Extremes Wetter senkt die Ertragsprognosen

Landwirte in ganz Europa sind derzeit nicht gut auf das Wetter zu sprechen. Denn es senkt ihre Ertragsprognosen teils drastisch.

So sorgen eine anhaltende Trockenheit und zu hohe Temperaturen bei den spanischen Landwirten  für Verzweiflung.

In anderen europäischen Ländern folgt nach einem warmen März ein bitterkalter April.

Schlechte Ertragsprognosen für Spanien

Den spanischen Landwirten droht eine Dürre, die der Ruin für tausende landwirtschaftliche Betriebe bedeuten könnte.

Die Lage ist ernst. Die Getreideernte könnte genauso niedrig wie im Jahr 2012 ausfallen. In 2012 fuhren spanische Landwirte das schlechteste Ergebnis seit Jahrzehnten ein.

Aber nicht nur der Getreideanbau ist betroffen. Auch bei Raps und Mandeln fehlt das Wasser. Für Viehbetriebe wird das Futter knapp, weil die Weide- und Futterflächen verdörren.

Während Spanien unter der Hitze leidet, geht in Deutschland die Kältewelle nicht spurlos vorüber.

Frost senkt Ertragserwartungen bei Frühkartoffeln

Die Nächte mit flächendeckenden Frost in der letzten Woche zerstören die Erwartungen auf Spitzenerträge und besonders frühe Erntetermine.

Aus allen Anbaugebieten wurde von Schäden berichtet. Es kann somit wohl mit durchschnittlichen Erträgen und den üblichen Ernteterminen gerechnet werden.

Auch wenn die Meinungen hierüber noch auseinandergehen. Während die einen mit Verspätungen aufgrund des Frostes rechen, gehen die anderen davon aus, dass die Pflanzen nun erst recht schneller wachsen können.

In Gebieten, die stark von dem Wettereinbruch betroffen waren, wird es regional zu Ertragseinbußen kommen.

Wie schnell sich die Bestände erholen und die flächendeckende Zurückstutzung der Pflanzen geholfen hat, wird sich ab Mitte Juli zeigen, wenn die Ernte, geplant anläuft.

Aber nicht nur für die Kartoffelernte mussten die Ertragsprognosen deutlich gesenkt werden.

Das Ausmaß der Frostschäden und Ernteausfälle bei Obstbauern und Winzer ist ebenfalls erheblich.

Schäden beim Obst- und Weinanbau gehen in die Millionen

Der März war besonders warm und sorgte dafür, dass die Obstkulturen in voller Blüte stehen und der Austrieb auch bei späten Weinsorten bereits begonnen hatte.

Die Pflanzen befanden sich alle in einer sehr sensiblen Wachstumsphase, in der sie schweren Frösten ausgesetzt waren.

Die Schäden belaufen sich in die Millionen. Auch Maßnahmen, um die Pflanzen vor dem Frost zu schützen, konnten nur kleine Linderung schaffen.

In Markelsheim etwa, wo etwa mit dem Hubschrauber versucht wurde, warme Luft um die betroffenen Reben zu wirbeln.

Mit dem Heli gegen den Frost im Weinberg

Quelle: Markelsheim

Die Ausfallrate im Weinanbau wird für bestimmte Regionen auf bis zu 95 Prozent geschätzt.

Wahrscheinlich werden für Obstbauern staatliche Nothilfeprogramme erforderlich werden, da diese, im Gegensatz zu Winzern, ihre Kulturen nicht gegen derartige Spätfrostfolgen versichern können.

Auch in Ländern wie Österreich, die Schweiz und Polen hinterließ der Frost seine Spuren.

Wie sind andere Kulturpflanzen von den tiefen Temperaturen betroffen?

Kälteauswirkungen auf Zuckerrüben

Wie sich die Kältewelle auf Zuckerrüben auswirkt, hängt zum einen von dem Entwicklungsstadium der Pflanze ab (Quelle: KultiVent KWS Farmservice):

  • Ungekeimtes Saatgut: geringe Auswirkung; die Rübenpille wird noch ausreichend mit Boden bedeckt
  • Frisch gekeimtes Saatgut: kritische Phase; im schlimmsten Fall kann die Pflanze absterben (Einschnürungen am Hypokotyl zeigen den Schädigungsgrad an);
  • Auflaufende Zuckerrübe: Gefahr des Abfrierens von Blattspitzen und Blättern; ab dem 1-2 Blattstadium geringe Auswirkungen, da die Pflanzen relative unempfindlich gegenüber Frost ist

Desweiteren wird das Gefahrenpotential von Faktoren wie

  • der Bodenart
  • der Bodenstruktur und dem
  • dem Feuchtegehalt des Bodens bestimmt.

Denn diese sind ausschlaggebend dafür, wie stark der Frost in den Boden dringen kann.

Kälteauswirkungen auf die Maisaussaat

Die Experten von KWS CultiVent empfehlen, mit der Maisaussaat noch zu Warten, denn Mais benötigt eine Bodentemperatur von mindestens 8 Grad Celsius.

Bei bereits gesäten Beständen kann es aufgrund der Kälte zu einer Keimruhe kommen, bis sich der Boden wieder auf mindestens 8 Grad aufgewärmen konnte.

Gefährlich wird es, wenn zum Frost zudem noch Feuchtigkeit auf das frische Saatgut trifft.

  • Ungkeimtes Saatgut: trockene Böden: geringeres Risiko – es kommt ggf. zur Keimruhe, bis der Boden sich wieder aufgewärmt hat; feuchte Böden: mögliche Einschränkung von Keimfähigkeit und Triebkraft, was einen verminderten Feldaufgang zur Folge hat;
  • Frisch gekeimtes Saatgut: hohes Risiko; im Extremfall wächst die Koleoptile (Schutzorgan für das erste aufgehende Blatt) nicht, so dass die Pflanze sich nicht entwickeln kann; warme Tage und kalte Nächte können dazu führen, dass sich der Keimling verdreht
  • Keimlingswurzel sowie Koleoptile sind bereits im Wachstam: mittleres mit hohes Risiko; ein verlangsamtes Wachstum führt zur Stauchung der Koleoptile, wodurch ein Wachstum durch den Boden ggf. nicht mehr möglich ist
  • 2-Blattstadium: geringes Risiko; Kälte verursacht beim Mais Schäden, die sich in der Regel wieder verwachsen

Kälteauswirkungen auf Raps

Im Norden und Osten waren erst die ersten Rapsblüten in Sicht, als die Kältewelle Deutschland traf. Im Süden und Westen hingegen stand der Raps bereits in voller Blüte.

Raps ist jedoch eine Kulturpflanze, die sich gut gegen Kälte behaupten kann.

  • Blütenöffnung während des Frostes: häufig bleiben die Blüten unbefruchtet
  • Blütenöffnung vor und nach dem Frost: Ausbildung von normalen Schoten

Da die Blütenphase des Rapses 4-6 Wochen anhält, wirken sich kurze Frostperioden auf den Bestand nicht wirklich aus und haben keinen spürbaren Einfluss auf den Ertrag.

Welche Maßnahmen unternehmt Ihr, um Eure Bestände vor der Kältewelle zu schützen?

Agrarbetrieb-Raps-Ernte

Ernte von Raps und Getreide – enttäuschende Ergebnisse

Das Wetter erschwert auch weiterhin den Landwirten die Arbeit, denn die Ernte wird vielerorts von dem unbeständigen Wetter ausgebremst. Bisher sind die Ertragszahlen beim Getreide und beim Raps enttäuschend. 

Anhaltender Regen behindert zudem die Ernte und lässt die deutschen Landwirte um Qualitätseinbußen bangen. Europaweit betrachtet, fallen die Ernteerträge jedoch sehr unterschiedlich aus.

Allgemein gesprochen, konnten ost- und südosteuropäische Regionen von sonnigeren Klimabedingungen profitieren.

Von der Europäischen Kommission wurde die Getreideernte für Europa in diesem Jahr auf ca. 312,9 Millionen Tonnen geschätzt.

Diesjährige Ernte nicht zufriedenstellend

Die diesjährigen Ernteergebnisse setzen viele Landwirte unter Druck.

Während regional die Ernteerträge gegenüber dem Vorjahr start gemindert sind, konnten weltweit dennoch Rekorderträge erzielt werden.

Rekorderträge bei der Ernte und ein weltweit bereits gut gefülltes Gertreidelager drücken die Preise  an den Märkten. Die Verminderung des Angebotes hierzulande fällt dabei kaum ins Gewicht. 

  • Nicht nur, dass die feuchte Witterung aufgrund der fehlenden Sonne für die reduzierten Erträge verantwortlich ist.
  • Nicht nur, dass Landwirte um die Qualität ihrer Produkte besorgt sind, sie nur hoffen können, dass sich nicht noch Pilzerkrankungen in ihren Beständen ausbreiten.
  • Nicht nur, dass der Regen die Ernte verzögert und eh schon die Nerven belastet, weil auf sonnige Stündchen für die Arbeit gewartet werden kann.
  • Hinzu kommt, dass das feuchte Wetter die Kosten für die Ernte in die Höhe treiben wird, wenn eine teure Trocknung erforderlich werden sollte.

Laut den ersten Ergebnissen des  2. DBV-Ernteberichtes sind bei Weizen und Gerste mit Ertragsminderungen von 10-20 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau zu rechnen.

Beim Raps beträgt die durchschnittliche Ertragsminderungen rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Wobei auch hier die Werte für die einzelnen Regionen sich stark unterscheiden können.

So erwartet der Bauernverband in Mecklenburg-Vorpommern etwa 30 Prozent weniger Erträge als im Vorjahr und rechnet mit einem Verlust bei den Einnahmen von rund 100 Millionen Euro.

Die Rapspreise im deutschen Großhandel haben sich die letzte Woche sehr unterschiedlich entwickelt. Generell konnten die Ertragszahlen des Vorjahres bei weitem nicht erreicht werden.

Aber nicht nur Raps und Getreide sind betroffen. Auch eine weitere Sparte leidet unter dem Wetter:

Möglicher Totalverlust bei Bio-Kartoffeln

Das Wetter stellt auch die Ökobauern in der Pfalz vor eine große Herausforderung, denn das dauerhaft feuchte Wetter diesen Jahres begünstigt die Verbreitung von Pilzkrankheiten.

Die Kraut- und Knollenfäule zählt zu den gefährlichsten Pflanzenkrankheiten. Der Erreger verbreitet sich ungemein schnell und richtet große Schäden an. In der Pfalz droht den Ökobauern nun der Totalschaden.

Da der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Bio-Anbau nur sehr eingeschränkt möglich ist, befinden sich die Biobauern in der Zwickmühle:

  • entweder riskieren sie, die komplette Ernte zu verlieren, können jedoch weiterhin das Siegel „Bio“ tragen
  • oder sie retten durch den Einsatz von bestimmten Pflanzenschutzmitteln die Ernte, verlieren aber im Zuge dessen ihr Biosiegel.

Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel (Phytophthora infestans)

Quelle: aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.

Aber kommen wir nochmal zurück zum Raps, dessen Ernte gerade noch im vollen Gange ist.

Verluste beim Raps treffen die Landwirte wahrscheinlich noch ein wenig stärker, denn der Anbau von Raps ist ungefähr mit doppelt hohen Ausgaben wie beispielsweise der Anbau von Weizen verbunden.

Höhere Kosten für das Saatgut und den Pflanzenschutz, die Hälfte an Ertragsmenge je Hektar – wo bleibt der Ausgleich? 

Raps ist dennoch attraktiv im Anbau, weil auch der Erzeugerpreis doppelt so hoch wie beispielsweise vom Weizen ist. Denn der Rapspreis orientiert sich am Sojapreis.

Bei der Ernte von Raps muss für bestmögliche Ergebnisse besonders rücksichtsvoll vorgegangen werden.

Nicht nur ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Etwa sollten ungleichmäßige Bestände so lange wie möglich wachsen gelassen werden. 

Auch die Feineinstellung der Mähdrescher ist ausschlaggebend für den Ernteerfolg.

Feineinstellung beim Mähdrescher

Wer seinen Mähdrescher richtig einstellt, kann die Leistung bis um 20 Prozent steigern. Dies ist eine enorme Reserve. 

Insbesondere ist auf die Einstellung des Schneidewerkes zu achten. 

  • Passt die Abstreifleiste beim Anheben der Einzugsschnecke an, so könnt Ihr verhindern, dass sich Unkräuter um die Schnecke wickeln.
  • Stellt die Horizontalposition der Haspel so nahe wie möglich zur Einzugsschnecke, damit die Körner aus aufgeschlagenen Schoten bestmöglich im Schneidewerk gelangen.

Die Ernte in diesem Jahr wird für jeden eine Herausforderung parat halten. Welches ist Eure größte Herausforderung in diesem Sommer? 

 

Zuckerrueben im Agrarbetrieb - Zwischenfrucht Greening

6 Aspekte die Sie beim Zwischenfrucht-Greening beachten sollten

Das Thema Greening und Zwischenfruchtanbau ist nicht neu. Und trotzdem stehen Landwirte jedes Jahr vor der Herausforderung Zwischenfrucht-Mischungen so hinzukriegen, dass sie nicht nur den Bedingungen des Greenings entsprechen, sondern auch noch ökonomisch sinnvoll sind.

Für alle Rübenbauern unter uns kommt jetzt Abhilfe von dem Landwirtschaftlichen Informationsdienst Zuckerrübe (kurz LIZ). Zur Optimierung des Anbaus und als Unterstützung zur Wahl der richtigen Zwischenfrucht-Mischung, hat die LIZ sechs Tipps zusammengetragen.

In dem heutigen Beitrag gehts um sechs neue Aspekte die Sie zukünftig beim Zwischenfrucht-Greening unbedingt berücksichtigen sollten.

Bevor wir richtig loslegen, gibts noch ein kurzes Video und einen Blick in die Rubrik Nachrichten, denn da hat sich in den letzten Tagen recht viel getan.

Erst das Video

Für alle Traktorenfans und Landtechnik-Junkies gibt es heute eine Zusammenstellung der spektakulärsten Crashs die zwischen 2007 und 2011 bei der europäischen Veranstaltung Tractorpulling auf Kamera aufgenommen wurden. (YouTube Video von MeanMachine803)

 

Nachrichten-Flash Landtechnik & Co.

  • Der Verkauf von Mähwerke, Zettwender und Schwadrechen ist bis Ende Juni um 11% zurückgegangen. Das sind laut VDMA, 17.740 weniger verkaufte Maschinen. Im Gegensatz dazu, stieg die Nachfrage nach Lade- und Erntewagen um 16%. Hier sind Doppelnutzungswagen (Rotorladewagen, Häckselwagen) besonders beliebt. Im Segment der Futtererntetechnik hat sich in der vergangenen Saison der Trend für größere Arbeitsbreiten fortgesetzt. So werden Mähwerke mit über 5 m und Zettwender mit über 10 m bevorzugt.
  • Der Züchtungsfortschritt bringt 4 neue EU-Sorten auf den Markt. Zur Aussaat des Winterraps 2015 sind folgende, verbesserte Sorten neu am Start: Kodiak (H), PT 2013 (H), Mendelson (HK) und Bonanza (H). Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, der sollte sich die auf der Seite der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) veröffentlichte Versuchsberichte des Bundes- und der EU-Sorten-versuche Winterraps, Ackerbohnen, Sonnenblumen und HO-Sonnenblumen zur Ernte 2014 zu Gemüte führen.
  • Mit dem Rapserdfloh wollen die englischen Landwirte nicht mehr lange rummachen und haben deshalb eine Sonderregelung erhalten: die Farmer dürfen vorübergehend (für 120 Tage) Neonicotinoide anwenden. Dem britischem Bauernverband NFU zufolge gilt diese Ausnahmeregelung für 30.000 Hektar – das sind 5% der Rapsfläche Englands. Zugelassen wurden die Produkte Modesto von Bayer und Cruiser OSR von Syngenta. Die NFU fordert eine Ausweitung der Genehmigung von Neonicotinoiden, da der Rapserdfloh eine Bedrohung für die Rapskulturen in ganz England darstelle.

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 05

Rübenbauern aufgepasst: Es gilt folgende 6 Punkte beim Zwischenfrucht-Greening zu berücksichtigen

Im Vergleich zum bisherigen Zwischenfruchtanbau sollten Landwirte auf folgende Aspekte achten:

1. Wählen Sie Zwischenfruchtarten aus, die keine Krankheiten und Schädlinge in der Fruchtfolge vermehren. Die negativen Auswirkungen von kritischen Zwischenfruchtarten die in geringen Mengen angebaut werden, sind noch zu klären.

2. Um ihre Wirkung zu entfalten, benötigen nematoden-resistente Zwischenfrüchte mindestens 160 Pflanzen je Quadratmeter. Dies trifft auch bei der Mischung der Zwischenfrüchte zu.

3. Setzen Sie auf frohwüchsige Zwischenfruchtsorten bzw. -arten mit geringem Nährstoffbedarf. Der Hintergrund dieser Entscheidung liegt in der begrenzten N-Versorgung (40/80 nur über organische Dünger).

4. Vermeiden Sie eine Verunkrautung der Zwischenfrucht indem Sie:

  • eine intensive Stoppelbearbeitung durchführen
  • hauptfruchtmäßig bestellen
  • und nicht zu früh säen.

Vergessen Sie dabei nicht, dass Sie auch beim Zwischenfrucht-Greening ohne Glyphosat-Einsatz auskommen müssen.

5. Berücksichtigen Sie beim Greening auch die Tatsache, dass die durch Leguminosen gebundener Stickstoff nur der Leguminose und nicht den anderen Zwischenfrüchten in der Mischung zugute kommt.

6. Denken Sie bei der folgenden Mulchsaat der Zuckerrüben auch an Aussamen, Überwintern und Mulchauflage der Zwischenfruchtarten damit Sie unbeliebte Überraschungen später beim Greening vermeiden.

Weitere wichtige Tipps für den optimalen Zwischenfruchtanbau

Zur Unterstützung gibt es noch folgende Hinweise und Tools:

  • Achten Sie beim Zwischenfrucht-Greening auf die Wurzelausbildung, die Art der Wurzelausscheidungen und die Durchwurzelung. Tipp: Setzen Sie auf eine Kombination aus Tief- und Flachwurzlern.
  • Vermeiden Sie Buchweizen unter alle Umstände. Diese haben die blöde Angewohnheit auch bei mittleren Aussaatzeiten zur Samenbildung zu kommen.

Ihre Meinung

Der LIZ-Zwischenfrucht-Mischer ist ein super einfaches und gleichzeitig tolles Tool, um herauszufinden, welche Krankheiten und Schädlinge durch Zwischenfrüchte vermehrt oder vermindert werden.

Alleine dafür lohnt sich der Blick in die Kalkulationstabelle.

Welche weitere Tipps zum Thema Zwischenfrucht-Greening würde Sie gerne hinzufügen? Was habe ich ausgelassen? Ich freue mich auf Euer Kommentar.

 

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 01

Raps-Barometer Erkenntnisse Rapsfeld Agrarbetrieb

Raps-Barometer 2015: Anbaufläche bleibt unverändert

Seit nunmehr zwei Jahren befragt der Saatguthersteller DuPont Pioneer Rapsanbauer in ganz Deutschland, um mehr über ihr Verhalten erfahren zu können. Dieses Jahr wurden erneut 513 Kandidaten befragt und die Ergebnisse im Raps-Barometer 2015 zusammengetragen.

In dem heutigen Beitrag, werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Erkenntnisse zu der Ölfrucht.

Wie lauten die Anbauintentionen der Rapsanbauer in diesem Jahr? Wie stehen die jeweiligen Rapsanbauer zu den Themen Preis, Beizmittel, Pflanzenschutz, Krankheiten und Hybride?

Rapsernte 2015 mit Claas Lexion 660

Raps-Barometer: Die 7 wichtigsten Erkenntnisse

Anbei die wichtigsten Themen und Erkenntnisse zusammengetragen:

1.  Die Mehrheit der Rapsanbauer wollen die Rapsanbaufläche zur Aussaat 2015 stabil halten.

So wie es aussieht, wollen 77% der befragten Rapsanbauer die Anbauflächen kaum ändern. 12% der Landwirte wollen ihre Rapsanbauflächen um durschnittlich 35% einschränken. Es gibt jedoch auch eine gegensätzliche Bewegung:

9% der Befragten wollen ihre Flächen um durchschnittlich 35% ausweiten.

Diese Entwicklung begeistert die Chefetage bei DuPont. In einer aktuellen Pressemitteilung äußerte sich Ulrich Schmidt, Geschäftsführer bei DuPont Pioneer wie folgt:

„Dies ist bemerkenswert und ein deutliches Zeichen, dass die Rapsanbauer trotz veränderter Rahmenbedingungen weiterhin auf die Vorzüglichkeit der Rapskultur in der Fruchtfolge setzen.“

2. Fallende Rapspreise und Herausforderungen bei der Schädlingsbekämpfung schränken einige Rapsbauer ein.

Wie bereits oben aufgeführt, wollen 12% der Landwirte ihre Rapsanbauflächen einschränken.

19% der Befragten sehen sich aufgrund der fallenden Rapspreise in ihrer Tätigkeit die Flächen weiter auszuweiten, gebremst. Wiederum 12% geben Probleme bei der Schädlingsbekämpfung als Grund für die Einschränkung an.

3. Rapsanbauer gehen mit dem Wegfall neonicotinoidhaltiger Beizmittel unterschiedlich um.

Die Befragten bevorzugen folgende Strategien hierbei:

  • 60% setzten auf Insektizidspritzungen im Herbst
  • 27% erhöhten vorsorglich die Saatstärke
  • 20% säten später aus

4. Landwirte setzen auf DuPont Pioneer Problemlösungen – zur Freude des Herstellers.

Dem Raps-Barometer zufolge, verfügen 61% der befragten Rapsanbauer über Anbauerfahrungen mit Maximus-Halbwerghybriden. Und so wie es aussieht, sind 65% der Nutzer von den Vorteilen dieser Innovation überzeugt.

Des Weiteren haben 25% der Befragten bereits erste Anbauerfahrungen mit dem Clearfield-Produktionssystem gesammelt. Die Vorteile des flexiblen Unkrautmanagements liegen insbesondere bei der Bekämpfung von Problemunkräutern und Durchwuchsraps.

5. Vier Unkräuter bereiten den Rapsanbauern Probleme.

Die 513 Befragten nannten folgende 4 Problemunkräuter: Kamille 45%, Storchschnabel 39%, Klettenlabkraut 34% und Raukearten 31%.

6. Kolhernie bereitet nur Wenigen Probleme.

Lediglich 8% der Rapsanbauer klagen über Probleme mit der Fruchtfolgekrankheit Kohlhernie. So wie es aussieht, sind 20% der Rapsflächen betroffen – was ganz schön viel „kranke Fläche“ repräsentiert.

Rund 3% der Befragten setzen auf kohlhernieresistente Sorten. Im Raps-Barometer werden dabei die DuPont Pioneer Rapshybride der Marke Protector (PT 235 und PT 242) genannt.

7. Die mit Raps bewirtschaftete Fläche liegt im Durchschnitt bei 47 ha.

Knapp 25% der Befragten baut Raps auf einer Fläche von 6 bis 10 Hektar an.

Ein paar Hintergrundinformationen zum Raps-Barometer

Die Befragung wird während der Rapsfeldtage von DuPont Pioneer durchgeführt. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt bei 50 Jahren.

Der Raps-Barometer vermittelt Trends und Meinungen von 513 Rapsanbauern und sollte laut Saatguthersteller deshalb nicht als repräsentative Umfrage verstanden werden.

Ihre Meinung

Sind solche Befragungen hilfreich oder nicht?

Das fragen wir uns wohl bei jeder Statistik. Wie aussagekräftig diese Zahlen sind oder nicht, das mag ich nicht beurteilen. Wichtig ist, dass wir Zugang zu derart Befragungen haben, denn der eine oder andere Trend lässt sich daraus recht gut ablesen.

Unkräuter, Kohlhernie, Wegfall neonicotinoidhaltiger Beizmittel – Können Sie die Erkenntnisse aus dem Raps-Barometer nachvollziehen?

 

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 01