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News - Zuckermarkt Regionale Lebensmittel

NEWS: HofladenBOX, Zuckermarkt, Getreidepreise-Rallye

Der einst florierende Zuckermarkt sorgt in den letzten Monaten/Jahren immer wieder für negative Schlagzeilen. Die beiden deutschen Zuckergiganten Südzucker und Nordzucker leiden gewaltig und damit einhergehend auch die Rübenbauern. Kein einfaches Geschäft derzeit.

Blicken wir zuerst auf den ‚kleinen Bruder‘ aus dem Norden. Hier liegen die Verluste im zweistelligen Bereich.

Nordzucker hat das Geschäftsjahr 2018/2019 (per 28. Februar) mit einem Minus von 18% beendet. Der Konzernumsatz betrug 1,35 Mrd. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich auf minus 58 Mio. EUR; das entspricht einem Verlust von über 200 Mio. EUR (VJ 154 Mio. EUR).

Aufgrund der extremen Marktsituation schließt Nordzucker das Geschäftsjahr mit einem Jahresfehlbetrag von -36 Millionen Euro (Vorjahr: +118 Mio. Euro).

Gründe für diesen herben Verlust:

  • Ende der Quotenregelung
  • damit einhergehend eine Überproduktion in der EU und auf dem Weltmarkt
  • niedrige Preise
  • Zahlungen für den Rübenanbau in der EU
  • Produktionsausweitung durch staatliche Subventionen (z.B. Indien, Thailand)

So wie es aussieht, werden in diesem Jahr keine Dividende ausgeschüttet. Die Finanzlage von Nordzucker bleibt stabil mit einer Eigenkapitalquote in Höhe von 66% (unverändert zum Vorjahr).

Die Aussichten für das Geschäftsjahr 2019/20 sind ebenfalls getrübt. Nordzucker geht aufgrund der niedrigen Preise von einem Verlust aus. Der Fokus des Konzerns bleibt weiterhin die Zuckergewinnung aus Rübe und Rohr. Das Kerngeschäft bleibt in der EU.

Zuckermarkt im Umbruch – Auch der europäische Gigant tut sich schwer

Ein offener Zuckermarkt in der EU und das nach 50 Jahren Quotenregelung ist kein ‚Zuckerschlecken‘.

Genau das verspürt auch der Zuckergigant Südzucker. Europas größter Zuckerhersteller hat trotz Restrukturierung Einbuße hinnehmen müssen. Der Konzern beendete das Geschäftsjahr 2019/20 mit einem Minus von 3,3%. Der Umsatz belief sich auf 6,75 Mrd. EUR. Im Segment Zucker sank der Umsatz um 14,2% auf 2.588 Mio. EUR (VJ 3.017); das entspricht einem Verlust im dreistelligen Millionenbereich.

Das operative Ergebnis fiel von 445 Mio. EUR auf 27 Mio. EUR. Es soll eine Dividendenauszahlung in Höhe von 0,20 EUR je Aktie erfolgen. Letztes Jahr lag diese bei 0,45 EUR je Aktie.

Gründe für die schlechte Performance:

  • trockenheitsbedingt schlechte Ernte in 2018
  • geringere Erzeugungs-, Absatz- und Exportmengen
  • erhöhte Produktionskosten

Kein Werksverkauf in Frankreich – Standorte Cagny und Eppeville bleiben in Südzucker-Regie

Die französischen Bauern haben sich zusammengetan und wollten die beiden von der Stilllegung betroffenen Werke Cagny und Eppeville retten. Dafür unterbreiteten sie der Südzucker-Tochter Saint Louis Sucre ein Angebot in Höhe von 30 Mio. EUR.

Jetzt kam die Antwort aus der Zentrale: es sollen die Überkapazitäten abgebaut werden, denn Frankreich produziert doppelt so viel wie es verbraucht.

„Wir beenden die Zuckerproduktion nicht, um sie anderen Akteuren anzubieten, sondern um Überschusskapazitäten vom Markt zu nehmen.“

– Dr. Wolfgang Heer, Vorstandsvorsitzender der Südzucker AG [Mannheim, 23.05.2019 Pressemeldung Südzucker]

Das Geschäft bleibt demnach auch weiterhin in den Händen von Südzucker. In den kommenden Wochen wird Saint Loius Sucre den Rübenanbauern die Vertragsvorschläge für die kommenden Jahre vorstellen.

Quellen: Nordzucker, Südzucker, Saint Louis Sucre

Ernte Hoch, Preise auch hoch

Eine Seltenheit und trotzdem Realität: trotz hoher Ernteprognosen erleben wir derzeit einen Anstieg der Getreidepreise in Europa.

Woran liegt das? Wieso folgen wir auf dem alten Kontinent der Getreidepreise-Rallye aus den USA?

Kurz zusammengefasst: Schuld daran ist die Verknappung des globalen Angebots.

Die Ursache hierfür wiederum liegt größtenteils an den erwarteten Ernteausfällen in den USA. Kann die USA nicht mehr soviel produzieren wie geplant, dann profitieren die Europäer u.a. auch durch bessere Absatzmöglichkeiten sowie höhere Preise.

Was könnte diese Rallye zum kippen bringen?

  • Die Anbau- und Produktionseinbußen in den USA fallen weniger schlecht aus als befürchtet.
  • Der anhaltende Handelskrieg zwischen den USA und China.
  • Hohe Ernteprognosen vom Schwarzen Meer.
  • Hohe Lagerbestände.

Landwirte, liebe Kollegen aufgepasst:

Es empfiehlt sich die höheren Preise für einen Teil der neuen Ernte abzusichern.

Ein paar aktuelle Zahlen bzw. Prognosen im Überblick:

  • Die europäische Getreideernte inkl. Mais wird auf 311,4 Mio. Tonnen geschätzt. Das sind 7% mehr als im Vorjahr und damit die größte Getreideernte seit 2015 (328 Mio. Tonnen). Bei den End-Beständen und beim Export wird mit einem deutlichen Plus gerechnet.
  • Die europäische Weizenernte soll bei 143,8 Mio. Tonnen liegen. Das sind 12% mehr als im Vorjahr. Die Endbestände sollen um 4,6 Mio. Tonnen wachsen.
  • Die europäische Gerstenernte (Winter- plus Sommergerste) soll bei 60,7 Mio. Tonnen liegen. Das sind 5 Mio. Tonnen mehr als im Vorjahr. Die Gerstenexporte sollen sich auf 8,8 Mio. Tonnen belaufen. Die Endbestände sollen auf 8,3 Mio. Tonnen steigen.

Quelle: Europäische Kommission, Juni-Prognose

Trend erkannt und angewandt – HofladenBOX bietet regionale Lebensmittel per Knopfdurck

Wir kaufen längst nicht nur Offline im Supermarkt oder beim Bauer ein, sondern auch Online. Deshalb boomen ja die etlichen eCommerce-Plattformen. Die bekanntesten davon sind die beiden Giganten Amazon und Alibaba (China).

Wer eCommerce mit Regionalität, Bio und Nachhaltigkeit kombiniert hat den Erfolg fast schon in der Tasche.

Und genau das haben zwei berufstätige Mütter aus dem Landkreis Fürth (Franken) mit ihrer Firma HofladenBOX auf die Beine gestellt. Birgit Wegner und Mareike Schalk haben diese Marktlücke rechtzeitig erkannt. Wie es zur Gründung kam, erfahrt Ihr in dem nachfolgenden Videobeitrag.

Quelle: BR Unser Land, YouTube

Das ganze funktioniert recht simpel.

  1. BEQUEM: Kunde geht auf die Webseite von HofladenBOX und bestellt die gewünschten regionalen Lebensmitteln im Online-Shop.
  2. REGIONALITÄT: Landwirte aus der Region bringen ihre frische Ware zur Verpackungsstation.
  3. In der Scheune werden anschließend die individuellen Hofladen-Boxen gepackt.
  4. Lieferungen erfolgen zur Abholstation oder zum Kunden direkt nach Hause (regional begrenzt).
  5. NACHHALTIG: Jeder Karton trägt die Aufschrift „Bring mich zurück“, da diese wiederverwendet werden. Selbstverständlich kann man auch die Glasbehälter (Joghurt, Milch) zurückbringen, weil diese ebenso wieder eingesetzt bzw. befüllt werden können.

Man braucht kein Genie sein, um ein tolles Konzept auf die Beine zu stellen. Man muss Probleme erkennen und diese aktiv anpacken. Je mehr Probleme man löst und je mehr Menschen man hilft, umso besser läuft das Geschäft.

Getreide Top, Zuckermarkt Flop

Es wid ein schweres Jahr für die Rübenbauer, mal wieder. Seit dem Wegfall der Quote hat sich tatsächlich sehr viel verändert. So ist es nunmal in einer ‚freien‘, globalen Marktwirtschaft und jammern bringt uns eh nicht weiter.

Erholt sich der Zuckermarkt – was glaubt Ihr? Habt Ihr einen Teil Eurer neuen Getreideernte zu den aktuellen Preiskonditionen gesichert oder glaubt Ihr wird der Preis noch weiter steigen?

Zucker-Fiasko Preisverfall

Zucker-Fiasko: Preise fallen weiter, Jobs gehen verloren

Raus aus dem Zucker-Fiasko – nur wie? Die Zuckerpreise scheinen keine Grenze nach unten zu kennen. Der Binnenmarkt steht massiv unter Druck. Nordzucker will Sach- und Personalkosten reduzieren; Menschen verlieren ihre Jobs. Investitionen erfolgen außerhalb Europas.

Die Lage auf dem europäischen Zuckermarkt ist desaströs. So wie es derzeit aussieht, gibt es nur einen Gewinner, nämlich den Konsumenten.

Die Zucker-Akteure und Ihre Probleme im Einzelnen:

  • Rübenbauer: Die Dürre hat die Zuckerrübe auch nicht verschont. Die Rüben sind vielerorts sehr klein geworden und die Ernte war schwierig.
  • Konzerne / Industrie: Die beiden Zucker-Giganten Nordzucker und Südzucker stehen stark unter Druck. Beide Produzenten verzeichneten ein zweistelliges Minus im operativem Geschäft. Das hat bittere Konsequenzen: jetzt werden Stellen abgebaut. Investitionen erfolgen außerhalb des europäischen Kontinents.

Beide „Parteien“ kämpfen mit der gleichen Problematik:

Niedrige Zuckerpreise + einen mit Zucker überversorgten europäischen Markt

Zucker-Fiasko am Londoner Terminmarkt

Ein Blick auf die von der EU-Kommission veröffentlichten aktuellen Zahlen verdeutlicht das oben beschriebene. Im Oktober 2018 beliefen sich die Preise auf 320 EUR je Tonne. Ein historischer Tiefstand.

Damit kostete das Weißzucker 27 EUR/Tonne weniger als im September 2018 und ganze 100 EUR/Tonne weniger als im Vorjahr. Große Anbauländer wie Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien kämpften sogar mit Preisen von 307 EUR je Tonne.

Nach der kurzen Erholung im November rappelte es erneut auf dem Londoner Terminmarkt für Zucker. Die Preise gingen um mehr als 10% auf 340 USD/Tonne (ca. 299 EUR/Tonne) zurück. Wichtig hierbei auch die Anmerkung, dass die Weltmarktpreise für Rohrzucker  gesunken sind. Dies wirkte sich ebenfalls negativ auf die Zuckerpreise in Europa aus.

Der europäische Terminmarkt in London bleibt weiterhin pessimistisch. Von einer Preiserholung ist nicht die Rede. Die neue Ernte 2019 notiert mit 357 USD/Tonne (ca. 315 EUR/Tonne) und damit weniger als der Märzkontrakt.

Und wie sieht’s an der Börse in New York aus?

Nicht viel anders.

Die Weltmarktpreise für Rohrzucker sind seit Mitte Oktober um 10% zurückgegangen. Der Trend zeigt auch hier weiterhin nach unten. Eine Korrektur ist derzeit nicht in Sicht.

Was bedeutet das für die Rübenbauer?

Als Rübenbauer (ich gehöre nämlich auch dazu) stecken wir in einer Zweckmühle.

Je nachdem wie wir die Verträge abgeschlossen haben (kurz/ langfristig), wirkt sich dieser Preisverfall früher oder später auch auf uns aus. Die Bezahlung wird dann mager ausfallen.

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (kurz BLE) schätzt die Rübenpreise für die aktuelle Saison auf ca. 26 EUR/Tonne. Das sind 3 EUR/Tonne weniger als das Jahresniveau.

Folgendes gilt es noch zu berücksichtigen:

  • Dürrebedingt ist die Ernte kleiner ausgefallen.
  • Die EU-Kommission schätzt die aktuelle Rübenernte auf 126,2 Mio. Tonnen (die Zahl wurde um 12% nach unten korrigiert). Die Zuckererzeugung wird auf 18,6 Mio. Tonnen geschätzt (2,5 Mio. Tonnen weniger als im Vorjahr).
  • Die verfügbare Zuckermenge übersteigt trotzdem den Bedarf (siehe weiter fallende Zuckerpreise).
  • Der innereuropäische Verbrauch liegt bei 18,5 Mio. Tonnen.
  • Die niedrigen Weltmarktpreise wirken sich negativ auf europäische Exporte aus.

Führt diese Situation dazu, dass die Anbauflächen für Zuckerrüben zurückgehen werden?

Zur Zeit geht die EU-Kommission von einem moderaten Rückgang aus.

Ob das so bleibt, muss abgewartet werden. Die gravierenden Probleme in der europäischen Zuckerwirtschaft deuten eher auf einen weiteren Rückgang der Anbauflächen für Zuckerrüben.

Quellen: Europäische Kommission, BLE, Telebörse.de

Quelle: Bayerischer Rundfunk, YouTube

Das Chaos nach der Quotenregelung ist perfekt

Vor einem Jahr, im Oktober 2017 hieß es „goodbye Quotenregelung“.

Seitdem herrscht Chaos auf dem europäischen Zuckermarkt. Die Preise sind im freien Fall. Die Industrie muss Stellen abbauen und Landwirte überlegen ihre Anbauflächen anders zu verteilen.

Auf Seiten der Industrie setzt Nordzucker ein klares Signal. Die Kosten in der Verwaltung müssen reduziert und Investitionen anderswo getätigt werden. Immerhin verzeichnen die Braunschweiger in diesem Jahr einen operativen Verlust von 40 Mio. EUR und auch nächstes Jahr werden die Ergebnisse voraussichtlich negativ ausfallen.

Ganz konkret heisst es:

  • Reduzierung der Sach- und Personalkosten um jeweils 20 Mio. EUR.
  • Investitionen in die Rohrzuckerproduktion außerhalb Europas wie z.B. Australien.

Wie geht’s weiter?

Sollen wir bei der Rübe bleiben oder unsere Anbauflächen lieber mit etwas anderem belegen? Ist denn Getreide so viel besser? Welche anderen Alternativen stehen uns zur Verfügung?

Diese und weitere Fragen gehen derzeit ganz vielen Rübenbauern durch den Kopf.

Klar hilft uns das tolle Ergebnis aus 2017 den Schlamassel aus diesem Jahr irgendwie zu überleben. Aber „Hoffnung“ und auf gute alte Zeiten zurückgreifen ist keine clevere Strategie. Überlegen ist angesagt. Gespräche mit Gleichgesinnten ist sicherlich etwas hilfreiches. Die endgültige Entscheidung liegt dann sowieso bei jedem Einzelnen von uns.

Raus aus dem Zucker-Fiasko: Welche Ideen und Überlegungen gehen Euch da durch den Kopf?

Zucker-Giganten leiden unter Preissturz

Zucker-Giganten kämpfen mit dem dramatischen Preissturz bei Zucker

Die beiden Zucker-Giganten Nordzucker und Südzucker kämpfen mit rückläufigen Umsätzen. Die Ursache liegt an dem starken Rückgang der Zuckerpreise am Weltmarkt und am europäischen Binnenmarkt.

Seit dem Ende der Quotenregelung im Oktober 2017 ist nichts mehr wie es war. Der EU-Zuckerpreis soll laut Nordzucker um mehr als 120 EUR pro Tonne gesunken sein. Trotz höheren Absatz- und Exportmengen konnte der massive Preisrückgang nicht aufgehoben werden.

Tauchen wir doch ein bisschen in die Zahlen der jeweiligen Zucker-Giganten ein. Los geht’s mit den Kollegen aus Braunschweig.

Nordzucker AG meldet zweistelligen Umsatzeinbruch

Die ersten drei Monate des Geschäftsjahres 2018/19 sind für den Braunschweiger Konzern alles andere als rosig. Der Umsatz ist um 18% auf 343 Mio. EUR gesunken (Zeitraum März – Mai 2018). In der Vorjahresperiode lag der Umsatz bei 418 Mio. EUR.

Der Periodenüberschuss betrug 3,4 Mio. EUR. In der Vergleichsperiode von 2017 lag dieser bei 41,5 Mio. EUR. Ein dramatischer Gewinneinbruch.

Die Ursachen für das schlechte Ergebnis:

  • Deregulierung des Marktes
  • Einbruch der Zuckerpreise
  • Trotz erhöhtem Absatz konnte der Umsatzrückgang nicht kompensiert werden

Das Geschäft mit Bioethanol und Futtermitteln ist hingegen weitgehend stabil geblieben. Das lag vornehmlich daran, dass die Herstellungskosten um 7,2% unter dem Niveau der Vorjahresperiode gesunken sind. Einerseits wurde weniger Zucker eingesetzt und andererseits gab es einen Rückgang bei den Rübenkosten. Im Gegenzug stiegen die Vertriebskosten aufgrund höheren Mieten, Pachten und Fremdlagerkosten nur geringfügig.

Ziel des Konzerns für das aktuelle Geschäftsjahr 2018/19:

Verlust vermeiden.

Kostendeckend bei den aktuellen Preisen zu produzieren sei eine Utopie. Das weiss auch Nordzucker. Gleichzeitig bleibt die Hoffnung groß, dass die Niedrigpreisphase kein Dauerzustand bleiben wird.

Der Konzern erwartet eine Marktkonsolidierung und ist dafür gut aufgestellt.

Quelle: Q1-Zwischenbericht von Nordzucker

Für alle die näher wissen wollen, wie das mit der Rübenernte bis hin zum verpackten weißen Pulver, dem Zucker, so wirklich abläuft, anbei ein interessanter Beitrag von NDR in Kooperation mit Nordzucker.

Quelle: NDR Documentaries, YouTube

Südzucker erwartet ein schwaches Wirtschaftsjahr bei Zucker

Beide Zucker-Giganten leiden. Und so kommt es, dass die Mannheimer in punkto Umsatz zwar besser da stehen, jedoch genauso trüb auf den dramatischen Preissturz bei Zucker blicken.

Wie sieht’s denn ganz konkret bei den Mannheimern aus?

Der Konzernumsatz belief sich auf 1.741 Mio. EUR, leicht unter dem Vorjahresniveau (1.783 Mio. EUR).

Das operative Konzernergebnis verringerte sich um 50%, von 153 Mio. EUR im letzten Geschäftsjahr zu aktuell 78 Mio. EUR. Grund dafür war die schlechte Performance der beiden Bereiche Zucker und CropEnergies.

1. Segment Zucker

Trotz höheren Exportmengen sank der Umsatz um 11% auf 695 Mio. EUR (im Vorjahr: 777 Mio. EUR). Das operative Ergebnis brach dramatisch ein. Dieser lag im Berichtszeitraum bei lediglich 8 Mio. EUR. Im Vorjahr waren es noch 64 Mio. EUR.

An der Rübenanbaufläche der Südzucker-Gruppe gab es keine großen Veränderungen. Diese liegt mit 435.800 Hektar auf Vorjahresniveau (445.000 ha). Aufgrund der milden Temperaturen begann die Aussat Anfang April; zwar spät aber die Bedingungen waren recht gut.

2. Segment CropEnergies

Die niedrigen Ethanolpreise haben zu einem Umsatzeinbruch im Segment CropEnergies von 214 Mio. EUR (Vorjahr) auf 176 Mio. EUR geführt. Dadurch verringerte sich auch das operative Ergebnis auf 5 Mio. EUR; im Vorjahr waren es noch 23 Mio. EUR.

3. Segment Spezialitäten

Ganz anders sieht es im Bereich Spezialitäten aus, wo der Umsatz auf 558 Mio. EUR gesteigert werden konnte (im Vorjahr: 481 Mio. EUR). Die positive Entwicklung basiert auf den Umsätzen des Tiefkühlpizzaherstellers Richelieu Foods Inc. und HASA GmbH, die im Vorjahr nicht enthalten waren.

4. Segment Frucht

Stagnation im Segment Frucht: die Umsätze lagen mit 312 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 1 Mio. EUR und lag bei insgesamt 26 Mio. EUR.

Die Erwartungen für das aktuelle Geschäftsjahr 2018/19 sind auch bei Südzucker zurückhaltend. Die Mannheimer erwarten ein Konzernumsatz von 6,8 bis 7,1 Mrd. EUR – quasi eine Stagnation; im Vorjahr lag der Umsatz bei 7 Mrd. EUR.

Die Prognosen für die beiden Segmente Zucker und CropEnergies fallen negativ aus. Die Rückgänge sollen teilweise durch die Bereiche Spezialitäten und Frucht aufgefangen werden.

Quelle: Quartalsergebnis von Südzucker

Agrarfreihandel trotz Brexit

Nachdem die britische Königin ihren „Segen“ gegeben hat, kann ja dem Brexit nichts mehr im Wege stehen. Ende März 2019 verlassen die Briten die EU.

Das Chaos ist groß. So richtig steht nichts fest; keiner weiß wie alles ab April nächsten Jahres weiter geht. Bürger warten ab. Firmen und Banken warten ab. Die Politik scheint auch zu warten. Mal schauen was aus diesem Warten wird…

Die britische Regierung rundum Premierministerin Theresa May hat erste Vorstellungen.

Sie möchten auch nach dem Brexit Agrarprodukte und Lebensmittel mit der EU frei handeln. Dem Londoner „White Paper“ zufolge, soll im Rahmen einer wirtschaftlichen Partnerschaft mit der EU das bisherige Regelwerk weitgehend beibehalten werden.

Für Großbritannien sollen WTO-Regeln maßgeblich sein (WTO = Welthandelsorganisation).

  • GAP soll durch eigene Subventionsmaßnahmen ersetzt werden
  • Für den Handel mit der EU soll ein neues, vereinfachtes Zollsystem eingeführt werden
  • Zolltarife auf Waren aus dem „Rest der Welt“ will Großbritannien zukünftig selbst bestimmen

Alles Zucker oder was? Zucker-Giganten bleibt die Hoffnung

So wie es aussieht, haben Brexit und die Zucker-Branche eins gemeinsam: Hoffnung auf bessere Zeiten.

Seit dem Wegfall der Quotenregelung von Zucker, scheinen die Preise in einer Abwärtsspirale hängen geblieben zu sein. Es heißt, mit dem Weltmarkt zu konkurrieren; Nachfrage und Angebot regelt das schon.

Für Nordzucker und Südzucker keine schönen Aussichten. Keine EU-Quoten, keine Mindestpreise für Quotenrüben und keine Produktionsabgaben. So lebt es sich in der freien Marktwirtschaft.

Dass es nicht einfach ist, zeigen die Zahlen der beiden Konzerne. Die Sorgen sind groß, die Hoffnung, dass sich der Markt konsolidiert und die Preise sich bald wieder erholen werden, noch größer. Wir werden sehen.

Halten das die beiden Zucker-Giganten aus Deutschland aus oder wird diese Situation zu Jobverlusten führen?

agrarbetrieb-zucker-zuckerrübe

Neue Herausforderungen für Erzeuger von Zucker

2017 wird ein bedeutendes Jahr für die Erzeugung von Zucker werden: die Rahmenbedingungen im Zuckersektor werden sich erheblich ändern.

Denn zum 30. September 2017 läuft die Quotenregelung für Zucker als auch für Isoglucose aus.

Nach dem Wegfall der Milchquote war der Zuckersektor noch der letzte Markt, in welchen die Europäische Agrarpolitik direkt eingegriffen hat.

Mit dem Auslauf der Quote werden sich die marktpolitischen Rahmenbedingungen im Zuckersektor nun aber ebenfalls stark verändern:

Keine EU-Quoten für Zucker, keine Mindestpreise für Quotenrüben, keine Produktionsabgaben.

Was bedeudet dies für die Erzeuger von Zucker?

Auf jeden Fall wird die Erzeugung von Zucker in der EU ohne Quoten viele Herausforderungen mit sich bringen.

Es kann damit gerechnet werden, dass sich der Wettbewerb verschärfen und die Konzentration der Marktteilnehmer zunehmen wird.

Der Wegfall der Quote wird zu größeren Schwankungen hinsichtlich der Preise und der Angebotsmengen führen.

Waren seit 1968 die Produktionsmengen und Absatzpreise vorgegeben, werden zukünftig vielen Faktoren das Angebot und die Nachfrage, und damit die Preise bestimmen. 

Zwei wesentliche Faktoren werden der Zuckerpreis am Weltmarkt sowie die Kosten für Getreide, aus welchem das Konkurrenzprodukt Isoglukose hergestellt wird, sein.

Der Zuckersektor wird sich an Unsicherheiten gewöhnen müssen.

„Wir sehen Chancen, aber machen uns auch Sorgen“, sagt Fred Zeller, Geschäftsführer des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer.

Die Zuckerbranche steht vor großen Herausforderungen, die jedoch auch jede Menge Chancen mit sich bringen.

Die neue Agrarpolitik sieht verpflichtende Branchenvereinbarungen zwischen den Anbauern und den Erzeugern von Zucker vor, die die Bedingungen für den Kauf bis hin zu Lieferung einschließen.

Die Verträge und Preismodelle für das kommende Jahr wurden von den Marktteilnehmern soweit bereits angepasst. Die Verträge zwischen den Rübenanbauern und den Abnehmern sind größtenteils unter Dach und Fach.

Der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ) meldet, dass norddeutsche Rübenanbauer im kommenden Jahr ihre Anbauflächen erweitern möchten. Zudem gibt es viele Neuinteressenten, die in den Anbau von Zuckerrüben einsteigen werden.

Dies zeigt, dass neue Absatzchancen für den Markt mit dem Wegfall der Zuckerquote erwartet werden.

Mit dem derzeitigen Anbauvolumen von Zuckerrüben kann der Konsum von Zucker in der EU nicht gedeckt werden, weshalb zum Beispiel Rohrzucker aus Übersee importiert wird.

Der Wegfall der Quote könnte zu einer Verringerung der Zuckerimporte führen, wenn in Europa selbst mehr Zuckerrüben angebaut werden können. So zumindest die Hoffnung.

Die Zunahme der Rübenanbauer ist auch ein Anzeichen für die steigende Konkurrenz im Rübenbau.

Bei dem derzeitigen Niveau des Zuckerpreises ist nicht wirklich damit zu rechnen, dass außereuropäische Anbieter auf dem geöffneten Markt ebenfalls für Konkurrenz sorgen werden. 

Allerdings wurden Befürchtungen wach, dass die Abnehmer von Zuckerrüben etwa die Preise drücken könnten. Die Anbauer nach dem Wegfall der Quote somit im Nachteil wären.

Mit der Verschärfung der Wettbewerbsbedingungen ist aber wohl eher damit zu rechnen, dass alle Marktteilnehmer, also Rübenanbauer, die Zuckerfabriken bis hin zu den Zuckerverwendern enger zusammenarbeiten werden müssen.

Wie sieht denn so eine Produktskette aus?  …

Zucker – Von der Rübe bis zur Verpackung

Quelle: NDR Documentaries

Ganz schön spannend, oder?

Die Zuckerrübe – eine moderne Erfolgsgeschichte

Wusstet Ihr eigentlich, dass der Zucker in der Rübe 1747 von Andreas Sigismund Marggraf entdeckt wurde?

Das wir den Zucker heute industriell gewinnen können, verdanken wir einem gewissen Franz Carl Achard, der den Prozess 1801 entwickelte.

Wenn man bedingt, dass seit dem Altertum fast nur Honig als Süssungsmittel genutzt wurde, ist die Zuckerrübe wirklich eine moderne Erfolgsgeschichte.

Die größte Herausforderung war der niedrige Zuckergehalt bei einem großen Arbeitsaufwand. Aber hier zeigt sich, was in der Landwirtschaft nicht alles möglich ist:

Langjährige Züchtung hat den Zuckergehalt der Rübe auf bis zu 20 Prozent erhöht und die Arbeitskraftstunden (AKh) pro Hektar von 600 auf unter 20 reduziert!

Die Zuckerrübe wird auch längst nicht mehr nur für die Gewinnung von Zucker im Haushalt produziert: ob in der Futtermittelindustrie, für Arzneimittel, als Rohstoff für Ethanolprodukte oder für chemische und synthetische Stoffe, die Einsatzmöglichkeiten sind ungemein vielfältig.

Und derzeit steigt die Bedeutung der Zuckerrübe als Substrat für Biogasanlagen. Die Zuckerrübe ist unter den Feldfrüchten die Frucht mit den höchsten Energieertrag pro Hektar.

Der Vorteil von Zuckerrüben liegt zum einen in den optimierten Gärprozessen: Saccharose in Reinform kann von den Bakterien leicht umgesetzt werden. Die Zuckerrübe verweilt mit weniger als 15 Tagen nur sehr kurz in den Fermentern.

Ausserdem kann sie für eine Auflockerung in den Biogasfruchtfolgen sorgen, dem Mais quasi mal eine Pause verschaffen.

Herausforderungen und Chancen – wie seht Ihr an Entwicklung in den kommenden Jahren im Rübenanbau?

 

Rübenkampagne 2014 Rekorderträge in Europa

Rübenkampagne 2014/15: Rekorderträge in Europa

Die Rübenkampagne 2014/15 geht als Rekordernte in die Geschichtsbücher ein. Europa jubelt über die Top-Erträge. Der enorme Zuckerüberschuss hat jedoch auch seine Nachteile. Hierzu gleich mehr.

Die Top 9 Rübenländern Europas wissen nicht wohin mit den Erträgen und sehen sich gezwungen die Notbremse Flächenreduktion zu ziehen. Zwei Länder haben sogar die magische Grenze von 15 Tonnen je Hektar überschritten. Deutschland nimmt den ehrenhaften dritten Platz ein und realisiert den größten Sprung zum Vorjahr.

Rübenkampagne 2014: Ernte gut, alles gut

Ergebnisse der Top 9 Rüben-Länder in Europa

Das nachfolgende Ranking stammt aus einer aktuellen LIZ-Pressemeldung:

1. Schweiz: Den ersten Platz belegt die Schweiz mit 15,6 t/ha. Der Zuwachs war zweistellig und betrug 27,9%. In 2013 erntete die Schweiz lediglich 12,2 t/ha.

2. Niederlande: Das zweite Land was die magische Grenze von 15 t/ha überschreitet sind die Niederlande. Mit 15,1 t/ha und einem Wachstum von 14,4% sichern sich unsere Nachbarn den zweiten Platz.

3. Deutschland: Eine tolle Rübenkampagne ist auch hierzulande zu Ende gegangen. In dem europäischen Ranking haben wir uns mit 14,8 t/ha und einem enormen Wachstum von 35,8% super geschlagen und somit die Bronzemedaille gesichert.

Exkurs: Rübenkampagne ist eine große Herausforderung für Nordzucker

Die Nordzucker AG steht vor einer großen Herausforderung. Die Rübenkampagne 2014/15 war viel besser als erwartet:

„Gegenüber der ursprünglichen Planung kamen mehr als eine Million Tonnen Rüben zusätzlich in unsere Werke. Das stellte vor allem unsere Kollegen vor Ort, die gesamte Logistik und die Anlagen in den Fabriken vor große Aufgaben, die exzellent gemeistert wurden“, fasst Produktionsvorstand Axel Aumüller diese außergewöhnliche Kampagne zusammen.

Insgesamt verarbeitete Nordzucker europaweit rund 18,3 Millionen Tonnen Zuckerrüben. Das Jahr zuvor waren es 15 Millionen Tonnen.

Die hohen Zuckermengen und die weltweiten Preiskämpfe führen dazu, dass Konzerne und Rübenbauern dieses Jahr enger zusammenrücken müssen, um den „Druck aus dem Markt zu nehmen“. Das bedeutet wiederum eine Einschränkung der Anbauflächen.

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 05

4. Belgien: Den vierten Platz im EU-Ranking sichert sich Belgien mit 14,7 t/ha und einem Wachstum von 8,1% gegenüber der Rübenkampagne in 2013.

5. Frankreich: Den mittleren Platz im Top 9-Ranking sichert sich Frankreich mit 14,5 t/ha. In 2013 lag die Rübenernte bei 13,4 t/ha. Das entspricht einem Wachstum von 8,2%; ähnlich wie die Rübenbauern in Belgien.

6. Dänemark: Der sechste Platz geht an Dänemark mit 14,2 t/ha und einem Zuwachs von 10,9%.

7. Österreich: Unsere Nachbarn im Süden sichern sich den siebten Platz mit 13,8 t/ha. Auch in Österreich ging es zweistellig (23,2%) nach oben. Die Rübenernte in 2013 betrug 11,2 t/ha.

8. Schweden: Der achte Platz geht an Schweden mit 12,2 t/ha. Das Vorjahresergebnis wurde mit 8% übetroffen.

9. Polen: Der neunte Platz geht an Polen mit 11,7 t/ha und einem Wachstum von 9,3% gegenüber 2013.

Die Kehrseite einer Top Rübenkampagne

Tolle Rübenerträge auf der einen Seite, niedrige Zuckerpreise und Kapazitätsprobleme auf der anderen. Die Konsequenz: Flächenreduktion.

Gemäß Informationsdienst Zuckerrübe LIZ wird in Polen von einer Flächenreduktion von mindestens 5% ausgegangen. In Schweden soll die Prozentzahl deutlich höher sein – die Rede ist von bis zu 30% Flächenreduktion.

Kommt es zur dramatischen Flächenreduktion?

Was glauben Sie? 

Erwartet uns nach dieser grandiosen Rübenkampagne eine drastische Reduktion der Anbauflächen? Ist das die vernünftigste Lösung oder sehen Sie auch andere pragmatische Modelle die angewandt werden könnten?

 

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 01