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Foodfunding Crowdfunding Lieblingslebensmittel - Agrarbetrieb

Foodfunding: Investieren Sie in Ihre Lieblingslebensmittel

Schonmal von Foodfunding gehört? Was ist das eigentlich?

Der eine oder andere mag sicherlich schon den Begriff Crowdfunding oder Schwarmfinanzierung gehört haben. Jeder der meint eine tolle Idee zu haben, kann diese auf Crowdfunding-Plattformen wie z.B. Kickstarter oder Indiegogo (die zwei weltweit bekanntesten Crowdfunding-Portale) präsentieren und um Finanzierungsunterstützung für das entsprechende Projekt bitten. Als Gegenleistung gibts dann verschiedene Preise, kleine Anteile an der Firma oder eine grössere Lieferung des erworbenen Produkts. Die Optionen sind endlos.

Zu den Crowdfunding-Projekten die weltweit das meiste Geld eingebracht haben, gehören:

  • Star Citizen (Video Game) finanziert via Kickstarter hat mehr als 88 Mio. USD eingebracht
  • Elio Motors (Low-cost Autos) hat mehr als 21 Mio. USD eingebracht
  • Pebble Time (Smartwatch) finanziert via Kickstarter hat mehr als 20 Mio. USD eingebracht

Übertragen wir das oben dargestellte Konzept auf die direkte Förderung von Projekten rundum Lebensmitteln, dann reden wir von Foodfunding.

Was ist Foodfunding?

Die Kollegen von Erzeugerwelt.de die sich auf Foodfunding spezialisiert haben, klären uns auf:

„Unter Foodfunding verstehen wir Crowdfunding (Schwarmfinanzierung) für Lebensmittel oder für die Lebensmittelproduktion.

Dabei stellt ein Erzeuger eine bestimmte Menge bestimmter zu produzierender Lebensmittel oder den Ertrag einer bestimmten Lebensmittelproduktion in Aussicht. Die Erzeuger legen dabei fest, wie teuer die Produktion der Lebensmittel ist und legen dafür einen Preis fest. Sie legen außerdem die Art und Weise der Produktion offen und können weitere Informationen oder Mehrwerte (z.B. Besuche des Hofes oder Mitarbeit beim Ernten, Schlachten, etc.) anbieten. Die Verbraucher können dann Anteile der zur Produktion in Aussicht gestellten Lebensmittel erwerben, indem sie einen Teil des festgelegten Preises bezahlen.“

Ein Beispiel:

Nehmen wir an, dass die Produktion der angebotenen Lebensmittel 1.000 EUR kostet. Wenn Verbraucher Hans-Jürgen 250 EUR investiert, dann erhält er dafür 25% der angebotenen oder produzierten Lebensmittel.

Wer Lust hat tiefer in die Materie einzusteigen und die Hintergründe besser verstehen möchte, der sollte sich unbedingt folgende Slideshare-Präsentation von Erzeugerwelt.de anschauen.

In der kurzen Vorstellung, erfahren Sie u.a. auch wie Foodfunding im Bereich Kartoffelproduktion und Schweinefleisch funktioniert.

Lust auf eine Orangen- oder Mandarinenbaumpatenschaft?

Klingt auf dem ersten Blick vielleicht komisch, aber ja sowas ist tatsächlich möglich.

Der Projektanbieter CitrusRiscus aus Valencia (Spanien) bietet aktuell auf der deutschen Foodfunding-Plattform Erzeugerwelt.de zwei Patenschaften an:

  1. Patenschaft für Orangenbäume der Sorte Navelina
  2. Patenschaft für Mandarinenbäume der Sorte Clemenules

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 05

Das Ganze funktioniert wie folgt:

Als Pate eines Orangen- oder Mandarinenbaumes bezahlt ihr dem Erzeuger CitrusRicus die Bewirtschaftsungskosten der Pflanze (z.B. Kosten für Bewässerung und Pflege) in Höhe von 145€ pro Orangenbaum oder 165€ pro Mandarinenbaum. Im Gegenzug erhaltet ihr die vollständige Ernte des Baumes nach Hause geliefert.

Zusätzlich zu den Orangen bzw. Mandarinen (i.d.R. mindestens 60 kg pro Saison) gibt es noch folgende „Goodies“ für jeden Teilnehmer der das Projekt mitfinanziert:

  • 1 Glas mit 500 g Orangenblütenhonig
  • 1 Glas mit 285 g Mandarinenmarmelade
  • 10% Rabatt auf alle Bestellungen im Onlineshop von CitrusRicus

Was passiert bei einer schlechter Ernte bzw. beim Ernteausfall?

Hierfür bietet CitrusRicus folgende Garantien:

  • Schlechte Ernte: Fällt die Ernte schlechter als 60 kg aus, dann füllt CitrusRicus die Differenz auf die Mindestmenge von 60 kg auf.
  • Ernteausfall: Im Falle eines Ernteausfalls, gibts das Geld zurück.

Wo gibts weitere Informationen?

Wer Interesse an der Kampagne hat und auf der Suche nach weiteren Informationen ist, der sollte sich folgende Webseiten und Social Media Kanäle anschauen:

Webseite des spanischen Herstellers CitrusRicus: www.citrusricus.com

CitrusRicus auf Twitter: https://twitter.com/citrusricus

CitrusRicus auf Facebook: https://www.facebook.com/citrusricus

Die oben aufgeführte Foodfunding-Kampagne finden Sie auf Erzeugerwelt.de im Menüpunkt Foodfunding.

Crowdfunding in der Landwirtschaft

Fakt ist, dass Crowdfunding immer häufiger auch hierzulande für Agrarinvestitionen und verschiedene Landwirtschaftsprojekte genutzt wird.

Wer erinnert sich noch an Landwirt Benjamin aus Buchholz?

Er hat Crowdfunding dafür genutzt, um sein Projekt Milchquelle bzw. Milchautomat zu finanzieren. Eine moderne Milchzapfanlage sollte Menschen rund um die Uhr (24 Std.) mit frischer Hofmilch versorgen.

Crowdfunding kann auch anders erfolgreich eingesetzt werden. So hat Winzerin Sybille Kuntz ihr Projekt Weinberge ebenfalls via Crowdfunding finanziert. Als Gegenleistung für die Anleger gab es „Riesling-Dividende“.

Crowdfunding bzw. Foodfunding sind tolle Marketinginstrumente die Erzeuger (Anbieter) und Verbraucher näher zusammen bringen. Keine Handelsketten wie Aldi, Lidl, Rewe oder Kaufland dazwischen. Alles passiert online auf einer sog. Crowdfunding-Plattform und sie haben die Zügel in der Hand. Das Schlüsselwort ist „Transparenz“ und das spielt für immer mehr Menschen auf dieser Welt eine tragende Rolle.

Was halten Sie von Foodfunding? Wäre das etwas für Ihr Betrieb? Ich freue mich auf Ihr Kommentar.

Crowdfunding Landwirte sammeln Geld im Internet

Crowdfunding: Landwirte sammeln Geld im Internet

Das Geschäftsmodell Crowdfunding ist auch bei uns in der Landwirtschaft kein Fremdwort mehr. Landwirte sammeln über das Internet Geld für neue Agrarprojekte und bieten im Gegenzug Weinkisten, frisches Biogemüse oder andere Naturalien an. Web 3.0 ist auch in unserer Branche angekommen.

Starten wir doch unsere Crowdfunding-Reise mit einer kurzen Begriffserläuterung.

Was bedeutet Crowdfunding?

Bankkredite ade. Im 21. Jahrhundert ist dank des Internets eine neue Finanzierungsalternative geboren. Sie lautet: Crowdfunding.

Crowd – was?

Hier kommt die Erklärung.

Landwirte im Crowdfunding-Fieber

Die Crowdfunding-Plattformen Indiegogo, Kickstarter oder Seedmatch sind ein Onlinebistro nicht nur für Film- und Medienindustrie geworden, sondern inzwischen auch für verschiedene Berufsgruppen aus der Landwirtschaft. Die Schwarmfinanzierung schließt Landmaschinen, Agrarflächen oder einen Hühnerstall nicht aus. Ganz im Gegenteil, je kreativer die Ideen, umso willkommener.

Die eine Partei liefert das Geld, die andere Partei liefert zum Teil Naturalien als Gegenwert. Hauptsache WIN-WIN und alle sind glücklich und zufrieden.

Die Frankfurter Allgemein Zeitung (FAZ) berichtete neulich Folgendes:

Ein Ökobetrieb im schleswig-holsteinischen Schönwalde finanzierte so beispielsweise die Entwicklung zweier neuer landwirtschaftlicher Produktionsgeräte. Je nach gestifteter Summe boten die Bauern den Geldgebern beispielsweise Rezeptsammlungen, Gemüsepakete oder Übernachtungen im Heu an – und nahmen mit ihrer Aktion gut 7400 Euro ein, wie Karsten Wenzlaff vom Institut für Kommunikation in sozialen Medien berichtet.

Wer trägt das Risiko beim Crowdfunding?

Eins vorneweg: das unternehmerische Risiko tragen die Geldgeber!

Deshalb gibt es zumindest momentan für derartige Agrarprojekte nicht das große Geld. Die Finanzierer geben häufig nur einige Euros aus und fokussieren sich anschließend auf andere Projekte.

Das ergibt zwei große Vorteile für die Initiatoren der Crowdfunding-Kampagnen:

  1. Investoren erhalten kaum Mitspracherecht
  2. Beim Scheitern des Projekts kommen sie nicht für die Ausfälle auf

Ein interessantes und mittlerweile insb. in den USA sehr bewährtes Finanzierungskonzept.

Ein weiteres Crowdfunding-Beispiel aus der Landwirtschaft

Ebenfalls aus der FAZ erfahren wir von der Winzerin Sybille Kuntz und ihre innovativen Finanzierungsmethoden bei der Anschaffung neuer Anbauflächen wie z.B. Weinberge. Die Winzerin schwört auf Crowdfunding und sieht sich als Pionierin mit ihrem Einfall. Für die Anleger gibt es „Riesling-Dividende“. Win-Win also.

Die Bürokratie und die starre Vorgehensweise traditioneller Banken bei der Kreditvergabe, stößt insbesondere bei der jungen Generation sowie bei Menschen mit ausgeprägtem Unternehmensgeist auf Kritik. Lange Zeit wurde diese „Monopolsituation“ von der einen oder anderen Institution ausgenutzt.

Das Internet hat alles revolutioniert. Neue Finanzierungsalternativen wurden gesucht und gefunden.

Crowdfunding ist eine tolle Alternative. Denn wer Geld in ein Projekt investiert, wird nicht nur ein wichtiger Teil der Gründer-Story, sondern in vielen Fällen auch ein treuer Kunde.

Mit dem Trend zu regional und ökologisch erzeugten Lebensmitteln wachse auch bei den Verbrauchern das Interesse an der Produktion, sagt Wenzlaff. Das Crowdfunding biete ihnen nicht nur die Möglichkeit, direkt in Kontakt zu kommen mit den Bauern, sondern auch die Lebensmittelerzeugung mitzugestalten.

Was glauben Sie?

Wenn wir einen Blick über den Ozean in die Vereinigten Staaten und nach Kanada werfen, so entgeht uns der grandiose Erfolg der Schwarmfinanzierung nicht. Skurrile Ideen und Einfälle erhalten oft Millionen von Dollar. Menschen wollen mitgestalten und Crowdfunding macht es möglich.

Wird sich Ihrer Meinung nach das Geschäftsmodell Crowdfunding in der Landwirtschaft etablieren?