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Weiche Mini-Roboter fuer Landwirtschaft und Medizin

Weiche Mini-Roboter für Landwirtschaft und Medizin

Sie können fliegen, schwimmen oder auch gehen und bestehen aus weichen Materialien – diese beweglichen Maschinen, sprich Mini-Roboter sind unsere Zukunft. Anders als ihre steifen „Kollegen“, die größtenteils aus harten Materialien gefertigt werden, verspricht die neue Generation bahnbrechendes in den Gebieten der Landwirtschaft und Medizin.

Ich habe hier auf Agrarbetrieb des Öfteren über den Einsatz von Robotern in der Landwirtschaft geschrieben. In 2018 reichte der US-amerikanische Lebensmittelriese Walmart einen Patentantrag für Roboterbienen ein. Seitdem tauchen weltweit immer mehr Projekte über die sogenannten RoboBees auf.

Vorne mit dabei sind zwar die USA, aber auch Forscher und Wissenschaftler aus Europa insbesondere den Niederlanden und China mischen ebenfalls mit. Diese Mini-Roboter und kleine Drohnen sind dafür konzipiert, um die Honigbienen bei der Bestäubung zu unterstützen. Wenn Ihr diesbezüglich etwas tiefer in die Materie einsteigen wollt, dann empfehle ich Euch folgende Beiträge:

Was zeichnet die neuartigen Mini-Roboter aus? Worin liegen die Unterschiede zur „alten“ Generation? Was macht sie so besonders?

Die Mini-Roboter der Generation 2.0 sind weich

Woran denkt Ihr wenn Ihr mit dem Begriff Roboter konfrontiert werdet?

Harte Maschinen. Grosse, unbewegliche Klötze. Seelenlose Objekte, die Arbeitsplätze und damit den Menschen ersetzen sollen. Etc.

Wer von Euch denkt schon an biegsame, kleine und superleichte Mini-Objekte mit denen wir Menschen furchtlos interagieren können, ohne dass sie uns schaden. Die Wenigsten können sich sowas vorstellen und doch ist es einer Gruppe internationaler Forscher etwas außergewöhnlich kompliziertes gelungen.

Zwar gibt es weiche Mini-Roboter seit längerem, aber bis dato hatten diese einen entscheidenden Nachteil weshalb wir in den Fachmagazinen und auch Mainstream-Medien wenige Berichte darüber lesen konnten. Diese konnten ihre Form nur recht träge verändern.

Nun wurde auch dieses Problem geknackt. Wie?

Mit Hilfe von Magnetfelder!

Werden weiche Roboter durch Magnetfelder angeregt, dann können sie sich sehr rasch bewegen.

Das Fachblatt „Nature“ hat vor wenigen Tagen die gesamte Studie veröffentlicht und damit dem weltweiten Publikum Zugriff auf diese vielversprechenden Ergebnisse gewährt.

Bevor ich die Originalquelle mit Euch teile, hier die wichtigsten Erkenntnisse kurz zusammengefasst:

  • Änderung der Zusammensetzung des elektromagnetischen Motors: Anstatt von Kupferdraht und Eisen wurde ein elastischer Werkstoff und Flüssigmetall verwendet.
  • Entwicklung eines neuartigen Biogels das stabil, dehn- und biegbar ist. Dies wiederum lässt sich mit den elektronischen Bauteilen zu einer weichen Maschine bzw. Drohne kombinieren.
  • Einsatz des biegsamen Kunststoffes Polydimethlysiloxan.
  • Beimischung von magnetischen Mikropartikeln.
  • Einsatz eines Magnetfeldes.
  • Die entwickelten Mini-Roboter (sog. Aktuatoren) sind darüber hinaus dünn, leicht und benötigen wenig Energie.
  • Ein weiterer wichtiger Vorteil: Bewegungen können millionenfach wiederholt werden, ohne dass sich die Maschinen verändern.

Der Aha-Effekt der Studie:

Durch die Einwirkung und Veränderung des Magnetfeldes konnten die Wissenschaftler die kleinen Roboter zum Schweben, Schwimmen und sogar Gehen bringen. In einer Simulation bzw. Illustration konnte aufgezeigt werden, wie sich kurzzeitig eine Fliege einfangen lässt, die sich in einer stilisierten Blüte niederlässt.

WISSENSCHAFTLICHE STUDIE

Wang, X., Mao, G., Ge, J., Fassbender, J., Kaltenbrunner, M., Makarov, D. et al: „Untethered and ultrafast soft-bodied robots“. Communications Materials 1, 67 (2020). https://doi.org/10.1038/s43246-020-00067-1

Einsatzgebiete und Co.

In der Landwirtschaft lassen sich die kleinen, weichen Mini-Roboter in vielerlei Hinsicht einsetzen. Als erstes fällt einem die Bestäubungstätigkeit ein, da wir uns ja mit Roboterbienen schon etwas länger beschäftigen. Sicherlich könnten wir diese komplexen Systeme auch beim Aufspüren und bei der Bekämpfung von Schädlingen einsetzen.

Die Fragen die ich mir stelle sind folgende:

Wieviel verkraftet die Natur bzw. wie lange können wir diese Tech-Spielchen treiben, ohne dass wir unserer tollen Flora und Fauna schaden? Kennen wir überhaupt die Grenzen? Wann lässt sich dieser Prozess nicht mehr umkehren?

Ich liebe die Natur über alles und gleichzeitig bin ich ein großer Fan von Technologien, WENN wir Maschinen für GUTES einsetzen!

Roboter können uns (und tun es heute bereits) in der Landwirtschaft sehr wohl fabelhaft unterstützen. Feldroboter und Drohnen helfen uns Schädlinge ausfindig zu machen und teilweise sogar zu bekämpfen, sie lassen uns große Gebiete insb. in der Tierhaltung besser kontrollieren, sie unterstützen uns bei der Bodenbearbeitung und bei der Ernte und vereinfachen die Verarbeitung und Analyse empfindlicher Daten.

Solange wir (Menschen) diese Roboter kontrollieren und sie gezielt einsetzen, um uns zu helfen ein besseres Leben zu leben und gleichzeitig unseren Planeten sauberer zu halten, ist alles super. Sobald es darum geht auf Kosten von Mutter Erde nur noch Profite herauszuschlagen, dann endet milde gesagt meine Sympathie für das Konzept der Roboter.

Wo können denn diese weichen Mini-Roboter denn sonst noch eingesetzt werden?

Durch die Umstellung dieser Mini-Maschinen von „hart“ auf „weich“ eröffnen sich für die Wissenschaftler ganz neue Einsatzbereiche.

In der Medizin könnten diese weichen Winzlinge wahre Wunder erzielen, wie beispielsweise verstopfte Blutbahnen säubern. Keine Stents mehr. Keine gefährlichen OPs. Keine Wunden. Das alles wäre mit dem Einsatz von Mini-Robotern möglich. Die Voraussetzungen in punkto vom menschlichen Körper verträgliche, biologisch abbaubare und gut kontrollierbare Materialien müssten jedoch erst geschaffen werden.

Selbstverständlich lassen sich Mini-Roboter auch in der Automobil-, Luftfahrt- und Schifffahrtindustrie einsetzen. Sie lassen sich im Bereich Supply Chain und Logistik gut einbinden. Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr Einsatzmöglichkeiten fallen mir und sicherlich auch Euch ein.

Wo sonst lassen sich Eurer Meinung nach die weichen Mini-Roboter am ehesten einsetzen?

Bildquelle: TheDigitalArtist / Pixabay.com

Wenn Roboter Hobbylandwirte unterstuetzen

Wenn Roboter Hobbylandwirte unterstützen

Für den Hobbygärtner gibt es den Mähroboter. Hobbylandwirte hingegen geniessen eine immer größere und vielfältigere Auswahl an Roboter die einem bei der Bepflanzung, beim Giessen und sogar bei der Ernte behilflich sein können. Alles web-basiert versteht sich.

Smart Farming, Digitale Landwirtschaft, Robotisierung… alles Schlagwörter die mehr und mehr Präsenz in unser Alltagsleben finden. Jene die tagein tagaus mit Landwirtschaft zu tun haben, wissen, dass wir verstärkt in diese Richtung gehen.

Technologien sind Teil unseres Lebens geworden. Ohne Smartphone geht keiner mehr auf sein Ackerfeld. Tablets sind ein fester Bestandteil eines modernen Schleppers, GPS und Apps helfen uns besser zu navigieren.

Wie konnten denn unsere Vorfahren Landwirtschaft ohne High-Tech betreiben?

Für viele Junglandwirte absolut unvorstellbar.

Hobbylandwirte waren immer aus und vor. Sich auf ein kleines Beet auszutoben, rumexperimentieren und Neues austesten, war schon immer eine Stärke dieser Community. Kein Wunder, dass der Einzug der Farmroboter hier eher passierte als bei uns ‚Hardcore-Landwirten‘ die mit mehreren Hektar zu kämpfen haben. Wenn in einem Beet etwas schief geht, keine große Sache. Wenn bei uns auf dem Feld etwas schief geht, dann hat das böse Konsequenzen insb. finanzieller Art. Ackerböden und Artenvielfalt sind unsere Lebensgrundlage.

Was kann denn so ein moderner ‚Farming robot‘ oder Landwirtschaftsroboter denn wirklich? Wie erfolgt die Steuerung?

Quelle: Mashable Deals, YouTube

Lässt sich dieses Konzept auch auf die „echte“ betriebliche Landwirtschaft übertragen?

Was ich am interessantesten an diesem Open-Source-FarmBot finde, ist die Präzision und Einsatzvielfalt dieser Maschine. Obwohl wir in dem Videobeitrag die Anwendung an einem kleinen rechteckigen Beet gesehen haben, kann ich mir gut vorstellen, dass dies u.a. auch auf runden Großflächen umsetzbar wäre. Dabei fallen mir die großen Ackerfelder in Kalifornien, USA ein — hier hatte ich unlängst einen spannenden Film gesehen, wo Feldroboter mit Hilfe erneuerbarer Energien zum Einsatz kommen.

Drag and Drop Farming für Hobbylandwirte

Die Idee zur Entwicklung des FarmBots entstand während einer Vorlesung. Der US-amerikanische Student Rory Anderson schrieb nach seinem Abschluss ein Whitepaper, um seine Ideen zusammen zu tragen. Binnen weniger Tagen gewann er die Aufmerksamkeit von Softwareentwicklern, Maschinenbauingenieuren und Open-Source-Enthusiasten. Es folgte eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne, die über eine Million Dollar einsammelte. Anfang 2017 wurde der FarmBot Genesis veröffentlicht.

Im Grunde genommen handelt es sich bei den FarmBots um „riesige 3D-Drucker, aber anstatt Kunststoff zu extrudieren, sind ihre Werkzeuge Saatgutinjektoren, Bewässerungsdüsen, Sensoren und mehr“, so Aronson. [Quelle: Fair Companies]

Was macht den FarmBot so besonders und einzigartig?

JEDER kann seine eigenen FarmBots drucken.

Alle technischen Daten sind kostenlos und Open Source. Die Hardware ändert sich nicht; die Software hingegen kann permanent aktualisiert werden.

Übersetzt heisst das folgendes:

Wer heute ein FarmBot-Kit kauft, kann seine Software per Knopfdruck selbst aktualisieren.

Wie funktioniert der FarmBot?

Hobbylandwirte können fortan ihren Garten jederzeit und von überall aus verwalten. Einfach die FarmBot-App downloaden und los geht’s.

  • Graphische Gestaltung der Farm: Pflanzen werden per ‚drag and drop‘ in die Karte reingezogen und abgelegt. Somit ist die gesamte Vegetationsperiode in kürzester Zeit geplant.
  • Manuelle Steuerelemente: Werkzeuge und Peripheriegeräte werden in Echtzeit bedient. Hierbei kann auch das Licht für eine evtl. nächtliche Ernte eingeschaltet werden.
  • Spasskomponente: Erstelle Bilder von deinem Gemüsebeet und zeige Freunden was du drauf hast 😉

Was kostet der Spass?

Hobbylandwirte die keine Lust auf „Ikea-Style“-Selbstarbeit haben, können jederzeit ein All-Inclusive-Kit kaufen. Derzeit werden im FarmBot-Shop zwei Varianten bzw. Generationen angeboten: Genesis und Express.

Der Preis für den FarmBot Express v1.0 liegt bei 1.995 US-Dollar. Die teuerste Variante liegt bei rund 6.000 US-Dollar; es handelt sich hierbei um den FarmBot Genesis MAX v1.5.

Weiterführende Infos und entsprechende Videobeiträge findet Ihr auf farm.bot.

To Have or Not To Have?

Kennt Ihr jemanden der einen FarmBot hat? Vielleicht habt Ihr ja sowas im Betrieb. Wie lauten Eure Erfahrungen damit? Wäre das was für die Kollegen die Urban Farming in einer etwas größeren und ausgefalleneren Art und Weise betreiben?

Wir brauchen mehr Bewusstsein für unsere Lebensmittel und für die Landwirtschaft insgesamt. Daher finde ich solche Initiativen, auch wenn sie teils technisch ‚übertrieben‘ sind, eine gute Sache. Hauptsache wir respektieren die Natur und versuchen diese mit unserer technologischen Evolution nicht ganz zu zerstören.

Frage an Euch Hobbylandwirte: Wie können wir Euch bei der Arbeit unterstützen? Wo seht Ihr Synergien und was können wir verbessern?

Foto: wiselywoven / Pixabay.com

Ein Roboterhund huetet in Neuseeland die Schafe

Ein Roboterhund hütet in Neuseeland die Schafe

Roboter halten Einzug in der Viehzucht. Nun sorgt ein Roboterhund namens Spot weltweit für Furore. Dieser wurde nämlich bei der Überwachung einer neuseeländischen Schafsherde eingesetzt und gefilmt. Das was wir vor ein paar Jahren in der Rinderzucht mehr oder weniger erfolgreich eingesetzt haben, wird nunmehr auf die Schafzucht übertragen.

Was steckt hinter dieser Idee? Wird dieses „Überwachungskonzept“ auch auf die Menschen übertragen? Müssen wir uns im täglichen Leben bald vor Roboter fürchten?

Das was wir früher in Sci-Fi-Filmen gesehen haben, ist schon lange Gang und Gebe im Bereich des Militärs. Die Geschwindigkeit mit der diese Technologie auf die Landwirtschaft und Viehzucht übertragen wurde, hat mich jedoch überrascht.

Der US-amerikanische Hersteller Boston Dynamics hat den Roboterhund Spot seit längerem schon im Einsatz, u.a. in der Industrie z.B. auf Bohrinseln und Baustellen. Bis jetzt war der Einsatz von Spot jedoch beschränkt, aber diese Hürde scheint jetzt auch aus dem Weg geschaffen zu sein. Was bisher gefehlt hat, war die Verbindung des Roboters mit einer Cloud-Plattform.

Der neuseeländische Cloud-Spezialist Rocos ist mit Boston Dynamics eine Kooperation eingegangen. Durch den Einsatz der Cloud können mehrere Roboter gleichzeitig überwacht und von überall auf der Welt gesteuert werden.

In einem ersten Testlauf auf einer Farm in Neuseeland demonstriert der Roboterhund Spot seine einprogrammierten Fähigkeiten.

Quelle: Rocos – Robot Operations Platform, YouTube

Das offizielle Statement bzgl. des Einsatzes von Spot für die Arbeit auf Farmen lautet wie folgt: „um den Arbeitskräftemangel zu verringern und Präzision in der Landwirtschaft zu schaffen“. [Quelle: The Guardian]

Roboterhund Spot wird vielfältig eingesetzt: Schafe hüten in Neuseeland, Menschen „überwachen“ in Singapur

Wenn die netten Roboter uns beim Staubsaugen helfen oder das Vieh hüten ist eine Sache, aber wenn sie eingesetzt werden, um uns selbst zu kontrollieren, dann ist das eine ganz gefährliche Gradwanderung.

Während in Neuseeland sich die Schafe an die komische ferngesteuerte gelbe Maschine, die aussieht wie ein Hund ohne Kopf gewöhnen müssen, kriegten nicht wenige Besucher in einem Singapurer Park einen ganz schönen Schock.

Ein ähnlich aussehender Roboter der gleichnamigen Firma Boston Dynamics wird derzeit in Singapur getestet. Die Aufgabe des Roboterhundes: die Besucher im Park an die Abstandsregeln zu erinnern. Die Maschine ist mit Sensoren und Kameras ausgestattet, um die Anzahl der Besucher im Park einschätzen zu können. Über einen Lautsprecher erinnert Spot die Besucher daran, die physische Distanz von mindestens einem Meter einzuhalten.

Wie das Ganze funktioniert, seht Ihr in dem nachfolgenden Videobeitrag.

Quelle: FAZ, YouTube

Habt Ihr das mitbekommen?

Noch wird der kopflose Roboterhund ferngesteuert aber in naher Zukunft soll er voll autonom funktionieren.

Privatsphäre…. Was ist das?

Das alles ist ganz schön „spooky und scary“, um die Sprache unserer Youngsters zu nutzen.

Der Einsatz von Feldrobotern und Drohnen in der Landwirtschaft ist mittlerweile jedem bekannt. Selbstverständlich kennen wir auch die Thematik Roboter in der Automobilindustrie; so setzt Tesla’s CEO Elon Musk schwerpunktmäßig auf Roboter, um seine Elektrofahrzeuge herzustellen. Im Militärbereich zelebrieren Roboter aller Größe, Form und Couleur eine völlig neue Ära.

SICHERHEIT — dieses Wort hören wir immer wieder, wenn es darum geht, den Einsatz von Robotern zu gerechtfertigen.

Lasst uns lieber Roboter auf Bohrinseln, Baustellen oder im Militär einsetzen, damit wir Menschenleben retten. Eine Maschine hat ja keine Seele, ist günstig und kann jederzeit ausgetauscht werden.

Was ist denn, wenn diese Roboter gezielt eingesetzt werden, um uns Menschen zu „hüten“ bzw. überwachen?

Bis jetzt hielten viele Mitbürger das für einen riesen Quatsch. Nun läuft so eine kopf- und hirnlose Maschine durch einen Park und kontrolliert diejenigen die auf „social distancing“ nicht achten. Erst sind sie im Park, dann auf der Strasse und bald vor der eigenen Wohnung?

Ist das denn so abwägig?

Im Science Museum in London wird auf der obersten Etage im Rahmen des Konzepts „Die Stadt der Zukunft“ bzw. Smart Cities über genau dieses Problem diskutiert. In einem recht erschreckenden Video zeigen die Protagonisten wie Drohnen eingesetzt werden, um die Identität von Menschen in einem mehrstöckigen Haus zu überprüfen. Heute werden Polizisten vorbeigeschickt, aber bald soll diese Aufgabe von Drohnen übernommen werden – so die Protagonisten im Beitrag.

Also ich weiss nicht wie es Euch bei der ganzen Sache geht, aber ich finde das überhaupt nicht innovativ und lustig. Die Privatsphäre eines Menschen ist in unserer westlichen Kultur ein Grundrecht und diese sollte auch als solche bewahrt werden. Ansonsten unterscheidet uns wirklich nichts mehr von z.B. China.

Zurück zum Roboterhund in der Viehzucht:

Macht das Sinn oder ist es völliger Humbug?

Foto: JerzyGorecki / Pixabay.com

Auswirkungen von 5G auf die Landwirtschaft

Die Auswirkungen von 5G auf die Landwirtschaft

Mit dem weltweiten Chaos ist auch der große Roll-out von 5G zum Halt gekommen. Alles soll „connected“ werden, so die Versprechungen der Big Tech Unternehmen. Kommunikation in Echtzeit und das nicht nur unter Menschen, sondern auch zwischen Mensch und Maschine. Die NASA weist auf Probleme hin und Ärzte warnen vor Gesundheitsschäden.

Schnellere Smartphones, Tablets und Computer und gleichzeitig auch ein schnelleres Internet – das wollen immer mehr Menschen. Die Wenigsten verstehen was hinter diesen Technologien steckt und noch weniger befassen sich mit den möglichen Nebenwirkungen. Das was uns die Telekommunikationsunternehmen erzählen, wird für bare Münze genommen.

Das Stichwort für 5G heißt „Millimeter-Wave-Technology“. Dafür benötigt man jede Menge Wireless-Kanäle die Datenmengen von künftig 10 Gigabit pro Sekunde (also in Echtzeit) übertragen sollen. Die Latentzeit soll eine Millisekunde betragen, was der Reaktionszeit unserer Nervenzellen entspricht.

So wird uns 5G verkauft

Bei 5G geht es um viel mehr als nur Geschwindigkeit. Es geht um sogenannte Internet of Things (IoT) Lösungen, die quasi eine zunehmende Vernetzung aller möglichen Geräte ermöglichen. Das Wort „Smart“ steht im Zentrum dieser Entwicklung. Smart Homes, Smart Stadiums oder Smart Streets – das was wir früher in Science-Fiction-Filmen gesehen haben, soll bald Realität werden.

Ein paar Beispiele:

Der Smarte Kühlschrank schickt eine Bestellung direkt an Amazon, womit es verbunden ist und ohne dass Du etwas tun musst, steht die Ware binnen 2 Stunden vor Deiner Tür. Alles ist bezahlt. Du musst nur noch alles in den Kühlschrank packen; außer natürlich Du hast einen Roboter daheim, der ebenfalls „Smart“ ist und das alles automatisch für Dich erledigt.

Wozu sich noch mit dem Taxifahrer ärgern, wenn ein autonomes Fahrzeug problemlos vor der Tür stehen kann und das entweder per Klick auf einer App oder besser sogar, mittels Aufforderung via Voice-Technologie an Dein „Smart“-Phone.

Was hälst Du davon, wenn Du Klavierspielen lernen könntest mit „smarten“ Handschuhen?

VR-Brille auf und Du kannst ganz gediegen Deine Lieblings-Freizeitaktivität geniessen. Klingt das nicht toll?

Roboter sollen das übernehmen, was wir als Menschen nicht mehr verrichten wollen. Die dadurch gewonnene Zeit sollen wir für kreativere Tätigkeiten verwenden.

Soweit die Verkaufsargumente des Konzepts Internet der Dinge. Die Jugend zelebriert, diejenige die von Technologien wenig Ahnung haben, verstehen nicht was der ganze Hype soll und wiederum andere, machen sich echte Sorgen um die Menschheit. Ist das die richtige Richtung? Entfremden wir uns nicht noch mehr? Wo bleiben unsere ganzen Werte? Was sollen wir in einer von Robotern dominierten Welt überhaupt noch tun?

Viele ungemütliche Fragen zu denen es wenige fundierte Antworten gibt. Über die Gefahren bzw. sogenannten „red flags“ mag keiner sprechen.

Im Oktober 2017 erlebte 5G seine Europapremiere in Berlin. Vier Funkzellen von Telekom und Huawei demonstrierten live die Übertragung im neuen Standard.

Und wer legt diese Standards fest?

Die International Telecommunication Union (ITU). Es handelt sich hierbei um eine auf Informations- und Kommunikationstechnologien spezialisierte Agentur der Vereinten Nationen. Im Februar 2017 hat die ITU die Anforderungen für den neuesten Standard 5G festgelegt. Hier geht’s zum entsprechenden ITU Dokument.

Keine Zukunftstechnologie ohne Nebenwirkungen

Wir haben es verstanden: alles wird schneller und „smarter“. Was sind die unschönen Seiten dieser neuen Technologie?

Ich möchte hierbei auf zwei Punkte bzw. besser gesagt Perspektiven, eingehen. Ein Teil der Warnungen kommen von den Experten der NASA und der andere Teil von Ärzten.

#1: Warnung von NASA

In einem Bericht der Washington Post vom 23.05.2019 warnen die Leiter der NASA und der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) vor einem ernsthaften Problem. In der neuen Technologie steckt eine große Gefahr, die mit einer Naturkatastrophe zu tun hat. Der neue 5G Mobilfunkstandard könnte die technologischen Möglichkeiten der Wettervorhersage um 40 Jahre beeinträchtigen. Übersetzt heisst das, es würde uns im Notfall die Fähigkeit nehmen, z.B. tödliche Hurrikans vorauszusehen und Menschen rechtzeitig zu evakuieren.

Einfach erklärt: Eines der wichtigsten Funkfrequenzen für 5G Netzwerke, das 24-GHz-Band, liegt sehr nahe an den Frequenzen, mit denen Mikrowellensatelliten Wasserdampf beobachten und Wetterveränderungen erkennen können. Das heisst, die Schwingungszahlen könnten sich gegenseitig stören. Dies wiederum bedeutet, die Infos würden nicht rechtzeitig ankommen, um im Falle einer Naturkatastrophe, die Menschen in Sicherheit zu bringen.

Die drahtlose Industrie bestreitet dies.

#2. Warnung von Ärzten

Gefährdet 5G die Gesundheit? Immer mehr Mediziner heben die Hand und weisen darauf hin, dass die Gefahren nicht ausreichend erforscht wurden. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Mobilfunkstrahlung und Krebserkrankungen ist zwar noch nicht nachgewiesen worden und trotzdem bezeichnet die Weltgesundheitsorganisation WHO Mobilfunkstrahlung bereits seit 2011 als „möglicherweise krebserregend“.

Das Krankheitsbild „Elektrohypersensibilität“ (EHS) wird durch Mobilfunk- und WLAN-Strahlung verursacht und betrifft insbesondere Menschen die in Gegenden wohnen, wo viel Elektrosmog herrscht. Die typischen Symptome sind Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und im Extremfall, sogar Herzrhythmusstörungen.

Jetzt sollen durch 5G die Frequenzen erhöht werden, so dass wir noch mehr mit EMF-Strahlung bombardiert werden.

Quelle: FunkWissen, YouTube

Die drahtlose Industrie besteht darauf, dass es soweit keine bekannten gesundheitlichen Schäden gibt.

Was bedeutet 5G für die Landwirtschaft?

Womit verbinden wir den Begriff 5G in der Landwirtschaft?

Mit Smart Farming natürlich.

Auch in unserer Branche soll alles vernetzt sein. Der Landwirt sitzt in irgend einem Gebäude am sog. Cockpit und überwacht ab und zu den „Flow“. Auf dem Feld wimmelt es nur so von Feldrobotern und autonomen Schleppern & Co. Satelliten übertragen die von den Geräten erstellten Bilder vom Ackerbau – in Echtzeit, versteht sich. Drohnen signalisieren ob es irgendwelche „Eindringlinge“ gibt. Im Cockpit werden die ganzen Daten im Computer zentralisiert. Auf dem Bildschirm erscheinen die Ergebnisse der analysierten Daten inkl. Lösungsempfehlungen.

Der gute Landwirt nimmt die eine oder andere Idee auf bzw. überlegt sich etwas Neues – denn nicht vergessen, wir dürfen ja kreativ sein, wenn die Roboter eh schon alles für uns tun.

Ist dieses Szenario plausibel? Wird die Landwirtschaft der Zukunft in etwa so aussehen?

Wenn man sich die Simulationen von einigen Big Playern wie z.B. John Deere anschaut, dann ist das oben dargestellte gar nicht so abwägig. Fakt ist, es wird sich auch in unserer Branche vieles, sehr vieles verändern. Wir sind vor dem „Smart“-Trend nicht immun. Die Damen und Herren die sich ganz neue und tolle Smart Cities ausgedacht haben, können uns nicht so einfach ignoriert haben.

Alle „Smart“-Initiatoren ziehen an einem Strang. Kein Industriezweig wird ausgelassen, auch Mediziner sind nicht auf der sicheren Seite. Bereits heute können Roboter Teil-OPs präziser durchführen als viele erfahrene Chirurgen.

Ob uns 5G wirklich „smarter“ machen wird, bezweifele ich an dieser Stelle. Technologie darf uns nicht dümmer machen und vor allem, nicht kontrollieren. Dieses Prinzip gilt sowohl in der Landwirtschaft als auch für alles andere im Leben.

Digitalisierung im Ackerbau

Digitalisierung im Ackerbau – Macht sich Ernüchterung breit?

Das Thema Digitalisierung hat uns in der Landwirtschaft schon längst erobert. Die Begriffe Smart Farming, Digital Farming, Precision Farming und Landwirtschaft 4.0 sind mittlerweile ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden.

Ein sogenannter Influencer aus unserer Branche; ja, sowas haben wir auch ;), überraschte nun den einen oder anderen mit seinem ernüchternden Statement.

„Betriebe mit den höchsten Reinerträgen haben ein Minimum an Digitalisierung“, so Michael Horsch, Geschäftsführer der Horsch Maschinen GmbH, auf dem diesjährigen Farm & Food Kongress 4.0 in Berlin.

Quelle: Farm & Food 4.0 – International Congress, YouTube

Bitte beachtet hierbei folgende Differenzierung auf die M. Horsch in seinem Vortrag hingewiesen hat:

In der Tierproduktion hat Digitalisierung sehr viel gebracht, im Ackerbau hingegen sehr wenig.

Also, nicht alles gleich über einen Kamm scheren.

Ich bin selber im Ackerbau tätig und gleichzeitig ein Befürworter digitaler Anwendungen WENN diese einen Mehrwert bieten und uns in der Landwirtschaft entlasten. Alles andere ist nur ein „fancy“ Zubehör, ohne jeglichen Nutzen.

In der Landwirtschaft geht es um Effizienz- und Produktivitätssteigerung.

Es geht darum die Büro-, Papier- und Bürokratiearbeit zu minimieren, so dass wir unseren Feldern das Optimum bieten können. Digitalisierung hilft uns zwar bei der Datensammlung und Systematisierung, allerdings auch hier gibt es Einschränkungen; denn jeder Landtechnik-Anbieter liebt seine eigene Software dermassen, dass Precision Farming vom Mainstream (Massentauglichkeit) noch recht weit entfernt ist.

John Deere öffnet seine digitale Einsatzzentrale für externe Softwareanbieter

Genau das ist nötig, um Digitalisierung auch im Ackerbau voranzutreiben. Wir brauchen die Zusammenarbeit und Anbindung mehrerer Anbieter in einer Plattform.

John Deere macht einen ersten Schritt in dieser Hinsicht indem es seine digitale Einsatzzentrale für externe Softwareanbieter geöffnet hat. Unter MyJohnDeere.com lassen sich ab sofort nicht nur Daten an Maschinen senden, sondern auch Schlagkarteien und Wetterdaten einbinden, sowie Applikationskarten importieren. Das sind alles Funktionen, die ab sofort mit externen Anbietern möglich sind.

Laut Angaben von John Deere, sind fortan mehr als 20 Unternehmen aus über 29 Ländern Europas sowie Russland an der Online-Plattform von JD angebunden.

Der große Nutzen: Flexibilität und Schnelligkeit weil alles auf einem Blick.

Ein eventueller Nachteil: Datenschutz.

JD versichert alle Nutzer, dass sie die Datenkontrolle beim Austausch zwischen der Einsatzzentrale und den angebundenen externen Softwarefirmen behalten.

Digitalisierung bedeutet nicht automatisch große Investitionen

Lasst mich als erstes mit einem weit verbreitetem Irrtum aufräumen:

Man benötigt keine Millionen Euros, um sein Betrieb über Smartphones und Tablets zu verwalten.

Man braucht nicht reich sein, um sein Büro in die Cloud zu verlegen und ein paar Landmaschinen mit Nachrüstlösungen smart zu machen. Ein alter Fendt Vario kann jederzeit mit einem Beacon digitalisiert werden und schon weiß man, wo sich der alte Genosse befindet. Da muss man nicht gleich die Geldbörse zucken und tausende für ein neues Gerät ausgeben.

Übergangsweise helfen auch kostenlose Tools wie Google Drive, Trello und Slack. Sobald man ein etwas komplexeres System aufgebaut hat, sollte man alles schön verschlüsselt in einer unabhängigen Software (am besten ein Agrartool) aufbewahren.

Aber Roland, wir hauen uns durch Digitalisierung doch selbst die Beine weg. Damit ebnen wir doch den Weg frei für Roboter uns entbehrlich zu machen.

Landwirtschaft 4.0 (oder was auch immer noch für Versionen folgen werden) bedeutet nicht, dass:

  • unsere jahrzentelange Erfahrung
  • unser Gefühl für den richtigen Zeitpunkt für die Saat oder die Ernte sowie
  • unser Händchen für den Boden im Ackerbau oder für die Tiere in der Viehzucht

durch Technologie ersetzt werden.

Die Technologie ist dafür da uns zu unterstützen.

Ich muss mir immer wieder anhören wie schlecht Facebook, Instagram oder überhaupt die ganzen Smartphones sind.

Liebe Freunde, diese ganzen Apps, Softwarelösungen, Tablets, Smartphones, Computer etc. sind nichts anderes als Tools. Sie sind per se nicht schlecht und auch nicht gut. Sie sind neutral. Wir sind diejenigen die sie nutzen und jeden Tag aufs neue aktivieren.

Wir haben die Kontrolle – oder so sollte es zumindest sein. Das Gefühl der Smartphone-Abhängigkeit wird immer realer und wenn das so weitergeht, dann sind die Anonymen Alkoholiker nichts im Vergleich zur Gruppe der ‚Smartphone-Addicted‘.

Wie wir diese Tools nutzen bestimmt ob sie eine positive oder negative Auswirkung haben. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir ständig am Ball bleiben und unser digitales Know-how vertiefen, damit wir auch weiterhin das meiste aus diesen Tools herausholen.

Digitalisierung im Ackerbau – sind wir hinten dran oder recht gut dabei? Was glaubt Ihr?