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2023-01 Tick Tock und schon ist unser wertvollstes Gut weg

Tick Tock und schon ist unser wertvollstes Gut weg

Tick Tock und schon ist eine wertvolle Sekunde unseres Lebens vergangen. Zeit ist ein kostbares Gut. Das wissen die Genossen, die an der Spitze der sozialen Medien sitzen nur allzu gut. Egal ob Instagram, Twitter, Tik Tok oder Facebook, mit der wertvollen Zeit der Nutzer lässt sich sehr viel Geld verdienen.

Ein Post hier, ein Herzchen da, ein Thumbs Up drüben und ein Emoji noch zum Schluss, und schon sind ein paar Minuten unseres Lebens wieder vorbei. Aber wer denkt schon bewusst daran, wenn Influencer XYZ gerade sein neuestes Auto, Schmuckstück oder Botox-Tune-up auf Instagram präsentiert und wir völlig verträumt durch unseren Feed scrollen, um noch mehr vom „außergewöhnlichen“ Leben der neuen Stars berieselt zu werden.

Hauptsache unserem normalen, langweiligen und für viele recht depressiven Alltag für ein paar Momente entwischen, bevor uns der Boomerang der Realität wieder einholt. Dass dabei der Zeiger der Uhr beständig Tick Tock macht und wir unser Leben auf einem Silbertablett anderen servieren, will fast keiner verstehen und ernst nehmen.

Zeit, Daten und Verhaltensmuster

Die Social Media Apps, die fast jeder auf seinem Smartphone gespeichert hat, sind schon eine clevere Innovation. Unter dem Deckmantel bzw. mit Hilfe von Schlagwörter wie z.B. „Menschen mit gleichen Interessen finden“, „Communities bilden“, „personalisierte Feeds kreieren, „mit Freunden immer und überall kostenlos verbunden bleiben“, werden uns Insta, Tik Tok, Twitter und Co. sehr charmant verkauft.

Dass wir dabei unsere persönlichen Daten preisgeben, sei dahingestellt. Aber, dass wir dabei auch unser Verhalten, unsere Wünsche, Interessen, Frustrationen, Ängste, Krankheiten und Co. ohne jegliche Überlegung auf diesen Plattformen preisgeben, ist zweischneidig. Die Algorithmen lernen schnell. Die Künstliche Intelligenz wird aufgrund der immer wachsenden Menge von Daten immer ausgeklügelter und die Werbeträger reiben sich die Hände.

So billig konnte man Werbung schon lange nicht mehr im Facebook-Ökosystem schalten. Insbesondere heuer wo sich Großkonzerne und viele kleine Unternehmen zurück ziehen und ihre Budgets kürzen, heißt es für die Mutigen und Risikofreudigen, Gas geben mit der Werbung. Dabei darf man nicht vergessen, dass mit einem Klick Facebook, Instagram, Messenger und WhatsApp problemlos aktiviert werden können. Die Nutzer sind da und sie sind auch weiterhin bereit ihre wertvolle Lebenszeit auf diesen Netzwerken zu verbringen und teils wild vor sich herzuklicken.

Fragt doch mal einen Vielnutzer, wo er in den letzten 5 Minuten überall geklickt hat und er / sie wird sich an die meisten Posts, Bilder oder Stories überhaupt nicht mehr erinnern. D.h. wir verschenken nicht nur unser kostbares Gut einfach so, sondern befinden uns dabei auch noch in einem völligen Zombie-Zustand.

Tick Tock – Seid Euch Eures Lebens bewusst

Es gibt eine Interaktion aus dem SciFi-Film „Jupiter Ascending“ (2015), die mir bis heute nicht aus dem Kopf geht. Es geht dabei um unser heutiges Thema: die Zeit.

„In eurer Welt sind die Menschen daran gewöhnt, um Ressourcen zu kämpfen… wie Öl, Mineralien oder Land. Aber wenn man Zugang zu den Weiten des Weltraums hat, wird einem klar, dass es nur eine Ressource gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt… sogar zu töten: Mehr Zeit. Zeit ist das kostbarste Gut im Universum.

— Kalique Abraxas aus Jupiter Ascending

Manchmal frage ich mich schon, ob gewisse Filme, die als Science Fiction gekennzeichnet wurden, nicht eher die Realität beschreiben und viel mehr, als es uns lieb ist.

Dass wir alle in einer Illusion leben, die wir mit unseren Gedanken bewusst oder unbewusst kreieren, dürfte mittlerweile bei den Meisten angekommen sein, egal ob man was von Quantenphysik hält oder nicht.

Tolle Erkenntnisse, und was hat das jetzt mit Landwirtschaft oder Agrarbetrieb zu tun?

Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen, die Berufen nachgehen bzw. Unternehmen betreiben, die eng mit der Natur verbunden sind, das Thema „Zeit“ anders wahrnehmen als jene, die fest im Kreislauf Appartment-Auto-Büro-Lunchbox-Büro-Auto-Appartment-Fernseher verankert sind. Dies ist keine Wertung, sondern eine Beobachtung.

Umso wichtiger ist es deshalb, uns unserer Sterblichkeit bewusst zu werden. Dies hat nichts mit Angst zu tun, sondern ganz im Gegenteil, es sollte jeden motivieren und inspirieren, seinen Träumen nachzugehen und sein Leben ganz bewusst (!) so zu gestalten, wie man es will.

Tick tock, tick tock … Was willst Du in Deinem Leben wirklich kreieren?

Bildquelle: Foto von John Tyson auf Unsplash

Die sozialen Medien und das Kasperlspiel

Die sozialen Medien und das Kasperlspiel

Im Bereich der sozialen Medien kennt man mittlerweile nur noch eins: eine tolle Show hinlegen. Wer den Mut hat, einen tieferen Blick hinter die Kulissen zu werfen, der merkt, dass alles einem Zirkus bzw. einem gut inszenierten Kasperlspiel ähnelt. Das jüngste Beispiel: Twitter.

Mittlerweile dürfte auch Tante Gudrun aus dem hintersten „Kaff“ Deutschlands von Twitter gehört haben. Denn das, was früher nur Online debattiert wurde, findet heute einen festen Platz im Prime Time der Mainstream-Medien. Wenn in der Tagesschau des öffentlich-rechtlichen Fernsehens über Elon Musk und Twitter berichtet wird, dann wissen wir, dass Social Media ihren lang ersehnten festen Platz im aktuellen Leben der Bewohner dieses Planeten eingenommen hat. Ob das gut oder schlecht ist, ob dies einer Dekadenz der Gesellschaft oder einem Aufstieg zugeschrieben werden kann, überlasse ich an dieser Stelle jedem einzelnen von Euch.

Wer glaubt, dass durch die Übernahme von Twitter durch Elon Musk die Rede- und Meinungsfreiheit auf dieser Plattform zurückkehrt, hat das Spiel nicht richtig durchschaut bzw. verstanden. Das, was in den letzten beiden Jahren auf den sozialen Medien in punkto Zensur passiert ist, kann man nicht durch eine Show-Übernahme wettmachen. Zwar wurden auf Twitter ein paar Konten, die in den letzten Monaten gesperrt wurden, wieder aktiviert, aber das ist lediglich nur ein winziger Trost.

Denn eins dürfen die Twitter-Nutzer nicht vergessen: hinter diesem Unternehmen stecken namhafte Aktionäre die Geld (Dividende!) sehen wollen.

Wer einen Blick auf Yahoo Finance auf dem Tab „Holders“ klickt, erfährt, dass u.a. folgende Big Businesses und Big Banks zu den Aktionären von Twitter gehören:

Vanguard, BlackRock, Morgan Stanley, Barclays, State Street Corporation — um ein paar zu nennen.

Glaubt Ihr tatsächlich, dass das oberste Ziel der oben aufgeführten Investoren Rede- und Meinungsfreiheit ist, wie das so gerne von Elon Musk angepriesen wird?

Twitter ist ein Business

Twitter, Facebook bzw. Meta, LinkedIn und Co. haben zuerst unsere Desktops, danach unsere Smartphones und heute unser Leben eingenommen. Wir waren diejenigen, die diese Technologien und damit einhergehend diese Silicon Valley Tech-Giganten in unser Leben eingeladen haben. Heute stehen die meisten völlig machtlos da und wissen gar nicht, was mit ihren persönlichen Daten wirklich passiert; ganz zu schweigen von der wertvollen Zeit, die sie in diese Medien „investieren“.

Wobei das Wort „Investieren“ in diesem Zusammenhang völlig falsch am Platz ist, denn die großen Nutznießer der sozialen Medien sind die Plattformen selbst und die vielen Werbeträger und sogenannten „Third-Parties“ bei denen unsere Daten und Verhaltensmuster landen.

Bis vor wenigen Jahren war Twitter in der D-A-CH Region nicht besonders beliebt. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass sich das etwas relativiert hat. Ich finde es gibt mehr und mehr deutschsprachige Profile, die hierauf posten und versuchen Twitter in ihr Marketingportfolio besser zu integrieren.

Twitter war von Anfang an die „Go-to“-Plattform für die neuesten Nachrichten. Wenn etwas in der Welt passierte, dann gab’s die Nachricht zur allererst auf Twitter. Bis Facebook die Nachricht aufgriff oder im Fernsehen darüber berichtet wurde, war das Ganze schon längst passé.

Heute ist das auch nicht viel anders, obwohl die Plattform vermehrt von Bots dominiert wird. Auch hier hat Elon Musk ein Versprechen abgegeben, welches lautet:

Die Bots weitestgehend zu eliminieren und die echten Menschen zu authentifizieren. (Quelle: Tweet von Elon Musk, Twitter)

Twitter hatte schon immer ein Problem: und zwar die Werbeeinnahmen. Anders als bei Facebook, wo Werbekampagnen etwas leichter aufzusetzen sind und Gewinne entsprechend abschöpfbar sind, ist das bei Twitter anders. Nur erfahrene und anspruchsvolle Werbetreibende wissen, wie mit Twitter-Werbung profitabel umzugehen ist. Wenn die Plattform jedoch voll von Bots ist, dann schmeißt man quasi das Geld aus dem Fenster. Logischerweise, muss sich dies auch ändern, wenn Elon Musk seine Investoren bei Laune halten möchte. Wie also die Authentifizierung der „echten Menschen“ ablaufen soll (Beispiel: digitale Identität) und ob das viele so auch mitmachen werden, bleibt abzuwarten.

Fakt ist, Twitter ist und bleibt ein Business auch wenn es unter der Tarnung „soziales Medium“ fungiert.

Die sozialen Medien im Karussell der Zeit

Wie lange die heuer bekannten, sozialen Medien unser Leben noch mitbestimmen werden, hängt einzig und alleine von uns ab. In dem Moment, in dem wir aufhören, die Plattformen zu nutzen, heißt es „Game over“ für die Ikonen Mark Zuckerberg, Elon Musk oder wie auch immer sie heißen. Dass dieses schneller gehen kann als es manch einem lieb ist, sieht man an der Aktie von Facebook / Meta, die in den letzten Monaten gigantische Verluste verzeichnen musste.

Was soll ich tun, wenn ich Landwirt bin? Soll ich diese Netzwerke weiter nutzen oder ist es an der Zeit mich bei anderen Technologien umzuschauen?

Berechtigte Fragen, denn wir wollen ja einerseits dort sein, wo unsere Kunden sind und gleichzeitig Änderungen bzw. „Kundenmigration“ vorausschauen, um uns bestens positionieren zu können. Denn jetzt, wo Geschäfte vermehrt Online abgewickelt werden, müssen wir uns anpassen. Auf der Strecke zu bleiben, ist für mich und für viele meiner Kollegen keine Option.

Was andere Technologien angeht, so würde ich ein Auge offen halten für das, was auf der Blockchain passiert. Denn dieser Bereich umfasst nicht nur Kryptowährungen, sondern ein komplexes Multiverse an Möglichkeiten, die wir heute kaum erahnen können. Auf der Blockchain erscheinen bereits die ersten sozialen Medien, auch wenn diese in der Mainstream noch nicht eingedrungen sind. Das Konzept der Dezentralisierung, bei dem jeder Einzelne von uns die Schlüssel selbst in der Hand hat und seine Inhalte von niemand auf der Welt gelöscht werden können, gewinnt immer mehr an Attraktivität.

Lasst Euch von dem Kasperltheater, das uns präsentiert wird, nicht hypnotisieren. Die Grundlagen eines Unternehmens bleiben bestehen. Es geht um Gewinne, und das gilt auch für die sozialen Medien.

Bildquelle: Foto von Creative Christians auf Unsplash

2022-03 Die Zukunft von Social Media

Die Zukunft von Social Media

Hat Social Media in ihrer derzeitigen Form überhaupt noch eine Zukunft? Was passiert mit den Hunderten von Millionen von Followern der abertausenden Accounts die von YouTube, Facebook, Twitter und Co. gelöscht wurden? Glauben die Damen und Herren in Silicon Valley allen Ernstes, dass dies keine gravierenden Auswirkungen auf sie haben wird?

Im Herbst 2019 veröffentlichte The Verge die Anzahl der Accounts die auf YouTube gelöscht worden sind. Es handelte sich hierbei um 17.000 YouTube Accounts, mehr als 100.000 Videos und über 500 Millionen Kommentare. Das war vor mehr als zwei Jahren, wo die Welt sozusagen noch „in Ordnung“ war. Seitdem hat die Zensur zugenommen. Jeder der sich nicht an die Mainstream-Darstellung hält und versucht gewisse Themen aus einer anderen Perspektive zu durchleuchten wird als „Fehlinformation“ abgestempelt und auf kurz oder lang entfernt.

Die ersten Auswirkungen dieser Aktionen durften die Aktionäre von Facebook erst vor Kürze live erleben. Nach 18 Jahren Wachstum hieß es für das weltgrößte Social Network erstmals „Zahlen nach unten korrigieren“. Die ersten User verlassen das Meta-Boot bzw. nutzen die Dienste des Sozial-Giganten nicht mehr so oft wie alle die Jahre zuvor. Ein herber Rückschlag für Zuckerberg & Co., was sich auch an der Börse entsprechend zeigte. (siehe Yahoo Finanzen)

Bricht das Social Media Imperium zusammen?

In meinem Beitrag „Alles Meta oder doch nicht?“ habe ich die Situation in der sich Facebook befindet, etwas detaillierter durchleuchtet. Wer glaubt, dass Tik Tok als großer Nutznießer diesen Markt komplett an sich reissen kann, ist fernab von der Realität. Tik Tok profitiert von dem aktuellen Disaster der anderen sozialen Netzwerke, ist aber alles andere als ein sicherer Zufluchtsort.

Das was heute in diesem Bereich unseres Lebens passiert, ist repräsentativ für die Änderungen die überall in unserem Alltag bevorstehen.

Der große Social Media Splitt: Zentralisierte vs. dezentralisierte Netzwerke

Wenn alle Informationen, Posts, Fotos, Videos und Kommentare von einer einzigen Quelle kontrolliert werden, kann das recht schnell nach hinten losgehen. Bis vor rund zwei Jahren waren alternative Social Media Netzwerke etwas für Tech-Nerds und Außenseitern; heute hat sich das Blatt gewendet.

Die Fans von Joe Rogan finden seine Sendungen nicht mehr auf YouTube, sondern müssen sich dafür bei Spotify anmelden. Seine Shows erreichen teilweise 200 Millionen Zuschauer / Zuhörer; eine Zahl die man nicht so schnell unter dem Tisch kehren kann. Ein herber Verlust für YouTube auch wenn die kleine Schwester von Google das nie zugeben wird.

Aber auch Spotify ist zentralisiert. Die Infos gehen durch ein Nadelohr was jederzeit zugeschnürt werden kann. Hinzu kommt, dass zentralisierte Plattformen von Regierungen, Ländern und Organisationen jederzeit zum Halt gebracht werden können. Dies betrifft sowohl westliche Länder, wo Rede- und Meinungsfreiheit bis vor Kurzem noch ein Grundpfeiler der Demokratie waren (z.B. Kanada) als auch Länder, die das mit der Freiheit nicht so ernst nehmen.

Die Bedeutung dezentraler Netzwerke wird an dieser Stelle immer deutlicher. Wenn diese Netzwerke unantastbar sind bzw. von niemandem verboten werden können, umso spannender wird die ganze Geschichte.

Ist das überhaupt möglich? Und wenn ja, wie?

Kurz und schmerzlos: Ja, es besteht diese Möglichkeit. Die Blockchain-Technologie macht das möglich.

Fast täglich entstehen neue dezentralisierte blockchain-basierte Social Media und Content Marketing Netzwerke. Zwar sind diese vom Radar des Mainstreams noch entfernt aber ich bin überzeugt, dass sollte es mit der Zensur weiter so gehen wie bisher (wovon ich ausgehe), dann werden diese Plattformen vermehrt das Bewusstsein der Massen penetrieren. Die Gewissheit, dass nichts was man selber postet von einem Außenseiter entfernt werden kann, wird den einen oder anderen mehr als wachrütteln.

Tipps für Landwirte

Kommen wir nun zu den wesentlichen Fragen die unsere Branche betreffen: Wie sollen wir vorgehen? Wie sollen wir unsere eh schon zu wenig zur Verfügung stehenden Kapazitäten auch noch auf die neuen Plattformen verteilen? Sollen wir auf Social Media zukünftig gänzlich verzichten?

Wenn die Mehrheit unserer Kunden sich noch auf den großen, zentralisierten Social Media Netzwerken aufhält, dann müssen wir dort auch weiterhin Präsenz zeigen. Diejenigen von uns, die eine „aufgewecktere“ Kundschaft haben, sollten sich so langsam aber sicher die Tentakeln auch auf diesen anderen alternativen Medien, darunter sicherlich auch die dezentralisierten Kanäle, ausbreiten. Reinschnuppern lohnt sich für jeden, der Wert auf Freiheit, Privatsphäre und innovative Technologien legt.

Noch befinden wir uns am Anfang der Adoptionskurve und nichts ist in Stein gemeisselt. Die dezentralisierten, blockchain-basierten Plattformen muss man sich ungefähr so vorstellen, wie Facebook in 2010. Das heisst jedoch nicht, dass wir sie unterschätzen dürfen. Die Communities die hinter diesen Netzwerken stecken meinen es in punkto Datenschutz, Privatsphäre und Freiheit sehr ernst. Das was in den letzten Jahren weltweit passiert ist, hat sie in ihrer Überzeugung absolut verstärkt.

Bewegen wir uns mit Tempo 100 auf das Ende von Social Media so wie wir es heute kennen? Ich persönlich glaube schon. Blockchain und Web3.0 klopfen an der Tür und das Klopfen wird immer lauter.

Bildquelle: Foto von cottonbro auf Pexels

Von Facebook abhängig - Keine gute Strategie

Von Facebook abhängig? Keine gute Strategie

Vor rund einer Woche war die gesamte Facebook-Family für etwa 6 Stunden nicht erreichbar. Es war der schlimmste Ausfall für den Silicon Valley Tech-Giganten seit 2008. Damals legte ein Fehler Facebook für einen ganzen Tag lahm. Der Unterschied zu jetzt: in 2008 lag die Anzahl der Nutzer bei 80 Millionen; heute nutzen mehr als 3 Milliarden Menschen das soziale Netzwerk.

Facebook, Instagram, WhatsApp, Messenger, Oculus – sie alle waren „down“. Nutzer versuchten vergebens sich immer wieder einzuwählen, da ging buchstäblich nichts. Was als nächstes passierte beschreibt das Dominoeffekt der Tech-Industrie. Viele wendeten sich an Twitter, Reddit, TikTok und Co. was dazu führte, dass auch diese Netzwerke mit dem hohen Zustrom von Nutzern auf Serverprobleme stoßten. Das Chaos war perfekt.

Was den Facebook Otto-Normalnutzer ärgerte, bedeutete monetäre Verluste für Kleinunternehmer, Werbeagenturen und „Creators“. Der US-amerikanische TV-Sender CNBC spricht von Verlusten von ein paar hundert Dollar bis hin zu mindestens 5.000 US-Dollar pro Unternehmer.

Das wirft die Frage auf, ob es clever und nachhaltig ist, sein Onlinegeschäft dermassen von Facebook abhängig zu machen?

Der eine oder andere Influencer lebt alleine von seinen Instagram-Posts, andere wiederum generieren einen Großteil ihres Einkommens aus Facebook-Werbung. Lasst uns die großen Konzerne bei dem ganzen Spiel nicht vergessen, denn auch hier gibt es Facebook Enterprise und WhatsApp Business Lösungen, die durch den Ausfall am Montag sehr stark „leiden“ mussten. So konnten Tausende von Angestellte an Meetings, Konferenzen und Kundengesprächen nicht teilnehmen.

Heute Facebook, morgen Google, Amazon, Microsoft oder Apple

Um den Ausmaß unserer Abhängigkeit besser zu verstehen, beginnen wir die Reise mit einem Blick auf unsere Smartphones.

Die meisten von uns verwenden entweder ein Android-Telefon mit Google drauf oder bedienen sich eines iPhones mit Apple als Anbieter. Die allerwenigsten laufen mit LinuxOS durch die Gegend oder besitzen das technische Know-how, um ihr Telefon zu de-googeln.

Was die Apps anbelangt, so finden wir bei den allermeisten Smartphone-Besitzer mindestens eine App aus der Facebook-Familie, bei der jüngeren Generation sind es mehr. WhatsApp hat fast jeder drauf. Wer die neuesten Trends mitverfolgen will, packt sich auch Instagram aufs Telefon. Wer Familie hat und gerne Fotos mit mehreren Generationen teilt, kommt an Facebook nicht vorbei. Die Gamer greifen auf Oculus VR zurück und Chat-süchtige führen ambitionierte Gespräche auf Messenger durch.

Weiter geht’s mit den Einkäufen: Online shoppen macht fast jeder. Wo? Am besten bei Amazon, natürlich. Also App auf, Produkt aussuchen, Klick und fertig. Die Kreditkarte ist ja eh schon im Profil hinterlegt; der Bequemlichkeit darf selbstverständlich nichts im Wege stehen.

Daheim wartet dann das etwas größere Smartphone auf uns, weil wir entweder bissl mehr Bildschirm beim Surfen benötigen oder weil wir den Shoppingvorgang in Groß fortsetzen möchten. Auch hier wartet entweder ein MacBook mit seinem macOS von Apple auf uns oder ein Windows-Gerät, das uns immer wieder auffordert die neuesten, wunderbarsten Microsoft-Produkte herunterzuladen, upzudaten und zu nutzen.

Diese großen Tech-Unternehmen verfolgen uns auf Schritt und Tritt, dabei existieren sie erst seit zwei-drei Dekaden. Unser ganzes Privatleben sowie unsere Businesswelt einer handvoll Unternehmen zu vertrauen, ist nicht besonders schlau. Dass dies ausgenutzt werden kann, haben wir ebenfalls schon öfters erlebt.

Was sind die Alternativen? Gibt es Lösungen auch für Menschen die sich nicht mit Programmierung oder künstliche Intelligenz auskennen?

Nicht jeder ist technisch versiert. Hinzu kommt, dass jeder von uns Talente, Erfahrung und Kenntnisse besitzt, die wichtig sind für die Gesellschaft aber mit Hardcore Technologie bzw. Digitalisierung wenig am Hut haben (obwohl das heutzutage schwer nachvollziehbar ist).

Open Source und Blockchain-basierte Alternativen

Es gibt selbstverständlich Alternativen, aber diese sind nicht Mainstream – oder noch nicht. Es gibt Chat-Apps die weniger Nutzer haben, dafür aber mehr Verschlüsselung versprechen wie z.B. Signal. Wer Open Source liebt und die Microsoft-Suite bestehend aus Excel, Word, Powerpoint und Co. satt hat, kann auf LibreOffice oder Open Office zurück greifen. Natürlich bietet Linux das Nonplus-Ultra für jeden der selbst an seinem Laptop / Computer werkelt und sich gleichzeitig von Apple bzw. Windows abseilen mag.

Kommen wir zu Web 3.0 und damit auf die Blockchain-basierten Plattformen zu sprechen. So lässt sich beispielsweise YouTube hervorragend mit Odysee substituieren. Wer seine Lieblingscreators sucht, die auf YouTube aus was auch immer Gründen gesperrt wurden, wird hier mit großer Wahrscheinlichkeit fündig. Auf der Suche nach einer Facebook-Alternative? Wie wär’s mit MINDS. Bist Du ein Fan kurzer Messages? Dann schau doch bei Flote vorbei.

Folgende Artikel zu Blockchain, Metaverse und der neuen Marketing-Ära in der Landwirtschaft könnten Dich auch interessieren:

Vor 10 Jahren wurde Facebook belächelt; heute kommt kaum ein Onlinebusiness an dem Tech-Giganten vorbei. Mit seinen 3 Milliarden Nutzer, ist die soziale Plattform ein absoluter Schwergewicht geworden, mit dem nicht so leicht zu Scherzen ist.

Nicht desto trotz, halte ich es für äußerst riskant, sein gesamtes Business von diesem einen Netzwerk abhängig zu machen. Auch wenn Ihr (noch) kein Web 3.0 Fan sein, macht es Sinn, das Risiko über mehrere Web 2.0 Lösungen zu teilen. Wer weiss, wann der nächste Ausfall von Zuckerberg an der Tür klopft. Gute Vorbereitung ist die halbe Miete.

Bildquelle: Foto von Luca Sammarco auf Pexels

Eine neue Marketing-Ära in der Landwirtschaft

Eine neue Marketing-Ära in der Landwirtschaft

Der fliegende Wechsel zwischen Web 2.0 und Web 3.0 ist in vollem Gange. Damit einhergehend wurde auch eine neue Marketing-Ära eingeläutet, die auf Blockchain-Technologien basiert. Zwar tummeln sich die Massen immer noch schwerpunktmäßig auf Facebook, Twitter und Co. aber gleichzeitig wächst die Anhängergruppe dezentraler Marketingplattformen, die unsere Zukunft sehr wohl mitbestimmen wird.

Wir Landwirte sind schon happy wenn wir unsere Videos auf YouTube, Vimeo oder Facebook hochladen können. Sollen wir uns jetzt auch noch mit den Videostreaming-Plattformen auseinandersetzen die auf der LBRY, Hive oder Theta Blockchain entstehen?

Dass dieser Trend nicht mehr aufzuhalten ist, signalisiert auch die Änderung der Werbepolitik von Google vor ein paar Tagen. Der Tech-Gigant aus Silicon Valley hat seine Werberichtlinien überarbeitet, um Kryptowährungsbörsen ab dem 3. August mit ihnen werben zu lassen, vorausgesetzt, diese sind entweder beim Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) oder bei einer bundes- oder landesweit zugelassenen Bankgesellschaft registriert. Die neue Richtlinie gilt weltweit sowohl für Google Search als auch für seine Drittanbieter-Webseiten, einschließlich YouTube, Blogger und Gmail.

Quelle: Dies ist die offizielle Meldung von Google

Kurz noch zum Hintergrund:

Google hatte in 2018 alle Krypto-Anzeigen verboten. Diese Entscheidung betraf alle Krypto-Unternehmen und wurde bekanntlich übergreifend auf allen Google-Plattformen (also inkl. YouTube) implementiert.

Erfordert Web 3.0 auch ein sogenanntes Marketing 3.0?

Der weltweit bekannteste Marketingprofessor Philip Kotler hat den Begriff Marketing 3.0 in 2010 in unser Sprachgebrauch eingeführt. Mit seinem Bestseller „Marketing 3.0: From Products to Customers to the Human Spirit“ plädiert er dafür, dass sich das Marketing in eine interaktive Kommunikation verwandelt, die durch Kundenengagement und Teilen („Sharen“) gemessen wird, anstatt durch Klicks, Öffnungsraten und Impressionen.

Damit soll sich Marketing endlich mal auf die wichtigste Komponente in der gesamten Kette konzentrieren — nämlich auf den Verbraucher und seine Emotionen, Gefühle (also die zarte / „softe“ Seite dessen).

In der Theorie ist das zwar alles schön und gut aber wie wir alle wissen, klaffen Theorie und Praxis ganz schön auseinander.

Ein kurzer Blick auf die Geschichte zeigt uns folgende Veränderung in der Marketingauffassung:

  • Marketing 1.0 war produkt- bzw. dienstleistungsgetrieben. Dies ist das traditionelle Marketing, wo sich alles um das Produkt und die funktionalen Elemente dieses Produkts dreht.
  • Marketing 2.0 ist geprägt durch Segmentierung und Personalisierung. Die meisten Unternehmen befinden sich in dieser Phase, mich eingeschlossen. Es gilt das Produkt bzw. die Dienstleistung gemäß den einzigartigen Bedürfnisse und Wünsche der Kunden zu differenzieren. Das Ganze verdanken wir dem Wachstum der IT innerhalb eines Unternehmens.
  • Bei Marketing 3.0 steht die Kundeninteraktion und die Beziehung des Kunden zur Marke im Mittelpunkt. Durch die Einbettung der Themen wie z.B. Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Co. werden „bestimmte“ Werte angezapft und entsprechend vermarktet.

Wie lauten denn die 10 Regeln für Marketing 3.0?

Die nachfolgenden zehn Regeln stammen aus Philip Kotler’s Buch „Marketing 3.0: From Products to Customers to the Human Spirit“ und lauten wie folgt:

  1. Behandele Deine Kunden mit Liebe und Deine Wettbewerber mit Respekt.
  2. Sei für Wandel und Veränderung bereit.
  3. Definiere Deine Werte klar und unterstütze diese.
  4. Konzentriere Dich auf das Segment, das Dir den größten Nutzen bringen kann.
  5. Setze faire Preise, um Deine Qualität zu vermitteln.
  6. Helfe potenziellen Kunden, sich mit Deinem Unternehmen und dessen Produkte zu verbinden.
  7. Betrachte Deine Kunden als Kunden fürs Leben.
  8. Betrachte jedes Geschäft als eine Dienstleistung. Denn jedes Produkt ist mit einer Dienstleistung verbunden.
  9. Verbessere Deinen Geschäftsprozess jeden Tag.
  10. Berücksichtige verschiedene Aspekte und Informationen – nicht nur finanzieller Art -, bevor Du eine Entscheidung triffst.

Quelle: Für jeden der Lust hat tiefer in die Theorie einzusteigen, das Buch Marketing 3.0 von Philip Kotler ist auf Amazon erhältlich.

Was heißt das jetzt alles für uns Landwirte (ganz einfach übersetzt)?

Theorie ist schön und gut, hat auch seinen Platz, aber wir müssen kucken wie wir das neben unserer Feldarbeit und Viehzucht umsetzen.

Inwieweit Engagement und Emotionen eine Rolle spielen, haben wir in den letzten Monaten und Jahren seit Anfang 2020 live erlebt. Die verwirrenden Nachrichten die sei es aus Maintream aber auch aus alternativen Medien auf uns prallen, sind mehr als bizarr. Was wirklich abgeht, weiß keiner mehr so genau. Das gilt gleichermaßen für Werbeagenturen, wie auch für die sozialen Medien die ihre Zensur, Banning und DePlatforming-Politik bis auf die Spitze getrieben haben.

Nun stehen auf der einen Seite die teils völlig irritierten und verwirrten Verbraucher und auf der anderen Seite wir als Familienbetriebe. Egal ob wir landwirtschaftlich oder anderweitig unterwegs sind, müssen wir zuschauen wie wir zurecht kommen und das Vertrauen in das Gute im Menschen wieder aufbauen.

Keine leichte Arbeit. Gleichzeitig verstecken sich im Chaos die größten Chancen und dafür müssen wir mutig genug sein, um uns diese auch zu schnappen.

Konkret empfehle ich marketingtechnisch folgendes:

Halte Dich an Regel #7 von Philip Kotler, u.z. Betrachte Deine Kunden als Kunden fürs Leben.

Wenn Du immer gemäß diesem Prinzip agierst, dann wirst Du alles tun, um Deinen Kunden Top Produkte in Top Qualität zu einem fairen Preis anzubieten. Da braucht man keine Tricks anwenden und auch keine endlose Kämpfe führen bzw. tonnenweise Geld in irgendwelche aufdringliche Werbekampagnen auf Facebook, Google und Co. investieren, um Vertrauen in Dein Unternehmen und Deine Marke zu erlangen.

Wie setzt Du Marketing 3.0 bei Dir im Betrieb um? Und als Verbraucher, kriegst Du von dieser Bewegung überhaupt was mit?

Bildquelle: Foto von Jose Francisco Fernandez Saura from Pexels