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2023-01 Tick Tock und schon ist unser wertvollstes Gut weg

Tick Tock und schon ist unser wertvollstes Gut weg

Tick Tock und schon ist eine wertvolle Sekunde unseres Lebens vergangen. Zeit ist ein kostbares Gut. Das wissen die Genossen, die an der Spitze der sozialen Medien sitzen nur allzu gut. Egal ob Instagram, Twitter, Tik Tok oder Facebook, mit der wertvollen Zeit der Nutzer lässt sich sehr viel Geld verdienen.

Ein Post hier, ein Herzchen da, ein Thumbs Up drüben und ein Emoji noch zum Schluss, und schon sind ein paar Minuten unseres Lebens wieder vorbei. Aber wer denkt schon bewusst daran, wenn Influencer XYZ gerade sein neuestes Auto, Schmuckstück oder Botox-Tune-up auf Instagram präsentiert und wir völlig verträumt durch unseren Feed scrollen, um noch mehr vom „außergewöhnlichen“ Leben der neuen Stars berieselt zu werden.

Hauptsache unserem normalen, langweiligen und für viele recht depressiven Alltag für ein paar Momente entwischen, bevor uns der Boomerang der Realität wieder einholt. Dass dabei der Zeiger der Uhr beständig Tick Tock macht und wir unser Leben auf einem Silbertablett anderen servieren, will fast keiner verstehen und ernst nehmen.

Zeit, Daten und Verhaltensmuster

Die Social Media Apps, die fast jeder auf seinem Smartphone gespeichert hat, sind schon eine clevere Innovation. Unter dem Deckmantel bzw. mit Hilfe von Schlagwörter wie z.B. „Menschen mit gleichen Interessen finden“, „Communities bilden“, „personalisierte Feeds kreieren, „mit Freunden immer und überall kostenlos verbunden bleiben“, werden uns Insta, Tik Tok, Twitter und Co. sehr charmant verkauft.

Dass wir dabei unsere persönlichen Daten preisgeben, sei dahingestellt. Aber, dass wir dabei auch unser Verhalten, unsere Wünsche, Interessen, Frustrationen, Ängste, Krankheiten und Co. ohne jegliche Überlegung auf diesen Plattformen preisgeben, ist zweischneidig. Die Algorithmen lernen schnell. Die Künstliche Intelligenz wird aufgrund der immer wachsenden Menge von Daten immer ausgeklügelter und die Werbeträger reiben sich die Hände.

So billig konnte man Werbung schon lange nicht mehr im Facebook-Ökosystem schalten. Insbesondere heuer wo sich Großkonzerne und viele kleine Unternehmen zurück ziehen und ihre Budgets kürzen, heißt es für die Mutigen und Risikofreudigen, Gas geben mit der Werbung. Dabei darf man nicht vergessen, dass mit einem Klick Facebook, Instagram, Messenger und WhatsApp problemlos aktiviert werden können. Die Nutzer sind da und sie sind auch weiterhin bereit ihre wertvolle Lebenszeit auf diesen Netzwerken zu verbringen und teils wild vor sich herzuklicken.

Fragt doch mal einen Vielnutzer, wo er in den letzten 5 Minuten überall geklickt hat und er / sie wird sich an die meisten Posts, Bilder oder Stories überhaupt nicht mehr erinnern. D.h. wir verschenken nicht nur unser kostbares Gut einfach so, sondern befinden uns dabei auch noch in einem völligen Zombie-Zustand.

Tick Tock – Seid Euch Eures Lebens bewusst

Es gibt eine Interaktion aus dem SciFi-Film „Jupiter Ascending“ (2015), die mir bis heute nicht aus dem Kopf geht. Es geht dabei um unser heutiges Thema: die Zeit.

„In eurer Welt sind die Menschen daran gewöhnt, um Ressourcen zu kämpfen… wie Öl, Mineralien oder Land. Aber wenn man Zugang zu den Weiten des Weltraums hat, wird einem klar, dass es nur eine Ressource gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt… sogar zu töten: Mehr Zeit. Zeit ist das kostbarste Gut im Universum.

— Kalique Abraxas aus Jupiter Ascending

Manchmal frage ich mich schon, ob gewisse Filme, die als Science Fiction gekennzeichnet wurden, nicht eher die Realität beschreiben und viel mehr, als es uns lieb ist.

Dass wir alle in einer Illusion leben, die wir mit unseren Gedanken bewusst oder unbewusst kreieren, dürfte mittlerweile bei den Meisten angekommen sein, egal ob man was von Quantenphysik hält oder nicht.

Tolle Erkenntnisse, und was hat das jetzt mit Landwirtschaft oder Agrarbetrieb zu tun?

Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen, die Berufen nachgehen bzw. Unternehmen betreiben, die eng mit der Natur verbunden sind, das Thema „Zeit“ anders wahrnehmen als jene, die fest im Kreislauf Appartment-Auto-Büro-Lunchbox-Büro-Auto-Appartment-Fernseher verankert sind. Dies ist keine Wertung, sondern eine Beobachtung.

Umso wichtiger ist es deshalb, uns unserer Sterblichkeit bewusst zu werden. Dies hat nichts mit Angst zu tun, sondern ganz im Gegenteil, es sollte jeden motivieren und inspirieren, seinen Träumen nachzugehen und sein Leben ganz bewusst (!) so zu gestalten, wie man es will.

Tick tock, tick tock … Was willst Du in Deinem Leben wirklich kreieren?

Bildquelle: Foto von John Tyson auf Unsplash

Die sozialen Medien und das Kasperlspiel

Die sozialen Medien und das Kasperlspiel

Im Bereich der sozialen Medien kennt man mittlerweile nur noch eins: eine tolle Show hinlegen. Wer den Mut hat, einen tieferen Blick hinter die Kulissen zu werfen, der merkt, dass alles einem Zirkus bzw. einem gut inszenierten Kasperlspiel ähnelt. Das jüngste Beispiel: Twitter.

Mittlerweile dürfte auch Tante Gudrun aus dem hintersten „Kaff“ Deutschlands von Twitter gehört haben. Denn das, was früher nur Online debattiert wurde, findet heute einen festen Platz im Prime Time der Mainstream-Medien. Wenn in der Tagesschau des öffentlich-rechtlichen Fernsehens über Elon Musk und Twitter berichtet wird, dann wissen wir, dass Social Media ihren lang ersehnten festen Platz im aktuellen Leben der Bewohner dieses Planeten eingenommen hat. Ob das gut oder schlecht ist, ob dies einer Dekadenz der Gesellschaft oder einem Aufstieg zugeschrieben werden kann, überlasse ich an dieser Stelle jedem einzelnen von Euch.

Wer glaubt, dass durch die Übernahme von Twitter durch Elon Musk die Rede- und Meinungsfreiheit auf dieser Plattform zurückkehrt, hat das Spiel nicht richtig durchschaut bzw. verstanden. Das, was in den letzten beiden Jahren auf den sozialen Medien in punkto Zensur passiert ist, kann man nicht durch eine Show-Übernahme wettmachen. Zwar wurden auf Twitter ein paar Konten, die in den letzten Monaten gesperrt wurden, wieder aktiviert, aber das ist lediglich nur ein winziger Trost.

Denn eins dürfen die Twitter-Nutzer nicht vergessen: hinter diesem Unternehmen stecken namhafte Aktionäre die Geld (Dividende!) sehen wollen.

Wer einen Blick auf Yahoo Finance auf dem Tab „Holders“ klickt, erfährt, dass u.a. folgende Big Businesses und Big Banks zu den Aktionären von Twitter gehören:

Vanguard, BlackRock, Morgan Stanley, Barclays, State Street Corporation — um ein paar zu nennen.

Glaubt Ihr tatsächlich, dass das oberste Ziel der oben aufgeführten Investoren Rede- und Meinungsfreiheit ist, wie das so gerne von Elon Musk angepriesen wird?

Twitter ist ein Business

Twitter, Facebook bzw. Meta, LinkedIn und Co. haben zuerst unsere Desktops, danach unsere Smartphones und heute unser Leben eingenommen. Wir waren diejenigen, die diese Technologien und damit einhergehend diese Silicon Valley Tech-Giganten in unser Leben eingeladen haben. Heute stehen die meisten völlig machtlos da und wissen gar nicht, was mit ihren persönlichen Daten wirklich passiert; ganz zu schweigen von der wertvollen Zeit, die sie in diese Medien „investieren“.

Wobei das Wort „Investieren“ in diesem Zusammenhang völlig falsch am Platz ist, denn die großen Nutznießer der sozialen Medien sind die Plattformen selbst und die vielen Werbeträger und sogenannten „Third-Parties“ bei denen unsere Daten und Verhaltensmuster landen.

Bis vor wenigen Jahren war Twitter in der D-A-CH Region nicht besonders beliebt. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass sich das etwas relativiert hat. Ich finde es gibt mehr und mehr deutschsprachige Profile, die hierauf posten und versuchen Twitter in ihr Marketingportfolio besser zu integrieren.

Twitter war von Anfang an die „Go-to“-Plattform für die neuesten Nachrichten. Wenn etwas in der Welt passierte, dann gab’s die Nachricht zur allererst auf Twitter. Bis Facebook die Nachricht aufgriff oder im Fernsehen darüber berichtet wurde, war das Ganze schon längst passé.

Heute ist das auch nicht viel anders, obwohl die Plattform vermehrt von Bots dominiert wird. Auch hier hat Elon Musk ein Versprechen abgegeben, welches lautet:

Die Bots weitestgehend zu eliminieren und die echten Menschen zu authentifizieren. (Quelle: Tweet von Elon Musk, Twitter)

Twitter hatte schon immer ein Problem: und zwar die Werbeeinnahmen. Anders als bei Facebook, wo Werbekampagnen etwas leichter aufzusetzen sind und Gewinne entsprechend abschöpfbar sind, ist das bei Twitter anders. Nur erfahrene und anspruchsvolle Werbetreibende wissen, wie mit Twitter-Werbung profitabel umzugehen ist. Wenn die Plattform jedoch voll von Bots ist, dann schmeißt man quasi das Geld aus dem Fenster. Logischerweise, muss sich dies auch ändern, wenn Elon Musk seine Investoren bei Laune halten möchte. Wie also die Authentifizierung der „echten Menschen“ ablaufen soll (Beispiel: digitale Identität) und ob das viele so auch mitmachen werden, bleibt abzuwarten.

Fakt ist, Twitter ist und bleibt ein Business auch wenn es unter der Tarnung „soziales Medium“ fungiert.

Die sozialen Medien im Karussell der Zeit

Wie lange die heuer bekannten, sozialen Medien unser Leben noch mitbestimmen werden, hängt einzig und alleine von uns ab. In dem Moment, in dem wir aufhören, die Plattformen zu nutzen, heißt es „Game over“ für die Ikonen Mark Zuckerberg, Elon Musk oder wie auch immer sie heißen. Dass dieses schneller gehen kann als es manch einem lieb ist, sieht man an der Aktie von Facebook / Meta, die in den letzten Monaten gigantische Verluste verzeichnen musste.

Was soll ich tun, wenn ich Landwirt bin? Soll ich diese Netzwerke weiter nutzen oder ist es an der Zeit mich bei anderen Technologien umzuschauen?

Berechtigte Fragen, denn wir wollen ja einerseits dort sein, wo unsere Kunden sind und gleichzeitig Änderungen bzw. „Kundenmigration“ vorausschauen, um uns bestens positionieren zu können. Denn jetzt, wo Geschäfte vermehrt Online abgewickelt werden, müssen wir uns anpassen. Auf der Strecke zu bleiben, ist für mich und für viele meiner Kollegen keine Option.

Was andere Technologien angeht, so würde ich ein Auge offen halten für das, was auf der Blockchain passiert. Denn dieser Bereich umfasst nicht nur Kryptowährungen, sondern ein komplexes Multiverse an Möglichkeiten, die wir heute kaum erahnen können. Auf der Blockchain erscheinen bereits die ersten sozialen Medien, auch wenn diese in der Mainstream noch nicht eingedrungen sind. Das Konzept der Dezentralisierung, bei dem jeder Einzelne von uns die Schlüssel selbst in der Hand hat und seine Inhalte von niemand auf der Welt gelöscht werden können, gewinnt immer mehr an Attraktivität.

Lasst Euch von dem Kasperltheater, das uns präsentiert wird, nicht hypnotisieren. Die Grundlagen eines Unternehmens bleiben bestehen. Es geht um Gewinne, und das gilt auch für die sozialen Medien.

Bildquelle: Foto von Creative Christians auf Unsplash

Eine neue Marketing-Ära in der Landwirtschaft

Eine neue Marketing-Ära in der Landwirtschaft

Der fliegende Wechsel zwischen Web 2.0 und Web 3.0 ist in vollem Gange. Damit einhergehend wurde auch eine neue Marketing-Ära eingeläutet, die auf Blockchain-Technologien basiert. Zwar tummeln sich die Massen immer noch schwerpunktmäßig auf Facebook, Twitter und Co. aber gleichzeitig wächst die Anhängergruppe dezentraler Marketingplattformen, die unsere Zukunft sehr wohl mitbestimmen wird.

Wir Landwirte sind schon happy wenn wir unsere Videos auf YouTube, Vimeo oder Facebook hochladen können. Sollen wir uns jetzt auch noch mit den Videostreaming-Plattformen auseinandersetzen die auf der LBRY, Hive oder Theta Blockchain entstehen?

Dass dieser Trend nicht mehr aufzuhalten ist, signalisiert auch die Änderung der Werbepolitik von Google vor ein paar Tagen. Der Tech-Gigant aus Silicon Valley hat seine Werberichtlinien überarbeitet, um Kryptowährungsbörsen ab dem 3. August mit ihnen werben zu lassen, vorausgesetzt, diese sind entweder beim Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) oder bei einer bundes- oder landesweit zugelassenen Bankgesellschaft registriert. Die neue Richtlinie gilt weltweit sowohl für Google Search als auch für seine Drittanbieter-Webseiten, einschließlich YouTube, Blogger und Gmail.

Quelle: Dies ist die offizielle Meldung von Google

Kurz noch zum Hintergrund:

Google hatte in 2018 alle Krypto-Anzeigen verboten. Diese Entscheidung betraf alle Krypto-Unternehmen und wurde bekanntlich übergreifend auf allen Google-Plattformen (also inkl. YouTube) implementiert.

Erfordert Web 3.0 auch ein sogenanntes Marketing 3.0?

Der weltweit bekannteste Marketingprofessor Philip Kotler hat den Begriff Marketing 3.0 in 2010 in unser Sprachgebrauch eingeführt. Mit seinem Bestseller „Marketing 3.0: From Products to Customers to the Human Spirit“ plädiert er dafür, dass sich das Marketing in eine interaktive Kommunikation verwandelt, die durch Kundenengagement und Teilen („Sharen“) gemessen wird, anstatt durch Klicks, Öffnungsraten und Impressionen.

Damit soll sich Marketing endlich mal auf die wichtigste Komponente in der gesamten Kette konzentrieren — nämlich auf den Verbraucher und seine Emotionen, Gefühle (also die zarte / „softe“ Seite dessen).

In der Theorie ist das zwar alles schön und gut aber wie wir alle wissen, klaffen Theorie und Praxis ganz schön auseinander.

Ein kurzer Blick auf die Geschichte zeigt uns folgende Veränderung in der Marketingauffassung:

  • Marketing 1.0 war produkt- bzw. dienstleistungsgetrieben. Dies ist das traditionelle Marketing, wo sich alles um das Produkt und die funktionalen Elemente dieses Produkts dreht.
  • Marketing 2.0 ist geprägt durch Segmentierung und Personalisierung. Die meisten Unternehmen befinden sich in dieser Phase, mich eingeschlossen. Es gilt das Produkt bzw. die Dienstleistung gemäß den einzigartigen Bedürfnisse und Wünsche der Kunden zu differenzieren. Das Ganze verdanken wir dem Wachstum der IT innerhalb eines Unternehmens.
  • Bei Marketing 3.0 steht die Kundeninteraktion und die Beziehung des Kunden zur Marke im Mittelpunkt. Durch die Einbettung der Themen wie z.B. Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Co. werden „bestimmte“ Werte angezapft und entsprechend vermarktet.

Wie lauten denn die 10 Regeln für Marketing 3.0?

Die nachfolgenden zehn Regeln stammen aus Philip Kotler’s Buch „Marketing 3.0: From Products to Customers to the Human Spirit“ und lauten wie folgt:

  1. Behandele Deine Kunden mit Liebe und Deine Wettbewerber mit Respekt.
  2. Sei für Wandel und Veränderung bereit.
  3. Definiere Deine Werte klar und unterstütze diese.
  4. Konzentriere Dich auf das Segment, das Dir den größten Nutzen bringen kann.
  5. Setze faire Preise, um Deine Qualität zu vermitteln.
  6. Helfe potenziellen Kunden, sich mit Deinem Unternehmen und dessen Produkte zu verbinden.
  7. Betrachte Deine Kunden als Kunden fürs Leben.
  8. Betrachte jedes Geschäft als eine Dienstleistung. Denn jedes Produkt ist mit einer Dienstleistung verbunden.
  9. Verbessere Deinen Geschäftsprozess jeden Tag.
  10. Berücksichtige verschiedene Aspekte und Informationen – nicht nur finanzieller Art -, bevor Du eine Entscheidung triffst.

Quelle: Für jeden der Lust hat tiefer in die Theorie einzusteigen, das Buch Marketing 3.0 von Philip Kotler ist auf Amazon erhältlich.

Was heißt das jetzt alles für uns Landwirte (ganz einfach übersetzt)?

Theorie ist schön und gut, hat auch seinen Platz, aber wir müssen kucken wie wir das neben unserer Feldarbeit und Viehzucht umsetzen.

Inwieweit Engagement und Emotionen eine Rolle spielen, haben wir in den letzten Monaten und Jahren seit Anfang 2020 live erlebt. Die verwirrenden Nachrichten die sei es aus Maintream aber auch aus alternativen Medien auf uns prallen, sind mehr als bizarr. Was wirklich abgeht, weiß keiner mehr so genau. Das gilt gleichermaßen für Werbeagenturen, wie auch für die sozialen Medien die ihre Zensur, Banning und DePlatforming-Politik bis auf die Spitze getrieben haben.

Nun stehen auf der einen Seite die teils völlig irritierten und verwirrten Verbraucher und auf der anderen Seite wir als Familienbetriebe. Egal ob wir landwirtschaftlich oder anderweitig unterwegs sind, müssen wir zuschauen wie wir zurecht kommen und das Vertrauen in das Gute im Menschen wieder aufbauen.

Keine leichte Arbeit. Gleichzeitig verstecken sich im Chaos die größten Chancen und dafür müssen wir mutig genug sein, um uns diese auch zu schnappen.

Konkret empfehle ich marketingtechnisch folgendes:

Halte Dich an Regel #7 von Philip Kotler, u.z. Betrachte Deine Kunden als Kunden fürs Leben.

Wenn Du immer gemäß diesem Prinzip agierst, dann wirst Du alles tun, um Deinen Kunden Top Produkte in Top Qualität zu einem fairen Preis anzubieten. Da braucht man keine Tricks anwenden und auch keine endlose Kämpfe führen bzw. tonnenweise Geld in irgendwelche aufdringliche Werbekampagnen auf Facebook, Google und Co. investieren, um Vertrauen in Dein Unternehmen und Deine Marke zu erlangen.

Wie setzt Du Marketing 3.0 bei Dir im Betrieb um? Und als Verbraucher, kriegst Du von dieser Bewegung überhaupt was mit?

Bildquelle: Foto von Jose Francisco Fernandez Saura from Pexels

Soziale Netzwerke knallhartes Geschaeftsmodell

Soziale Netzwerke betreiben ein knallhartes Geschäft

Soziale Netzwerke haben unser Leben in der letzten Dekade vollkommen transformiert. Sie werden uns „kostenlos“ zur Verfügung gestellt und im Gegenzug werden dann jede Menge persönliche Daten gesammelt; „kostenlos“ versteht sich. Was die allerwenigsten verstehen, ist die Tatsache, dass Facebook, Instagram, YouTube und Co. ein knallhartes Geschäft betreiben.

Es gibt kein „kostenlos“!

Diejenigen von Euch die selbst eine Werbeanzeige auf z.B. Facebook geschaltet haben, wissen ganz genau was ich meine. Das Facebook-Ökosystem verfügt über eine unvorstellbar große Datenbank. Vergisst dabei nicht, dass die Plattformen Instagram, WhatsApp und Messenger auch zu Facebook gehören. Mit nur einem Klick kann man eine Werbeanzeige kreuz und quer über alle diese Netzwerke schalten. Es gibt ein zentrales Kontrollsystem und dort werden alle Daten aggregiert. In Facebook Business Manager lässt sich alles ganz simpel verwalten.

Verkauft werden uns die sozialen Netzwerke als „Ort, an dem wir uns mit Freunden, Familie, Bekannten und Gleichgesinnten“ austauschen. Die Vorstellung eines Onlineparadieses, wo wir ungestört mit Menschen kommunizieren können die uns Nahe stehen, verleitet uns noch mehr über uns Preis zu geben. Diese Informationen sind Gold wert. Das wissen die Tech-Giganten aus Silicon Valley und Seattle nur allzu gut.

Das Geschäftsmodell der sozialen Netzwerke und wie Werbetreibende hiervon profitieren

Wie soziale Netzwerke funktionieren ist kein Geheimnis. Sie stellen uns z.B. eine App, Suchfunktion oder Videoplattform „kostenlos“ zur Verfügung und im Gegenzug erhalten Werbetreibende Zugriff auf ein anspruchsvolles Datenset bestehend aus persönlichen Daten, Verhaltensdaten usw.

Je mehr Nutzer eine Plattform hat, umso interessanter der Werbeplatz.

Je vielfältiger die Communities und Gruppen die sich auf diesen Netzwerken austauschen, umso präziser sind die gesammelten Daten.

Je mehr Altersgruppen abgedeckt werden, umso besser kann das Produkt an die entsprechende Zielgruppe vermarktet werden.

BEISPIEL:

Gehen wir davon aus, dass ich ein Onlinegeschäft habe, wo ich ganz spezielle Accessoires für Pokemon-Fans anbiete.

  1. Ich wähle Facebook als erste Werbeplattform, da ich weiss, dass ich dadurch auch alle Pokemon-Fans die sich auf Instagram tummeln, erreichen kann. Auch wenn ich unterschiedliche Videoklips oder Bilder je Netzwerk verwende, kann ich alles in Ads Manager und Facebook Business Manager problemlos verwalten. Da ich die Werbung auf Facebook und Instagram aktiviere, erreiche ich eine breitere Altersgruppe. Für diejenigen Nutzer die Messenger / WhatsApp bevorzugen, schalte ich eine gesonderte Werbung mit der Möglichkeit einer direkten Interaktion im Chat, um diese Kundenklientele noch besser kennen zu lernen. Dieses Feedback nutze ich anschließend, um meine Werbenachricht entsprechend anzupassen und zu verfeinern.
  2. Als nächstes fokussiere ich mich auf YouTube. Auch hier bestehen mehrere Möglichkeiten: a) ich schalte selbst YouTube Ads, b) ich suche mir ein paar Influencer aus der Pokemon-Community aus und vereinbare mit diesen ein Sponsoring -/ Werbevertrag, c) ich gehe ein paar strategische Allianzen / Kooperationen mit YouTube-Persönlichkeiten an die mit Pokemon zwar direkt nichts zu tun haben, aber mit diesen Communities trotzdem stark verlinkt sind (z.B. als Cross-Chain-Promotion).
  3. Ich wiederhole den oben aufgeführten Prozess auf Plattformen wie z.B. Tik Tok, Snap, Pinterest und /oder Twitter.

Der Werbetreibende kann die sozialen Netzwerke demnach sehr gezielt nutzen, um seine Werbekampagnen zu gestalten.

Big Tech dominiert heute die Welt. Durch ihre Apps modellieren sie nicht nur unser Bewusstsein, sondern sie greifen auch in andere Bereiche unseres Lebens ein.

Ganz konkret empfehle ich Nutzer des Messenger-Dienstes von Facebook einen genaueren Blick auf die Daten zu werfen, die Messenger über sie und ihr Verhalten sammelt. Viele Smartphone-Nutzer sind sich dieser massiven Datensammlung die im Hintergrund stattfindet, überhaupt nicht bewusst. Wer liest schon das „Kleingedruckte“ bzw. die „L“-langen Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen. In diesem Falle lohnt es sich da mal reinzuschauen. Facebook & Co. sind immer für eine Überraschung gut!

Zensur in den sozialen Medien

Wie machtvoll diese sozialen Netzwerke in den letzten Jahren geworden sind, haben wir an der „DePlatform“-Aktion während der aktuellen US-Wahlen gesehen. Wer eine andere Meinung vertritt, wird gelöscht – egal ob es sich hierbei um den „mächtigsten“ Mann der Welt handelt oder nicht.

Irgendwie scheinen wir aus der Vergangenheit nichts aber auch gar nichts gelernt zu haben.

Wenn andere Meinungen nicht mehr toleriert werden, dann hat das mit Freiheit und Demokratie nichts mehr zu tun. Wenn wir jedoch verstehen, dass diese Entitäten knallharte Geschäftseinheiten sind, die nur darauf hinaus sind, Geld und noch mehr Geld zu generieren, dann brauchen wir uns auch nicht darüber aufregen, dass sie Konten von Selbst-/Andersdenker löschen. Das ist nicht gut fürs Business. Mainstream-Erzählungen füllen die Taschen, also werden Google, Facebook und wie sie alle heissen, alles tun, um ihr Hauptklientele und -geschäft zu schützen und nur mit Informationen versorgen, die sie entsprechend vorselektieren.

Wer auf der Suche nach echtem Journalismus ist, wird auf den zentralisierten, vorgefilterten sozialen Medien extrem selten fündig. Dafür sind diese Entitäten nicht entwickelt worden. Facebook und Co. sind super für die Massen, aber selten ein Medium für Selbstdenker.

Es gilt dies zu wissen, dann kann man freizügiger navigieren und gegebenenfalls proaktiv selbst alle seine Konten auf diesen sozialen Medien löschen. Das Leben ist auch ohne Social Media sehr lebenswert!

Was stört Euch an den klassischen sozialen Medien am meisten?

Bildquelle: Foto von Gerd Altmann auf Pixabay

Spalten soziale Netzwerke die Gesellschaft

Spalten soziale Netzwerke die Gesellschaft verstärkt auf?

Was einst als ein friedlicher Ort mit Gleichgesinnten an den Start ging, mutiert immer mehr zu einem Schlachtfeld. Soziale Netzwerke galten lange Zeit als „safe places“, wo man ungestört rumstöbern, Bilder und Videos hochladen konnte und die Vorzüge einer Community genoss. Was sich jedoch derzeit auf Facebook, Instagram, Twitter und Co. abspielt, grenzt der Absurdität.

Vor 20 Jahren wussten wir mit dem Begriff „soziale Netzwerke“ nichts anzufangen. Zwei Dekaden später, bestimmen eine Handvoll Technologie-Unternehmen den Alltag eines Großteils der Bevölkerung.

Sie verstecken sich überall, wobei ihr Lieblingsplatz unsere Smartphones sind. Da fühlen sie sich super wohl, denn sie dürfen ungestört auf unsere Mikros, Bildergallerien und Co. zugreifen. Wer liest schon die L-langen Nutzungsbedingungen, um zu verstehen was diese winzigen „Spionen“ auf unseren Telefonen wirklich treiben.

In der Zwischenzeit sind sie wahre Herrscher geworden. Sie wissen mehr über uns als es manch einer gern haben möchte. Sie kennen unsere tiefsten Geheimnisse und Wünsche, sie wissen wovor wir uns fürchten und was uns in Rage bringt. Die dahinterliegende Künstliche Intelligenz hatte immerhin zwanzig Jahre Zeit uns alle kennen zu lernen. Wir haben diese Biester mit persönlichen Daten gefüttert und jetzt sind wir schockiert, wenn uns die Plattform Werbung serviert, das voll auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Wo wir shoppen waren, was wir uns angeschaut haben, mit wem wir zusammen waren, was wir verzehrt haben … die kleinen Apps sind ganz schon ausgeklügelt. Zur Erinnerung: wir haben der ganzen Geschichte zugestimmt als wir freiwillig diesen sozialen Netzwerken beitraten.

Nutzen soziale Netzwerke Ihre Macht aus?

Als Twitter in 2018 rund 70 Millionen Konten löschte, regte sich die Mainstream-Presse extrem stark über den Vorfall auf. (siehe hierzu u.a. Forbes)

Ähnliches passierte auch vor wenigen Wochen im Rahmen der US-Wahlen aber da war der Ton auf einmal ganz anders. Während die einen jubelten, flüchteten die gesperrten Nutzer zu alternativen Social Media Plattformen, die Wert auf Meinungs- und Redefreiheit legen.

Wieso verlassen auf einmal Millionen von Nutzer weltweit Facebook’s Messenger-App WhatsApp, um auf Telegram oder Signal umzusteigen? Warum explodieren Blockchain-basierte Videonetzwerke wie z.B. LBRY, Odysee oder DTube während immer mehr Menschen YouTube den Rücken kehren?

Was geht hier eigentlich vor?

Ich habe in den letzten Monaten öfters darauf hingewiesen, dass z.B. YouTube, Facebook oder Twitter Nutzer sperrt die eine andere Meinung vertreten bzw. deren Sichtweise nicht in die Schublade der Mainstream-Erzählungen passt.

Egal wie loyal man der Plattform war, egal wieviel Geld man für Werbung ausgegeben hat (im Falle von Facebook), egal wieviel qualitative Videos und Posts man veröffentlicht hat, das alles zählt in der heutigen Zeit nicht. Was zählt ist ob man sich an die „Schubladen“-Bedingungen hält oder nicht. Soviel zur Freiheit.

Noch vor wenigen Jahren hätte sich Big Tech dieses Verhalten mit seinen Nutzern nicht leisten können. Heute sieht es anders aus. Sie haben die Daten die sie benötigt haben und wissen, dass viele Nutzer bequem und von ihren Netzwerken abhängig geworden sind.

Was sind die Alternativen?

Das Wichtigste in meinen Augen ist folgendes: wir alle müssen aufhören uns gegenseitig zu bekämpfen. Das was wir heute treiben, führt dazu, dass wir nicht merken was wirklich hinter den Kullissen abgeht.

Während wir uns um „Kleinkram“ streiten, wird auf der Hauptbühne eine ganze Oper gespielt. Lasst uns wieder das Gute, die Wärme und Kreativität in unseren Seelen aktivieren und mit diesen dummen Spielchen aufhören.

Bevor ich ein paar Lösungsansätze mit Euch teile, hier nochmal ein paar Beiträge von mir, in dem ich auf die aktuelle Situation in punkto soziale Netzwerke hinweise:

Da ich seit über einer Dekade auf traditionellen sozialen Medien aktiv bin, kenne ich noch die Zeiten wo mich jeder dumm anschaute, wenn ich über Twitter sprach oder die Möglichkeiten erläuterte, wie man auf Facebook Werbekampagnen gezielt einsetzen kann, um sogenannte „Leads“ zu generieren. Heute braucht keiner mehr eine Einführung in Social Media. Jeder weiss wie die „Dinger“ funktionieren.

Das größte Problem bei der ganzen Sache sehe ich im Bereich Zentralisierung. Wenn 4-5 Tech-Giganten bestimmen was auf unsere Smartphones kommt und was wir benutzen sollen, dann hat das mit Demokratie und Freiheit nichts mehr zu tun.

Umso wichtiger sehe ich daher das Thema Dezentralisierung gekoppelt mit der Blockchain-Technologie. Ein Beispiel hierfür ist die Videoplattform LBRY bzw. Odysee. Hier kann man beliebig viele Videos anschauen ohne seine persönlichen Daten preis zu geben. Hinzu kommt, dass die blockchain-basierte Plattform dezentral und demnach keinem der Big Tech gehört.

Ein weiterer Vorteil von LBRY / Odysee liegt darin, dass niemand die Inhalte die hochgeladen wurden, löschen kann. Diese können zwar von den jeweiligen Frontend-Systemen geblockt werden aber die Inhalte sind auf der Blockchain registriert und damit jederzeit und überall abrufbar.

Selbstverständlich bieten alternative soziale Netzwerke wie z.B. MeWe oder Gab einen Ort dar, wo die Gründer auf Rede- und Meinungsfreiheit setzen, jedoch können diese aufgrund ihrer Technologie recht leicht ausgeschaltet werden.

Zur Erinnerung: Letzten Monat hat Amazon die Plattform Parler von seinem AWS-Server gelöscht. Zuvor wurde die App sowohl im Google Play Store als auch im Apple Store geblockt. (Quelle: Time)

Um so etwas zu umgehen, brauchen wir die Kombo Dezentralisierung plus Blockchain.

Auch wenn wir uns noch am Anfang befinden, haben die unschönen Entwicklungen der letzten Wochen und Monaten aufgezeigt, wie wichtig es ist unsere Daten, Aufmerksamkeit und Macht NICHT in die Hände einer Handvoll Tech-Giganten zu legen.

Zuletzt noch eine Vertrauensfrage:

Ist Euer Vertrauen in die klassischen sozialen Netzwerke gestiegen oder eher gesunken? Welche Alternativplattformen bevorzugt Ihr?

Bildquelle: pixel2013 / Pixabay.com