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3 Superpflanzen die unsere Welt ein bisschen besser machen

3 Superpflanzen die unsere Welt ein bisschen besser machen

Superpflanzen leisten Außergewöhnliches. Die einen können Schwermetalle wie Arsen, Cadmium oder Nickel aus dem Boden ziehen, die anderen wiederum helfen bei der Entgiftung unserer Organe. Deshalb dürfte es keinen wundern, dass für die zuerst von mir erwähnte Kategorie bereits ein lukratives Geschäftsmodell entstanden ist. Die Rede ist von „Phytomining“.

Wir „Sapiens“ trampeln ganz schön auf diesem tollen Planeten herum.

Auf der Suche nach wertvollen Metallen für Handy-Akkus oder Geldmünzen, hinterlassen wir jede Menge verseuchte Gebiete. Diese Böden dafür zu nutzen, um Lebensmittel anzubauen bzw. Lebensraum für uns zu schaffen, ist ausgeschlossen. Gleichzeitig kämpfen wir mit einer stetig wachsenden Erdbevölkerung und einer steigenden Nachfrage nach Nahrung. Wir haben also keine Zeit Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte zu warten, bis sich diese Böden erholen. Eine andere Strategie muss her.

Warum also nicht Superpflanzen nutzen, um teuere Metalle herauszuholen und zu verwerten?

Das Prinzip funktioniert wie folgt:

  • Superpflanze zieht wertvolle Metalle wie z.B. Nickel, Platin, Palladium oder Gold aus der Erde.
  • Wir bauen diese Pflanzen an und ernten z.B. Platin statt Getreide oder Gemüse.
  • Diese Rohstoffe nutzen wir anschließend in der Industrie, im Verkehr und in der Landwirtschaft.

Willkommen zur neuen wissenschaftlichen Revolution namens „Phytomining“.

Quelle: Quarks / WDR, YouTube

1. Phytomining mit Hilfe des Nickelbaums „Pycnandra acuminata“

Obwohl Schwermetalle sehr giftig für die Pflanzenwelt sind, sorgt der Nickelbaum für jede Menge Fragestellungen in der Forscher-Community. Ein vollkommen gesunder Baum der Nickel aus der Erde ziehen und anreichern kann, ist schon merkwürdig.

Dieser bizzare Baum enthält in seinem blaugrünem Pflanzensaft rund 25% Nickel.

Die Pazifik-Insel Neukaledonien ist ein Paradies der Artenvielfalt. Was hier wächst, gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. Aufgrund seiner Abgelegenheit, hat sich hier ähnlich wie in Australien, eine komplett eigenständige Pflanzenwelt entwickelt.

Das Urlaubsparadies hat jedoch auch eine Schattenseite.

Aufgrund des Vorkommens dieser Schwermetalle, sind Bergbau und Minenwirtschaft von der Insel nicht wegzudenken. Was das bedeutet, ist jedem klar. Die Metalle werden abgetragen und das Gebiet wird so hinterlassen.

Kann man denn Nickel auch umweltschonend abbauen?

Jawohl. Das geschieht mit Hilfe sogenannter Nickel-Hyperakkumulatoren zu denen auch der Nickelbaum zählt. Phytomining in extrem stark verseuchten Gebieten ist nicht nur profitabel, sondern hilft auch unserer Umwelt.

2. Blei- und Cadmium-Entgiftung mit Schaumkresse

Mit durch Schwermetalle vergiftete Böden haben wir es auch hierzulande zu kämpfen. So wurde z.B. im Sauerland jahrhundertelang nach Blei geschürft. In der Region rundum Bestwig befindet sich eins der verseuchtesten Bergwerksstandorte Europas. Nahrungsmittel hier anzubauen wäre Mord.

Und trotzdem ist die Natur grün. Es gibt Pflanzen die sich hier „pudelwohl“ fühlen. So auch die Hallersche Schaumkresse oder Arabidopsis halleri. Diese Superpflanze ist ein wahrer Cadmium-Staubsauger.

Wer hätte gedacht, dass die Lösung für diese extrem verseuchten Böden die ganze Zeit vor unserer Nase lag. Eine zierliche Pflanze mit wunderschönen weissen Blüten, die Zink und Cadmium speichert, könnte zur Sanierung von Industriestandorten herangezogen werden.

3. Leberentgiftung mit Mariendistel

Die nächste Superpflanze ist für unsere eigene Entgiftung gedacht. Fettiges Essen, Alkohol, Süssigkeiten wirken auf unsere Leber wie Blei, Nickel und Cadmium auf unsere Böden. Sie verursachen Entzündungen im Körper und sind giftig.

In Klostergärten hat die Mariendistel seit dem Mittelalter ihren festen Platz. Heute erlebt die lila blühende Distel ein wahres Comeback und ist Gegenstand zahlreicher Untersuchungen.

Was zeichnet die Mariendistel aus?

Es ist der natürliche Verbund der Flavonoiden Silybin, Silydianin und Silycristin. Die Bezeichnung für diesen Verbund ist Silymarin.

Kombiniert man das hochwertige Silymarin dieser Superpflanze mit dem Wirkstoff Cholin, das eine wichtige Rolle beim Transport und Stoffwechsel von Fett und Cholesterin spielt, dann erhält man ein kraftvolles Entgiftungscocktail für unsere Leber.

Superpflanzen sind nachhaltig

Sie überleben in stark verseuchten Regionen und geben der Menschheit wieder Hoffnung.

Warum sollen wir diese Superpflanzen nicht einsetzen, um unsere Umweltsünden ein bisschen gut zu machen?

Die Landschaft wird wieder grün und die Wurzeln dieser Pflanzen schützen den Boden vor Erosion. Das Gift kann sich dadurch nicht weiter ausbreiten. Nochmal „CHECK“ in punkto Nachhaltigkeit.

Mit Phytomining eine andere Art Landwirtschaft betreiben?

Wieso eigentlich nicht?!

Ich finde die Idee toll, stark verseuchte Gebiete durch den Anbau dieser Superpflanzen irgendwann wieder „bewohnbar“ und „fruchtbar“ zu machen. Die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Forscher, um die Ressourcen und die Umwelt zu schonen, ist nicht nur clever, sondern in der heutigen Zeit auch bitter nötig.

Wir müssen bodenschonender arbeiten und diesen Planeten endlich respektieren. Da führt kein Weg vorbei.

Welche Superpflanzen würdest Du unbedingt zur Liste hinzufügen?

Foto von Elsemargriet, Pixabay.com