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2023-12 Der Boom der kleinstrukturierten Formen der Landwirtschaft - Agrarbetrieb

Der Boom der kleinstrukturierten Formen der Landwirtschaft

Von Mikrofarming über Urban Gardening und Selbstversorgerbalkons bis hin zur solidarischen Landwirtschaft, die kleinstrukturierten Formen der Landwirtschaft boomen. Während die aufgeführten Konzepte in ärmeren Ländern zur Normalität gehören, erleben wir in der westlichen Welt ein regelrechtes Revival dieser Strukturen.

Woran liegt das? Welche Faktoren treiben diese Entwicklung voran? Was bedeutet dieser Trend für unsere Gesellschaft?

Eine stetig steigende Inflation; die enorme Diskrepanz zwischen Reich und Arm, welche immer größer wird; das Absterben kleiner landwirtschaftlichen Familienbetriebe, um Platz zu schaffen für „Big Agribusiness“ und Monokulturen wohin das Auge nur hinschaut; das Schrumpfen der Ackerfelder, um Industriebauten und Co. Vorrang zu gewähren … damit habe ich direkt mit der Beantwortung der oben aufgeführten Fragen begonnen.

Unsere Böden beinhalten immer weniger Mineralien, was sich dann auch auf die Früchte auswirkt. Hinzu kommen die ganzen synthetischen Stoffe und Chemikalien, die alles belasten. Ganz zu schweigen von den Samen, die auch nicht mehr die Qualität wie zur Zeit unserer Großeltern aufweisen. Für alle diejenigen, die in der Stadt wohnen und keinen direkten Zugang zu frischen Lebensmitteln vom Bauernhof haben, bleibt nur der Gang zum Supermarkt übrig — was übersetzt soviel heißt wie: sie ernähren sich von „toten“ Lebensmitteln.

Für mehr zu diesem Thema schaut in meinen Beitrag: Tote Lebensmittel für die Konsumgesellschaft

Vor gut einem halben Jahr hörte ich ein Interview mit dem weltbekannten indischen Yogi Sadhguru über lebendige Nahrung, was mich sehr nachdenklich machte. Er berichtete darin, wie das Zubereiten des Essens in Indien erfolgte, bevor das Land von Pizza, Pasta und den großen Fast-Food-Ketten beschlagnahmt wurde.

Denn wir dürfen dabei eins nicht vergessen: Indien mit seinen über 1 Milliarde Einwohner ernährte sich jahrhundertelang vegetarisch und bevor alles „modernisiert“ wurde, war es zusammen mit Sri Lanka, das Land mit den geringsten Raten von Krebs, Diabetes und anderen heute verbreiteten Krankheiten.

Zurück zu Sadhguru. Er erzählte, dass traditionell das Essen in Indien binnen einer Stunde ab Pflücken oder Schneiden ganz frisch zubereitet wird. Dadurch wird die höchste Frequenz der Pflanzen behalten, welche dann als Lebensenergie auf den Menschen übertragen wird.

Eine äußerst interessante Perspektive, wenn man bedenkt, dass viele Menschen, die auf dem Land leben und sich aus dem eigenen Garten ernähren, öfters jünger und gesünder aussehen als die gleichaltrigen ‚Kommilitonen‘, die sich für ein Leben in den ‚Big Cities‘ entschieden haben.

Landwirtschaft – klein, aber fein: Von Mikrofarming bis hin zu Selbstversorgerbalkons

Wenn ein konventioneller Betrieb in eine solidarische Landwirtschaft transformiert wird, um mehrere Familien mit frischem Obst und Gemüse zu versorgen, dann reden wir von einem erfolgreichen Mikrofarming-Konzept. Denn hier wird Gemeinschaft ganz groß geschrieben. Die Arbeit wird gemeinsam erledigt. Jeder packt dort an, wo er kann.

Dass dies ein lebensfähiges Konzept ist und sich auch auf andere landwirtschaftliche Familienbetriebe übertragen lässt, wird uns in den alljährlichen Marktgarten- und Mikrofarming-Konferenzen näher übermittelt. Hier ein Videobeitrag aus der Konferenz in 2022.

Quelle: YouTube, ReLaVisio – Regenerative Landwirtschaft

Das ist zwar alles schön und gut, aber was tun, wenn man in einer Großstadt wohnt und den ganzen Tag im Büro verbringen muss?

Für diejenigen, die einen Balkon haben, gibt’s auch hier eine geniale Lösung. Etagenhochbeete lassen sich auf einem kleinen Platz sehr gut installieren und maximal ausnutzen. Wer also Lust auf frische Cherrytomaten, Salat, Petersilien, Basilikum und Co. aus dem eigenen „Minigarten“ hat, kann seinen Balkon kurzerhand in ein kleines landwirtschaftliches Paradies umwandeln und seine Nachbarn sogar dazu inspirieren, das Gleiche zu tun.

Wie das konkret am besten und schnellsten zu bewerkstelligen ist, überlasse ich der bekannten Gartenmoni …

Quelle: YouTube, Gartenmoni

Folgende Beiträge, die eng mit dem heutigen Thema verknüpft sind, könnten Dich ebenfalls interessieren:

Gesundes Obst und Gemüse ist Heilung für Körper und Seele

Wenn wir die Maslowsche Pyramide betrachten, sehen wir sofort die Essenz unseres Lebens. Wenn wir keine Nahrung bekommen, dann leben wir nicht lange. Mittlerweile wissen wir auch, wenn wir uns falsch ernähren, dann werden wir früher als später krank — teilweise sehr krank.

Der Beruf des Landwirts wurde in den letzen Jahren mehr oder weniger durch den „Kakao“ gezogen. Dabei vergessen die Damen und Herren aus Politik und Co., dass sie ohne uns nur wenige Tage überleben können. Die Wertschätzung für das Land und die tollen Ressourcen, die wir haben, sind völlig auf der Strecke geblieben. Hauptsache, der Konsum boomt und die Marketingagenturen verzaubern uns mal wieder mit irgendwelchen toten Lebensmitteln, die Großkonzerne noch größer machen und die Portemonnaies von Aktionären noch dicker.

Zum Glück gibt es auch eine Gegenbewegung. Immer mehr Menschen suchen aktiv wieder den Kontakt zur Mutter Natur und wollen frische, gesunde Lebensmittel zu sich nehmen, auch wenn dies bedeutet, dass sie nach der Arbeit auch mal selber anpacken müssen. Wo es einen Willen gibt, da gibt es auch einen Weg.

Wir stehen an einem Scheideweg. Wenn wir so weiter machen, dann wird das System kollabieren und das ist jedem bewusst. Ein System basierend auf Gier ist auf Dauer eben nicht überlebensfähig.

Ich plädiere nach wie vor für eine nachhaltige Landwirtschaft, in welcher der Mensch die Natur wertschätzt und diese Wertschätzung von dieser im Gegenzug durch nahrhaftes Obst und Gemüse honoriert wird.

Bildquelle: Foto von Sigmund auf Unsplash

2023-07 Neue Trends in der Landwirtschaft - Agrarbetrieb

Neue Trends in der Landwirtschaft

Von Permakultur über Vertical Farming bis hin zu Modellen der regenerativen Landwirtschaft, in unserer Branche entwickeln sich sehr viele Ansätze, die Lösungen für unsere aktuellen Herausforderungen bieten. Der Otto-Normalbürger, der sein Warenkorb im Geschäft auffüllt, bekommt hiervon zumeist nicht viel mit. Deshalb ist es meiner Meinung nach umso wichtiger, diese innovativen Trends und Entwicklungen aufzuzeigen, um das Bewusstsein des Konsumenten für diese zu stärken.

Die Landwirtschaft ist ein sehr spannendes Feld, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie befindet sich ständig in einem Spannungsfeld von Interessen der unterschiedlichsten Akteure. Die „Kämpfe“, die auf den Ackerfeldern im Hintergrund ausgefochten werden, geraten zumeist erst dann in die Schlagzeilen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.

Ja, viele haben wohl mal davon gehört, dass beispielsweise:

  • wir Ackerfelder an Industrie und für Wohngebiete abgeben müssen,
  • immer mehr landwirtschaftliche Familienbetriebe schließen,
  • eine Konzentration unserer Felder in den Händen weniger großer Konzerne stattfindet,
  • die Böden massiv weiterhin massiv Mineralien und andere Vitalstoffen verlieren, ohne die Möglichkeit, diese Verluste nachhaltig zu kompensieren, oder
  • die Regierung immer neue Gesetzestexte und Regularien kreiert, welche die Landwirte mit Papierkram überschütten und zumeist die wirtschafllichen Gewinne schmälern.

Trotz der Wichtigkeit dieser Themen, um eine gesunde Ernährung für die Bevölkerung gewährleisten zu können, werden diese jedoch relativ wenig thematisiert. Solange die Regale im Supermarkt gefüllt sind, die Preise noch halbwegs bezahlbar sind, sind sie wohl für die meisten Konsumenten noch nicht von Bedeutung.

Aber zurück zum Licht am Ende des Tunnels. Die Herausforderungen schaffen auch jede Menge kreative Ansätze, die zum Nachmachen einladen. Lasst uns zwei innovative Trends unter die Lupe nehmen, welche Euch zudem beweisen, dass – ob Gartenliebhaber oder Landwirt – jeder kann zukunftsorientierte Landwirtschaft mit seinen Ressourcen umsetzen.

Trend #1. „Keyhole Gardening“ – Der Schlüssellochgarten

Insbesondere in städtischen Gegenden sowie Gegenden mit kahlem Boden gewinnt ein Gartenkonzept an Beliebtheit, das auch „Keyhole Gardening“ genannt wird. Zu Deutsch, es handelt sich um einen Schlüssellochgarten, d.h. dem Gärtnern auf minimalstem Boden.

Das Prinzip ist einfach und gleichzeitig grandios. Man erstellt ein kreisförmiges Hochbeet mit einem keilförmigen Ausschnitt. In der Mitte der Konstruktion wird ein Kompostbehälter plaziert. Der Zugang zum zentralen Kompostbereich findet durch den zuvor erwähnten Ausschnitt statt. Der Rest des Hochbeetes besteht aus einer Anbaufläche, welche nach Belieben bepflanzt werden kann: ob mit Blumen, Kräutern, Gemüse- oder Obstgewächsen, auf kleinstem Raum kann reichlich geernet werden.

Für den Erfolg des Schlüssellochgartens sorgen die folgenden Spezifika:

  • Der Kompostbereich verleiht den Pflanzen Kraft und sorgt dafür, dass der Boden sich auf natürliche Weise regenerieren kann.
  • Der Boden, welcher für die Hochbeete verwendet wird, besteht aus mehreren Schichten. Diese sorgen dafür, dass Feuchtigkeit und Nährstoffe besser gespeichert und von den Pflanzen entsprechend verwertet werden.
  • Die Materialien, welche hierfür verwendet werden, sind recycelbar, umweltfreundlich und zudem preisgünstig.
  • Die Konstruktion kann beliebig groß gestaltet werden.
  • Das „Keyhole Gardening“ eignet sich hervorragend für den Anbau auf für die Landwirtschaft minderwertigen Böden, weshalb diese Art des Anbaus insbesondere bei felsigen und kahlen Böden bevorzugt wird.

Folgendes Video zeigt Euch auf, wie Ihr ein derartiges Beet aufbauen könnt und fasst die Vor- und Nachteile dieses Konzepts übersichtlich zusammen.

Quelle: Anjas Garten Reich, @BioGartenReich, YouTube

Trend #2. „Solawi“ – Die Solidarische Landwirtschaft

Eine Landwirtschaft, in welcher sich private Haushalte direkt mit den landwirtschaftlichen Betrieben und Gärtnereien verbinden und zudem alle involvierten Akteure von diesem nicht-industriellen Konstrukt profitieren können — klingt das wie Musik in Deinen Ohren?

Eine Landwirtschaft, in der nicht nur die Versorgung mit Lebensmitteln und vor allem nicht der wirtschaftlich Gewinn als oberste Ziele im Fokus stehen, sondern ebenso Aspekte wie der Zusammenhalt der Gesellschaft von enormer Bedeutung sind — genau darum geht es bei der solidarischen Landwirtschaft, kurz Solawi genannt.

Wie funktioniert dieses Konzept?

Im Grunde genommen ganz einfach: man bildet ein Netzwerk, bestehend aus mehreren privaten Haushalten (Verbraucher) sowie landwirtschaftlichen Betrieben und Gärtnereien. Keine Zwischenhändler. Keine Vermittler. Das Konstrukt basiert auf einem direkten Austausch zwischen dem Verbraucher und Produzent.

Die Zusammenarbeit der Akteure kann unterschiedlich gestaltet werden. So tragen bei manchen Solawis mehrere private Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebes und erhalten im Gegenzug hierfür den Ernteertrag. Bei anderen Solawis bringen sich die Haushalte aktiv in den Produktionsprozess ein, d.h. sie packen beispielsweise bei den jeweiligen Feldarbeiten mit an und können im Ausgleich die Produkte zu einem günstigeren Preis erwerben. In beiden Fällen ist frisches Obst und Gemüse, direkt vom Feld, garantiert. Zudem stärkt die Zusammenarbeit auf all diesen Ebenen die gemeinschaftlichen Strukturen vor Ort.

Der nachfolgende kurze Beitrag des Bayerischen Rundfunks zeigt auf, wie eine derartige Solawi in einem Familienbetrieb bei Amberg erfolgreich umgesetzt wird.

Quelle: Bayerischer Rundfunk, YouTube

„Back to the Roots“

Die beiden aufgeführten Konzepte mögen nicht besonders schick und innovativ klingen, aber unterschätzt bitte nicht die Kraft, die hinter ihnen steckt. So unspektakulär sie klingen mögen, so zeigen sie doch eine Kehrtwende im Denken unserer Gesellschaft auf. Es ist ein Denken, dass uns als Menschen stärker mit Gleichgesinnten und der Natur in Einklang bringt.

Es profitieren hierbei nicht gesichtslose Konzerne, Einzelhändler, Vermittler und Co. – sondern Menschen und deren Heimat. Bei beiden Trends kann sich keine juristische Person hinter einem Logo verstecken und sich mit dem bereits überstrapazierten Marketingslogan „Nachhaltigkeit“ Konsumenten in eine bestimmte Richtung lenken und sich von Veranwortung „freikaufen“. Viele Herausforderungen unser aktuellen Zeit sind genau aus dieser Separation von Natur, Landwirtschaft, Produktion und Menschen entstanden.

Diese direkte Kommunikation, die Menschen unterschiedlicher Berufe, Altersgruppen und Interessen vereint, kann nichts in der Welt ersetzen. Die zwischenmenschliche Verbindung als auch die Verbindung und direkte Kontakt zur Natur und Produktion von unseren Lebensmitteln sind Dinge, für die es sich meiner Meinung nach zu kämpfen lohnt.

Bildquelle: Foto von Daria Obymaha auf Pexels

2022-09 Mikrolandwirtschaft

Mikrolandwirtschaft – Bye bye Supermarkt, hello eigener Garten

Bewirtschaftete Straßen, Terrassen, Dächer und Co. — das alles gab’s schonmal, wenn wir einen Blick auf die alten Zivilisationen werfen. Selber anbauen war angesagt. Supermärkte waren unvorstellbar und jeder, der anpackte, durfte sich von den „Goodies“ aus der eigenen Arbeit ernähren. Heute erleben wir vermehrt ein Revival eines ähnlichen Konzepts. Die Alternative nennt sich Mikrolandwirtschaft. Damit sind Hobbybauer nach alle den Jahren wieder „in“. 

Selber Gemüse und Obst anbauen auf einem gepachteten Acker oder innerhalb eines Gemeinschaftsackers ist nicht jedermanns Sache. Erfreulicherweise passiert derzeit jedoch sehr viel in unserer Gesellschaft und immer mehr Menschen entdecken Ihre Liebe und Verbundenheit zur Natur und Mutter Erde wieder. Damit einhergehend wird ein Wandel angestoßen, der nicht mehr aufzuhalten ist. 

Mikrolandwirtschaft ist kein Trend. Es ist nicht ein Phänomen bzw. eine Aktion aus Trotz irgendwelcher XYZ-Bürger, die die Schnauze voll haben von dem, was in den Supermärkten vorzufinden ist. Weiterhin ist es meiner Meinung nach auch keine Bewegung gegen die heimischen Landwirte und ihre Ackerfelder, sondern vielmehr ein Aufwachen und eine Rückkehr zum Inneren selbst, dem Herzstück dessen, was einen Menschen und seine Gesundheit ausmacht. 

Wir werden tagein, tagaus mit irgendwelchen Informationen, Nachrichten und Meldungen bombardiert, und so langsam blickt keiner mehr durch. Mal heißt es, Gesundheit und Wohlbefinden ist in Richtung „links“, ein paar Wochen später heißt es, „wir haben uns geirrt, es geht doch nach rechts“ und nach weiteren Monaten dann „Upps, doch nicht, es geht im Zickzack“. 

Hut ab an alle motivierten Seelen, die in diesem Wirrwarr versuchen zu navigieren und dabei ihre geistige und emotionale Gesundheit bewahren. Und da ich in den kommenden Jahren eher eine Beschleunigung des Ganzen anstelle einer Entschleunigung sehe, werden Konzepte wie z.B. Greening, Urban Faming, Vertical Gardening und Mikrolandwirtschaft immer wichtiger. 

Mikrolandwirtschaft als Alternative 

Was genau ist denn Mikrolandwirtschaft? 

Da ich von übermäßig strapazierten und hoch akademischen Definitionen einfacher Konzepte nicht viel halte, betrachte ich die Mikrolandwirtschaft als die kleine Schwester der „großen“ Landwirtschaft

Menschen, die gerne lokale Landwirtschaft auf kleinen Flächen, z.B. an Stadtränden betreiben möchten, die Wert auf eine Gemeinschaft und zwischenmenschliche Beziehungen legen, die gerne selber Gemüse und Obst anbauen möchten und für die Solidarität im ursprünglichen Sinne des Wortes kein Fremdwort ist, sind im Rahmen der Mikrolandwirtschaft gut aufgehoben. 

Der nachfolgende Beitrag gibt einen guten Einblick in die Tätigkeit der sog. Hobbygärtner und -gärtnerinnen.

Quelle: Heidelred Studentische Redation Heidelberg, YouTube

Ist das eine Zukunftsvision mit Beständigkeit oder landet das ganze Konzept in ein paar Jahren auf den „Biomüll“? 

Um eine Antwort aus dieser Fragestellung herauszukitzeln, blicken wir doch einfach mal auf die von der `Mikro Landwirtschaft Plattform´ erstellten Karte, die eine tolle Übersicht aller dieser gemeinschaftlichen Gemüseanbau-Orte im DACH-Raum aufführt. 

Hier geht’s zur Übersicht.

Auf der Suche nach einem Miet- oder Gemeinschaftsacker, um lokale Landwirtschaft mit anderen Gleichgesinnten zu betreiben? Dann hilft die oben aufgeführte Karte ein großes Stückchen weiter. 

Wie lässt sich die Beziehung von Stadt – Landwirtschaft wiederherstellen? 

„Die Landwirte kassieren EU-Gelder“, „Die in der Stadt kennen nur eins, und zwar in den Supermarkt gehen und meckern“, „Alles ist voller Dünger und Pestizide“, „Echte Landwirtschaft betreibt keiner mehr“, „Die Arbeit der Landwirte wird eh nicht geschätzt“ und so weiter und so fort … 

Wir alle kennen diese Vorurteile, Sprüche etc. nur allzu gut. Fakt ist, dass wir damit überhaupt nichts lösen, sondern ganz im Gegenteil, die Stimmung nur mehr anheizen und die Polarität erhöhen. 

Auf die Politik warten bzw. von irgendwelchen Finanzgenies Unterstützung erhoffen, ist absolut sinnlos und das sollte mittlerweile jedem längst klar sein. Wenn wir eine bessere Welt für uns und unsere Kinder und Enkelkinder wünschen, dann liegt es an uns, etwas zu ändern. 

Ich mag meinen Blog hier auf Agrarbetrieb dafür nutzen, um Euch unterschiedliche Lösungsansätze und Wege aus diesen unsicheren Zeiten zu präsentieren. Während die einen auf Künstliche Intelligenz, „Smart Everything“ und den sinnlosen Menschen gerne den Fokus legen, suche ich Alternativen in etwas Altbewährtem: nämlich der Natur. 

Technologien sind dafür da, um unser Leben zu erleichtern und nicht dafür konzipiert worden, um unser Leben zu dominieren, zu manipulieren und ins Negative zu steuern. Wer aus der Natur seine Kraft schöpfen möchte, dem empfehle ich Mikrolandwirtschaft, Permakultur, Vertical Gardening & Farming, Teslagärten, Hydroponik und Co. als Lösungsalternativen.  

Letzten Endes entscheidet jeder Einzelne für sich selbst, welchen Weg er einschlägt. Ich kann Euch nur raten, weise zu entscheiden und Konzepte, wie die eben vorgestellte Mikrolandwirtschaft, dabei nicht zu ignorieren. 

Bildquelle: Foto von Karolina Grabowska auf Pexels

Was haben Teslagärten, Hydroponik und Schafwolle gemeinsam?

Was haben Teslagärten, Hydroponik und Schafwolle gemeinsam?

Mit der konventionellen Landwirtschaft stößt das System an seine Grenzen. Unsere Böden sind ausgelaugt, ganz zu schweigen von der Beschleunigung des Artenverlustes. Wenn wir so weitermachen, dann wird alles kollabieren. Es müssen daher andere Konzepte her. Mit Hilfe von Teslagärten, Hydroponik und Aquaponik sowie alternativer Bio-Dünger, wie z.B. Pellets aus Schafwolle, versuchen innovative Seelen einen nachhaltigen Weg aufzuzeigen, der uns vor einer größeren Katastrophe retten könnte.

Das, was wir in den letzten Jahrzehnten getrieben haben, führt uns in eine Sackgasse. Ob das Ende dieser Ära auch den Aktionären der globalen Konzerne, die, das was wir aktuell vorfinden, auf die Spitze getrieben haben, bewusst ist oder ob diese Realität gerne ignoriert wird, sei dahingestellt. Fakt ist, die Landwirtschaft, so wie wir sie heute kennen, steht vor großen Herausforderungen und damit einhergehend, auch gewaltigen Änderungen.

Veränderungen müssen jedoch nicht zwangsläufig etwas Negatives bedeuten. Sie können durchaus positiv sein, wenn wir die Zügel wieder in die Hand nehmen und endlich Verantwortung für diesen tollen Planeten übernehmen, der uns voller Hingabe alle seine Reichtümer zur Verfügung stellt.

In meinem Landwirtschaftslexikon, das ich im Dezember letzten Jahres veröffentlicht habe, bin ich auf unterschiedliche Konzepte und Methoden eingegangen, die uns in der kommenden Dekade helfen sollen. Hierzu zählen u.a. Permakultur, Foodscaping, Vertical Gardening, Indoor Farming sowie Hydroponik.

Heute gehen wir einen Schritt weiter und nehmen als Erstes die sogenannten Teslagärten näher unter die Lupe.

Teslagärten – Landwirtschaft trifft auf Nikola Tesla

Was passiert wenn wir die Prinzipien von Nikola Tesla in der Landwirtschaft und ganz speziell bei der Bepflanzung eines Gemüsegartens anwenden?

Bei der aeroponischen greeny+ Technologie geht es um weit mehr als bei einer herkömmlichen Hydrokultur. Durch die Integration einer Tesla-Spule in das System, werden die Frequenzen auf die Bedürfnisse von Pflanzen kalibriert. Das Zusammenspiel zwischen Frequenzen, Impulsen, Informationen und elektromagnetischen Feldern sorgt für die Entstehung sogenannter hexagonaler Molekülstrukturen, die dem glücklichen Urzustand attribuiert wird. Ist dieser Urzustand einmal zerstört, dann sprechen Wissenschaftler vom oxidativem Stress, der im menschlichen Körper zum Beispiel zur Degeneration von Zellen führt, wodurch wiederum die Anfälligkeit für Krankheiten drastisch erhöht wird.

Übersetzt heißt das Folgendes:

Die Pflanzen, die im greeny+ Teslagarten angebaut werden, bekommen das sauberste und energiereichste Wasser. Wer sich wiederum aus diesem Garten ernährt, profitiert von den hexagonalen Wasserstrukturen, die sich von der Pflanze auf uns übertragen. Denn sowohl Pflanzen als auch Menschen bestehen zum aller größten Teil aus Wasser.

Quelle: greenyplus, YouTube

Hier ein paar Zahlen, um das hier angewandte Teslasystem besser zu verinnerlichen:

  • Der greeny+ Teslagarten verbraucht rund 95% weniger Wasser als beim auf konventioneller Landwirtschaft basierendem Gemüseanbau erforderlich ist.
  • Die Samen, die zum Einsatz kommen, sind „samenfest“. Dies bedeutet, man kann die Samen der Pflanzen wieder verwenden, um neue Beete anzulegen. Es handelt sich hierbei um „Heritage“-Saatgut oder „Ursamen“ und nicht um irgendwelche sterilen Hybride, die üblicherweise in Gartencentern erhältlich sind.
  • Das angebaute Gemüse und Kleinobst steckt voller Vitamine, Mineralien und Spurenelemente.
  • Den Teslagarten kann man rund um das Jahr bestücken.
  • Die Pflanzen wachsen 4-6 mal schneller als auf dem Acker oder draußen im Gartenbeet.

Neugierig geworden? Wenn Ihr tiefer in die Materie einsteigen und die hierbei angewandte Technologie von Tesla besser verstehen möchtet, dann darf ich Euch an dieser Stelle das nachfolgende Interview von Mittelerde TV mit Arthur Tränkle (greeny+) ans Herz legen.

Quelle: Mittelerde TV, YouTube

Düngen mal ganz anders — nämlich mit Bio-Schafswolle

Wir bleiben in der Welt der „Alternativmethoden“ zuhause und schwenken jetzt ganz bewusst auf das Thema Bio-Dünger um. Denn, wenn es ein Thema gibt, das uns in der konventionellen Landwirtschaft große Sorgen bereitet, dann sind es die Dünger, die wir verwenden. Einerseits, kämpfen wir mit Schädlingen aller Art und Couleur, aber andererseits, schießen weltweit die Preise nach oben, so dass wir vor gewaltigen Herausforderungen stehen.

Mineralreiche Dünger aus dem Gartencenter waren mal der Hit; doch jetzt heißt es, auf Pellets umzusteigen, die natürlichen Ursprungs sind. Wer sich die Wollpellets aus Bio-Schafwolle leisten kann, tut nicht nur seinem Gemüse etwas Gutes, sondern auch dem Boden.

Der nachfolgende Beitrag des Bayerischen Rundfunks gibt einen schnellen Einblick auf das, was mit Schafwollpellets in punkto Düngen möglich ist.

Quelle: Bayerischer Rundfunk, YouTube

Zurück zur Ursprungsfrage dieses Artikels

Was haben die drei, scheinbar völlig aus der Luft gegriffenen Wörter Teslagärten, Hydroponik und Schafwolle überhaupt gemeinsam?

Sie zeigen uns einen nachhaltigen Weg auf, wie wir mit den uns zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen besser umgehen können, um die Menschen weltweit besser und vor allem gesünder zu ernähren. Wenn wir dabei die Technologien wie in diesem Falle, die Teslaspule, positiv einsetzen können, um saubere und energiereiche Nahrungsmittel ganz autark herzustellen, dann ist das sicherlich eine tolle Sache.

Sind diese Konzepte wirklich so innovativ oder haben wir nur vergessen, sie zu unserem Gunsten zu nutzen?

Wenn wir Berichte über die hängenden Gärten der Semiramis lesen, die heute in der Kategorie Weltwunder geparkt werden, dann frage ich mich schon, warum wir die letzten Jahrzehnte quasi im „Tiefschlaf“ verbracht haben. Aber Hauptsache wir finden jetzt gute Lösungen auf die aktuellen Herausforderungen, damit wir ein würdevolles und prachtvolles Leben in vollen Zügen genießen können.

Bildquelle: Foto von SpencerWing auf Pixabay

Lokal und Global – Wie wär’s mit einer Ko-Existenz?

Lokal und Global – Wie wär’s mit einer Ko-Existenz?

Wir leben in einer Welt geprägt von Dualität: gut-schlecht, oben-unten, links-rechts, schwarz-weiß, global-lokal usw. Anstatt mit dem Gießkannenprinzip sogenannte Lösungswege anzubieten, die einerseits absolut keinen Sinn ergeben und andererseits, komplett das Gegenteil bewirken, wie wär’s wenn wir individuelle Lösungen für Situationen finden, in denen eine Ko-Existenz der beiden vermeintlichen Gegenströme die bessere Vorgehensweise ist.

Als Befürworter der WIN-WIN Strategie, sehe ich das Thema global-lokal insbesondere auf meiner Branche, der Landwirtschaft bezogen, nicht so engstirnig wie manch ein Politiker, eine Partei, ein NGO etc. uns weiss machen will. Es ist irrsinnig, lokale Probleme die z.B. in einer kleinen Gemeinde auftreten, mit globalen Ansätzen zu lösen. Anders herum ist es genauso dumm, auf globale Herausforderungen ausschließlich mit lokalen Konzepten zu reagieren.

Die Kraft liegt in der Kombination, in der cleveren Verschmelzung globaler und lokaler Ideen. Unabhängig davon ob wir hier über eine steigende Weltbevölkerung oder eine massive „Völkerwanderung“ in Richtung Mega-Cities sprechen, die Versorgungsprobleme erfordern verzahntes Denken und Handeln.

Die Entweder-Oder-Debatte ist völlig falsch

Alles auf 100% global umzustellen ist nicht zielführend, auch wenn sich da manch einer ein schöneres bzw. sorgloseres Leben verspricht. Die letzten Jahre haben die Schwachstellen der globalen Orientierung stärker aufgezeigt als je zuvor.

Hier ein paar Beispiele:

  • Schiffe die voll beladen irgendwo fest stecken und die Container den Hafen nicht mehr erreichen.
  • Internationale Ware in Häfen die aufgrund mangelnder LKW-Fahrer nicht in die Läden transportiert werden kann.
  • Leere Regale in den Supermärkten (insbesondere in Großstädten) und große Bestellungslücken die nicht aufgeholt werden können.
  • Saisonale Ware die von der einen Halbkugel der Erde auf die andere geschippert wird, weil man einerseits, nicht die nötigen Investitionen vor Ort getätigt hat und andererseits, weil der liebe Konsument die Verbundenheit zur Natur völlig verloren hat und das Thema Saisonalität für ihn eine große Unbekannte ist.

Diese Liste könnt Ihr gerne weiter führen, in dem Ihr Beispiele aus Eurem Alltag integriert. Das gibt dem Ganzen dann einen „lokalen“ Sinn sozusagen.

Spass beiseite, das sind keine Lappalien. Die Begriffe Nachhaltigkeit, Globalismus und Klimawandel werden so gerne durch die Gegend geschmissen, aber wer sich mal ernsthaft hinsetzt und überlegt was wir hier treiben, nämlich tonnenweise Lebens- und Nahrungsmittel über zehntausende von Kilometer von A nach B zu fahren, fliegen und Co., der kommt zur Schlußfolgerung, dass wir alle nicht ganz dicht sind.

Ganz zu schweigen was uns das alles kostet, schaden wir der Natur und unserem Planeten mehr denn je. Und dann sollen wir das noch mehr intensivieren? Wir sehen doch deutlich, dass diese globale Verflechtung nicht funktioniert, wieso pushen wir diese Schiene dann ins Extreme?

Clever ist was anderes. Bitte versteht mich nicht falsch, globale Konzepte und Strategien bringen Vorteile mit sich wenn sie sinnvoll und gezielt eingesetzt werden. Aber damit lösen wir nicht die oben aufgeführten Probleme. Diese Denkweise ist falsch und sollte dringend korrigiert werden.

Ich sehe die Power in der Kombo lokal und global. Wenn wir tolle Sorten hier bei uns in der Region anpflanzen können, dann sollten wir das vermehrt tun. Als Naturliebhaber sehe ich die Saison-Zyklen die uns Mutter Erde zur Verfügung stellt als eine Unterstützung und nicht als Hindernis. Wenn wir mit diesen Zyklen arbeiten statt dagegen, dann erreichen wir viel mehr.

Die ganzen Technologien und innovativen Konzepte wie z.B. Foodscaping, Vertical Farming, Urban Farming, Hydroponik, Aquaponik, Permakultur über die ich des Öfteren hier auf Agrarbetrieb geschrieben habe, helfen uns da sehr gut weiter.

„Go local“ ist wesentlich mehr als nur ein Slogan

So sehr ich exotische Früchte, Hülsenfrüchte und Co. mag, umso verrückter erscheint mir das Treiben in punkto Versorgung und Lieferung dieser Produkte aus weiten Ländern zu uns nach Deutschland — und das über das ganze Jahr hinweg.

Wir importieren im Winter Heidelbeeren aus Chile und Peru, lassen allerdings unsere leckeren deutschen Heidelbeeren im Sommer links liegen. Wir rütteln im Herbst mit der Nase wenn Grünkohl oder Kraut aus der heimischen Produktion serviert wird und greifen lieber zu Kimchi oder Chinakohl weil wir der Meinung sind, dass diese was Besonderes sind.

Der heutige Konsument ist völlig verzogen. In der Schule lernen die Kinder nicht mehr welches Obst und Gemüse in welcher Jahreszeit geerntet wird. Wozu das alles lernen, wenn die Supermärkte das „Zeug“ ganzjährig im Sortiment führen.

Was ich damit sagen will ist folgendes: Entweder lernen wir alle unsere heimischen Lebens- und Nahrungsmittel auf der sanften Tour zu schätzen oder wir kriegen eine harte Lektion verpasst, wenn wir früher oder später vor leeren Regalen stehen.

Für alle Liebhaber von exotischen Früchten & Co.: Wir haben die Möglichkeit diese teilweise auch bei uns in Deutschland anzupflanzen. Ich habe dies ja auch mit meiner Aroniaplantage getan. Die Aroniabeeren habe ich auf meinen Reisen nach Südamerika kennengelernt und weil ich von den vielen Vorteilen dieser Superbeere absolut begeistert war, habe ich sie zu uns ins Frankenländle mitgebracht. Mehr dazu auf Frankenaronia.

Lokal & Global – The Power is in the Mix

Je mehr wir hierzulande produzieren können, am besten regional, um größere Transport- und Lieferwege zu vermeiden, umso gezielter können wir dann global vorgehen, mit dem was wir wirklich nötig haben. Wenn wir jedoch das globale Geschäft getreu dem Motto „Profite maximieren, ohne Rücksicht auf Verluste“ weiterhin betreiben, werden die Systeme kollabieren.

Es ist ein Paradigmenwechsel notwendig. Wir müssen die Ressourcen anders verteilen und das was wir lokal generieren können, besser nutzen. Damit kommen wir nicht nur der Natur sondern auch unseren Gemeinden und Länder zugute.

Extreme verstärken das Konzept der Dualität und bringen uns kein bisschen weiter. Besinnen wir uns daher auf unsere Stärken, schöpfen wir aus unserer lokalen Kraft und geben dem Rezept die benötigte globale Würze.

Bildquelle: Foto von Fotoworkshop4You auf Pixabay