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Goodbye Solardeckel

Goodbye Solardeckel – das sind die Pros

Der Solardeckel von 52 GW Ausbaukapazität ist abgeschafft. Viele Landwirte können jetzt endlich auch bei uns in Deutschland aufatmen und in Ruhe überlegen, welche Flächen für eine PV-Nutzung sinnvoll sind. Der Markt kann seine Dynamik entfalten.

Endlich hat die Bundesregierung eine Entscheidung getroffen. Seit Monaten wurde die Gesetzesänderung zur Beseitigung der Förderstopps für neue Solaranlagen vertagt und das obwohl Verbände immer wieder darauf hinwiesen, dass eine Förderunterbrechung massive Schäden in der Solarwirtschaft verursachen würde.

So hatten sich z.B. Ende März diesen Jahres rund 2.000 Unternehmen aus der Energiebranche in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel gewandt, mit der Bitte, den Förderdeckel für neue PV-Anlagen zu streichen. Hinzu kommt, dass die Solarbranche eine Beschwerde gegen den Solardeckel vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erhoben hat. [Quelle: BSW]

Der Solardeckel wurde also gekippt. Im Klartext bedeutet das folgendes:

Eine Förderung ist auch dann möglich, wenn der Zubau von 52 Gigawatt überschritten wird.

Für uns in der Landwirtschaft ist das Wegfallen der bisher geltenden Höchstgrenze von 52 GW ein positives Signal. Es ergeben sich neue Chancen. Wer innovativ und offen ist, kann mit dem „basteln“ neuer, lukrativer Geschäftsmodelle loslegen.

Agro-Photovoltaik: oben PV-Anlagen, unten Weizen

Keine Betonklötze und 80% Ertrag klingt nach einem interessanten Deal, oder?!

Landwirt Florian Reyer von der Hofgemeinschaft Heggelbach am Bodensee hat sich auf ein Experiment eingelassen. Auf dem Ackerfeld hat er Winterweizen angebaut. Über dem Acker wurde eine PV-Anlage mit 720 Modulen gebaut.

Die Challenge lautet wie folgt:

Kann Landwirtschaft unter einer Photovoltaikanlage funktionieren?

Das Pilotprojekt wird vom Fraunhofer Institut in Freiburg wissenschaftlich begleitet.

Quelle: Bayerischer Rundfunk, YouTube

Solardeckel Ade: Was sind die Vorteile?

Superreich wird man heuer mit PV-Anlagen nicht mehr; das ist den meisten schon bewusst. Was Solaranlagen jedoch durchaus ermöglichen sind regelmässige Einnahmen aus einer zweiten Quelle.

Wie im Falle des Landwirts vom Bodensee, lassen sich Photovoltaikanlagen nicht nur auf dem Dach oder am Boden montieren, sondern auch oberhalb von Agrarflächen (sog. Freiflächenanlagen). Diese müssen aber nicht gleich über einer profitablen Getreidefläche platziert werden. Denkt dabei an „schlechtere“ Standorte, sei es, dass die Landstücke kleiner sind oder der Boden nicht so fruchtbar ist. Wer kreativ ist, findet sicher eine passende Lösung.

Ein weiterer wichtiger Vorteil von Solaranlagen im Vergleich von z.B. Windkraftwerken ist die höhere Akzeptanz des erstgenannten in der Bevölkerung. Es gibt unzählige Bürgerinitiativen gegen Windkraftprojekte; Solarpanele hingegen sind von den Aktivisten zumindest bis dato eher verschont geblieben.

Nachdem politische Vertreter zusammen mit einigen Medien und Umweltverbänden das Thema Biogas in ein schlechtes Licht gerückt haben, gilt es den momentanen PV-Aufschwung maximal auszunutzen. Wie sonst wollen die Damen und Herren die Energiewende vorantreiben, wenn Biogas, PV und Windkraft als „böse“ eingestuft werden?

Die Abschaffung des Solardeckels ist schonmal ein Schritt in die richtige Richtung.

Aber…

… es muss mehr passieren. Es ist wichtig, dass weitere Marktbarrieren abgebaut werden, so wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) dies auch fordert. Hierzu zählen u.a.:

  • Sonnensteuer bzw. EEG-Umlage: Selbst- und Direktversorger mit Solarstrom dürfen nicht länger mit der EEG-Umlage ausgebremst werden.
  • PV-Anlagen auf XL-Dächern: Aufhebung der Beschränkungen (z.B. Marktprämien-Gewährung) für die Errichtung grosser PV-Anlagen auf großen Industriehallen.
  • Standorte für Solarparks: Aufhebung der Standorteinschränkungen; die Rahmenbedingungen sind viel zu restriktiv.

Was lässt sich mit Solaranlagen alles basteln?

Welche Konzepte haben sich bewährt und was können wir von anderen Ländern lernen?

Solardeckel weg – inwieweit hilft Euch diese Entscheidung? Habt Ihr Euch ein paar lukrative Modelle schon ausgedacht?

Foto von mrganso, Pixabay.com

Globale Energiewende 2050

Globale Energiewende 2050: So purzeln die Billionen

Während Regierungen weltweit mit immer mehr Hilfspaketen und höheren Summen versuchen die jeweiligen Wirtschaften wieder zum Laufen zu bringen, lässt der Druck in punkto Energiewende nicht nach. Es geht u.a. um ehrgeizige Dekarbonisierungsziele, die mehr Arbeitsplätze, sauberere Lebensbedingungen und ein höheres Wirtschaftswachstum versprechen. Dieses Vorhaben kostet jede Menge Geld; es ist die Rede von einem dreistelligen Billionen-Betrag.

Die Internationale Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA – International Renewable Energy Agency) hat vor wenigen Tagen ihren aktuellsten Report „Globaler Ausblick Erneuerbare Energien: Energiewende 2050“ veröffentlicht.

Der 292 Seiten lange Guide beschreibt die Investitionen und Technologien, die zur Dekarbonisierung des Energiesystems gemäß dem Pariser Abkommen erforderlich sind. Übersetzt geht es darum, die Kohlendioxidemissionen (CO2) möglichst auf Null zu senken.

Ein paar Eckpunkte dieser umfassenden Analyse:

  • Das ultimative globale Klimaziel = Null Emissionen. Aufgeführte mögliche Wege hierzu: Wasserstoff und synthetische Krafstoffe, direkte Elektrifizierung, fortschrittliche Biokraftstoffe, Kohlenstoffmanagement, strukturelle Veränderungen, innovative Geschäftsmodelle.
  • Zwischenziel: die globalen energiebedingten CO2-Emissionen bis 2050 sollen um 70% gesenkt werden. Über 90% dieser Senkung soll durch erneuerbare Energien und Energieeffizienzmaßnahmen erzielt werden.
  • Return on Investment von 1:3 bis 1:8, d.h. für jeden in kohlestoffarme Technologien investierte Dollar könnten Einsparungen in Höhe von drei bis acht Dollar generiert werden. Investments in die Energiewende bis 2050 würden 19 Billionen US-Dollar kosten und einen Zuwachs von mindestens 50 Billionen USD bringen. Investments um die CO2-Emissionen vollständig zu beseitigen würden 26 Billionen USD kosten. Den Gesamtkosten von 45 Billionen USD (19+26) würden Gesamteinsparungen von mindestens 62 Billionen USD gegenüberstehen.
  • Höherer BIP-Wachstum: Dieser Umbau könnte das kumulierte globale Bruttoinlandsprodukt bis 2050 um 98 Billionen USD zusätzlich steigern.
  • Mehr Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien: 42 Mio. Arbeitplätze sollen bis 2050 im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen, 4 mal mehr als heute. Die Gesamtzahl der Arbeitsplätze im gesamten Energiesektor würde sich bis 2050 auf 100 Millionen belaufen; das sind 40 Mio. mehr als heute.

Welche Investitionen sind für diese weltweite Energiewende denn noch notwendig?

Auf Seite 34 des Reports werden wir mit dieser Zahl konfrontiert.

Bis 2050 werden Investitionen in Höhe von 110 BILLIONEN USD benötigt. Für die „Zero“-Dekarbonisierung belaufen sich die Investment-Prognosen auf 130 BILLIONEN USD.

Quelle: Global Renewables Outlook: Energy transformation 2050, April 2020, IRENA.

Klimaabkommen und globale Energiewende ohne USA?

Trotz heftiger internationaler und nationaler Kritik sind die USA ganz offiziell aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen. Diese ganze Klimageschichte war für den aktuellen Präsidenten Donald Trump von Anfang an ein Dorn im Auge. Die USA würden sich fortan an ein „realistisches und pragmatisches Modell“ orientieren, so die Aussagen des Außenministers Mike Pompeo. [Quelle: Der Tagesspiegel]

Globale Energiewende ohne DIE Weltwirtschaftsmacht USA: Wie soll das gehen?

Auf diese Fragen sind die IRENA-Experten der obigen Studie nicht eingegangen. Die dreistelligen Billionenbeträge die im Dokument aufgeführt wurden, sind ohne die Unterstützung seitens der größten Wirtschaftsmacht der Welt, nicht bzw. kaum zu realisieren.

Wer soll denn für diese gigantischen Summen aufkommen? Der deutsche Steuerzahler? Die EU-Bürger, deren Wirtschaft derzeit vor dem Kollaps steht? Wie wär’s mit China oder den Technokraten aus Silicon Valley?

Erneuerbare Energien sind wichtig. Biogas spielt bei uns in der Landwirtschaft eine wichtige Rolle, genauso wie PV-Anlagen und bei einigen Kollegen im Norden, die Windräder. Des Weiteren finde ich derartige Studien essentiell, um das Status Quo in Frage zu stellen und uns neue Perspektiven, Chancen und Möglichkeiten aufzuzeigen. Nachhaltigkeit ist super wichtig, genauso wie eine tolle Luft- und Wasserqualität.

Was ich damit sagen will ist folgendes: wir benötigen echte, pragmatische Lösungswege, realistische ‚How to‘-Szenarien mit denen auch der Otto-Normalbürger etwas anfangen kann. Die Top-Down Methode die seit Jahrzehnten und sogar Jahrhunderten angewandt wird, hat im Informationsalter ausgedient. Wir benötigen Ansätze die von unten nach oben getragen werden; sog. Down-Top Lösungsideen.

In diesen Gremien, die derartige Studien und Analysen zusammenstellen, fehlen oft die Menschen die tagein tagaus nichts anderes machen als sich mit erneuerbaren Energien „praktisch“ auseinanderzusetzen. Theoretiker müssen endlich mit den Praktikern zusammen arbeiten, sonst wird aus dieser ganzen Energiewende und Klimastrategie nichts.

Geld drucken scheint derzeit absolut kein Problem zu sein. Gigantische Geldmengen in sinnlose Maßnahmen reinpulvern kann auch jeder. Auch wenn die USA aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen sind, muss man Wege finden, mit den Kollegen von Übersee zu kooperieren. Es geht um uns alle. Es geht um unseren tollen Planeten.

Gegensätzliche Meinungen sind gut

Ganz sachlich über ein Thema diskutieren, scheint heute etwas ganz außergewöhnliches zu sein. Wir müssen uns alle Positionen anhören, Pro und Kontra Argumente zusammen tragen und voneinander lernen. Nur weil die USA eine andere Meinung vertreten, bedeutet nicht, dass sie die Bösen sind.

Die Fragen die wir uns stellen sollten sind: Was sehen die USA anders? Wie wollen sie das Thema Energiewende angehen? Welche Chancen und Gefahren haben sie erkannt bzw. sind sie noch am eruieren?

Wie so oft im Leben, liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

Wie lautet Eure Position zur Energiewende? An welche Punkte hat im Rahmen dieser Dekarbonisierungsdebatte bis jetzt keiner so richtig gedacht?

Foto: PIRO4D / Pixabay.com

Erneuerbare Energien Windkraft

Erneuerbare Energien mit 43% vom Stromverbrauch auf Rekordniveau

Erneuerbare Energien sind auf dem Vormarsch, nicht zuletzt auch wegen dem „straffen“ Zeitplan der Bundesregierung. In 2019 lag der Anteil der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch nach Angaben der Energiebranche bei knapp 43%. Jetzt heisst es Gas geben, denn bis Ende der Dekade, also bis 2030 will Deutschland den Anteil von Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen auf 65% steigern.

Für alle nochmal kurz zur Erinnerung:

In 2022 soll das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen. Spätestens 2038 soll Schluss sein mit dem Strom aus Kohlekraftwerken.

Während sich Brüssel und die hiesige Regierung auf die einen oder anderen Ziele festgebissen haben, steigen die Strompreise kontinuierlich weiter. Letztes Jahr erreichten die durschnittlichen Strompreise in Deutschland einen neuen Rekordwert von 30,88 Cent pro Kilowattstunde. Vor rund 20 Jahren lag der Strompreis bei 13,94 Cent pro Kilowattstunde. Das ist eine Verdoppelung der Preise in nur zwei Dekaden. (siehe hierzu Check24)

Was erwartet uns denn mit dem Wegfall des Atom- und Braunkohlestroms?

Liebe Kollegen aus der Landwirtschaft und liebe Verbraucher, uns macht keiner mehr aus der Politik etwas vor. Wir wissen doch was auf uns zukommt: höhere Strompreise, was sonst?! Lasse Schmid, der Geschäftsführer des Strompreis-Vergleichsportals Check24 hat es ganz passend formuliert:

„Jeden Monat wird Strom für Verbraucher ein bisschen teurer. Ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht.“

Quelle: EUWID

Das Battle der regenerativen Quellen

Erneuerbare Energien deckten 2017 rund 36,3% des Stromverbrauchs in Deutschland. In 2018 stieg diese Prozentzahl auf 38,2% und erzielte letztes Jahr mit knapp 43% einen Rekordwert. Diese vorläufige Kalkulation kommt vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Insgesamt wurden über 244 Mrd. kWh aus regenerativen Energiequellen erzeugt. Der Splitt je Quelle ergibt sich wie folgt:

  • 104 Mrd. kWh geliefert duch Windkraftanlagen an Land
  • 45 Mrd. kWh erzielt durch Photovoltaik
  • fast 45 Mrd. kWh durch Biomasse
  • 24 Mrd. kWh durch Wind offshore; größte Zuwachsrate mit 25%, in 2018 lag diese bei 19,5 Mrd. kWh
  • 21 Mrd. kWh erzeugt durch Wasserkraftwerke

Quelle: BDEW

Erneuerbare Energien brauchen Unterstützung sonst wird das mit den Zielen nichts

Auf der einen Seite hantieren wir mit ‚Hoffnung‘ und auf der anderen mit ‚Fakten‘. Hoffnung ist genauso wie Glück, keine besonders clevere Strategie. Es zählen die harten Fakten und diese sehen momentan alles andere als rosig aus.

Ganz konkret heißt das:

  • Wir haben hierzulande die Potenziale in punkto Wasserkraft weitgehend ausgereizt. Daran wird sich auch nicht viel ändern, außer wir ‚homo sapiens‘ machen einen derartigen technologischen Sprung in der kommenden Dekade, dass wir das gesamte Thema komplett anders angehen.
  • Mit erheblichen Potenzialen können wir hingegen in der Windkraftbranche rechnen. Offshore ist eine super Sache obwohl die Basis noch recht klein ist. Wenn es jedoch beim gestoppten Zubau von Windkraftanlagen an Land bleibt, dann wird das mit dem Switch von Braunkohle & Co. auf erneuerbare Energien extrem schwer bis fast unmöglich.
  • Sollte in der Photovoltaik-Branche weiterhin auf die Bremse anstatt aufs Gaspedal gedrückt werden – übersetzt: (1) werden hier weiterhin Jobs gekürzt anstelle das man neue Arbeitsplätze kreiert und so wie eine aktuelle Studie der Marktfoschungsfirma EuPD Research Sustainable Management im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft wonach bis 2040 rund 50.000 neue Jobs entstehen könnten UND (2) werden die Photovoltaik- und Speicherkapazitäten nicht deutlich stärker ausgebaut als bisher – DANN wird das mit dem Ziel von 65% Strom aus erneuerbare Energien bis 2030 nichts.

Dabei spricht einiges dafür, dass die Transformation des Energiesystems gelingen könnte, wenn man in die Ausbaudynamik der beiden Hauptquellen Wind und Sonne/ Photovoltaik stärker investieren würde. Denn Windenenergie hat in 2019 erstmals mehr Strom erzeugt als jeder andere Energieträger und hat dadurch die fossile Energiequelle Braunkohle von Platz eins verdrängt. (Quelle: Bundesverband Windenergie BWE)

Die No-Goes worüber keiner reden will

Das mit den regenerativen Energiequellen ist zwar alles schön und gut aber was in den Diskussionen kaum angesprochen wird, sind die Schattenseiten. Während wir mit Braunkohle, Erdgas und Atomkraftwerke eine gewisse Stabilität erreichen, verhält sich das bei der Stromproduktion aus Wind und Sonne ganz anders. Wir haben es hierbei mit recht hohen Volatilitäten zu tun. Mal scheint die Sonne, mal vergisst sie uns für mehrere Wochen. Das mit dem Wind hat auch seine Herausforderungen.

Hinzu kommt das Thema Speicherung und Transport. Die Stromnetze werden immer komplexer und die ‚Verkabelung‘ des Landes gestaltet sich auch schwierig. Im Klartext: wir brauchen Stromleitungen, die den Windstrom z.B. aus dem schönen Norden in die Verbrauchszentren im Westen und Süden des Landes transportiert.

Ein weiterer Punkt dessen wir uns bewusst sein müssen, sind die Risiken eines Strom-Blackouts. Wir kennen sogenannte Mega-Blackouts sehr wohl aus TV-Berichten aus Südamerika. Sind wir denn hier in Deutschland so sicher vor Stromausfällen?

Eins muss uns klar sein, egal wieviel Geld wir in den Ausbau von Windrädern und Photovoltaikanlagen pumpen, es kann immer mal wieder vorkommen, dass wir längere Phasen ohne Stromproduktion aus Wind und Sonne irgendwie überbrücken müssen (siehe hierzu meinen Punkt zur Volatilität). Was dann? Wäre es nicht sinnvoll, eine entsprechende Reserve an konventionellen Kraftwerken parat zu haben, um im Extremfall auf diese zurückzugreifen? Ich kann mir gut vorstellen, dass wir im Falle eines Mega-Blackouts jede Menge Klimaaktivisten auf den Strassen erleben werden, die sich darüber beschweren, dass sie ihre Smartphones nicht laden können 😉

Versteht mich nicht falsch, ich bin ein Befürworter der regenerativen Energiequellen. Alles was unserem Planeten, der Natur und uns Menschen gut tut, das liegt mir 100% am Herzen. Gleichzeitig müssen wir auch Maßnahmen treffen, einen Plan B und C haben, wenn das Ganze, aus was auch immer Gründen, sich in eine völlig andere Richtung dreht. Wie so oft im Leben, steckt auch hier die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

Neue Dekade, neue Chancen und Herausforderungen. Das Thema erneuerbare Energien bleibt für uns alle auf der Tagesordnung.

Solaranlagen kosteneffizient ertragsstark

Solaranlagen: kosteneffizient, ertragsstark und flexibel

Auf den Mix kommt es an… Kluges ’statement‘ und trotzdem wissen wir, dass Solaranlagen in punkto Kosteneffizienz, die Nase vorne haben. Und damit das Ganze schön kreativ bleibt, bietet ein Unternehmen aus Ludwigshafen sogar veganes Strom an. Dieser stammt zu 100% aus Solarenergie.

Ja, die gute alte Klimakonferenz und die vielen Gespräche zur weltweiten Drosselung des CO2-Ausstoßes nehmen kein Ende. Kein Wunder daher, dass der Markt für erneuerbare Energien boomt und damit auch der Handel mit Solaranlagen.

Die Schattenseite:

Zur Zeit laufen Ermittlungen gegen ein Nürnberger Unternehmen wegen Solarimport-Betrug.

Gleichzeitig stehen auch Betreiber von Solarparks im Visier der Zollfahnder. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie bei der Einfuhr von Solarmodulen aus China, die Antidumping- und Ausgleichszölle der EU nicht gezahlt hätten.

Die Nürnberger Firma hätte Berichten zufolge mehr als 30 Mio. EUR hinterzogen haben.

Quelle: Welt

Veganer Strom aus Solaranlagen: Was steckt dahinter?

Es gibt kaum ein Begriff bzw. Konzept was stärker polarisiert als „vegan“.

Den einen sträuben sich die Haare vor Wut, die anderen wiederum, können sich vor Begeisterung kaum noch vernünftig artikulieren. Vegan hat die Massen erreicht und Zeuge dafür sind die vielfältigen Angebote in den jeweiligen Handelsketten. Egal ob Food oder Elektronik, Vegan ist eine Lebensweise.

Nun gibt es auch veganes Strom. Die Gründer von Vegawatt sind von ihrem Konzept absolut begeistert. Die Verbraucherzentrale… weniger.

Quelle: vegawatt, YouTube

Veganes Strom – was ist denn das überhaupt?

Der vegane Strom stammt zu 100% aus Solarenergie.

Vegan, weil der Solarstrom frei von Vogelschlag (Windkraftwerke) und Fischverlusten (Wasserkraftwerke) ist.

Es gibt auch veganes Gas. Dieses besteht zu 100% aus Biogas welches aus Zuckerrübenschnitzeln erzeugt und damit frei von tierischen Rohstoffen ist.

Verbraucherzentralen sind indes alles andere als überzeugt. Sie halten den Mix Solaranlage + Windkraftwerke + Wasserkraftwerke für unverzichtbar.

Nach Udo Sieverding’s Meinung (Energieexperte von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen) ist das Angebot von Vegawatt energiewirtschaftlich fraglich.

„Es ist ein wenig Augenwischerei“, sagt Sieverding. „Einige Kunden bekommen den schönen Solarstrom, doch Strom aus anderen Quellen wird ja dennoch benötigt. Den müssen dann andere Kunden nehmen.“

Folgendes spricht für Solaranlagen

Für ein Gelingen der Energiewende ist ein Mix der verschiedenen Technologien von großer Bedeutung.

Und doch bringt die Sonne gegenüber dem Wind einen nicht zu vernachlässigenden Vorteil:

die Einspeisevergütung.

So kommt es auch, dass in der letzten Ausschreibungsrunde der Bundesnetzagentur, ausschließlich Solaranlagen die Zuschläge bekommen haben. Die Gebote für Windkraftanlagen an Land waren zu hoch.

Die Agentur erteilte 32 Zuschläge für Gebote in einem Umfang von 210 MW. Eingegangen waren 54 Gebote mit einem Volumen von 395 MW (Ausschreibungsvolumen war doppelt überzeichnet!), davon 36 für Solaranlagen und 18 für Windenergieanlagen. Eindeutiger Gewinner: die Sonne.

Die nächsten Gebotstermine finden statt wie folgt:

  • 1. Mai 2018 für Windenergie am Land und
  • 1. Juni 2018 für Solaranlagen

Quelle: Bundesnetzagentur

Subventionen für Erneuerbare Energien bald ade?

Wenn es nach Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geht, dann müssten Ökostrom-Produzenten bald ohne staatliche Unterstützung auskommen.

Auf einer interantionalen Energiekonferenz in Berlin äußerte sich Altmaier wie folgt:

„Ich gehe davon aus, dass die erneuerbaren Energien in absehbarer Zeit, das heißt in den nächsten vier bis fünf Jahren, ihre Wettbewerbsfähigkeit vollständig erreicht haben, und dass wir dann imstande sein werden, erneuerbare Energien ohne zusätzliche Subventionen zu finanzieren.“

Fakt ist, dass z.B. die Ausbaukosten von Windkraft an Land deutlich gesunken sind.

Fakt ist, dass inzwischen mehr als ein Drittel des deutschen Stroms von erneuerbaren Energieträgern stammt.

Wie lange noch das Ganze subventioniert wird, bleibt also abzuwarten.

Weltweite Solar-Megaprojekte

Während wir uns hierzulande mit Gebote und Subventionen die Köpfe ‚zerschlagen‘, denkt die restliche Welt in ganz anderen Dimensionen.

Beispiele:

==> In Indien entsteht das weltweit größte Solar-Wind-Hybridkraftwerk mit 160 MW auf 1,000 qm Fläche. Die indische Regierung hat sich damit große Ziele gesetzt. Die Anlage soll zukünftig 3 Gigawatt erwirtschaft. Bis zum Jahr 2022 sollen 10 GW durch Solaranlagen und 8 GW durch Windkraftanlagen erzielt werden.

==> Das Königreich Saudi-Arabien plant im Rahmen des umfassenden Wirtschaftsumbaus „Vision 2030“, die weltgrößte Solaranlage (ein Solarpark) mit einer Leistung von 7,2 Gigawatt. Dies entspricht etwa sieben Atomkraftwerken. Die Investitionen liegen bei 200 Mrd. US-Dollar. Das Mega-Projekt soll 100.000 Jobs in Saudi-Arabien schaffen.

==> In Ägypten ist vor Kürze der erste Teil einer Solaranlage eröffnet worden, die bis 2019 eine Leistung von 1,86 Gigawatt erreichen soll.

==> Die den Niederlanden plant die BayWa AG in das Solargeschäft einzusteigen. Für die Errichtung einer Pipeline mit rund 2 GW will die BayWa 70% der Anteile übernehmen. Die restlichen 30% bleiben bei der heimischen Unternehmensgruppe GroenLeven. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Quellen: Bloomberg, Electrek, BayWa

Denken wir zu ‚klein‘ in Deutschland oder weshalb bleiben solche Megaprojekte — egal ob es sich dabei um Solaranlagen oder Windkraftwerke handelt, von uns fern?

Stromversorgung-Erneuerbare-Energien

Indien setzt bei der Stromversorgung auf hybride Systeme

Die Welt hungert nach Energie. Auf der Suche nach einer zuverlässigen Stromversorgung heißt es wohl auch: der Mix macht´s.

Und die Welt hungert nach Energie. Strom, Strom und noch mehr Strom.

Im Zeitalter der Digitalisierung brauchen wir einfach immer mehr Energie.

Bisherige Energieträger, die fossile Ressourcen nutzen, sind nicht nur begrenzt, sie sind auch umweltschädlich.

Der Trend zu erneuerbaren Energien ist gar kein Trend mehr. Die Energiewende wird längst vollzogen.

Größtes hybrides Kraftwerk für eine stabile Stromversorgung in Indien

Indien gehört zu den Ländern, in denen eine konstante Stromversorgung nicht selbstverständlich ist.

Um die Stromausfälle zu kompensieren, nutzen die Haushalte und Unternehmen Dieselgeneratoren zur Energiegewinnung.

Eine vergleichsweise teure Form der Energieerzeugung und definitiv nicht zukunftsfähig.

Im Bundesstaat Andhra Pradesh entsteht nun, statt eines Kohlekraftwerkes, das größte Solar-Wind-Hybrid Kraftwerk.

Erneuerbare Energien sind toll, haben jedoch den Nachteil, dass sie nicht zuverlässig sind.

Wenn kein Wind weht oder die Sonne nicht scheint, gibt es keinen Strom. Dieses Dilemma kann beim sogenannten Hybrid-Kraftwerk umgangen werden, welche verschiedene regenerative Energieformen mischt.

Und in Indien soll nun das größte seiner Art entstehen. Ein Mix aus Sonnen- und Windenergie soll die Stromversorgung rund um die Uhr ermöglichen.

Die Gesamtkapazität des Kraftwerkes beträgt 160 MegaWatt. 120 MegaWatt werden über Solaranlagen gewonnen. 40 MegaWatt aus Windrädern.

Die zuverlässige Stromversorgung wird zudem über eine eingebaute Batterie mit 40 MegaWatt Leistung erreicht.

Das Hybrid-Kraftwerk soll eines von vielen sein. 

Es ist der erste Schritt auf dem Weg zur Produktion von 3 GigaWatt Strom aus hybriden Solar-Wind-Kraftwerken in dem Bundesstaat sein.

Wirtschaftlich tragfähig, autark und kosteneffizient – hybride Kraftwerke können die Antwort auf die Herausforderungen der morgigen Stromversorgung sein. 

Als hybrides Sonnen- und Windkraftwerk wird das Projekt das größte seiner Art weltweit sein. 

(Quelle: Windkraft-Journal, IWR, Erneuerbare Energien)

Was sind die größten Kraftwerke der Welt?

Eine Analyse der US Energy Information Administration (EIA) stellt für das Jahr 2015 die folgende Top 10 auf.

Gemessen an ihrer Leistung stehen Wasserkraftwerk dabei unangefochten, mit einer Ausnahme (Platz 6) an der Spitze: 

Platz 10: Sayan-Shushenskaya (Russland) – 6,500 GigaWatt

Platz 9: Longtan Dam (China) – 6,426 GigaWatt

Platz 8: Xiangjiaba (China) – 6,448 GigaWatt

Platz 7: Grand Coulee Staudamm (USA) – 6,808 Gigawatt 

Platz 6: Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa (Japan) –  7,965 Gigawatt, seit Fukushima derzeit noch außer Betrieb

Platz 5: Tucuruí (Brasilien) – 8,370 GigaWatt

Platz 4: Guri (Venezuela) – 10.235 GigaWatt

Platz 3: Xiluodu (China) – 13,860 GigaWatt

Platz 2: Itaipú (Grenze Brasilien und Paraguay) – 14,000 GigaWatt

Platz 1: Drei-Schluchten-Damm (China) – 22,500 GigaWatt

Weltweit sind nach Angaben der übrigens 62.500 Kraftwerke in Betrieb, die insgesamt 6.000 GigaWatt Strom erzeugen. 

(Quelle: Euwid-Energie, EIA, Wikipedia)

Energiewende für daheim

Die Kraftwerke scheinen immer größer zu werden, wenn man in den Nachrichten liest, dass wieder das “größte” Kraftwerk gebaut wird.

Aber man sollte nicht aus den Augen verlieren, dass es auch einen Trend in die andere Richtung gibt:

zu einer dezentralen, unabhängigen Stromversorgung.

Um die beste Lösung in der Stromversorgung für sich zu finden, lohnt es sich auch im kleinen Maßstab nachzurechnen, ob sich eine hybride Lösung lohnt.

Hybride Stromversorgung für daheim

Quelle: Windkraft für Zuhause

Insbesondere, wenn der Umstieg auf Elektro-Autos erfolgt, kann sich die eigene “Tankstelle” daheim rentieren.

Und Elektro-Autos werden wohl schneller Verbreitung finden, als wir denken. Die Weiterentwicklungen auf dem Gebiet sind einfach rasant.

Erster eHighway in Deutschland

Und der Bau des ersten eHighways in Deutschland soll bereits Ende des nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Bereits 2012 stellte Siemens hierzu ein Konzept vor. Im letzten Jahr ging das Projekt von der Planung in die Umsetzung.

Siemens eHighway Vorstellung

Quelle: Technologic Verhicles

Auf einem Abstand von 2 Kilometern wurde außerhalb von Stockholm (Schweden) eine Teststrecke erbaut. Nach erfolgreichen Tests startet das Projekt in Deutschland.

Ähnliches soll nun auf einer 10 Kilometer langen Strecke auf der A5 entstehen.

Der erste eHighway in Deutschland soll zwischen den Anschlussstellen Zeppelinheim/ Cargo City Süd der Frankfurter Flughafens und Darmstadt/ Weiterstadt gebaut werden. 

Siemens wurde vom Land Hessen mit dem Bau der Oberleitungsanlage beauftragt.

Mit dem Projekt soll der erste Schritt in Richtung nachhaltigem Gütertransport getätigt werden. 

So ist der eHighway im Vergleich zu Verbrennungsmotoren doppelt so effizient und ermöglicht ein CO2-emissionsfreies Fahren. 

Ob hybride Stromversorgung oder hybrider Antrieb, es heißt heute mehr denn je, in die Zukunft zu decken. 

Die Technologien von gestern sind genau das, im gestern, in der Vergangenheit. 

Wie könnt Ihr die Energiewende für Euch am besten nutzen?