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Russische Landwirtschaft auf dem Vormarsch

In den letzten Jahren konnte die russische Landwirtschaft Rekordernten verzeichnen. 

So holte Russland die USA ein, was den Export von Weizen angeht.

Noch liegt das Land hinter der EU zurück. Noch.

Zuletzt konnte die EU mit 29,7 Millionen Tonnen (laut Lautwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, FAO) eine Millionen mehr Tonnen Weizen als die russische Landwirtschaft exportieren.

Derzeit liegt Russland an vierter Stelle, was den weltweiten Export angeht:

Erntemenge von Weizen in 2016/2017 in Millionen Tonnen:

  • Euroäische Union: 144,7
  • China: 128,9
  • Indien: 87
  • Russland: 72,5
  • USA: 62,9

(Quelle: Statistica, USDA Foreign Agricultural Service)

Mit dem hohen Produktionsniveau werden wohl auch weiterhin die Marktpreise für Weizen nicht steigen.

Und die russische Landwirtschaft ist auf Expansionskurs:

Mehr Acker für die Russische Landwirtschaft

In Russland laufen die Anstrengungen, 200.000 Hektar an derzeit noch unbewirtschafteten Land für die Landwirtschaft zurückzugewinnen.

Bereits in 2017 konnte das russische Landwirtschaftsministerium ca. 70.000 Hektar für die Agrarproduktion nutzbar machen.

Bis zum Jahr 2030 soll die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Russland dann 2,31 Millionen Hektar betragen.

Insgesamt wird die Rückgewinnung dem Land umgerechnet um die 6,2 Millionen Euro kosten.

Rund die Hälfte des Geldes soll für Subventionen an die Bewirtschafter gezahlt werden.

Zum anderen soll aber auch eine Erhöhung der Steuern für landwirtschaftlich ungenutzte Fläche Anreize bitten.

Wenn die Vorstellungen des Landwirtschaftsministeriums umgesetzt werden, steigt die Abgabenlast um das Fünffache und kann sich auf bis zu 1,5 Prozent des Katasterwertes eines Grundstückes belaufen.

Subventionen erhalten oder eine steuerlich höhere Belastung tragen – das russische Landwirtschaftsministerium geht sicherlich sehr zielstrebig vor.

Auch vor Enteignung wir bei Nichtnutzung, wenn diese länger als drei Jahre anhält, oder wenn Grund und Boden zweckentfremdet genutzt werden, nicht Halt gemacht.

Russische Landwirtschaft im Boom

100 Jahre nach der russischen Revolution, in deren Zuge die Kommunisten die Macht übernommen haben, spielt Russland auf dem Getreidemarkt wieder eine große Rolle. 

Zu Zeiten der Sowjetunion musste das Land Getreide importieren. Mit der Zusammenführung von privatwirtschaftlich geführten Landwirtschaften in kollektive Großbetriebe, hat sich das Land wirtschaftlich gesehen keinen Gefallen getan. 

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hatte die russische Landwirtschaft auch weiterhin zu kämpfen. 

Mittlerweile ist die Landwirtschaft jedoch zu einem lukrativen Wirtschaftszweig herangewachsen. 

Jedoch profitieren nicht die die kleinen und mittelständischen Betriebe von dem Boom. Agrarkonzerne sind die großen Gewinner der „Agrarrenaissance“. 

Mit 14 Milliarden Euro Exporteinnahmen konnte die russische Landwirtschaft in 2016 sogar die russische Rüstungsindustrie übertreffen. 

Zwei Faktoren, die den Boom der Branche sicherlich stark förderten, waren die EU-Sanktionen und die Abwertung des Rubels im Zuge des Ölverfalls seit Mitte 2014. 

Neben der Ausweitung der Weizenproduktion, setzt Russland zunehmend auf Bio. 

Die Anbaufläche für biologische Produktion hatte sich in 2014 verdoppelt, in 2015 kommen nochmals 57 Prozent hinzu und sie ist weiterhin stetig am Wachsen

Seit 2016 sind zudem Pflanzen, die gentechnisch verändert wurden, in Russland verboten. 

Die russische Landwirtschaft wird weiter wachsen, kein Zweifel hieran. Wir werden sehen, wie sie die weltweite Landwirtschaft in den nächsten Jahren beeinflussen wird. 

(Quelle: Agra EuropeTopAgrar, Berliner Zeitung, Die Welt)

Eine Entscheidung, die die weltweite Produktion von Lebensmitteln unmittelbar betreffen wird, ist gefallen: 

Übernahme von Monsanto durch Bayer genehmigt

Bei der Bayer AG gibt es Grund zu feiern, denn ein wesentlicher Schritt wurde erreicht.

Die EU-Kommission hat die Übernahme von Monsanto durch die Bayer AG bewilligt. Bevor diese vollzogen werden kann, muss der Konzern noch einige Auflagen erfüllen.

“Die Genehmigung der Europäischen Kommission ist ein großer Erfolg und ein bedeutender Meilenstein”, so Werner Baumann, Bayer-Vorstandsvorsitzende

Generell liegen somit ungefähr mehr als die Hälfte der behördlichen Genehmigungen vor.

Die Zustimmung der EU-Kommission knüpft sich an Auflagen, die auch nach der Übernahme die Vielfalt im Wettbewerb bewahren.

Wie auch in Genehmigungen anderer Behörden, verlangen auch die Europäer den Verkauf diverser Geschäfte der Gruppe.

Welche Geschäfte sollen nach europäischen Auflagen verkauft werden?

  • weltweit: Geschäft mit Gemüsesaatgut
  • weltweit: Geschäft mit Glufosinat-Ammonium
  • weltweit: Geschäft mit Saatgut wie beispielsweise Baumwolle, Soja, Raps oder Mais (mit spezifischen Ausnahmen, die den asiatischen Raum betreffen)
  • weltweit: Monsantos Geschäft mit Nematizid “NemaStrike”
  • europaweit: ausgewählte Glyphosat-basierte Herbizide

Zudem muss der Konzern einige seiner Forschungsprojekte abgeben, so im Bereich der Totalherbizide und seine Forschungsplattform für Weizen-Hybride.

Weiterhin soll der Konzern eine Lizenz über sein Digital-Farming-Portfolio einräumen.

Auch nach Einhaltung der Auflage und Abgabe der Geschäfte wird Bayer nach Übernahme der größte Saatgut- und Pflanzenschutzkonzern der Welt sein.

Welche Entscheidungen oder Entwicklungen werden Eurer Meinung nach die deutsche Landwirtschaft der nächsten Jahre stark prägen?

Ernte-Landwirtschaft-Deutschland

Regen, Regen, Regen – wie wird die Ernte in 2018

Zu viel Wasser im Norden Deutschlands sorgt bei Landwirten weiterhin für schlechte Stimme. Noch immer heißt es vielerorts „Land unter“, was nichts gutes für die Ernte in 2018 bedeutet. 

Die Regenmenge, die seit Monaten ohne Pause auf eh schon wassergesättigte Böden fällt, sorgt weiterhin für Sorgenfalten auf der Stirn.

Von faulender Ernte auf den Feldern, nicht ausgebrachter Aussaat von Wintergetreide und Raps, bis hin zum Problem der randvollen Güllebehälter – die Probleme halten an, scheinbar ohne Lösung.

Die Rekord-Regenmengen führen weiterhin zu verheerenden Auswirkungen für die norddeutschen Landwirte.

Es sind definitiv schwere Zeiten. Geht man durch die lokalen Zeitschriften des Nordens sieht man immer wieder Bilder von Äckern, die eher einem See als landwirtschaftlicher Nutzfläche gleichen.

Fällt die Ernte in 2018 auch ins Wasser?

Diese Frage stellen sich wohl derzeit nicht wenige norddeutsche Landwirte.

In 2017 waren bereits der Sommer und Herbst extrem nass. Als im Sommer die Ernte einsetzen sollte, sorgte der Regen nicht nur für erschwerte Erntebedingungen.

Allein in Niedersachsen fiel das Doppelte der durchschnittlichen Niederschlagsmenge auf die Äcker.

  • Vielerorts litt die Qualität des Korns. Ursprünglich als Brotgetreide gesätes Korn konnte, aufgrund des niedrigen Eiweißgehaltes, nur noch als Tierfutter verkauft werden.
  • Erhöhte Produktionskosten, etwa durch den zusätzlichen Prozeß der Körnertrocknung oder dem hohen Technikverschleiß und Kraftstoffverbrauch beim Einsatz der Maschinen auf den durchnässten Böden
  • Starke Verluste bei der Ernte, wenn sie nicht gar direkt auf den Feldern verfaulte, denn ob Weizen, Zuckerrübe oder Mais, die Ernte konnte vielerorts nur zum Teil vollzogen werden.
  • Unbestellte Felder aufgrund der durchnässten Böden im Herbst: in Niedersachsen verringerte sich die Anbaufläche von Winterweizen um 12 Prozent, in Schleswig-Holstein gar 27 Prozent.
  • Fehlender Ausgleich des Marktpreises, da weltweit die Getreideernten gut verliefen

Die Liste kann weiter fortgeführt werden. Und wie es in der Landwirtschaft so ist, die Strukturschäden aus 2017 werden einen starken Einfluss auf die Prozesse in 2018 haben.

Seit nunmehr Monaten steckt die Nässe in den Böden, kann nicht abfliessen.

(Quelle: ProplantaSVZ, Focus)

Ist der Klimawandel Schuld an allem?

Eine Besserung ist nicht in Sicht, denn der Regen hält an.

Die Max-Planck-Gesellschaft, genauer gesagt, das Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie hat eine Wettervorhersage für die nächste Jahrzehnte berechnet.

„Es wird auch bei uns extrem ungemütlich“, so Daniela Jacob vomHamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie.

Mit Hilfe von Hochleistungsrechnern konnte es sogar lokale Prognosen erstellen.

So wird an der Nordsee bis zum Jahr 2100 die Temperatur wohl um 2,5 Grad ansteigen, im Südosten Deutschlands sogar um bis zu 4 Grad.

Starke Hitzewellen im Sommer, etwa gleich viel Niederschläge gepaart mit heftigen Gewitter werden wohl der Normalzustand sein.

Trockene Sommer, die die Schifffahrt in Deutschland zum Erliegen bringen können, und nasse Winter, die den Wintersportbegeisterten nicht in die Alpen zum Urlaub fahren lässt.

Und was hält das Wetter für die Landwirtschaft parat?

Lange Trockenperioden wechseln sich mit sintflutartigen Regen ab„, sagt Mojib Latif vom Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften der Universität Kiel. Weiterhin meint er: „Insbesondere in West- und Süddeutschland häufen sich dann die Überschwemmungen … weite Landstriche stehen ab 2050 doppelt so häufig unter Wasser wie heute.“

Sicherlich, Wissenschaftler rechnen in Modellen, mit vergangenen Daten und unter Annahme bestimmter Parameter.

Aber, der Klimawandel wird unsere Ernte beeinflussen. Schäden durch Überschwemmungen werden, soweit die Prognosen, eher zunehmen.

Sind die übernässten Böden ein hausgemachtes Problem?

Und ja, jeder redet über die hohen Niederschlagsmengen. Aber sind sie alleinig an den hohen landwirtschaftlichen Schäden Schuld?

Wenn man Rainer Horn, Bodenkundler von der Universität Kiel fragt, lautet die Antwort wohl „Nein“, den es spielen auch noch weitere Faktoren eine Rolle.

Ganz vorne an die Bodenverdichtung.

„Von Bodenverdichtung wird gesprochen, wenn es durch Aufbringen hoher Last zu einer Verformung und somit zu einer Veränderung des Drei-Phasen-Systems Boden kommt.“ Wikipedia

Eine geringe Auflastung lässt den Boden in seine Ausgangsform zurückfedern.

Eine zu hohe Belastung nimmt dem Boden seine reversible, elastische Verformung. Je nach Druck kann die Verdichtung bis tief in den Boden reichen.

Sie vermindert stark die Fähigkeit des Bodens Wasser aufzunehmen und abzuleiten.

Ja, es ist deutlich mehr Regen als üblich gefallen, aber, so Rainer Horn gegenüber der Süddeutschen Zeitung:

„Ein normaler, funktionsfähiger Boden müsste theoretisch dieses Wasser wegleiten können. Waldböden können das.“

Unsere heutigen schweren Landmaschinen haben es ermöglicht, Landwirtschaft in einer nie zuvor da gewesen Wirtschaftlichkeit zu bearbeiten.

Die heutigen Ernteerträge wären ohne sie gar nicht vorstellbar gewesen. Die Entwicklungen der letzten Jahre werfen jedoch die Frage auf, wie wir zukünftig Landwirtschaft betreiben.

Wenn sintflutartige Regenfälle zukünftig mehr und mehr zu unserem Alltag gehören, müssen wir Strategien entwickeln, trotz des Regens eine gute Ernte einzufahren.

Ein Weg können sicherlich die neuesten, autonomen Feldroboter sein, deren Entwicklung rasant voranschreitet. Sie würden zumindest den Druck von dem Boden nehmen.

Sicher ist, langfristig braucht es Lösungen. Die letzten Monate haben nicht nur gezeigt, dass wir auf mehr Regen noch nicht vorbereitet sind.

Sie haben auch aufgezeigt, wie unterschiedlich allein innerhalb von Deutschland die Produktionsbedingungen sind.

Wie sieht für Euch die Landwirtschaft in Deutschland in den nächsten 10, 20 oder gar 50 Jahren aus?

StalkBuster-Mais-Winterweizen

StalkBuster schützt Mais und Winterweizen

Die Goldmedaille der Agritechnica 2017 wurde ebenfalls für den StalkBuster von Kemper und John Deere verliehen. 

Wer derzeit in Maisernte steckt und die Aussaat von Winterweizen vorbereitet wird die technologische Neuheit zu schätzen wissen. 

Aber schauen wir zunächst auf die vorläufigen Ergebnisse der Bundestagswahl, die gestern morgen veröffentlich wurden. 

Das Wahlergebnis deutet darauf hin, dass die Koalitionsverhandlungen, insbesondere beim Thema Agrarpolitik nicht leicht werden.

Wird Jamaika die Agrarpolitik bestimmen?

Mit rund 33 Prozent bleibt die CDU/CSU mit Abstand an der Spitze. Die SPD folgt mit 20,5 Prozent, die AfD mit 12,6 Prozent, die FDP mit 10,7 Prozent, die Linke mit 9,2 Prozent und die Grünen mit 8,9 Prozent bilden das Schlusslicht.

Den Zahlen nach hat eine Jamaika-Koalitions gute Chancen. Insbesondere in der Agrarpolitik verfolgen die möglichen Bündnispartner jedoch sehr unterschiedliche Zielsetzungen.

Von Tierhaltung, über Direktzahlungen oder Pflanzenschutz und Düngung – die Themen werden von den Partein sehr widersprüchlich in den Lösungsansätzen angegangen.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat derweil in einer ersten Stellungsnahme zum Ergebnis der Wahl geäussert.

Er erwartet demnach eine sachlich fundierte Erörterung der landwirtschaftlichen Themen erwartet und warnt vor eine kleinteiligen und bürokratischen Überregulierung.

„Unsere Bauern haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie für Veränderungen und Weiterentwicklungen bereit sind und sie aktiv gestalten. Eine künftige Agrarpolitik mit Perspektiven sollte diesen Prozess unterstützen und Sorge dafür tragen, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft erhalten und weiter verbessert wird“, meinte Joachim Rukwied, Präsident des DBV

Wir werden in den nächsten Wochen sehen, welchen Stellenwert Landwirtschaft in den Koalitionsverhandlungen einnehmen und welche zukünftige Richtung mit dem Koalitionsvertrag vorgeben werden wird.

Aber kommen wir von der Politik aufs Feld. Derzeit gibt es viel zu tun.

Zeit für die Aussaat von Winterweizen

Wer als Zwischenfrucht Mais- und Zuckerrüben anbaut, ist diese Tage mit der Ernte ausgelastet.

In den nächsten Wochen steht dann die Aussaat von Winterweizen an. Winterweizen ist sicherlich ein sehr genügsames Getreide.

Das Aussaatfenster kann breit ausfallen und auch wenn die Bedingungen mal nicht so optimal sind, kann sich Winterweizen durchaus gut entwickeln.

Dennoch kann es nicht schaden, für optimale Bedingungen bei der Aussaat zu sorgen.

Tipps zur Aussaat von Winterweizen

Quelle: Landwirt.com

Eine zu frühe Aussaat kann das Krankheitsrisiko steigern. Bei Mais als Vorfrucht kann der Einsatz des Pfluges Fusarien entgegenwirken.

Mit den heutigen Techniken ist auch die pfluglose Bestellung möglich. Wichtig sind hierbei

  • eine auf das Getreide ausgerichtete Stoppelbearbeitung
  • ein geschicktes Strohmanagement als auch
  • eine, in Abhängigkeit von der Vorfrucht, wirksame Bekämpfung von Ausfallgetreide und Unkräutern

Erfolgt das Drillen zu spät, kann es zeitlich mit der Bestockung eng werden.

250 bis 350 Körner pro Quadratmeter ist der „Standard“, wenn unter guten Bedingungen gedrillt wird.

Bei einer späteren Aussaat oder wenn die Saatbedingungen nicht optimal sind, gilt es, stärkere Weizensorten auszuwählen und die Saatstärke zu erhöhen.

Abgelegt werden die Weizenkörner ideallerweise in einer Tiefe von zwei bis drei Zentimer.

Generell empfiehlt es sich bei der Sortenauswahl auf die Empfehlungen der Landesstellen zu achten, um die Weizensorte aussuchen, die am besten unter den regionalen Bedingungen gedeiht.

Unabhängig von Region und Sorte ist wichtig, dass der Weizen vor einem möglichen Befall mit Fusarien geschützt wird.

Goldmedaille für den StalkBuster

Gerade hier kann der StalkBuster von Kemper und John Deere mit seiner Technikneuheit unterstützen. 

Neben dem CEMOS Auto Treshing von Claas erhielt auch der StalkBuster den Innovation Award in Gold und wird auf der Agritechnica 2017 wohl viele Besucher anziehen. 

Seit rund 15 Jahren ist der Maiszünsler in Deutschland verbreitet und ist gerade für den Silomaisanbau ein Problem. 

Für Winterweizen stellt er eine Gefahr dar, weil die Auswirkungen des Schädlings auch den Befall mit Fusarien umfassen. 

Und die Übertragen sich vom Mais auf die Folgefrucht, den Winterweizen. 

Die gründliche Zerkleinerung der Maisstoppeln unmittelbar nach der Maisernte ist eine der wichtigsten Massnahmen, um dem Fusarienbefall entgegenzuwirken. 

Und sie ist wichtig, um den Mais im Folgejahr vor dem Schädling zu schützen. Die bisherige Technik konnte jedoch nur ca. 70 Prozent der Maisstoppeln erfolgreich bekämpfen. 

In den restlichen 30 Prozent überwintern die Rauben friedlich bis zum Frühjahr. 

Der StalkBuster von Kemper ist die erste in den Mähvorsatz des Feldhäckslers integrierte stoppelzerstörende Technik

Der Maiszünsler – und Fusarienbefall lässt sich damit ohne einen zusätzlichen Mulchvorgang wirkungsvoll bekämpfen. 

Was sind die Merkmale des StalkBuster?

  • Integration im Grundrahmen des Mähvorsatzes
  • Zerfetzen jeder einzelnen Stoppelreihe durch speziell angeordnete und geformte Schlägel bevor die Räder des Feldhäckslers oder der Transportfahrtzeuge die Pflanzenreste niederdrücken
  • Kein Abschneiden der Stängel sondern eine schrittweise Zerschlagung von oben nach unten
  • Optimale Bodenanpassung durch spezielle Schwenkgetriebe
  • Pneumatisches Drucksystem ermöglicht, dass die Aggregate konsequent der Bodenkontur folgen und den Stängelfuß direkt über der Oberfläche abschneiden
  • Schlegel aus verschleißfesten Material und ohne Spezialwerkzeug austauschbar
  • Geringer Leistungsbedarf bei durchschnittlich nicht mehr als 4 PS pro Reihe
  • Relativ geringes Gewicht und keine Einschränkungen für den vorschriftsgemäßen Straßentransport

Nach Angaben von Kemper und John Deere kann der StalkBuster dem Landwirt einen ökonomischen Vorteil von bis zu 84 Euro pro Hektar einbringen. 

Dieser ergibt sich aus dem reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, der leichteren Bodenbearbeitung als auch dem geringeren Befall mit Fusarien. 

Die Goldmedaille der Agritechnica 2017 gab es für den StalkBuster, für seine technische Neuheit, die einen hohen praktischen, ökologischen als auch ökonomischen Wert hat. 

Welche Neuheit auf der Agritechnica 2017 hätte Eurer Meinung nach auch Gold verdient?

Ackerland-Duengen-Weizen

Ökologisch auf deutschem Ackerland? Eher nicht.

Verfolgt man die Presse müsste man meinen, dass die ökologische Bewirtschaftung von deutschem Ackerland stetig zunimmt.

Aber: auch wenn „regional“ und „ökologisch“ verstärkt von den Verbrauchern nachgefragt werden, die heimische Landwirtschaft kann dieser Nachfrage kaum gerecht werden.

Ein Großteil der Bioprodukte in deutschen Supermärkten kommt deshalb entsprechend aus dem Ausland. Wieviel Bio dann wirklich im Produkt steckt, ist dabei nicht immer nachvollziehbar bzw. nachweisbar.

Nur 4 Prozent vom Ackerland biologisch bewirtschaftet

Schaut man sich die Zahlen des Statistischen Bundesamtes an, zeigt sich, ökologische Landwirtschaft spielt in Deutschland weiterhin kaum eine Rolle.

In 2016 wurden lediglich 4 Prozent vom deutschen Ackerland biologisch bewirtschaftet. Mehr als die Hälfte hiervon wurde für den Getreideanbau genutzt.

In der Nutztierhaltung waren es gerade mal 5 Prozent der Tiere, die ökologisch gehalten wurden: 6 Prozent des gesamten Rindviehbestandes und 4 Prozent der Hühner wurden nach biologischen Standards aufgezogen.

Für Schweine ist die Biohaltung nicht sehr beliebt. Weniger als 1 Prozent vom Bestand sind Bio-Schweine.

Bundeswirtschaftsministier Christian Schmidt hat sich zum Ziel gesetzt, das die wachsende Nachfrage nach Bio aus heimischer Landwirtschaft gedeckt wird.

Mit Förder- und Forschungsgeldern soll erreicht werden, dass zukünftig 20 Prozent des deutschen Ackerlandes biologisch bewirtschaftet wird.

Für mehr Ökologie auf dem Ackerland soll auch die neue Düngerverordnung sorgen, die nun relevant ist, für die Organisation der Betriebsabläufe.

Nicht vergessen: die neue Düngeverordnung ist jetzt zu beachten

Jetzt gilt es, beim Planen der Betriebsabläufe für die nächsten Wochen und Monate, die Vorgaben der neuen Düngeverordnung umzusetzen.

Für alle stickstoffhaltigen Dünger, die mehr als 1,5 Prozent Gesamtstickstoff in der Trockenmasse aufweisen, gilt für die Wintermonate eine Sperrfrist.

Für Gründland gilt die Sperrfrist für Düngemittel mit wesentlichem Stickstoffgehalt vom 01.November bis zum 31. Januar.

Die Sperrfrist kann für Grünland um zwei Wochen verschoben werden. Mit der neuen Düngeverordnung ist die Verschiebung der Sperrfrist für Ackerland jedoch nicht mehr möglich.

Für das Düngen mit Mist von Huf- und Klauentieren muss lediglich vom 15. Dezember bis zum 15. Januar ausgesetzt werden.

Die Düngeverordnung betrifft unseren Arbeitsalltag direkt. Die folgenden Themen betreffen die Arbeit nicht unmittelbar, aber sind denke doch recht wissenswert:

1 Landwirtschaftliche Informationen per Video

YouTube ist nach Facebook mit das wichtigste, soziale Netzwerk, dass weltweit genutzt wird, wenn man sich die Nutzerzahlen anschaut.

Nun hat auch das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) die Video-Plattform für sich entdeckt und einen eigenen YouTube-Kanal aufgesetzt.

Neugierig? So informatiert das BZL über landwirtschaftliche Themen: 

Mit gutem Boden fängt alles an

Quelle: BZL – Bundesinformationszentrum Landwirtschaft

Die derzeit ca. 40 Videos greifen verschiedenste Themengebiete auf, die von Pflanzenkrankheiten, schonender Bearbeitung von Ackerland, über den Anbau diverser Nutzpflanzen und der Nutztierhaltung bis hin zum sicheren Fahren von landwirtschaftlichen Maschinen reichen.

2 Folgen des Fipronil-Skandals

„Lieber ein Ei weniger als ein Ei, das nicht ganz in Ordnung ist“, so die Worte von Christian Schmidt, Bundeslandwirtschaftsminister.

Die mit Fipronit belasteten Eier aus den Niederlanden sorgen weiterhin für Aufruhr. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Auswirkungen für den Eiermarkt und demnach für die Preise von Eiern gravierend sein werden.

Schmidt forderte beim Treffen der EU-Agrarminister in der estnischen Hauptstadt Tallinn einen besseren Informationsaustausch.

So seien in anderen Ländern die Informationen bereits seit Monaten verfügbar gewesen, wurden jedoch nicht an Deutschland weitergegeben.

Während die EU-Agrarminister den Skandal heute ausführlich diskutieren werden, versuchen die Niederlanden mit verschiedenen Maßnahmen, das Vertrauen in ihre Eier wieder auszubauen.

3 Weizenlager reichen für 123 Tage

Die weltweite Versorgung mit Weizen für 2017/2018 fällt reichlicher als in der vergangenen Saison aus, so der aktuellste Bericht des Internationalen Getreiderat (IGC).

Der weltweit erwartete Verbrauch von 738,4 Millionen Tonnen kann mit den Beständen somit für 123 Tage gedeckt werden. Dies sind zwei Tage mehr gegenüber dem Vorjahr.

Auch wenn der weltweite Endbestand von Weizen gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Millionen Tonnen auf rund 247,8 Millionen aufgestockt werden kann, so ist doch eher mit einer zukünftigen Abstockung der Bestände zu rechnen, wenn man China nicht berücksichtigt.

China alleine lagert rund 40 Prozent der globalen Weizenbestände. Exportieren tut es allerdings lediglich rund 1 Millionen Tonnen, eine Zahl, die sich kaum auf dem Weltmarkt bemerkbar macht, so die Rabobank.

Als Hauptgründe für eine mögliche Abstockung nennt die Rabobank die unterdurchschnittlichen Erträge in den wichtigsten Erzeugerregionen.

4 Super-Monster-Wolf für japanische Felder

65 Zentimeter lang und 50 Zentimeter groß, leuchtende LED –Augen, ein unbarmherziges Knurren und Heulen mit einer Lautstärke von 90 Dezibel – das ist der Super-Monster-Wolf, der japanische Reisbauern vor Wildtieren wie Wildschwein, Rehen und Vögeln beschützen soll (Quelle: NationalPost).

Das zugeben nicht wirklich hübsche Tier „frisst“ Sonnenenergie, und harrt auf seinen Metallstelzen aus, bis es mit seinen Infrarotsensoren ahnungslose Beute aufspürt und diese entsprechend vertreibt.

Derzeit wird der Roboter in Japan in Versuchsprojekten noch getestet. Wie es aussieht, ist der Super-Monster-Wolf selbst für Bären, wie es sie auf der japanischen Insel Hokkaido gibt, sehr angsteinflössend.

Umrechnet kostet der Beschützer ca. 1500 EUR. Damit sich das Wildtier nicht an ihn gewöhnt, kann er auch andere Geräusche wie zum Beispiel menschliche Stimmen oder Schüsse wiedergeben und seinen Kopf hin und her bewegen.

Ausserhalb von Japan werden sich wohl die chinesischen Reisbauern freuen, wenn der Super-Monster-Wolf auch ihre Felder beschützen kann.

Hierzulande gibt es durchaus ähnliche Projekte, um Vogelscheuchen mit High-Tech effektiver scheuchen zu lassen.

Aber was meint ihr, könnte so ein Super-Monster-Wolf auch auf unserem Ackerland nützlich zum Einsatz kommen?

Plantix-Landwirtschaft-Pflanzenkrankheit

Plantix – Mit einem Foto zur Ursache

Per Smartphone den Schädling an der Pflanze erkennen? Kein Problem. Mit der Diagnose-App Plantix können Landwirte weltweit Pflanzenschäden kostenlos diagnostizieren.

Im Grunde ist es eine supereinfache Idee, die der Firma Peat 2016 den World Summit Award und in diesem Jahr auf der Cebit den Innovation Award bescherte.

Das Start-up entwickelte eine App, mit der ganz einfach Pflanzenkrankheiten erkannt werden können.

Wir leben im 21. Jahrhundert. Mehr und mehr Menschen befragen bei Krankheiten erstmal Dr. Google oder eine App.

Ohne lange Wartezeiten ist eine schnelle Diagnose möglich, die oft auch umfassender in den Krankheitsbildern ist, als es der Arzt ermöglichen kann.

Möglichkeiten der Behandlung sind schnell gegeben, der Genesung steht nichts im Weg.

Warum nicht auch einen digitalen Doktor für Pflanzen kreiieren?

Plantix – Diagnose per Smartphone

Mit „Plantix“ können Landwirte weltweit super einfach bestimmen, was Ihren Pflanzen schadet, um dem schnell entgegenwirken zu können.

Dies hilft nicht nur den heimischen Bauern. Insbesondere Kleinbauern rund um den Globus, die besonders um Ihre Existenz kämpfen, können von der App profitieren.

Diese verlieren oft bis zu 30 Prozent Ihrer Ernte aufgrund von Schädlingen und Krankheiten. Für einen Kleinbauer in Indien oder Kolumbien, um nur Beispiele zu nennen, bedrohen solche Ausfälle die Existenz der gesamten Familie.

Aber auch hier wissen wir, wie bedrohlich Schädlinge für unsere Landwirtschaft sein können.

Wie funktioniert nun die App?

Ganz einfach: Handy raus und ein Foto der Blätter machen.

Plantix – Diagnose per App

Quelle: Plantix

Ein ausgeklügeltes Computer-Vision-System sorgt dann dafür, dass die App nicht nur die möglichen Krankheiten ausspuckt.

Nein, sie gibt auch direkt Vorschläge, wie diese auf biologischer oder chemischer Weise behandelt werden könnten.

Die App fördert zudem noch einen weiteren Nutzen: die Anwender können sich über Foren rege austauschen und sich so auch untereinander helfen.

Ziel des Unternehmens ist es, die weltweit größte Datenbank zur Erkennung von Pflanzenschäden aufzubauen.

Für die Nutzer ist die App eine kostenlose Hilfe. Und auch wenn das Start-up hier sehr humanitäre und ökologische Ziele verfolgt, letztendlich muss ein Unternehmen auch rentabel sein und Umsatz generieren.

Hier kommen die Daten anderen Nutzer zugute, die sehr wirtschaftliche Interessen verfolgen:

So sind beispielsweise Institute und Unternehmen dazu bereit für Daten zu zahlen, die zum Beispiel für die Forschung und Entwicklung neuer Produkte höchst relevant sind.

Ein rentables Geschäftsmodell in jeder Hinsicht, das mit einer simplen Idee geboren wurde.

Bisher war die Domäne Experten vorbehalten.

Spezielle Algorithmen, eine stetig wachsende Datenbank und die Verwendung von Deep Neural Networks, einer Methode bei der Maschinen selbständig lernen.

Das sind einige der Zutaten, die auch Laien das Erkennen von Pflanzenschäden und Ihren Ursachen ermöglichen.

Ob Landwirt oder Hobbygärtner, in Deutschland oder Vietnam, viele sollen und können von der kostenlosen App profitieren. Die App ist wohl besonders bei Bauern in Indien sehr beliebt.

Die Idee wurde im Jahr 2014 geboren. In nicht mal drei Jahren wurde aus einer Idee im Kopf ein überaus erfolgreiches Start-up, dass Landwirten rund um den Globus hilft.

Beeindruckend und inspirierend, oder?

Aber schauen wir noch kurz auf die aktuellen Schlagzeilen der letzten Tage.

Eier, Getreide und Obst sorgen aktuell für Falten auf der Stirn.

1. Eier mit Insektizid belastet

In den Niederlanden und Belgien wurden nun zwischen 100 und 200 Legehennenbetriebe gesperrt.

Die niederländische Behörde für Lebensmittelsicherheit (NVWA) konnte in einigen Betrieben Fipronil über der erlaubten Obergrenze nachweisen.

Es wird vermutet, dass das Insektizid zur Bekämpfung der Roten Vogelmilbe eingesetzt wurde.

Fipronil ist ein Phenylpyrazol, das als Pflanzenschutzmittel und Biozid eingesetzt wird. Der Tierarzt nutzt es gerne, um die geliebten Hunde und Katzen von Flöhen und Zecken zu befreien.

Der Einsatz in der Lebensmittelproduktion ist jedoch prinzipell verboten.

Die nachgewiesenen Mengen des Insektizid liegen unter den offiziell genannten Grenzen, ab denen eine Gefahr für die Gesundheit besteht.

Das generelle Verbot sperrt die Eier jedoch für eine jegliche Vermarktung. Von den 2,9 Millionen Eiern, die aus den betroffenen Erzeugerbetrieben nach NRW importiert wurden, sind bereits 875.000 in den Handel gelangt.

Eier mit dem Stempelaufdruck 1-NL 4128604 oder 1-NL 4286001, mit Legedaten zwischen dem 09. Bis 21. Juli 2017 sollten entsprechend nicht verzerrt werden.

2. Zitterpartie bei der Weizenernte

Nach dem der Weizen allen Wetterwidrigkeiten zum Trotz es gut bis zur Ernte geschafft hat, lässt der Regen pünktlich zur Erntezeit uns Landwirte nochmals bangen.

Wieviel Regen wird es noch geben? Derzeit passen die Fallzahlen noch, auch wenn es bereits Verzögerungen bei der Ernte gibt.

Prognosen sind schwer zu treffen, also können wir wohl nur weiterhin zittern und hoffen, dass der Regen endet und die Böden schnellstmöglich wieder befahrbar sind.

3. BayWa Obst beantragt Kurzarbeit

Das Ausmaß des Schadens, den der Frost im Frühjahr zur Blütezeit verursacht hat, wird nun erst richtig sichtbar.

In Polen, Österreich und Deutschland sind bei der Apfelernte Verluste von bis zu 70 Prozent zu verzeichnen.

Den Süden hat es besonders getroffen. Die BayWo Obst kündigte nun Kurzarbeit an.

“Wir erwarten die geringste Ernte seit 25 Jahren – für die Erzeugerbetriebe in der Region ist die Situation mehr als fordernd und bisweilen existenzbedrohend”, kommentiert BayWa.

Mit einer der größten Missernten, sind die auf das Obstgeschäft spezialisierten Betriebe über Monate nicht ausgelastet.

Gegen das Wetter werden können wir nur begrenzt etwas ausrichtet.

Unsere Pflanzen mit Apps beim Wachstum besser zu fördern und bei Krankheiten gezielter behandeln zu können, das wird mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz wohl der Standard der Zukunft sein.

Wie sieht es mit Euch aus: wer von Euch hat Plantix schon genutzt? Wie sind Eure Erfahrungen?