Beiträge

Solardeckel in Deutschland

Solardeckel in Deutschland – macht das überhaupt Sinn?

Wollen wir auf erneuerbare Energien setzen oder nicht? Und falls die Antwort „ja“ lautet, macht es überhaupt einen Sinn Förderstopps einzubauen wie z.B. den Solardeckel?

In 2012 wurde im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine Fördergrenze für Solarenergie festgelegt. Der Solardeckel liegt seitdem bei 52 Gigawatt Gesamtleistung.

Das ist doch eine ordentliche Zahl, wird der eine oder andere sagen. Tja, mag sein, wenn wir nicht bereits Ende 2018 bei einem Wert von 45,9 Gigawatt gelegen hätten. Nehmen wir das aktuelle Jahr 2019 mit den prognostizierten 3,5 bis 4 Gigawatt dazu, dann heisst es Investitionsstopp für Solarstromdächer. Genau das befürchtet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) und ruft dazu auf, den Solardeckel zu beseitigen.

Welche Verbände und Organisationen vertreten die gleiche Meinung wie der BSW?

Zu diesen zählen u.a. der Deutsche Mieterbund, der Eigentümerverband Haus & Grund und der Deutsche Naturschutzring.

Photovoltaik – die stärkste Energiequelle im Juni

Solarenergie sicherte im ersten Halbjahr 2019 rund 8% des Bruttostromverbrauchs in Deutschland. Im Monat Juni stand Photovoltaik vor Braunkohle und Windkraft.

Ein paar Zahlen im Überblick zum besseren Verständnis:

  • 1,7 Mio. Photovoltaikanlagen lieferten rund 24,5 Mrd. Kilowattstunden Strom (1 HJ 2019)
  • 5,6% mehr als im Vorjahr
  • Damit lässt sich der Jahresbedarf von 7 Mio. Drei-Personen-Haushalten decken
  • In 2019 könnten bis zu 4 GW Leistung durch Solarenergie hinzukommen
  • Um die Klimaziele zu erreichen, ist ein jährlicher Zubau von 5-15 GW nötig, so Andreas Bett, Leiter des Fraunhofer-Instituts

Quellen: BSW, Fraunhofer Institut

Neue Solarausschreibung für Photovoltaik in Höhe von 150 MW

Während die Damen und Herren in Berlin immer noch darüber debattieren ob der sogenannte Solar-Förderdeckel bestehen bleibt oder nicht, hat die Bundesnetzagentur eine neue Solarausschreibung eingeleitet (gilt bis zum 1. Oktober). Die jetzige Auktionsrunde liegt bei 150 MW. Im Dezember soll die letzte Ausschreibung in diesem Jahr erfolgen, u.z. mit einem Volumen von 500 MW.

Alle Infos zum Ausschreibungsverfahren inkl. der benötigten Unterlagen, bekommt Ihr auf der Webseite der Bundesnetzagentur.

Photovoltaik für ‚Otto Normalbürger‘

Auf meiner Suche nach einem passenden Video, stoß ich auf diesen Beitrag von @DieserDad. Ich wollte unbedingt die Perspektive eines echten Nutzers zeigen, nicht die von einem Verband oder sonst einer politischen Vereinigung.

Was kostet so eine Photovoltaikanlage und was bringt es?

Welche Behörden muss man bei der Anmeldung abklappern?

Gibt es Steuervorteile? Wie sieht es mit der Abschreibung aus?

Quelle: DieserDad, YouTube

Bayern startet Förderprogramm für Solarstromspeicher

Am 1. August ist das PV-Speicher-Programm gestartet. Gefördert wird die Installation eines neuen Stromspeichers in Kombination mit der Neu- oder Ergänzungsinstallation einer PV-Anlage. Der Förderbetrag hängt von der Speicherkapazität ab.

  • 500€ Basiszuschuss für den 3 kWh-Speicher
  • 100€ zusätzlich für jede weitere volle kWh Speicherkapazität
  • 3.200€ Zuschuss für den 30 kWh-Speicher
  • 200€ Zuschuss für einen Ladepunkt für Elektroautos

Dieses Förderprogramm ist Teil des 10.000-Häuser-Programms.

Weitere Infos gibt’s auf Energieatlas Bayern.

Auch in Niedersachen soll sich einiges ändern. Geht es nach den Grünen, dann soll die Solarpflicht für alle privaten und gewerblichen Neubauten gelten – bis 2025 sollen alle geeigneten landeseigenen Dachflächen für Solarthermie und Photovoltaik genutzt werden.

Derzeit liegt die Gesamtleistung von Solardächern in Niedersachen bei 4 GW hinter Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Laut Klimaschutz- und Energieagentur (KEAN) wurden in 2018 rund 208 MW Leistung neu installiert; das sind 72% mehr als im Vorjahr.

Das Potenzial von Niedersachen soll laut Grünen bei 57 GW liegen. Deshalb setzt sich das Bundesland dafür ein, den Solardeckel und die Sonnensteuer auf den PV-Eigenverbrauch abzuschaffen.

Demnächst startet auch die rheinland-pfälzische Ampelkoalition ein Landesprogramm zur Förderung der Solarenergie.

Solardeckel – behalten, anheben oder ganz abschaffen?

Die Sommerpause sollte auch in Berlin so langsam dem Ende zugehen. Ob wir in den kommenden Wochen mit einer finalen Entscheidung rechnen können oder nicht, bleibt abzuwarten. Jetzt wo die Grünen deutlich an „Power“ hinzugewonnen haben, wird es für die Anhänger der fossilen Energiequellen immer schwerer.

Selbstverständlich muss man alle Seiten anhören und die Fakten auf den Tisch legen. Jedoch muss auch eine Entscheidung her. China gibt mächtig Gas, die USA und Japan ebenso. Wir befinden uns momentan auf Platz 4 der weltweiten Solarpioniere jedoch auf Platz 6 in punkto Neuinstallation von PV-Anlagen.

Und ein Solardeckel ist alles andere als vorteilhaft insb. wenn wir auch zukünftig zu den Big Playern zählen wollen. Glaubt man den Experten, dann wird sich die Kapazität von Solaranlagen in den kommenden Jahren verdoppeln bis verdreifachen.

Es geht also um mehr als unsere interne Situation. Klar beschäftigt uns das am aller meisten, logisch. Denn wir sind diejnigen die davon direkt betroffen sind. Allerdings sollten wir den Anschluss nicht verpassen und lieber vorne dabei sein als hinten dran.

Eure Meinung zum Solardeckel – Fördergrenze erhöhen oder ganz weg damit?

Solaranlagen aktuelle Trends

Solaranlagen – das sind die aktuellen Trends

Fossile Brennstoffe wie Kohle, Gas und Öl sollen in den kommenden Jahren u.a. durch Windkraft- und Solaranlagen ersetzt werden. Die Anteile dieser erneuerbaren Energiequellen am globalen Strommix liegen derzeit auf einem sehr geringen Niveau. Jedoch die Branche boomt (weltweit) und die Preise sinken kontinuierlich.

Vor 10 Jahren waren Solaranlagen ohne staatlicher Förderung absolut unrentabel. Der aus Solarkraftanlagen gewonnene Strom kosteste damals rund 30-40 Cent pro kWh, je nach Anlagengrösse. Im Vergleich dazu konnte Strom aus fossilen Quellen für 5-12 Cent pro kWh erzeugt werden.

Das hat sich seitdem dramatisch verändert. Solarstrom kann derzeit in sonnenreichen Regionen bereits für 2 Cent pro kWh gewonnen werden. Die Preise in Deutschland liegen bei 4-5 Cent pro kWh, so eine aktuelle Studie des Frauenhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) aus März 2018.

Glaubt man den Prognosen der Forscher und Wissentschaftler unterschiedlicher Institute, dann werden diese Preise weiter fallen. Einige gehen sogar davon aus, dass wir in sonnenreichen Regionen Solarstrom für unter einem Cent pro kWh erzielen werden.

Globale Solarstromkapazität – wer hat die Nase vorn?

Der Bericht Global Market Outlook für Solarstrom von SolarPower Europe gilt als der umfassendste und aussagekräftigste Marktanalysereport für den globalen Solarbereich. Es enthält sowohl historische Daten als auch eine 5-Jahres-Prognose für die wichtigsten globalen Märkte in der Solarindustrie.

Ein paar Zahlen und Fakten aus der aktuellen Ausgabe 2018:

  • Neuinstallation von Photovoltaikanlagen in 2018: 102 Gigawatt weltweit (509 GW bis 2018)
  • In 2018 installierten 11 Länder mehr als 1 GW Solar (+2 Länder mehr als in 2017)
  • Top Länder: CHINA (44 GW neu, 175 GW bis 2018), USA (10 GW neu, 62 GW bis 2018), JAPAN (7 GW neu, 56 GW bis 2018), DEUTSCHLAND (3 GW neu, 46 GW bis 2018), INDIEN (8 GW neu, 27 GW bis 2018), AUSTRALIEN (5 GW neu, 13 GW bis 2018) und FRANKREICH (1 GW neu, 9 GW bis 2018).
  • Deutschland landet auf Platz 6 in Punkto Neuinstallationen, behält jedoch sein Ranking #4 der weltweiten Solarpioniere.

PROGNOSE der Experten: Die globale Kapazität von Solaranlagen (Photovoltaik) wird sich in den kommenden 5 Jahren verdoppeln bis verdreifachen.

Der Report „Global Market Outlook 2019-2023“ kann auf der Webseite von SolarPower Europe kostenlos heruntergeladen werden.

Solaranlagen in Deutschland – so sieht’s derzeit aus

Die dritte Solarausschreibung 2019 ist Geschichte. Zum Gebotstermin am 1. Juni 2019 wurden bei der Bundesnetzagentur 105 Gebote mit einem Leistungsumfang von 556.067 kW abgegeben.

Den Zuschlag erhielten 14 Gebote für eine zu errichtende Solarleistung von 204.697 kW. Die Zuschlagswerte lagen zwischen 4,97 ct/kWh und 5,58 ct/kWh, deutlich geringer als in der Vorrunde (diese lagen im Schnitt um 1 ct höher). Die Zuschläge erhielten die ost- und süddeutschen Bundesländer. Die nächste Ausschreibung findet am 1. Oktober 2019 statt.

In den beiden süddeutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg gibt es die Möglichkeit Photovoltaik-Anlagen auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten zu installieren. Bei den Ausschreibungen 2018 gab es ein OK für die Installation von PV-Anlagen auf 264 ha; das sind 5 ha mehr als in 2017.

Quelle: Bauen & Wohnen, YouTube

China, Klimaschutz und mehr

Bis 2011 hatte Europa in punkto Investitionen in Erneuerbare Energien ganz klar die Führungsrolle. Danach ging es bergab und China übernahm kurz darauf diese Vorreiterrolle.

In 2017 investierte China 133 Milliarden USD in erneuerbare Energien, Europa hingegen nur 57 Mrd. USD, quasi die Hälfte von dem was in 2011 reingesteckt wurde – so eine Auswertung der Bloomberg New Energy Finance.

Während hierzulande und in Europa die Förderungen zurückgeschraubt wurden, tat China genau das Gegenteil. Durch finanzielle Förderung wurde die Solartechnik-Branche gewaltig ausgebaut. Dem Preisdruck konnten die Europäer nicht standhalten und einige Firmen mussten ihre Tore schliessen. Heute werden Solarmodule und -zellen vermehrt in China hergestellt.

Wird Europa aufholen können?

Noch wichtiger: will Europa das tatsächlich?

Die Grünen sind so stark wie nie zuvor. Mit jeder Umfrage scheinen sie ihre Position deutschlandweit auszubauen und zu verfestigen. Das Thema Klimaschutz liegt ihnen am Herzen. Raus aus Kohle, Öl und Gas und rein in Solar, Wind und Wasser. Unterstützt werden sie von Forscher, Wissenschaftler und Experten.

Die Studie „Global Energy System based on 100% Renewable Energy“ zeigt für 145 Weltregionen Strategien auf, wie die Emissionen von Treibhausgasen bis 2050 auf Null gesenkt werden können und der Energiebedarf durch erneuerbare Energien gedeckt werden kann.

Laut Experten der Energy Watch Group (EWG) und Forscher der Lappeenranta University of Technology in Finnland (LUT) soll der kostenoptimale Energiemix in 2050 wie folgt aussehen:

  • 70% Solarenergie
  • 18% Windkraft
  • 5% Biomasse
  • 3% Wasserkraft.

Hier geht’s zur Studie bereitgestellt von Energy Watch Group.

Wir wissen alle, dass sich beim Thema fossile Brennstoffe bzw. Klimaschutz um wesentlich mehr handelt als ein paar Studien, Parolen oder Wahlergebnisse.

Es geht um Macht und jede Menge Geld.

Es gibt keinen Schalter oder eine sog. Aladdin Wunderlampe womit wir alles von heute auf morgen umstellen. Wie sich das Ganze letzten Endes entwickeln wird, ist vielen ein Rätsel. Dass es so nicht weiter gehen kann, ist wohl jedem klar.

Werden Solaranlagen in wenigen Dekaden sowas wie eine Alleinherrschaft übernehmen? Sind die Prognosen der Wissenschaftler Eurer Meinung nach überhaupt realistisch?

Pflanzenschutzmittel und Insektensterben

News: Pflanzenschutzmittel, Insektensterben, Verbrauchererwartungen

In wenigen Wochen heißt es goodbye Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Flurtamone. Damit sind ein paar weit verbreitete Getreideherbizide und -fungizide nicht mehr zugelassen. Der Industrieverband Agrar e.V. (IVA) spricht von „gravierende Eingriffe in Eigentumsrechte der Landwirte“.

Die drei Getreideherbizide Bacara, Bacara Forte und Cadou Forte dürfen bis zum 27. Dezember 2019 weiter verkauft und müssen bis zum 27. März 2020 aufgebraucht werden. Zum 30. April 2019 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auch die Zulassung aller Getreidefungizide mit dem Wirkstoff Fenpropimorph widerrufen. Die vier Präparate Corbel, Diamant, Juwel Top und Opus Top müssen bis zum 30. Oktober 2019 verkauft und bis zum 30. Oktober 2020 aufgebraucht werden.

Da die Zulassung für Capalo planmäßig am 30. April 2019 endet, ist kein gesonderter Widerruf nötig. Selbstverständlich gelten auch hier die genannten Abverkaufs- und Aufbrauchfristen.

Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Es handelt sich hierbei um eine EU-weite Entscheidung. Es heißt:

„Im Verfahren zur Erneuerung der Genehmigung konnten Risiken für Verbraucher und die Umwelt nicht abschließend bewertet werden.“

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Deshalb haben sich die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten darauf geeinigt, die Genehmigung nicht zu erneuern. So kommt es, dass bestehende Zulassungen widerrufen werden müssen.

Windräder: Tolle Energiequelle und gleichzeitig schuldig am Insektensterben?

Der starke und langanhaltende Wind in Deutschland hat einem besonders gut getan: den Windrädern.

Seit Jahresbeginn haben die großen spinnartigen Hochgenossen 33 Milliarden Kilowattstunden Strom geliefert. Letztes Jahr wurden die 33 Mrd. kWh erst Ende März erreicht. Sollte der starke Wind bis Ende diesen Monats anhalten, dann rechnet der Energiekonzern Eon mit 38 bis 40 Mrd. kWh im ersten Quartal.

Der diesjährige Höchstrekord wurde am 8. Januar erzielt. An diesem Tag wurden 961.000 Megawattstunden produziert.

Sollte die Windgeschwindigkeit mehr als 90 km pro Stunde betragen, also Windstärke 10, dann werden die Windräder automatisch abgeregelt und aus dem Wind gedreht.

Quelle: Handelsblatt

Als nächstes möchte ich auf eine aktuelle Studie des Instituts für Deutsche Luft- und Raumfahrtforschung (DLR) eingehen. Denn hier heißt es, dass des Ausbau von Windparks (seit 1990) für einen erheblichen Teil der Dezimierung der Population von Fluginsekten verantwortlich sind.

Am Insektensterben sind mehrere Schuldige verantwortlich, unter anderem:

  • die intensive Landwirtschaft
  • der Einsatz von Pestiziden
  • der Trend hin zur Urbanisierung und die Entstehung sog. Mega-Cities
  • der stetig steigende Verkehr und die damit einhergehende Infrastruktur
  • der Klimawandel

Nun soll also ein weiterer Faktor in die obige Liste mit aufgenommen werden: Windparks.

Das Thema Insekten- und Bienensterben ist auch so schon komplex genug, aber mit der neuen Perspektive, steigen auch die Lösungsanforderungen und -erwartungen ungemein.

Ein paar Erkenntnisse aus der Studie:

  • Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Abnahme von Fluginsekten und der Zunahme von Windparks.
  • Korrektur folgender Annahmen: (1) Fluginsekten bewegen sich fast ausschließlich außerhalb des Bereichs der meisten Windrotoren (FALSCH). (2) Insekten fliegen nicht bei hohen Windgeschwindigkeiten (FALSCH).
  • Der Insektenschlag auf den Rotorblättern der Windkraftanlagen verursacht Verschmutzungen, was wiederum zu Effizienzverlusten von bis zu 50% führen kann.
  • Die Zahl der durch die Rotoren getragenen Insekten liegt laut Modellanalyse bei etwa 24.000 Tonnen pro Jahr nach 2003.
  • Die geschätzten Verluste liegen bei durchschnittlich 5-6 Mrd. Insekten pro Tag während der warmen Jahreszeit von April bis Oktober.

Wichtig hierbei ist folgendes: diese Insektenverluste wirken sich nicht nur auf den Reproduktionsprozess negativ aus (Dezimierung der Insektenpopulation), sondern auch auf die nachfolgende Nahrungskette.

Was raten uns die Forscher?

In erster Linie weisen die Forscher darauf hin, dass ihre theoretischen Modellanalysen dringend empirisch verifiziert werden sollten. Des weiteren, sollte der Zusammenhang von Insektenmigration und Windparkbetrieb besser verstanden werden.

Weitere Maßnahmen wären das Monitoring der Insektenmigration und die Installation von „automatischen Schwarmerkennungssystemen in Verbindung mit einer entsprechenden Steuerung der Rotoren“.

Hier geht’s zur Studie.

SocialLab: so ticken Verbraucher, Landwirte und der Handel

Auf 76 Seiten versuchen Wissenschaftler aus acht Forschungseinrichtungen Antworten auf ein paar kritische Fragen zu finden.

Wie soll man mit Tieren umgehen? Was versteht der Verbraucher unter Tierwohl und was erwartet dieser von tierhaltenden Betrieben? Welche Rolle spielt der Handel als Bindeglied zwischen Landwirt / Viehzüchter und Konsument?

Das Forschungsprojekt „SocialLab“ unter Federführung des Thünen-Instituts hat am 13. März 2019 seine Ergebnisse im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vorgestellt.

Ein paar Ergebnisse im Überblick:

  • Verbraucher bewerten Tierwohl höher als Umweltschutz, arbeitswirtschaftsliche Ziele der Betriebe und Arbeitssicherheit.
  • Verbraucher in Deutschland legen Wert auf die Vielfalt von hochwertigen Lebensmitteln.
  • Regionalität spielt weiterhin eine große Rolle.
  • Konflikte ergeben sich beim Thema Preis: Die Mehrheit verlangt mehr Tierwohl und regionale Produkte ist gleichzeitig jedoch selten bereit dafür mehr Geld auszugeben.
  • Auffällige Diskrepanzen gibt es weiterhin zwischen Verbrauchererwartungen und -verhalten. (Beispiel: Tierwohl ja, aber mehr bezahlen nein)

Eine der Schlußfolgerungen von Bundesministerin Julia Klöckner lautet deshalb wie folgt:

Die Mehrkosten für alle oben aufgeführten Themenschwerpunkte kann nicht alleine der Landwirt tragen.

Die Verbraucher müssen mehr Verständnis für den Landwirt aufbringen und genauso gilt das auch umgekehrt. Das Schlüsselwort hier ist: Bewusstsein für die Position des anderen schaffen.

Dem Projekt ist eins recht gut gelungen, und zwar Zielkonflikte aufzuzeigen. Diese betreffen landwirtschaftliche Betriebe gleichermassen: An welchen Stellschrauben soll ich als Landwirt drehen, ohne an den Verbraucherwünschen vorbei zu produzieren? Was kann ich tun, um nicht auf den Mehrkosten sitzen zu bleiben wenn schonmal klar ist, dass der Konsument dafür nicht bereit ist zu zahlen?

Hier geht’s zur Studie von SocialLab.

Kurz noch zurück zu den Insekten

Blumenwiesen, eine bunte Vielfalt von Blumen an Wegrändern, Ackerstreifen und in Gärten – das können wir Landwirte u.a. tun, damit unsere Bienen und Insekten nicht aussterben.

Die Zeitung inFranken.de hat einen Beitrag über die Intiative „Mürscht blüht auf“ geschrieben. Zusammen mit meinem Imkerkollegen Dieter Schölzke wollen wir die Münnerstädter dazu animieren, wieder mehr Blumenkästen anzupflanzen. Wir bieten im Mai dazu auch einen Workshop an und bereiten uns damit kräftig auf das Stadtjubiläum 2020 vor.

Hier geht’s zum Artikel „Münnerstadt soll aufblühen„.

Wer Interesse an einer Blumenwiesen-Patenschaft hat, der kann mir gerne hier einen Kommentar hinterlassen oder mich direkt kontaktieren. Ich freue mich auf Eure Nachricht!

Was können wir noch gemeinsam gegen das Insektensterben tun?

Biokraftstoffe verlieren Absatz

Biokraftstoffe verlieren an Attraktivität wenn EU-Kompromiss umgesetzt wird

Alle die auf Biokraftstoffe gesetzt haben, sind über die Nachrichten aus Brüssel alles andere als erfreut. Der Absatz von Biodiesel und Bioethanol aus Agrarrohstoffen soll bis 2030 halbiert werden. Das sieht ein Kompromiss auf EU-Ebene vor.

In den letzten Tagen gab es jede Menge Highlights in unserer Branche.

Für diejenigen die in der Region Mannheim wohnen, war die Traktorparade zum 100 jährigen Jubiläum von John Deere letzten Sonntag ein absoluter Augenschmaus. Neben Oldtimer von JD gab es jede Menge aktuelle Modelle, u.a. auch den Raupentraktor 9RX mit 620 PS.

Vom 12. bis 14. Juni fanden die DLG-Feldtage in Bernburg-Strenzfeld statt. Die internationale Messe gilt als Treffpunkt für Pflanzenbauprofis aus aller Welt. Man tauscht sich aus über neue Trends, debattiert über Resistenzen gegenüber Pflanzenschutzmitteln und die Probleme der engen Fruchtfolgen. Selbstverständlich wird auch über Biodiversität, Ökolandbau sowie Themen rundum den Boden- und Wasserschutz heiss diskutiert.

Ich war auch in diesem Jahr auf den DLG-Feldtagen dabei und die oben aufgeführten Themen waren in aller Munde. Über die Problematik des Bienensterbens wurde im Zuge der Biodiversität ebenfalls viel gesprochen. Umso erfreulicher finde ich es wenn ich auf Kollegen aus anderen Teilen Deutschlands und der Welt treffe, die ganz konkret dafür etwas tun. Es kann sich hierbei um eine größere Blumenwiese oder einem kleineren Blumenstreifen handeln, Hauptsache wir unterstützen die Natur.

Die nächsten DLG-Feldtagen gibt’s dann in zwei Jahren wieder. Diesmal findet die Veranstaltung in Nordrhein-Westfalen vom 16. bis 18. Juni 2020 in Gut Brockhof in Erwitte/Lippstadt statt.

Absatz mit Biokraftstoffe soll sich bis 2030 halbieren

Letzte Woche haben sich die Europäische Kommission, das Parlament und der Rat auf eine Neuregelung der Erneuerbare Energien Richtlinie (RED II) für die Zeit von 2021 bis 2030 geeinigt. Danach sollen Erneuerbare Energien im Jahr 2030 einen Anteil von nominell 14% im Verkehr erreichen.

Hier kommt die Krux an der Sache:

Bestimmte Kraftstoffe und Anwendungen wie z.B. die Elektromobilität auf Straße und Schiene sowie Erneuerbare Energien im Flug- und Schiffsverkehr können mehrfach auf das Ziel angerechnet werden.

Das bedeutet im Klartext:

Herkömmliche Biokraftstoffe (Biodiesel, Bioethanol) aus Agrarrohstoffen werden aus der Nutzung gedrängt.

Dies wiederum führt zu einem sinkenden Absatz, so die Berechnungen des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB).

„Von den 14 Prozent Erneuerbaren Energien auf dem Papier bleiben nach unseren Berechnungen in der Realität nur 7,3 Prozent übrig – die Hälfte ist also heiße Luft aufgrund der Mehrfachanrechnungen. Ein Treppenwitz ist, dass die neue Richtlinie aber gar keinen Anreiz dafür geben wird, mehr Elektromobilität oder strombasierte Kraftstoffe zu nutzen“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim VDB.

Derzeit liegt der Anteil der Biokraftstoffe an der im Verkehr verbrauchten Energie bei rund 3,8%. Die neue Richtlinie wird dazu führen, dass sich der Wert auf 1,9% halbiert.

Sollte es zu einer Umsetzung dieses EU-Kompromisses kommen, dann „verlieren die deutschen und europäischen Landwirte eine wichtige Einnahmequelle. Im ländlichen Raum werden zudem Arbeitsplätze abgebaut“, so Baumann vom VDB.

Zur Erinnerung, hier nochmal ein Videobeitrag vom ARD Mittagsmagazin aus 2012 mit den Pros und Cons von Biokraftstoffen.

Quelle: ARD Mittagsmagazin, YouTube

Das Parlament hat die Nutzung von Palmöl eingeschränkt. Das haben nicht nur die französischen sondern auch die deutschen Bauern gut geheißen. Inwieweit die Umsetzung des EU-Kompromisses nun auch die anderen Nahrungsmittelkulturen wie z.B. Raps einschränken wird, das werden wir sehen.

Neues aus der Welt der Solar- und Windkraftanlagen

Bleiben wir doch in der Welt der Erneuerbaren Energien und werfen einen Blick auf die Geschwister Solar- und Windkraftanlagen.

Solaranlagen

In Bayern und Baden-Württemberg wird die Aufstellung von Solaranlagen auf Acker- und Grünlandflächen minderer Qualität immer attraktiver.

Die Bundesnetzagentur erhielt auch in der zweiten Ausschreibungsrunde eine große Anzahl von Geboten aus dem süddeutschen Raum. Knapp die Hälfte aller erfolgreichen Gebote (13 Gebote über insgesamt 90 W) erhielten einen Zuschlag auf landwirtschaftliche Flächen.

Die Anzahl der eingegangenen Gebote lag bei 59 mit einem Volumen von 360 MW. Den Zuschlag erhielten 28 Gebote mit einem Umfang von 183 MW.

Windkraftanlagen

Die Fördersätze für Windanlagen an Land sinken um die maximal möglichen 2,4%. Dies gilt für Anlagen die unter den Bestandsschutz fallen. Seit Anfang 2017 ist die Förderhöhe um 17% gesunken, so die Bundesnetzagentur.

Ab 2019 greift eine Sonderregelung für alle Windenergieanlagen an Land die ab 2019 in Betrieb gehen. Die Vergütungshöhe wird bei 4,63 Ct/kWh liegen.

Was haltet Ihr von dem neuen EU-Kompromiss bzgl. der Biokraftstoffe? Kommt es Eurer Meinung nach zur Umsetzung?

Solaranlagen kosteneffizient ertragsstark

Solaranlagen: kosteneffizient, ertragsstark und flexibel

Auf den Mix kommt es an… Kluges ’statement‘ und trotzdem wissen wir, dass Solaranlagen in punkto Kosteneffizienz, die Nase vorne haben. Und damit das Ganze schön kreativ bleibt, bietet ein Unternehmen aus Ludwigshafen sogar veganes Strom an. Dieser stammt zu 100% aus Solarenergie.

Ja, die gute alte Klimakonferenz und die vielen Gespräche zur weltweiten Drosselung des CO2-Ausstoßes nehmen kein Ende. Kein Wunder daher, dass der Markt für erneuerbare Energien boomt und damit auch der Handel mit Solaranlagen.

Die Schattenseite:

Zur Zeit laufen Ermittlungen gegen ein Nürnberger Unternehmen wegen Solarimport-Betrug.

Gleichzeitig stehen auch Betreiber von Solarparks im Visier der Zollfahnder. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie bei der Einfuhr von Solarmodulen aus China, die Antidumping- und Ausgleichszölle der EU nicht gezahlt hätten.

Die Nürnberger Firma hätte Berichten zufolge mehr als 30 Mio. EUR hinterzogen haben.

Quelle: Welt

Veganer Strom aus Solaranlagen: Was steckt dahinter?

Es gibt kaum ein Begriff bzw. Konzept was stärker polarisiert als „vegan“.

Den einen sträuben sich die Haare vor Wut, die anderen wiederum, können sich vor Begeisterung kaum noch vernünftig artikulieren. Vegan hat die Massen erreicht und Zeuge dafür sind die vielfältigen Angebote in den jeweiligen Handelsketten. Egal ob Food oder Elektronik, Vegan ist eine Lebensweise.

Nun gibt es auch veganes Strom. Die Gründer von Vegawatt sind von ihrem Konzept absolut begeistert. Die Verbraucherzentrale… weniger.

Quelle: vegawatt, YouTube

Veganes Strom – was ist denn das überhaupt?

Der vegane Strom stammt zu 100% aus Solarenergie.

Vegan, weil der Solarstrom frei von Vogelschlag (Windkraftwerke) und Fischverlusten (Wasserkraftwerke) ist.

Es gibt auch veganes Gas. Dieses besteht zu 100% aus Biogas welches aus Zuckerrübenschnitzeln erzeugt und damit frei von tierischen Rohstoffen ist.

Verbraucherzentralen sind indes alles andere als überzeugt. Sie halten den Mix Solaranlage + Windkraftwerke + Wasserkraftwerke für unverzichtbar.

Nach Udo Sieverding’s Meinung (Energieexperte von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen) ist das Angebot von Vegawatt energiewirtschaftlich fraglich.

„Es ist ein wenig Augenwischerei“, sagt Sieverding. „Einige Kunden bekommen den schönen Solarstrom, doch Strom aus anderen Quellen wird ja dennoch benötigt. Den müssen dann andere Kunden nehmen.“

Folgendes spricht für Solaranlagen

Für ein Gelingen der Energiewende ist ein Mix der verschiedenen Technologien von großer Bedeutung.

Und doch bringt die Sonne gegenüber dem Wind einen nicht zu vernachlässigenden Vorteil:

die Einspeisevergütung.

So kommt es auch, dass in der letzten Ausschreibungsrunde der Bundesnetzagentur, ausschließlich Solaranlagen die Zuschläge bekommen haben. Die Gebote für Windkraftanlagen an Land waren zu hoch.

Die Agentur erteilte 32 Zuschläge für Gebote in einem Umfang von 210 MW. Eingegangen waren 54 Gebote mit einem Volumen von 395 MW (Ausschreibungsvolumen war doppelt überzeichnet!), davon 36 für Solaranlagen und 18 für Windenergieanlagen. Eindeutiger Gewinner: die Sonne.

Die nächsten Gebotstermine finden statt wie folgt:

  • 1. Mai 2018 für Windenergie am Land und
  • 1. Juni 2018 für Solaranlagen

Quelle: Bundesnetzagentur

Subventionen für Erneuerbare Energien bald ade?

Wenn es nach Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geht, dann müssten Ökostrom-Produzenten bald ohne staatliche Unterstützung auskommen.

Auf einer interantionalen Energiekonferenz in Berlin äußerte sich Altmaier wie folgt:

„Ich gehe davon aus, dass die erneuerbaren Energien in absehbarer Zeit, das heißt in den nächsten vier bis fünf Jahren, ihre Wettbewerbsfähigkeit vollständig erreicht haben, und dass wir dann imstande sein werden, erneuerbare Energien ohne zusätzliche Subventionen zu finanzieren.“

Fakt ist, dass z.B. die Ausbaukosten von Windkraft an Land deutlich gesunken sind.

Fakt ist, dass inzwischen mehr als ein Drittel des deutschen Stroms von erneuerbaren Energieträgern stammt.

Wie lange noch das Ganze subventioniert wird, bleibt also abzuwarten.

Weltweite Solar-Megaprojekte

Während wir uns hierzulande mit Gebote und Subventionen die Köpfe ‚zerschlagen‘, denkt die restliche Welt in ganz anderen Dimensionen.

Beispiele:

==> In Indien entsteht das weltweit größte Solar-Wind-Hybridkraftwerk mit 160 MW auf 1,000 qm Fläche. Die indische Regierung hat sich damit große Ziele gesetzt. Die Anlage soll zukünftig 3 Gigawatt erwirtschaft. Bis zum Jahr 2022 sollen 10 GW durch Solaranlagen und 8 GW durch Windkraftanlagen erzielt werden.

==> Das Königreich Saudi-Arabien plant im Rahmen des umfassenden Wirtschaftsumbaus „Vision 2030“, die weltgrößte Solaranlage (ein Solarpark) mit einer Leistung von 7,2 Gigawatt. Dies entspricht etwa sieben Atomkraftwerken. Die Investitionen liegen bei 200 Mrd. US-Dollar. Das Mega-Projekt soll 100.000 Jobs in Saudi-Arabien schaffen.

==> In Ägypten ist vor Kürze der erste Teil einer Solaranlage eröffnet worden, die bis 2019 eine Leistung von 1,86 Gigawatt erreichen soll.

==> Die den Niederlanden plant die BayWa AG in das Solargeschäft einzusteigen. Für die Errichtung einer Pipeline mit rund 2 GW will die BayWa 70% der Anteile übernehmen. Die restlichen 30% bleiben bei der heimischen Unternehmensgruppe GroenLeven. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Quellen: Bloomberg, Electrek, BayWa

Denken wir zu ‚klein‘ in Deutschland oder weshalb bleiben solche Megaprojekte — egal ob es sich dabei um Solaranlagen oder Windkraftwerke handelt, von uns fern?