Smart Farming und Feldroboter

Tech-Trends in der Landwirtschaft: Smart Farming und Feldroboter

Die Schweizer geben in punkto Smart Farming Gas. Auf der Swiss Future Farm werden seit September Smart Farming Anwendungen getestet. In Frankreich wiederum startet ein ehrgeiziges Projekt: 50 Hektar Mais sollen vollständig von einem autonom fahrenden Feldroboter bewirtschaftet werden. In Deutschland finden Jugendliche spannende neue Folgen von „follow me.reports“ auf YouTube und Instagram.

Smart Farming – wo Tech und Landwirtschaft sich miteinander verzahnen

Unsere Nachbarn setzen fortan verstärkt auf die Fortbildung im Bereich der digitalen Landwirtschaft.

Auf 81 Hektar hat im September die Swiss Future Farm seine Tore geöffnet. Die Location ist Tänikon, Ettenhausen; diese befindet sich im Schweizer Kanton Thurgau. Initiiert wurde das Projekt durch den AGCO-Konzern, das landwirtschaftliche Berufszentrum BBZ Arenenberg und die GVS Agrar.

Die beiden Hauptziele kurz zusammengefasst:

  • Smart Farming Technik testen
  • Bildung und Beratung für digitale Landwirtschaft

Daten und Fakten zum Betrieb:

  • 81 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche: 55 ha Ackerfläche + 20 ha Grünland + 6 ha Biodiversitätsflächen
  • Tierbestand: 65 Milchkühe + 55 Mutterschweine
  • Landtechnik: Traktoren von Fendt und Valtra, Mähdrescher, Pflanzenschutztechnik, Bodensensor, Feldkamera, Drohnen, Wetterstation und vieles mehr

Zu den ersten Projekten der Swiss Future Farm zählen u.a.: reines Hacken ohne Herbizideinsatz vs. der Kombi Bandspritzung und Hacken sowie der Einsatz eines Nahinfrarot-Sensors bei der Gülleausbringung mit Schleppschlauchverteiler.

Quelle: Schweizer Landtechnik, YouTube

Mais völlig autonom bewirtschaften – ein französisches Start-up-Unternehmen macht’s möglich

Über den Feldroboter des französischen Startups AgreenCulture habe ich Anfang des Jahres bereits berichtet. Das Projekt „Challenge Centéol 2018“ startete bereits im Oktober letzten Jahres als die ersten Bodenproben erfolgten.

Das kleine Unternehmen hatte ein ehrgeiziges Ziel: 50 ha Mais sollten zu 100% autonom von Feldrobotern bewirtschaftet werden — von der Bodenbearbeitung über die Aussaat bis hin zur Bestandespflege.

Der gesamte Ablauf ist auf der Webseite von AgreenCulture mit Hilfe einer Infographik übersichtlich dargestellt. Nach der Bodenanalyse Oktober 2017 folgte im März die Bearbeitung des Ackers mit Hilfe zweier Roboter. Im April wurde mittels 3 Feldroboter gesät und gedüngt: ein Roboter brachte Dünger aus, die anderen beiden haben mit 8 km/h teilflächenspezifisch Mais gesät. Selbstverständlich wurden Agrarroboter auch beim Unkraut jäten eingesetzt.

Die Maisernte soll jetzt im Monat Oktober erfolgen — ganz autonom, versteht sich.

Herausforderung Zielgruppe „Jugendliche“: Mit YouTube und Instagram den Geschmack für landwirtschaftliche Themen wecken

Was nicht cool ist wird nicht geklickt, angeschaut oder verteilt.

Wer heutzutage die Jugendlichen ansprechen will, muss jung, cool, informativ und humorvoll rüber kommen. Und, die Inhalte sollten mit ganz viel Pepp auf den sozialen Netzwerken zur Verfügung gestellt werden. Keine einfache Sache insb. für diejenigen die aus der TV- und Radio-Ära stammen.

Wie spricht man Jugendliche denn am besten an?

Bingo, durch Jugendliche selbst.

Denn Jugendliche die tagein tagaus WhatsApp, YouTube, Snapchat, Instagram und Co. nutzen, wissen am besten worauf es ankommt. Sie schaffen es „langweilige“ Themen cool zu machen.

Nun wissen wir allzu gut, dass Landwirtschaft von vielen als recht „uncool“ gesehen wird.

Viele Jugendliche die auf dem Land aufgewachsen sind, zieht es in die Städte. Wiederum andere Jugendliche, die in der Stadt aufgewachsen sind, ihre Lebensmittel immer schon bei Aldi, Rewe & Co. eingekauft haben und mit Mutter Natur nur selten in Berührung gekommen sind, können mit Landwirtschaft nicht viel anfangen.

Um genau diese Zielgruppe bestens zu erreichen, gibt es auf YouTube und Instagram eine tolle Reportage.

Der „Follow me.reports“ YouTube-Doku-Kanal hat aktuell über 100.000 Subscriber und mehr als 9 Millionen Views. Es sind Kurzreportagen im ZDF-Format wo junge Reporter (Hannah, Animata und Robin) Themen aufgreifen und besprechen, die junge Menschen beschäftigt.

Der persönliche Touch und das Alter der jungen Reporter (es sind keine Journalisten) kommt in der Community besonders gut an.

Passend zu unserem heutigen Beitrag, ein Video mit einer jungen Landwirtin und ihre Sicht zum Bio-Siegel, zur Dürre und Landtechnik im allgemeinen.

Quelle: Follow me.reports, YouTube

Die Battle um unsere Aufmerksamkeit

Wir werden täglich mit News, Werbung und jederart Informationen bombardiert.

Zur Zeiten unserer Großeltern wäre das was wir heute „durchmachen“ kaum vorstellbar gewesen. Und irgendwie schaffen wir es durch diese Informationsflut zu navigieren — die einen besser als die anderen. Das ist nunmal so.

Viele sind völlig überfordert und kehren den neuen Medien den Rücken. Sie suchen das altbewährte und gewohnte. Gleichzeitig geht der Fortschritt und die Tech-Revolution mit gigantischen Schritten voran.

Unsere Aufmerksamkeit war noch nie so verteilt. Noch nie haben Hersteller und Medienagenturen für unsere „Attention“ so hart gekämpft wie heute.

Es ist und bleibt eine Herausforderung für alle Seiten, egal ob Konsument oder Produzent.

Umso wichtiger ist es mit der Digitalisierung mitzugehen, zu verstehen was passiert und wie wir Best Practices aus anderen Bereichen auch bei uns in der Landwirtschaft übertragen können.

Smart Farming ist nicht mehr aufzuhalten. Autonome Roboter und Drohnen werden unser Alltag formen und recht bald, auch bestimmen — oder auch nicht. Was glaubt Ihr?

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